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Mario und der Zauberer

3.1(368)
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About the book

Gereiztheit, eigentümlich Bösartiges bestimmte von vornherein die Atmosphäre bei diesem Ferienaufent-halt in Norditalien, Mitte der zwanziger Jahre; »diese Leute ... machten soeben etwas durch, so einen Zustand, etwas wie eine Krankheit ..., nicht sehr angenehm, aber wohl notwendig«; das ungute Gefühl wird sich steigern und, nicht nur für die Gäste, durch die alles übersteigernde Gestalt und Wirkung des Zauberers Cipolla, »dieses allzu Sicheren«, zum tragischen, letztendlich jedoch befreienden Ende führen. Mit dem Bemerken, »wer zu gehorchen wisse, der wisse auch zu befehlen, und ebenso umgekehrt; der eine Gedanke sei in dem anderen einbegriffen, wie Volk und Führer ineinander einbegriffen seien, aber die Leistung, die äußerst strenge und aufreibende Leistung, sei jedenfalls seine, des Führers und Veranstalters, in welchem der Wille Gehorsam, der Gehorsam Wille werde«, verlockt und verblendet dieser »Typus des Scharlatans, des marktschreierischen Possenreißers« sein Publikum und hypnotisiert es zu einer »trunkenen Auflösung der kritischen Widerstände«. In Mario, dem jungen Kellner, glaubt er, sich steigernd, schließlich ein Opfer gefunden zu haben, das er aufs tiefste demütigen, ja vergewaltigen kann, ohne mit der Würde des Menschen rechnen zu müssen. Wie stark die »politisch-moralische Anspielung, in Worten nirgends ausgesprochen«, aus dieser Erzählung bereits bei ihrem ersten Erscheinen 1930 wirkte, spiegelt sich in Julius Babs Rezension: »Wenn Mussolini etwas von Kunst verstände, müßte er diese Novelle in Italien verbieten lassen.«

Editions (30)

ISBN9783596293209
PublisherFISCHER Taschenbuch
Publication Date04/01/89
Pages112

Reviews & Ratings

368 ratings

45 reviews

3.1

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  • cicada
    cicada

    103 Followers

    3.0

    Auf der Rückseite steht, dass es ein fabelhaftes Buch ist. Naja, "fabelhaft" bezeichnet bei mir etwas anderes. Das hier eher nicht. Ich weiß auch, dass Thomas Mann einer der bedeutenden Schriftsteller Europas ist, aber das hat bei mir leider nicht funktioniert. Damals in der Schule hatte ich das lesen müssen, wusste aber heute nicht mehr, um was es ging. Beim Lesen fühlt man sich, als wäre man mit einer typisch deutschen Familie unterwegs. Überall und an allem gibt es was zu meckern. Sei es, dass der Magier zu spät zu seiner Show erscheint oder man in ein anderes Hotel gesteckt wird, weil die Dame einen Dauerhusten hat und damit andere Gäste nervt. Ich fühle mich beim lesen ein wenig gestresst und überlege schon, in diesem Jahr allein in Urlaub zu fahren. 😄 Thomas Mann versteht es, seine Figuren so unattraktiv darzustellen, dass einem die Lust auf eine Italien-Reise vergeht. Auch wenn der Roman Bezüge zum Faschismus aufweist, hat mich das Buch doch eher ratlos zurückgelassen.

    Mar 26, 2026

  • doerthe1
    doerthe1

    30 Followers

    3.5

    Eine Kurzgeschichte als Einstieg, bevor es im Klassikleseclub an den Zauberberg von T. Mann geht

    Ich hatte eine kleine, innere Abneigung gegen die Kurzgeschichte von Thomas Mann, der mir in Recherchen ein eher konservativer Mann vorgestellt wurde. Die Buddenbrocks fand ich langatmig und schwierig zu lesen und bin nie über den Anfang hinweg gekommen. Anfangs ging es mir bei Mario genauso. Die verschachtelten Sätze und das "Vorgeplänkel" war zwar nicht schwer zu verstehen, aber umständlich zu lesen. Aus diesem Grund habe ich nach dem ersten Teil von 24 Seiten eine Lesepause eingelegt und mir heute die restlichen Seiten vorgenommen. Tatsächlich verlief das Lesen flüssiger, ich habe Manns Ironie verstanden und war dann doch gefangen in der Geschichte, die letztendlich auch mit einem Showdown endete. Die politischen Parallelen zu Muselinis Zeiten konnte ich gut entdecken. Thomas Mann hat in seiner Geschichte den unsympathischen Mario als Willensbeuger und Befehlsgeber gut gezeichnet und die Zuschauer als mitschwimmende und feiernde Bevölkerung gut dargestellt. Alles in allem ein wirklich guter Einstieg in die Geschichten von Thomas Mann, die ich gut empfehlen kann

    May 17, 2026

  • sarah.s.department
    sarah.s.department

    24 Followers

    4.5

    Widerwillig verliebt in Thomas Mann

    Lange Zeit (zu lange Zeit) habe ich es vor mir hergeschoben irgendwas von Thomas Mann zu lesen. "Das ist mal ein Projekt für später" habe ich mir immer wieder eingeredet. Tja, jetzt ist wohl später. Zu schwer. Zu sperrig. Zu umständlich. Zu konservativ. Ich hatte schon viele Vorurteile gehört. Ich muss sagen: Nichts davon hat für mich zugetroffen. Nach diesen beiden Kurzgeschichten bin ich verliebt in die Sprache von Thomas Mann und seine Gabe zu beobachten. Nach guten 5 Seiten machte es auch bei mir (endlich?) Klick: Deswegen also der Nobelpreis. Jetzt bin ich glücklich über das Thomas Mann-Universum das noch vor mir liegt und das es zu entdecken gilt. Unbedingt mehr davon!! 🪞💙🎭 In "Tonio Kröger" geht es um die Lebensstationen eines Mannes, der sein Leben der Kunst und dem Schreiben widmet und somit das Gefühl hat sein "echtes Leben" nicht wirklich leben zu können. Aber wie tröstlich ist der Gedanke, dass die Figuren die er erschafft, all diese Leben und noch viel mehr für ihn leben können? Auch ich habe Versionen von Hans Hansen und Ingeborg in meinem Leben und habe so so sehr mitgefühlt. "(...) und wenn ich Applaus vernahm, blickte ich heimlich um mich, ob ihr daran teilhättet..." 🇮🇹🪄😵‍💫 "Mario und der Zauberer" ist ganz anders aber nicht weniger tief. Ich war sofort in diesem Familienurlaubs-Mittelmeer-Gefühl drin. Wieder beschreibt Thomas Mann Kleinigkeiten so großartig, dass ich schon nach wenigen Seiten tief drin war. Er schafft es die Hitze, die Anspannung, das Unausgesprochene brilliant darzustellen. Auch die Thematik ist extrem stark. Ohne es groß auszusprechen, zeigt Mann, wie leicht sich Menschen beeinflussen lassen und wie schnell sich eine Dynamik entwickelt, die man nicht mehr kontrollieren kann.

    Widerwillig verliebt in Thomas Mann

    May 5, 2026

3 of 45 reviews

Author

About Thomas Mann

Thomas Mann, 1875–1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat weltweit eine kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb.

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