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Romane

Mario und der Zauberer

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Über das Buch

Thomas Manns große Parabel auf den frühen Faschismus

Italien, ein Badeort in den 1920er-Jahren, das Wetter: schwül. Und was haben bloß alle gegen die urlaubende Familie aus Deutschland? Das Grand Hotel quartiert sie aus, allenthalben reagieren die Menschen gereizt und kleinkariert. Da verspricht die Vorstellung eines Zauberers namens Cipolla eine Attraktion zu bieten. Dessen Zauberkräfte sind in der Tat enorm, geradezu beängstigend, und sie bescheren den Besuchern am Ende »ein tragisches Reiseerlebnis«. So lautet auch der Untertitel dieser meisterlichen Novelle rund um die so aktuellen Themen Verführung und Willensfreiheit.

Mann behauptete anfangs, dass er nicht politisch agieren wollte, sondern unbewusst ein Stück faschistischer Zeitatmosphäre eingefangen habe. In späteren Briefen schließt Thomas Mann politische Anspielungen allerdings nicht aus. In einem Brief aus dem Jahre 1941: „Ich kann nur sagen, dass es viel zu weit geht, in dem Zauberer Cipolla einfach die Maskierung Mussolinis zu sehen, aber es versteht sich andererseits, dass die Novelle entschieden einen moralisch-politischen Sinn hat.« »Der ›Zauberkünstler‹ war da und benahm sich genau, wie ich es geschildert habe. Erfunden ist nur der letale Ausgang.« Thomas Mann

Editionen (30)

ISBN9783641336806
VerlagAnaconda Verlag
Erscheinungsdatum14.01.26
Seitenzahl80

Rezensionen & Bewertungen

368 Bewertungen

45 Rezensionen

3,1

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  • cicada
    cicada

    103 Follower

    3,0

    Auf der Rückseite steht, dass es ein fabelhaftes Buch ist. Naja, "fabelhaft" bezeichnet bei mir etwas anderes. Das hier eher nicht. Ich weiß auch, dass Thomas Mann einer der bedeutenden Schriftsteller Europas ist, aber das hat bei mir leider nicht funktioniert. Damals in der Schule hatte ich das lesen müssen, wusste aber heute nicht mehr, um was es ging. Beim Lesen fühlt man sich, als wäre man mit einer typisch deutschen Familie unterwegs. Überall und an allem gibt es was zu meckern. Sei es, dass der Magier zu spät zu seiner Show erscheint oder man in ein anderes Hotel gesteckt wird, weil die Dame einen Dauerhusten hat und damit andere Gäste nervt. Ich fühle mich beim lesen ein wenig gestresst und überlege schon, in diesem Jahr allein in Urlaub zu fahren. 😄 Thomas Mann versteht es, seine Figuren so unattraktiv darzustellen, dass einem die Lust auf eine Italien-Reise vergeht. Auch wenn der Roman Bezüge zum Faschismus aufweist, hat mich das Buch doch eher ratlos zurückgelassen.

    26. März 2026

  • doerthe1
    doerthe1

    30 Follower

    3,5

    Eine Kurzgeschichte als Einstieg, bevor es im Klassikleseclub an den Zauberberg von T. Mann geht

    Ich hatte eine kleine, innere Abneigung gegen die Kurzgeschichte von Thomas Mann, der mir in Recherchen ein eher konservativer Mann vorgestellt wurde. Die Buddenbrocks fand ich langatmig und schwierig zu lesen und bin nie über den Anfang hinweg gekommen. Anfangs ging es mir bei Mario genauso. Die verschachtelten Sätze und das "Vorgeplänkel" war zwar nicht schwer zu verstehen, aber umständlich zu lesen. Aus diesem Grund habe ich nach dem ersten Teil von 24 Seiten eine Lesepause eingelegt und mir heute die restlichen Seiten vorgenommen. Tatsächlich verlief das Lesen flüssiger, ich habe Manns Ironie verstanden und war dann doch gefangen in der Geschichte, die letztendlich auch mit einem Showdown endete. Die politischen Parallelen zu Muselinis Zeiten konnte ich gut entdecken. Thomas Mann hat in seiner Geschichte den unsympathischen Mario als Willensbeuger und Befehlsgeber gut gezeichnet und die Zuschauer als mitschwimmende und feiernde Bevölkerung gut dargestellt. Alles in allem ein wirklich guter Einstieg in die Geschichten von Thomas Mann, die ich gut empfehlen kann

    17. Mai 2026

  • 4,5

    Widerwillig verliebt in Thomas Mann

    Lange Zeit (zu lange Zeit) habe ich es vor mir hergeschoben irgendwas von Thomas Mann zu lesen. "Das ist mal ein Projekt für später" habe ich mir immer wieder eingeredet. Tja, jetzt ist wohl später. Zu schwer. Zu sperrig. Zu umständlich. Zu konservativ. Ich hatte schon viele Vorurteile gehört. Ich muss sagen: Nichts davon hat für mich zugetroffen. Nach diesen beiden Kurzgeschichten bin ich verliebt in die Sprache von Thomas Mann und seine Gabe zu beobachten. Nach guten 5 Seiten machte es auch bei mir (endlich?) Klick: Deswegen also der Nobelpreis. Jetzt bin ich glücklich über das Thomas Mann-Universum das noch vor mir liegt und das es zu entdecken gilt. Unbedingt mehr davon!! 🪞💙🎭 In "Tonio Kröger" geht es um die Lebensstationen eines Mannes, der sein Leben der Kunst und dem Schreiben widmet und somit das Gefühl hat sein "echtes Leben" nicht wirklich leben zu können. Aber wie tröstlich ist der Gedanke, dass die Figuren die er erschafft, all diese Leben und noch viel mehr für ihn leben können? Auch ich habe Versionen von Hans Hansen und Ingeborg in meinem Leben und habe so so sehr mitgefühlt. "(...) und wenn ich Applaus vernahm, blickte ich heimlich um mich, ob ihr daran teilhättet..." 🇮🇹🪄😵‍💫 "Mario und der Zauberer" ist ganz anders aber nicht weniger tief. Ich war sofort in diesem Familienurlaubs-Mittelmeer-Gefühl drin. Wieder beschreibt Thomas Mann Kleinigkeiten so großartig, dass ich schon nach wenigen Seiten tief drin war. Er schafft es die Hitze, die Anspannung, das Unausgesprochene brilliant darzustellen. Auch die Thematik ist extrem stark. Ohne es groß auszusprechen, zeigt Mann, wie leicht sich Menschen beeinflussen lassen und wie schnell sich eine Dynamik entwickelt, die man nicht mehr kontrollieren kann.

    Widerwillig verliebt in Thomas Mann

    5. Mai 2026

3 von 45 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Thomas Mann

Thomas Mann wurde 1875 in Lübeck geboren und wohnte seit 1894 in München. 1933 verließ er Deutschland und lebte zuerst in der Schweiz am Zürichsee, dann in den Vereinigten Staaten, wo er 1938 eine Professur an der Universität in Princeton annahm. Später hatte er seinen Wohnsitz in Kalifornien, danach wieder in der Schweiz. Er starb 1955 in Zürich. 1929 erhielt er den Literaturnobelpreis.

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