Miss Island

Miss Island

Hardback
3.655
Mutige FrauenTheater60ErSchriftsteller

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Description

Das humorvolle, mit subtiler Ironie gezeichnete Porträt einer jungen Isländerin Anfang der 1960er Jahre, die sich viel vorgenommen hat – in einer Gesellschaft, in der Künstler männlich sind, die Frau aber nur reüssiert, wenn sie ihre Schönheit zu Markte trägt, um zur Miss Island gekrönt zu werden.

Die Welt ist in Aufruhr. In Amerika sagt Martin Luther King »I have a dream«. John F. Kennedy wird erschossen. In England starten die Beatles ihre Weltkarriere. Nur in Island steht die Welt still. Das muss auch Hekla erfahren, als sie 22jährig - mit ihrer Remington-Schreibmaschine, einem Romanmanuskript, dem »Ulysses« von James Joyce und einem englischen Lexikon - in einen verrauchten Überlandbus steigt, der sie vom elterlichen Hof nach Reykjavík bringt. Dort, in der Stadt der Poeten, will sie ihren Traum verwirklichen und mit Büchern berühmt werden.

Aber die schöne Hekla, benannt nach einem Vulkan, stellt schnell fest, dass in der konservativen, männerdominierten Gesellschaft das Interesse an einer Miss Island größer ist als das an einer Schriftstellerin.

Genau wie ihr Freund Jón John, der von einem Engagement am Theater träumt und als schwuler Mann ebenso mit Einschränkungen und Rollenzuschreibungen konfrontiert ist, erkennt sie, dass sie ihre Pläne nur realisieren, ihre Freiheit nur finden kann, wenn sie die Insel hinter sich lässt.

Book Information

Main Genre
Historical Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
239
Price
22.70 €

Author Description

Audur Ava Ólafsdóttir, eine der besten Schriftstellerinnen Islands, lebt in Reykjavík. Sie schreibt Romane, Theaterstücke und Gedichte. Ihre Bücher, in 25 Sprachen übersetzt, wurden vielfach ausgezeichnet. Für ihren Roman Miss Island erhielt sie in Frankreich 2019 den Prix Médicis étranger für den besten ausländischen Roman des Jahres. Im Insel Verlag erschien zuletzt ihr Roman Hotel Silence.

Posts

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Leseprojekt 2026: 26x Europa - Land 10: Island Island in den 1960ern. Hekla zieht vom Land nach Reykjavík. Zunächst übernachtet sie kurz bei ihrer besten Freundin Ísey, die mit ihrem Mann und der kleinen Tochter zusammen lebt, dann zieht sie bei ihrem besten Freund Jón John ein, der trotz der damaligen Feindseligkeit gegenüber Homosexualität versucht, als Schwuler sein Leben zu leben. Mich hat leider der Stil von Audur Ava Ólafsdóttir immer wieder aus dem Lesefluss gerissen. Oftmals wirken die Dialoge nicht natürlich, sondern gewollt und aufgesetzt auf mich. Die Autorin kreiert teilweise zu klischeehafte Situationen und lässt die Figuren dann dramatische oder unglaubwürdige Sätze sagen. Als die Hauptfigur als Jugendliche zum ersten Mal Sex hat, legt sie sich mit dem Jungen ins Gras und sie "blickten hinauf in den Himmel, zu den windgepeitschten Stratocumulus-Wolken. Ich hätte mir für mein erstes Mal Schäfchenwolken oder einen klaren Himmel gewünscht, schrieb ich an jenem Abend." Obwohl die Hauptfigur Schriftstellerin ist, nehme ich diese Sätze der jugendlichen Hekla nicht ab. Zudem sind viele Dialoge fast schon Monologe, weil das Gegenüber kaum etwas äußert, sondern nur zuhört. Auch die Beschreibungen von Orten waren oft nichts für mich, weil sie zu gedrängt absolut Typisches, z. B. den Flair der 1960er, benennen. Als würde man aus heutiger Sicht die Essenz dieser Zeit nehmen und nichts Individuelles zulassen. Leider kam ich bis zum Schluss nicht richtig in den Roman hinein. P.S.: Außerdem schreibt sie Virginia Woolf nur mit einem O. Sorry, aber das nehme ich echt persönlich.... [Im Rahmen meines Europaprojekts 2026 habe ich bisher Texte aus folgenden Ländern gelesen; in alphabetischer Reihenfolge: Albanien, Belgien, Bosnien, Deutschland, Italien, Österreich, Russland, Schweiz, Spanien.]

3

Gut

[𝕦𝕟𝕓𝕖𝕫𝕒𝕙𝕝𝕥𝕖 𝕎𝕖𝕣𝕓𝕦𝕟𝕘] 𝔹𝕦𝕔𝕙𝕔𝕝𝕦𝕓𝕓𝕦𝕔𝕙 im #Buchclub_Buchgefluester 𝕋𝕚𝕥𝕖𝕝: Miss Island 𝔸𝕦𝕤 𝕕𝕖𝕣 𝔽𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕧𝕠𝕟: Auđur Ava Ólafsdóttir 𝕍𝕖𝕣𝕝𝕒𝕘: inselTaschenbuch 𝔾𝕖𝕝𝕖𝕤𝕖𝕟 𝕒𝕦𝕗: Deutsch 𝕌𝕖𝕓𝕖𝕣𝕤𝕖𝕥𝕫𝕥 𝕧𝕠𝕟: Tina Flecken (aus dem Isländischen) 𝔸𝕧𝕒𝕚𝕝𝕒𝕓𝕝𝕖 𝕚𝕟 𝔼𝕟𝕘𝕝𝕚𝕤𝕙: Yes 𝔽𝕣𝕒𝕘𝕖: Beschäftigt ihr euch mit der Entwicklung von Frauenrechten? 𝔻𝕣𝕖𝕚 (𝕠𝕕𝕖𝕣 𝕞𝕖𝕙𝕣) 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙: Ruhig - Ereignislos - Emotionslos 𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥: Anfang der 60er Jahre macht sich Hekla auf nach Reykjavík um als Schriftstellerin erfolgreich zu werden. Doch schnell merkt sie, dass ihre Welt von Männern beherrscht wird und viel größes Interesse an ihrem schönen Äußeren besteht als an dem, was sie als Schriftstellerin zu bieten hat. 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘: Island in den 60ern war ein wirklich interessantes Setting. Das Buch ist sehr ruhig und es passiert wenig. Die Erzählung ist eher betäubt, ich würde es sogar emotionslos nennen. Allerdings haben die Charaktere in mir durchaus Emotionen hervorgerufen: Ich fand sie alle unglaublich anstrengend und nervig. 😂 Aber wahrscheinlich war das sogar berücksichtigt. Viele Sätze die auch heute noch gerne verwendet werden (z.B. wenn wir dich hinter die Theke stellen, verkauft sich das Brot von allein) waren hier wohl platziert um die Situation in Island der 60er Jahre deutlich zu machen. Das Thema an sich war interessant, aber die Umsetzung war mir ein wenig zu wenig. Zu wenig Emotionen und irgendwie ist auch zu wenig passiert. Deshalb hat das Buch für mich nicht ganz so gut funktioniert. 😅 𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘? Mir war es zu ereignislos - aber wer eine ruhige Erzählung über die Lage für Frauen im Island der 60er Jahre sucht ist hier richtig. 𝔼𝕦𝕣𝕖 𝕃𝕚𝕔𝕖𝕪 ☘️

Gut
3

Grundsätzlich schon sehr gut, aber ich kam nicht richtig rein. Einfach nicht mein Buch. Irgendwie hat da die Chemie nicht gestimmt.

4

Eine feministische isländische Geschichte

Eine feministische isländische Geschichte
4

Island ist immer eine Reise wert. Schönes Buch

Island ist immer eine Reise wert.  Schönes Buch
4

Ich habs schnell weggelesen, ein ungewöhnlicher Schreibstil, sehr nüchtern, aber schön

2.5

Ich weiß ja nicht…

Mir hat das Buch gar nicht zugesagt. Es las sich schwerfällig, so wenige Emotionen, so lahm von der Story.

4

Meine Meinung zu „Miss Island“ von Audur Ava Ólafsdóttir, übersetzt aus dem Isländischen von Tina Flecken: Die Geschichte wird zunächst im Vorwort aus Sicht von Heklas Mutter bei Heklas Geburt erzählt. Anschließend spielt diese im Jahr 1963, und aus Sicht von Hekla, während sie ihr Elternhaus verließ und in die Hauptstadt Islands „flüchtete“. Einer angehenden Schriftstellerin, die ihr Leben erzählt. Von Jobsuche über die Freundschaften zu Isey und Jón John zum Schreiben ihrer Romane, Gedichte und Kurzgeschichten. Dennoch bekommt Hekla kaum Kontur, und wenn nur durch die Gespräche zu ihren Freunden und ihrem Partner, einem Dichter. In diesem Buch werden zwei Themen von der Autorin angesprochen, die zu der Zeit im konservativen Island wenig zur Sprache kamen, bzw. nicht sonderlich offen behandelt wurden. Zum einen eine Frau als bekannte, erfolgreiche Schriftstellerin, welche sich durch niemanden aufhalten und schon gar nicht auf ihre Schönheit sich reduzieren lässt. Und zum anderen die Homosexualität, denn Jón John, ihr bester Freund, fühlt sich ausgegrenzt und falsch. Sprachlich konnte mich das Buch sehr überraschen. Neben einigen poetischen Punkten, ist es aber auch super pragmatisch. Wichtiger Punkt der Autorin zudem ist die Wertschätzung, welche Schriftstellerinnen ebenso verdienen, wie Schriftsteller.

3.5

Das Buch ist fremd und fesselnd. Es hat einen ganz eigenen Sog, aber irgendwie ist es auch sperrig und liest sich nicht so schnell weg, wie andere Bücher.

4

Ein feinsinniges Buch mit einer eigenwilligen, starken Hauptfigur, die sich über Konventionen hinweg setzt, um so leben und schreiben zu können, wie sie sich das vorstellt. Sehr liebevoll und zärtlich erzählt die Isländerin Audur Ava Olafsdottir von der jungen Isländerin Hekla, die sich aus der heteronormativen und schrecklich patriarchalischen Gesellschaft Islands der 60er Jahre befreit und diese gemeinsam mit ihrem schwulen Freund Jon John überwindet, in dem sich beide trauen, das zu tun, wovon sie träumen: er näht und liebt Männer, sie schreibt und liebt Männer - manchmal, wenn sie Lust dazu hat. Die Autorin erfindet mit dieser langen Erzählung oder dem kurzen Roman das Rad nicht unbedingt neu. Und doch hält sie einige literarische Kniffs parat. Sehr schön zum Beispiel der Gegensatz zwischen Heklas und Jons Sehnsucht nach Freiheit und Gleichstellung, während Heklas Kindheitsfreundin Isey das genaue Gegenteil lebt: Mann, das zweite Kind, bald ein Haus, und ein Leben hinterm Herd, während sie dazwischen schwankt, ob dies ihr Lebensglück ist oder ob sie sich doch etwas anderes sehnt und Hekla eigentlich für ihren Mut bewundert. Auch die Episode zwischen Hekla und dem recht wehleidigen Möchtegern-Poeten, der "seine" Hekla gern zu einer "normalen" Frau umformen möchte, während sie zu keinem Zeitpunkt dieser Beziehung auch nur ansatzweise vorhat, sich dies gefallen zu lassen, ist amüsant und spannend aber auch erschütternd zugleich. Erschütternd, wie weit weg die Gleichberechtigung noch vor 50/60 Jahren - sogar auf Island - war. Das Schöne an diesem Buch ist, mit welcher feinsinnigen Leichtigkeit und subtilem, lakonischen Humor das Ganze erzählt wird. Auf diesen 236 Seiten schließt man die Figuren sehr ins Herz, insbesondere das ungleiche Paar Hekla und den homosexuellen Jon, denen die Autorin sehr klug sehr intime Momente schenkt, ohne, dass dies körperlich werden muss. Aber auch die Freundin Isey oder der etwas kürzer in Erscheinung tretende, vulkanliebende Vater von Hekla sind einfach toll gezeichnete, originelle, tolle Figuren. Es ist ein überschaubares Figurenensemble, mit dem man in diesem Buch das Vergnügen hat. Aber trotzdem - oder auch deswegen - ist "Miss Island" genau das: ein kleines Buch, das einem großes, großes Lesevergnügen beschert. Und das zeigt, dass man Menschen oder Figuren wie Hekla und Jon dankbar sein muss für den Fortschritt, den die Gesellschaft bis heute gemacht hat. "Miss Island" ist ein tolles Portrait einer solchen Alltagsheldin. Humorvoll, aber nie den Ernst aus dem Blick verlierend, kämpferisch, eigenwillig und immer wieder wirklich anrührend. Ein tolles kleines Buch (passend zu dem tollen kleinen Land, in dem der Großteil der Handlung spielt) und ein wunderbarer, sanfter, stiller, beglückender Einstieg ins Lesejahr 2024! Leseempfehlung? Unbedingt! :)

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