Der Zauberberg

Der Zauberberg

Softcover
4.0235
Elia NaphtaStreberHans CastorpClawdia

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Description

Hans Castorps geplanter Kurzbesuch in Davos wird zum siebenjährigen Aufenthalt, und Thomas Manns Novellenplan wächst zu einem der gewaltigen Werke der Weltliteratur: Ein eindringliches Porträt der europäischen Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg.
Der Textabdruck folgt der Erstausgabe von 1924.

In der Textfassung der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe (GKFA), mit Daten zu Leben und Werk.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Softcover
Pages
1120
Price
22.70 €

Author Description

Thomas Mann, 1875–1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat weltweit eine kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb.

Characteristics

1 reviews

Mood

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Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
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Protagonist(s)

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Writing Style

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Bildhaft (100%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

50
All
5

Trotz Schwächen ein Meisterwerk 👍😎.

Gipfelstürmer Ich habe es geschafft! Ich bin am Ziel! Ich habe den „Zauberberg“ erklommen und stehe am Gipfelkreuz 😎. Die Reise hat zwar keine sieben Jahre gedauert, aber mit mehr als drei Monaten war es doch schon ein beachtlicher (zeitlicher) Trip. Oft war ich kurz davor, die Reise abzubrechen, musste auch mal ein paar Tage Pause einlegen, um mich zu erholen, um Kraft zu tanken…Und doch habe ich mich immer wieder aufgerafft, bin weitergewandert, immer den Gipfel im Blick. Hat sich der Aufwand, hat sich die Zeit gelohnt? Ja und gleichzeitig nein. Ja, weil ich trotz allen unterwegs ausgestoßenen Flüchen, Verwünschungen etc. eine wunderbare (literarische) Reise hinter mir habe, die ich nicht so schnell vergessen werde. Nein, weil mir viele Passagen zu lang, zu philosophisch, zu viel belangloses Drumherum-Gerede war; der Roman hätte also gut (oder mindestens) 400 Seiten weniger haben können. Andererseits zeigt Thomas Mann hier (und insbesondere in den „langatmigen“ Passagen) sein ganzes Können als brillanter und (vielseitig belesener) Beobachter menschlicher „Untiefen“, Sitten und Gebräuche. Dies zeigt sich in Haupt- und zahlreichen Nebenfiguren, die mit zum Teil auf die Spitze treibenden ironisch und fein gezeichneten (auch mal filigranen) Merkmalen ausgestattet wurden, die den Leser:innen erlauben, tief in die Psyche oder die Gedankenwelt der Figuren „abzutauchen“ oder auch nur oberflächlich wahr zu nehmen – je nach Standpunkt und ob einem die Figur sympathisch ist oder nicht. Haltet mich für verrückt oder lebensmüde oder sonst etwas: mit (großem) zeitlichen Abstand werde ich dem Zauberberg einen weiteren Besuch abstatten – um dann hoffentlich wieder glücklich vom Gipfel hinab gucken zu können und zu denken „Du hast es (wieder) geschafft.“ 5* (trotz kleiner Kritikpunkte). © kingofmusic

4

Am Anfang und eigentlich lange hat mir der Roman sehr gefallen. Es macht Spaß, die Eingewöhnung Hans Castorps zu verfolgen und die anderen Patienten und Beschäftigten kennen zu lernen. Ich mochte auch Manns ausschweifende und ironische Erzählart. Auch die philosophischen Abhandlungen, z.B. über das Vergehen der Zeit, fand ich schön. Und so widersinnig es ist: Ich hatte Lust, mich in eine Decke zu hüllen und Liegekur zu machen 😅 Aber zum Ende hin ist es mir doch auch sehr lange geworden und ich hatte immer weniger Lust, mich darauf zu konzentrieren.

5

Wie aus drei Wochen sieben Jahre werden. Das Leben von Hans Castorp auf dem 'Zauberberg' mit herrlichen und teilweise unnötigen Abschweifungen. Sicher ein Buch, das man mehrmals lesen kann und wahrscheinlich auch sollte.

5

Man darf sich keine Illusionen machen: Dieses Buch ist ein ordentliches Stück Arbeit - und gerade wenn man öfter nur „zwischendurch“ zum Lesen kommt, so wird man sich immer wieder aufs Neue einlassen müssen auf philosophische Diskussionen und auf die (sich dann abbauende) Langsamkeit der Davoser Liegekuren. Und doch ist es lohnenswert dem „Sorgenkind des Lebens“ Hans Castorp durch all das zu folgen - ihn zu begleiten durch die Gedanken, die Antagonismen, durch die Gefühlszustände am Ende des langen 19. Jahrhunderts und auch durch die Wandlungen von Thomas Mann selbst. Hierbei kann man sicherlich nicht alles erfassen, die Auseinandersetzung wird notwendigerweise kein Ende finden mit dem Ende des Romans - im Gegenteil wird wohl schnell die Einsicht stehen, dass man sich früher oder später ein zweites Mal diesem Werk wird stellen müssen. Es muss aber auch nicht direkt alles erfasst und verstanden werden: zwischen den ironischen Beschreibungen und den hitziger werdenden Dialogen zeichnet sich die Richtung des Geschehens zunehmend ab. Man folgt der Geschichte mit zunehmendem Beklemmen bis sie mit einem Donnerschlag einen im Inneren zutiefst erschüttert zurücklässt.

4.5

📝 „Aber mit seinem Chaussure, höre mal, da steht es scheußlich. Grauwollene Socken und dann diese Sandalen.“ (S.32) 📝 „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, und Ungeduld schadet bloß.“ (S. 254) 📝 „Warten heißt: […] Zeit und Gegenwart nicht als Geschenk, sondern als Hindernis empfinden […]“ (S.332) 📖 Der junge Hans Castorp plant einen Besuch seines Vetters, der in den Schweizer Bergen im Sanatorium weilt. Diagnosen und Ratschläge von Ärzten, Rituale und Handlungen der internationalen Kurgäste lassen aus dem Besuch einen längeren Aufenthalt werden. Rege Diskussionen mit seinen Mitbewohnern und Sehnsüchte nach einer Frau sowie eine bevorstehende geopolitische Katastrophe prägen seine Visite in Davos. 💭 Was soll man zu der Schreibkunst von Thomas Mann sagen? Der Schreibstil fordert und beeindruckt mich. Lange Sätze, erhöhte Konzentration als üblich - keine Ablenkung in Zeiten der Ablenkung, aber das ist es wert. Während des Lesens fällt mir zunächst der Aspekt der Unveränderbarkeit des Zeitablaufs auf, den Mann geschickt in das Geschehen einwebt. Das gilt ebenfalls für die Macht der ärztlichen Diagnosen und Prognosen. In den Alpen beginnt der Protagonist, sich für die Jahreszeiten bzw. die Bewegung der Erde um die Sonne zu interessieren. Vielleicht ist es auch die entschleunigende Bergwelt, die ihm in der aufgeheizten Vorkriegszeit Halt gibt. Interessant finde ich die Diskussionen zwischen Settembrini, Castrop und Naphta über die Frömmigkeit, die Todesstrafe, den Unterschied Mensch zwischen Mensch und Tier. Literarisch gefällt mir zudem, der Vergleich zwischen Schnee und Sand am Meer sowie das Gespräch über iluminatistische Maurerei. Außerdem finde ich die Schlussszene (Achtung Spoiler) mit dem Beginn der Kampfhandlungen in unmittelbarer Nähe zum Sanatorium gelungen, in der das Kommunizieren unter den internationalen Gäste verstummt und die Waffen die Kommunikation übernehmen dürften.

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4

Thomas Manns Der Zauberberg beeindruckt durch seine dichte, kunstvolle Sprache und einen Erzählstil, der trotz der Länge des Romans eine eigentümliche Sogwirkung entfaltet. Die ruhige Erzählweise passt zum Thema der Zeitdehnung im Sanatorium und wirkt keineswegs langatmig. Besonders gelungen ist die Atmosphäre, die zwischen Melancholie und feiner Ironie pendelt. Weniger überzeugt haben mich die teils ausufernden ideologischen Debatten zwischen Settembrini und Naphta – sie wirken streckenweise ermüdend und bremsen den Lesefluss. Trotzdem bleibt Der Zauberberg ein außergewöhnliches Leseerlebnis, das lange nachhallt.

5

Ich habe lesend begonnen und die letzten paar hundert Seiten gehört. Beim Hören konnte ich mehr vom Inhalt mitnehmen ... Jedoch ist dies erste Mal sicher nicht das letzte Mal lesen/hören, da noch so viel übrig bleibt, um verstanden zu werden ...

5

Hey du, Mach es einfach!

Ein ideengetriebener Roman, kein handlungsgetriebener Roman! Ganz persönlich - rückblickend hat der Zauberberg mich gefunden, sonst hätte ich es nicht zu Ende lesen können. Anspruchsvolle Lektüre! Die Geschichte lässt sich vielmehr als ein Zustand beschreiben, als ein Spiegel der Menschen und der Gesellschaft. Alles aufbereitet in einem einmaligen Zusammenbau von „Spielregeln“ wie der Zauberberg „arbeitet“. Das bedeutet, der Zauberberg ist eher eine Parabel als nur ein Schauplatz. Erst durch den Zauberberg, und NUR durch den Zauberberg ist es möglich einen Zustand zu beschreiben und zu erfahren der erschreckend ähnlich eine Zeit spürbar macht die seines gleichen sucht. Beim Zauberberg entsteht die „Magie“ in der Erstlesung, alles danach ist ein Besuch, vielmehr ein zurückgehen und nachholen, da seine Wirkung, wie das letzte Kapitel sich nennt, durch einen „Donnerschlag“ paralysiert den Leser zurücklässt. Dieses Gefühl von Identifikation und Antrieb, was sich danach einstellt ist brutal, es kann einen dazu bemächtigen endlich „was zu tun“. Das Thema Zeit wird literarisch so verwebt wie Zeit im echten Leben funktioniert, mal schnell, mal schleppend, mal zum ausrasten langsam, fast schon einmalig das zu erlesen und sagen zu können, ich weis was es bedeutet „Zeit“ auf dem Zauberberg verbracht zu haben. Es braucht teilweise ewig bis Wochen vergehen und dann wieder hat man gar keinen Überblick mehr wie viel Zeit eigentlich verstrichen ist, weil Zeit subjektiv ist und als das auch beschrieben wird, wahrlich! Warum ist der Zauberberg das größte Buch der Welt? Es hat alles drin, das Leben, die Liebe, der Tod, der Wandel der Zeit und das Wetter als Zustand, ich kann gar nicht alles aufzählen was sich darin abspielt. Es ist ein Buch für jeder Mann, jeder erkennt sich darin wieder. Hans ist kein Held, sondern einer von uns und genau das macht es am Ende so bedeutend, weil es uns am Ende da stehen lässt mit der Frage? Lebe ich oder kreise ich?

3.5

Heute möchte euch den Roman „Der Zauberberg“ von Thomas Mann, erschienen im Jahre 1924 vorstellen. Der junge Hamburger Hans Castorp besucht seinen kranken Vetter in einem Sanatorium in Davos – aus dem geplanten kurzen Aufenthalt werden sieben Jahre. In dieser abgeschiedenen Welt gerät er in philosophische und politische Gespräche, erlebt eine persönliche Reifung und wird mit Fragen von Leben, Krankheit, Zeit und Tod konfrontiert. Der Roman spiegelt die geistigen Strömungen Europas vor dem Ersten Weltkrieg wider. Das Buch ist ein sprachlich wie stilistisch beeindruckendes Werk. Der Schreibstil ist detailreich, kunstvoll verschachtelt und voller raffinierter Stilmittel, die dem Roman eine große sprachliche Dichte verleihen. Besonders am Anfang konnte mich die Erzählung stark fesseln – die Atmosphäre des Sanatoriums, die Figuren und die subtile Ironie haben mich begeistert. Doch etwa ab dem letzten Drittel verlor das Buch für mich etwas an Spannung. Es wurde zunehmend langatmig, und manche Passagen zogen sich für meinen Geschmack zu sehr in die Länge. Trotzdem habe ich die philosophischen Aspekte des Romans geliebt. Die Gespräche über Zeit, Krankheit, Leben und Tod gehören für mich zu den stärksten Momenten des Werkes. Sie verleihen dem Zauberberg eine Tiefe, die weit über eine reine Erzählung hinausgeht. So bleibt es für mich eines der besten Werke von Thomas Mann – auch wenn wir beide wohl keine ganz innige Freundschaft mehr schließen werden. Bewertung: 3,5 von 5 Sternen. ✨️

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4

Puuuh. Wo beginne ich, wo höre ich auf 😂. Zunächst habe ich mich nach Abschließen des Buches tatsächlich gefühlt, als hätte ich einen Berg bestiegen. Der Beginn ließ sich meines Erachtens super lesen. Ich war wirklich rasch bei Hans Castorp und hab mich wie sein Schatten gefühlt. Wir kamen zusammen in Davos am Bahnhof und dann gleich im Anschluss physisch auf dem Zauberberg an, beobachteten alles , lernten die dortige Gesellschaft kennen und nach und nach, ganz langsam tauchte ich mit ihm in den Zauberberg hinab. Korrekt : HINAB. Mann bedient sich hier u.a. der griechischen Mythologie. Wir sinken also quasi mit Hans in die Unterwelt hinunter. Hier verlieren sich oftmals Zeit und Raum. Dies wäre dann auch schon das erste große Motiv des Zauberbergs: Die Zeit. Meiner Meinung nach hat Mann es extrem gut verstanden, den Leser selbst die Zeit an manchen Stellen vergessen zu machen bzw. die lesende Person merken zu lassen, dass die Zeit sich endlos ziehen kann. Nach einigen Kapiteln werden die Abstände zwischen den Unterkapiteln nämlich auch länger und länger. Demnach benötigte ich also auch manches mal eine gute Portion Durchhaltevermögen, um gut durch die langen Kapitel zu kommen. Einige davon ließen sich trotz allem rasch lesen und einige machten mir zu schaffen. Ähnlich wie beim Bezwingen eines realen Berges, genießt man sicherlich trotz aller Anstrengungen die schöne Natur um einen herum und manchmal muss man sich auf eher kargeren Wegen doch schonmal durch beißen. Die Passagen zwischen Naphta und Settembrini z.B. haben es mir doch häufig schwer gemacht. Ich konnte nicht alles erfassen, nachvollziehen oder gar greifen. Dies waren also ehrlich gesagt nicht die Stellen, die ich gerne gelesen habe , da es mir dann auf Dauer ehrlich gesagt, zu anstrengend war. Hier kam ich dann schleppend voran und musste häufiger während der Lektüre pausieren, da ich mich zeitweise verloren fühlte und es mir zu viel wurde. Genossen, ja regelrecht verschlungen habe ich dann die Abschnitte im Buch, die sich auf die Charaktere des Zauberbergs bezogen, die Abschnitte, in denen diese oftmals skurrilen Persönlichkeiten interagierten. Ich habe Manns Beobachtungen und Beschreibungen wirklich gemocht. Ich musste zwischendurch auflachen und konnte diesen berühmten Speisesaal direkt vor mir sehen. Überhaupt zeichnet (oder besser gesagt überzeichnet) Mann seine Figuren wirklich gut. Es gibt so viele ironische, zynische und sarkastische Stellen, die ich ehrlich mit Genuss las. Die Sprache hat mir unheimlich gut gefallen. Seine komplexen aber sehr präzisen Beschreibungen ließen nur noch mehr Bilder in meinem Kopf entstehen . Anstrengend wurden seine verschachtelten Sätze nur dann, wenn es mal wieder zwischen Naphta und Settembrini in einem Streitgespräch hoch her ging. Ehrlich gesagt, fehlte mir hier schlichtweg das Hintergrundwissen. Genießen kann man es höchstwahrscheinlich mehr, wenn man einiges zur griechischen Mythologie, zur Musikgeschichte, über die Persönlichkeiten der Philosophie und auch zur allgemeinen europäischen geopolitischen Lage der damaligen Zeit weiß. Ich musste akzeptieren, dass ich nicht alles verstehen muss, um sein Werk genießen zu können. Ich schätze diese Lektüre aufrichtig. Was er alles an Recherchearbeit hineingesteckt hat, ist sehr beeindruckend. Ich bin wirklich froh, dass ich mir parallel die Erläuterungen von Reclam dazu besorgt habe. Mir hat es wirklich geholfen, einige Dinge zu verstehen. Außerdem lese ich nun noch zusätzlich eine Biografie Manns zu Ende. Auch hier kann man erkennen, dass so einiges autobiografisches in dem Buch steckt. Er hat nicht nur während seiner Schreibprozesse viel Selbstdisziplin bewiesen sondern auch in seinem privaten Leben. Gern möchte ich noch „Königliche Hoheit“ von ihm lesen. „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull “hatte mir schon während der Schulzeit wirklich gut gefallen. Ich bin sehr froh, mich an den Zauberberg ran getraut zu haben. Letztlich fand ich es herausfordernd, unterhaltsam und wirklich bereichernd .

3

Viele haben mich vor diesem Roman gewarnt. Germanistik Studenten würden diesen Roman hassen und nur deren alteingesessenen Professoren würden ihn vergöttern. Unnötig kompliziert und viel zu ausschweifend. Ich habe mich, allen rufen zum trotz,dennoch dazu entschieden es zu lesen. Erstmal geh ich davon aus, das nicht jeder Germanistikstudent auch ein Bücherfreund ist und dann könnte man die Kritikpunkte so ziemlich jedem Klassiker zuordnen. Dennoch habe auch ich meine Schwierigkeiten. Sicherlich schreibt Thomas Mann Grammatikalisch hervorragend und war eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Leider sind (Ganz klar nur meine Meinung) seine Beschreibungen einfach nicht interessant. So schafft er es, dass ich wie Hans Castorp in eine Art Schlafphasen hineinfalle. Ich konnte das schwerfällige und müde leben in dem Sanatorium gerade zu spüren. Das spricht dann natürlich wieder für die geschriebene Atmosphäre, die uns Thomas Mann hier bietet. Das Buch ist Arbeit. Die Konzentration muss hoch sein. Dafür das eigentlich kaum was passiert, es ist paradox. Die ausschweifenden (Streit)Gespräche zwischen Settembrini und Naphta sind wirklich eine Hausnummer und ganz ehrlicher weiße, bin ich da auch manchmal nicht mehr mitgekommen. Stellenweise dachte ich, ich lese ein Sachbuch. So war es das Ende, dass mir das eigentliche Motiv des ganzen Buches gezeigt hat. Es war auch das Ende, welche meine Bewertung etwas erhöht hat. Alles in allem verstehe ich um den Wert des Romans, seine Stellung als Weltklassiker hat es sich sicherlich verdient. Der Abbildung der damaligen Gesellschaft innerhalb des kleinen Hauses, die persönliche Entwicklung Hans Castorps, sowie der philosophische Blickwinkel der Zeit, waren interessante Themen. Als Ganzes leider zu langweilig.

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5

„Der Zauberberg“ von Thomas Mann ist ein beeindruckender, aber anspruchsvoller Roman über Zeit, Krankheit und Ideen im Sanatorium – tiefgründig, philosophisch und zeitlos, der mich lange beschäftigt hat.

Hans Castorp besucht seinen kranken Vetter in einem Schweizer Sanatorium und bleibt selbst monatelang, gefangen in einer Welt aus Gesprächen über Leben, Tod und Politik. Zwischen dem rationalen Settembrini und dem mystischen Naphta entfaltet sich ein Streit der Geister, während die Zeit seltsam gedehnt wird. Mann erzählt langsam und detailliert, mit langen Absätzen über Medizin, Liebe und den Ersten Weltkrieg. Die Berghöhe symbolisiert Isolation und Veränderung, Castorps Entwicklung vom Unschuldigen zum Denkenden ist faszinierend. Es geht um den Zauber der Zeit, der Vernunft gegen Leidenschaft und Europas Vorabend zum Krieg. Insgesamt ein Klassiker, der Geduld braucht, aber mit reicher Sprache und großen Themen belohnt – ideal für Leser, die intellektuelle Tiefe schätzen.

„Der Zauberberg“ von Thomas Mann ist ein beeindruckender, aber anspruchsvoller Roman über Zeit, Krankheit und Ideen im Sanatorium – tiefgründig, philosophisch und zeitlos, der mich lange beschäftigt hat.
4.5

Ein Meisterwerk

Ja, ich habe ein Meisterwerk gelesen - unzweifelhaft großartige Erzählkunst! Dennoch empfand ich das Lesen dieser 1000 Seiten zum Teil als sehr anstrengend (Ich bin teilweise auf das Hörbuch umgeschwenkt mit dem hervorragenden Erzähler Westphal!) Die sprichwörtlich seitenlangen philosophischen Dialoge zwischen Naphta und Settembrini empfand ich als ermüdend. ( Im Gegensatz dazu "die Buddenbrooks" - eines meiner Lieblingsbücher - durchweg unterhaltsam) Aber :Thomas Manns Art zu erzählen ist wahrlich meisterhaft!

4

Exzentrische Zeiten

"Gewöhnung ist ein Einschlafen oder doch ein Mattwerden des Zeitsinnes, und wenn die Jugendjahre langsam erlebt werden, das spätere Leben aber immer hurtiger abläuft und hineilt, so muss auch das auf Gewöhnung beruhen. Wir wissen wohl, dass die Einschaltung von Um- und Neugewöhnungen das einzige Mittel ist, unser Leben zu halten, unseren Zeitsinn aufzufrischen, eine Verjüngung, Verstärkung, Verlangsamung unseres Zeiterlebnisses und damit die Erneuerung unseres Lebensgefühls überhaupt zu erzielen. (S. 146-147)" Es ist immer wieder die Zeit, über die Thomas Mann (1875-1955) in diesem seinen berühmten Werk philosophiert. Die die Konstante und Verbindung dieser eigentümlichen Geschichte bildet und ja fast als nicht menschliche Hauptrolle in diesem Roman auftritt. Der junge Hans Castorp macht sich nach seinem abgeschlossenen Ingenieursstudium auf seinen Vetter Joachim Ziemßen im Internationalen Sanatorium "Berghof" zu besuchen. Dieser ist dort auf Lungenkur. Aus den 3 Wochen Besuchszeit werden schließlich Jahre des Aufenhalts, die ineinander überfließen, kaum unterscheidbar. Hans Castorp wird selbst zum Patienten und entfernt sich durch sein zeitloses Leben dort droben immer weiter vom "normalen" Leben im Flachlande. Die Monotonie der Berghofwelt wird einzig unterbrochen durch die Begnungen mit diversen exzentrischen Persönlichkeiten wie dem Humanisten Settembrini, dem Jesuit Naphta, Clawdia Chauchat, Mynheer Peeperkorn, Ellen Brand und vielen weiteren. "Der Zauberberg" hat mir gut gefallen. Er ist für mich kein Buch, das eine Spannung erzeugt der man nicht mehr wiederstehen kann, sondern eher eine Geschichte, die leicht und sanft vor sich hinplätschert, durchbrochen von philosophischen Passagen. Ich finde Sprache und Satzbau sind nicht immer ganz leicht zu verstehen, sodass es meiner Meinung nach kein Buch ist, das sich mal eben vorm Schlafengehen lesen lässt. Ich habe mir dementsprechend damit Zeit gelassen. Die vielen exzentrischen Charaktere fand ich wirklich gut dargestellt. Das Ende hingegen hat mich irgendwie traurig gemacht.

Exzentrische Zeiten
5

Ja... es ist wirklich ein Meisterwerk.

Nun also... dies war mein erster T. Mann. Ich habe mir viel Zeit beim Lesen gelassen. Es ist kein Buch, das man einfach Mal nebenbei liest. Nein, es verlangt gerade dazu, es langsam und mit wachem Geist zu Lesen. Und was soll ich sagen? Ich glaube kein Buch hat mich jemals dermassen zum Nachdenken angeregt wie der Zauberberg. Die Geschichte von Hans Castorp auf dem Zauberberg ist an und für sich nicht spannend. Genau hier verzetteln sich viele Leser und werfen diesem Meisterwerk gähnende Langeweile vor. Aber Thomas Mann will was ganz anderes von uns: er will, dass wir nach dem Kapitel das Buch schliessen und uns überlegen, was uns gerade Mitgeteilt worden ist (Tipp: mit ChatGPT lässt sich das wunderbar machen! ABER: Ihr sollt intepretieren, nicht die AI!) Und mir läufts kalt den Rücken runter, wie viele Botschaften man in jedem einzelnen Kapitel entdecken kann. Eindrücklich ist auch, wie viel man in sein eigenes Leben davon mitnehmen kann. Was entdeckt man im Zauberberg? (Ganz kleiner Auszug) Ein neuer Mikrokosmos Hierarchien im Mikrokos Theorie des Kreislaufes Extreme Ideologien, die aber nur Gegenseitig existieren können. Ironie Und vieles, vieles mehr.

5

Es gibt ein Leben vor und ein Leben nach dem Zauberberg

Wo fange ich an wo höre ich auf? Ich halte es kurz: Dieses Werk hat nach rund 100 Jahren nicht an Aktualität eingebüßt, im Gegenteil wir stehen in ähnliche Zeiten. Haben wir nichts dazugelernt? Themen wie Totale Autorität, Populismus, Liebe, Krieg usv. finden sich alle wieder im bzw. auf dem Zauberberg. Sprachlich ist Thomas Mann der Maßstab aller Dinge. Die Sätze sind so detailreich und paradiesisch gestaltet, besonders die Dialoge sind reiner Sprach-Zauber. Für mich der Schriftsteller mit der wundervollsten Art zu schreiben. Dieses Buch kann als literarische Bibel bezeichnet werden. Es finden sich so viele Anspielungen, Notizen und Ideen, die sicherlich auch beim abermaligen Lesen erst neu ins Auge stechen. Ich glaub die Welt könnte eine bessere sein, wenn jeder Mensch dieses Buch gelesen hätte.

Es gibt ein Leben vor und ein Leben nach dem Zauberberg
5

Es war eine lange Reise - begleitet mich in entlang meiner Logbuch-Einträge im Buchclub Achtung: Latente Spoiler in der letzten Etappe

1. Etappe: Ich merke, dass meine Gedanken immer wieder zu den Buddenbrooks schweifen und möchte eigentlich gar nicht vergleichen... und trotzdem passiert es und ich merke, wie sehr ich dieses Buch liebe. Am Zauberberg mag ich bisher diese ganz besondere „vollkommen out of space“ Atmosphäre und die (humorvolle) Charakterisierung dieser eigenen in einer separaten Petrischale inkubierten Gesellschaft. Gleichzeitig muss ich mich auf das Tempo einlassen, was gerade ab und zu schwer fällt… 2.Etappe: Ich finde es in der Selbstbeobachtung ganz spannend, dass es sehr vom Level der Geschwindigkeit meines Alltags abhängt, wie sehr ich mich auf langsamere Passagen einlassen kann. Der Abschnitt, in dem sie beim „Chefarzt“ zu Besuch sind und es darum geht, woraus der Körper im eigentlichen besteht, wird mir in Erinnerung bleiben und erinnerte mich an meine Studienzeiten. Ich muss wirklich sagen, dass meine zauberhafte Jubiläums Schmuckausgabe mir sehr hilft, dran zu bleiben… 3. Etappe: Ich spüre, dass ich aktuell mit viel mehr Lust zum Zauberberg greife als zu Beginn und überlege gerade, woran das liegen könnte: sicherlich ist man mittlerweile verbundener mit den Figuren. Ich finde auch, dass es insgesamt mehr Dynamik aufnimmt, der Humor erwischt mittlerweile immer häufiger. Ausschlaggebend ist sicherlich auch, dass die Relation zur Zeit sich im Vergleich zum 1. Abschnitt verändert hat. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Schilderung der Fassungslosigkeit ob der Tatsache, dass der Sommer vorüber ist. Ich liebe den Herbst, aber das passte schon sehr gut zum aktuellen „vibe“ 4. Etappe: Die Philosophischen Gespräche? Da ich nicht immer den absoluten Anspruch habe es 1:1 zu verstehen, klappt es ganz gut. Wobei ich aktuell die Phasen der Introspektion und der Naturbeschreibungen besonders schätze… 🏔️ 5. Etappe: Durch die Länge und kunstvolle Gestaltung des Gesamtwerks, in der auch der Leser wie in einer Parallelwelt aufgehoben ist, in der man sich die ganze Zeit um eigene Belange und philosophische Fragen dreht, holt uns das Ende auf den bitterem Boden der Tatsachen zurück. Es hat mich vollkommen weggefegt, und gerade der Kontrast in Länge und Ton und Brutalität war für mich Augen öffnend und hat es dann letztlich doch zu einem Highlight für mich werden lassen. Es führt uns vor Augen, wie sinnlos zuvor beschütztes und gepflegtes Leben im Krieg ohne Rücksicht auf das Individuum einfach weg gemäht wird. Ich habe erst mal einige Tage gebraucht, um mich von diesem Ende zu erholen, beziehungsweise wieder aufzurappeln. Ein bisschen war es wie eine Ohrfeige und ich finde es eine unfassbar wichtige Erfahrung, das zum ersten Mal so lesen zu dürfen. Bei einem etwaigen ReRead wäre man darauf ja schon besser vorbereitet und würde nicht aus dieser eingelullten Welt heraus gerissen werden. Auch das Motiv der Zeit klingt immer noch nach. Im ersten Abschnitt wird eine objektiv kurze Zeitspanne sehr ausführlich geschildert und nach und nach verändert sich das Verhältnis der Erzählzeit zum Zeitraum, über den berichtet wird, bis am Ende überhaupt nicht mehr klar ist, welche Zeitspanne, wie lang ist und das brutale Ende kurz in knapper Zeit dargestellt wird. Es ist ein Buch, das für immer Spuren bei mir hinterlassen wird. Und meine Bauchschmerzen zur Gegenwart nicht unbedingt schmälert, dennoch gab es auch viele unterhaltsame Passagen und mir wurde aus medizinischer Sicht auch wieder bewusst, wie Alltags-prägend das Krankheitsbild der Tuberkulose bis vor gar nicht langer Zeit war. Und wie stark die Schwindsucht auch in die Kunst gewirkt hat (Zauberberg, La Boheme, etc.)

3

Ein Erlebnis und ein Werk, das man sich erarbeiten muss.

Ein Opus Magnus. Ausladend und entschleunigt erzählt. Detailliert, präzise und bildreich wird ein banaler Alltag im Sanatorium mit dem Protagonisten Hans Castorp im Zentrum beschrieben - ohne großartige, spannende Handlung. Es fesselt nicht, drängt nicht weiter. Sprache sehr gewählt, elegant, genau, mit feinem Witz. Aber auch verschachtelt, unnötig kompliziert und bisweilen schwer zu lesen. Ausufernde philosophisch-intellektuelle Exkurse, denen man kaum folgen kann. Bisweilen gedankenverliebt und Verdacht auf eine bewusst elitäre ausdrucksweise. Die manieriert-komplexe Sprache deckt oft die Aussagen zu. Man stolpert durch einen schönen Irrgarten an Sprache und verliert den inhaltlichen Faden. So ist das Werk einerseits faszinierend-poetisch und andererseits spröde-überfordernd. Ein Buch, das man nicht so einfach liest, sondern das man sich erarbeiten muss. Literatur als intellektuelle Herausforderung und bildungsbürgerlicher Zeitvertreib. Kein Gefühl von Betroffenheit oder Tiefe. Ich habe nicht das Gefühl, viel gelernt zu haben oder mich köstlich unterhalten zu haben. Allenfalls baut man eine Beziehung zu den sehr genau beschriebenen Protagonisten auf. Unübersetzte fremsprachliche Textstellen stören. Manche Passagen sind virtuos in ihrer intensiven und cineastischen Beschreibungskunst (Schneesturm, Kriegsszene) und manches erscheint als zäher Füllstoff und Wiederholung des Gleichen. Faszinierend ist der Einblick in eine vergangene Welt - ihre Etikette, ihre Zwänge, Kümmernisse und Freuden.

4

Thomas Manns "Der Zauberberg" ist wie ein endloser Winterurlaub in den Bergen, bei dem du nicht Ski fährst, sondern dich mit skurrilen und vielschichtigen Menschen unterhältst.

Die Handlung ist zweitrangig – es geht vor allem um die Charaktere, und die sind so bunt und eigenartig, dass sie einen eigenen Roman wert wären. Unser Protagonist Hans Castorp ist zu Beginn ein etwas farbloser Typ. Er kommt ins Sanatorium, um seinen Cousin zu besuchen, und bleibt irgendwie hängen. Aber während seiner sieben Jahre dort (ja, sieben!) wächst er einem trotzdem ans Herz. Hans ist kein Held im klassischen Sinn, sondern eher ein Beobachter, der sich von den anderen Figuren prägen lässt. Und diese Figuren sind der wahre Kern des Romans: - **Lodovico Settembrini**, der charismatische Italiener, ist ein wandelnder Redefluss über Humanismus und Fortschritt. Mit ihm zu reden, ist wie ein ewiges philosophisches Seminar, manchmal inspirierend, manchmal ermüdend. - **Leo Naphta**, sein intellektueller Gegenspieler, bringt dunkle, radikale Gedanken ins Spiel. Settembrini und Naphta werfen sich ständig Argumente an den Kopf – man kommt sich vor wie in einer endlosen Debatte über Ideologien. - **Clawdia Chauchat**, die geheimnisvolle Schönheit mit ihrem katzenhaften Charme, sorgt für Hans’ erste große Schwärmerei. Sie bringt ein bisschen Gefühl in die kalte, intellektuelle Atmosphäre. - **Dr. Behrens** und **Dr. Krokowski**, die Ärzte, haben beide ihre eigenen Macken. Behrens ist der leicht skurrile Leiter des Sanatoriums, während Krokowski mit seiner fixen Idee von der Verbindung zwischen Krankheit und Sexualität irgendwie gleichzeitig nervt und fasziniert. Jede dieser Figuren steht für eine Idee oder eine Perspektive, und Hans Castorp taumelt zwischen ihnen hin und her, ohne jemals eine feste Haltung zu entwickeln. Aber genau das macht ihn interessant: Er ist eine Projektionsfläche, durch die wir selbst all diese Konzepte reflektieren können. Manchmal wünscht man sich, sie würden weniger reden und mehr *machen*, aber dann wäre es nicht Thomas Mann. Alles in allem ist "Der Zauberberg" ein faszinierendes Figurenkabinett, das durch seine Mischung aus Intellekt, Ironie und menschlicher Schwäche glänzt. **4 von 5 Sternen**, weil es genial ist – aber manchmal eben auch ein bisschen viel.

5

Dieses Buch ist voller philosophischer und zutiefst menschlicher Themen. Es geht um Krankheit, Liebe, Freundschaft, Tod - vor allem aber um die Zeit. Besonders das Ende ist so sprachgewaltig, dass es einem den Boden unter den Füßen wegzieht.

3

Mit Hans Castorp aufwachen

Der Zauberberg ist eine dichte, vielschichtige Erfahrung, die Geduld fordert – aber auch reich belohnt. Als Hörbuch hat mir das Werk besonders gut gefallen, weil die Stimme und das Atemtempo des Sprechers mir halfen, mich durch die anspruchsvolle Sprache und die berüchtigt langen Sätze Thomas Manns zu bewegen, ohne den Faden zu verlieren. Was mich besonders berührt hat, war die Tiefe der Figuren. Von skurril bis komisch, von zurückhaltend bis durchdringend – die Charaktere sind so lebendig gezeichnet, dass sie lange im Gedächtnis bleiben. Die Gespräche zwischen Hans Castorp und Madame Chauchat haben mich besonders gefesselt. Sie waren voller Gefühl, aber auch voller Zwischentöne und Bedeutungsschichten – eine faszinierende Mischung aus Nähe, Unsicherheit und Selbstentdeckung. Ich hatte das Gefühl, dass Castorp gerade durch diese Dialoge eine neue Klarheit über sich selbst gewann. Danach wirkte er auf mich wie verwandelt – wacher, aktiver, als wäre er aus einem langen inneren Schlaf aufgewacht. Obwohl ich den Roman nicht leicht fand, hat er mich gerade durch seine Tiefe und Langsamkeit beeindruckt. In einer Zeit, in der alles oft schnell gehen muss, war es fast ein Gegenentwurf – und gerade das hat mir gefallen. Ich freue mich darauf, noch mehr von Thomas Mann zu entdecken.

4

Thomas Mann ist ein konservertiver Dekadenz-Poser vor dem Herrn. Ganz cool schildert er noch auf Seite 993, dass seine neue Zigarrenmarke "Rütlischwur" einen bläulichen Leibring habe, fügsam und mild im Charakter sei und mit gleichmäßig sich verzehrender schneeweißer, haltbarer Asche. Der letzte Satz, eine Frage ob aus dem Weltfest des Todes (der 1. Weltkrieg) einmal die Liebe steigen wird? Es wurde daraus der 2. Weltkrieg. Ist es Zufall, dass die zersetzende Kraft im Roman, die Figur Naphta (Die Vorlage war scheinbar Georg Lukács) Jude war? Trotzdem großes Kino. Vor allem der Lebensstil Castorps im Vergleich zur heutigen 0,5 sek. Videoschnitt-/Waren-/Werbewelt.

4.5

Ich muss zugeben das ich den Anfang sehr mühsam fand und ich schon zweimal so weit war das Buch wegzulegen…. aber ich blieb dran und es hat sich gelohnt…. mit der Zeit kam ich immer mehr in die Geschichte und in den Schreibstil hinein …. es las sich mit der Zeit immer flüssiger und auch die Geschichte nahm zunehmend mehr Fahrt auf…. Ich konnte mir die einzelnen Personen bildlich genau vorstellen und mich auch emotional (vor allem in die Hauptperson) hineinversetzen …. viele waren mir nicht sympathisch …. aber genau das machte es für mich immer interessanter… das Zusammenspiel der einzelnen Personen und wie sich diese im laufe der Geschichte verändern…. einzigartig erzählt.

4

Kein Buch schrie im Jahr 2023 so sehr danach, von mir (noch einmal) gelesen zu werden, wie Thomas Manns "Zauberberg". Entweder stiess ich auf Zitate (Treue), traf auf Figuren, die das Buch liebten (ZeitZuflucht) oder jemand hasste es abgöttisch (Muss ich das gelesen haben?). Auf jeden Fall jagte mich der Zauberberg, sodass ich mich entschied, dass es wohl Zeit für einen Re-Read ist. Doch als ich mein 1000-seitiges Buch in der Hand hielt, fragte ich mich, ob ich mir das wirklich antun wollte. Dass mein jüngeres Ich auf die erste Seite den Satz "Irrelevanz auf 900 Seiten" geschrieben hat, motivierte mich nicht unbedingt mehr. Also schloss ich einen Kompromiss mit mir selbst. Normalerweise höre ich keine gekürzten Hörbücher, aber hier entschied ich mich dazu, eine sanft redigierte Version davon zu hören. Die längste Version unserer Bibliothek beinhaltete immer noch 15 CDs. Und so kam ich doch noch einmal in den Genuss des Zauberberges. Gert Westphal ist die perfekte Besetzung für dieses Hörbuch. Er passt hervorragend in diese Welt dort oben, seine Stimme ist wie geschaffen für Thomas Mann. Ausserdem mochte ich es, dass er denen aus dem Norden einen norddeutschen Akzent verpasst hat, sodass Hans uns sein Cousin noch mehr herausstechen. Die Kürzung hat dem Buch gut getan. Auf jeden Fall hatte ich nicht mehr das Gefühl, mich mit Belanglosigkeiten herumschlagen zu müssen. Ich genoss die Diskussionen, die sich entspannen, und die Ruhe und Gemütlichkeit in der Kur. Weniger mochte ich die Misogynie, die aber nur anfänglich durchdringt. Danach sind die Frauenfiguren eh nicht mehr wichtig. Wie passend. Vielleicht wurde auch das Schlimmste herausgestrichen. Da ich mich an vieles nicht mehr erinnerte, war es angenehm, sich mal wieder nach Davos zu begeben und dort im Geiste herumzuwandern. Ob ich mir jemals wieder das ganze Buch vornehmen werde? Wer weiss. Eilig habe ich es nicht. Vielleicht beginnt es in 10 Jahren wieder, mich zu verfolgen. Oder dann sind es vielleicht auch die Buddenbrooks. Das Lese-Schicksal kann sehr abenteuerlich sein.

3

Wahrscheinlich nicht ganz meine Sparte.

Ich hatte Lust mich so nach und nach durch einige Klassiker zu lesen und habe mir gedacht – warum nicht einfach diesen. Anfangs war ich noch sehr begeistert. Sprachlich unglaublich schön und ziemlich witzig. Auch hat mich die Handlung noch interessiert und ich war gespannt darauf, was es mit den Warnungen des Herrn Settembrini auf sich hat. Ich glaub ich habe einfach ein ganz anderes Ende erwartet. Vielleicht fehlt es mir auch an Bildung in (moderner) klassischer Literatur um darin den wirklichen Wert zu erkennen. Ich fand es irgendwann ziemlich anstrengend und durch die zweite Hälfte musste ich mich kämpfen.

3.5

Ein wirklich geschnörkelt, gedrechselter Roman. Großartige Sprache, doch ich möchte anmerken, dass mir Strunks Interpretation besser gefallen hat.

5

Vor über zwanzig Jahren las ich den Zauberberg das erste Mal. Obwohl ich Tonio Kröger und die Buddenbrooks liebte, quälte mich dieses Buch. Nun war ich bereit. Es ist sprachlich sehr anspruchsvoll und wunderschön. Viele Kapitel haben einen essayistischen Charakter, in denen grundlegende Fragen des menschlichen Lebens diskutiert werden. Absolut aktuell, denn es geht um Humanismus und Freiheit gegen Autoritarismus und Mystizität. Die Charakterbeschreibungen zeugen von genaue Betrachtung und es gibt tatsächlich auch einen Plot, in dem Zeit keine große Rolle. Dennoch schreitet sie unaufhaltbar voran und auf die Katastrophe zu. Dieses Buch kann mit Sicherheit mehrfach gelesen werden.

5

Ich liebe die Werke von Thomas Mann sehr, auch dieses.

4

Herausfordernd

Eine literarische Herausforderung ohnegleichen, die mich sowohl mit einer zerrissenen Meinung als auch emotional zerrissen zurück lässt. Auch wenn ich es zwischenzeitlich mehrfach einfach abbrechen wollte, bin ich froh, es zuende gelesen zu haben und dankbar für die vielseitigen Eindrücke und Denkanstöße, die dieses Buch bei mir hinterlassen hat.

2

wayyy to long. nearly everywhere in the book one could’ve ripped out a hundred pages and nobody reading it would’ve noticed.

2.5

Die Story um Hans Castrop fand ich ansich gar nicht so schlecht. Hier und da gab es wirklich interessante Wendungen, besonders das Ende hat mich positiv überrascht und das fand ich wirklich gut gemacht. Damit hätte ich echt nicht gerechnet. Aber leider war es mir viel zu langatmig und ausschweifend erzählt. Die Geschichte hätte man locker um die Hälfte kürzen können. Unter anderem haben mich die ellenlangen Diskussionen zwischen Settembrini & Naphta verzweifelt lassen. Dank des Hörbuch und meiner Leserunde blieb ich dran. Obwohl ich mich des öfteren gefragt habe, warum ich mir das antun. 😅 Deshalb wir es das letzte Buch von Thomas Mann das ich lese. Seine Art Geschichten zu erzählen und sein Schreibstil ist einfach nicht meins. Ich hab es nochmal versucht nach den Buddenbrooks, aber es sollte nicht sein.

5

„Einer der bedeutendsten deutschsprachige Romane des 20. Jahrhunderts.“ (Fischer Verlag) „Das Buch der Bücher.“ (Walter Jens). Schon wenn man die Texte auf dem Buchrücken liest, geht man angesichts der offensichtlichen Gewaltigkeit des Zauberbergs in die Knie. Doch es ist nicht leicht, dieses Monumentalwerk zu bezwingen, denn Thomas Mann verlangt viel von seiner Leserschaft, insbesondere Zeit und vielschichtiges Interesse. Weite Teile des Romans sind so meisterhaft in meinen Augen, dass ich gerne in die Lobeshymnen einstimmen würde. Aber es gab auch Passagen, insbesondere gegen Ende des Buchs, denen knapp 100 Jahre nach Erscheinen des Romans die Allgemeingültigkeit abhanden gekommen sind. Seitenweise Ausführungen über die Freimaurer, spirituelle Sitzungen oder nicht enden wollende Dispute über philosophische und ideologische Standpunkte zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnten mich nicht immer fesseln. Trotz dieser unterschiedlichen Intensität der Lebenserlebnisse über 1000 Seiten hinweg, überstrahlen die glanzvollen Abschnitte die teilweise empfundene Langatmigkeit. Beim erneuten Lesens des Zauberbergs fiel mir vor allem das zentrale Thema der Zeit auf. Der 24jährige Hans Castorp will für drei Wochen im Jahr 1907 nach Davos fahren, um dort seinen Vetter im Sanatorium zu besuchen. Aus den drei Wochen werden sieben Jahre, nachdem bei ihm ebenfalls ein Lungenleiden diagnostiziert wurde. Daran merkt man schon, wie Zeit sich dehnt im Buch. In einer Art Essay über die Zeit zu Beginn des Buchs erklärt Thomas Mann, warum wir Zeit so unterschiedlich empfinden. Mal verfliegt sie und mal dehnt sie sich unheimlich in die Länge, gerade in Urlaubszeiten, in denen man zu Beginn meint, unendlich viele Tage vor sich zu haben. Doch mit zunehmender Fortdauer des Urlaubs scheint die Zeit bis zum Ende immer schneller zu vergehen. Was Mann so schön theoretisch erklärt, setzt er kompositorisch in seinem Roman hervorragend um. Während das 1. Kapitel sich über einen Tag erstreckt, umfasst das letzte Kapitel die letzten sechs Jahre des Kuraufenthalts des Protagonisten. Ungewöhnlich ist, dass es sich um eine Art Bildungsroman handelt, doch statt das sich der Protagonist auf Wanderschaft begibt und Menschen auf seinem Weg kennen lernt, bleibt Hans vor Ort und Leute kommen und gehen in dem hermetisch Ort der Klinik. Hans Castorp kommt als frisch ausgelernter junger Ingenieur ohne konkrete Lebensziele in die Schweiz. Doch auf seinem siebenjährigen Bildungsprozess bleibt nicht viel an persönlicher Weiterentwicklung hängen. Charakterlich verlässt er den Zauberberg als derselbe Taugenichts und Müßiggänger, der er sieben Jahre zuvor war. Die ganzen Lehrer, Mentoren und Wegbegleiter sind für mich nur Symbole für Ideologien gewesen, die sich um den Spießbürger Castorp drehen. Sein Vetter Joachim, der Soldat, steht für Pflichtbewusstsein und die Ratio. Mitpatient Settembrini ist der moderne Humanist-Optimist. Der Jesuit Naphta der religiöse Fundamentalist. Die schöne Mitpatient Clawdia verkörpert die Sinnlichkeit und Liebe. Und der erst am Ende auftauchende Peeperkorn steht für den ausufernden Lebensstil und den Hedonismus. Castorp legt sich nie fest, ist all diesen Personen wohlgesonnen und läßt sie wirkungslos an sich vorüberziehen. Vielleicht ist das ein grober Querschnitt durch die Vorkriegsgesellschaft. Nach meinem Empfinden ist aber weniger Inhalt noch Aufbau das Bedeutende und Einzigartige an dem Roman. Es sind die Sprache, der satirische Unterton im Schreibstil und diese unnachahmliche Formulierkunst Thomas Manns.

5

Großartig! Großer Klassiker! So toll geschriebenen, man wird selbst zum Bewohner, Patient. Ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte. Faszinierende Sprachgewalt.

2.5

Bin absolut zwiegespalten

2,5/5 ⭐️ Ich muss zugeben, dass dieses Werk mich nicht vollständig überzeugt hat. Im Vergleich zu seinem Theaterstück, das ich vorher gesehen habe, fiel der Roman für mich leider etwas flach aus. Es dauerte einen ganzen Monat, um mich durch die Seiten zu arbeiten, und am Ende konnte ich dem Buch nur 2,5 von 5 Sternen geben. Die Geschichte folgt dem jungen Hans Castorp, der eine kurze Besuchsreise zu seinem kranken Cousin im Sanatorium unternimmt und dann unerwartet für sieben Jahre bleibt. Während dieser Zeit taucht er in eine Welt ein, die von Krankheit, Zeitlosigkeit und philosophischen Diskursen geprägt ist. Das Buch endet mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs. Mann schafft ein Panorama menschlicher Gedanken und Ideen, eingefangen in den Diskussionen zwischen den Charakteren Settembrini und Naphta. Diese Debatten, die den Konflikt zwischen Humanismus und Faschismus widerspiegeln, sind zweifellos anspruchsvoll und reich an intellektueller Tiefe. Doch gleichzeitig haben sich mich in ihrer Ausführlichkeit erschöpft und die Handlung stagnieren lassen. Die Charaktere in "Der Zauberberg" sind keine lebendigen, greifbaren Wesen, sondern eher Abstraktionen von Ideen, die durch Manns Prosa zum Leben erweckt werden. Das war an einigen Stellen für mich ziemlich entfremdend, da ich Schwierigkeiten hatte, eine persönliche Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Das Sanatorium selbst fungiert als Metapher für die isolierte Welt, die Mann geschaffen hat, in der die Zeit stillzustehen scheint und die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen. Das Ganze hat dem Roman eine surreale Atmosphäre verliehen, die sowohl faszinierend als auch beunruhigend ist. Die Schreibweise ist knapp im Ton, weder sinnlich noch lyrisch, sondern hat stattdessen Klarheit und Stärke. Der Prosa fehlt es nicht an Beschreibungen, die voller genauer, informativer Details basierend auf umfangreicher Recherche und Wissen sind. Manchmal ist sie jedoch übermäßig langatmig und abstrus. Es gab Abschnitte, in denen die Charaktere hitzige philosophische Debatten führen, die schwer zu durchdringen sind. Hier wird die Schreibweise übermäßig langatmig. Alles in allem leider keine super positive Leseerfahrung, aber ich denke, ich werde Mann noch eine Chance geben, da "Der Tod in Venedig" noch auf meinem SuB liegt. Von mir bekommt dieses Buch also keine Leseempfehlung - leider.

4

3.5 Sterne, wohlwollend aufgerundet auf 4 Sterne weil "Der Zauberberg" große Literatur ist, die sich mir leider ( und das mag an mir liegen) nicht immer in ihrer Komplexität erschlossen hat. Thomas Mann schreibt ausufernd , verliert sich in Details. Der Student Hans Castorp reist in ein Schweizer Sanatorium um seinen Vetter zu besuchen und bleibt selber 7 Jahre. In dieser Zeit lernt er diverse Menschen kennen, die ihn unterschiedlich beeindrucken und prägen. Das Ganze ist ein großer Gesellschaftsroman der mir den Geist der 1910er Jahre sehr nah gebracht hat und vor Allem das Weltbild der Menschen erklärt hat. Jede Person blickt anders auf die politische und gesellschaftliche Situation, was unglaublich interessant ist. Jedoch fühlte ich mich auch oft therapiert und viel in die Philosophie hineingedrängt. Es ging auch viel um Geisteshaltungen und Weltabgewandtheit. Das war mir oft zu verklärt und zu abstrakt. Und ich bin mir sicher, ich habe vieles einfach nicht oder nur sehr ungenügend verstanden. Da hätte mir vielleicht eine Lektürenhilfe geholfen, was mir aber einfach auch vom Leseumfang her zuviel war. Thomas Mann hat durchaus Wortwitz und kann unterhalten. Seine Ideen und die Art des Geschichten erzählens ist eloquent aber eben auch sehr speziell. Richtig genial ist seine Wortgewaltigkeit, sein Können, Bilder zu malen mit seinen Worten. Das Ende ist so plastisch dargestellt, so lebendig, so erschreckend realistisch und dann so genial zu einem Ende gebracht, einfach richtig gut. Der Zauberberg ist ein Erlebnis und eine Herausforderung. Ich bin dankbar, das Buch gelesen zu haben, bin aber auch sehr froh, es jetzt beendet zu haben.

1

Auch wenn mich die Sprache anfangs begeistern konnte, hat mich das Buch irgendwann verloren. Bei Seite 684 habe ich den Zauberberg abgebrochen.

2.5

Das war ein harter Kampf. Ein sehr harter Kampf 🙈 Ich wollte dieses Buch lesen seit ich ca 10 Jahre alt war, weil wir als Familie immer in Davos im Urlaub waren. Ich fand es schön, die Orte in dem Buch wieder zu finden und mit meiner Erinnerung zu verknüpfen. Damit hört es dann aber auch auf. Fast 40 Stunden Hörbuch, in denen quasi keinerlei Handlung passiert, haben mir echt den letzten nerv geraubt. Die erste Hälfte war noch gut, nach einem Kapitel, was hauptsächlich in französisch war (bei dem ich mir den Inhalt zusammenreimen musste) hat mich das Buch komplett verloren. Brauche ich nicht nochmal. Ich erkenne es aber als das Kulturgut an, das es ist und gebe daher einen Stern mehr ^^

3

Ein Klassiker, aber kein gutes Buch.

Das Paradebeispiel für Affenlocke323s Kriterium zum Bewerten eines guten Buches: Ein gutes Buch besitzt die Fähigkeit mit Sprache und Handlung einen zu bewegen. Die Schreibkunst von Thomas Mann ist einzigartig. Ein wahrer Meister seines Fachs. Doch das Lesen macht eher weniger Spaß.

3.5

Ein philosophischer Deep Dive an einem Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint.

In Der Zauberberg gelingt es Thomas Mann, den geistigen Zeitgeist der wilhelminischen Epoche in einem beinahe abgeschlossenen Mikrokosmos einzufangen. Aus einem geplanten dreiwöchigen Besuch im Schweizer Sanatorium werden für Hans Castorp sieben Jahre und genau dieses veränderte Zeitempfinden macht der Roman eindrucksvoll spürbar. Im Zentrum stehen große Fragen: Humanismus versus autoritäres Denken, Krankheit und Gesundheit sowie die subjektive Wahrnehmung von Zeit. Castorp wirkt dabei als Beobachter und Spiegel einer Gesellschaft, die zwischen konkurrierenden Weltanschauungen schwankt. Besonders die philosophischen Debatten zwischen Settembrini und Naphta sind anspruchsvoll und verlangen viel Konzentration, so dass sie einem viel abverlangen können. Die literarische Qualität und gedankliche Tiefe des Romans haben meinen Respekt vor Thomas Mann deutlich wachsen lassen. Gleichzeitig empfand ich das Werk stellenweise als sehr langatmig und handlungsarm. Wer sich darauf einlässt und Zeit mitbringt, wird jedoch mit einem vielschichtigen und nachwirkenden Leseerlebnis belohnt, auch wenn man sich an diesem Klassiker stellenweise die Zähne ausbeißt.

4.5

Ausschweifend zwar, aber auch faszinierend, sehr schön und oft auch humorvoll geschrieben, nur selten etwas zu geschwätzig vielleicht, aber alles in allem doch so bereichernd, dass ich dieses über alle Maßen umfangreiche Werk ohne Bedenken meiner liebsten Arbeitskollegin für unbegrenzte Zeit ausleihen werde.

3

Ein echter Klassiker, sollte man mal gelesen haben. Allerdings nichts für zwischendurch, da es sehr philosophisch und teilweise abstrus ist…

4

Die erste Hälfte gut, die zweite Hälfte schwierig

...mein erster Thomas Mann, vielleicht nicht gleich der richtige Einstieg. Bei der ersten Hälfte konnte ich noch gut folgen, bei der zweiten Hälfte war das schon sehr schwierig. Aber, vielleicht ist auch hier ein Re-Read nötig, damit man das Buch besser verstehen kann.

2

Es steckt hinter den Buchstaben... Das Buch ist mystisch verzaubernd, ein Buch, das logische Grenzen überschreitet, ohne die Logik dabei zu missachten mit Geistererscheinungen oder dem unbekannte Zeitgefühl. Die Dialoge sind lang, oft Diskussionen über die verschiedenen Weltanschauungen vor dem ersten Weltkrieg. Mann entfaltet darin seine ganze Erzählkunst. Trotzdem "Der Zauberberg" ist unlesbar, trägt es zwar dieselben syntaktischen Strukturen wie in den "Buddenbrooks" ist es trotzdem zu lang, die Zeit zu langwierig und ausgedehnt, das dem ungewohnten Leser dabei die Augen zu fallen. Eine Mutprobe, die viel leserliches Geschick erfordert.

2

2,5 Sterne Das war mein zweites Werk von Thomas Mann und vermutlich auch mein letztes. Ich konnte einfach nichts mit den philosophischen Gesprächen die sich gefühlt auf ewig und drei Tage im Kreis drehen, anfangen. Der Schreibstil ist hervorragend, hat aber leider nicht ausgereicht um mich über 1000 Seiten bei der Stange zu halten. Ich möchte Thomas Mann hier kein literarisches Talent absprechen und den Stellenwert seiner Romane nicht kritisieren oder herabsetzen, wozu ich als Literatur-Laie auch keinerlei Recht habe. Nur für mich persönlich wird das keine große Liebe mehr. Vielleicht wage ich in ein paar Jahren nochmal einen Versuch. Bis dahin versuche ich es mal mit einem anderen Mitglied der Familie Mann. Da gibt es ja einiges an Lesestoff.

3

Thomas Manns vielleicht berühmtestes Buch (?). Ich hatte vorher keine Ahnung, was mich erwartet und wollte es einfach endlich mal lesen. Was soll ich sagen? Dieses Buch hat mich fertig gemacht. Manns Stil ist stellenweise kaum erträglich. Dennoch ist das Buch unbestreitbar Weltliteratur. Man muss sich aber darauf einlassen können und mit dem Buch wirklich arbeiten – was ich aber nicht wollte, da ich nicht mehr im Deutsch LK bin. Meine Rettung war dann eine unfassbar gut produzierte Hörspiel-Produktion vom Bayrischen Rundfunk aus dem Jahr 2000, welches anlässlich des hundertjährigen Geburtstages vom *Zauberberg* 2024 erneut veröffentlicht wurde. Beim Hören habe ich zum ersten Mal Freude an diesem Buch verspürt, sodass es am Ende doch noch ein gutes Erlebnis wurde. Ohne diese Hör-Variante hätte ich die verbleibenden 500 Seiten vermutlich nicht geschafft.

5

Jahrhundert-Roman?!

Ja, das ist ist sicher eines der besten Bücher, die ich je gelesen oder gehört habe. Die Geschichte ist sicher dabei nicht so wichtig, weil eher zäh und auf ihre Weise wiederholend. Die Art und Weise, die Worte und Sätze, die T. Mann gefunden und notiert hat, sind unbeschreiblich schön. Absolut zu empfehlen!!! Das Hörbuch des NDR mit dem Sprecher Gert Westphal gibt dem ganzen eine besondere Note.

3

Kaum zu glauben. Drei Monate und ein paar Tage habe ich an diesem Spaß jetzt gelesen. Und ich bin immer noch der Meinung, dass sich das Buch zuvielen Nichtigkeiten widmet. Ich will nicht über Weltliteratur sinnieren und bin kein Literaturkritiker, aber den Zauberberg zu besteigen hat nur auf den letzten 300 Seiten erahnen lassen, warum das Buch geschrieben wurde. Vielleicht blicke ich auch in 20 Jahren mit mehr Verstand und Lebenserfahrung anders auf das Buch. Wer weiß. I made it. Und jetzt lese ich erstmal was mit weniger als 300 Seiten...

1

Wenn knapp 1000 Seiten nichts und ich wiederhole, nichts geschehen lässt, die Charaktere nervig sind ohne ende, wenn totaler Schwachsinn nur geredet wird und der Schreibstil eine Katastrophe ist, da kann man nur ein Stern geben.

3

Eine Kurzmeinung zu diesem Mammutwerk ist schon etwas schwierig aber ich werde es mal versuchen. Anfangs hat es sich sehr flüssig lesen lassen, ich bin gut reingekommen. Ab der Mitte wurde es dann aber etwas zäh und ich gebe zu das ich auch ein paar Seiten überblättert habe. Sorry, not sorry. Man hört oft das der Zauberberg zu den Büchern gehört die man gelesen haben sollte. Also das finde ich nicht. Und auch wenn jetzt vermutlich Herr Reich-Ranicki Blitze auf mich schleudert, man verpasst nichts wenn man das Buch nicht liest.

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