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Leseprojekt 2026: 26x Europa - Land 14: Rumänien Gerade zu Beginn eines Romans ist für mich oft der Stil besonders wichtig. Hier habe ich das erste Kapitel gelesen und alles greift so gut ineinander, dass ich nur dachte: YAY, weiterlesen! Dana Grigorcea gelingt es im gesamten Roman, eine merkwürdig-unheimliche Atmosphäre zu erschaffen, die die Handlung für mich überzeitlich und die historischen Ebenen miteinander verwoben wirken lässt. Da ist ein Wechsel von Vlad, dem Pfähler, zu Ceausescu ein harmonischer Übergang. Wenn da plötzlich "All that she wants" von Ace of Base erschallt, wird man verwundert wieder ins 20. Jahrhundert zurückgerissen. Meiner Meinung nach ist dies auch das Hauptanliegen von Grigorcea: sie will keine Geschichte im eigentlichen Sinn erzählen, sondern Stimmung und Atmosphäre erschaffen. Dies gelingt ihr sehr gut! Oftmals beschreibt sie Szenen so, dass alte Schwarz-weiß-Klassiker wie "Nosferatu" vor meinem inneren Auge auftauchen. Besonders hat mir gefallen, wie sie uns Lesende zwischendurch vorführt. Obwohl sie so viele rumänische Klischees verwendet, dass das Ganze teilweise satirisch wirkt, war ich bei einer Geschichte über Vlad, den Pfähler, dann doch absolut gebannt - und ZACK reißt Grigorcea mich dadurch heraus, dass im Roman eine gebannt zuhörende amerikanische Touristin ihre Sonnenmilchflasche laut aufspringen lässt. Ertappt! 😉 Allerdings gab es im Roman auch immer wieder Passagen, in denen mich Grigorcea verloren hat. Insgesamt war dieser Roman für mich aber mal wieder ein ganz anderes Leseerlebnis. Es ist nicht verwunderlich, dass er für den deutschen Buchpreis nominiert war! [Im Rahmen meines Europaprojekts 2026 habe ich bisher Texte aus folgenden Ländern gelesen; in alphabetischer Reihenfolge: Albanien, Belgien, Bosnien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Island, Irland, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz, Spanien. ]
May 26, 2026
Leseprojekt 2026: 26x Europa - Land 14: Rumänien Gerade zu Beginn eines Romans ist für mich oft der Stil besonders wichtig. Hier habe ich das erste Kapitel gelesen und alles greift so gut ineinander, dass ich nur dachte: YAY, weiterlesen! Dana Grigorcea gelingt es im gesamten Roman, eine merkwürdig-unheimliche Atmosphäre zu erschaffen, die die Handlung für mich überzeitlich und die historischen Ebenen miteinander verwoben wirken lässt. Da ist ein Wechsel von Vlad, dem Pfähler, zu Ceausescu ein harmonischer Übergang. Wenn da plötzlich "All that she wants" von Ace of Base erschallt, wird man verwundert wieder ins 20. Jahrhundert zurückgerissen. Meiner Meinung nach ist dies auch das Hauptanliegen von Grigorcea: sie will keine Geschichte im eigentlichen Sinn erzählen, sondern Stimmung und Atmosphäre erschaffen. Dies gelingt ihr sehr gut! Oftmals beschreibt sie Szenen so, dass alte Schwarz-weiß-Klassiker wie "Nosferatu" vor meinem inneren Auge auftauchen. Besonders hat mir gefallen, wie sie uns Lesende zwischendurch vorführt. Obwohl sie so viele rumänische Klischees verwendet, dass das Ganze teilweise satirisch wirkt, war ich bei einer Geschichte über Vlad, den Pfähler, dann doch absolut gebannt - und ZACK reißt Grigorcea mich dadurch heraus, dass im Roman eine gebannt zuhörende amerikanische Touristin ihre Sonnenmilchflasche laut aufspringen lässt. Ertappt! 😉 Allerdings gab es im Roman auch immer wieder Passagen, in denen mich Grigorcea verloren hat. Insgesamt war dieser Roman für mich aber mal wieder ein ganz anderes Leseerlebnis. Es ist nicht verwunderlich, dass er für den deutschen Buchpreis nominiert war! [Im Rahmen meines Europaprojekts 2026 habe ich bisher Texte aus folgenden Ländern gelesen; in alphabetischer Reihenfolge: Albanien, Belgien, Bosnien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Island, Irland, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz, Spanien. ]
May 26, 2026







