Nacht über den Wassern
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Description
September 1939. Der legendäre American-Flying-Clipper, ein gigantisches Flugboot, startet von Southampton aus seinen letzten Flug über den Atlantik. An Bord der Maschine: vierzig Passagiere, darunter ein jüdischer Wissenschaftler, ein smarter Juwelendieb, ein erzkonservativer Lord und seine rebellische Tochter, ein Agent in geheimer Mission und ein Fabrikant, der von seiner schönen Frau betrogen wird. Jeder von ihnen steht vor der wichtigsten Entscheidung seines Lebens. Doch nur einer kennt die drohende Gefahr, die über den Wassern lauert ...
Book Information
Author Description
Ken Follett gehört zu den erfolgreichsten Schriftstellern der Welt. Die 38 Bücher aus seiner Feder wurden in vierzig Sprachen übersetzt und sind in mehr als achtzig Ländern erschienen. Insgesamt hat er über 198 Millionen Exemplare von ihnen verkauft. Seine Laufbahn begann er jedoch zunächst als Reporter, zuerst bei der Lokalzeitung seines Heimatortes, der SOUTH WALES ECHO, dann bei den LONDON EVENING NEWS. Seinen Durchbruch als Schriftsteller erlebte er 1978 mit der Veröffentlichung des Thrillers DIE NADEL, der im Jahr darauf mit dem EDGAR AWARD der Mystery Writers of America als bester Roman ausgezeichnet wurde. 1989 stand DIE SÄULEN DER ERDE, Ken Folletts epischer Historischer Roman über den Bau einer mittelalterlichen Kathedrale, überall auf den Beststellerlisten. Er diente als Vorlage für eine erfolgreiche Fernsehserie, die von Ridley Scott produziert und 2010 erstmals ausgestrahlt wurde. Ken Follett hat sich in zahlreichen Stiftungen zur Leseförderung engagiert und war zehn Jahre lang Präsident von DYSLEXIA ACTION. Er war außerdem Vorsitzender des NATIONAL YEAR OF READING, einer gemeinsamen Initiative von Staat und Wirtschaft. Er lebt mit seiner Frau Barbara im englischen Hertfordshire. Gemeinsam haben sie fünf Kinder, sechs Enkelkinder und zwei Labradore.
Posts
Ein typischer Ken Follett Roman. Aus heutiger Sicht und den Lesegewohnheiten von heute. etwas langsam. Wer Follett Romane mag kann zugreifen.
Die Handlung von "Nacht über den Wassern" von Ken Follett ist ein fesselndes und vielschichtiges Drama, das sich in einem Flugzeug kurz vor dem Zweiten Weltkrieg abspielt. Das PanAm-Clipper-Flugzeug ist auf dem Weg von London nach New York, als sich eine Kette von Ereignissen entfaltet, die die Passagiere in ein aufregendes Abenteuer stürzen. Der Bordmechaniker Eddie Deakin erfährt kurz vor dem Start, dass seine Frau entführt wurde, und er erhält Anweisungen, die während des Flugs befolgt werden müssen. Die Spannung steigt, als Deakin auf eine Rettungsmission für seine Frau hofft und das Flugzeug zur Landung zwingt, um den Forderungen der Entführer nachzukommen. Die Passagiere des Flugzeugs sind vielfältig und tragen jeweils ihre eigenen Geschichten und Geheimnisse mit sich. Als sich die Entführungssituation entfaltet, werden sie in einen Strudel aus Intrigen und unerwarteten Wendungen hineingezogen. Die Charaktere, darunter die rebellische Margaret Oxenford, der ehrgeizige Harry Marks, die entschlossene Nancy Lenehan und der mysteriöse Henry Faber, verleihen der Geschichte Tiefe und Komplexität. Ihre Interaktionen und Entwicklungen während des Flugs fügen eine zusätzliche Ebene der Spannung hinzu. Die Atmosphäre des Buches ist intensiv und beängstigend, da die Passagiere in einer lebensbedrohlichen Situation gefangen sind. Ken Follett schafft es meisterhaft, die Enge und die Ausweglosigkeit an Bord des Flugzeugs darzustellen, während die Passagiere mit ihren eigenen Dämonen und Beziehungsproblemen konfrontiert werden. Die Geschichte ist geprägt von unerwarteten Enthüllungen und Wendungen, die den Leser ständig in Atem halten. Die Art und Weise, wie die verschiedenen Handlungsstränge miteinander verknüpft sind, zeugt von Folletts meisterhaftem Geschichtenerzählen. Insgesamt ist "Nacht über den Wassern" ein fesselnder historischer Roman, der Spannung, Drama und Charakterentwicklung geschickt miteinander verwebt. Ken Follett entführt den Leser in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und lässt ihn die Ängste und Hoffnungen der Passagiere hautnah miterleben.
Spannende Premise, zähe Umsetzung – einer der schwächeren Follett-Romane meiner Lesegeschichte.
Großes Flugboot, kleine Spannung September 1939, wenige Tage nach Kriegsausbruch. Der legendäre Pan-American-Flying-Clipper, ein gigantisches Flugboot, startet von Southampton aus zu seinem letzten Flug über den Atlantik. An Bord: vierzig Passagiere, von denen jeder seinen Grund hat, die alte Welt zu verlassen. Ein jüdischer Wissenschaftler auf der Flucht vor den Nazis. Ein eleganter Juwelendieb mit dunkler Vergangenheit. Ein erzkonservativer Lord und seine rebellische Tochter. Ein Agent in geheimer Mission. Ein betrogener Fabrikant. Auf 30 Stunden Flugzeit kommt jeder dieser Menschen an den Punkt, an dem er die wichtigste Entscheidung seines Lebens treffen muss. Und während sich oberhalb der Wolken Beziehungen entwickeln, Geheimnisse aufgedeckt und Identitäten infrage gestellt werden, bahnt sich unter der scheinbar luxuriösen Atmosphäre eine Bedrohung an, die nur einer der Passagiere kennt. Sprachlich liefert Follett wie gewohnt solides Handwerk. Die Sätze fließen, die Übergänge zwischen den Perspektiven funktionieren, die deutschen Übersetzerinnen Gabriele Conrad und Lore Straßl haben einen gut lesbaren Text geliefert. Wer Follett kennt, weiß: Er schreibt nicht literarisch anspruchsvoll, sondern erzählerisch zugänglich – und das macht er hier auch. Was mir allerdings auffiel: Stilistisch passiert hier wenig Überraschendes. Während Follett in „Die Säulen der Erde“ oder „Die Nadel“ mit bildgewaltigen Szenen begeistert, bleibt „Nacht über den Wassern“ sprachlich blass. Es liest sich flüssig, aber kein einziger Satz ist mir hängengeblieben. Bei einem 608-Seiten-Roman ist das eine Schwäche. Die Grundidee ist genial. Ein luxuriöses Flugboot der späten 1930er Jahre, ein 30-stündiger Flug über den Atlantik, vierzig Passagiere mit Geheimnissen – das hätte ein Kammerspiel auf höchstem Niveau werden können. Follett recherchiert wie immer akribisch. Die technischen Details zum Pan-American-Clipper, die Aufteilung der Kabinen, die Mahlzeiten an Bord, der Schlafkomfort, die Zwischenstopps – all das ist faszinierend. Das Problem: Follett nutzt dieses einzigartige Setting kaum. Nach dem Start verliert das Flugzeug erstaunlich schnell an Bedeutung. Die meisten dramatischen Szenen finden in Rückblenden vor dem Flug oder bei den Zwischenstopps statt, nicht über dem Atlantik. Die klaustrophobische Spannung, die ein begrenzter Raum hätte erzeugen können, wird verschenkt. Das hat mich tief enttäuscht. Follett versucht, mit zahlreichen Hauptfiguren zu jonglieren. Das wirkt zunächst ambitioniert, läuft aber schnell schief. Die Figuren bleiben Stereotype: der rebellische Aristokrat, die idealistische Tochter, der charmante Gauner mit Herz, der trottelige Ehemann, die unzufriedene Ehefrau. Jeder hat eine Hintergrundgeschichte, die in Rückblenden ausgewalzt wird, aber emotional packen konnten sie mich nicht. Was mir besonders aufstößt: Die Frauenfiguren wirken nach heutigen Maßstäben sehr klischeehaft gezeichnet. Sie werden auffällig oft über ihr Aussehen, ihre Sexualität oder ihre Beziehungen zu Männern definiert. Das mag dem Erscheinungsjahr 1991 geschuldet sein, wirkt aber heute beim Lesen oft unangenehm. „Säulen der Erde“ hat Aliena als starke, vielschichtige Frauenfigur etabliert – hier sucht man Vergleichbares vergebens. Hier liegt das größte Problem. Follett verspricht einen Thriller, liefert aber über weite Strecken einen Gesellschaftsroman mit thrillerhaftem Anstrich. Die eigentliche Kriminalhandlung – jemand plant etwas Bedrohliches an Bord – ist nur ein dünner roter Faden, der die vielen privaten Schicksale zusammenhält. Die echten Stakes erscheinen erst spät und werden dann auch noch eher unbefriedigend aufgelöst. Auf 608 Seiten passiert für meinen Geschmack zu wenig. Viele Kapitel bestehen aus innerem Monolog, Eheproblemen und langen Rückblenden in die Vorgeschichten der Figuren. Wer einen klassischen Follett-Pageturner erwartet, wird hier enttäuscht. Ich habe das Buch zu Ende gelesen, weil ich Follett mag, nicht weil ich es nicht aus der Hand legen konnte. Was Follett wie immer kann: recherchieren. Die Details zum Pan-American-Flying-Clipper sind tatsächlich faszinierend. Wie elegant Luxusreisen vor dem Krieg waren, wie das Flugboot funktionierte, wie die Crew arbeitete – das alles macht Spaß zu lesen. Auch die politische Stimmung kurz nach Kriegsausbruch ist atmosphärisch eingefangen. Aber: Die historische Recherche kann nicht retten, was die Handlung nicht trägt. Follett verliert sich oft in technischen Details, die für die Story keinen Mehrwert bringen. Das mag historisch Interessierte freuen, bremst den Roman aber zusätzlich aus. Wer Ken Follett kennt, weiß: Er ist einer der besten Geschichtenerzähler der Welt. „Die Säulen der Erde“, „Die Nadel“, „Die Tore der Welt“ – diese Bücher zeigen, was Follett kann, wenn er auf Hochtouren läuft. „Nacht über den Wassern“ reicht da nicht ansatzweise heran. Mein konkreter Tipp: Wer Follett entdecken möchte, sollte zu „Die Säulen der Erde“ greifen – Mittelalter, Kathedralenbau, packendes Familiendrama. Wer schnellere Thriller mag, ist mit „Die Nadel“ besser bedient – Spionage im Zweiten Weltkrieg, mit echtem Spannungsbogen. „Nacht über den Wassern“ sollte erst kommen, wenn man Follett wirklich komplett lesen will. Mein Fazit: „Nacht über den Wassern“ ist für mich einer der schwächeren Romane von Ken Follett. Die Premise ist großartig, das Setting einzigartig, aber Follett verschenkt beides. Statt eines packenden Kammerspiels in 30.000 Fuß Höhe bekommt man einen weitschweifigen Gesellschaftsroman mit klischeehaften Figuren und unausgenutzter Spannung. Wer Follett mag, kann das Buch lesen, wird aber vermutlich enttäuscht sein. Wer Follett gerade entdeckt, sollte mit einem seiner Klassiker beginnen und „Nacht über den Wassern“ weit hinten anstellen. Empfehlenswert für eingefleischte Follett-Fans, die seine Bibliografie komplettieren wollen. Für Leser:innen mit Interesse an der Luftfahrtgeschichte der 1930er Jahre und für alle, die ruhige historische Gesellschaftsromane mit ensemblehaftem Aufbau mögen. Eher nichts für Leser:innen, die einen klassischen Follett-Thriller im Stil von „Die Nadel“ oder „Das zweite Gedächtnis“ erwarten, vielschichtige Figuren brauchen oder bei antiquierten Geschlechterdarstellungen empfindlich reagieren.
Gutes Buch, obwohl ich den Thriller noch suche 😅
Ken Follett gehört wohl zu den wenigen Autoren in meinem Bücherregal, die ein eigenes Regalbrett besitzen. Ich liebe es, wie Ken Follett den Leser eine Beziheung zu den Charakteren aufbauen lässt. Dies ihm auch in "Nacht über den Wassern" wieder gut gelungen. Die Geschichte baut sich richtig schön auf, obwohl mir der mir bekannte Thriller bzw. "Nervenkitzelcharakter" irgendwie gefehlt hat. Stattdessen hatte ich eher das Gefühl diverse Menschen bei einem "normalen" Flug zu begleiten. Das Ende war nochmal spannend, für den ein oder anderen könnten sich aber die vorherigen 400 Seiten etwas ziehen. In Summe aber ein empfehlenswertes Buch :)
Insgesamt ist es wirklich okay. Es hat verschiedene Storylines deren Schicksal sich alle durch diesen Flug verändern. Doch leider ist nur die eine davon richtig spannend. Die anderen sind eher gesellschaftlicher und romantischer Art. Diese sind auch interessant, aber bei weitem nicht so sehr. Dies sorgt auch dafür, dass sich insbesondere der Anfang sehr zieht, bis der Klipper überhaupt abhebt. Aber man muss die Rechercheleistung zugutehalten, was man daran merkt, wie gut das Flugzeug und diverse Einzelheiten beschrieben sind.
Die Übersetzung dieser Version des Romans (RM Buch und Medien Vertrieb GmbH) stammt aus dem Jahr 1992. Trotz allem wirkt sie so, als ob sie noch älter wäre ... Manches kam dadurch relativ holprig und ungeschickt formuliert rüber, was ich so von Ken Follett-Büchern eigentlich nicht kenne. Darüber hinaus fand ich die Handlung immer wieder relativ vorhersagbar, am dürftigsten fand ich wohl die mehr oder weniger rasch auftretende Liebe zwischen zwei der Figuren, die eigentlich aufgrund der rasanten Handlung gar keine Zeit hatten, sich kennenzulernen. Fazit: Eher eines der schwächeren Bücher von Follett, auch wenn er es auch in dieser Geschichte glänzend versteht, unterschiedliche Figuren mit spannendem Profil zu erschaffen. Auch am Finale gibt es meiner Meinung nach nicht viel zu bemängeln, weshalb es gut gemeinte drei Sterne von mir gibt :).
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September 1939. Der legendäre American-Flying-Clipper, ein gigantisches Flugboot, startet von Southampton aus seinen letzten Flug über den Atlantik. An Bord der Maschine: vierzig Passagiere, darunter ein jüdischer Wissenschaftler, ein smarter Juwelendieb, ein erzkonservativer Lord und seine rebellische Tochter, ein Agent in geheimer Mission und ein Fabrikant, der von seiner schönen Frau betrogen wird. Jeder von ihnen steht vor der wichtigsten Entscheidung seines Lebens. Doch nur einer kennt die drohende Gefahr, die über den Wassern lauert ...
Book Information
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Ken Follett gehört zu den erfolgreichsten Schriftstellern der Welt. Die 38 Bücher aus seiner Feder wurden in vierzig Sprachen übersetzt und sind in mehr als achtzig Ländern erschienen. Insgesamt hat er über 198 Millionen Exemplare von ihnen verkauft. Seine Laufbahn begann er jedoch zunächst als Reporter, zuerst bei der Lokalzeitung seines Heimatortes, der SOUTH WALES ECHO, dann bei den LONDON EVENING NEWS. Seinen Durchbruch als Schriftsteller erlebte er 1978 mit der Veröffentlichung des Thrillers DIE NADEL, der im Jahr darauf mit dem EDGAR AWARD der Mystery Writers of America als bester Roman ausgezeichnet wurde. 1989 stand DIE SÄULEN DER ERDE, Ken Folletts epischer Historischer Roman über den Bau einer mittelalterlichen Kathedrale, überall auf den Beststellerlisten. Er diente als Vorlage für eine erfolgreiche Fernsehserie, die von Ridley Scott produziert und 2010 erstmals ausgestrahlt wurde. Ken Follett hat sich in zahlreichen Stiftungen zur Leseförderung engagiert und war zehn Jahre lang Präsident von DYSLEXIA ACTION. Er war außerdem Vorsitzender des NATIONAL YEAR OF READING, einer gemeinsamen Initiative von Staat und Wirtschaft. Er lebt mit seiner Frau Barbara im englischen Hertfordshire. Gemeinsam haben sie fünf Kinder, sechs Enkelkinder und zwei Labradore.
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Ein typischer Ken Follett Roman. Aus heutiger Sicht und den Lesegewohnheiten von heute. etwas langsam. Wer Follett Romane mag kann zugreifen.
Die Handlung von "Nacht über den Wassern" von Ken Follett ist ein fesselndes und vielschichtiges Drama, das sich in einem Flugzeug kurz vor dem Zweiten Weltkrieg abspielt. Das PanAm-Clipper-Flugzeug ist auf dem Weg von London nach New York, als sich eine Kette von Ereignissen entfaltet, die die Passagiere in ein aufregendes Abenteuer stürzen. Der Bordmechaniker Eddie Deakin erfährt kurz vor dem Start, dass seine Frau entführt wurde, und er erhält Anweisungen, die während des Flugs befolgt werden müssen. Die Spannung steigt, als Deakin auf eine Rettungsmission für seine Frau hofft und das Flugzeug zur Landung zwingt, um den Forderungen der Entführer nachzukommen. Die Passagiere des Flugzeugs sind vielfältig und tragen jeweils ihre eigenen Geschichten und Geheimnisse mit sich. Als sich die Entführungssituation entfaltet, werden sie in einen Strudel aus Intrigen und unerwarteten Wendungen hineingezogen. Die Charaktere, darunter die rebellische Margaret Oxenford, der ehrgeizige Harry Marks, die entschlossene Nancy Lenehan und der mysteriöse Henry Faber, verleihen der Geschichte Tiefe und Komplexität. Ihre Interaktionen und Entwicklungen während des Flugs fügen eine zusätzliche Ebene der Spannung hinzu. Die Atmosphäre des Buches ist intensiv und beängstigend, da die Passagiere in einer lebensbedrohlichen Situation gefangen sind. Ken Follett schafft es meisterhaft, die Enge und die Ausweglosigkeit an Bord des Flugzeugs darzustellen, während die Passagiere mit ihren eigenen Dämonen und Beziehungsproblemen konfrontiert werden. Die Geschichte ist geprägt von unerwarteten Enthüllungen und Wendungen, die den Leser ständig in Atem halten. Die Art und Weise, wie die verschiedenen Handlungsstränge miteinander verknüpft sind, zeugt von Folletts meisterhaftem Geschichtenerzählen. Insgesamt ist "Nacht über den Wassern" ein fesselnder historischer Roman, der Spannung, Drama und Charakterentwicklung geschickt miteinander verwebt. Ken Follett entführt den Leser in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und lässt ihn die Ängste und Hoffnungen der Passagiere hautnah miterleben.
Spannende Premise, zähe Umsetzung – einer der schwächeren Follett-Romane meiner Lesegeschichte.
Großes Flugboot, kleine Spannung September 1939, wenige Tage nach Kriegsausbruch. Der legendäre Pan-American-Flying-Clipper, ein gigantisches Flugboot, startet von Southampton aus zu seinem letzten Flug über den Atlantik. An Bord: vierzig Passagiere, von denen jeder seinen Grund hat, die alte Welt zu verlassen. Ein jüdischer Wissenschaftler auf der Flucht vor den Nazis. Ein eleganter Juwelendieb mit dunkler Vergangenheit. Ein erzkonservativer Lord und seine rebellische Tochter. Ein Agent in geheimer Mission. Ein betrogener Fabrikant. Auf 30 Stunden Flugzeit kommt jeder dieser Menschen an den Punkt, an dem er die wichtigste Entscheidung seines Lebens treffen muss. Und während sich oberhalb der Wolken Beziehungen entwickeln, Geheimnisse aufgedeckt und Identitäten infrage gestellt werden, bahnt sich unter der scheinbar luxuriösen Atmosphäre eine Bedrohung an, die nur einer der Passagiere kennt. Sprachlich liefert Follett wie gewohnt solides Handwerk. Die Sätze fließen, die Übergänge zwischen den Perspektiven funktionieren, die deutschen Übersetzerinnen Gabriele Conrad und Lore Straßl haben einen gut lesbaren Text geliefert. Wer Follett kennt, weiß: Er schreibt nicht literarisch anspruchsvoll, sondern erzählerisch zugänglich – und das macht er hier auch. Was mir allerdings auffiel: Stilistisch passiert hier wenig Überraschendes. Während Follett in „Die Säulen der Erde“ oder „Die Nadel“ mit bildgewaltigen Szenen begeistert, bleibt „Nacht über den Wassern“ sprachlich blass. Es liest sich flüssig, aber kein einziger Satz ist mir hängengeblieben. Bei einem 608-Seiten-Roman ist das eine Schwäche. Die Grundidee ist genial. Ein luxuriöses Flugboot der späten 1930er Jahre, ein 30-stündiger Flug über den Atlantik, vierzig Passagiere mit Geheimnissen – das hätte ein Kammerspiel auf höchstem Niveau werden können. Follett recherchiert wie immer akribisch. Die technischen Details zum Pan-American-Clipper, die Aufteilung der Kabinen, die Mahlzeiten an Bord, der Schlafkomfort, die Zwischenstopps – all das ist faszinierend. Das Problem: Follett nutzt dieses einzigartige Setting kaum. Nach dem Start verliert das Flugzeug erstaunlich schnell an Bedeutung. Die meisten dramatischen Szenen finden in Rückblenden vor dem Flug oder bei den Zwischenstopps statt, nicht über dem Atlantik. Die klaustrophobische Spannung, die ein begrenzter Raum hätte erzeugen können, wird verschenkt. Das hat mich tief enttäuscht. Follett versucht, mit zahlreichen Hauptfiguren zu jonglieren. Das wirkt zunächst ambitioniert, läuft aber schnell schief. Die Figuren bleiben Stereotype: der rebellische Aristokrat, die idealistische Tochter, der charmante Gauner mit Herz, der trottelige Ehemann, die unzufriedene Ehefrau. Jeder hat eine Hintergrundgeschichte, die in Rückblenden ausgewalzt wird, aber emotional packen konnten sie mich nicht. Was mir besonders aufstößt: Die Frauenfiguren wirken nach heutigen Maßstäben sehr klischeehaft gezeichnet. Sie werden auffällig oft über ihr Aussehen, ihre Sexualität oder ihre Beziehungen zu Männern definiert. Das mag dem Erscheinungsjahr 1991 geschuldet sein, wirkt aber heute beim Lesen oft unangenehm. „Säulen der Erde“ hat Aliena als starke, vielschichtige Frauenfigur etabliert – hier sucht man Vergleichbares vergebens. Hier liegt das größte Problem. Follett verspricht einen Thriller, liefert aber über weite Strecken einen Gesellschaftsroman mit thrillerhaftem Anstrich. Die eigentliche Kriminalhandlung – jemand plant etwas Bedrohliches an Bord – ist nur ein dünner roter Faden, der die vielen privaten Schicksale zusammenhält. Die echten Stakes erscheinen erst spät und werden dann auch noch eher unbefriedigend aufgelöst. Auf 608 Seiten passiert für meinen Geschmack zu wenig. Viele Kapitel bestehen aus innerem Monolog, Eheproblemen und langen Rückblenden in die Vorgeschichten der Figuren. Wer einen klassischen Follett-Pageturner erwartet, wird hier enttäuscht. Ich habe das Buch zu Ende gelesen, weil ich Follett mag, nicht weil ich es nicht aus der Hand legen konnte. Was Follett wie immer kann: recherchieren. Die Details zum Pan-American-Flying-Clipper sind tatsächlich faszinierend. Wie elegant Luxusreisen vor dem Krieg waren, wie das Flugboot funktionierte, wie die Crew arbeitete – das alles macht Spaß zu lesen. Auch die politische Stimmung kurz nach Kriegsausbruch ist atmosphärisch eingefangen. Aber: Die historische Recherche kann nicht retten, was die Handlung nicht trägt. Follett verliert sich oft in technischen Details, die für die Story keinen Mehrwert bringen. Das mag historisch Interessierte freuen, bremst den Roman aber zusätzlich aus. Wer Ken Follett kennt, weiß: Er ist einer der besten Geschichtenerzähler der Welt. „Die Säulen der Erde“, „Die Nadel“, „Die Tore der Welt“ – diese Bücher zeigen, was Follett kann, wenn er auf Hochtouren läuft. „Nacht über den Wassern“ reicht da nicht ansatzweise heran. Mein konkreter Tipp: Wer Follett entdecken möchte, sollte zu „Die Säulen der Erde“ greifen – Mittelalter, Kathedralenbau, packendes Familiendrama. Wer schnellere Thriller mag, ist mit „Die Nadel“ besser bedient – Spionage im Zweiten Weltkrieg, mit echtem Spannungsbogen. „Nacht über den Wassern“ sollte erst kommen, wenn man Follett wirklich komplett lesen will. Mein Fazit: „Nacht über den Wassern“ ist für mich einer der schwächeren Romane von Ken Follett. Die Premise ist großartig, das Setting einzigartig, aber Follett verschenkt beides. Statt eines packenden Kammerspiels in 30.000 Fuß Höhe bekommt man einen weitschweifigen Gesellschaftsroman mit klischeehaften Figuren und unausgenutzter Spannung. Wer Follett mag, kann das Buch lesen, wird aber vermutlich enttäuscht sein. Wer Follett gerade entdeckt, sollte mit einem seiner Klassiker beginnen und „Nacht über den Wassern“ weit hinten anstellen. Empfehlenswert für eingefleischte Follett-Fans, die seine Bibliografie komplettieren wollen. Für Leser:innen mit Interesse an der Luftfahrtgeschichte der 1930er Jahre und für alle, die ruhige historische Gesellschaftsromane mit ensemblehaftem Aufbau mögen. Eher nichts für Leser:innen, die einen klassischen Follett-Thriller im Stil von „Die Nadel“ oder „Das zweite Gedächtnis“ erwarten, vielschichtige Figuren brauchen oder bei antiquierten Geschlechterdarstellungen empfindlich reagieren.
Gutes Buch, obwohl ich den Thriller noch suche 😅
Ken Follett gehört wohl zu den wenigen Autoren in meinem Bücherregal, die ein eigenes Regalbrett besitzen. Ich liebe es, wie Ken Follett den Leser eine Beziheung zu den Charakteren aufbauen lässt. Dies ihm auch in "Nacht über den Wassern" wieder gut gelungen. Die Geschichte baut sich richtig schön auf, obwohl mir der mir bekannte Thriller bzw. "Nervenkitzelcharakter" irgendwie gefehlt hat. Stattdessen hatte ich eher das Gefühl diverse Menschen bei einem "normalen" Flug zu begleiten. Das Ende war nochmal spannend, für den ein oder anderen könnten sich aber die vorherigen 400 Seiten etwas ziehen. In Summe aber ein empfehlenswertes Buch :)
Insgesamt ist es wirklich okay. Es hat verschiedene Storylines deren Schicksal sich alle durch diesen Flug verändern. Doch leider ist nur die eine davon richtig spannend. Die anderen sind eher gesellschaftlicher und romantischer Art. Diese sind auch interessant, aber bei weitem nicht so sehr. Dies sorgt auch dafür, dass sich insbesondere der Anfang sehr zieht, bis der Klipper überhaupt abhebt. Aber man muss die Rechercheleistung zugutehalten, was man daran merkt, wie gut das Flugzeug und diverse Einzelheiten beschrieben sind.
Die Übersetzung dieser Version des Romans (RM Buch und Medien Vertrieb GmbH) stammt aus dem Jahr 1992. Trotz allem wirkt sie so, als ob sie noch älter wäre ... Manches kam dadurch relativ holprig und ungeschickt formuliert rüber, was ich so von Ken Follett-Büchern eigentlich nicht kenne. Darüber hinaus fand ich die Handlung immer wieder relativ vorhersagbar, am dürftigsten fand ich wohl die mehr oder weniger rasch auftretende Liebe zwischen zwei der Figuren, die eigentlich aufgrund der rasanten Handlung gar keine Zeit hatten, sich kennenzulernen. Fazit: Eher eines der schwächeren Bücher von Follett, auch wenn er es auch in dieser Geschichte glänzend versteht, unterschiedliche Figuren mit spannendem Profil zu erschaffen. Auch am Finale gibt es meiner Meinung nach nicht viel zu bemängeln, weshalb es gut gemeinte drei Sterne von mir gibt :).











