Amphibium
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Description
Über die Schrecken und Wunder des Frauwerdens
Südwestengland in den 1990ern. Als Kind einer psychisch labilen alleinerziehenden Mutter ist Sissy es gewohnt, für sich allein zu kämpfen. Doch von dem Moment an, als sie sich vor den Augen von Tegan, der selbstbewussten Anführerin einer Mädchenclique, mit einem Jungen an der neuen Schule prügelt, ist sie nicht mehr einsam. Schnell sind Tegan und Sissy unzertrennlich, beste Freundinnen, und teilen fast alles miteinander, nicht zuletzt intime Wünsche und Ängste. Im Laufe des Schuljahres nähern sie sich immer weiter der Schwelle zum Frausein, spüren und sehen Veränderungen, die sie gleichermaßen faszinieren wie beunruhigen. Bald schicken sie Fotos an ältere Männer in Chatrooms, verfolgen fgebannt die Berichte über Entführungen junger Frauen im Landkreis und fragen sich, wie ihre eigenen Gesichter auf Suchplakaten aussehen würden. Die mythisch-märchenhaften Fantasiewelten, in die sie sich flüchten, gewinnen zunehmend an Bedeutung – mit fatalen Konsequenzen.
Mit einem Hauch von magischem Realismus und großem psychologischem Feingefühl beschreibt Tyler Wetherall in ihrem literarischen Debüt die Ambivalenzen weiblicher Pubertät und das Entdecken der eigenen Sexualität. ›Amphibium‹ ist ein eindringlicher Roman über die Schrecken und Wunder des Frauwerdens, poetisch und schonungslos zugleich.
»Ein Roman von großer Wucht, man liest mit mulmigem Gefühl im Bauch und ist gefesselt.« The Times
»Voller Sex und Gewalt und Bedrohung, die in einem Crescendo von unheimlicher und magischer Schönheit kulminieren.« Rebecca Stott
»Emotional erschütternd und unvergesslich wie ein Märchen.« Lilly Dancyger
Book Information
Author Description
Tyler Wetherall ist Autorin, freie Journalistin und Drehbuchautorin. Sie unterrichtete Journalismus sowie Kreatives Schreiben und war stellvertretende Herausgeberin der Literaturzeitschrift The Wrong Quarterly. Ihr Memoir ›No Way Home‹, dessen Verfilmung in Arbeit ist, wurde mit einem Literaturpreis des Arts Council England ausgezeichnet. Ihre journalistischen Texte wurden u. a. in der New York Times und im Guardian publiziert. Inzwischen lebt sie in Brooklyn und London.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Aufwühlend und mitreißend!
"...ich habe Angst, dass ich das erste Mädchen bin, das am Frauwerden stirbt..." (S. 22) Sissy lebt allein mit ihrer depressiven Mutter zusammen, früh hat sie gelernt, diese zu schützen, so dass niemand sie auseinander bringen kann. Als Sissy die Schule wechselt und sich mit dem beliebtesten Mädchen anfreundet, gilt es vieles zu entdecken. Wir begleiten Tegan und Sissy bei all den Veränderungen die die Pubertät mit sich bringt und die oftmals sehr erschreckend wirken, genauso wie die Gefahren die Frauen bevorstehen können. Das alles ist keine leichte Kost, aber war die Pubertät jemals leicht zu ertragen? Dabei entfaltet der Roman eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Die eingebrachten Einflüsse der griechische Mythologie ergeben ein rundes Bild und helfen dabei, die Beklemmung und Scham, die oftmals mit der Pubertät Einzug erhält, besser zu verdeutlichen und wieder nachempfinden zu können. Für mich ein durch und durch gelungenes Debüt, dem ich noch viele Leser wünsche!

Wow - was für eine Überraschung ⭐️
Amphibium - eine unglaublich gute Geschichte. Über weibliche Pubertät, Mythen, Feminismus und vor allem über Freundschaft. Nach dem etwas holprigen Start war ich von der Geschichte und dem besonderen Schreibstil der Autorin gefesselt. Sissy und Tegan werden sicher noch eine Weile in mir nachwirken. Ich kann das Buch nur empfehlen!

Die Geschichte wird aus der Perspektive der elfjährigen Sissy erzählt, die von einer psychisch labilen alleinerziehenden Mutter aufgezogen wird. In ihrer Mitschülerin Tegan findet sie die eine Freundin, mit der sie alles teilt und sich gemeinsam auf eine Reise in die Welt der Sexualität und des Frau-Werdens begibt. Dabei werden Themen wie sexuelle Unsicherheiten, das Bedürfnis nach Macht und Kontrolle und dem Aufwachsen in kaputten Familienverhältnissen aufgegriffen. Sprachlich hat mich das Buch so sehr abgeholt, dass ich in Zukunft blind zu jedem Buch von Tyler Wetherall greifen werde. Ihr gelingt es schwere und teilweise brutale Situationen in eine so sanfte, behutsame Sprache zu verpacken, dass ich förmlich nur so an den Zeilen und Worten klebte. Aber nicht nur sprachlich konnte mich die Geschichte abholen. Auch mit den Themen und dem Genre Comig-of-Age gepaart mit einem Hauch Surrealismus hat die Autorin etwas gewagt und damit genau meinen Geschmack getroffen. Für mich eindeutig ein weiteres Jahreshighlight, das mir erschreckenderweise den ein oder anderen Flashback in meine eigene Jugend beschert hat.

Amphibium erzählt eine spannende, atmosphärische Geschichte über Freundschaften, toxische Dynamiken und die Wege, auf denen Menschen sich verändern – oder voneinander entfernen. Der Einstieg fiel mir zunächst etwas schwer: Es brauchte ein wenig Zeit, um in die Welt und den Stil hineinzufinden. Doch sobald die Handlung Fahrt aufnimmt, entfaltet das Buch eine mitreißende Spannung und eine emotionale Tiefe, die sich besonders in den Beziehungen der Figuren zeigt. Ein Buch, das sich lohnt – vor allem, wenn man bereit ist, ihm die anfängliche Eingewöhnungszeit zu geben.
Das Wort "Amphibium" bezeichnet eine Klasse von wechselwarmen Wirbeltieren, die sowohl im Wasser als auch an Land leben können. Viele Amphibien durchlaufen eine Metamorphose, bei der sie ihre Lebensweise und Atmung ändern. In der Coming-of-Age Geschichte „Amphibium“ von Tyler Wetherall übersetzt von Lisa Kögeböhn (Blue Sisters & Cleopatra und Frankenstein) ist es genau das, was der Protagonistin Sissy während 328 Seiten in dem Debütroman widerfährt. Durch die einsetzende Pubertät findet eine Verwandlung statt, die noch mit einem Hauch von magischem Realismus verdeutlicht wird. Was die Autorin finde ich sehr gut herausgearbeitet hat, ist, dass sie diese Zeit der Verwandlung als Bedrohung darstellt. Warum finde ich das gut? Ich glaube, dass man in sich selbst noch nicht gefestigt ist und dass es dadurch viel schneller passiert seine eigenen Grenzen oder auch Gefahren nicht zu erkennen und sich dadurch viele Situationen bedrohlich/ neu und fremd anfühlen können. Was ich schade und auch ein wenig einseitig fand, war die durchweg negative Darstellung der Männer in dem Roman und das, obwohl alle weiblich gelesenen Figuren sehr differenziert und vielschichtig dargestellt wurden. Zusammengefasst würde ich sagen, ist dieses Buch etwas für dich, wenn du Lust hast auf einen Zeitsprung in die eigene Pubertät, auf die erste tiefe und zum Teil auch toxische Freundschaft, aber auch die leisen Beobachtungen körperlicher Veränderungen.

Ein Coming of Age Roman den man nicht aus der Hand legt 📖
Ich weiß ehrlicherweise gar nicht, wie man dieses Buch in ein paar Sätzen beschreiben soll. Es wird auf jeden Fall noch eine Weile nachhallen 💔 Obwohl es nicht dick ist beschreibt es so rau, ehrlich und eindringlich - Weibliche Pubertät, psychische Krankheit, fragile Freundschaften, schwierige aber realistische Kindheiten (inkl. Traumata)… Die Protagonistin ist erst 11 und schreibt aus ihrer Sicht - und mein Gott, wie oft will man sie, und auch die „schwierige“ Tegan umarmen und ihnen all die Sorgen & Unsicherheiten nehmen, wegen denen sie wie so viele Kinder auf dieser Welt zu früh „erwachsen“ werden / oder eher spielen mussten. Teils schwer, aber berührend ❤️

Ein Roman voller Reibung – und genau darin liegt seine Stärke
Ehrlich gesagt war ich mir bei diesem Buch eine Zeit lang unsicher in der Bewertung. Einerseits ist es sprachlich beeindruckend: atmosphärisch dicht, mit wichtigen Themen und einer schönen, intensiven Bildsprache. Besonders der magische Realismus, der subtil in die Geschichte eingewoben ist, hat mir gut gefallen – vor allem im Hinblick auf die metaphorische Verwandlung vom Mädchen zur Frau. Andererseits bin ich mit zwiespältigen Gefühlen aus dem Buch herausgegangen. Im Mittelpunkt stehen die zwei Mädchen, Sissy und Tegan, die aus schwierigen Verhältnissen stammen und eine sehr intensive, für mich aber auch toxische Freundschaft entwickeln. Tegan nutzt Sissy aus. Sissy fühlt sich dabei unwohl, aber gleichzeitig auch auserwählt. Zwei Mädchen, die nach Nähe suchen und sich in ihrer Einsamkeit gegenseitig Halt geben – oder es zumindest versuchen. Wir begleiten sie durch die aufwühlende Phase des Erwachsenwerdens, zwischen Neugier, Selbstzweifeln und dem Austesten von Grenzen. Vieles, besonders in Bezug auf Sexualität und Grenzüberschreitungen, konnte ich nachvollziehen – auch aus eigener Erfahrung. Gleichzeitig gibt es noch einen Erzählstrang über einen „Mädchenschnapper“, der sein Unwesen treibt. Dieser tritt mal mehr, mal weniger in den Vordergrund. Was mich persönlich mit zwiespältigen Gefühlen zurückgelassen hat, ist die starke Schwarz-Weiß-Zeichnung der Figuren. Männliche Figuren, ob Jugendliche oder Erwachsene, erscheinen fast durchweg negativ, übergriffig oder gefährlich. Auch die weiblichen Figuren wirken oft unsympathisch, berechnend oder verletzend. Die einzige Figur, die mir wirklich nah war, ist Sissys Mutter Mou – und stellenweise auch Sissy selbst. Ich hätte mir gewünscht, dass es wenigstens eine männliche Figur gegeben hätte, die nicht nur auf weibliche Reize reagiert, sondern durch Persönlichkeit und Tiefe auffällt. Jemand, der nicht eindimensional bleibt, sondern – wie Tegan – sowohl gute als auch schwierige Seiten zeigt. Mir ist bewusst, dass diese Zuspitzung vermutlich beabsichtigt ist, um die immer noch herrschenden Missstände klar aufzuzeigen. Dennoch hätte ich mir mehr Nuancen und Menschlichkeit gewünscht. Trotz aller Kritik hat das Buch etwas in mir ausgelöst. Es hat mich beschäftigt, und das tut es noch. Vielleicht liegt die Stärke des Romans genau in dieser Reibung. *Unbezahlte Werbung- Rezensionsexemplar
„Es ist September, das neue Schuljahr hat angefangen, und ich bin die Neue. Das heißt, ich bin seltsam, bis ich das Gegenteil beweise, aber das werde ich nicht tun. Wir sind aus Gründen, die ich nicht ganz verstehe, von London in den Südwesten, ins West Country, gezogen.“ - So stellt sich die Situation für Sissy, 11, da. Sie muss von vorne anfangen, da sie mit ihrer alleinerziehenden und psychisch nicht stabilen Mutter aus ihr nicht ganz verständlichen Gründen nach Südwestengland zieht. Es soll ein Neuanfang für sie beide sein. Sissy musste sich von Klein auf schon um ihre Mutter kümmern und jetzt ist es dieser Neuanfang, von dem Sissy sich für sich selbst eine Freundin erhofft. Die findet sie in der coolen Tegan, die schon 12 ist und sich die Freundinnen aussuchen kann. Sissy findet einen Weg, mehr als nur ein weiteres Mitglied von Tegans bewundernder Entourage zu werden, auch wenn diese Freundschaft von Anfang an ein gewisses Ungleichgewicht aufweist. Es lässt sich erst einmal ganz gut an. Die beiden Mädchen verbringen viel Zeit miteinander, lachen viel und auch Sissys Mutter hat eine recht stabile Phase. Doch irgendwann beginnt es langsam zu kippen, es verschwinden Mädchen in der Umgebung, Tegan geht immer einen Extraschritt zu weit und man merkt, dass sich da etwas zusammenzieht wie ein Gewitter, das sich entladen muss. Wir erfahren mehr über Tegan und ihre Familie und nicht nur die beginnende Pubertät bringt so einiges aus dem nicht vorhandenen Gleichgewicht. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, über Verluste und über ein Mädchen, das schon viel zu früh zu viel Verantwortung übernehmen musste. Tyler Wetherall erzählt dies in genau der richtigen Tonlage und lässt keine ihrer Figuren als besonders gut oder besonders schlecht dastehen, sondern findet genau den richtigen Ton, um alle Seiten zu verstehen. Großartig aus dem Englischen übersetzt von Lisa Kögeböhn, war das Buch eines meiner Juli-Lesehighlights!
Was für ein schonungsloser Roman! Wir begleiten Sissy und Tegan sozusagen beim „Frau werden“. Die Mädchenfreundschaft ist leider recht toxisch. Wie oft habe ich mir gewünscht, beide in den Arm zu nehmen oder einfach mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen 🙈. Auch die familiären Verhältnisse beider Mädchen sind schwierig einzustufen. Sissy wächst beispielsweise bei einer psychisch kranken Mutter auf. Durch den Surrealismus, der sich durch das Buch zieht, hatte ich manchmal das Gefühl, nicht alles genau verstanden zu haben 😐. Der Schreibstil von Tyler Wetherall ist trotzdem besonders und hat mich fasziniert 🥰.
In “Amphibium” von Tyler Wetherall (ins Deutsche übersetzt von Lisa Kögeböhn) geht es um die elf- bzw. zwölfjährige Sissy, die in den 1990ern irgendwo in der englischen Provinz allein mit ihrer depressiven Mutter lebt. Sie ist neu an ihrer Schule und freundet sich mit der populären Tegan an, die ebenfalls aus einer mehr oder weniger kaputten Familie kommt. Der Roman beleuchtet einen Zeitraum von wenigen Monaten, in denen es zu einigen dramatischen Vorkommnissen kommt und sich Sissy nach und nach teilweise in eine Amphibie verwandelt. Wetherall schafft es, mit ihrer behutsamen, aber bildlichen Sprache eine kraftvolle Geschichte über das Erwachsenwerden, Liebe und Enttäuschung zu erzählen. Als Leser taucht man ein die fremde, von magischem Realismus geprägte Welt und hofft, dass sich diese verlorenen Mädchen wieder finden. Die innere Entwicklung Sissys wird nur allzu deutlich durch ihre schrittweise Verwandlung veranschaulicht, aber auf überaus gelungene Weise. Das Erzähltempo ist zügig - es passiert eine Menge, nicht alles kann man einordnen (genau wie die Erzählerin), einiges wird nicht aufgelöst, aber das ist in Ordnung. “Amphibium” ist ein sehr berührendes Buch, das mit den Figuren mitfiebern lässt, sprachlich wunderschön und von Lisa Kögeböhn toll übersetzt und als deutsches 90er-Kind mit hohem Wiedererkennungswert (z.B. die Wendungen bezüglich des “Mädchenschnapper). *Das Buch wurde mir kostenfrei von Netgalley zur Verfügung gestellt.
Puh, das war leider so gar nicht meins. Ich konnte keinerlei Nähe zu diesen beiden Mädchen aufbauen. Diese toxische und ungesunde Beziehung war mir einfach zu viel. Das war harter Tobak, dem meiner Meinung nach trotzdem die Tiefe fehlte. Mir hat die Geschichte einfach nur ein schlechtes Gefühl gegeben und ich war froh, als ich das Buch zugeklappt habe. ..
Ich bin sehr zwiegespalten…
Die Geschichte rund um Sissys Leben mit einer psychisch labilen Mutter und der teilweise sehr toxischen Freundschaft zu Tegan lässt mich zwiegspalten zurück. Das Buch ist nicht leicht zu lesen, auch wenn der Schreibstil sehr schön und lebendig ist. Teilweise wirkt eher sehr abgestumpft, was sicherlich auch so beabsichtigt ist. Die Themen rund um den Wandel von einem Mädchen zur Frau, Sexualität, Gewalt und dem Patriarchat sind hart, aber realistisch. Mich stört die komplette Stigmatisierung während des kompletten Romans. Während schon Frauen grundsätzlich komplett unsympathisch beschrieben werden, wirken die Männer in dem Buch als wenn sie der Hölle entstiegen sind und es auch hier keine Ausnahmen gibt. Diese übertriebene Darstellung ist sicherlich beabsichtigt, dennoch hat mir hier Tiefgang und Feingefühl gefehlt. Das Buch beschäftigt einen auf jeden Fall, lässt einen nicht los. In den Sog bin ich aber nicht gekommen.
Poetisch geschrieber Roman, der die Herausforderungen der Pubertät inmitten einer sexualisierten und gewaltvollen Unwelt zeigt. Ich kam nicht richtig rein, fand die Figuren zu eindimensional. Die Handlung ist durchweg traurig und hat mich ratlos zurückgelassen. Die mysthisch-märchenhaften Passagen sind zwar interessant zu lesen, jedoch konnte ich so nur schwer zwischen Realität und Fantasie unterscheiden.
Ich weiss ehrlich gesagt immer noch nicht ganz, was ich von diesem Buch halten soll. „Amphibium“ spricht unglaublich viele wichtige und harte Themen an:toxische Freundschaften, Ausgrenzung, Mobbing, psychische Belastung, eine depressive Mutter, viel zu frühes Erwachsenwerden – und dieses konstante Gefühl, nicht dazuzugehören. Gerade die Freundschaft zwischen Sissy und Tegan fand ich extrem schwer zu ertragen. Dieses Machtgefälle, das Ausnutzen, die Lügen (Stichwort Schwangerschaftstest) – sowas macht einfach nur wütend, weil es so real ist. Was mich aber besonders beschäftigt hat, war eine andere Ebene: Diese Situationen, in denen Sissy sich eigentlich unwohl fühlt – aber nichts sagt.Dieses innere Hin und Her: „Ich will das nicht… aber wenn ich jetzt etwas sage, mag er mich vielleicht nicht mehr.“ Und genau da wird es richtig unangenehm, weil es so nah an der Realität ist. Dieses Gefühl, dass einem als Mädchen irgendwie vermittelt wird:Aufmerksamkeit von Jungs = WertGemocht werden ist wichtiger als eigene Grenzen Und plötzlich verschwimmen diese Grenzen komplett. Das Buch zeigt das nicht laut oder dramatisch, sondern leise – und genau deshalb trifft es so. Zur „Verwandlung“:Sissys Körperveränderung (der „Schwanz“) ist für mich eine Metapher:für das Fremdsein im eigenen Körper, für Unsicherheit, für das Gefühl, nicht richtig dazuzugehören. Am Ende akzeptiert sie das – und sagt selbst, dass sie nie wie die anderen Mädchen sein wollte.Ein starker Gedanke, der mich emotional trotzdem nicht ganz erreicht hat. Mein Fazit:Ein Buch mit extrem wichtigen Themen und vielen starken Ansätzen, aber für mich nicht ganz rund erzählt. Ich bin eher auf Distanz geblieben, und am Ende hat mir etwas gefehlt. 2,5 / 5 Ich würde es nicht unbedingt weiterempfehlen, finde es aber spannend, wie unterschiedlich man es interpretieren kann.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Über die Schrecken und Wunder des Frauwerdens
Südwestengland in den 1990ern. Als Kind einer psychisch labilen alleinerziehenden Mutter ist Sissy es gewohnt, für sich allein zu kämpfen. Doch von dem Moment an, als sie sich vor den Augen von Tegan, der selbstbewussten Anführerin einer Mädchenclique, mit einem Jungen an der neuen Schule prügelt, ist sie nicht mehr einsam. Schnell sind Tegan und Sissy unzertrennlich, beste Freundinnen, und teilen fast alles miteinander, nicht zuletzt intime Wünsche und Ängste. Im Laufe des Schuljahres nähern sie sich immer weiter der Schwelle zum Frausein, spüren und sehen Veränderungen, die sie gleichermaßen faszinieren wie beunruhigen. Bald schicken sie Fotos an ältere Männer in Chatrooms, verfolgen fgebannt die Berichte über Entführungen junger Frauen im Landkreis und fragen sich, wie ihre eigenen Gesichter auf Suchplakaten aussehen würden. Die mythisch-märchenhaften Fantasiewelten, in die sie sich flüchten, gewinnen zunehmend an Bedeutung – mit fatalen Konsequenzen.
Mit einem Hauch von magischem Realismus und großem psychologischem Feingefühl beschreibt Tyler Wetherall in ihrem literarischen Debüt die Ambivalenzen weiblicher Pubertät und das Entdecken der eigenen Sexualität. ›Amphibium‹ ist ein eindringlicher Roman über die Schrecken und Wunder des Frauwerdens, poetisch und schonungslos zugleich.
»Ein Roman von großer Wucht, man liest mit mulmigem Gefühl im Bauch und ist gefesselt.« The Times
»Voller Sex und Gewalt und Bedrohung, die in einem Crescendo von unheimlicher und magischer Schönheit kulminieren.« Rebecca Stott
»Emotional erschütternd und unvergesslich wie ein Märchen.« Lilly Dancyger
Book Information
Author Description
Tyler Wetherall ist Autorin, freie Journalistin und Drehbuchautorin. Sie unterrichtete Journalismus sowie Kreatives Schreiben und war stellvertretende Herausgeberin der Literaturzeitschrift The Wrong Quarterly. Ihr Memoir ›No Way Home‹, dessen Verfilmung in Arbeit ist, wurde mit einem Literaturpreis des Arts Council England ausgezeichnet. Ihre journalistischen Texte wurden u. a. in der New York Times und im Guardian publiziert. Inzwischen lebt sie in Brooklyn und London.
Posts
Aufwühlend und mitreißend!
"...ich habe Angst, dass ich das erste Mädchen bin, das am Frauwerden stirbt..." (S. 22) Sissy lebt allein mit ihrer depressiven Mutter zusammen, früh hat sie gelernt, diese zu schützen, so dass niemand sie auseinander bringen kann. Als Sissy die Schule wechselt und sich mit dem beliebtesten Mädchen anfreundet, gilt es vieles zu entdecken. Wir begleiten Tegan und Sissy bei all den Veränderungen die die Pubertät mit sich bringt und die oftmals sehr erschreckend wirken, genauso wie die Gefahren die Frauen bevorstehen können. Das alles ist keine leichte Kost, aber war die Pubertät jemals leicht zu ertragen? Dabei entfaltet der Roman eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Die eingebrachten Einflüsse der griechische Mythologie ergeben ein rundes Bild und helfen dabei, die Beklemmung und Scham, die oftmals mit der Pubertät Einzug erhält, besser zu verdeutlichen und wieder nachempfinden zu können. Für mich ein durch und durch gelungenes Debüt, dem ich noch viele Leser wünsche!

Wow - was für eine Überraschung ⭐️
Amphibium - eine unglaublich gute Geschichte. Über weibliche Pubertät, Mythen, Feminismus und vor allem über Freundschaft. Nach dem etwas holprigen Start war ich von der Geschichte und dem besonderen Schreibstil der Autorin gefesselt. Sissy und Tegan werden sicher noch eine Weile in mir nachwirken. Ich kann das Buch nur empfehlen!

Die Geschichte wird aus der Perspektive der elfjährigen Sissy erzählt, die von einer psychisch labilen alleinerziehenden Mutter aufgezogen wird. In ihrer Mitschülerin Tegan findet sie die eine Freundin, mit der sie alles teilt und sich gemeinsam auf eine Reise in die Welt der Sexualität und des Frau-Werdens begibt. Dabei werden Themen wie sexuelle Unsicherheiten, das Bedürfnis nach Macht und Kontrolle und dem Aufwachsen in kaputten Familienverhältnissen aufgegriffen. Sprachlich hat mich das Buch so sehr abgeholt, dass ich in Zukunft blind zu jedem Buch von Tyler Wetherall greifen werde. Ihr gelingt es schwere und teilweise brutale Situationen in eine so sanfte, behutsame Sprache zu verpacken, dass ich förmlich nur so an den Zeilen und Worten klebte. Aber nicht nur sprachlich konnte mich die Geschichte abholen. Auch mit den Themen und dem Genre Comig-of-Age gepaart mit einem Hauch Surrealismus hat die Autorin etwas gewagt und damit genau meinen Geschmack getroffen. Für mich eindeutig ein weiteres Jahreshighlight, das mir erschreckenderweise den ein oder anderen Flashback in meine eigene Jugend beschert hat.

Amphibium erzählt eine spannende, atmosphärische Geschichte über Freundschaften, toxische Dynamiken und die Wege, auf denen Menschen sich verändern – oder voneinander entfernen. Der Einstieg fiel mir zunächst etwas schwer: Es brauchte ein wenig Zeit, um in die Welt und den Stil hineinzufinden. Doch sobald die Handlung Fahrt aufnimmt, entfaltet das Buch eine mitreißende Spannung und eine emotionale Tiefe, die sich besonders in den Beziehungen der Figuren zeigt. Ein Buch, das sich lohnt – vor allem, wenn man bereit ist, ihm die anfängliche Eingewöhnungszeit zu geben.
Das Wort "Amphibium" bezeichnet eine Klasse von wechselwarmen Wirbeltieren, die sowohl im Wasser als auch an Land leben können. Viele Amphibien durchlaufen eine Metamorphose, bei der sie ihre Lebensweise und Atmung ändern. In der Coming-of-Age Geschichte „Amphibium“ von Tyler Wetherall übersetzt von Lisa Kögeböhn (Blue Sisters & Cleopatra und Frankenstein) ist es genau das, was der Protagonistin Sissy während 328 Seiten in dem Debütroman widerfährt. Durch die einsetzende Pubertät findet eine Verwandlung statt, die noch mit einem Hauch von magischem Realismus verdeutlicht wird. Was die Autorin finde ich sehr gut herausgearbeitet hat, ist, dass sie diese Zeit der Verwandlung als Bedrohung darstellt. Warum finde ich das gut? Ich glaube, dass man in sich selbst noch nicht gefestigt ist und dass es dadurch viel schneller passiert seine eigenen Grenzen oder auch Gefahren nicht zu erkennen und sich dadurch viele Situationen bedrohlich/ neu und fremd anfühlen können. Was ich schade und auch ein wenig einseitig fand, war die durchweg negative Darstellung der Männer in dem Roman und das, obwohl alle weiblich gelesenen Figuren sehr differenziert und vielschichtig dargestellt wurden. Zusammengefasst würde ich sagen, ist dieses Buch etwas für dich, wenn du Lust hast auf einen Zeitsprung in die eigene Pubertät, auf die erste tiefe und zum Teil auch toxische Freundschaft, aber auch die leisen Beobachtungen körperlicher Veränderungen.

Ein Coming of Age Roman den man nicht aus der Hand legt 📖
Ich weiß ehrlicherweise gar nicht, wie man dieses Buch in ein paar Sätzen beschreiben soll. Es wird auf jeden Fall noch eine Weile nachhallen 💔 Obwohl es nicht dick ist beschreibt es so rau, ehrlich und eindringlich - Weibliche Pubertät, psychische Krankheit, fragile Freundschaften, schwierige aber realistische Kindheiten (inkl. Traumata)… Die Protagonistin ist erst 11 und schreibt aus ihrer Sicht - und mein Gott, wie oft will man sie, und auch die „schwierige“ Tegan umarmen und ihnen all die Sorgen & Unsicherheiten nehmen, wegen denen sie wie so viele Kinder auf dieser Welt zu früh „erwachsen“ werden / oder eher spielen mussten. Teils schwer, aber berührend ❤️

Ein Roman voller Reibung – und genau darin liegt seine Stärke
Ehrlich gesagt war ich mir bei diesem Buch eine Zeit lang unsicher in der Bewertung. Einerseits ist es sprachlich beeindruckend: atmosphärisch dicht, mit wichtigen Themen und einer schönen, intensiven Bildsprache. Besonders der magische Realismus, der subtil in die Geschichte eingewoben ist, hat mir gut gefallen – vor allem im Hinblick auf die metaphorische Verwandlung vom Mädchen zur Frau. Andererseits bin ich mit zwiespältigen Gefühlen aus dem Buch herausgegangen. Im Mittelpunkt stehen die zwei Mädchen, Sissy und Tegan, die aus schwierigen Verhältnissen stammen und eine sehr intensive, für mich aber auch toxische Freundschaft entwickeln. Tegan nutzt Sissy aus. Sissy fühlt sich dabei unwohl, aber gleichzeitig auch auserwählt. Zwei Mädchen, die nach Nähe suchen und sich in ihrer Einsamkeit gegenseitig Halt geben – oder es zumindest versuchen. Wir begleiten sie durch die aufwühlende Phase des Erwachsenwerdens, zwischen Neugier, Selbstzweifeln und dem Austesten von Grenzen. Vieles, besonders in Bezug auf Sexualität und Grenzüberschreitungen, konnte ich nachvollziehen – auch aus eigener Erfahrung. Gleichzeitig gibt es noch einen Erzählstrang über einen „Mädchenschnapper“, der sein Unwesen treibt. Dieser tritt mal mehr, mal weniger in den Vordergrund. Was mich persönlich mit zwiespältigen Gefühlen zurückgelassen hat, ist die starke Schwarz-Weiß-Zeichnung der Figuren. Männliche Figuren, ob Jugendliche oder Erwachsene, erscheinen fast durchweg negativ, übergriffig oder gefährlich. Auch die weiblichen Figuren wirken oft unsympathisch, berechnend oder verletzend. Die einzige Figur, die mir wirklich nah war, ist Sissys Mutter Mou – und stellenweise auch Sissy selbst. Ich hätte mir gewünscht, dass es wenigstens eine männliche Figur gegeben hätte, die nicht nur auf weibliche Reize reagiert, sondern durch Persönlichkeit und Tiefe auffällt. Jemand, der nicht eindimensional bleibt, sondern – wie Tegan – sowohl gute als auch schwierige Seiten zeigt. Mir ist bewusst, dass diese Zuspitzung vermutlich beabsichtigt ist, um die immer noch herrschenden Missstände klar aufzuzeigen. Dennoch hätte ich mir mehr Nuancen und Menschlichkeit gewünscht. Trotz aller Kritik hat das Buch etwas in mir ausgelöst. Es hat mich beschäftigt, und das tut es noch. Vielleicht liegt die Stärke des Romans genau in dieser Reibung. *Unbezahlte Werbung- Rezensionsexemplar
„Es ist September, das neue Schuljahr hat angefangen, und ich bin die Neue. Das heißt, ich bin seltsam, bis ich das Gegenteil beweise, aber das werde ich nicht tun. Wir sind aus Gründen, die ich nicht ganz verstehe, von London in den Südwesten, ins West Country, gezogen.“ - So stellt sich die Situation für Sissy, 11, da. Sie muss von vorne anfangen, da sie mit ihrer alleinerziehenden und psychisch nicht stabilen Mutter aus ihr nicht ganz verständlichen Gründen nach Südwestengland zieht. Es soll ein Neuanfang für sie beide sein. Sissy musste sich von Klein auf schon um ihre Mutter kümmern und jetzt ist es dieser Neuanfang, von dem Sissy sich für sich selbst eine Freundin erhofft. Die findet sie in der coolen Tegan, die schon 12 ist und sich die Freundinnen aussuchen kann. Sissy findet einen Weg, mehr als nur ein weiteres Mitglied von Tegans bewundernder Entourage zu werden, auch wenn diese Freundschaft von Anfang an ein gewisses Ungleichgewicht aufweist. Es lässt sich erst einmal ganz gut an. Die beiden Mädchen verbringen viel Zeit miteinander, lachen viel und auch Sissys Mutter hat eine recht stabile Phase. Doch irgendwann beginnt es langsam zu kippen, es verschwinden Mädchen in der Umgebung, Tegan geht immer einen Extraschritt zu weit und man merkt, dass sich da etwas zusammenzieht wie ein Gewitter, das sich entladen muss. Wir erfahren mehr über Tegan und ihre Familie und nicht nur die beginnende Pubertät bringt so einiges aus dem nicht vorhandenen Gleichgewicht. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, über Verluste und über ein Mädchen, das schon viel zu früh zu viel Verantwortung übernehmen musste. Tyler Wetherall erzählt dies in genau der richtigen Tonlage und lässt keine ihrer Figuren als besonders gut oder besonders schlecht dastehen, sondern findet genau den richtigen Ton, um alle Seiten zu verstehen. Großartig aus dem Englischen übersetzt von Lisa Kögeböhn, war das Buch eines meiner Juli-Lesehighlights!
Was für ein schonungsloser Roman! Wir begleiten Sissy und Tegan sozusagen beim „Frau werden“. Die Mädchenfreundschaft ist leider recht toxisch. Wie oft habe ich mir gewünscht, beide in den Arm zu nehmen oder einfach mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen 🙈. Auch die familiären Verhältnisse beider Mädchen sind schwierig einzustufen. Sissy wächst beispielsweise bei einer psychisch kranken Mutter auf. Durch den Surrealismus, der sich durch das Buch zieht, hatte ich manchmal das Gefühl, nicht alles genau verstanden zu haben 😐. Der Schreibstil von Tyler Wetherall ist trotzdem besonders und hat mich fasziniert 🥰.
In “Amphibium” von Tyler Wetherall (ins Deutsche übersetzt von Lisa Kögeböhn) geht es um die elf- bzw. zwölfjährige Sissy, die in den 1990ern irgendwo in der englischen Provinz allein mit ihrer depressiven Mutter lebt. Sie ist neu an ihrer Schule und freundet sich mit der populären Tegan an, die ebenfalls aus einer mehr oder weniger kaputten Familie kommt. Der Roman beleuchtet einen Zeitraum von wenigen Monaten, in denen es zu einigen dramatischen Vorkommnissen kommt und sich Sissy nach und nach teilweise in eine Amphibie verwandelt. Wetherall schafft es, mit ihrer behutsamen, aber bildlichen Sprache eine kraftvolle Geschichte über das Erwachsenwerden, Liebe und Enttäuschung zu erzählen. Als Leser taucht man ein die fremde, von magischem Realismus geprägte Welt und hofft, dass sich diese verlorenen Mädchen wieder finden. Die innere Entwicklung Sissys wird nur allzu deutlich durch ihre schrittweise Verwandlung veranschaulicht, aber auf überaus gelungene Weise. Das Erzähltempo ist zügig - es passiert eine Menge, nicht alles kann man einordnen (genau wie die Erzählerin), einiges wird nicht aufgelöst, aber das ist in Ordnung. “Amphibium” ist ein sehr berührendes Buch, das mit den Figuren mitfiebern lässt, sprachlich wunderschön und von Lisa Kögeböhn toll übersetzt und als deutsches 90er-Kind mit hohem Wiedererkennungswert (z.B. die Wendungen bezüglich des “Mädchenschnapper). *Das Buch wurde mir kostenfrei von Netgalley zur Verfügung gestellt.
Puh, das war leider so gar nicht meins. Ich konnte keinerlei Nähe zu diesen beiden Mädchen aufbauen. Diese toxische und ungesunde Beziehung war mir einfach zu viel. Das war harter Tobak, dem meiner Meinung nach trotzdem die Tiefe fehlte. Mir hat die Geschichte einfach nur ein schlechtes Gefühl gegeben und ich war froh, als ich das Buch zugeklappt habe. ..
Ich bin sehr zwiegespalten…
Die Geschichte rund um Sissys Leben mit einer psychisch labilen Mutter und der teilweise sehr toxischen Freundschaft zu Tegan lässt mich zwiegspalten zurück. Das Buch ist nicht leicht zu lesen, auch wenn der Schreibstil sehr schön und lebendig ist. Teilweise wirkt eher sehr abgestumpft, was sicherlich auch so beabsichtigt ist. Die Themen rund um den Wandel von einem Mädchen zur Frau, Sexualität, Gewalt und dem Patriarchat sind hart, aber realistisch. Mich stört die komplette Stigmatisierung während des kompletten Romans. Während schon Frauen grundsätzlich komplett unsympathisch beschrieben werden, wirken die Männer in dem Buch als wenn sie der Hölle entstiegen sind und es auch hier keine Ausnahmen gibt. Diese übertriebene Darstellung ist sicherlich beabsichtigt, dennoch hat mir hier Tiefgang und Feingefühl gefehlt. Das Buch beschäftigt einen auf jeden Fall, lässt einen nicht los. In den Sog bin ich aber nicht gekommen.
Poetisch geschrieber Roman, der die Herausforderungen der Pubertät inmitten einer sexualisierten und gewaltvollen Unwelt zeigt. Ich kam nicht richtig rein, fand die Figuren zu eindimensional. Die Handlung ist durchweg traurig und hat mich ratlos zurückgelassen. Die mysthisch-märchenhaften Passagen sind zwar interessant zu lesen, jedoch konnte ich so nur schwer zwischen Realität und Fantasie unterscheiden.
Ich weiss ehrlich gesagt immer noch nicht ganz, was ich von diesem Buch halten soll. „Amphibium“ spricht unglaublich viele wichtige und harte Themen an:toxische Freundschaften, Ausgrenzung, Mobbing, psychische Belastung, eine depressive Mutter, viel zu frühes Erwachsenwerden – und dieses konstante Gefühl, nicht dazuzugehören. Gerade die Freundschaft zwischen Sissy und Tegan fand ich extrem schwer zu ertragen. Dieses Machtgefälle, das Ausnutzen, die Lügen (Stichwort Schwangerschaftstest) – sowas macht einfach nur wütend, weil es so real ist. Was mich aber besonders beschäftigt hat, war eine andere Ebene: Diese Situationen, in denen Sissy sich eigentlich unwohl fühlt – aber nichts sagt.Dieses innere Hin und Her: „Ich will das nicht… aber wenn ich jetzt etwas sage, mag er mich vielleicht nicht mehr.“ Und genau da wird es richtig unangenehm, weil es so nah an der Realität ist. Dieses Gefühl, dass einem als Mädchen irgendwie vermittelt wird:Aufmerksamkeit von Jungs = WertGemocht werden ist wichtiger als eigene Grenzen Und plötzlich verschwimmen diese Grenzen komplett. Das Buch zeigt das nicht laut oder dramatisch, sondern leise – und genau deshalb trifft es so. Zur „Verwandlung“:Sissys Körperveränderung (der „Schwanz“) ist für mich eine Metapher:für das Fremdsein im eigenen Körper, für Unsicherheit, für das Gefühl, nicht richtig dazuzugehören. Am Ende akzeptiert sie das – und sagt selbst, dass sie nie wie die anderen Mädchen sein wollte.Ein starker Gedanke, der mich emotional trotzdem nicht ganz erreicht hat. Mein Fazit:Ein Buch mit extrem wichtigen Themen und vielen starken Ansätzen, aber für mich nicht ganz rund erzählt. Ich bin eher auf Distanz geblieben, und am Ende hat mir etwas gefehlt. 2,5 / 5 Ich würde es nicht unbedingt weiterempfehlen, finde es aber spannend, wie unterschiedlich man es interpretieren kann.






















