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Unter dem eher langweiligen Titel kann man sich wohl einiges vorstellen, ganz sicher aber wohl nicht das, was sich hinter diesem frühen Werk von Paul Auster verbirgt. Es handelt sich um eine Art Abenteurergeschichte, eine Identitätssuche des orientierungslosen M.S. Fogg, aus dessen Sicht der Roman weitestgehend erzählt wird. Dieser junge Mann ist schon früh mit dem Tod seiner Mutter konfrontiert, als dann sein Onkel, der sich seither um ihn gekümmert hat, verstirbt, sieht er sich ins Nichts geworfen, was er auch sehr konzentriert dann auszuleben beginnt. Er scheint sich dem Nichts hingeben zu wollen, indem er kaum mehr am Leben teilnimmt, sich aufgibt. In einer Leistungsgesellschaft wie der unseren kann man so nur ins absolute Abseits geraten, Fogg verliert alles und lebt einige Zeit auf der Strasse. Es ist die Kompromisslosigkeit, die mich schon zu Beginn eingenommen hat. Die grosse Kunst Austers, uns seine Charaktere ganz fassbar und umfassend nahezubringen, lässt mich gern mit Fogg zusammen sein und mitzuleiden. Seine Schlussfolgerungen, die zu weiteren Entscheidungen führen, empfand ich sehr gut nachvollziehbar. Obwohl das Leiden sehr greifbar ist, folge ich der Geschichte gern, bin eingenommen, fasziniert. Leider muss ich aber auch sagen, dass dem Erzählstrang nicht so konzentriert gefolgt wird, wie ich es gern gehabt hätte. Die extremen Wandlungen der Geschichte, die ich schon in anderen Werken von Auster bemerkt habe und dem Autor anscheinend wichtig war, wirkt hier zum Teil befremdlich, forciert und nicht immer nachvollziehbar. So sehr Auster den einzelnen Personen Bedeutung einhaucht, so schnell gibt er den so gut aufgebauten Kontakt zu ihnen wieder auf, um ganz woanders mit einer anderen Person wieder anzufangen, ohne dass zunächst eine Verbindung zu erahnen ist. Wie Auster die Verbindung dann wieder herstellt, wirkt hölzern, unrealistisch oder sogar an den Haaren herbeigezogen. So bekommt die Geschichte etwas Märchenhaftes, was dem Buch aber die Tiefe nimmt. Es ist kein schlechtes Buch, handwerklich überaus gekonnt und faszinierend gewebt, der Verlauf der Geschichte aber zum Teil überzogen und für mich öfters nicht stimmig.
Feb 6, 2026
Unter dem eher langweiligen Titel kann man sich wohl einiges vorstellen, ganz sicher aber wohl nicht das, was sich hinter diesem frühen Werk von Paul Auster verbirgt. Es handelt sich um eine Art Abenteurergeschichte, eine Identitätssuche des orientierungslosen M.S. Fogg, aus dessen Sicht der Roman weitestgehend erzählt wird. Dieser junge Mann ist schon früh mit dem Tod seiner Mutter konfrontiert, als dann sein Onkel, der sich seither um ihn gekümmert hat, verstirbt, sieht er sich ins Nichts geworfen, was er auch sehr konzentriert dann auszuleben beginnt. Er scheint sich dem Nichts hingeben zu wollen, indem er kaum mehr am Leben teilnimmt, sich aufgibt. In einer Leistungsgesellschaft wie der unseren kann man so nur ins absolute Abseits geraten, Fogg verliert alles und lebt einige Zeit auf der Strasse. Es ist die Kompromisslosigkeit, die mich schon zu Beginn eingenommen hat. Die grosse Kunst Austers, uns seine Charaktere ganz fassbar und umfassend nahezubringen, lässt mich gern mit Fogg zusammen sein und mitzuleiden. Seine Schlussfolgerungen, die zu weiteren Entscheidungen führen, empfand ich sehr gut nachvollziehbar. Obwohl das Leiden sehr greifbar ist, folge ich der Geschichte gern, bin eingenommen, fasziniert. Leider muss ich aber auch sagen, dass dem Erzählstrang nicht so konzentriert gefolgt wird, wie ich es gern gehabt hätte. Die extremen Wandlungen der Geschichte, die ich schon in anderen Werken von Auster bemerkt habe und dem Autor anscheinend wichtig war, wirkt hier zum Teil befremdlich, forciert und nicht immer nachvollziehbar. So sehr Auster den einzelnen Personen Bedeutung einhaucht, so schnell gibt er den so gut aufgebauten Kontakt zu ihnen wieder auf, um ganz woanders mit einer anderen Person wieder anzufangen, ohne dass zunächst eine Verbindung zu erahnen ist. Wie Auster die Verbindung dann wieder herstellt, wirkt hölzern, unrealistisch oder sogar an den Haaren herbeigezogen. So bekommt die Geschichte etwas Märchenhaftes, was dem Buch aber die Tiefe nimmt. Es ist kein schlechtes Buch, handwerklich überaus gekonnt und faszinierend gewebt, der Verlauf der Geschichte aber zum Teil überzogen und für mich öfters nicht stimmig.
Feb 6, 2026






