Der Spieler
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Description
Dostojewskijs spannendster und kürzester Roman in der gefeierten Neuübersetzung von Swetlana Geier.
Book Information
Author Description
Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881) war ursprünglich Leutnant in St. Petersburg. Er quittierte seinen Dienst 1844, um freier Schriftsteller zu werden. Seine Romane ›Verbrechen und Strafe‹, ›Der Spieler‹, ›Der Idiot‹, ›Böse Geister‹, ›Ein grüner Junge‹, ›Die Brüder Karamasow‹ sowie ›Aufzeichnungen aus dem Kellerloch‹ liegen im S. FISCHER Verlag in der herausragenden Übersetzung von Swetlana Geier vor.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Der Anfang war sperrig, aber der Höhepunkt der Geschichte hat mich entschädigt. Für Klassiker-Anfänger sehr geeignet.
Ein Buch aus unserer Klassiker-Runde des letzten Monats. Am Anfang war ich noch nicht so überzeugt, aber Dostojewski hat mich in „Weiße Nächte“ so sehr begeistert, da musste ich ihm den Vertrauensvorschuss gewähren. Und es hat sich gelohnt. Es ist sehr merkwürdig zu beobachten, wozu sich die verschiedenen Charaktere verleiten lassen, alles in Relation zu ihrer Sucht. Ich habe mich anfangs noch nicht so gut in die Charaktere finden können. Aber mit dem Auftritt der alten Dame hat sich alles geändert. Die Gedanken der Protagonisten bei Gewinn und Verlust, dem Sog der Sucht ist klasse beschrieben.

Spannende und gut leserliches Buch über Macht, Spielsucht und Liebe.
Es ist ein seltsames Gefühl, mit den Protagonisten mitzufühlen, wenn sie gerade beim Roulette ein Vermögen gewonnen haben, nur um es danach wieder komplett zu verspielen. Spannend wie Macht und Liebe an den Erfolg beim Glücksspiel gekoppelt werden und so einige obszöne Situationen auslöst. Dostojewski hat mich von seinem Schreibstil überzeugt :)
Dostojewski, selber spielsüchtig, beschreibt eine Gesellschaft, in der Geld und Status das Leben bestimmen. Abhängigkeit und der Wunsch seinen Status zu verbessern führen zu Sucht und Selbstzerstörung. Nach einem langsamen Beginn rast die Erzählung genau so schnell auf den menschlichen Abgrund zu wie die Kugel beim Roulettespiel. - Ein psychologisches Meisterwerk eines Spielers.
Zwischen Rausch und Selbstverlust
Das Buch hat mich nicht einfach nur unterhalten, sondern regelrecht mitgerissen. Besonders die Spielszenen, etwa mit der Großmutter, waren so lebendig beschrieben, dass ich den Sog, das Kribbeln selbst spüren konnte – und das, obwohl ich gar kein Spieler bin. Gleichzeitig war ich oft irritiert und fasziniert von den Beziehungen, etwa zwischen Alexej und Polina oder Blanche, die wie Fieberträume wirken: voller Pathos, fremd und doch bedeutungsvoll. Am Ende bleibt für mich das Gefühl, etwas Tieferes erfahren zu haben – etwas Menschliches, Zerrissenes, das sich nicht in einfachen Deutungen fassen lässt.
"Und kostet es mein Leben, ich will wieder gewinnen. Setz!"
🎰🎲💸 Ich bin mit recht hohen Erwartungen an "Der Spieler" herangegangen, vor allem was das Thema Glücksspiel und Spielsucht angeht. Umso überraschter war ich, wie lange es dauert, bis das Spielen tatsächlich zum Thema wird. Ein großer Teil der Handlung kreist zunächst um Beziehungen, Abhängigkeiten, Kränkungen und Gesellschaft, was per se nicht schlecht ist, aber für mich nicht ganz das eingelöst hat, was ich mir vom Titel und Klappentext erhofft hatte. Gleichzeitig mag ich Dostojewskis Art zu erzählen sehr. Für mich trägt seine Erzählweise das Buch. Ich hatte vor allem am Ende das Gefühl, dass aus der Geschichte auch ein längerer, tiefer ausformulierter Roman hätte werden können. Manche Entwicklungen wirken eher angerissen als ausgespielt. Unterm Strich: "Der Spieler" wird nicht mein liebster Dostojewski aber stilistisch stark genug, dass ich das Lesen nicht bereut habe. Okay bis gut, mit Luft nach oben.

Mein erstes Buch von Dostojewksi. Ich bin sehr begeistert von Dostojewksi‘s Schreibstil. Der Roman thematisiert natürlich die Spielsucht, stellt m.M.n. jedoch die Beziehung zwischen Geld und Mensch in den Vordergrund und die damit einhergehenden Konflikte, Ängste, Taten etc. Besonders spannend ist der Roman wenn man sich den Hintergrund des Autors mal anschaut. Das dieser Roman in einer verzweifelten Lebenslage des Autors in weniger als einem Monat geschrieben wurde und starke autobiografische Züge innehat, sorgt beim Leser dafür, dass man doch ein besonderes Auge auf bestimmte Taten und beschriebene Gefühlslagen hat, die vermutlich dazu dienen, die Gefühlslagen des Autos zu beschreiben. Zugegeben die Handlung des Romans ist nicht die allerbeste. Zudem kann ich leider kein französisch und musste mir die vielen französischen Sätze in dem Buch mit einem Übersetzer erschließen. Deshalb gibt es einen halben Stern Abzug. 😁

Fjodor Dostojewski erzählt in Der Spieler die Geschichte von Alexej Iwanowitsch, einem jungen Hauslehrer, der sich im Kreis einer russischen Adelsfamilie in einem europäischen Kurort R aufhält. Während der alternde General auf das Erbe seiner reichen Tante wartet, verliert Alexej sich zunehmend in zwei leidenschaftlichen Abhängigkeiten: seiner komplizierten Beziehung zu Polina und der wachsenden Faszination für das Roulette-Spiel. Der Roman entfaltet sich in einem kurzen Zeitraum. Innerhalb weniger Tage eskalieren Beziehungen, Hoffnungen zerschlagen sich und Masken fallen. Fast alle Figuren kreisen auf die eine oder andere Weise um das Thema Geld, sei es aus Gier, Angst oder sozialem Druck. Doch im Mittelpunkt steht immer wieder die Frage: Wie viel Freiheit bleibt dem Einzelnen, wenn ihn innere oder äußere Abhängigkeiten lenken? Dostojewski gelingt es wie so oft, diese Themen nicht theoretisch, sondern greifbar zu machen. Wenn Alexej im Spielrausch ist, spürt man als Leser seine Rastlosigkeit, seine Gier, seinen Selbstverlust. Obwohl ich kein Spieler bin, hatte ich das Gefühl, mitten im Casino zu stehen, umgeben von all den Menschen, Geräuschen, Gedanken und einem schnelleren Puls. Ich finde, der Spieler ist mehr als eine Geschichte über Spielsucht. Er ist ein Blick auf ein Individuum, das gleichzeitig liebt, hofft, kämpft und verliert. Ein kurzer, aber dichter Roman über den inneren Konflikt zwischen Vernunft und Verlangen, zwischen Freiheit und Abhängigkeit.

Heute möchte ich euch Der Spieler (Игрокъ) von Fjodor Dostojewski vorstellen, einen Roman aus dem Jahr 1867, der sich intensiv mit Spielsucht auseinandersetzt und deutliche autobiografische Züge trägt. Die Geschichte folgt dem jungen Hauslehrer Alexej Iwanowitsch, der in der fiktiven Kurstadt Roulettenburg dem Bann des Glücksspiels verfällt. Er arbeitet für einen russischen General, der hoch verschuldet ist und sehnsüchtig auf das Erbe seiner schwerkranken Tante wartet. Doch als die vermeintlich sterbende Babuschka überraschend eintrifft und selbst mit Begeisterung im Casino spielt, zerplatzen die Hoffnungen des Generals. Gleichzeitig ist Alexej unsterblich in die launische Polina verliebt, die ihn abweisend behandelt und in ein gefährliches Spiel aus Emotionen und Abhängigkeit verstrickt. Getrieben von seiner Leidenschaft für sie und das Glücksspiel, setzt er immer höhere Summen ein – und verliert zunehmend die Kontrolle. Schließlich verfällt er völlig der Sucht, verliert alles und bleibt einsam zurück, gefangen in der Hoffnung auf einen letzten großen Gewinn. Dostojewskis Schreibstil ist lebendig und eindringlich, wodurch die innere Zerrissenheit der Figuren spürbar wird. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, sodass man direkt in die Gedankenwelt des Protagonisten eintaucht. Seine Spielsucht und seine emotionale Abhängigkeit von Polina werden ungefiltert dargestellt, was die Lektüre besonders intensiv macht. Die psychologische Tiefe der Figuren ist beeindruckend, und der Roman erlaubt eine tiefgehende Analyse menschlicher Schwächen, Abhängigkeiten und der zerstörerischen Natur von Suchtverhalten. Besonders gelungen fand ich die rasante Entwicklung der Handlung, vor allem in den Spielszenen. Die fiebrige Atmosphäre des Casinos wird so eindringlich beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, mitten im Geschehen zu sein. Allerdings fiel es mir schwer, mit Alexej mitzufühlen – sein impulsives und selbstzerstörerisches Verhalten machte ihn für mich nicht besonders sympathisch. Dennoch bleibt Der Spieler ein intensives und fesselndes Werk mit einer brillanten Charakterstudie. Ein interessanter Fakt zum Roman: Zur Entstehungszeit war Glücksspiel – insbesondere Roulette – in europäischen Kurorten wie Baden-Baden oder Wiesbaden besonders populär. Dostojewski war selbst dem Glücksspiel verfallen, was sich stark in seinem Werk widerspiegelt. Insgesamt ein beeindruckender Roman, der sich mit den Abgründen menschlicher Leidenschaften auseinandersetzt. 4 von 5 Sternen. ✨️

Mein erstes, aber nicht letztes Buch von ihm!
Die Geschichte zeigt, wie Geld und Sucht das Leben und Beziehungen zerstören können. Die Geschichte wirkt sehr sehr ehrlich. Ein Buch über menschliche Schwächen. Die Sprache des Buches ist teilweise intensiv, aber die Geschichte wirkt realistisch und ehrlich. Man merkt, dass der Autor eigene Erfahrungen mit dem Glücksspiel verarbeitet hat. Das macht es noch glaubwürdiger! Es war mein erstes Buch von Dostojewskij, aber definitiv nicht mein letztes 💚
Wunderbares, unterschätztes Meisterwerk
Ich war wirklich überrascht und beeindruckt von diesem Buch. Lange habe ich es vor mir hergeschoben, diesen Klassiker zu lesen. In typisch Dostojewski-Manier erzählt er eine scheinbar kleine, aber dennoch tiefgründige Geschichte. Doch wie immer sind die Verhaltensmuster der Charaktere und die Erzählweise atemberaubend. Er schafft es erneut, auf wenigen Seiten fatale, bewegende und fiebertraumähnliche Situationen zu beschreiben. Besonders faszinierend ist, wie tief er in die Gedankenwelt seiner Figuren eintaucht – so intensiv, dass man selbst erstaunt ist, wie eine einzige Person sich in so unterschiedliche Charaktere hineinversetzen kann. Vor allem die inneren Monologe und unausgesprochenen Gedanken der Figuren verstärken die düstere, beinahe wahnsinnige Atmosphäre. Alles in allem ein kleines, aber fantastisches Meisterwerk.
Durchaus ein sehr gutes Werk von Dostojewski, kann ich jeden Liebhaber der Russischen Literatur empfehlen.
Kann man lesen, muss man aber nicht 🤷🏼♀️
Spielsucht, Liebe und ein chaotisches Spiel mit der Psyche
Das zugeben des Scheiterns
Ich denke, der Spieler hat wohl eine der ernüchterndsten Botschaften, die ich in einem Buch je lesen durfte und die ist ganz einfach. Es ist möglich zu scheitern. Egal wie sehr man es auch versucht. Der Protagonist ist höchst gradig spielsüchtig und gerät zusätzlich noch in eine höchst ungesunde Liebesbeziehung. Alles, was der Mensch braucht, um zu Grunde zu gehen. Am Ende scheitert der Kampf gegen die Spielsucht und um den Erhalt der Beziehung. Man könnte sagen, ihn hat die Kugel im russisch Roulette getroffen.
Ein Buch über die Liebe und Spielsucht. Das Buch war sehr interessant zu lesen.
Vielleicht wird die Seele, die so viele Empfindungen durchmacht, von diesen nicht gesättigt, sondern nur gereizt und verlangt nach neuen, immer stärkeren und stärkeren Empfindungen bis zur vollstänsingen Erschöpfung.
Der Spieler von Fjodor Dostojewski ist ein Roman über Spielsucht, geschrieben von einem Autor, der selbst spielsüchtig war. Im Laufe des Buches begleiten wir die Spielsucht verschiedener Charaktere. Dabei wird deutlich, dass niemand – unabhängig von Alter oder sozialem Stand – vor dieser Sucht sicher ist. Die Spielsucht zerstört Familien, Beziehungen und letztlich auch die Spieler selbst. Keiner der Spieler, nicht einmal die Gewinner, geht am Ende des Romans reicher aus dem Spiel hervor als zuvor – im Gegenteil: Sie sind ärmer, innerlich wie äußerlich. Nach und nach zeigt sich, dass es beim Spielen nicht um das Gewinnen geht, nicht einmal um das Geld an sich. Entscheidend ist vielmehr der Reiz und die innere Erregung, die das Glücksspiel beim Spielenden auslöst. Neben der Spielsucht thematisiert der Roman auch unglückliche Liebe, die durch Machtspiele, Manipulation und Demütigung geprägt ist. Macht geht dabei meist mit Geld einher. Gleichzeitig führt das Geld – oder vielmehr das Verlangen danach – zu moralischem Verfall. So wünscht sich die Familie des Generals den Tod der Tante, um an das Erbe zu gelangen. Miss Blanche ist bereit, jeden Mann zu heiraten, solange er ihr ein luxuriöses Leben finanzieren kann. Besonders eindrucksvoll zeigt der Roman aus der Perspektive des Spielers, wie dieser nach und nach die Kontrolle verliert. Anfangs warnt er andere noch vor dem Glücksspiel und vor riskantem Verhalten. Im Verlauf der Handlung beginnt er jedoch, gegen besseres Wissen alles auf eine Karte zu setzen. Gleichzeitig übt Dostojewski Kritik an den verschiedenen im Roman auftretenden Nationalitäten – den Russen, Deutschen, Franzosen und Engländern. Den einen wirft er moralische Schwäche, den anderen Arroganz und Überheblichkeit vor, wodurch sie sich berechtigt fühlen, über andere zu urteilen, und wieder anderen Scheinheiligkeit und Maskerade. Insgesamt ist Der Spieler ein spannender, eindringlicher und psychologisch tiefgehender Roman, den ich wärmstens empfehlen kann.
Nicht so einfach…
Ein Stück russische Literaturgeschichte. Noch ein weiterer Dostojewski für diesen Monat und auch dieses Werk war eher tragisch-düster… Mal sehen ob ich mich an diese raue Erzählweise gewöhnen werde. Ich bleibe aber dran, denn es hat doch etwas für sich…
Zeigt in interessanter Schreibart die Gedankenwelt eines Spielsüchtigen. Nachhaltig beeindruckt hat es mich persönlich nicht.
Sucht - das Schlimmste
Mein Lieblingsautor dostojewskij hat mich wieder in seine Gedankenwelt geworfen und gezeigt, wie schnell man von einem Lehrer sich selber ruinieren kann und die Sucht des Spiels auf einem lasten kann. Schönes Buch zum Einstieg von Dostojewskij!
Ich verstehe ehrlich gesagt die vielen negativen Meinungen nicht. Es handelt sich vllt nicht um den krassesten plottwist o.ö aber mir gefiel die Geschichte gut und die Komplexität der Charaktere. Kann ich gut als Einstieg für Klassiker empfehlen:)
Das Buch eskaliert wie im Rausch, Es spiegelt die sich zuspitzende Sucht des Spielers perfekt dar. Das ist packend und handwerklich große Klasse. Einer der Romane, bei dem ich sehr bedauerte, nur eine Übersetzung lesen zu können.
Na es liegt eh bestimmt an mir, aber ich war einfach nur gelangweilt.
Ich habe absolut nichts für die Figuren empfunden, die Geschichte hatte keine wirklichen Höhepunkte, Handlungen haben sich willkürlich angefühlt und sehr viel französisch, für jemanden, der kein Französisch spricht. Das absolute (und für mich einzige) Highlight ist die Großtante, die bringt wenigstens ein bisschen Schwung rein. Davor und danach: nicht meins 🤷🏻♀️

Schöner Schreibstil, die Art und Weise, wie er seine Gedanken, in der Geschichte in Worte packst ist toll, nur leider hat mich die Geschichte an sich nicht so abgeholt und hab es nach Kapitel 8 abgebrochen.
Zwischen Roulettekessel und Selbstverlust
Mit Der Spieler legt Fjodor M. Dostojewski einen schmalen, aber inhaltlich dichten Roman vor, der sich kompromisslos mit Spielsucht, Macht, Abhängigkeit und zerstörerischer Liebe auseinandersetzt. Der Text trägt spürbar autobiografische Züge und genau diese Nähe zur eigenen Erfahrung verleiht der Geschichte ihre schonungslose Intensität. Im Zentrum steht ein junger Mann, innerlich zerrissen zwischen seiner obsessiven Liebe zu Polina und der berauschenden Verheißung des Roulettetisches. Das Glücksspiel ist hier weit mehr als bloße Kulisse: Dostojewski beschreibt den Ablauf, die Atmosphäre und vor allem die Sogwirkung des Spiels mit beklemmender Präzision. Man spürt förmlich das fiebrige Hoffen, das nervöse Kalkulieren und den jähen Absturz, bis klar wird, dass der Protagonist längst nicht mehr spielt, sondern selbst gespielt wird. Sprachlich ist der Roman anspruchsvoll und kritisch, stellenweise bewusst provokativ. Die häufig eingestreuten französischen Passagen, leider ohne Übersetzung, können irritieren und ein Gefühl von Distanz erzeugen, beeinträchtigen das grundsätzliche Verständnis jedoch nicht. Auch die Figuren werden zu Beginn recht überfallartig eingeführt, was kurzfristig Orientierung verlangt. Doch Dostojewski gleicht dies aus, indem er Beziehungen und Abhängigkeiten immer wieder aufgreift und vertieft. Mit jeder Seite fügt sich das Beziehungsgeflecht klarer zusammen. Besonders gelungen ist der Tonfall, mit dem Dostojewski Tragik und grotesken Humor verbindet. Die moralische und seelische Dekadenz der Figuren ist erschütternd und zugleich stellenweise bitterkomisch überzeichnet. Ein echtes Highlight ist das Auftreten der Tante: ihr Verhalten, ihr Glück (oder vielmehr Unglück) am Roulette und ihre respektlose Direktheit bringen eine fast absurde Leichtigkeit in die ansonsten düstere Erzählung. Fazit: Der Spieler ist ein psychologisch präzises, sprachlich starkes Werk über Liebe, Geld und Sucht, über Menschen, die glauben zu handeln, und doch längst getrieben sind. Anspruchsvoll, stellenweise sperrig, aber insgesamt sehr eindrucksvoll.
Wenig Storyline
Den Schreibstil fand ich eigentlich relativ einfach und mir haben die lustigen Elemente sehr gut gefallen. Auch das, wie die Spielsucht rübergebracht wurde, war sehr realistisch und Spannend. Allerdings hätte ich mir mehr Plot gewünscht, da das ganze Buch eigentlich kaum Story hatte und eher wie eine Aufzählung von Geschehnisse war. Die ganze Geschichte mit Paulina, Mister Astley und Alexei hätte man deutlich ausbauen können. Das Ende fand ich dafür wieder sehr gut. Das Buch wird auf jeden Fall nicht das letzte sein, das ich von Dostojevski gelesen habe.
Am Anfang schien es nicht ansprechend. Ich wünschte ich könnte es nochmal zum ersten Mal lesen! Es ist so gut geschrieben, dass so viele Ebenen von Liebe und Glückspiel thematisiert werden. Auch die Kritik europäischen Adels und dem Russland des 19. jhr bleiben nicht aus.
Ich habe lange gebraucht, um Worte zu finden, die meine Empfindungen zu diesem Werk gerecht werden. Ich kann nicht sagen, dass es eine besondere Geschichte ist. Sie ist sehr leicht und kurzweilig erzählt. Was mich jedoch beeindruckt hat, sind die biographischen Bezüge. Ich hatte schon einmal erwähnt, dass ich mich gerne mit dem Leben des Autors/ der Autorin beschäftige, bevor ich mich dem Werk oder der Wirkungsgeschichte widme. Durch Werke wie „Der Spieler“ bekommt man sehr viele Eindrücke zur damaligen Zeit. Bei „Der Spieler“ ist es das 19. Jahrhundert in Russland, aber auch in Frankreich und Deutschland. Denn Dostojewski selbst ist zu seiner Zeit durch all diese Länder gereist und verarbeitete seine eigene Gefühlswelt in diesem Werk. So beschreibt der Ich-Erzähler, Alexsej Iwanowitsch, als der Hauslehrer der Familie des russischen Generals und weiteren Bekannten, seine grotesken und fast schon humorvollen, aber auch intensiven Empfindungen. Er beschreibt beispielsweise seine unglückliche Liebe zu Polina, der Stieftochter des Generals. Der Leser bekommt den langsamen Verfall der Familie, aber ganz besonders den Abstieg Alexejs mit. Auch Dostojewski selbst geht zu seiner Zeit eine Beziehung zu einer gleichnamigen Frau ein, deren Beziehung jedoch bald scheitert. Ebenso verarbeitet Dostojewski seine Spielsucht in diesem kurzen Werk. Als Leser kann man diese Abhängigkeit und den Drang der Sucht nachzugehen intensiv nachempfinden. Das ist faszinierend und eindrucksvoll! Mit Raffinesse und Humor übersetzt Swetlana Geier wortgewandt und wortgetreu das kürzeste Werk Dostojewskis. Wortgetreu deswegen, weil französische Wortwahlen eben auch französisch bleiben, damit das nüchterne Erlebnis nicht an Wert verliert. Für mich als Einsteiger in die russische Literatur war dieses Werk perfekt. Ich kann nur sagen, dass die russische Literatur und somit auch Dostojewski selbst, vielleicht auch wegen meines russischen Hintergrunds, einen ganz großen Platz in meinem Herzen bekommen hat!
Naja, finde ist kein wirklich gutes Buch aber auch nicht komplett schlecht
Ich werde es wohl später mit einem anderen Dostojewskij versuchen.
tiefer einblick in die psyche des süchtigen
Der Spieler
Halber Stern Abzug weil ich kein Französisch kann. Manchmal (oft) wird Französisch gesprochen. Ansonsten ist das Buch sehr gut und zeigt auf wie es ist Spielsüchtig zu sein. Auch wenn ich nicht aus Erfahrung sprechen kann ob es stimmt, finde ich dennoch das es sehr gut beschrieben ist. Generell die ganze Geschichte hat mehr Tiefe als ich anfangs gedacht habe.
Nachdem ich bereits zwei andere Werke von Dostojewski gelesen habe, empfand ich "Der Spieler" als das angenehmste Leseerlebnis bisher. Die Ausgabe von Reclam sticht besonders hervor durch ihre schöne Gestaltung und die gelungene Übersetzung. Ein Hinweis für Leser: Da im Buch öfter französische Ausdrücke verwendet werden, ist es hilfreich, entweder ein Wörterbuch griffbereit zu haben oder die Anmerkungen zu beachten. In "Der Spieler" dreht sich vieles um die emotionale Verfassung der Charaktere, die oft ihre ursprüngliche Intelligenz und Selbstachtung aufs Spiel setzen. Jeder Leser kann das Buch auf seine Weise interpretieren, doch die zentrale Thematik bleibt die zerstörerische Kraft von Emotionen und Abhängigkeiten.

Wenn Dostojewski Roulette spielt, ist nichts sicher – außer Drama
Der Spieler erzählt die Geschichte von Alexej, einem Hauslehrer, der sich zunehmend in zwei Dinge verliert: seine Besessenheit von Polina – der klugen, grausamen, widersprüchlichen Adoptivtochter seines Arbeitgebers – und dem Sog des Roulettes. Emotional instabil, gleichzeitig beobachtend und impulsiv, schwankt er zwischen Hoffnung, Demütigung und Größenwahn. Die Handlung nimmt Fahrt auf, als die Großmutter unerwartet in Roulettenburg auftaucht. Alle dachten, sie läge sterbenskrank irgendwo in Russland – das Erbe war gedanklich längst verteilt. Stattdessen spaziert sie putzmunter in den Spielsaal und versenkt mit beeindruckender Konsequenz ihr ganzes Vermögen. Ihre Auftritte sind gleichzeitig urkomisch und bitter – ein echter Störfall in der sorgfältig berechneten Welt der Erbschleicher. Erst nachdem sie alles verspielt hat, greift Alexej selbst ernsthaft ins Spielgeschehen ein. Was als Geste für Polina gedacht ist – er gewinnt, um ihr das Geld zu geben – endet in einem Abgrund aus Selbstbetrug und Abhängigkeit. Polina lehnt ab. Und mit ihr bricht Alexejs letzte Orientierung weg. Dostojewski schreibt das in einem überraschend klaren, direkten Stil – keine schwergängige Philosophie, sondern scharfe Beobachtung und bissiger Witz. Natürlich gibt’s auch Längen und ein paar ermüdende Gedankenschleifen, aber insgesamt bleibt das Buch nah an seinen Figuren und gnadenlos ehrlich in seiner Darstellung: Wie schnell der Mensch ins Wanken gerät, wenn sich alles um Gier, Spiel und Macht dreht.
Ein Klassiker
Das Buch liest sich sehr gut. Die Geschichte wird rasch und schnörkellos erzählt. Man wird zu Beginn in die Szene geworfen, ohne so recht zu wissen, was passiert. An der Stelle als die Großtante hinzukommt, musste ich laut lachen. Die Handlung reiht sich teilweise absurd und konstruiert aneinander, was durchaus charmant ist. Wer das Buch liest, sollte sich vorab ein wenig mit der Thematik des Glücksspiels im 19. Jahrhundert beschäftigen.
Das Thema dieses Romans ist kein einfaches: die Spielsucht. Wie immer fängt alles ganz harmlos an, nur ums ich dann mehr und mehr aufzubauen. Als Leser hat man lange das Gefühl, dass Hauptfigur Alexei alles ganz gut im Griff hat. Aber er sind die kleinen Dinge, die sich mehren. Zitternde Hände, erhöhter Herzschlag. Gibt es einen Unterschied darin, ob man für jemand Anderen spielt oder für sich selber? Um diese Frage kreisen wir. Der Anstoss kommt von aussen, genauso wie der Druck, der auf Alexei ausgeübt wird. Dem Druck under Verlockung des Geldes, denen er schlussendlich erliegt. Diese Teile der Geschichte sind sehr intensiv geschildert; man merkt, dass Dostojewski selber Erfahrungen mit dieser Sucht gesammelt hat. Er weiss also, wie es sich anfühlt. Wie man in diesen Strudel hineingerät. Dennoch weiss ich bisher noch immer nicht so recht, was ich von „Der Spieler“ halten soll. Es ist poetisch und präzise geschrieben, ein richtig russisches Stück Literatur, aber dennoch hat mir etwas gefehlt. Oder es war mir etwas zu viel. Denn wie so manche Russen zuvor, hängt Alexei mit Herz und Nieren an seiner Auserwählten Polina. Polina aber trieb mich mit ihren Spielchen teilweise beinahe in den Wahnsinn, sodass ich Alexei am liebsten mal kräftig durchgeschüttelt hätte. Wobei das auch nichts genutzt hätte, da bin ich mir sicher. Immerhin wird Polinas Verhalten am Schluss noch erklärt, aber Alexeis treudoofe Anhänglichkeit kann ich dennoch in keiner Weise nachvollziehen. Spass dagegen hatte ich mit den teilweise sehr bösen Seitenhieben auf andere Nationen. Davor bleibt bei Dostojewski keiner gefreit: egal ob Deutsche, Engländer, Franzosen oder auch die Russen - sie alle kriegen ihr Fett weg. Böse, böse, aber zumindest ein Fünkchen Wahrheit steckt in den langen Reden vielleicht doch drin. Es wird übrigens viel Französisch geredet, sodass ein Wörterbuch zum Nachschlagen empfehlenswert ist oder man überliest diese Einschübe einfach. Aus dem Zusammenhang wird einem als Leser alles klar. Dostojewski hat mich vor allem durch seine sprachliche Gewandtheit beeindruckt, sodass ich trotz meines Zweifels gegenüber dem Spieler gerne weitere Titel aus der Feder des Autoren lesen möchte.
Dostojewski beschreibt gekonnt den Fall eines Menschen in die Spielsucht und dessen anschließenden Verfall. Insgesamt sind mir Dostojewskis Charaktere aber etwas zu dramatisch, von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Bei einem Spielsüchtigen ja durchaus normal, aber hier weisen alle Personen diese Stimmungsschwankungen auf. Die Babuschka war schon unterhaltsam, die weiblichen Charaktere auf den ersten Blick intrigant und egoistisch (entweder Heilige oder Hure), auf den zweiten Blick dann aber doch etwas vielschichtiger (zumindest Polina), aber irgendwie auch undurchschaubar, sodass ich nicht ganz schlau aus ihr wurde.
Recht gut
Wie so oft bei Dostojewski steht auch in diesem Roman eine scheinbar gescheiterte Existenz eines jungen Mannes, der sich dominierenden Frauenfiguren unterwirft, im Mittelpunkt. Diesmal ist es ein Hauslehrer einer wohlhabenden russischen Familie, die sich zur Zeit der Geschichte in Roulettenburg (wohl Wiesbaden als Vorbild) aufhält. Die auftretenden Personen dieser Entourage (General und dessen angebetete Französin mit Mutter, Stieftochter mit einem an ihr interessierten französischen Adeligen sowie ein befreundeter Engländer) sind durchweg plakativ und klischeehaft beschrieben. Dies wird gerade bei den Frauen in der Geschichte deutlich. Besonders schablonenhaft ist die alte Großtante dargestellt, die anstelle einer sehnsüchtigen erwarteten Todesmeldung bei den gierigen Erben im deutschen Kurort auf einmal höchst persönlich aus Russland kommend erscheint und im Stil eines Feldwebels den Krückstock schwingt. Zur Mitte des Buchs verfällt sie in die Spielsucht und kommt aus dem Casino nicht mehr unbeschadet heraus. Alexei, der Hauslehrer und Spieler, begleitet die Alte an den Spieltisch und versucht sie verzweifelt vor ihrem Unglück zu bewahren. Alles endet in einer finanziellen Tragödie, der sich später auch der Protagonist nicht entziehen kann. Apropos Tragödie. Bereits bei Schuld und Sühne war ich der Auffassung, dass ich mir den Roman eher als Drama auf der Bühne vorstellen könnte. Und auch beim Spieler erging es mir so, denn die Person charakterisieren sich hier nicht in erster Linie über die Beschreibung des Ich-Erzählers, sondern vielmehr durch die direkte Rede. Das ist insgesamt recht unterhaltsam und leicht zu lesen, besitzt aber nicht den Tiefgang, den ich mir erhoffte. Die Besessenheit Alexeis kommt nicht so heraus, wie ich mir dies von einem an der Psychologie interessierten Autor vorgestellt hätte. Stattdessen füllen sich die Seiten des Werks mit Liebesplänkeleien zwischen der Stieftochter Polina und Alexei. Dostojewski soll hier seine eigene unerfreuliche Liebe gegenüber einer Polina verarbeitet haben. Trotz dieser offenbaren Authentizität konnte ich das Verhalten dieser Figur nicht nachvollziehen, als sie Alexei zurückwies, nachdem dieser ihr die Schulden mit dem Gewinn aus einem glücklichen Spiel am Roulettetisch begleichen wollte. Viel interessanter als der eigentliche Roman ist seine Entstehungsgeschichte, denn Dostojewski, der selbst unter finanziellen Druck aufgrund seiner Spielsucht stand, ließ sich vom seinen Verleger Geld vorstrecken, musste dafür aber als Gegenleistung binnen kürzester Zeit einen fertigen Roman liefern. Dieses ungewöhnliche novel-on-demand merkt man irgendwie dieser hektischen Erzählung an. Störend empfand ich zudem die fremdenfeindlichen Äußerungen, die Dostojewski seinem Ich-Erzähler in den Mund legt. Der Russe als Solches kommt im Grunde gut weg, denn er ist bodenständig, etwas unbeholfen bei der Anhäufung von Kapital, aber ansonsten mit einer Bauernschläue ausgestattet, die dem Deutschen (hässlich, kantig, schief, unnahbar), dem Franzosen (im Grund als hochkultiviert beschrieben, aber auch durchtrieben und verlogen), dem Polaken (anmaßend, anbiedernd, hochnäsig) und dem Engländer (steif) abgehen. Diese Form der satirischen Abgrenzung der Völker mag vielleicht für die damalige Zeit Mode sein. Heutzutage liest sich dies aber sehr anmaßend. Für mich war dies eher ein mittelmäßiger Klassiker.
Souverän
Sehr gut geschrieben
Wie so oft bei Dostojewski steht auch in diesem Roman eine scheinbar gescheiterte Existenz eines jungen Mannes, der sich dominierenden Frauenfiguren unterwirft, im Mittelpunkt. Diesmal ist es ein Hauslehrer einer wohlhabenden russischen Familie, die sich zur Zeit der Geschichte in Roulettenburg (wohl Wiesbaden als Vorbild) aufhält. Die auftretenden Personen dieser Entourage (General und dessen angebetete Französin mit Mutter, Stieftochter mit einem an ihr interessierten französischen Adeligen sowie ein befreundeter Engländer) sind durchweg plakativ und klischeehaft beschrieben. Dies wird gerade bei den Frauen in der Geschichte deutlich. Besonders schablonenhaft ist die alte Großtante dargestellt, die anstelle einer sehnsüchtigen erwarteten Todesmeldung bei den gierigen Erben im deutschen Kurort auf einmal höchst persönlich aus Russland kommend erscheint und im Stil eines Feldwebels den Krückstock schwingt. Zur Mitte des Buchs verfällt sie in die Spielsucht und kommt aus dem Casino nicht mehr unbeschadet heraus. Alexei, der Hauslehrer und Spieler, begleitet die Alte an den Spieltisch und versucht sie verzweifelt vor ihrem Unglück zu bewahren. Alles endet in einer finanziellen Tragödie, der sich später auch der Protagonist nicht entziehen kann. Apropos Tragödie. Bereits bei Schuld und Sühne war ich der Auffassung, dass ich mir den Roman eher als Drama auf der Bühne vorstellen könnte. Und auch beim Spieler erging es mir so, denn die Person charakterisieren sich hier nicht in erster Linie über die Beschreibung des Ich-Erzählers, sondern vielmehr durch die direkte Rede. Das ist insgesamt recht unterhaltsam und leicht zu lesen, besitzt aber nicht den Tiefgang, den ich mir erhoffte. Die Besessenheit Alexeis kommt nicht so heraus, wie ich mir dies von einem an der Psychologie interessierten Autor vorgestellt hätte. Stattdessen füllen sich die Seiten des Werks mit Liebesplänkeleien zwischen der Stieftochter Polina und Alexei. Dostojewski soll hier seine eigene unerfreuliche Liebe gegenüber einer Polina verarbeitet haben. Trotz dieser offenbaren Authentizität konnte ich das Verhalten dieser Figur nicht nachvollziehen, als sie Alexei zurückwies, nachdem dieser ihr die Schulden mit dem Gewinn aus einem glücklichen Spiel am Roulettetisch begleichen wollte. Viel interessanter als der eigentliche Roman ist seine Entstehungsgeschichte, denn Dostojewski, der selbst unter finanziellen Druck aufgrund seiner Spielsucht stand, ließ sich vom seinen Verleger Geld vorstrecken, musste dafür aber als Gegenleistung binnen kürzester Zeit einen fertigen Roman liefern. Dieses ungewöhnliche novel-on-demand merkt man irgendwie dieser hektischen Erzählung an. Störend empfand ich zudem die fremdenfeindlichen Äußerungen, die Dostojewski seinem Ich-Erzähler in den Mund legt. Der Russe als Solches kommt im Grunde gut weg, denn er ist bodenständig, etwas unbeholfen bei der Anhäufung von Kapital, aber ansonsten mit einer Bauernschläue ausgestattet, die dem Deutschen (hässlich, kantig, schief, unnahbar), dem Franzosen (im Grund als hochkultiviert beschrieben, aber auch durchtrieben und verlogen), dem Polaken (anmaßend, anbiedernd, hochnäsig) und dem Engländer (steif) abgehen. Diese Form der satirischen Abgrenzung der Völker mag vielleicht für die damalige Zeit Mode sein. Heutzutage liest sich dies aber sehr anmaßend. Für mich war dies eher ein mittelmäßiger Klassiker.
Mein zweiter Dostojewski und natürlich ist er nicht mit "Schuld und Sühne" zu vergleichen. Alexej ist der Personifikation der Unentschlossenheit. Soll man der Liebe nachgehen oder lieber spielen ? Lieber das Geld investieren oder mit Blanch nach Paris gehen ? Er lebt immer nur am Rande der Realität und der Geschehnisse, immer wieder entweicht er zu den Roulettetischen; und beginnt darüber schon an zu zweifeln, ob er überhaupt dies alles erlebt hat oder nur in einem Irrenhaus sitzt. Aber "Morgen, morgen wird alles ein Ende haben !" Wieder eine auf seine Art tragische Geschichte, aber die Taten des Raskolnikow haben mich doch mehr mitgerissen als allein die Worte Alexejs. Zumal mir der ständige Rassismus etwas lästig wurde.
Characteristics
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Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Dostojewskijs spannendster und kürzester Roman in der gefeierten Neuübersetzung von Swetlana Geier.
Book Information
Author Description
Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881) war ursprünglich Leutnant in St. Petersburg. Er quittierte seinen Dienst 1844, um freier Schriftsteller zu werden. Seine Romane ›Verbrechen und Strafe‹, ›Der Spieler‹, ›Der Idiot‹, ›Böse Geister‹, ›Ein grüner Junge‹, ›Die Brüder Karamasow‹ sowie ›Aufzeichnungen aus dem Kellerloch‹ liegen im S. FISCHER Verlag in der herausragenden Übersetzung von Swetlana Geier vor.
Posts
Der Anfang war sperrig, aber der Höhepunkt der Geschichte hat mich entschädigt. Für Klassiker-Anfänger sehr geeignet.
Ein Buch aus unserer Klassiker-Runde des letzten Monats. Am Anfang war ich noch nicht so überzeugt, aber Dostojewski hat mich in „Weiße Nächte“ so sehr begeistert, da musste ich ihm den Vertrauensvorschuss gewähren. Und es hat sich gelohnt. Es ist sehr merkwürdig zu beobachten, wozu sich die verschiedenen Charaktere verleiten lassen, alles in Relation zu ihrer Sucht. Ich habe mich anfangs noch nicht so gut in die Charaktere finden können. Aber mit dem Auftritt der alten Dame hat sich alles geändert. Die Gedanken der Protagonisten bei Gewinn und Verlust, dem Sog der Sucht ist klasse beschrieben.

Spannende und gut leserliches Buch über Macht, Spielsucht und Liebe.
Es ist ein seltsames Gefühl, mit den Protagonisten mitzufühlen, wenn sie gerade beim Roulette ein Vermögen gewonnen haben, nur um es danach wieder komplett zu verspielen. Spannend wie Macht und Liebe an den Erfolg beim Glücksspiel gekoppelt werden und so einige obszöne Situationen auslöst. Dostojewski hat mich von seinem Schreibstil überzeugt :)
Dostojewski, selber spielsüchtig, beschreibt eine Gesellschaft, in der Geld und Status das Leben bestimmen. Abhängigkeit und der Wunsch seinen Status zu verbessern führen zu Sucht und Selbstzerstörung. Nach einem langsamen Beginn rast die Erzählung genau so schnell auf den menschlichen Abgrund zu wie die Kugel beim Roulettespiel. - Ein psychologisches Meisterwerk eines Spielers.
Zwischen Rausch und Selbstverlust
Das Buch hat mich nicht einfach nur unterhalten, sondern regelrecht mitgerissen. Besonders die Spielszenen, etwa mit der Großmutter, waren so lebendig beschrieben, dass ich den Sog, das Kribbeln selbst spüren konnte – und das, obwohl ich gar kein Spieler bin. Gleichzeitig war ich oft irritiert und fasziniert von den Beziehungen, etwa zwischen Alexej und Polina oder Blanche, die wie Fieberträume wirken: voller Pathos, fremd und doch bedeutungsvoll. Am Ende bleibt für mich das Gefühl, etwas Tieferes erfahren zu haben – etwas Menschliches, Zerrissenes, das sich nicht in einfachen Deutungen fassen lässt.
"Und kostet es mein Leben, ich will wieder gewinnen. Setz!"
🎰🎲💸 Ich bin mit recht hohen Erwartungen an "Der Spieler" herangegangen, vor allem was das Thema Glücksspiel und Spielsucht angeht. Umso überraschter war ich, wie lange es dauert, bis das Spielen tatsächlich zum Thema wird. Ein großer Teil der Handlung kreist zunächst um Beziehungen, Abhängigkeiten, Kränkungen und Gesellschaft, was per se nicht schlecht ist, aber für mich nicht ganz das eingelöst hat, was ich mir vom Titel und Klappentext erhofft hatte. Gleichzeitig mag ich Dostojewskis Art zu erzählen sehr. Für mich trägt seine Erzählweise das Buch. Ich hatte vor allem am Ende das Gefühl, dass aus der Geschichte auch ein längerer, tiefer ausformulierter Roman hätte werden können. Manche Entwicklungen wirken eher angerissen als ausgespielt. Unterm Strich: "Der Spieler" wird nicht mein liebster Dostojewski aber stilistisch stark genug, dass ich das Lesen nicht bereut habe. Okay bis gut, mit Luft nach oben.

Mein erstes Buch von Dostojewksi. Ich bin sehr begeistert von Dostojewksi‘s Schreibstil. Der Roman thematisiert natürlich die Spielsucht, stellt m.M.n. jedoch die Beziehung zwischen Geld und Mensch in den Vordergrund und die damit einhergehenden Konflikte, Ängste, Taten etc. Besonders spannend ist der Roman wenn man sich den Hintergrund des Autors mal anschaut. Das dieser Roman in einer verzweifelten Lebenslage des Autors in weniger als einem Monat geschrieben wurde und starke autobiografische Züge innehat, sorgt beim Leser dafür, dass man doch ein besonderes Auge auf bestimmte Taten und beschriebene Gefühlslagen hat, die vermutlich dazu dienen, die Gefühlslagen des Autos zu beschreiben. Zugegeben die Handlung des Romans ist nicht die allerbeste. Zudem kann ich leider kein französisch und musste mir die vielen französischen Sätze in dem Buch mit einem Übersetzer erschließen. Deshalb gibt es einen halben Stern Abzug. 😁

Fjodor Dostojewski erzählt in Der Spieler die Geschichte von Alexej Iwanowitsch, einem jungen Hauslehrer, der sich im Kreis einer russischen Adelsfamilie in einem europäischen Kurort R aufhält. Während der alternde General auf das Erbe seiner reichen Tante wartet, verliert Alexej sich zunehmend in zwei leidenschaftlichen Abhängigkeiten: seiner komplizierten Beziehung zu Polina und der wachsenden Faszination für das Roulette-Spiel. Der Roman entfaltet sich in einem kurzen Zeitraum. Innerhalb weniger Tage eskalieren Beziehungen, Hoffnungen zerschlagen sich und Masken fallen. Fast alle Figuren kreisen auf die eine oder andere Weise um das Thema Geld, sei es aus Gier, Angst oder sozialem Druck. Doch im Mittelpunkt steht immer wieder die Frage: Wie viel Freiheit bleibt dem Einzelnen, wenn ihn innere oder äußere Abhängigkeiten lenken? Dostojewski gelingt es wie so oft, diese Themen nicht theoretisch, sondern greifbar zu machen. Wenn Alexej im Spielrausch ist, spürt man als Leser seine Rastlosigkeit, seine Gier, seinen Selbstverlust. Obwohl ich kein Spieler bin, hatte ich das Gefühl, mitten im Casino zu stehen, umgeben von all den Menschen, Geräuschen, Gedanken und einem schnelleren Puls. Ich finde, der Spieler ist mehr als eine Geschichte über Spielsucht. Er ist ein Blick auf ein Individuum, das gleichzeitig liebt, hofft, kämpft und verliert. Ein kurzer, aber dichter Roman über den inneren Konflikt zwischen Vernunft und Verlangen, zwischen Freiheit und Abhängigkeit.

Heute möchte ich euch Der Spieler (Игрокъ) von Fjodor Dostojewski vorstellen, einen Roman aus dem Jahr 1867, der sich intensiv mit Spielsucht auseinandersetzt und deutliche autobiografische Züge trägt. Die Geschichte folgt dem jungen Hauslehrer Alexej Iwanowitsch, der in der fiktiven Kurstadt Roulettenburg dem Bann des Glücksspiels verfällt. Er arbeitet für einen russischen General, der hoch verschuldet ist und sehnsüchtig auf das Erbe seiner schwerkranken Tante wartet. Doch als die vermeintlich sterbende Babuschka überraschend eintrifft und selbst mit Begeisterung im Casino spielt, zerplatzen die Hoffnungen des Generals. Gleichzeitig ist Alexej unsterblich in die launische Polina verliebt, die ihn abweisend behandelt und in ein gefährliches Spiel aus Emotionen und Abhängigkeit verstrickt. Getrieben von seiner Leidenschaft für sie und das Glücksspiel, setzt er immer höhere Summen ein – und verliert zunehmend die Kontrolle. Schließlich verfällt er völlig der Sucht, verliert alles und bleibt einsam zurück, gefangen in der Hoffnung auf einen letzten großen Gewinn. Dostojewskis Schreibstil ist lebendig und eindringlich, wodurch die innere Zerrissenheit der Figuren spürbar wird. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, sodass man direkt in die Gedankenwelt des Protagonisten eintaucht. Seine Spielsucht und seine emotionale Abhängigkeit von Polina werden ungefiltert dargestellt, was die Lektüre besonders intensiv macht. Die psychologische Tiefe der Figuren ist beeindruckend, und der Roman erlaubt eine tiefgehende Analyse menschlicher Schwächen, Abhängigkeiten und der zerstörerischen Natur von Suchtverhalten. Besonders gelungen fand ich die rasante Entwicklung der Handlung, vor allem in den Spielszenen. Die fiebrige Atmosphäre des Casinos wird so eindringlich beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, mitten im Geschehen zu sein. Allerdings fiel es mir schwer, mit Alexej mitzufühlen – sein impulsives und selbstzerstörerisches Verhalten machte ihn für mich nicht besonders sympathisch. Dennoch bleibt Der Spieler ein intensives und fesselndes Werk mit einer brillanten Charakterstudie. Ein interessanter Fakt zum Roman: Zur Entstehungszeit war Glücksspiel – insbesondere Roulette – in europäischen Kurorten wie Baden-Baden oder Wiesbaden besonders populär. Dostojewski war selbst dem Glücksspiel verfallen, was sich stark in seinem Werk widerspiegelt. Insgesamt ein beeindruckender Roman, der sich mit den Abgründen menschlicher Leidenschaften auseinandersetzt. 4 von 5 Sternen. ✨️

Mein erstes, aber nicht letztes Buch von ihm!
Die Geschichte zeigt, wie Geld und Sucht das Leben und Beziehungen zerstören können. Die Geschichte wirkt sehr sehr ehrlich. Ein Buch über menschliche Schwächen. Die Sprache des Buches ist teilweise intensiv, aber die Geschichte wirkt realistisch und ehrlich. Man merkt, dass der Autor eigene Erfahrungen mit dem Glücksspiel verarbeitet hat. Das macht es noch glaubwürdiger! Es war mein erstes Buch von Dostojewskij, aber definitiv nicht mein letztes 💚
Wunderbares, unterschätztes Meisterwerk
Ich war wirklich überrascht und beeindruckt von diesem Buch. Lange habe ich es vor mir hergeschoben, diesen Klassiker zu lesen. In typisch Dostojewski-Manier erzählt er eine scheinbar kleine, aber dennoch tiefgründige Geschichte. Doch wie immer sind die Verhaltensmuster der Charaktere und die Erzählweise atemberaubend. Er schafft es erneut, auf wenigen Seiten fatale, bewegende und fiebertraumähnliche Situationen zu beschreiben. Besonders faszinierend ist, wie tief er in die Gedankenwelt seiner Figuren eintaucht – so intensiv, dass man selbst erstaunt ist, wie eine einzige Person sich in so unterschiedliche Charaktere hineinversetzen kann. Vor allem die inneren Monologe und unausgesprochenen Gedanken der Figuren verstärken die düstere, beinahe wahnsinnige Atmosphäre. Alles in allem ein kleines, aber fantastisches Meisterwerk.
Durchaus ein sehr gutes Werk von Dostojewski, kann ich jeden Liebhaber der Russischen Literatur empfehlen.
Kann man lesen, muss man aber nicht 🤷🏼♀️
Spielsucht, Liebe und ein chaotisches Spiel mit der Psyche
Das zugeben des Scheiterns
Ich denke, der Spieler hat wohl eine der ernüchterndsten Botschaften, die ich in einem Buch je lesen durfte und die ist ganz einfach. Es ist möglich zu scheitern. Egal wie sehr man es auch versucht. Der Protagonist ist höchst gradig spielsüchtig und gerät zusätzlich noch in eine höchst ungesunde Liebesbeziehung. Alles, was der Mensch braucht, um zu Grunde zu gehen. Am Ende scheitert der Kampf gegen die Spielsucht und um den Erhalt der Beziehung. Man könnte sagen, ihn hat die Kugel im russisch Roulette getroffen.
Ein Buch über die Liebe und Spielsucht. Das Buch war sehr interessant zu lesen.
Vielleicht wird die Seele, die so viele Empfindungen durchmacht, von diesen nicht gesättigt, sondern nur gereizt und verlangt nach neuen, immer stärkeren und stärkeren Empfindungen bis zur vollstänsingen Erschöpfung.
Der Spieler von Fjodor Dostojewski ist ein Roman über Spielsucht, geschrieben von einem Autor, der selbst spielsüchtig war. Im Laufe des Buches begleiten wir die Spielsucht verschiedener Charaktere. Dabei wird deutlich, dass niemand – unabhängig von Alter oder sozialem Stand – vor dieser Sucht sicher ist. Die Spielsucht zerstört Familien, Beziehungen und letztlich auch die Spieler selbst. Keiner der Spieler, nicht einmal die Gewinner, geht am Ende des Romans reicher aus dem Spiel hervor als zuvor – im Gegenteil: Sie sind ärmer, innerlich wie äußerlich. Nach und nach zeigt sich, dass es beim Spielen nicht um das Gewinnen geht, nicht einmal um das Geld an sich. Entscheidend ist vielmehr der Reiz und die innere Erregung, die das Glücksspiel beim Spielenden auslöst. Neben der Spielsucht thematisiert der Roman auch unglückliche Liebe, die durch Machtspiele, Manipulation und Demütigung geprägt ist. Macht geht dabei meist mit Geld einher. Gleichzeitig führt das Geld – oder vielmehr das Verlangen danach – zu moralischem Verfall. So wünscht sich die Familie des Generals den Tod der Tante, um an das Erbe zu gelangen. Miss Blanche ist bereit, jeden Mann zu heiraten, solange er ihr ein luxuriöses Leben finanzieren kann. Besonders eindrucksvoll zeigt der Roman aus der Perspektive des Spielers, wie dieser nach und nach die Kontrolle verliert. Anfangs warnt er andere noch vor dem Glücksspiel und vor riskantem Verhalten. Im Verlauf der Handlung beginnt er jedoch, gegen besseres Wissen alles auf eine Karte zu setzen. Gleichzeitig übt Dostojewski Kritik an den verschiedenen im Roman auftretenden Nationalitäten – den Russen, Deutschen, Franzosen und Engländern. Den einen wirft er moralische Schwäche, den anderen Arroganz und Überheblichkeit vor, wodurch sie sich berechtigt fühlen, über andere zu urteilen, und wieder anderen Scheinheiligkeit und Maskerade. Insgesamt ist Der Spieler ein spannender, eindringlicher und psychologisch tiefgehender Roman, den ich wärmstens empfehlen kann.
Nicht so einfach…
Ein Stück russische Literaturgeschichte. Noch ein weiterer Dostojewski für diesen Monat und auch dieses Werk war eher tragisch-düster… Mal sehen ob ich mich an diese raue Erzählweise gewöhnen werde. Ich bleibe aber dran, denn es hat doch etwas für sich…
Zeigt in interessanter Schreibart die Gedankenwelt eines Spielsüchtigen. Nachhaltig beeindruckt hat es mich persönlich nicht.
Sucht - das Schlimmste
Mein Lieblingsautor dostojewskij hat mich wieder in seine Gedankenwelt geworfen und gezeigt, wie schnell man von einem Lehrer sich selber ruinieren kann und die Sucht des Spiels auf einem lasten kann. Schönes Buch zum Einstieg von Dostojewskij!
Ich verstehe ehrlich gesagt die vielen negativen Meinungen nicht. Es handelt sich vllt nicht um den krassesten plottwist o.ö aber mir gefiel die Geschichte gut und die Komplexität der Charaktere. Kann ich gut als Einstieg für Klassiker empfehlen:)
Das Buch eskaliert wie im Rausch, Es spiegelt die sich zuspitzende Sucht des Spielers perfekt dar. Das ist packend und handwerklich große Klasse. Einer der Romane, bei dem ich sehr bedauerte, nur eine Übersetzung lesen zu können.
Na es liegt eh bestimmt an mir, aber ich war einfach nur gelangweilt.
Ich habe absolut nichts für die Figuren empfunden, die Geschichte hatte keine wirklichen Höhepunkte, Handlungen haben sich willkürlich angefühlt und sehr viel französisch, für jemanden, der kein Französisch spricht. Das absolute (und für mich einzige) Highlight ist die Großtante, die bringt wenigstens ein bisschen Schwung rein. Davor und danach: nicht meins 🤷🏻♀️

Schöner Schreibstil, die Art und Weise, wie er seine Gedanken, in der Geschichte in Worte packst ist toll, nur leider hat mich die Geschichte an sich nicht so abgeholt und hab es nach Kapitel 8 abgebrochen.
Zwischen Roulettekessel und Selbstverlust
Mit Der Spieler legt Fjodor M. Dostojewski einen schmalen, aber inhaltlich dichten Roman vor, der sich kompromisslos mit Spielsucht, Macht, Abhängigkeit und zerstörerischer Liebe auseinandersetzt. Der Text trägt spürbar autobiografische Züge und genau diese Nähe zur eigenen Erfahrung verleiht der Geschichte ihre schonungslose Intensität. Im Zentrum steht ein junger Mann, innerlich zerrissen zwischen seiner obsessiven Liebe zu Polina und der berauschenden Verheißung des Roulettetisches. Das Glücksspiel ist hier weit mehr als bloße Kulisse: Dostojewski beschreibt den Ablauf, die Atmosphäre und vor allem die Sogwirkung des Spiels mit beklemmender Präzision. Man spürt förmlich das fiebrige Hoffen, das nervöse Kalkulieren und den jähen Absturz, bis klar wird, dass der Protagonist längst nicht mehr spielt, sondern selbst gespielt wird. Sprachlich ist der Roman anspruchsvoll und kritisch, stellenweise bewusst provokativ. Die häufig eingestreuten französischen Passagen, leider ohne Übersetzung, können irritieren und ein Gefühl von Distanz erzeugen, beeinträchtigen das grundsätzliche Verständnis jedoch nicht. Auch die Figuren werden zu Beginn recht überfallartig eingeführt, was kurzfristig Orientierung verlangt. Doch Dostojewski gleicht dies aus, indem er Beziehungen und Abhängigkeiten immer wieder aufgreift und vertieft. Mit jeder Seite fügt sich das Beziehungsgeflecht klarer zusammen. Besonders gelungen ist der Tonfall, mit dem Dostojewski Tragik und grotesken Humor verbindet. Die moralische und seelische Dekadenz der Figuren ist erschütternd und zugleich stellenweise bitterkomisch überzeichnet. Ein echtes Highlight ist das Auftreten der Tante: ihr Verhalten, ihr Glück (oder vielmehr Unglück) am Roulette und ihre respektlose Direktheit bringen eine fast absurde Leichtigkeit in die ansonsten düstere Erzählung. Fazit: Der Spieler ist ein psychologisch präzises, sprachlich starkes Werk über Liebe, Geld und Sucht, über Menschen, die glauben zu handeln, und doch längst getrieben sind. Anspruchsvoll, stellenweise sperrig, aber insgesamt sehr eindrucksvoll.
Wenig Storyline
Den Schreibstil fand ich eigentlich relativ einfach und mir haben die lustigen Elemente sehr gut gefallen. Auch das, wie die Spielsucht rübergebracht wurde, war sehr realistisch und Spannend. Allerdings hätte ich mir mehr Plot gewünscht, da das ganze Buch eigentlich kaum Story hatte und eher wie eine Aufzählung von Geschehnisse war. Die ganze Geschichte mit Paulina, Mister Astley und Alexei hätte man deutlich ausbauen können. Das Ende fand ich dafür wieder sehr gut. Das Buch wird auf jeden Fall nicht das letzte sein, das ich von Dostojevski gelesen habe.
Am Anfang schien es nicht ansprechend. Ich wünschte ich könnte es nochmal zum ersten Mal lesen! Es ist so gut geschrieben, dass so viele Ebenen von Liebe und Glückspiel thematisiert werden. Auch die Kritik europäischen Adels und dem Russland des 19. jhr bleiben nicht aus.
Ich habe lange gebraucht, um Worte zu finden, die meine Empfindungen zu diesem Werk gerecht werden. Ich kann nicht sagen, dass es eine besondere Geschichte ist. Sie ist sehr leicht und kurzweilig erzählt. Was mich jedoch beeindruckt hat, sind die biographischen Bezüge. Ich hatte schon einmal erwähnt, dass ich mich gerne mit dem Leben des Autors/ der Autorin beschäftige, bevor ich mich dem Werk oder der Wirkungsgeschichte widme. Durch Werke wie „Der Spieler“ bekommt man sehr viele Eindrücke zur damaligen Zeit. Bei „Der Spieler“ ist es das 19. Jahrhundert in Russland, aber auch in Frankreich und Deutschland. Denn Dostojewski selbst ist zu seiner Zeit durch all diese Länder gereist und verarbeitete seine eigene Gefühlswelt in diesem Werk. So beschreibt der Ich-Erzähler, Alexsej Iwanowitsch, als der Hauslehrer der Familie des russischen Generals und weiteren Bekannten, seine grotesken und fast schon humorvollen, aber auch intensiven Empfindungen. Er beschreibt beispielsweise seine unglückliche Liebe zu Polina, der Stieftochter des Generals. Der Leser bekommt den langsamen Verfall der Familie, aber ganz besonders den Abstieg Alexejs mit. Auch Dostojewski selbst geht zu seiner Zeit eine Beziehung zu einer gleichnamigen Frau ein, deren Beziehung jedoch bald scheitert. Ebenso verarbeitet Dostojewski seine Spielsucht in diesem kurzen Werk. Als Leser kann man diese Abhängigkeit und den Drang der Sucht nachzugehen intensiv nachempfinden. Das ist faszinierend und eindrucksvoll! Mit Raffinesse und Humor übersetzt Swetlana Geier wortgewandt und wortgetreu das kürzeste Werk Dostojewskis. Wortgetreu deswegen, weil französische Wortwahlen eben auch französisch bleiben, damit das nüchterne Erlebnis nicht an Wert verliert. Für mich als Einsteiger in die russische Literatur war dieses Werk perfekt. Ich kann nur sagen, dass die russische Literatur und somit auch Dostojewski selbst, vielleicht auch wegen meines russischen Hintergrunds, einen ganz großen Platz in meinem Herzen bekommen hat!
Naja, finde ist kein wirklich gutes Buch aber auch nicht komplett schlecht
Ich werde es wohl später mit einem anderen Dostojewskij versuchen.
tiefer einblick in die psyche des süchtigen
Der Spieler
Halber Stern Abzug weil ich kein Französisch kann. Manchmal (oft) wird Französisch gesprochen. Ansonsten ist das Buch sehr gut und zeigt auf wie es ist Spielsüchtig zu sein. Auch wenn ich nicht aus Erfahrung sprechen kann ob es stimmt, finde ich dennoch das es sehr gut beschrieben ist. Generell die ganze Geschichte hat mehr Tiefe als ich anfangs gedacht habe.
Nachdem ich bereits zwei andere Werke von Dostojewski gelesen habe, empfand ich "Der Spieler" als das angenehmste Leseerlebnis bisher. Die Ausgabe von Reclam sticht besonders hervor durch ihre schöne Gestaltung und die gelungene Übersetzung. Ein Hinweis für Leser: Da im Buch öfter französische Ausdrücke verwendet werden, ist es hilfreich, entweder ein Wörterbuch griffbereit zu haben oder die Anmerkungen zu beachten. In "Der Spieler" dreht sich vieles um die emotionale Verfassung der Charaktere, die oft ihre ursprüngliche Intelligenz und Selbstachtung aufs Spiel setzen. Jeder Leser kann das Buch auf seine Weise interpretieren, doch die zentrale Thematik bleibt die zerstörerische Kraft von Emotionen und Abhängigkeiten.

Wenn Dostojewski Roulette spielt, ist nichts sicher – außer Drama
Der Spieler erzählt die Geschichte von Alexej, einem Hauslehrer, der sich zunehmend in zwei Dinge verliert: seine Besessenheit von Polina – der klugen, grausamen, widersprüchlichen Adoptivtochter seines Arbeitgebers – und dem Sog des Roulettes. Emotional instabil, gleichzeitig beobachtend und impulsiv, schwankt er zwischen Hoffnung, Demütigung und Größenwahn. Die Handlung nimmt Fahrt auf, als die Großmutter unerwartet in Roulettenburg auftaucht. Alle dachten, sie läge sterbenskrank irgendwo in Russland – das Erbe war gedanklich längst verteilt. Stattdessen spaziert sie putzmunter in den Spielsaal und versenkt mit beeindruckender Konsequenz ihr ganzes Vermögen. Ihre Auftritte sind gleichzeitig urkomisch und bitter – ein echter Störfall in der sorgfältig berechneten Welt der Erbschleicher. Erst nachdem sie alles verspielt hat, greift Alexej selbst ernsthaft ins Spielgeschehen ein. Was als Geste für Polina gedacht ist – er gewinnt, um ihr das Geld zu geben – endet in einem Abgrund aus Selbstbetrug und Abhängigkeit. Polina lehnt ab. Und mit ihr bricht Alexejs letzte Orientierung weg. Dostojewski schreibt das in einem überraschend klaren, direkten Stil – keine schwergängige Philosophie, sondern scharfe Beobachtung und bissiger Witz. Natürlich gibt’s auch Längen und ein paar ermüdende Gedankenschleifen, aber insgesamt bleibt das Buch nah an seinen Figuren und gnadenlos ehrlich in seiner Darstellung: Wie schnell der Mensch ins Wanken gerät, wenn sich alles um Gier, Spiel und Macht dreht.
Ein Klassiker
Das Buch liest sich sehr gut. Die Geschichte wird rasch und schnörkellos erzählt. Man wird zu Beginn in die Szene geworfen, ohne so recht zu wissen, was passiert. An der Stelle als die Großtante hinzukommt, musste ich laut lachen. Die Handlung reiht sich teilweise absurd und konstruiert aneinander, was durchaus charmant ist. Wer das Buch liest, sollte sich vorab ein wenig mit der Thematik des Glücksspiels im 19. Jahrhundert beschäftigen.
Das Thema dieses Romans ist kein einfaches: die Spielsucht. Wie immer fängt alles ganz harmlos an, nur ums ich dann mehr und mehr aufzubauen. Als Leser hat man lange das Gefühl, dass Hauptfigur Alexei alles ganz gut im Griff hat. Aber er sind die kleinen Dinge, die sich mehren. Zitternde Hände, erhöhter Herzschlag. Gibt es einen Unterschied darin, ob man für jemand Anderen spielt oder für sich selber? Um diese Frage kreisen wir. Der Anstoss kommt von aussen, genauso wie der Druck, der auf Alexei ausgeübt wird. Dem Druck under Verlockung des Geldes, denen er schlussendlich erliegt. Diese Teile der Geschichte sind sehr intensiv geschildert; man merkt, dass Dostojewski selber Erfahrungen mit dieser Sucht gesammelt hat. Er weiss also, wie es sich anfühlt. Wie man in diesen Strudel hineingerät. Dennoch weiss ich bisher noch immer nicht so recht, was ich von „Der Spieler“ halten soll. Es ist poetisch und präzise geschrieben, ein richtig russisches Stück Literatur, aber dennoch hat mir etwas gefehlt. Oder es war mir etwas zu viel. Denn wie so manche Russen zuvor, hängt Alexei mit Herz und Nieren an seiner Auserwählten Polina. Polina aber trieb mich mit ihren Spielchen teilweise beinahe in den Wahnsinn, sodass ich Alexei am liebsten mal kräftig durchgeschüttelt hätte. Wobei das auch nichts genutzt hätte, da bin ich mir sicher. Immerhin wird Polinas Verhalten am Schluss noch erklärt, aber Alexeis treudoofe Anhänglichkeit kann ich dennoch in keiner Weise nachvollziehen. Spass dagegen hatte ich mit den teilweise sehr bösen Seitenhieben auf andere Nationen. Davor bleibt bei Dostojewski keiner gefreit: egal ob Deutsche, Engländer, Franzosen oder auch die Russen - sie alle kriegen ihr Fett weg. Böse, böse, aber zumindest ein Fünkchen Wahrheit steckt in den langen Reden vielleicht doch drin. Es wird übrigens viel Französisch geredet, sodass ein Wörterbuch zum Nachschlagen empfehlenswert ist oder man überliest diese Einschübe einfach. Aus dem Zusammenhang wird einem als Leser alles klar. Dostojewski hat mich vor allem durch seine sprachliche Gewandtheit beeindruckt, sodass ich trotz meines Zweifels gegenüber dem Spieler gerne weitere Titel aus der Feder des Autoren lesen möchte.
Dostojewski beschreibt gekonnt den Fall eines Menschen in die Spielsucht und dessen anschließenden Verfall. Insgesamt sind mir Dostojewskis Charaktere aber etwas zu dramatisch, von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Bei einem Spielsüchtigen ja durchaus normal, aber hier weisen alle Personen diese Stimmungsschwankungen auf. Die Babuschka war schon unterhaltsam, die weiblichen Charaktere auf den ersten Blick intrigant und egoistisch (entweder Heilige oder Hure), auf den zweiten Blick dann aber doch etwas vielschichtiger (zumindest Polina), aber irgendwie auch undurchschaubar, sodass ich nicht ganz schlau aus ihr wurde.
Recht gut
Wie so oft bei Dostojewski steht auch in diesem Roman eine scheinbar gescheiterte Existenz eines jungen Mannes, der sich dominierenden Frauenfiguren unterwirft, im Mittelpunkt. Diesmal ist es ein Hauslehrer einer wohlhabenden russischen Familie, die sich zur Zeit der Geschichte in Roulettenburg (wohl Wiesbaden als Vorbild) aufhält. Die auftretenden Personen dieser Entourage (General und dessen angebetete Französin mit Mutter, Stieftochter mit einem an ihr interessierten französischen Adeligen sowie ein befreundeter Engländer) sind durchweg plakativ und klischeehaft beschrieben. Dies wird gerade bei den Frauen in der Geschichte deutlich. Besonders schablonenhaft ist die alte Großtante dargestellt, die anstelle einer sehnsüchtigen erwarteten Todesmeldung bei den gierigen Erben im deutschen Kurort auf einmal höchst persönlich aus Russland kommend erscheint und im Stil eines Feldwebels den Krückstock schwingt. Zur Mitte des Buchs verfällt sie in die Spielsucht und kommt aus dem Casino nicht mehr unbeschadet heraus. Alexei, der Hauslehrer und Spieler, begleitet die Alte an den Spieltisch und versucht sie verzweifelt vor ihrem Unglück zu bewahren. Alles endet in einer finanziellen Tragödie, der sich später auch der Protagonist nicht entziehen kann. Apropos Tragödie. Bereits bei Schuld und Sühne war ich der Auffassung, dass ich mir den Roman eher als Drama auf der Bühne vorstellen könnte. Und auch beim Spieler erging es mir so, denn die Person charakterisieren sich hier nicht in erster Linie über die Beschreibung des Ich-Erzählers, sondern vielmehr durch die direkte Rede. Das ist insgesamt recht unterhaltsam und leicht zu lesen, besitzt aber nicht den Tiefgang, den ich mir erhoffte. Die Besessenheit Alexeis kommt nicht so heraus, wie ich mir dies von einem an der Psychologie interessierten Autor vorgestellt hätte. Stattdessen füllen sich die Seiten des Werks mit Liebesplänkeleien zwischen der Stieftochter Polina und Alexei. Dostojewski soll hier seine eigene unerfreuliche Liebe gegenüber einer Polina verarbeitet haben. Trotz dieser offenbaren Authentizität konnte ich das Verhalten dieser Figur nicht nachvollziehen, als sie Alexei zurückwies, nachdem dieser ihr die Schulden mit dem Gewinn aus einem glücklichen Spiel am Roulettetisch begleichen wollte. Viel interessanter als der eigentliche Roman ist seine Entstehungsgeschichte, denn Dostojewski, der selbst unter finanziellen Druck aufgrund seiner Spielsucht stand, ließ sich vom seinen Verleger Geld vorstrecken, musste dafür aber als Gegenleistung binnen kürzester Zeit einen fertigen Roman liefern. Dieses ungewöhnliche novel-on-demand merkt man irgendwie dieser hektischen Erzählung an. Störend empfand ich zudem die fremdenfeindlichen Äußerungen, die Dostojewski seinem Ich-Erzähler in den Mund legt. Der Russe als Solches kommt im Grunde gut weg, denn er ist bodenständig, etwas unbeholfen bei der Anhäufung von Kapital, aber ansonsten mit einer Bauernschläue ausgestattet, die dem Deutschen (hässlich, kantig, schief, unnahbar), dem Franzosen (im Grund als hochkultiviert beschrieben, aber auch durchtrieben und verlogen), dem Polaken (anmaßend, anbiedernd, hochnäsig) und dem Engländer (steif) abgehen. Diese Form der satirischen Abgrenzung der Völker mag vielleicht für die damalige Zeit Mode sein. Heutzutage liest sich dies aber sehr anmaßend. Für mich war dies eher ein mittelmäßiger Klassiker.
Souverän
Sehr gut geschrieben
Wie so oft bei Dostojewski steht auch in diesem Roman eine scheinbar gescheiterte Existenz eines jungen Mannes, der sich dominierenden Frauenfiguren unterwirft, im Mittelpunkt. Diesmal ist es ein Hauslehrer einer wohlhabenden russischen Familie, die sich zur Zeit der Geschichte in Roulettenburg (wohl Wiesbaden als Vorbild) aufhält. Die auftretenden Personen dieser Entourage (General und dessen angebetete Französin mit Mutter, Stieftochter mit einem an ihr interessierten französischen Adeligen sowie ein befreundeter Engländer) sind durchweg plakativ und klischeehaft beschrieben. Dies wird gerade bei den Frauen in der Geschichte deutlich. Besonders schablonenhaft ist die alte Großtante dargestellt, die anstelle einer sehnsüchtigen erwarteten Todesmeldung bei den gierigen Erben im deutschen Kurort auf einmal höchst persönlich aus Russland kommend erscheint und im Stil eines Feldwebels den Krückstock schwingt. Zur Mitte des Buchs verfällt sie in die Spielsucht und kommt aus dem Casino nicht mehr unbeschadet heraus. Alexei, der Hauslehrer und Spieler, begleitet die Alte an den Spieltisch und versucht sie verzweifelt vor ihrem Unglück zu bewahren. Alles endet in einer finanziellen Tragödie, der sich später auch der Protagonist nicht entziehen kann. Apropos Tragödie. Bereits bei Schuld und Sühne war ich der Auffassung, dass ich mir den Roman eher als Drama auf der Bühne vorstellen könnte. Und auch beim Spieler erging es mir so, denn die Person charakterisieren sich hier nicht in erster Linie über die Beschreibung des Ich-Erzählers, sondern vielmehr durch die direkte Rede. Das ist insgesamt recht unterhaltsam und leicht zu lesen, besitzt aber nicht den Tiefgang, den ich mir erhoffte. Die Besessenheit Alexeis kommt nicht so heraus, wie ich mir dies von einem an der Psychologie interessierten Autor vorgestellt hätte. Stattdessen füllen sich die Seiten des Werks mit Liebesplänkeleien zwischen der Stieftochter Polina und Alexei. Dostojewski soll hier seine eigene unerfreuliche Liebe gegenüber einer Polina verarbeitet haben. Trotz dieser offenbaren Authentizität konnte ich das Verhalten dieser Figur nicht nachvollziehen, als sie Alexei zurückwies, nachdem dieser ihr die Schulden mit dem Gewinn aus einem glücklichen Spiel am Roulettetisch begleichen wollte. Viel interessanter als der eigentliche Roman ist seine Entstehungsgeschichte, denn Dostojewski, der selbst unter finanziellen Druck aufgrund seiner Spielsucht stand, ließ sich vom seinen Verleger Geld vorstrecken, musste dafür aber als Gegenleistung binnen kürzester Zeit einen fertigen Roman liefern. Dieses ungewöhnliche novel-on-demand merkt man irgendwie dieser hektischen Erzählung an. Störend empfand ich zudem die fremdenfeindlichen Äußerungen, die Dostojewski seinem Ich-Erzähler in den Mund legt. Der Russe als Solches kommt im Grunde gut weg, denn er ist bodenständig, etwas unbeholfen bei der Anhäufung von Kapital, aber ansonsten mit einer Bauernschläue ausgestattet, die dem Deutschen (hässlich, kantig, schief, unnahbar), dem Franzosen (im Grund als hochkultiviert beschrieben, aber auch durchtrieben und verlogen), dem Polaken (anmaßend, anbiedernd, hochnäsig) und dem Engländer (steif) abgehen. Diese Form der satirischen Abgrenzung der Völker mag vielleicht für die damalige Zeit Mode sein. Heutzutage liest sich dies aber sehr anmaßend. Für mich war dies eher ein mittelmäßiger Klassiker.
Mein zweiter Dostojewski und natürlich ist er nicht mit "Schuld und Sühne" zu vergleichen. Alexej ist der Personifikation der Unentschlossenheit. Soll man der Liebe nachgehen oder lieber spielen ? Lieber das Geld investieren oder mit Blanch nach Paris gehen ? Er lebt immer nur am Rande der Realität und der Geschehnisse, immer wieder entweicht er zu den Roulettetischen; und beginnt darüber schon an zu zweifeln, ob er überhaupt dies alles erlebt hat oder nur in einem Irrenhaus sitzt. Aber "Morgen, morgen wird alles ein Ende haben !" Wieder eine auf seine Art tragische Geschichte, aber die Taten des Raskolnikow haben mich doch mehr mitgerissen als allein die Worte Alexejs. Zumal mir der ständige Rassismus etwas lästig wurde.















































