So ist das nie passiert
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Description
Als Willa ein Teenager war, verschwand ihre kleine Schwester Laika spurlos. Auch über zwanzig Jahre später hat Willa die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Laika noch lebt. Hartnäckig sucht sie weiter nach ihr. Sie sehnt sich nach der Familienidylle, die mit Laika verloren zu sein scheint. Darüber vernachlässigt sie die Beziehungen zu den Menschen, die tatsächlich noch Teil ihres Lebens sind. Dann trifft sie auf einer Dinnerparty eine Frau, in der sie endlich ihre verlorene Schwester zu erkennen glaubt. Was als zwangloses Essen beginnt, wird zu einem denkwürdigen Abend, der alles verändert, was Willa von ihrem Leben zu wissen meinte.
Book Information
Author Description
Sarah Easter Collins ist in Kent, England, aufgewachsen und hat in Exeter studiert, bevor sie nach Botswana und später nach Thailand und Malawi zog, um dort Kunstunterricht zu geben. Ihre große Leidenschaft neben dem Schreiben ist die Malerei. Für ihre Bilder lässt sie sich von Erinnerungen an Orte inspirieren, die ihr viel bedeuten, sowie von der Landschaft um sich herum: das wunderschöne Exmoor, eine faszinierende Heidelandschaft voller Moore und Wälder, wo sie mit ihrem Sohn Luke, ihrem Mann und ihren Hunden lebt. Hier liebt sie es, durch die unberührte Natur zu laufen und in den wilden Flüssen und Seen schwimmen zu gehen.
Characteristics
5 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Erinnerungen sind nie so eindeutig, wie man denkt.
Dieses Buch begann für mich… sagen wir mal holprig. Es startet mit einem Abendessen bei Freunden. Viele Menschen, viele Namen, viele Gespräche. Und ich saß da beim Lesen und dachte nur: Wer sind diese ganzen Leute? Muss ich mir die jetzt alle merken? Nach den ersten zwanzig Seiten war ich ehrlich gesagt kurz davor, das Buch wieder wegzulegen. Gut, dass ich es nicht getan habe. Denn sobald sich die Geschichte sortiert, zieht sie einen richtig hinein. Das Buch spielt auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven. Im Mittelpunkt steht Willa, deren Schwester Laika als Teenager spurlos verschwunden ist. Jahre später lässt sie die Frage nach dem Warum und Wohin noch immer nicht los. Immer wieder kehrt die Geschichte zu diesem einen Abendessen zurück – und genau das fand ich besonders spannend. Derselbe Abend, dieselben Menschen, aber erzählt aus verschiedenen Blickwinkeln. Und plötzlich merkt man: Jeder hat diesen Abend völlig anders erlebt. Es geht um Familien. Um Kindheit. Um das, was uns prägt – im Guten wie im Schwierigen. Und um die Frage, wie verlässlich Erinnerungen eigentlich sind. Das Buch war ganz anders, als ich erwartet hatte. Ruhiger vielleicht, aber auch vielschichtig und klug konstruiert. Eine Geschichte, die sich langsam entfaltet und dabei immer wieder neue Perspektiven öffnet. Ein wirklich tolles Buch, das nachhallt und zum Nachdenken anregt. Und eine Autorin, die ich mir definitiv merken werde.

Spannender als erwartet. Die erste Hälfte war echt gut, in der zweiten wirkte manches etwas konstruiert, aber das hat mich nicht wirklich gestört. Ein Debüt, das die Neugier auf ein weiteres Werk der Autorin weckt. Willas Schwester ist als Jugendliche spurlos verschwunden. Zwanzig Jahre lang trägt Willa den Schmerz des Verlustes, die Erinnerungen an ihren dominanten Vater und das schlechte Gewissen, ob sie mehr für ihre Schwester hätte tun können. Sie ist überzeugt, dass ihre Schwester noch lebt, und trifft auf der Dinnerparty ihrer Freundin Robyn eine Frau, die ihr wie ihre Schwester vorkommt. Das Dinner gestaltet sich anders als gedacht. Am Anfang musste ich erst mal mit den vielen Namen klarkommen. Aber irgendwann war ich auch drin. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel und Zeitsprünge ist es sehr spannend, aber anfangs auch verwirrend. Robyns Familie ist beinah zu perfekt, was sie zu einem guten Kontrast zu Willas Familie macht. Man könnte fast sagen, Dunkelheit trifft auf Helligkeit. Das Setting hat mir sehr gefallen: viele Gäste, viele Perspektiven, viele Wahrheiten, die hier aufeinanderprallen, gepaart mit den Rückblenden. Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin es geschafft hat, meine eigenen Erinnerungen beim Lesen anzuzweifeln. Manchmal habe ich zurückgeblättert, um festzustellen, dass ein und dieselbe Geschichte aus zwei Perspektiven unterschiedlich beschrieben wurde, und Sarah Easter Collins dadurch meine eigenen Erinnerungen durcheinandergebracht hat. Manche Stellen wirkten auf mich allerdings wenig glaubwürdig, weshalb es für mich kein Highlight wurde. Weil es ein Debüt ist und die Erzählung sehr spannend, haben diese Schwächen meine Begeisterung fürs Buch nicht geschmälert. Für mich eine gute Unterhaltung, mit kleinen Schwächen, aber psychologischen Tiefen. S.19 „“Ich glaube, so funktionieren Träume“, sagte Dad.“Dein Verstand nimmt alle Einzelteile des Tages auf und setzt sie wieder zusammen, um zu sehen, wie sie am besten passen. Deshalb sind Träume letztlich so seltsam, nämlich, wenn man zwei nicht passende Teile aneinanderfügt.“ S.38 „Ich habe über falsche Erinnerungen geforscht. Es ist tatsächlich erstaunlich, wie leicht das menschliche Gehirn getäuscht und dazu gebracht werden kann, sich an etwas zu erinnern, das nie passiert ist.“ S.121 „Meistens aßen wir schweigend. Unser Vater sagte immer, falls er je von dem Bedürfnis gepackt werden sollte, Frauen beim Quasseln zuzuhören, würde er dem Schreibraum im Büro einen Besuch abstatten.“
Großartiger Roman, von der ersten bis zur letzten Seite wahnsinnig spannend. Gut erzählt, voller Wärme und Herzlichkeit - zugleich führt er an menschliche Abgründe. Die Geschichte von Willa und Laika hat mich sehr berührt und ich habe sie leidenschaftlich gern gelesen. Ein paar kleine Plottwists geben die richtige Würze. Ich hoffe, dass noch viele dieses Buch lesen werden!
Ganz tolles Buch mit verschiedenen Perspektiven und Plot Twist!
Bei einem Essen im Familien- und Freundeskreis erzählt Liz von ihrer Diplomarbeit: Menschen erinnern den gleichen Moment unterschiedlich und oftmals sind Erinnerungen schlichtweg falsch. Der gemütliche Abend eskaliert... Hier erzählt uns das Buch den Abend und die Vorgeschichte aus der Perspektive von 3 verschiedenen Personen. Was ist wirklich passiert mit Willas verschwundener Schwester? Das Buch ist sehr spannend und eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Jede neue Perspektive bringt Licht ins Dunkel bis sich das Bild zusammenfügt. Tolles Buch!
"Was so schrecklich ist, ich könnte ihr auf der Straße begegnen und würde sie nicht einmal wiedererkennen. Sie könnte einfach jede sein. […] Du könntest sie sein." 💔🖤❤️ 🖤❤️💔 ❤️🖤💔
Als Teenager verschwindet Willas kleine Schwester Laika spurlos – ein Verlust, der Willas Leben für immer prägt. Auch über zwanzig Jahre später gibt Sie die Suche nicht auf. Ihr Leben ist eingefroren in der Hoffnung, Laika irgendwann wiederzufinden . Die entscheidende Wende kommt an einem Abendessen bei Freunden. Willa glaubt, in einer der anwesenden Frauen ihre verlorene Schwester wiederzuerkennen. 🩷 Der Roman hat einen großartigen Wechsel zwischen zwei Erzählsträngen. Es gibt Kapitel aus dem gegenwärtigen Dinner und Rückblenden in Willas Vergangenheit, die das zerrüttete Familienleben, Laikas Verschwinden und Willas enge Beziehung zu ihrer Freundin Robyn zeigen . Dabei sind mindestens drei Perspektiven zu lesen – jene von Willa, Robyn und der vermeintlichen Laika. Das ermöglicht verschiedene Versionen derselben Erlebnisse kennenzulernen und sich die Frage zu stellen: Was ist wirklich passiert? 🩷Sarah Easter Collins' Sprache ist klar. Sie verwebt Dialoge und Stimmungen so gut miteinander, dass das Dinner zu einem psychologischen Spiel wird. 🩷Die Charaktere wirken authentisch und vielschichtig. Willa, getrieben von Verlust und Schuld. Robyn, Freundin und Lebensanker und Claudette (die vermeintliche Laika), geheimnisvoll und rätselhaft. Durch sie alle zieht sich ein roter Faden aus Hoffnung, Zweifel, Schmerz und der Suche nach Wahrheit – temporeich und toll erzählt.
!["Was so schrecklich ist, ich könnte ihr auf der Straße begegnen und würde sie nicht einmal wiedererkennen. Sie könnte einfach jede sein. […] Du könntest sie sein."
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❤️🖤💔](https://social-cdn.read-o.com/images/1751652653982-46.jpg)
Wenn die eigene Schwester verschwindet Von einem Tag auf den anderen verschwindet Laika aus ihrem Elternhaus. Man geht von einer Entführung aus, doch auch 20 Jahre später bleibt Willa’s Schwester verschwunden. Willa hat in all den Jahren nie die Hoffnung aufgegeben, ihre Schwester könnte noch leben. Bei einem Abendessen im Freundeskreis hat sie plötzlich das untrügliche Gefühl, bei der neuen Freundin einer der Gäste könnte es sich um Laika handeln. Ob sie das richtig erkannt hat, oder ob ihre Gefühle mit ihr durchgegangen sind, wird natürlich nicht verraten. Der Roman, der aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und in dem wir nach und nach immer mehr über Willa‘s Familie und ihren Freundeskreis erfahren, entwickelt mit dem Fortschreiten der Geschichte einen immer größeren Sog und wird immer spannender. Ich empfand starke Empathien für einzelne Charaktere und ebenso starke Antipathien gegen andere. Es fiel mir zwar am Anfang etwas schwer in das Buch hineinzufinden aufgrund vieler Personen und immer wieder wechselnder Perspektiven, aber es hat sich wirklich gelohnt dranzubleiben. Die Autorin hat einen wirklich klug konstruierten Spannungsroman geschrieben, den ich gerne gelesen habe
🐦🇨🇵🍽 DIE VERLORENE SCHWESTER 🍽🇨🇵🐦 Ich muss zugeben, dass ich mir etwas anderes vorgestellt habe, weshalb ich mich erstmal schwer auf die Geschichte einlassen konnte. Mit etwas Abstand muss ich aber sagen, daß die Story um die verlorene Schwester gut verpackt und zu einem Ende gebracht wurde. 🐦🇨🇵🍽🐦🇨🇵🍽🐦🇨🇵🍽🐦🇨🇵🍽🐦🇨🇵🍽🐦🇨🇵🍽

Zwischen Verlust, Hoffnung, die nie stirbt und Liebe - toll erzählt. Und das als Debutroman
So ist es nicht passiert wurde mir von einer Reado-Freundin (@lexisbooknook) empfohlen – und schon nach den ersten Seiten wusste ich: Dieses Buch ist besonders. Die verschiedenen Erzählerinnen, jede mit ihrer eigenen Stimme, mit ihrem eigenen Tempo – das war für mich unglaublich spannend und mitreißend. Ich liebe es, wenn sich eine Geschichte so vielschichtig und klug entfaltet. Und dann dieses Herz. Diese Traurigkeit. Diese Sehnsucht. Die Geschichte war so herzzerreißend – und gerade die letzten Kapitel haben alles noch einmal auf eine ganz stille, wunderbare Art zusammengeführt. Ich habe mitgefühlt, mitgeweint, mit gehofft. Ein weiteres Highlight. Ein weiteres Buch, das mich nicht nur überzeugt, sondern tief berührt hat. 4 von 5 Sternen – weil ich es gefühlt habe. Und weil ein paar Tränen manchmal das schönste Lob sind. #SoIstEsNichtPassiert #SarahEasterCollins #HerzBuch #VerschiedeneStimmenEinGefühl #BücherDieBewegen #TränenUndWahrheit
Ich denke über meine Aufgaben und Pflichten als Mutter, Tochter, Schwester, Ehefrau und Freundin nach. Als anständiger Mensch. Über die Dinge, die ich schon immer gewusst und begriffen habe, die Dinge, für die ich einzutreten bereit bin, denen ich meinen Namen leihen würde und für die ich mich verantwortlich fühle. Ich denke über meine wunderbaren Eltern nach und darüber, dass ihre Liebe es mir ermöglicht hat, zu dem Menschen zu werden, der ich bin. Was es bedeutet, überhaupt zu lieben. Ich denke über Willa nach. Und darüber, was ich tun muss. - Zitat, Seite 382 Der deutsche Buchtitel des Romandebüts der englischen Autorin ist zwar seltsam unpassend zum Original "Things don't break on their own" wiedergeben, aber es fasst die Auflösung des Rätsels der Geschichte ganz gut zusammen. Ist es wirklich vorstellbar, dass so eine Geschichte auch nur im entferntesten im wahren Leben stattfinden könnte? Der Einstieg in den Roman ist durchaus interessant gelöst. Robyn, eine Protagonistin und Erzählstimme der Geschichte, richtet zu Hause gemeinsam mit Ehefrau Cat eine Dinnerparty aus. Am Tisch versammeln sich hauptsächlich Geschwister des Paares mit ihren Partnern, aber auch Robyns erste große Liebe und Freundin Willa mit Freund. Willa ist die tragische Person der Runde, denn sie leidet bis zu diesem Tag an dem plötzlichen Verschwinden ihrer kleinen Schwester, die im Teenageralter plötzlich verschwand. Dieses Ereignis verändert Willa und ihre Familie für immer. An diesem Abend sitzt auch die Psychologin Liv am Tisch, die sich mit den Erinnerungen von Menschen auseinandersetzt. Als sie die Anwesenden bittet, von einer ihrer frühesten Kindheitserinnerungen zu berichten, setzt sie damit eine Entwicklung in Gang, mit der wahrscheinlich keiner gerechnet hätte... Durch die verschiedenen Perspektiven und anfangs recht unchronologisch angeordnete Struktur der Kapitel, entwickelt die Geschichte schnell eine spannende Dynamik und man fiebert mit, wenn es um das Rätsel der verschwundenen Schwester geht. Da verzeiht man noch, dass die Figuren sehr flach gezeichnet sind und auf ihre Rolle festgelegt sind. Aber dann kommt das letzte Viertel des Romans und ohne hier zu viel zu verraten, folgen hier wirklich viele Augenrollmomente und ungläubiges Staunen über diese haarsträubende Geschichte, die uns die Autorin präsentiert. Und wenn man schon denkt, jetzt kann keine Steigerung mehr kommen - legt Sarah Easter Collins noch eine Schippe drauf! FAZIT Ganz klar, manche Geschichten müssen nicht zur gepflegten Literatur gehören, um für entspannte Unterhaltung zu sorgen. Und wen das Eingangszitat anspricht, der wird vielleicht auch mit dem Roman zurecht kommen und mitgehen können, mit dieser Geschichte, die von wunderschönen und wunderbaren Menschen geprägt ist. Aber auch mit Ironie kann ich diesem Buch insgesamt nicht viel abgewinnen, außer einem gelungenen Cover und einer interessanten Grundidee. Ganz ehrlich: So etwas will ich nicht wieder lesen!
Überraschend gut.
"Wie schwer muss es sein, dachte ich, immer weiter zu hoffen, wobei es so wenig gibt, woran man sich klammern kann." [S. 192] Nachdem ich die ersten fünfzig Seiten gelesen habe, wollte ich dieses Buch schon abbrechen, denn ganz ehrlich, der Anfang ist echt anstrengend, die Protas und Namen verwirrend. ... Die ganzen positiven Stimmen haben mich jedoch letztendlich dazu bewogen weiterzulesen und durchzuhalten und tatsächlich hat es sich gelohnt. Das war spannend, das entwickelte eine Sogwirkung und den Ärger über den Anfang, den hat es gar nicht gebraucht. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen. Einmal im hier und jetzt und in der Vergangenheit. Es geht um Willa, deren Schwester Laika vor 20 Jahren spurlos verschwand. Dieses traumatische Erlebnis hat die junge Frau nie überwunden. Bis heute sucht sie nach Laika und hadert mit deren vermeintlichen Schicksal, macht sich Vorwürfe und lebt, unterdrückt vom herrischen Vater, in einer nicht zufriedenstellenden Beziehung mit einem Mann, der ihr nicht das geben kann was sie braucht ... und schließlich entwickelt sich alles ganz anders als man es erwartet hat. "Denn das eine habe ich gelernt: Die Schüchternen, die Sanften, die Sensiblen, die Guten - sie überleben da draußen nicht. Aber ich gehöre nicht dazu." [S. 340]
SO IST DAS NIE PASSIERT Sarah Easter Collins Um es gleich vorwegzunehmen: Dieses Buch ist einfach großartig! Acht junge Menschen – Freunde, Partner und Geschwister – kommen an einem Wochenende für ein gemeinsames Abendessen zusammen. Nicht alle kennen sich, doch ihre Geschichten sind auf faszinierende Weise miteinander verwoben. Von der ersten Seite an entfaltet sich ein Sog, der mich nicht mehr loslässt. Im Zentrum steht Willa, die den Verlust ihrer jüngeren Schwester Laika nie überwunden hat. Laika verschwand im Alter von 13 Jahren, nachdem sie morgens das Haus verließ und nie in der Schule ankam. Dieses Trauma begleitet Willa bis ins Erwachsenenalter: In jedem fremden Gesicht sucht sie vergeblich nach ihrer Schwester. Sarah Easter Collins erzählt Willas Geschichte auf zwei Zeitebenen. Stück für Stück fügen sich die Ereignisse zu einem Gesamtbild zusammen. Wir lernen Willas wohlhabende, aber zerrüttete Familie kennen: die Mutter, die am Verlust ihrer jüngeren Tochter fast zerbricht, und den Vater, der selbst von einer schwierigen Kindheit geprägt ist. Er neigt zu Gewalt und tyrannisiert die Familie mit seinem pedantischen Perfektionismus. Willa wird schließlich aufs Internat geschickt, um dem Medienrummel zu entkommen, der das Elternhaus belagert. Dort findet sie in Robyn eine enge Freundin und erlebt erstmals, wie es sich anfühlt, Teil einer harmonischen Familie zu sein. THINGS DON'T BREAK ON THEIR OWN, der Originaltitel des Debüts, hätte kaum besser gewählt sein können: Dinge zerbrechen nicht von alleine. Dieser eindringliche, stellenweise schmerzhafte Roman ist ein wahres Meisterwerk und hat mich tief beeindruckt. 5/5

„Es ist tatsächlich erstaunlich, wie das menschliche Gehirn getäuscht und dazu gebracht werden kann, sich an etwas zu erinnern, dass nie passiert ist.“ (S.38)
Ein spannender und emotionaler Roman, der mit interessanten Twists fesselt. Im Mittelpunkt steht Willa, deren kleine Schwester Laika in ihrer Jugend spurlos verschwindet. Der Roman erzählt von der tiefen Lücke, die dieser Verlust hinterlässt, der verzweifelten Suche und den Schuldgefühlen, die Willa seitdem mit sich trägt. Im Laufe der Geschichte kommen immer mehr dunkle Geheimnisse über das dysfunktionale Familienleben ans Licht (TW: Gewalt) und wie Willa ihre Vergangenheit wahrgenommen hat. Besonders gelungen ist die Erzählweise aus verschiedenen Perspektiven, die sich bei einem gemeinsamen Abendessen unter Freunden geschickt zusammenfügen. Die Story zieht den Leser schnell in ihren Bann und lässt ihn miträtseln, was mit Laika passiert sein könnte. Obwohl mich das Ende, oder besser gesagt ein Teil der Storyline, nicht so ganz überzeugt hat (ohne zu viel zu spoilern), bleibt es insgesamt ein spannendes und sehr unterhaltsames Buch, das ich gerne weiterempfehle. 4 Sterne

Das emotionalste, was ich je gelesen habe.🤍
Ich bin froh, dass ich völlig unvoreingenommen in dieses Buch einstieg und keine Rezensionen vorab gelesen habe. Ich habe gestaunt, ich war wütend, ich war tief berührt und habe geweint. Ich habe alle Gefühle auf dieser Achterbahnfahrt durchlebt und konnte vor Kopfschütteln oft nicht glauben, was ich lese. 🩶LIEBE für diese wundervolle Geschichte 🩶LIEBE für so viel Geschwisterliebe 🩶LIEBE für die Hilfsbereitschaft völlig Fremder Menschen 🩶LIEBE für diese einzigartige Freundschaft Ich möchte bewusst nicht zusammenfassen, was in dem Buch passiert. Nicht, weil ich Spoilern könnte. Sondern, weil ich jedem wünsche genau so jungfräulich in diese Geschichte einzutauchen, wie ich. Mein absolutes Jahreshighlight. Ich wünschte, ich könnte es nochmal zum allerersten Mal lesen. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Mit diesem Buch habe ich auch mein Sternebewertungen gänzlich überdacht. Das sind klare 5/5 Sternen und ich würde mehr geben, wenn ich könnte. Es wird wahnsinnig schwer werden, an diese Bewertung ranzukommen. 😅 Danke Sarah, für diese wundervolle und herzzerreißende Reise.🤍

Originelles Debüt!
Ich muss sagen, ich hab echt etwas gebraucht um in die Geschichte reinzukommen, aber die zweite Hälfte des Buchs konnte mich dann komplett packen. Ich liebe einfach so verworrene Familientragödien, wie hier die Geschichte von Willa und ihrer vor 21 Jahren verschwundenen Schwester Laika, die in zwei Zeiten spielt und sämtliche Charaktere und Sichtweisen des Freundeskreises mit einbezieht. Das Ende hätte ich so nicht erwartet und vor allem die spätere Sicht von Claudette hat mir sehr gefallen!
Für mich ein Überraschungshit, den ich allen empfehlen kann, die auf Spannung und Familiengeschichten stehen.
Willa’s Schwester verschwindet spurlos mit 13 Jahren. Sie ist einfach weg und taucht nicht mehr auf…. Die Geschichte in „So ist das nie passiert“ beginnt 22 Jahre nach diesem Ereignis und entblättert sich Stück für Stück aus der Perspektive verschiedener Personen in Gegenwart und viel aus der Vergangenheit. Dabei kommt eine Wahrheit zutage, die ich so nicht erwartet habe. Für mich war dieses Buch ein Pageturner par excellence. Die Perspektivwechsel hat mir dabei besonders gut gefallen, denn er ermöglichte mir damit besondere Einblicke. Ich mag ansonsten nicht so viel schreiben, weil ich niemandem das Erlebnis nehmen möchte, die Geheimnisse rund um Laikas Verschwinden selbst zu entdecken. Gegen Ende hätte ich mir hier und da noch mehr Erklärung gewünscht, trotzdem war es „rund“ und gut zu Ende gebracht. Das einzige, was mich gestört hat, war der Anfang. Die ersten rund 50 Seiten kam ich null mit all den Personen zurecht, die auf mich einprasselten. Ich konnte niemandem zuordnen oder auseinander halten. Das spielte im Verlauf aber gar keine Rolle mehr und fiel dann plötzlich auch sehr leicht. Es mag also komplett an mir gelegen haben. Für mich ein Überraschungshit, den ich allen empfehlen kann, die auf Spannung und Familiengeschichten stehen.

Den Hintergründen auf der Spur
Dieses Buch hat mich zwischendurch immer mal wütend gemacht 😅 ich fand die familiäre Situation von Laika ziemlich fies, vor allem als nach und nach sämtliche Geheimnisse und Grausamkeiten ans Licht kamen. Mit jedem Kapitel hat man ein bisschen mehr über die Hintergründe der Story erfahren. Ich habe es gerne gelesen, was wohl auch an dem guten Schreibstil und den überschaubaren Kapiteln lag. Im Großen und Ganzen ein gutes Buch, das ich ruhigen Gewissens weiterempfehlen kann 🙂
Dieses Buch ist genial! Es ist spannend, toll konstruiert und berührend. Der Originaltitel ist viel passender: Things Don’t Break On Their Own.
Vorsicht! Es gibt keine Inhaltswarnungen. Ich schreibe sie jetzt auch nicht auf, weil das ein Spoiler wäre. Das Ende ist ein bisschen zu cheesy, da hätte die Autorin ein paar Seiten vorher aufhören sollen. Aber darüber kann man gut hinwegsehen.
Was war das für eine wunderbare Geschichte?! ❤️🩹 Eine Geschichte die einen mitreißt, zum nachdenken anregt, spekulieren lässt. Aber auch wütend, traurig und extrem gerührt macht. 👌🏻 Eine tolle Geschichte über Familie, Geschwister, Freundschaft, Mut & Liebe in vielen Formen. Super gelesen von Vanida Karun 🫶🏻
Willa lebt seit ihrer Kindheit mit dem Verlust ihrer Schwester. Plötzlich war sie verschwunden, die Suche trotz großem Polizeiaufgebot ohne Erfolg. Und bis heute weiß Willa nicht, was damals passiert ist, glaubt immer wieder, die Schwester in fremden Frauen zu erkennen, reist an fremde Orte, nur um festzustellen, dass es wieder eine falsche Spur war. Auch bei einem Abendessen mit Freunden hat sie wieder dieses Gefühl. In Gesprächen geht es auch darum, wie man Dinge erinnert, wie das Unterbewusstsein Erinnerungen manipulieren kann. War wirklich alles so, wie sie sich erinnert? In Rückblenden erfahren wir über die Kindheit in wohlhabendem Hause, mit einem tyrannischen, gewalttätigen Vater, der mich beim Lesen einfach nur anwidert, und einer Mutter, die sich unterordnet. Und wir erfahren, was damals wirklich passierte. Die gesamten 400 Seiten bleibt eine subtile Spannung erhalten, die Geschichte liest sich gut weg und gibt sicher auch einen guten Filmstoff her.
Ich hab anfangs wirklich lange gebraucht, um nach den ersten knapp 50 Seiten nochmal zu diesem Buch zu greifen. Dann wollte ich aber doch wissen wie es ausgeht und habe weitergelesen. Willa und ihre Schwester Laika wachsen mit einer lie evollen Mutter und einem tyrannischen Vater in Wohlstand auf. Als Laika eines Tages spurlos verschwindet, ändert sich das Leben der Familie radikal. Über 20 Jahre später findet ein Dinner mit Freunden von Willa statt und eine unfassbare Geschichte entsteht, die tatsächlich rätselhaft endet und einen mit Vermutungen zurücklässt. Ich hatte eine ganz andere Geschichte erwartet. Die, die ich bekommen habe war ok. Die Zeitsprünge und verschiedenen POV's fand ich zunächst einfach langgezogen, aber zum Ende hin hatte ich verstanden, warum sie für die Geschichte wichtig waren. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht vollends mitreißen können, obwohl sie mich tatsächlich nachdenklich zurücklässt. Was kann ein Mensch ertragen...aus Liebe oder auch, weil er glaubt, keine Wahl zu haben oder weil gezogene Schlüsse nicht unbedingt von allen Beteiligten gleich empfunden werden. Tja...kann ich das Buch empfehlen? Jein. Wenn man bereit ist sich drauf einzulassen, dass die Geschichte Zeit braucht, dass die Geschichte Kontext braucht, dass nicht alle Themen leicht verdaulich sind und dass nicht alle Fragen beantwortet werden, dann ja. Ich merke jetzt schon, dass ich noch eine Weile über die Themen des Buches nachdenken werde. Hat es deshalb vielleicht doch mehr Sterne verdient? Diesmal tue ich mich sehr schwer mit der Bewertung.
Ich bin ehrlich gesagt noch immer ziemlich überwältigt. Dieses Buch hat in mir so viel ausgelöst, dass ich fast sprachlos zurückbleibe. Die ersten 300 Seiten waren für mich schwierig, ich konnte die Charaktere nicht richtig fassen und auch die Geschichte hat mich nur teilweise erreicht. Ich habe weitergelesen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht, aber wirklich überzeugt war ich noch nicht. Und dann kam das letzte Viertel. Bäm. Plötzlich hat alles eine Wucht bekommen, die mich komplett umgehauen hat. Ich hätte mir zwar gewünscht, schon früher Claudettes Perspektive zu lesen, aber im Rückblick verstehe ich, warum Collins es so aufgebaut hat. Gerade dadurch entfaltet das Ende seine ganze Kraft. Es gibt Passagen in diesem Buch, die sind einfach nur schön, zart und gleichzeitig unglaublich wichtig. Ich sag nur: Frieda ❤️
Ein ruhiges, tiefgründiges Buch, das einem noch lange nachgeht. Nicht laut, aber dafür echt stark.
Wow. Ich hab ehrlich nicht gedacht, dass mich das Buch so packen würde. Der Titel klingt erstmal ruhig – fast unspektakulär. Aber genau das ist der Trick. Diese Geschichte kommt still daher und entwickelt dann eine Sogwirkung, die einen nicht mehr loslässt.
📚 Inhalt Als Willa ein Teenager ist, verschwindet ihre kleine Schwester Laika – und damit auch die vermeintliche Familienidylle. Willa hat ihre Schwester nie aufgegeben und sucht selbst nach 20 Jahren noch nach ihr, immer voller Hoffnung, Laika wieder zu finden. Als sie bei einer Dinnerparty eine Frau kennen lernt, bei der sie glaubt, dass es sich um Laika handelt, verändert sich ihr ganzes Leben. 📖 Meinung Hm, was soll ich sagen. Grundsätzlich ein spannendes Thema, das mich auch teilweise an «Beeren pflücken» von Amanda Peters erinnert hat, aber nur, weil es um das verschwinden eines Familienmitglieds ging. Eine tragische Familiengeschichte ist doch grundsätzlich immer spannend. Und das Thema «Erinnerungen» wird auch immer wieder angeschnitten und macht neugierig auf mehr. Aber «mehr» kommt nicht. Der Schreibstil hat für mich leider gar nicht funktioniert. Die Kapitel werden von unterschiedlichen Personen erzählt, das mag ich eigentlich gerne, weil man so viele Facetten kennen lernt. Doch finden die Erzählungen auch immer auf unterschiedlichen Zeitebenen statt. Auch das ist eigentlich spannend, doch leider gibt es keine Zeitangaben und man muss super konzentriert bei der Sache bleiben, und ist dann dennoch immer wieder verwirrt, weil man keine Ahnung hat, wo man sich gerade zeitlich befindet. Die Charaktere blieben für mich auch immer recht distanziert und nicht nahbar. Die eigentliche Protagonistin Willa wurde mir nie recht sympathisch, aber da bleibe ich meinem «das muss sie auch nicht»-Motto treu. Aber trotzdem fand ich sie sehr distanziert und teilweise emotionslos oder emotional abgestumpft. Aber darf ich mir darüber ein Urteil bilden? Schliesslich sucht sie seit 20 Jahren nach ihrer vermissten Schwester und weiss nicht, was mit ihr passiert ist. Vielleicht wäre ich genau so wie sie. Ich kann es nicht voraus sagen. Ich kann nicht sagen, ob ich das Buch uneingeschränkt empfehlen würde, wahrscheinlich eher nicht. Das Grundthema ist wirklich super spannend und ich habe mir echt mehr davon erhofft. Vielleicht war ich aber auch nicht die richtige Leserinnenschaft.
Was für eine tolle multiperspektivische Geschichte mit vielen Frauenrollen von Sarah Easter Collins! Willas jüngere Schwester verschwindet als Teenager spurlos. Bei einem Abendessen 25 Jahre später wird die Geschichte aus drei verschiedenen Blickwinkeln aufgerollt. Als Leserin erlebe ich einzelne Momente so aus mehreren Perspektiven. Mehr über den Inhalt zu sagen, wäre ein Spoiler ... Der englische Titel "Things don't break on their own" ist viel treffender als der deutsche Titel "So ist das nie passiert", was für mich Behauptungen und Gegenbehauptungen suggeriert. Während das deutsche Cover das Abendessen zeigt, sind am englischen Cover Scherben und Goldelemente zu sehen, was beides eine wichtige Rolle spielt. Leseempfehlung! CW: häusliche Gewalt

Überraschend und überzeugend!
Dieses Buch war wirklich überraschend. In vielerlei Hinsicht. Ein leichter Psycho-Thriller, der sich als Roman getarnt hat. 😉 Ein Essen unter Freunden und Geschwistern. Eine Frau die die Suche nach ihrer verschwundenen Schwester niemals aufgegeben hat. Spannend und mitreißend wird uns die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt. Wir springen zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit in der Jugend der Geschwister und Freundin Willa zurück. Willas Schwester Laika ging verloren, als Willa ein Teenager war. Ermittlungen der Polizei blieben erfolglos. Wo ist Laika? Was ist ihr zugestossen? Willa gibt die Hoffnung niemals auf, dass Laika wieder auftaucht. Je mehr wir Anteil nehmen an Willas Erinnerungen, desto klarer wird das Bild für uns. Oder etwa nicht? Wir erfahren was in der Familie passiert. Mit Laika, der Mutter, aber auch Willa. Die Geschichte war zuweilen wirklich schwer zu ertragen. Und ich bin mir nur allzu bewusst, dass das, was da so geschieht, in der Realität auch viel zu häufig passiert. Es macht mich wütend und fassungslos und hilflos. Schwere Kost die uns serviert wird. Verpackt in einer spannenden und sehr interessanten Geschichte, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ein Blick in unsere Erinnerungen, die uns zeigen was geschehen ist damals...., oder liege ich da falsch? 😉 Ein tolles Buch dass ich nur empfehlen kann.

Ich muss gestehen, ich habe ein paar Seiten gebraucht, um in der Geschichte anzukommen. Am Anfang konnte ich nicht einschätzen, wo die Reise hingehen sollte. Aber dann... Ich konnte nicht mehr loslassen. Wirklich eine tolle Geschichte voller unvorhersehbaren Wendungen. Wirklich eine sehr unterhaltsame und spannende Geschichte.
Spannende Familiengeschichte mit Überraschungen
„So ist das nie passiert“ hatte ich mir komplett anders vorgestellt und gar nicht mit dem gerechnet, was ich bekommen habe. Aber schon nach wenigen Seiten war ich total gefesselt. Die Zeitsprünge und wechselnden Erzählperspektiven haben meine Geduld manchmal etwas auf die Probe gestellt. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich dadurch nach und nach die eigentliche Handlung entfaltet. Man fühlt vor allem mit Willa so sehr mit, die seit über 20 Jahren ständig glaubt, ihre vermisste Schwester zu sehen. Beim Abendessen bei ihrer Freundin Robyn glaubt sie wieder, Laika zu sehen. Aber ist sie es wirklich oder bildet Willa es sich mal wieder nur ein? Diese Unsicherheit hat sich auch auf mich als Leserin übertragen. Die Geschichte der Schwestern, die in einem von Gewalt geprägten Elternhaus aufgewachsen sind hat mich sehr berührt. Das Ende fand ich gelungen und passend. Habe das Buch an zwei Tagen verschlungen und kann es nur weiterempfehlen.
"Ich sehe sie noch vor mir, wie sie an jenem Tag aus unserem kleinen Zimmer im Internat marschiert ist, ihren Hinterkopf, die Art, wie ihre zwei kleinen Stummelzöpfe merkwürdig schräg abstehen, ihren schiefen Scheitel." Oh, wow! Was für ein Roman! Was für ein Debüt! Ganz flüssig und spannend baut sich die Geschichte auf, um einem dann mit einem Paukenschlag um die Ohren zu fliegen. Ich musste nicht nur sprichwörtlich die Luft anhalten und die Augen aufreißen! Die letzten 200 von 400 Seiten konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen. Das war atemberaubend, spannend, tief berührend, erschütternd und emotional.
„So ist das nie passiert“ von Sarah Easter Collins ist ein wahrhaft genialer Debütroman. Willa wächst mit ihrer Schwester Laika in einem betuchten Elternhaus auf. Eines Tages verschwindet Laika spurlos und alle Ermittlung enden im Nichts. Willa kann den Verlust nicht verarbeiten und gibt sich eine große Schuld am Verschwinden. Sie hat ihre Schwester nicht beschützt. Die Familiengeschichte wird fesselnd und mit unerwarteten Wendungen erzählt. Die Autorin zieht den/die Leser:in mit ihrem leichten, flüssigen Schreibstil in den Bann. Die Geschehnisse werden überwiegend aus der Perspektive von Willa und ihrer früheren Freundin und Geliebten Robyn erzählt. Willa besucht eine Dinnerparty ihrer alten Freundin Robyn, auf welcher thematisiert wird, wie Erinnerungen im Laufe der Zeit verändert oder gefälscht werden können. „Selbst auf einer ganz einfachen Ebene können wir grundverschiedene Erinnerungen an ein Ereignis haben, wo man zu Recht vermuten würde, dass alle genau das Gleiche erlebt haben.“ (Seite 38) Willas Leben wird nach diesem Abend nicht mehr sein, wie sie es kennt. Glaubt sie doch, auf dieser Party ihre verlorene Schwester gefunden zu haben. Und plötzlich werden Erinnerungen wach, die längst verschüttet wurden oder so nie stattgefunden haben. Ein Wechselbad der Gefühle, emotional unglaublich gut gezeichnet. Beschrieben wird das vermeintliche Familienidyll mit einer unterdrückten, schweigsamen Mutter und einem gewalttätigen Vater. Die Autorin beschreibt in verschiedenen Zeiten das Verhältnis der Kinder zu den Eltern; Willas Angst und Unterwürfigkeit vor dem Vater, Laikas Widerstand und Rebellion gegen das Familienoberhaupt und die brutalen Maßnahmen des Vaters. Der großen Verlust, die Traurigkeit und auch die Hoffnung von Willa und ihrer Mutter werden detailliert beschrieben. Die Protagonisten wurden alle sehr authentisch dargestellt, die Charaktere sehr gut ausgearbeitet und die Geschehnisse realitätsnah im Buch umgesetzt. Mit vielen Wendungen und psychologisch gut durchdacht wird dem/der Leser:in eine emotionale, sprachlich gut durchdachte Story präsentiert. Als Leser:in wird man peu à peu über die unglaublichen Lügen und Geheimnisse der Familie aufgeklärt. Die Autorin versteht es unglaublich gut in ihrem Debüt die Spannung aufrecht zu halten. Eine Leseempfehlung für diesen äußerst gelungenen Roman.

Ein denkwürdiger Abend Vor 22 Jahren ist Willas jüngere Schwester Laika verschwunden und trotz sofortiger großangelegter Suche der Polizei nie gefunden worden. Zuerst ging man von einer Entführung aus, dann von einem Verbrechen, obwohl es keine Hinweise darauf gab. Seit 22 Jahren dreht sich Willas Leben um die Suche nach ihr, schon unzählige Male hat sie sich eingebildet, Laika zu sehen, doch sie war es nie. Während ihr Vater erschreckend kühl und rational damit umgeht, ist ihre Mutter daran zerbrochen. Als ihre Freundin Robyn sie jetzt zu einem Abendessen einlädt lernt sie dort zwei Frauen kennen, die vom Aussehen und Alter her beide Laika sein könnten. Eine von ihnen, Liv, ist Psychologin und macht ihr mit einer Übung klar, wie sich Erinnerungen im Laufe der Zeit verändern: „Es ist tatsächlich erstaunlich, wie leicht das menschliche Gehirn getäuscht und dazu gebracht werden kann, sich an etwas zu erinnern, dass nie passiert ist.“ (S. 38) „So ist das nie passiert“ erinnert an ein Sternfahrt, alle Handlungsstränge und Geschichten beginnen und enden mit dem Essen der Freunde und wird überwiegend aus Robyns und Willas Sicht erzählt. Robyn hat Willa direkt nach Laikas Verschwinden kennengelernt, weil Willa „danach“ auf eine andere Schule geschickt wurde, um Abstand zu gewinnen und von der Presse ferngehaltem zu werden. Sie teilten sich ein Zimmer, wurden Freundinnen und Partnerinnen, aber mit dem Schulabschluss hat Willa die Beziehung beendet – sie stehe eigentlich gar nicht auf Frauen. Trotzdem sind sie Freundinnen geblieben. Robyn erinnert sich u.a. an den Sommer, den sie zusammen bei ihren Eltern verbracht haben und indem ihr Vater, ein berühmter Tonkünstler, ihnen Kintsugi näher gebracht hat. „Man kann alles heil machen, so lange man das richtige Werkzeug hat.“ (S. 19) Aber Willa kann auch er nicht heilen, denn obwohl sie viel aus der Zeit vor Laikas Verschwinden erzählt, hält sie noch mehr – oder hat es verdrängt. Wenn sich Willa an die Zeit vor Laikas Verschwinden erinnert, dann sieht sie eine glückliche Familie, in der es an nichts mangelte. Aber Livs Worte über Erinnerungen geben ihr zu denken. Sie gesteht sich immer mehr ein, wie es wirklich war und warum sie sich auch so viele Jahre nach Laikas Verschwinden noch die Schuld daran gibt: „… ich war so damit beschäftigt, sie vor sich selbst zu schützen, dass ich vergaß, sie vor der Außenwelt zu warnen. Ich hätte ihr sagen sollen, dass es da draußen Menschen gab, Männer, sogar Frauen, die ihr etwas antun konnten.“ (S. 73) Sarah Easter Collins Roman ist eine psychologisch komplexe, extrem spannende Familiengeschichte. Sie dreht sich um Willas und Laikas Kindheit und Jugend, um Willas verdrängte oder beschönigte Erinnerungen und hat mich sehr berührt. Willa scheint nämlich zu vergessen, dass sie damals beide noch Kinder bzw. Teenager waren und sie gar nicht so viel hätten machen können. Eine aufwühlende Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

Characteristics
5 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Als Willa ein Teenager war, verschwand ihre kleine Schwester Laika spurlos. Auch über zwanzig Jahre später hat Willa die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Laika noch lebt. Hartnäckig sucht sie weiter nach ihr. Sie sehnt sich nach der Familienidylle, die mit Laika verloren zu sein scheint. Darüber vernachlässigt sie die Beziehungen zu den Menschen, die tatsächlich noch Teil ihres Lebens sind. Dann trifft sie auf einer Dinnerparty eine Frau, in der sie endlich ihre verlorene Schwester zu erkennen glaubt. Was als zwangloses Essen beginnt, wird zu einem denkwürdigen Abend, der alles verändert, was Willa von ihrem Leben zu wissen meinte.
Book Information
Author Description
Sarah Easter Collins ist in Kent, England, aufgewachsen und hat in Exeter studiert, bevor sie nach Botswana und später nach Thailand und Malawi zog, um dort Kunstunterricht zu geben. Ihre große Leidenschaft neben dem Schreiben ist die Malerei. Für ihre Bilder lässt sie sich von Erinnerungen an Orte inspirieren, die ihr viel bedeuten, sowie von der Landschaft um sich herum: das wunderschöne Exmoor, eine faszinierende Heidelandschaft voller Moore und Wälder, wo sie mit ihrem Sohn Luke, ihrem Mann und ihren Hunden lebt. Hier liebt sie es, durch die unberührte Natur zu laufen und in den wilden Flüssen und Seen schwimmen zu gehen.
Posts
Erinnerungen sind nie so eindeutig, wie man denkt.
Dieses Buch begann für mich… sagen wir mal holprig. Es startet mit einem Abendessen bei Freunden. Viele Menschen, viele Namen, viele Gespräche. Und ich saß da beim Lesen und dachte nur: Wer sind diese ganzen Leute? Muss ich mir die jetzt alle merken? Nach den ersten zwanzig Seiten war ich ehrlich gesagt kurz davor, das Buch wieder wegzulegen. Gut, dass ich es nicht getan habe. Denn sobald sich die Geschichte sortiert, zieht sie einen richtig hinein. Das Buch spielt auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven. Im Mittelpunkt steht Willa, deren Schwester Laika als Teenager spurlos verschwunden ist. Jahre später lässt sie die Frage nach dem Warum und Wohin noch immer nicht los. Immer wieder kehrt die Geschichte zu diesem einen Abendessen zurück – und genau das fand ich besonders spannend. Derselbe Abend, dieselben Menschen, aber erzählt aus verschiedenen Blickwinkeln. Und plötzlich merkt man: Jeder hat diesen Abend völlig anders erlebt. Es geht um Familien. Um Kindheit. Um das, was uns prägt – im Guten wie im Schwierigen. Und um die Frage, wie verlässlich Erinnerungen eigentlich sind. Das Buch war ganz anders, als ich erwartet hatte. Ruhiger vielleicht, aber auch vielschichtig und klug konstruiert. Eine Geschichte, die sich langsam entfaltet und dabei immer wieder neue Perspektiven öffnet. Ein wirklich tolles Buch, das nachhallt und zum Nachdenken anregt. Und eine Autorin, die ich mir definitiv merken werde.

Spannender als erwartet. Die erste Hälfte war echt gut, in der zweiten wirkte manches etwas konstruiert, aber das hat mich nicht wirklich gestört. Ein Debüt, das die Neugier auf ein weiteres Werk der Autorin weckt. Willas Schwester ist als Jugendliche spurlos verschwunden. Zwanzig Jahre lang trägt Willa den Schmerz des Verlustes, die Erinnerungen an ihren dominanten Vater und das schlechte Gewissen, ob sie mehr für ihre Schwester hätte tun können. Sie ist überzeugt, dass ihre Schwester noch lebt, und trifft auf der Dinnerparty ihrer Freundin Robyn eine Frau, die ihr wie ihre Schwester vorkommt. Das Dinner gestaltet sich anders als gedacht. Am Anfang musste ich erst mal mit den vielen Namen klarkommen. Aber irgendwann war ich auch drin. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel und Zeitsprünge ist es sehr spannend, aber anfangs auch verwirrend. Robyns Familie ist beinah zu perfekt, was sie zu einem guten Kontrast zu Willas Familie macht. Man könnte fast sagen, Dunkelheit trifft auf Helligkeit. Das Setting hat mir sehr gefallen: viele Gäste, viele Perspektiven, viele Wahrheiten, die hier aufeinanderprallen, gepaart mit den Rückblenden. Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin es geschafft hat, meine eigenen Erinnerungen beim Lesen anzuzweifeln. Manchmal habe ich zurückgeblättert, um festzustellen, dass ein und dieselbe Geschichte aus zwei Perspektiven unterschiedlich beschrieben wurde, und Sarah Easter Collins dadurch meine eigenen Erinnerungen durcheinandergebracht hat. Manche Stellen wirkten auf mich allerdings wenig glaubwürdig, weshalb es für mich kein Highlight wurde. Weil es ein Debüt ist und die Erzählung sehr spannend, haben diese Schwächen meine Begeisterung fürs Buch nicht geschmälert. Für mich eine gute Unterhaltung, mit kleinen Schwächen, aber psychologischen Tiefen. S.19 „“Ich glaube, so funktionieren Träume“, sagte Dad.“Dein Verstand nimmt alle Einzelteile des Tages auf und setzt sie wieder zusammen, um zu sehen, wie sie am besten passen. Deshalb sind Träume letztlich so seltsam, nämlich, wenn man zwei nicht passende Teile aneinanderfügt.“ S.38 „Ich habe über falsche Erinnerungen geforscht. Es ist tatsächlich erstaunlich, wie leicht das menschliche Gehirn getäuscht und dazu gebracht werden kann, sich an etwas zu erinnern, das nie passiert ist.“ S.121 „Meistens aßen wir schweigend. Unser Vater sagte immer, falls er je von dem Bedürfnis gepackt werden sollte, Frauen beim Quasseln zuzuhören, würde er dem Schreibraum im Büro einen Besuch abstatten.“
Großartiger Roman, von der ersten bis zur letzten Seite wahnsinnig spannend. Gut erzählt, voller Wärme und Herzlichkeit - zugleich führt er an menschliche Abgründe. Die Geschichte von Willa und Laika hat mich sehr berührt und ich habe sie leidenschaftlich gern gelesen. Ein paar kleine Plottwists geben die richtige Würze. Ich hoffe, dass noch viele dieses Buch lesen werden!
Ganz tolles Buch mit verschiedenen Perspektiven und Plot Twist!
Bei einem Essen im Familien- und Freundeskreis erzählt Liz von ihrer Diplomarbeit: Menschen erinnern den gleichen Moment unterschiedlich und oftmals sind Erinnerungen schlichtweg falsch. Der gemütliche Abend eskaliert... Hier erzählt uns das Buch den Abend und die Vorgeschichte aus der Perspektive von 3 verschiedenen Personen. Was ist wirklich passiert mit Willas verschwundener Schwester? Das Buch ist sehr spannend und eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Jede neue Perspektive bringt Licht ins Dunkel bis sich das Bild zusammenfügt. Tolles Buch!
"Was so schrecklich ist, ich könnte ihr auf der Straße begegnen und würde sie nicht einmal wiedererkennen. Sie könnte einfach jede sein. […] Du könntest sie sein." 💔🖤❤️ 🖤❤️💔 ❤️🖤💔
Als Teenager verschwindet Willas kleine Schwester Laika spurlos – ein Verlust, der Willas Leben für immer prägt. Auch über zwanzig Jahre später gibt Sie die Suche nicht auf. Ihr Leben ist eingefroren in der Hoffnung, Laika irgendwann wiederzufinden . Die entscheidende Wende kommt an einem Abendessen bei Freunden. Willa glaubt, in einer der anwesenden Frauen ihre verlorene Schwester wiederzuerkennen. 🩷 Der Roman hat einen großartigen Wechsel zwischen zwei Erzählsträngen. Es gibt Kapitel aus dem gegenwärtigen Dinner und Rückblenden in Willas Vergangenheit, die das zerrüttete Familienleben, Laikas Verschwinden und Willas enge Beziehung zu ihrer Freundin Robyn zeigen . Dabei sind mindestens drei Perspektiven zu lesen – jene von Willa, Robyn und der vermeintlichen Laika. Das ermöglicht verschiedene Versionen derselben Erlebnisse kennenzulernen und sich die Frage zu stellen: Was ist wirklich passiert? 🩷Sarah Easter Collins' Sprache ist klar. Sie verwebt Dialoge und Stimmungen so gut miteinander, dass das Dinner zu einem psychologischen Spiel wird. 🩷Die Charaktere wirken authentisch und vielschichtig. Willa, getrieben von Verlust und Schuld. Robyn, Freundin und Lebensanker und Claudette (die vermeintliche Laika), geheimnisvoll und rätselhaft. Durch sie alle zieht sich ein roter Faden aus Hoffnung, Zweifel, Schmerz und der Suche nach Wahrheit – temporeich und toll erzählt.
!["Was so schrecklich ist, ich könnte ihr auf der Straße begegnen und würde sie nicht einmal wiedererkennen. Sie könnte einfach jede sein. […] Du könntest sie sein."
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❤️🖤💔](https://social-cdn.read-o.com/images/1751652653982-46.jpg)
Wenn die eigene Schwester verschwindet Von einem Tag auf den anderen verschwindet Laika aus ihrem Elternhaus. Man geht von einer Entführung aus, doch auch 20 Jahre später bleibt Willa’s Schwester verschwunden. Willa hat in all den Jahren nie die Hoffnung aufgegeben, ihre Schwester könnte noch leben. Bei einem Abendessen im Freundeskreis hat sie plötzlich das untrügliche Gefühl, bei der neuen Freundin einer der Gäste könnte es sich um Laika handeln. Ob sie das richtig erkannt hat, oder ob ihre Gefühle mit ihr durchgegangen sind, wird natürlich nicht verraten. Der Roman, der aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und in dem wir nach und nach immer mehr über Willa‘s Familie und ihren Freundeskreis erfahren, entwickelt mit dem Fortschreiten der Geschichte einen immer größeren Sog und wird immer spannender. Ich empfand starke Empathien für einzelne Charaktere und ebenso starke Antipathien gegen andere. Es fiel mir zwar am Anfang etwas schwer in das Buch hineinzufinden aufgrund vieler Personen und immer wieder wechselnder Perspektiven, aber es hat sich wirklich gelohnt dranzubleiben. Die Autorin hat einen wirklich klug konstruierten Spannungsroman geschrieben, den ich gerne gelesen habe
🐦🇨🇵🍽 DIE VERLORENE SCHWESTER 🍽🇨🇵🐦 Ich muss zugeben, dass ich mir etwas anderes vorgestellt habe, weshalb ich mich erstmal schwer auf die Geschichte einlassen konnte. Mit etwas Abstand muss ich aber sagen, daß die Story um die verlorene Schwester gut verpackt und zu einem Ende gebracht wurde. 🐦🇨🇵🍽🐦🇨🇵🍽🐦🇨🇵🍽🐦🇨🇵🍽🐦🇨🇵🍽🐦🇨🇵🍽

Zwischen Verlust, Hoffnung, die nie stirbt und Liebe - toll erzählt. Und das als Debutroman
So ist es nicht passiert wurde mir von einer Reado-Freundin (@lexisbooknook) empfohlen – und schon nach den ersten Seiten wusste ich: Dieses Buch ist besonders. Die verschiedenen Erzählerinnen, jede mit ihrer eigenen Stimme, mit ihrem eigenen Tempo – das war für mich unglaublich spannend und mitreißend. Ich liebe es, wenn sich eine Geschichte so vielschichtig und klug entfaltet. Und dann dieses Herz. Diese Traurigkeit. Diese Sehnsucht. Die Geschichte war so herzzerreißend – und gerade die letzten Kapitel haben alles noch einmal auf eine ganz stille, wunderbare Art zusammengeführt. Ich habe mitgefühlt, mitgeweint, mit gehofft. Ein weiteres Highlight. Ein weiteres Buch, das mich nicht nur überzeugt, sondern tief berührt hat. 4 von 5 Sternen – weil ich es gefühlt habe. Und weil ein paar Tränen manchmal das schönste Lob sind. #SoIstEsNichtPassiert #SarahEasterCollins #HerzBuch #VerschiedeneStimmenEinGefühl #BücherDieBewegen #TränenUndWahrheit
Ich denke über meine Aufgaben und Pflichten als Mutter, Tochter, Schwester, Ehefrau und Freundin nach. Als anständiger Mensch. Über die Dinge, die ich schon immer gewusst und begriffen habe, die Dinge, für die ich einzutreten bereit bin, denen ich meinen Namen leihen würde und für die ich mich verantwortlich fühle. Ich denke über meine wunderbaren Eltern nach und darüber, dass ihre Liebe es mir ermöglicht hat, zu dem Menschen zu werden, der ich bin. Was es bedeutet, überhaupt zu lieben. Ich denke über Willa nach. Und darüber, was ich tun muss. - Zitat, Seite 382 Der deutsche Buchtitel des Romandebüts der englischen Autorin ist zwar seltsam unpassend zum Original "Things don't break on their own" wiedergeben, aber es fasst die Auflösung des Rätsels der Geschichte ganz gut zusammen. Ist es wirklich vorstellbar, dass so eine Geschichte auch nur im entferntesten im wahren Leben stattfinden könnte? Der Einstieg in den Roman ist durchaus interessant gelöst. Robyn, eine Protagonistin und Erzählstimme der Geschichte, richtet zu Hause gemeinsam mit Ehefrau Cat eine Dinnerparty aus. Am Tisch versammeln sich hauptsächlich Geschwister des Paares mit ihren Partnern, aber auch Robyns erste große Liebe und Freundin Willa mit Freund. Willa ist die tragische Person der Runde, denn sie leidet bis zu diesem Tag an dem plötzlichen Verschwinden ihrer kleinen Schwester, die im Teenageralter plötzlich verschwand. Dieses Ereignis verändert Willa und ihre Familie für immer. An diesem Abend sitzt auch die Psychologin Liv am Tisch, die sich mit den Erinnerungen von Menschen auseinandersetzt. Als sie die Anwesenden bittet, von einer ihrer frühesten Kindheitserinnerungen zu berichten, setzt sie damit eine Entwicklung in Gang, mit der wahrscheinlich keiner gerechnet hätte... Durch die verschiedenen Perspektiven und anfangs recht unchronologisch angeordnete Struktur der Kapitel, entwickelt die Geschichte schnell eine spannende Dynamik und man fiebert mit, wenn es um das Rätsel der verschwundenen Schwester geht. Da verzeiht man noch, dass die Figuren sehr flach gezeichnet sind und auf ihre Rolle festgelegt sind. Aber dann kommt das letzte Viertel des Romans und ohne hier zu viel zu verraten, folgen hier wirklich viele Augenrollmomente und ungläubiges Staunen über diese haarsträubende Geschichte, die uns die Autorin präsentiert. Und wenn man schon denkt, jetzt kann keine Steigerung mehr kommen - legt Sarah Easter Collins noch eine Schippe drauf! FAZIT Ganz klar, manche Geschichten müssen nicht zur gepflegten Literatur gehören, um für entspannte Unterhaltung zu sorgen. Und wen das Eingangszitat anspricht, der wird vielleicht auch mit dem Roman zurecht kommen und mitgehen können, mit dieser Geschichte, die von wunderschönen und wunderbaren Menschen geprägt ist. Aber auch mit Ironie kann ich diesem Buch insgesamt nicht viel abgewinnen, außer einem gelungenen Cover und einer interessanten Grundidee. Ganz ehrlich: So etwas will ich nicht wieder lesen!
Überraschend gut.
"Wie schwer muss es sein, dachte ich, immer weiter zu hoffen, wobei es so wenig gibt, woran man sich klammern kann." [S. 192] Nachdem ich die ersten fünfzig Seiten gelesen habe, wollte ich dieses Buch schon abbrechen, denn ganz ehrlich, der Anfang ist echt anstrengend, die Protas und Namen verwirrend. ... Die ganzen positiven Stimmen haben mich jedoch letztendlich dazu bewogen weiterzulesen und durchzuhalten und tatsächlich hat es sich gelohnt. Das war spannend, das entwickelte eine Sogwirkung und den Ärger über den Anfang, den hat es gar nicht gebraucht. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen. Einmal im hier und jetzt und in der Vergangenheit. Es geht um Willa, deren Schwester Laika vor 20 Jahren spurlos verschwand. Dieses traumatische Erlebnis hat die junge Frau nie überwunden. Bis heute sucht sie nach Laika und hadert mit deren vermeintlichen Schicksal, macht sich Vorwürfe und lebt, unterdrückt vom herrischen Vater, in einer nicht zufriedenstellenden Beziehung mit einem Mann, der ihr nicht das geben kann was sie braucht ... und schließlich entwickelt sich alles ganz anders als man es erwartet hat. "Denn das eine habe ich gelernt: Die Schüchternen, die Sanften, die Sensiblen, die Guten - sie überleben da draußen nicht. Aber ich gehöre nicht dazu." [S. 340]
SO IST DAS NIE PASSIERT Sarah Easter Collins Um es gleich vorwegzunehmen: Dieses Buch ist einfach großartig! Acht junge Menschen – Freunde, Partner und Geschwister – kommen an einem Wochenende für ein gemeinsames Abendessen zusammen. Nicht alle kennen sich, doch ihre Geschichten sind auf faszinierende Weise miteinander verwoben. Von der ersten Seite an entfaltet sich ein Sog, der mich nicht mehr loslässt. Im Zentrum steht Willa, die den Verlust ihrer jüngeren Schwester Laika nie überwunden hat. Laika verschwand im Alter von 13 Jahren, nachdem sie morgens das Haus verließ und nie in der Schule ankam. Dieses Trauma begleitet Willa bis ins Erwachsenenalter: In jedem fremden Gesicht sucht sie vergeblich nach ihrer Schwester. Sarah Easter Collins erzählt Willas Geschichte auf zwei Zeitebenen. Stück für Stück fügen sich die Ereignisse zu einem Gesamtbild zusammen. Wir lernen Willas wohlhabende, aber zerrüttete Familie kennen: die Mutter, die am Verlust ihrer jüngeren Tochter fast zerbricht, und den Vater, der selbst von einer schwierigen Kindheit geprägt ist. Er neigt zu Gewalt und tyrannisiert die Familie mit seinem pedantischen Perfektionismus. Willa wird schließlich aufs Internat geschickt, um dem Medienrummel zu entkommen, der das Elternhaus belagert. Dort findet sie in Robyn eine enge Freundin und erlebt erstmals, wie es sich anfühlt, Teil einer harmonischen Familie zu sein. THINGS DON'T BREAK ON THEIR OWN, der Originaltitel des Debüts, hätte kaum besser gewählt sein können: Dinge zerbrechen nicht von alleine. Dieser eindringliche, stellenweise schmerzhafte Roman ist ein wahres Meisterwerk und hat mich tief beeindruckt. 5/5

„Es ist tatsächlich erstaunlich, wie das menschliche Gehirn getäuscht und dazu gebracht werden kann, sich an etwas zu erinnern, dass nie passiert ist.“ (S.38)
Ein spannender und emotionaler Roman, der mit interessanten Twists fesselt. Im Mittelpunkt steht Willa, deren kleine Schwester Laika in ihrer Jugend spurlos verschwindet. Der Roman erzählt von der tiefen Lücke, die dieser Verlust hinterlässt, der verzweifelten Suche und den Schuldgefühlen, die Willa seitdem mit sich trägt. Im Laufe der Geschichte kommen immer mehr dunkle Geheimnisse über das dysfunktionale Familienleben ans Licht (TW: Gewalt) und wie Willa ihre Vergangenheit wahrgenommen hat. Besonders gelungen ist die Erzählweise aus verschiedenen Perspektiven, die sich bei einem gemeinsamen Abendessen unter Freunden geschickt zusammenfügen. Die Story zieht den Leser schnell in ihren Bann und lässt ihn miträtseln, was mit Laika passiert sein könnte. Obwohl mich das Ende, oder besser gesagt ein Teil der Storyline, nicht so ganz überzeugt hat (ohne zu viel zu spoilern), bleibt es insgesamt ein spannendes und sehr unterhaltsames Buch, das ich gerne weiterempfehle. 4 Sterne

Das emotionalste, was ich je gelesen habe.🤍
Ich bin froh, dass ich völlig unvoreingenommen in dieses Buch einstieg und keine Rezensionen vorab gelesen habe. Ich habe gestaunt, ich war wütend, ich war tief berührt und habe geweint. Ich habe alle Gefühle auf dieser Achterbahnfahrt durchlebt und konnte vor Kopfschütteln oft nicht glauben, was ich lese. 🩶LIEBE für diese wundervolle Geschichte 🩶LIEBE für so viel Geschwisterliebe 🩶LIEBE für die Hilfsbereitschaft völlig Fremder Menschen 🩶LIEBE für diese einzigartige Freundschaft Ich möchte bewusst nicht zusammenfassen, was in dem Buch passiert. Nicht, weil ich Spoilern könnte. Sondern, weil ich jedem wünsche genau so jungfräulich in diese Geschichte einzutauchen, wie ich. Mein absolutes Jahreshighlight. Ich wünschte, ich könnte es nochmal zum allerersten Mal lesen. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Mit diesem Buch habe ich auch mein Sternebewertungen gänzlich überdacht. Das sind klare 5/5 Sternen und ich würde mehr geben, wenn ich könnte. Es wird wahnsinnig schwer werden, an diese Bewertung ranzukommen. 😅 Danke Sarah, für diese wundervolle und herzzerreißende Reise.🤍

Originelles Debüt!
Ich muss sagen, ich hab echt etwas gebraucht um in die Geschichte reinzukommen, aber die zweite Hälfte des Buchs konnte mich dann komplett packen. Ich liebe einfach so verworrene Familientragödien, wie hier die Geschichte von Willa und ihrer vor 21 Jahren verschwundenen Schwester Laika, die in zwei Zeiten spielt und sämtliche Charaktere und Sichtweisen des Freundeskreises mit einbezieht. Das Ende hätte ich so nicht erwartet und vor allem die spätere Sicht von Claudette hat mir sehr gefallen!
Für mich ein Überraschungshit, den ich allen empfehlen kann, die auf Spannung und Familiengeschichten stehen.
Willa’s Schwester verschwindet spurlos mit 13 Jahren. Sie ist einfach weg und taucht nicht mehr auf…. Die Geschichte in „So ist das nie passiert“ beginnt 22 Jahre nach diesem Ereignis und entblättert sich Stück für Stück aus der Perspektive verschiedener Personen in Gegenwart und viel aus der Vergangenheit. Dabei kommt eine Wahrheit zutage, die ich so nicht erwartet habe. Für mich war dieses Buch ein Pageturner par excellence. Die Perspektivwechsel hat mir dabei besonders gut gefallen, denn er ermöglichte mir damit besondere Einblicke. Ich mag ansonsten nicht so viel schreiben, weil ich niemandem das Erlebnis nehmen möchte, die Geheimnisse rund um Laikas Verschwinden selbst zu entdecken. Gegen Ende hätte ich mir hier und da noch mehr Erklärung gewünscht, trotzdem war es „rund“ und gut zu Ende gebracht. Das einzige, was mich gestört hat, war der Anfang. Die ersten rund 50 Seiten kam ich null mit all den Personen zurecht, die auf mich einprasselten. Ich konnte niemandem zuordnen oder auseinander halten. Das spielte im Verlauf aber gar keine Rolle mehr und fiel dann plötzlich auch sehr leicht. Es mag also komplett an mir gelegen haben. Für mich ein Überraschungshit, den ich allen empfehlen kann, die auf Spannung und Familiengeschichten stehen.

Den Hintergründen auf der Spur
Dieses Buch hat mich zwischendurch immer mal wütend gemacht 😅 ich fand die familiäre Situation von Laika ziemlich fies, vor allem als nach und nach sämtliche Geheimnisse und Grausamkeiten ans Licht kamen. Mit jedem Kapitel hat man ein bisschen mehr über die Hintergründe der Story erfahren. Ich habe es gerne gelesen, was wohl auch an dem guten Schreibstil und den überschaubaren Kapiteln lag. Im Großen und Ganzen ein gutes Buch, das ich ruhigen Gewissens weiterempfehlen kann 🙂
Dieses Buch ist genial! Es ist spannend, toll konstruiert und berührend. Der Originaltitel ist viel passender: Things Don’t Break On Their Own.
Vorsicht! Es gibt keine Inhaltswarnungen. Ich schreibe sie jetzt auch nicht auf, weil das ein Spoiler wäre. Das Ende ist ein bisschen zu cheesy, da hätte die Autorin ein paar Seiten vorher aufhören sollen. Aber darüber kann man gut hinwegsehen.
Was war das für eine wunderbare Geschichte?! ❤️🩹 Eine Geschichte die einen mitreißt, zum nachdenken anregt, spekulieren lässt. Aber auch wütend, traurig und extrem gerührt macht. 👌🏻 Eine tolle Geschichte über Familie, Geschwister, Freundschaft, Mut & Liebe in vielen Formen. Super gelesen von Vanida Karun 🫶🏻
Willa lebt seit ihrer Kindheit mit dem Verlust ihrer Schwester. Plötzlich war sie verschwunden, die Suche trotz großem Polizeiaufgebot ohne Erfolg. Und bis heute weiß Willa nicht, was damals passiert ist, glaubt immer wieder, die Schwester in fremden Frauen zu erkennen, reist an fremde Orte, nur um festzustellen, dass es wieder eine falsche Spur war. Auch bei einem Abendessen mit Freunden hat sie wieder dieses Gefühl. In Gesprächen geht es auch darum, wie man Dinge erinnert, wie das Unterbewusstsein Erinnerungen manipulieren kann. War wirklich alles so, wie sie sich erinnert? In Rückblenden erfahren wir über die Kindheit in wohlhabendem Hause, mit einem tyrannischen, gewalttätigen Vater, der mich beim Lesen einfach nur anwidert, und einer Mutter, die sich unterordnet. Und wir erfahren, was damals wirklich passierte. Die gesamten 400 Seiten bleibt eine subtile Spannung erhalten, die Geschichte liest sich gut weg und gibt sicher auch einen guten Filmstoff her.
Ich hab anfangs wirklich lange gebraucht, um nach den ersten knapp 50 Seiten nochmal zu diesem Buch zu greifen. Dann wollte ich aber doch wissen wie es ausgeht und habe weitergelesen. Willa und ihre Schwester Laika wachsen mit einer lie evollen Mutter und einem tyrannischen Vater in Wohlstand auf. Als Laika eines Tages spurlos verschwindet, ändert sich das Leben der Familie radikal. Über 20 Jahre später findet ein Dinner mit Freunden von Willa statt und eine unfassbare Geschichte entsteht, die tatsächlich rätselhaft endet und einen mit Vermutungen zurücklässt. Ich hatte eine ganz andere Geschichte erwartet. Die, die ich bekommen habe war ok. Die Zeitsprünge und verschiedenen POV's fand ich zunächst einfach langgezogen, aber zum Ende hin hatte ich verstanden, warum sie für die Geschichte wichtig waren. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht vollends mitreißen können, obwohl sie mich tatsächlich nachdenklich zurücklässt. Was kann ein Mensch ertragen...aus Liebe oder auch, weil er glaubt, keine Wahl zu haben oder weil gezogene Schlüsse nicht unbedingt von allen Beteiligten gleich empfunden werden. Tja...kann ich das Buch empfehlen? Jein. Wenn man bereit ist sich drauf einzulassen, dass die Geschichte Zeit braucht, dass die Geschichte Kontext braucht, dass nicht alle Themen leicht verdaulich sind und dass nicht alle Fragen beantwortet werden, dann ja. Ich merke jetzt schon, dass ich noch eine Weile über die Themen des Buches nachdenken werde. Hat es deshalb vielleicht doch mehr Sterne verdient? Diesmal tue ich mich sehr schwer mit der Bewertung.
Ich bin ehrlich gesagt noch immer ziemlich überwältigt. Dieses Buch hat in mir so viel ausgelöst, dass ich fast sprachlos zurückbleibe. Die ersten 300 Seiten waren für mich schwierig, ich konnte die Charaktere nicht richtig fassen und auch die Geschichte hat mich nur teilweise erreicht. Ich habe weitergelesen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht, aber wirklich überzeugt war ich noch nicht. Und dann kam das letzte Viertel. Bäm. Plötzlich hat alles eine Wucht bekommen, die mich komplett umgehauen hat. Ich hätte mir zwar gewünscht, schon früher Claudettes Perspektive zu lesen, aber im Rückblick verstehe ich, warum Collins es so aufgebaut hat. Gerade dadurch entfaltet das Ende seine ganze Kraft. Es gibt Passagen in diesem Buch, die sind einfach nur schön, zart und gleichzeitig unglaublich wichtig. Ich sag nur: Frieda ❤️
Ein ruhiges, tiefgründiges Buch, das einem noch lange nachgeht. Nicht laut, aber dafür echt stark.
Wow. Ich hab ehrlich nicht gedacht, dass mich das Buch so packen würde. Der Titel klingt erstmal ruhig – fast unspektakulär. Aber genau das ist der Trick. Diese Geschichte kommt still daher und entwickelt dann eine Sogwirkung, die einen nicht mehr loslässt.
📚 Inhalt Als Willa ein Teenager ist, verschwindet ihre kleine Schwester Laika – und damit auch die vermeintliche Familienidylle. Willa hat ihre Schwester nie aufgegeben und sucht selbst nach 20 Jahren noch nach ihr, immer voller Hoffnung, Laika wieder zu finden. Als sie bei einer Dinnerparty eine Frau kennen lernt, bei der sie glaubt, dass es sich um Laika handelt, verändert sich ihr ganzes Leben. 📖 Meinung Hm, was soll ich sagen. Grundsätzlich ein spannendes Thema, das mich auch teilweise an «Beeren pflücken» von Amanda Peters erinnert hat, aber nur, weil es um das verschwinden eines Familienmitglieds ging. Eine tragische Familiengeschichte ist doch grundsätzlich immer spannend. Und das Thema «Erinnerungen» wird auch immer wieder angeschnitten und macht neugierig auf mehr. Aber «mehr» kommt nicht. Der Schreibstil hat für mich leider gar nicht funktioniert. Die Kapitel werden von unterschiedlichen Personen erzählt, das mag ich eigentlich gerne, weil man so viele Facetten kennen lernt. Doch finden die Erzählungen auch immer auf unterschiedlichen Zeitebenen statt. Auch das ist eigentlich spannend, doch leider gibt es keine Zeitangaben und man muss super konzentriert bei der Sache bleiben, und ist dann dennoch immer wieder verwirrt, weil man keine Ahnung hat, wo man sich gerade zeitlich befindet. Die Charaktere blieben für mich auch immer recht distanziert und nicht nahbar. Die eigentliche Protagonistin Willa wurde mir nie recht sympathisch, aber da bleibe ich meinem «das muss sie auch nicht»-Motto treu. Aber trotzdem fand ich sie sehr distanziert und teilweise emotionslos oder emotional abgestumpft. Aber darf ich mir darüber ein Urteil bilden? Schliesslich sucht sie seit 20 Jahren nach ihrer vermissten Schwester und weiss nicht, was mit ihr passiert ist. Vielleicht wäre ich genau so wie sie. Ich kann es nicht voraus sagen. Ich kann nicht sagen, ob ich das Buch uneingeschränkt empfehlen würde, wahrscheinlich eher nicht. Das Grundthema ist wirklich super spannend und ich habe mir echt mehr davon erhofft. Vielleicht war ich aber auch nicht die richtige Leserinnenschaft.
Was für eine tolle multiperspektivische Geschichte mit vielen Frauenrollen von Sarah Easter Collins! Willas jüngere Schwester verschwindet als Teenager spurlos. Bei einem Abendessen 25 Jahre später wird die Geschichte aus drei verschiedenen Blickwinkeln aufgerollt. Als Leserin erlebe ich einzelne Momente so aus mehreren Perspektiven. Mehr über den Inhalt zu sagen, wäre ein Spoiler ... Der englische Titel "Things don't break on their own" ist viel treffender als der deutsche Titel "So ist das nie passiert", was für mich Behauptungen und Gegenbehauptungen suggeriert. Während das deutsche Cover das Abendessen zeigt, sind am englischen Cover Scherben und Goldelemente zu sehen, was beides eine wichtige Rolle spielt. Leseempfehlung! CW: häusliche Gewalt

Überraschend und überzeugend!
Dieses Buch war wirklich überraschend. In vielerlei Hinsicht. Ein leichter Psycho-Thriller, der sich als Roman getarnt hat. 😉 Ein Essen unter Freunden und Geschwistern. Eine Frau die die Suche nach ihrer verschwundenen Schwester niemals aufgegeben hat. Spannend und mitreißend wird uns die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt. Wir springen zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit in der Jugend der Geschwister und Freundin Willa zurück. Willas Schwester Laika ging verloren, als Willa ein Teenager war. Ermittlungen der Polizei blieben erfolglos. Wo ist Laika? Was ist ihr zugestossen? Willa gibt die Hoffnung niemals auf, dass Laika wieder auftaucht. Je mehr wir Anteil nehmen an Willas Erinnerungen, desto klarer wird das Bild für uns. Oder etwa nicht? Wir erfahren was in der Familie passiert. Mit Laika, der Mutter, aber auch Willa. Die Geschichte war zuweilen wirklich schwer zu ertragen. Und ich bin mir nur allzu bewusst, dass das, was da so geschieht, in der Realität auch viel zu häufig passiert. Es macht mich wütend und fassungslos und hilflos. Schwere Kost die uns serviert wird. Verpackt in einer spannenden und sehr interessanten Geschichte, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ein Blick in unsere Erinnerungen, die uns zeigen was geschehen ist damals...., oder liege ich da falsch? 😉 Ein tolles Buch dass ich nur empfehlen kann.

Ich muss gestehen, ich habe ein paar Seiten gebraucht, um in der Geschichte anzukommen. Am Anfang konnte ich nicht einschätzen, wo die Reise hingehen sollte. Aber dann... Ich konnte nicht mehr loslassen. Wirklich eine tolle Geschichte voller unvorhersehbaren Wendungen. Wirklich eine sehr unterhaltsame und spannende Geschichte.
Spannende Familiengeschichte mit Überraschungen
„So ist das nie passiert“ hatte ich mir komplett anders vorgestellt und gar nicht mit dem gerechnet, was ich bekommen habe. Aber schon nach wenigen Seiten war ich total gefesselt. Die Zeitsprünge und wechselnden Erzählperspektiven haben meine Geduld manchmal etwas auf die Probe gestellt. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich dadurch nach und nach die eigentliche Handlung entfaltet. Man fühlt vor allem mit Willa so sehr mit, die seit über 20 Jahren ständig glaubt, ihre vermisste Schwester zu sehen. Beim Abendessen bei ihrer Freundin Robyn glaubt sie wieder, Laika zu sehen. Aber ist sie es wirklich oder bildet Willa es sich mal wieder nur ein? Diese Unsicherheit hat sich auch auf mich als Leserin übertragen. Die Geschichte der Schwestern, die in einem von Gewalt geprägten Elternhaus aufgewachsen sind hat mich sehr berührt. Das Ende fand ich gelungen und passend. Habe das Buch an zwei Tagen verschlungen und kann es nur weiterempfehlen.
"Ich sehe sie noch vor mir, wie sie an jenem Tag aus unserem kleinen Zimmer im Internat marschiert ist, ihren Hinterkopf, die Art, wie ihre zwei kleinen Stummelzöpfe merkwürdig schräg abstehen, ihren schiefen Scheitel." Oh, wow! Was für ein Roman! Was für ein Debüt! Ganz flüssig und spannend baut sich die Geschichte auf, um einem dann mit einem Paukenschlag um die Ohren zu fliegen. Ich musste nicht nur sprichwörtlich die Luft anhalten und die Augen aufreißen! Die letzten 200 von 400 Seiten konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen. Das war atemberaubend, spannend, tief berührend, erschütternd und emotional.
„So ist das nie passiert“ von Sarah Easter Collins ist ein wahrhaft genialer Debütroman. Willa wächst mit ihrer Schwester Laika in einem betuchten Elternhaus auf. Eines Tages verschwindet Laika spurlos und alle Ermittlung enden im Nichts. Willa kann den Verlust nicht verarbeiten und gibt sich eine große Schuld am Verschwinden. Sie hat ihre Schwester nicht beschützt. Die Familiengeschichte wird fesselnd und mit unerwarteten Wendungen erzählt. Die Autorin zieht den/die Leser:in mit ihrem leichten, flüssigen Schreibstil in den Bann. Die Geschehnisse werden überwiegend aus der Perspektive von Willa und ihrer früheren Freundin und Geliebten Robyn erzählt. Willa besucht eine Dinnerparty ihrer alten Freundin Robyn, auf welcher thematisiert wird, wie Erinnerungen im Laufe der Zeit verändert oder gefälscht werden können. „Selbst auf einer ganz einfachen Ebene können wir grundverschiedene Erinnerungen an ein Ereignis haben, wo man zu Recht vermuten würde, dass alle genau das Gleiche erlebt haben.“ (Seite 38) Willas Leben wird nach diesem Abend nicht mehr sein, wie sie es kennt. Glaubt sie doch, auf dieser Party ihre verlorene Schwester gefunden zu haben. Und plötzlich werden Erinnerungen wach, die längst verschüttet wurden oder so nie stattgefunden haben. Ein Wechselbad der Gefühle, emotional unglaublich gut gezeichnet. Beschrieben wird das vermeintliche Familienidyll mit einer unterdrückten, schweigsamen Mutter und einem gewalttätigen Vater. Die Autorin beschreibt in verschiedenen Zeiten das Verhältnis der Kinder zu den Eltern; Willas Angst und Unterwürfigkeit vor dem Vater, Laikas Widerstand und Rebellion gegen das Familienoberhaupt und die brutalen Maßnahmen des Vaters. Der großen Verlust, die Traurigkeit und auch die Hoffnung von Willa und ihrer Mutter werden detailliert beschrieben. Die Protagonisten wurden alle sehr authentisch dargestellt, die Charaktere sehr gut ausgearbeitet und die Geschehnisse realitätsnah im Buch umgesetzt. Mit vielen Wendungen und psychologisch gut durchdacht wird dem/der Leser:in eine emotionale, sprachlich gut durchdachte Story präsentiert. Als Leser:in wird man peu à peu über die unglaublichen Lügen und Geheimnisse der Familie aufgeklärt. Die Autorin versteht es unglaublich gut in ihrem Debüt die Spannung aufrecht zu halten. Eine Leseempfehlung für diesen äußerst gelungenen Roman.

Ein denkwürdiger Abend Vor 22 Jahren ist Willas jüngere Schwester Laika verschwunden und trotz sofortiger großangelegter Suche der Polizei nie gefunden worden. Zuerst ging man von einer Entführung aus, dann von einem Verbrechen, obwohl es keine Hinweise darauf gab. Seit 22 Jahren dreht sich Willas Leben um die Suche nach ihr, schon unzählige Male hat sie sich eingebildet, Laika zu sehen, doch sie war es nie. Während ihr Vater erschreckend kühl und rational damit umgeht, ist ihre Mutter daran zerbrochen. Als ihre Freundin Robyn sie jetzt zu einem Abendessen einlädt lernt sie dort zwei Frauen kennen, die vom Aussehen und Alter her beide Laika sein könnten. Eine von ihnen, Liv, ist Psychologin und macht ihr mit einer Übung klar, wie sich Erinnerungen im Laufe der Zeit verändern: „Es ist tatsächlich erstaunlich, wie leicht das menschliche Gehirn getäuscht und dazu gebracht werden kann, sich an etwas zu erinnern, dass nie passiert ist.“ (S. 38) „So ist das nie passiert“ erinnert an ein Sternfahrt, alle Handlungsstränge und Geschichten beginnen und enden mit dem Essen der Freunde und wird überwiegend aus Robyns und Willas Sicht erzählt. Robyn hat Willa direkt nach Laikas Verschwinden kennengelernt, weil Willa „danach“ auf eine andere Schule geschickt wurde, um Abstand zu gewinnen und von der Presse ferngehaltem zu werden. Sie teilten sich ein Zimmer, wurden Freundinnen und Partnerinnen, aber mit dem Schulabschluss hat Willa die Beziehung beendet – sie stehe eigentlich gar nicht auf Frauen. Trotzdem sind sie Freundinnen geblieben. Robyn erinnert sich u.a. an den Sommer, den sie zusammen bei ihren Eltern verbracht haben und indem ihr Vater, ein berühmter Tonkünstler, ihnen Kintsugi näher gebracht hat. „Man kann alles heil machen, so lange man das richtige Werkzeug hat.“ (S. 19) Aber Willa kann auch er nicht heilen, denn obwohl sie viel aus der Zeit vor Laikas Verschwinden erzählt, hält sie noch mehr – oder hat es verdrängt. Wenn sich Willa an die Zeit vor Laikas Verschwinden erinnert, dann sieht sie eine glückliche Familie, in der es an nichts mangelte. Aber Livs Worte über Erinnerungen geben ihr zu denken. Sie gesteht sich immer mehr ein, wie es wirklich war und warum sie sich auch so viele Jahre nach Laikas Verschwinden noch die Schuld daran gibt: „… ich war so damit beschäftigt, sie vor sich selbst zu schützen, dass ich vergaß, sie vor der Außenwelt zu warnen. Ich hätte ihr sagen sollen, dass es da draußen Menschen gab, Männer, sogar Frauen, die ihr etwas antun konnten.“ (S. 73) Sarah Easter Collins Roman ist eine psychologisch komplexe, extrem spannende Familiengeschichte. Sie dreht sich um Willas und Laikas Kindheit und Jugend, um Willas verdrängte oder beschönigte Erinnerungen und hat mich sehr berührt. Willa scheint nämlich zu vergessen, dass sie damals beide noch Kinder bzw. Teenager waren und sie gar nicht so viel hätten machen können. Eine aufwühlende Geschichte, die zum Nachdenken anregt.























































