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Die nächste Theorie
Rebecca Makkais Roman ist ein wilder Genre-Mix, der einen zwar inhaltlich nicht besonders überrascht, einen aber durch seinen besonderen Stil am Ball hält. Makkai bedient sich dabei einer klassischen College-Crime-Geschichte, in welcher eine Schülerin des Elite-Internats Granby tot aufgefunden wird. Die Verurteilung des Sporttrainers Omar Evans scheint zwingend - doch nicht alle sind sich da so sicher. So kehren wir also mit Bodie Kane, der ehemaligen Zimmergenossin des Opfes, etliche Jahre später nach Granby zurück und verfolgen, wie der Fall auf eine ganz neue Art beleuchtet wird. Die unterschwellige und absolut nicht von der Hand zu weisende Kritik an der True-Crime-Besessenheit, die weit über das pure Interesse an den Hintergründen eines Kriminalfalls hinausgeht, bildete für mich eine neue und aktuelle Debatte ab. Denn durch Podcasts, YouTube-Kanäle und andere soziale Medien kann ein Fall viel Aufmerksamkeit erhalten - im Positiven wie auch im Negativen. Doch leider wird durch das Verhalten von Bodie Kane und einigen SchülerInnen in Granby schnell klar, dass mediale Präsenz sowie der Druck der Masse zu neuen Entwicklungen in einem Fall führen können. Jedoch maßen sich dabei Laien an, die Arbeit der Polizei zu übernehmen und alte Wunden aufzureißen, was für die Hinterbliebenen und den Verurteilten viel Leid verursacht. Die wilde Fahrt durch die zahlreichen Theorien, welche Bodie und ihr „Team“ verfolgen, ist dabei ebenso abstrus wie einleuchtend. Und auch das Ende ist in Hinblick auf die Umstände der Handlung mehr als realistisch. Davon abgesehen hat Rebecca Makkai noch ein paar andere Nebenstränge in die Handlung eingewoben, die auf mich eher wie hinauszögerndes Spannungsbeiwerk gewirkt haben. Inhaltlich und sprachlich war dieser Roman jedoch definitiv mal etwas Anderes und somit alle Lesestunden wert.
Dec 30, 2024
Die nächste Theorie
Rebecca Makkais Roman ist ein wilder Genre-Mix, der einen zwar inhaltlich nicht besonders überrascht, einen aber durch seinen besonderen Stil am Ball hält. Makkai bedient sich dabei einer klassischen College-Crime-Geschichte, in welcher eine Schülerin des Elite-Internats Granby tot aufgefunden wird. Die Verurteilung des Sporttrainers Omar Evans scheint zwingend - doch nicht alle sind sich da so sicher. So kehren wir also mit Bodie Kane, der ehemaligen Zimmergenossin des Opfes, etliche Jahre später nach Granby zurück und verfolgen, wie der Fall auf eine ganz neue Art beleuchtet wird. Die unterschwellige und absolut nicht von der Hand zu weisende Kritik an der True-Crime-Besessenheit, die weit über das pure Interesse an den Hintergründen eines Kriminalfalls hinausgeht, bildete für mich eine neue und aktuelle Debatte ab. Denn durch Podcasts, YouTube-Kanäle und andere soziale Medien kann ein Fall viel Aufmerksamkeit erhalten - im Positiven wie auch im Negativen. Doch leider wird durch das Verhalten von Bodie Kane und einigen SchülerInnen in Granby schnell klar, dass mediale Präsenz sowie der Druck der Masse zu neuen Entwicklungen in einem Fall führen können. Jedoch maßen sich dabei Laien an, die Arbeit der Polizei zu übernehmen und alte Wunden aufzureißen, was für die Hinterbliebenen und den Verurteilten viel Leid verursacht. Die wilde Fahrt durch die zahlreichen Theorien, welche Bodie und ihr „Team“ verfolgen, ist dabei ebenso abstrus wie einleuchtend. Und auch das Ende ist in Hinblick auf die Umstände der Handlung mehr als realistisch. Davon abgesehen hat Rebecca Makkai noch ein paar andere Nebenstränge in die Handlung eingewoben, die auf mich eher wie hinauszögerndes Spannungsbeiwerk gewirkt haben. Inhaltlich und sprachlich war dieser Roman jedoch definitiv mal etwas Anderes und somit alle Lesestunden wert.
Dec 30, 2024







