Mond über Manhattan

Mond über Manhattan

Softcover
3.866

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Description

Ein wilder Roman voll grotesker Abenteuer

Der Student Marco Stanley Fogg wohnt in einem leeren New Yorker Loft mit Ausblick auf einen Hinterhof und ein China-Restaurant. Seit sein Onkel und Ersatz-Vater gestorben ist, hat er die Wohnung nicht verlassen. Einem Zusammenbruch nahe beginnt er, überall Zeichen zu sehen: Die Leuchtreklame «Moon Palace» scheint geheimnisvoll mit den Moon Men, der Jazz Band seines Onkels, verbunden. Diese wieder mit der ersten Mondlandung. Marco macht sich auf, um das Rätsel zu lösen - vielleicht ist es auch das seiner Herkunft.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
416
Price
16.50 €

Author Description

Paul Auster wurde 1947 in Newark, New Jersey, geboren. Er studierte Anglistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia University und verbrachte nach dem Studium einige Jahre in Frankreich. International bekannt wurde er mit seinen Romanen Im Land der letzten Dinge und der New-York-Trilogie. Sein umfangreiches, vielfach preisgekröntes Werk umfasst neben zahlreichen Romanen auch Essays und Gedichte sowie Übersetzungen zeitgenössischer Lyrik. Am 30. April 2024 ist Paul Auster im Alter von 77 Jahren gestorben.

Posts

5
All
3.5

Unter dem eher langweiligen Titel kann man sich wohl einiges vorstellen, ganz sicher aber wohl nicht das, was sich hinter diesem frühen Werk von Paul Auster verbirgt. Es handelt sich um eine Art Abenteurergeschichte, eine Identitätssuche des orientierungslosen M.S. Fogg, aus dessen Sicht der Roman weitestgehend erzählt wird. Dieser junge Mann ist schon früh mit dem Tod seiner Mutter konfrontiert, als dann sein Onkel, der sich seither um ihn gekümmert hat, verstirbt, sieht er sich ins Nichts geworfen, was er auch sehr konzentriert dann auszuleben beginnt. Er scheint sich dem Nichts hingeben zu wollen, indem er kaum mehr am Leben teilnimmt, sich aufgibt. In einer Leistungsgesellschaft wie der unseren kann man so nur ins absolute Abseits geraten, Fogg verliert alles und lebt einige Zeit auf der Strasse. Es ist die Kompromisslosigkeit, die mich schon zu Beginn eingenommen hat. Die grosse Kunst Austers, uns seine Charaktere ganz fassbar und umfassend nahezubringen, lässt mich gern mit Fogg zusammen sein und mitzuleiden. Seine Schlussfolgerungen, die zu weiteren Entscheidungen führen, empfand ich sehr gut nachvollziehbar. Obwohl das Leiden sehr greifbar ist, folge ich der Geschichte gern, bin eingenommen, fasziniert. Leider muss ich aber auch sagen, dass dem Erzählstrang nicht so konzentriert gefolgt wird, wie ich es gern gehabt hätte. Die extremen Wandlungen der Geschichte, die ich schon in anderen Werken von Auster bemerkt habe und dem Autor anscheinend wichtig war, wirkt hier zum Teil befremdlich, forciert und nicht immer nachvollziehbar. So sehr Auster den einzelnen Personen Bedeutung einhaucht, so schnell gibt er den so gut aufgebauten Kontakt zu ihnen wieder auf, um ganz woanders mit einer anderen Person wieder anzufangen, ohne dass zunächst eine Verbindung zu erahnen ist. Wie Auster die Verbindung dann wieder herstellt, wirkt hölzern, unrealistisch oder sogar an den Haaren herbeigezogen. So bekommt die Geschichte etwas Märchenhaftes, was dem Buch aber die Tiefe nimmt. Es ist kein schlechtes Buch, handwerklich überaus gekonnt und faszinierend gewebt, der Verlauf der Geschichte aber zum Teil überzogen und für mich öfters nicht stimmig.

2

Sprachlich ein wirklich sehr gutes Buch mit einem flüssigen Schreibstil. Allerdings sind die Handlungen, und vor allem deren Verknüpfungen, weit hergeholt. Viele Zufälle aus dem Nichts lassen nicht wirklich Spannung aufkommen, was das Buch langatmig macht. Insgesamt würde ich das Buch nicht empfehlen.

5

Jeder sollte einen Auster gelesen haben, dieser hier ist eine kurzweilige Coming of age Geschichte

Paul Auster hat einen wirklich bemerkenswerten Stil und Ausdruck - auch in diesem Roman. Gepaart mit einer kurzweiligen Coming of age Geschichte inklusive erster Liebe und jede Menge Referenzen an New York rundum ein Genuss. Read me!

3

Ein recht philosophischer Roman mit kaum vorhandenen Spannungsbogen, der von Irrungen und Wirrungen eines jungen Mannes im New York spielt. Zeitweilig wird es etwas langatmig und man ertappt sich dabei, wie man Passagen überfliegt. Ein paar allgemeine Zitate zur Wahrnehmung hier und da, aber nichts wirklich Weltbewegendes.

3

Dieses Buch war mein erster Auster auf Englisch. Bisher habe ich mich nie wirklich an das Original herangetraut, aber per Zufall landete Moon Palace in meinem Besitz. Also war es wohl einfach an der Zeit, gewisse Ängste abzubauen. Und tatsächlich ist es gar nicht so schwierig, Paul Auster auf Englisch zu lesen. Nun kann ich auch sagen, dass die deutschen Übersetzungen gar nicht so schlimm geraten sind. Seine Sprache und deren Klang wurden meines Erachtens nach sehr gut übernommen. In Moon Palace geht es um Zusammenhänge. Was zusammengehört, obwohl wir anfangs keine Verbindungen sehen. Dass alles Sinn hat und Sinn ergibt. Es war faszinierend mehr und mehr zu fahren, wie die Figuren in einem Netz hängen und alles an seinen Platz fällt. Dabei spielt der Autor auch gerne mit den Gegensätzen. Was gehört zusammen, ist aber doch gegensätzlich? Dabei entstehen sehr interessante Bilder und Szenen. Die Charaktere sind dabei typisch für Paul Auster, sie sind speziell, aussergewöhnlich, aber erst auf den zweiten Blick. Wie hier alles auf den zweiten Blick funktioniert. Manche Stellen sind erzähltechnisch etwas zu langsam und langatmig geraten, ein wenig mehr Zug in der Handlung hätte dem Buch vielleicht gut getan. Aber Paul Auster ist keiner, der sich hetzen lässt. Er nimmt sich Zeit, seine Geschichten zu erzählen. Ausserdem gehören auch die Figuren nicht zu jenen, die es besonders eilig haben.

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