Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
HARUKI MURAKAMI, 1949 in Kyoto geboren, lebte längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung bei DuMont. Zuletzt erschienen die Romane ›Die Ermordung des Commendatore‹ in zwei Bänden (2018), in einer Neuübersetzung ›Die Chroniken des Aufziehvogels‹ (2020), der Erzählband ›Erste Person Singular‹ (2021), ›Murakami T‹ (2022) und ›Honigkuchen‹ (2023).
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Sehr tiefgründig und vielschichtig
Es war eine spontane Entscheidung dieses Buch zu kaufen. Ich las von Murakami bereits ein Buch (Kafka am Strand), welches damals vielleicht zu früh für mich war. Nun ließ mich irgendetwas zu "Die Pilgerjahre des Farblosen Herrn Tazaki" greifen, in dem es um den Titelgebenden Tsukuru Tazaki geht. Einem Mann mittleren Alters, der in seiner Jugendzeit eine besondere Freundschaft mit einer Clique hatte - und eines Tages brutal aus dieser ausgeschlossen wurde. Ohne Erklärung. Viele Jahre hat Tsukuru darunter zu leiden, bis er sich schließlich doch aufmacht endlich zu erfahren warum ihm dieser Schmerz zugefügt wurde... Ein wunderbar tiefgründiges und vielschichtiges Buch, das mit seiner klaren, feinen Sprache viele Saiten in mir zum schwingen brachte. Dabei gab es auch immer wieder auch philosophische Gespräche und Gedanken, die ich sehr ansprechend und interessant fand. Eine Geschichte die sich mit dem eigenen Schmerz befasst und den Mut zeigt, was möglich sein kann, wenn man sich diesem Schmerz stellt. Eine Reise der Selbstakzeptanz und des erkennen des eigenen Wertes. "In diesem Moment erkannte Tsukuru Tazaki es. Er begriff endlich in den Tiefen seiner Seele, dass es nicht nur die Harmonie war, die die Herzen der Menschen verband. Viel tiefer war die Verbindung von Wunde zu Wunde. Von Schmerz zu Schmerz. Von Schwäche zu Schwäche. Es gab keine Stille ohne den Schrei des Leides, keine Vergebung, ohne dass Blut floss, und keine Überwindung ohne schmerzhaften Verlust. Sie bildete das Fundament der wahren Harmonie." Alles in allem ein besonderes Buch.
Aus feministischer Sicht Katastrophe
Ich kann nicht viel schreiben ohne zu spoilern, die weiblichen Rollenbilder sind hier schrecklich misogyn, Opfer und Täter zugleich ich weiß gar nicht wie ichs richtig beschreiben soll. Das Ende einfach so unbefriedigend. Frauen erfinden nicht einf V**** oder sonstige Misshandlungen oder schieben sie einfach anderen in die Schuhe!!! Das macht mich so wütend. So hat man wieder ein komplett falsches Bild von Täter und Opfer
Ich habe das Buch schon sehr lange in meinem Regal, habe es aber erst jetzt gelesen. Warum weiss ich selber nicht, aber ich weiss ich werde es in ein paar Jahren noch mal lesen. Ich glaube dann werde ich es noch tiefer wahrnehmen? Ergibt das Sinn für euch? Ich fand die Geschichte fesselnd, tief und habe sie gerne gelesen. Ich persönlich mag Murakamis Art zu erzählen. Der Protagonist erfährt in jungen Jahren eine schweren Verlust und versteht nicjt wieso. Seine besten Freunde haben ohne Erklärung den Kontakt abgebrochen. Er versucht zu vergessen aber viele Jahre später stellt er sich einer Tatsache: da ist eine Wunde in ihm und die blutet vielleicht immer noch.... Fazit: Eine gute Geschichte, ein Protagonist der sich selbst für leer hält und ich wollte es nicht weglegen. Sobald och richtig in der Geschichte drinne war fühlte es sich wie ein guter Film an.
Manchmal findet man die besten Geschichten genau dann, wenn man nicht nach ihnen sucht. ✨
„Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ von Haruki Murakami erzählt die Geschichte von Tsukuru Tazaki, dessen Leben aus der Bahn gerät, als ihn seine engsten Freunde ohne Erklärung aus ihrem Kreis ausschließen. Jahre später begibt er sich auf eine Reise in die Vergangenheit, um die Gründe für diesen schmerzhaften Bruch zu verstehen und seinen inneren Frieden wiederzufinden. 📖 Dabei verbindet Murakami auf eindrucksvolle Weise Realität, Erinnerung und eine beinahe traumartige Atmosphäre. 🌙 Murakami hat mich auch mit diesem Roman wieder auf eine faszinierende Lesereise zwischen Wirklichem und Unwirklichem mitgenommen. 🌌 Besonders die vielschichtige und tiefgründige Entwicklung des Protagonisten macht die Geschichte unglaublich berührend und lässt einen lange über Identität, Einsamkeit und zwischenmenschliche Beziehungen nachdenken. 💭❤️ Auch wenn ich persönlich bereits stärkere Romane von Murakami gelesen habe, konnte mich dieses Buch dennoch absolut überzeugen. 🙌🏻 Umso schöner, dass ich es letzten Dezember zufällig in einem Bücherschrank entdeckt habe – manchmal findet man die besten Geschichten genau dann, wenn man nicht nach ihnen sucht. 🍂📕✨
Der junge Tsukuru Tazaki wird von einem Tag auf den anderen von seinen Freunden verlassen. Ohne Vorwarnung und ohne Erklärung teilen sie ihm mit, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben möchten. Er verfällt in eine tiefe Depression aus der er sich zwar nach und nach heraus kämpft, doch die Wunde sitzt weiterhin tief. Erst viele Jahre später macht sich Tsukuru endlich auf den Weg, um herauszufinden, was damals geschah. Gewohnt unaufgeregt und in ruhigem Ton nimmt uns Murakami mit auf Tsukurus Reise. Er erzählt eine Geschichte vom Alleinsein, von Einsamkeit, dem Gefühl des Verlorenseins und von der Wucht der Trauer und Verzweiflung, die eine zerbrochene, verlorene Freundschaft auslösen kann; von Gefühlen die jahrelang lauern, um sich hin und wieder blicken zu lassen und die Wunde am Leben zu halten. Der Roman ist manchmal ein Krimi und dann wieder eine Liebesgeschichte - eine Geschichte, die ab und an Fantasie und Realität verschwimmen lässt, Fragen zu den Grenzen der Wahrheit und der eigenen Identität aufwirft, von Abschieden und Neuanfängen und vom Loslassen und Ankommen erzählt. Auch wenn das Ende noch vieles offen lässt, ist es für mich ein durch und durch wunderbarer Roman, den ich wirklich gerne gelesen habe.

Gar nicht farblos ...
Ich habe fast alle Romane Murakamis gelesen und mag sie einfach. Jedes Mal aufs Neue verliere ich mich in der dem Autor eigenen Melancholie, dem Verschwimmen der Grenzen zwischen Realität und Fantasie. So auch hier. Es ist ein langsames Buch, plätschert aber nie dahin. Und wird mich noch eine Weile beschäftigen. Ist nicht mein Lieblingsbuch des Autors, aber Murakamis Bücher begleiten mich seit 20 Jahren, jeder Roman ist wie tiefes Einatmen und Innehalten.
Ein Buch über das Erwachsen werden und Freunde verlieren, über das Finden der eigenen Farbe und der Liebe zu Bahnhöfen.
"Es ist schon seltsam ... Dass diese wunderbare Zeit vorbei ist und es niemals wieder so wird. Dass der Fluss der Zeit all unsere fabelhaften Möglichkeiten mit sich fortgetragen hat und sie nun verschwunden sind." Ein Buch über das Erwachsen werden und Freunde verlieren, über das Finden der eigenen Farbe und der Liebe zu Bahnhöfen. Tsukuru Tazaki ist in seinen 30ern, lebt in Tokyo und entwirft als Ingenieur Bahnhöfe. Als er eines Tages durch eine Firmenfeier die zwei Jahre ältere Sara kennenlernt, verändert sich sein Leben schlagartig. Während eines Dates erzählt Tsukuru Sara von seinen 4 besten Freunden aus Schulzeiten und wie diese ihn eines Tages einfach aus der, bis dahin unzertrennlichen 5er-Gruppe, ausstießen. Er habe, nun 16 Jahre später, nie wieder etwas von den Anderen gehört. Bevor die beiden eine festere Beziehung eingehen können motiviert ihn Sara, sich nochmal mit allen vieren zu treffen, um mehr über die Ursache des plötzlichen Abschieds zu erfahren. Nur so könne Tsukuru endgültig sein Trauma überwinden. Während er sich also, selbst bis nach Finnland, auf den Weg macht, findet er immer mehr über die Werdegänge seiner ehemaligen Freunde heraus - so auch den Auslöser der abrupten Distanzierung. Ein interessantes Buch, mit anregenden Gedankenspielen und dem ein oder anderem Learning zur Selbstwahrnehmung. Teilweise waren mir Szenen zu angedeutet bzw. dadurch zu "schwammig" geschrieben, ohne am Ende eine wirkliche Aufklärung zu erhalten. Das mag eben genau das Gefühl von Tsukuru wiedergeben, der auch nichts mit solchen Situationen anfangen kann - daher schon passend umgesetzt. Vom Ende hatte ich mir noch ein klein wenig mehr erhofft. Hier fehlen mir eigentlich noch 20-30 weitere Seiten, um die Handlung auch final abzuschließen und das Ganze rund zu machen.

Feinfühlig - Murakami
Ein äusserst gelungener Roman über Freundschaft, Verlust, Vertrauen... das Leben. Bis anhin der feinfühligste Roman, den ich von Murakami gelesen habe. Eine eingeschworene Gemeinschaft aus fünf Freunden findet abrupt zu Ende, als Tazaki plötzlich und scheinbar ohne Grund davon ausgeschlossen wird. 16 Jahre später wird er durch eine neue Freundin dazu gebracht sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Wiederum eine äusserst immersive Geschichte, in der die bekannten Elemente des Rauchens, der Musik und der Sexualität vorkommen. Hier aber subtiler und feiner als sonst. Murakami - also 5 Sterne!🙂
----- Könnte Spoiler enthalten diese sind aber am Ende und extra gekennzeichnet ----- Ein tolles Buch. Es hatte mich vom zweiten Satz an. Ich bin bei dem Buch selbst so ins nachdenken gekommen. So spannend und doch so ruhig geschrieben. Es war einfach eine mitreißende Geschichte. Was ich an dem Buch toll fand war dass ich teilweise verwirrt vom Hauptprotagonisten war. Es war nicht so wie die meisten anderen Bücher wo ich der Hauptprotagonist immer dem Leser gefällt. Sondern es war so ungefiltert. So wahr. Irgendwie auch teilweise so nachvollziehbar. Ich weiß nicht wie ich es anders sagen soll. Naja wie gesagt mega Buch! Aber eine riesen Triggerwarnung. ---- Spoiler ----- Suizidgedanken, Tod, Essstörung, Vergewaltigung, (diese Dinge werden in Gesprächen oder Gedankengängen thematisiert, sind aber immer in der Vergangenheit und keine Handlung) außerdem explizite sexuelle Szenen
Die Geschichte dümpelt so dahin. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wo führt das hin? Auch hat mich der Protagonist jedes Mal aufgeregt. Auch er dümpelt so dahin, akzeptiert alles, bemitleidet sich selbst. In dem Fall entsteht auch kein Wandel. Jemand sagt ihm, gehe dem auf den Grund und er macht es. Zwar erweitert er so seinen Horizont, aber er bleibt derselbe. Auch gibt es ungefähr drei Metaphern, die hier tot geritten werden oder sich dahinter versteckt wird. Und dann endet es offen, aber das ist auch fast egal. Weiß ich nicht, absolut nicht mein Schreibstil. Dazu super intensive Sexszenen, die den Protagonist in Selbstzweifel versetzen. Das hätte man bestimmt auch anders hinbekommen. Genauso wie den Plot Twist anhand einer psychischen Störung festzumachen. Das erinnert an Teenage Romane oder studentische Kurzfilme.
Sehr gute 3.5 Sterne
Mein erster Murakami. Für den einfühlsamen Schreibstil gibt es 5/5 Sterne, selten habe ich mich so wohl gefühlt in einem Roman. Die Geschichte an sich ebenso. ACHTUNG KLEINER SPOILER: Das sehr offene Ende kam für zu früh. Mir ist klar dass es bewusst so gewählt wurde, aber ich denke, man hätte das Ende auch auf einer anderen Weise gestalten können. Mit einem anderen Ende, hätte es 4.5 Sterne verdient. SPOILER ENDE. Insgesamt also sehr lohnenswertes Buch, mit einzigartigem Schreibstil.
Schöne Story
Dies war mein erstes Bich von Murakami und mit Sicherheit nicht das Letzte. Sein Schreibstil ist angenehm und ruhig . Man kann sich richtig schön in dieses Buch und seine Charaktere verlieren. Eine sehr schöne und spannende Geschichte zugleich über Freundschaft,Mut und auch ein wenig über sich hinaus wachsen . Die Wendungen im Buch fand ich auch sehr gelungen und die charakterlich Entwicklungen und Empfindungen. Vorsicht spoiler! Das offene Ende lässt natürlich Spielraum für Fantasie allerdings hätte ich gerne gewusst wie das Gespräch ausgegangen wäre Alles in allem ein wunderbares Buch was ich mit Freude gelesen habe
Klappentext Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos, denn anders als seine Freunde hat er keine besonderen Eigenheiten oder Vorlieben, ausgenommen vielleicht ein vages Interesse für Bahnhöfe. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt. Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen. Das Buch lag gut 10 Jahre auf meinem SuB und nur dank einer ausgerufenen Challenge der lieben Papiertouristin wurde es raus gegruschelt und gelesen. Von Haruki Murakami hatte ich noch kein Buch gelesen und konnte mich gleich gut in die Geschichte einfinden, da der Erzählstil fließend ist. Tsukuru wirkt auf mich wirklich farb- und konturlos, und scheint mitunter in einer depressiven Stimmung gefangen zu sein. Auch die anderen Charakter konnte ich nicht wirklich fassen, man erfährt wenig über sie und wenn nur was Tsukuru als Jugendlicher über sie gedacht hat. Über seine Freundin Sara, die ihn ermuntert, seine Vergangenheit zu bewältigen, erfährt man ebenfalls wenig. Mich hat das Buch mit einigen Fragen zurückgelassen; was war mit Haida? Die ganze Story um Yuzu ist nebulös und auch nicht so richtig geklärt. Der Autor ist ja hochgelobt, aber mich konnte das Buch nicht begeistern.
German Review on GosuReviews A typical Murakami story. Written in an engaging style, that leaves you lost in the beautiful world he created. Though the plot didn't intrigue, it was still an enjoyable relatively short story. I don't think it spoils too much, when I say be warned about a very open end. If you want a satisfying ending better skip this one :)
Tsukuru Tazaki hat in seiner Jugend eine enge Beziehung zu seinen besten Freunden. Ihre Gruppe besteht aus zwei Mädchen und drei Jungen, die alles gemeinsam erleben und in scheinbar perfekter Harmonie verbunden sind. Tsukuru wird eines Tages abrupt und aus seiner Sicht grundlos aus dieser ihm alles bedeutenden Gruppe ausgeschlossen und für ihn beginnt eine traumatische Zeit gespickt mit Selbstzweifeln, dem Verlust seines Selbstvertrauens und beinahe auch seines Lebens. Erst als Erwachsener fasst er den Entschluss, seine Vergangenheit aufzuarbeiten und die Gründe für all sein Leid zu erfahren. Er macht sich auf eine Reise, die ihm erstaunliche Antworten und Erkenntnisse bringt. ⠀⠀⠀⠀ Erzählt wird die Geschichte in langsamem und sachlichem, teilweise fast distanziertem Ton, der es jedoch trotzdem vermag, Einblick in die Emotionen des Protagonisten zu geben. Wie in vielen Werken Murakamis, finden wir auch hier eine durchlässige Membran zwischen den Welten und man ist sich oft nicht sicher, zu welchem Zeitpunkt die Wellen der einen Welt in die andere Welt hinüberschwappen. Was ist Traum, was Illusion und wo beginnt die Realität? Und doch ist dieser Roman meines Erachtens weitaus realistischer bzw. gradliniger, als andere seiner Bücher. Ich mag die präzise Sprache, die einen durch die teils verworrenen Welten führt und die immer wieder sehr klare Bilder erschafft. Durchzogen sind diese Bilder stets von der Essenz von Freundschaft, Liebe, aber auch von altem Schmerz und der Suche nach einem vergangenen Leben. Wirklich lesenswert. ⠀⠀⠀⠀ „Er begriff endlich in den Tiefen seiner Seele, dass es nicht nur die Harmonie war, die die Herzen der Menschen verband. Viel tiefer war die Verbindung von Wunde zu Wunde. Von Schmerz zu Schmerz. Von Schwäche zu Schwäche. Es gab keine Stille ohne den Schrei des Leides, keine Vergebung, ohne dass Blut floss, und keine Überwindung ohne schmerzhaften Verlust. Sie bildeten das Fundament der wahren Harmonie.“
Ich bewerte das Buch mit 3,5 Sternen. Es ist für mich keines, das ich sofort weiterempfehlen würde (weder gefragt noch ungefragt), aber auch keinem „ausreden“ täte. Ich bereue es auch nicht, es gelesen zu haben, denn der Inhalt macht doch recht nachdenklich zu den Themen Freundschaft und Liebe, sodass es sicher nicht mit Urlaubs- oder Sommerliteratur zu vergleichen ist, die ich auch nicht zwingend weiterempfehlen würde. Stellenweise waren mir die Ausführungen jedoch zu langatmig. Das offene Ende fand ich zunächst schade, aber es passt zur Handlung.
Auf meinen allerersten Haruki Murakami hatte ich mich soo so gefreut, um endlich eine Vorstellung von der Schreibe dieses beliebten Schriftstellers zu bekommen. Im Nachhinein habe ich aber das Gefühl, nicht den besten Start gewählt zu haben... aber zunächst zum Inhalt: In „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ geht es um Tsukuru Tazaki, der als einziger von fünf Freunden zum Studium nach Tokio zieht, während alle anderen in der Heimatstadt Nagoya bleiben. Tsukuru beschreibt die Freundschaft der Gruppe als perfekt und makellos, bis er plötzlich von allen gemieden und geghostet wird. Diese Abweisung stürzt ihn in einen tiefen Abgrund und als er sich Jahre später bei einem Date öffnet und von diesem Vorkommnis erzählt, fängt er auf Drängen Saras, der neuen Frau in seinem Leben, an Nachforschungen anzustellen, was damals vorgefallen war. Insgesamt war ich beim Lesen etwas verloren: Zunächst plätscherte die Geschichte nett dahin, dann wurde sie etwas düster, sodass ich gespannt war, wohin das Ganze abdriften soll. Der große Knall blieb jedoch aus – nicht überraschend für einen Murakami. Allerdings stand ich am Ende doch sehr ratlos da: Murakami verliert sich meinem Empfinden nach in der Beschreibung von Banalitäten, die Personen sprechen viel zu förmlich miteinander und halten sich gegenseitig sowie den Leser auf Distanz. Ich konnte am Ende wenig Interesse für das Schicksal des Protagonisten aufbringen und wunderte mich über Handlungsstränge, die ins bedeutungslose Nichts führten. Leider hat mir dieser Roman nicht unbedingt Lust auf mehr Murakami gemacht, allerdings wurden mit bereits andere, anscheinend um einiges bessere Bücher von ihm empfohlen. Ich werde mich wohl trotz allem nochmals an dem Mythos Murakami versuchen und hoffe auf einen besseren Zugang :-)
Gut, aber mehr auch nicht
Die Sprache von Murakami ist wie immer hervorragend und die Erzählung reißt einen mit sich in die Geschichte hinein. Und die ist auch interessant, obwohl keine Spur früherer Absurdität, Fantasie und früheren Wahnsinns Murakamis dabei. Aber leider hat der Autor selber einiges unterwegs vergessen. Was war mit Farben? Wieso spielten diese eine Rolle? Was war mit Herrn Grau? Ein Happy End? Leider nur ein Buch von Murakami - nicht das Buch...
Das Buch arbeitet - könnte ein Kandidat zum Hochraten am Ende des Jahres sein. Titelgebend ist Liszt's Années de pèlerinage. Da Murakami ein ausgewiesener Liebhaber klassischer Musik ist, wird natürlich auch hier wieder ein wenig gefachsimpelt. Ich empfehle die Sammlung der Stücke zu hören - bilde mir nämlich an, dass diese Schwermut und Melancholie beim Betrachten von Naturlandschaften, die diesen Stücken entspringt, von Murakami sprachlich ganz fantastisch eingefangen wurde. Für mich das zugänglichste der Mumi Bücher (von denen die ich bisher las). Ein wenig magische Elemente, viele Träume, die allerdings für Murakami recht dezent magisch ausfallen und sich nicht einer Interpretation entziehen. Hier geht es ums Existentielle - den Tod- zu Überleben- die Last des Lebens zu tragen, in welchen Ausprägungen dieses Überleben stattfindet und wie andere Menschen dies beeinflussen. Nicht dezent ist die ausgeprägte Sexualität und sparmatoösen Szenen. Ich glaube allerdings mir einen Reim darauf machen zu können. Sprachlich ist das extrem simpel gehalten. Die Dialoge und erzählten Geschichten erinnern oft ein wenig an philosophische, pathetische Kalenderweisheiten. Ich gebe zu, dass mir im ersten Drittel sogar Coelho in den Kopf schoss. Das ist allerdings in keiner Weise gerechtfertigt. Das Buch ist der reinste Kaninchenbau. Ich konnte es nach 100 Seiten nicht mehr weglegen. Ein Strudel. Ach, und das Ende: perfekt! Las des Öfteren, dass dies den Lesenden das Buch verhagelt hat, weil es eigentlich kein Ende gibt. Ah, das Ende ist großartig. Es bleibt die Ungewissheit: Leben oder Tod, muhahahaha.... Erkenntnis des Tages: Es braucht Menschen, die beruhigend wie Fahrstuhlmusik sind
Ich muss sagen, dass die Erwartungshaltung an das Buch recht hoch war, es war zwar mein erstes Buch von Murakami war, aber ich kenne viele, die von seinen Büchern schwärmen. Ich habe die Geschichte recht flach gefunden. Es werden so viele interessante Charaktere eingeführt, nur leider wird keiner ausgebaut oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen. Es werden auch viele Geschichten erzählt auch hier aber nicht weitergeführt. Tazaki sieht sich als farbloser Mensch, der keine Eigenschaften, Interessen und Leidenschaften hat. Denn seine ehemalige vier Freunde haben Farben in den Namen, er nicht. Auf der Suche nach der Wahrheit wird deutlich, dass keiner ihn farblos sieht. Er wurde nur damit geärgert. Aber er bleibt bei seiner Meinung. Die Geschichte hat mich ziemlich enttäuscht, sie plätschert ohne wirklichen Höhepunkt vor sich hin, man wartet immer das etwas Aufregendes passiert, aber bis zur letzten Seite bleibt dieses Buch nur mittelmäßig. Alles in allem ist das Buch ganz ok. Besonders die vielen angefangenen Ansätze, die am Ende zu nichts führen, sind arg unbefriedigend und wirken im Gesamtzusammenhang irgendwie fehl am Platz
„Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ von Haruki Murakami – dieses Buch habe ich innerhalb einer Leserunde gelesen und muss sagen, dass man sprachlich gleich zu Beginn schnell merkt, dass es sich hier um ein Buch von Haruki Murakami handelt. Auch die ganze Weise wie sich die Geschichte entwickelt spiegelte das meiner Meinung nach gut wieder. Leider ist es so, dass ich als Leser letztlich aber sehr ruckartig und voller Fragen zurück gelassen wurde, was mich persönlich etwas frustriert hat, denn es waren doch einige Dinge, die ungeklärt blieben und auf die ich sehr sehr gerne eine Antwort gehabt hätte. Auch den tieferen Sinn mancher Dinge suchte ich oftmals vergebens, was sehr schade war. Insgesamt lies sich das Buch gut lesen, das hatte ich auch gar nicht anders erwartet, aber enttäuschend war es letztlich wirklich, dass so vieles offen blieb... das machte für mich persönlich die Geschichte doch irgendwie sehr unvollständig.
Darum geht es: Tsukuru Tazaki hat vier allerbeste Freunde mit denen er viel unternimmt, alles macht die Clique gemeinsam. Der einzige Unterschied von Tsukuru zu seinen Freunden ist die, dass er sich im Gegensatz zu ihnen für sehr durchschnittlich oder gar langweilig hält. Seiner Meinung nach wird das noch dadurch betont, dass seine vier Freunde jeder eine Farbe in ihrem Namen tragen, nur Tsukuro selbst ist farblos. Dennoch ist er froh, Teil dieser Gruppe zu sein. Als es jedoch an die Zukunftsplanung geht und Tsukuru als Einziger seinen Heimatort verlässt um in Tokio zu studieren, wird es immer schwieriger die Freunde zu sehen. Bis zu seinem 2. Studienjahr klappt es aber noch recht gut und Tsukuru freut sich immer sehr nach Haus zu kommen. Doch in besagtem 2. Studienjahr bekommt er plötzlich einen Anruf von einem seiner Freunde mit der Ansage, sich bitte nie wieder bei einem von ihnen zu melden, denn sie wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben. Tsukuru fällt aus allen Wolken, denn er weiß überhaupt nicht warum sie ihn plötzlich schneiden und keiner verrät es ihm. Zu Tode betrübt und von düsteren Gedanken beseelt bleibt er fortan auch über die Ferien in Tokio. 16 Jahre später, als Tsukuru bereits mitte 30 ist, erzählt er zum ersten Mal seiner Freundin Sara von dem Vorfall. Diese rät ihm dazu, endlich mit der Vergangenheit abzuschließen und um das zu tun, muss er sich ihr stellen. So fand ich es: Schon sehr lange wollte ich mal ein Buch von Haruki Murakami lesen, weil seine Bücher ganz speziell und damit etwas Besonderes sein sollen. Das es jetzt dieses Buch geworden ist, als mein erstes von ihm, war allerdings eher Zufall. Irgendwo muss man ja auch mal anfangen, nicht wahr? Und die Geschichte klingt für mich geheimnisvoll aber auch so, dass man viel daraus mitnehmen könnte. Ich muss allerdings sagen, dass ich ein wenig zwiegespalten bin. Es waren auf jeden Fall tolle Ansätze da, gerade der Einstieg war sehr bewegend und hat von vornherein eine schwere, melancholische Atmosphäre entworfen. Aus persönlichen Erfahrungen weiß ich, wie es ist von Menschen gemieden zu werden, von denen man dachte sie sind die besten Freunde. Von daher konnte ich mich sehr gut in Tsukuru hinein versetzen und habe sehr mit ihm zusammen gelitten. Und natürlich wollte ich dann auch wissen, wie es zu diesem Vorfall kam, was man ja Anfangs so gar nicht erfährt und erst zusammen mit Tsukuru 16 Jahre später entdecken muss. Allerdings war es manchmal auch etwas schwierig mit ihm. Dass er sich einfach so in sein Schicksal begibt und selbst nach ein paar Tagen Bedenkzeit überhaupt nicht auf die Idee kommt der Sache direkt auf den Grund zu gehen, war befremdlich. Das es dafür 16 Jahre braucht bis er tiefer bohrt, fand ich schon etwas unrealistisch. Ansonsten kommt Tsukuru aber tatsächlich eher farblos daher und mit seinem erwachsenen Ich konnte ich auch nicht so recht warm werden. Vielleicht liegt das auch an der japanischen Kultur, da herrscht im Vergleich zu uns einfach merklich mehr Distanz zwischen den Menschen. Das war allerdings auch wiederum ein positiver Punkt für mich, über Kultur und Japan an sich, etwas zu erfahren. Auch wenn es da ruhig noch mehr hätte sein können. Die Träume die Tsukuru zeitweise heimsuchen fand ich ebenfalls echt seltsam und weiß bis jetzt nicht, was ich von ihnen halten soll oder was sie mir als Leser sagen sollen. Und auch die vielen sexuellen Anspielungen des Autors fand ich relativ plump und einfach unpassend. Ich weiß nicht, ob das in Murakamis Büchern immer so ist, gefallen hat mir das jedenfalls nicht. Ansonsten ließ sich das Buch aber wunderbar lesen. Man merkt zwar schon, dass der Schreibstil etwas gehobener daher kommt, trotzdem ist ein guter Lesefluss gegeben und man fühlt sich gut unterhalten und an vielen Stellen berührt einen die Geschichte auch unweigerlich. Den Haupthandlungsstrang, nämlich die Suche von Tsukuru nach dem Grund für den Bruch in der Clique, fand ich auch wirklich gut ausgearbeitet und spannend. Auch wie Tsukuru sein Leben bisher verbracht hat, hat mich noch interessiert folgen lassen. Allerdings gab es auch ein paar Nebenschauplätze, die ich jetzt nicht so interessant fand und wo sich der Autor in meinen Augen etwas zu sehr in Belanglosigkeiten verloren hat. Hier und da konnte ich zwar die ein oder andere Anspielung erkennen und vieles bleibt eben auch einfach der Fantasie des Lesers überlassen, aber irgendwie hatte ich mir doch etwas mehr erwartet. Zum Glück wurden die für mich wichtigsten Fragen geklärt. Ein offenes Ende gab es aber tatsächlich, das ist sicherlich Geschmackssache. Mein Fazit: Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut und wurde in meiner Erwartung leider ein kleines Bisschen enttäuscht. Es war nicht schlecht, die Geschichte hat viele bewegende, tiefgründige Aspekte, der Schreibstil ist angenehm, die Fantasie des Lesers wird gefragt und es gibt eine interessante Suche in der Vergangenheit einer Freundschaft. Aber auf der anderen Seite gab es auch so manche Dinge, die mich verwirrt zurück gelassen haben und mit denen ich einfach nichts anfangen konnte. Viel mitnehmen konnte ich aus dieser Geschichte letztendlich auch nicht. Trotzdem werde ich es bestimmt nochmal mit einem anderen Buch des Autors versuchen. 3,5 Sterne
Ich muss sagen, dass die Erwartungshaltung an das Buch recht hoch war, es war zwar mein erstes Buch von Murakami war, aber ich kenne viele, die von seinen Büchern schwärmen. Ich habe die Geschichte recht flach gefunden. Es werden so viele interessante Charaktere eingeführt, nur leider wird keiner ausgebaut oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen. Es werden auch viele Geschichten erzählt auch hier aber nicht weitergeführt. Tazaki sieht sich als farbloser Mensch, der keine Eigenschaften, Interessen und Leidenschaften hat. Denn seine ehemalige vier Freunde haben Farben in den Namen, er nicht. Auf der Suche nach der Wahrheit wird deutlich, dass keiner ihn farblos sieht. Er wurde nur damit geärgert. Aber er bleibt bei seiner Meinung. Die Geschichte hat mich ziemlich enttäuscht, sie plätschert ohne wirklichen Höhepunkt vor sich hin, man wartet immer das etwas Aufregendes passiert, aber bis zur letzten Seite bleibt dieses Buch nur mittelmäßig. Alles in allem ist das Buch ganz ok. Besonders die vielen angefangenen Ansätze, die am Ende zu nichts führen, sind arg unbefriedigend und wirken im Gesamtzusammenhang irgendwie fehl am Platz
I really really enjoyed this one, a lot more than IQ84 (not as much as his older works though, hard boiled wonderland and kafka on the shore remain my favourites). It was great to read something that doesn't slip into the 'unrealness' of his other books (though that is def. usually something i love). I could relate to the story, i guess and it was as 'easy' to read as it was, as always, pretty 'deep'/makes you think about things.
Haruki Murakami erzählt die leise Geschichte eines Mannes, der sich selber in nur einer Hinsicht für außergewöhnlich hält: außergewöhnlich belanglos. Tazaki Tsukuro hat vier enge Freunde, die ihm alles bedeuteten. Alle tragen eine Farbe im Namen: Akamatsu (Rotkiefer), Oumi (blaues Meer), Kurono (schwarzes Feld) und Shirane (weiße Wurzel). Nur sein eigener Name ist so farblos, wie er sich auch als Mensch empfindet. Zitat: “Weil ich nichts bin. Ich habe keine Persönlichkeit, ich bin farblos. (…) Ich komme mir vor wie ein leeres Gefäß. Vielleicht habe ich eine gewisse Form, aber von Inhalt kann keine Rede sein.” Als die Freunde ihn von einem Tag auf den anderen brutal verstoßen, ist Tsukuro zutiefst verwundet. Monatelang taumelt er am Rande des Abgrunds, sehnt den Sturz fast herbei. Der Tod wäre ihm willkommen, doch trotz dieses Leidensdrucks wagt er nicht, auf einer Erklärung zu bestehen. Erst sechzehn Jahre später zieht er los, diese alte Wunde zu schließen. Dass es fünf Freunde sind und Tsukuru sich für leer hält, ist sicher kein Zufall – zu deutlich erinnert es an die Fünf-Elemente-Lehre in Japan. Neben Erde, Wasser, Feuer und Luft gibt es dort als fünftes Element die Leere. Daraus ergibt sich eine interessante Symbolik, die sich durch das gesamte Buch zieht, ohne dass es erzwungen wirkt. Tsukurus Freunde, allesamt unverwechselbare Persönlichkeiten, brauchen ihn – ihn, den Farblosen! –, damit ihre perfekte Harmonie funktionieren kann. Nach dieser Harmonie verzehrt sich Tsukuru seit dem Bruch, in keiner anderen Beziehung kann er sie finden. Erst spät kommt er zur Erkenntnis: Zitat: “Er begriff endlich in den Tiefen seiner Seele, dass es nicht nur die Harmonie war, die die Herzen der Menschen verband. Viel tiefer war die Verbindung von Wunde zu Wunde. Von Schmerz zu Schmerz. Von Schwäche zu Schwäche. Es gab keine Stille ohne den Schrei des Leides, keine Vergebung, ohne dass Blut floss, und keine Überwindung ohne schmerzhaften Verlust.” Als Figur macht es Tsukuro dem Leser erst nicht leicht. Über lange Passagen lässt er sich antriebslos treiben, Beziehungen zu anderen Menschen knüpft er eher zufällig. Wenn diese scheitern, nimmt er es hin und sieht es als weiteren Beweis seiner eigenen Bedeutungslosigkeit. Es ist schwer, sich mit ihm zu identifizieren, denn seine Persönlichkeit scheint an seinen Erlebnissen nicht zu wachsen. Was das Buch vorantreibt, ist in den ersten Kapiteln allein das ungelöste Rätsel, aus welchem Grund die Freunde ihn damals verstießen. Doch dann verliebt er sich in eine Frau namens Sara Kimoto, erzählt ihr die alte Geschichte, und sie überzeugt ihn, dass er die Freunde zur Rede stellen muss. Nur so könne die Verwundung heilen und er wäre offen für eine tiefere Beziehung. Sara selbst bleibt ein eher blasser Charakter. Sie ist bezaubernd, intelligent und einfühlsam, aber wenig mehr als der Stein des Anstoßes für Tsukuro. Der kommt endlich in Bewegung, nimmt sein Leben in die Hand und reist das erste Mal in seinem Leben ins Ausland. Ab hier entwickelt sich ein ganz anderer Spannungsbogen. Der Grund für den Bruch, den Tuskuro endlich erfährt, ist schockierend. Aber obwohl der Grund Stoff für einen Thriller bieten könnte, liegt das Augenmerk auf Tsukuros persönlicher Entwicklung. Es bleibt eine leise Geschichte, die eine umso größere Sogkraft entwickelt, je mehr ihr Protagonist seine Apathie abschüttelt. Manchmal verschwimmen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie, und das macht der Autor meisterhaft. Träume spielen immer wieder eine große Rolle – dabei ist unklar, ob sie Spiegel oder Verzerrung der Realität sind, Erinnerung oder Vorahnung. So zweifelt Tsukuru, ob er nicht doch die Untat begangen hat, wegen der seine Freunde ihn damals verstießen. Haruki Murakami beschreibt die Pilgerreise seines farblosen Helden in einer Sprache, die wundervoll poetische Momente hat. Dennoch sind seine Sätze ruhig und kristallklar, vieles vermittelt er über leise Andeutungen und symbolische Bilder. Die Dialoge sind für westliche Ohren ungewohnt verhalten und höflich, das Ungesagte schwingt jedoch immer mit. FAZIT Manche Rezensionen sprechen davon, dies sei ein ‘typischer Murakami’, andere behaupten das genaue Gegenteil. Für mich war das Buch der längst überfällige Einstieg in das literarische Werk von Haruki Murakami, so dass ich unbefangen an Herrn Tazaki herantrat. Bereut habe ich es auf keinen Fall – typisch oder nicht, ich bin nun fest entschlossen, mich auch an die anderen Bücher des Autors heranzuwagen. Diese Rezension wurde zuerst auf meinem Buchblog veröffentlicht: https://wordpress.mikkaliest.de/2018/06/04/rezension-haruki-murakami-die-pilgerjahre-des-farblosen-herrn-tazaki/
Wie immer bin ich zwischen zwei Bewertungen gefangen und entscheide mich diesmal für die bessere von 4 Sternen, weil ich diese Buch in seiner Schlichtheit (passiert etwas wirklich aufregendes???) sehr angenehm empfunden habe. Nicht ganz so seltsam wie alle anderen Murakami-Bücher, die ich bisher gelesen habe. Ich wette, dass ich nächstes Jahr um diese Zeit nichts mehr von dem Buch weiß, was leider oft so ist. Aber stört gerade meine Bewertung nicht. Meine Sternenzahl ist höher als der allgemeine Durchschnitt hier und anderswo - Vielleicht hatte ich Angst enttäuscht zu werden und war dann überrascht, dass ich es mochte?! Egal, ich bleibe bei 4 "really like" Sternen :)
Toll! Der Roman ist sehr ruhig und philosophisch. Beim Lesen braucht man einen klaren Kopf um zu verstehen was Murakami einem mitgeben möchte - wobei nicht immer klar ist was Realität und was Traum/Phantasie ist. Ich wurde komplett abgeholt und habe das Buch kaum aus der Hand legen können. Einfach schön! Das Ende fand ich nicht ideal aber ich kann damit leben.
The memories of the day I read [b:Colorless Tsukuru Tazaki and His Years of Pilgrimage|41022133|Colorless Tsukuru Tazaki and His Years of Pilgrimage|Haruki Murakami|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1533141634l/41022133._SY75_.jpg|24593525] are still so vivid. This book truly holds a very, very special place in my heart. And I still don’t quite know why... Nothing I usually look for in books is present here: There is no particularly exciting plot, no elaborate characters I could connect with, not even big intellectual stimulation. So, why the fuck did I love it so much? My guess is that it has more to do with music than with literature. You either resonate with the vibe, or you don’t. My first association with this book is always a circular structure. It feels like a variation on the same theme, played again and again, until it pulls you into its atmospheric undertow. (Look up this Promises Album, it has a very similar concept). You start at one point, get sucked in, read 300 pages, and end up exactly where you started—yet, something has changed. So whether you give this book 1 star, 3, or 5: it’s completely justified, but also arbitrary.
Meinung: Als ich Kafka am Strand gelesen habe, bin ich sehr begeistert von dem Autor gewesen. Darum wollte ich mehr von ihm lesen! Mein zweites Buch wurde also das hier. Der Schreibstil war genauso packend wie gewohnt. Leicht und flüssig zu lesen, ohne langatmige Stellen. Die Spannung baut sich langsam auf und bleibt dann eigentlich auf einem Punkt. Gegen Ende wird es nochmal kurz spannender und dann hätte ich mir noch ein bisschen mehr Geschichte gewünscht. Das Ende kam mir einfach zu plötzlich und mit zu wenig Auflösungen. Andererseits hat man dadurch natürlich die Freiheit, selber viel darüber nachzudenken. Fazit: Ein schönes Buch über das Bewältigen eines Traumas, Freundschaft, Trauer und die Liebe. Murakami schreibt leicht und doch tiefgründig. Ich kann die Geschichte auf jeden Fall empfehlen!
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
HARUKI MURAKAMI, 1949 in Kyoto geboren, lebte längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung bei DuMont. Zuletzt erschienen die Romane ›Die Ermordung des Commendatore‹ in zwei Bänden (2018), in einer Neuübersetzung ›Die Chroniken des Aufziehvogels‹ (2020), der Erzählband ›Erste Person Singular‹ (2021), ›Murakami T‹ (2022) und ›Honigkuchen‹ (2023).
Posts
Sehr tiefgründig und vielschichtig
Es war eine spontane Entscheidung dieses Buch zu kaufen. Ich las von Murakami bereits ein Buch (Kafka am Strand), welches damals vielleicht zu früh für mich war. Nun ließ mich irgendetwas zu "Die Pilgerjahre des Farblosen Herrn Tazaki" greifen, in dem es um den Titelgebenden Tsukuru Tazaki geht. Einem Mann mittleren Alters, der in seiner Jugendzeit eine besondere Freundschaft mit einer Clique hatte - und eines Tages brutal aus dieser ausgeschlossen wurde. Ohne Erklärung. Viele Jahre hat Tsukuru darunter zu leiden, bis er sich schließlich doch aufmacht endlich zu erfahren warum ihm dieser Schmerz zugefügt wurde... Ein wunderbar tiefgründiges und vielschichtiges Buch, das mit seiner klaren, feinen Sprache viele Saiten in mir zum schwingen brachte. Dabei gab es auch immer wieder auch philosophische Gespräche und Gedanken, die ich sehr ansprechend und interessant fand. Eine Geschichte die sich mit dem eigenen Schmerz befasst und den Mut zeigt, was möglich sein kann, wenn man sich diesem Schmerz stellt. Eine Reise der Selbstakzeptanz und des erkennen des eigenen Wertes. "In diesem Moment erkannte Tsukuru Tazaki es. Er begriff endlich in den Tiefen seiner Seele, dass es nicht nur die Harmonie war, die die Herzen der Menschen verband. Viel tiefer war die Verbindung von Wunde zu Wunde. Von Schmerz zu Schmerz. Von Schwäche zu Schwäche. Es gab keine Stille ohne den Schrei des Leides, keine Vergebung, ohne dass Blut floss, und keine Überwindung ohne schmerzhaften Verlust. Sie bildete das Fundament der wahren Harmonie." Alles in allem ein besonderes Buch.
Aus feministischer Sicht Katastrophe
Ich kann nicht viel schreiben ohne zu spoilern, die weiblichen Rollenbilder sind hier schrecklich misogyn, Opfer und Täter zugleich ich weiß gar nicht wie ichs richtig beschreiben soll. Das Ende einfach so unbefriedigend. Frauen erfinden nicht einf V**** oder sonstige Misshandlungen oder schieben sie einfach anderen in die Schuhe!!! Das macht mich so wütend. So hat man wieder ein komplett falsches Bild von Täter und Opfer
Ich habe das Buch schon sehr lange in meinem Regal, habe es aber erst jetzt gelesen. Warum weiss ich selber nicht, aber ich weiss ich werde es in ein paar Jahren noch mal lesen. Ich glaube dann werde ich es noch tiefer wahrnehmen? Ergibt das Sinn für euch? Ich fand die Geschichte fesselnd, tief und habe sie gerne gelesen. Ich persönlich mag Murakamis Art zu erzählen. Der Protagonist erfährt in jungen Jahren eine schweren Verlust und versteht nicjt wieso. Seine besten Freunde haben ohne Erklärung den Kontakt abgebrochen. Er versucht zu vergessen aber viele Jahre später stellt er sich einer Tatsache: da ist eine Wunde in ihm und die blutet vielleicht immer noch.... Fazit: Eine gute Geschichte, ein Protagonist der sich selbst für leer hält und ich wollte es nicht weglegen. Sobald och richtig in der Geschichte drinne war fühlte es sich wie ein guter Film an.
Manchmal findet man die besten Geschichten genau dann, wenn man nicht nach ihnen sucht. ✨
„Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ von Haruki Murakami erzählt die Geschichte von Tsukuru Tazaki, dessen Leben aus der Bahn gerät, als ihn seine engsten Freunde ohne Erklärung aus ihrem Kreis ausschließen. Jahre später begibt er sich auf eine Reise in die Vergangenheit, um die Gründe für diesen schmerzhaften Bruch zu verstehen und seinen inneren Frieden wiederzufinden. 📖 Dabei verbindet Murakami auf eindrucksvolle Weise Realität, Erinnerung und eine beinahe traumartige Atmosphäre. 🌙 Murakami hat mich auch mit diesem Roman wieder auf eine faszinierende Lesereise zwischen Wirklichem und Unwirklichem mitgenommen. 🌌 Besonders die vielschichtige und tiefgründige Entwicklung des Protagonisten macht die Geschichte unglaublich berührend und lässt einen lange über Identität, Einsamkeit und zwischenmenschliche Beziehungen nachdenken. 💭❤️ Auch wenn ich persönlich bereits stärkere Romane von Murakami gelesen habe, konnte mich dieses Buch dennoch absolut überzeugen. 🙌🏻 Umso schöner, dass ich es letzten Dezember zufällig in einem Bücherschrank entdeckt habe – manchmal findet man die besten Geschichten genau dann, wenn man nicht nach ihnen sucht. 🍂📕✨
Der junge Tsukuru Tazaki wird von einem Tag auf den anderen von seinen Freunden verlassen. Ohne Vorwarnung und ohne Erklärung teilen sie ihm mit, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben möchten. Er verfällt in eine tiefe Depression aus der er sich zwar nach und nach heraus kämpft, doch die Wunde sitzt weiterhin tief. Erst viele Jahre später macht sich Tsukuru endlich auf den Weg, um herauszufinden, was damals geschah. Gewohnt unaufgeregt und in ruhigem Ton nimmt uns Murakami mit auf Tsukurus Reise. Er erzählt eine Geschichte vom Alleinsein, von Einsamkeit, dem Gefühl des Verlorenseins und von der Wucht der Trauer und Verzweiflung, die eine zerbrochene, verlorene Freundschaft auslösen kann; von Gefühlen die jahrelang lauern, um sich hin und wieder blicken zu lassen und die Wunde am Leben zu halten. Der Roman ist manchmal ein Krimi und dann wieder eine Liebesgeschichte - eine Geschichte, die ab und an Fantasie und Realität verschwimmen lässt, Fragen zu den Grenzen der Wahrheit und der eigenen Identität aufwirft, von Abschieden und Neuanfängen und vom Loslassen und Ankommen erzählt. Auch wenn das Ende noch vieles offen lässt, ist es für mich ein durch und durch wunderbarer Roman, den ich wirklich gerne gelesen habe.

Gar nicht farblos ...
Ich habe fast alle Romane Murakamis gelesen und mag sie einfach. Jedes Mal aufs Neue verliere ich mich in der dem Autor eigenen Melancholie, dem Verschwimmen der Grenzen zwischen Realität und Fantasie. So auch hier. Es ist ein langsames Buch, plätschert aber nie dahin. Und wird mich noch eine Weile beschäftigen. Ist nicht mein Lieblingsbuch des Autors, aber Murakamis Bücher begleiten mich seit 20 Jahren, jeder Roman ist wie tiefes Einatmen und Innehalten.
Ein Buch über das Erwachsen werden und Freunde verlieren, über das Finden der eigenen Farbe und der Liebe zu Bahnhöfen.
"Es ist schon seltsam ... Dass diese wunderbare Zeit vorbei ist und es niemals wieder so wird. Dass der Fluss der Zeit all unsere fabelhaften Möglichkeiten mit sich fortgetragen hat und sie nun verschwunden sind." Ein Buch über das Erwachsen werden und Freunde verlieren, über das Finden der eigenen Farbe und der Liebe zu Bahnhöfen. Tsukuru Tazaki ist in seinen 30ern, lebt in Tokyo und entwirft als Ingenieur Bahnhöfe. Als er eines Tages durch eine Firmenfeier die zwei Jahre ältere Sara kennenlernt, verändert sich sein Leben schlagartig. Während eines Dates erzählt Tsukuru Sara von seinen 4 besten Freunden aus Schulzeiten und wie diese ihn eines Tages einfach aus der, bis dahin unzertrennlichen 5er-Gruppe, ausstießen. Er habe, nun 16 Jahre später, nie wieder etwas von den Anderen gehört. Bevor die beiden eine festere Beziehung eingehen können motiviert ihn Sara, sich nochmal mit allen vieren zu treffen, um mehr über die Ursache des plötzlichen Abschieds zu erfahren. Nur so könne Tsukuru endgültig sein Trauma überwinden. Während er sich also, selbst bis nach Finnland, auf den Weg macht, findet er immer mehr über die Werdegänge seiner ehemaligen Freunde heraus - so auch den Auslöser der abrupten Distanzierung. Ein interessantes Buch, mit anregenden Gedankenspielen und dem ein oder anderem Learning zur Selbstwahrnehmung. Teilweise waren mir Szenen zu angedeutet bzw. dadurch zu "schwammig" geschrieben, ohne am Ende eine wirkliche Aufklärung zu erhalten. Das mag eben genau das Gefühl von Tsukuru wiedergeben, der auch nichts mit solchen Situationen anfangen kann - daher schon passend umgesetzt. Vom Ende hatte ich mir noch ein klein wenig mehr erhofft. Hier fehlen mir eigentlich noch 20-30 weitere Seiten, um die Handlung auch final abzuschließen und das Ganze rund zu machen.

Feinfühlig - Murakami
Ein äusserst gelungener Roman über Freundschaft, Verlust, Vertrauen... das Leben. Bis anhin der feinfühligste Roman, den ich von Murakami gelesen habe. Eine eingeschworene Gemeinschaft aus fünf Freunden findet abrupt zu Ende, als Tazaki plötzlich und scheinbar ohne Grund davon ausgeschlossen wird. 16 Jahre später wird er durch eine neue Freundin dazu gebracht sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Wiederum eine äusserst immersive Geschichte, in der die bekannten Elemente des Rauchens, der Musik und der Sexualität vorkommen. Hier aber subtiler und feiner als sonst. Murakami - also 5 Sterne!🙂
----- Könnte Spoiler enthalten diese sind aber am Ende und extra gekennzeichnet ----- Ein tolles Buch. Es hatte mich vom zweiten Satz an. Ich bin bei dem Buch selbst so ins nachdenken gekommen. So spannend und doch so ruhig geschrieben. Es war einfach eine mitreißende Geschichte. Was ich an dem Buch toll fand war dass ich teilweise verwirrt vom Hauptprotagonisten war. Es war nicht so wie die meisten anderen Bücher wo ich der Hauptprotagonist immer dem Leser gefällt. Sondern es war so ungefiltert. So wahr. Irgendwie auch teilweise so nachvollziehbar. Ich weiß nicht wie ich es anders sagen soll. Naja wie gesagt mega Buch! Aber eine riesen Triggerwarnung. ---- Spoiler ----- Suizidgedanken, Tod, Essstörung, Vergewaltigung, (diese Dinge werden in Gesprächen oder Gedankengängen thematisiert, sind aber immer in der Vergangenheit und keine Handlung) außerdem explizite sexuelle Szenen
Die Geschichte dümpelt so dahin. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wo führt das hin? Auch hat mich der Protagonist jedes Mal aufgeregt. Auch er dümpelt so dahin, akzeptiert alles, bemitleidet sich selbst. In dem Fall entsteht auch kein Wandel. Jemand sagt ihm, gehe dem auf den Grund und er macht es. Zwar erweitert er so seinen Horizont, aber er bleibt derselbe. Auch gibt es ungefähr drei Metaphern, die hier tot geritten werden oder sich dahinter versteckt wird. Und dann endet es offen, aber das ist auch fast egal. Weiß ich nicht, absolut nicht mein Schreibstil. Dazu super intensive Sexszenen, die den Protagonist in Selbstzweifel versetzen. Das hätte man bestimmt auch anders hinbekommen. Genauso wie den Plot Twist anhand einer psychischen Störung festzumachen. Das erinnert an Teenage Romane oder studentische Kurzfilme.
Sehr gute 3.5 Sterne
Mein erster Murakami. Für den einfühlsamen Schreibstil gibt es 5/5 Sterne, selten habe ich mich so wohl gefühlt in einem Roman. Die Geschichte an sich ebenso. ACHTUNG KLEINER SPOILER: Das sehr offene Ende kam für zu früh. Mir ist klar dass es bewusst so gewählt wurde, aber ich denke, man hätte das Ende auch auf einer anderen Weise gestalten können. Mit einem anderen Ende, hätte es 4.5 Sterne verdient. SPOILER ENDE. Insgesamt also sehr lohnenswertes Buch, mit einzigartigem Schreibstil.
Schöne Story
Dies war mein erstes Bich von Murakami und mit Sicherheit nicht das Letzte. Sein Schreibstil ist angenehm und ruhig . Man kann sich richtig schön in dieses Buch und seine Charaktere verlieren. Eine sehr schöne und spannende Geschichte zugleich über Freundschaft,Mut und auch ein wenig über sich hinaus wachsen . Die Wendungen im Buch fand ich auch sehr gelungen und die charakterlich Entwicklungen und Empfindungen. Vorsicht spoiler! Das offene Ende lässt natürlich Spielraum für Fantasie allerdings hätte ich gerne gewusst wie das Gespräch ausgegangen wäre Alles in allem ein wunderbares Buch was ich mit Freude gelesen habe
Klappentext Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos, denn anders als seine Freunde hat er keine besonderen Eigenheiten oder Vorlieben, ausgenommen vielleicht ein vages Interesse für Bahnhöfe. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt. Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen. Das Buch lag gut 10 Jahre auf meinem SuB und nur dank einer ausgerufenen Challenge der lieben Papiertouristin wurde es raus gegruschelt und gelesen. Von Haruki Murakami hatte ich noch kein Buch gelesen und konnte mich gleich gut in die Geschichte einfinden, da der Erzählstil fließend ist. Tsukuru wirkt auf mich wirklich farb- und konturlos, und scheint mitunter in einer depressiven Stimmung gefangen zu sein. Auch die anderen Charakter konnte ich nicht wirklich fassen, man erfährt wenig über sie und wenn nur was Tsukuru als Jugendlicher über sie gedacht hat. Über seine Freundin Sara, die ihn ermuntert, seine Vergangenheit zu bewältigen, erfährt man ebenfalls wenig. Mich hat das Buch mit einigen Fragen zurückgelassen; was war mit Haida? Die ganze Story um Yuzu ist nebulös und auch nicht so richtig geklärt. Der Autor ist ja hochgelobt, aber mich konnte das Buch nicht begeistern.
German Review on GosuReviews A typical Murakami story. Written in an engaging style, that leaves you lost in the beautiful world he created. Though the plot didn't intrigue, it was still an enjoyable relatively short story. I don't think it spoils too much, when I say be warned about a very open end. If you want a satisfying ending better skip this one :)
Tsukuru Tazaki hat in seiner Jugend eine enge Beziehung zu seinen besten Freunden. Ihre Gruppe besteht aus zwei Mädchen und drei Jungen, die alles gemeinsam erleben und in scheinbar perfekter Harmonie verbunden sind. Tsukuru wird eines Tages abrupt und aus seiner Sicht grundlos aus dieser ihm alles bedeutenden Gruppe ausgeschlossen und für ihn beginnt eine traumatische Zeit gespickt mit Selbstzweifeln, dem Verlust seines Selbstvertrauens und beinahe auch seines Lebens. Erst als Erwachsener fasst er den Entschluss, seine Vergangenheit aufzuarbeiten und die Gründe für all sein Leid zu erfahren. Er macht sich auf eine Reise, die ihm erstaunliche Antworten und Erkenntnisse bringt. ⠀⠀⠀⠀ Erzählt wird die Geschichte in langsamem und sachlichem, teilweise fast distanziertem Ton, der es jedoch trotzdem vermag, Einblick in die Emotionen des Protagonisten zu geben. Wie in vielen Werken Murakamis, finden wir auch hier eine durchlässige Membran zwischen den Welten und man ist sich oft nicht sicher, zu welchem Zeitpunkt die Wellen der einen Welt in die andere Welt hinüberschwappen. Was ist Traum, was Illusion und wo beginnt die Realität? Und doch ist dieser Roman meines Erachtens weitaus realistischer bzw. gradliniger, als andere seiner Bücher. Ich mag die präzise Sprache, die einen durch die teils verworrenen Welten führt und die immer wieder sehr klare Bilder erschafft. Durchzogen sind diese Bilder stets von der Essenz von Freundschaft, Liebe, aber auch von altem Schmerz und der Suche nach einem vergangenen Leben. Wirklich lesenswert. ⠀⠀⠀⠀ „Er begriff endlich in den Tiefen seiner Seele, dass es nicht nur die Harmonie war, die die Herzen der Menschen verband. Viel tiefer war die Verbindung von Wunde zu Wunde. Von Schmerz zu Schmerz. Von Schwäche zu Schwäche. Es gab keine Stille ohne den Schrei des Leides, keine Vergebung, ohne dass Blut floss, und keine Überwindung ohne schmerzhaften Verlust. Sie bildeten das Fundament der wahren Harmonie.“
Ich bewerte das Buch mit 3,5 Sternen. Es ist für mich keines, das ich sofort weiterempfehlen würde (weder gefragt noch ungefragt), aber auch keinem „ausreden“ täte. Ich bereue es auch nicht, es gelesen zu haben, denn der Inhalt macht doch recht nachdenklich zu den Themen Freundschaft und Liebe, sodass es sicher nicht mit Urlaubs- oder Sommerliteratur zu vergleichen ist, die ich auch nicht zwingend weiterempfehlen würde. Stellenweise waren mir die Ausführungen jedoch zu langatmig. Das offene Ende fand ich zunächst schade, aber es passt zur Handlung.
Auf meinen allerersten Haruki Murakami hatte ich mich soo so gefreut, um endlich eine Vorstellung von der Schreibe dieses beliebten Schriftstellers zu bekommen. Im Nachhinein habe ich aber das Gefühl, nicht den besten Start gewählt zu haben... aber zunächst zum Inhalt: In „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ geht es um Tsukuru Tazaki, der als einziger von fünf Freunden zum Studium nach Tokio zieht, während alle anderen in der Heimatstadt Nagoya bleiben. Tsukuru beschreibt die Freundschaft der Gruppe als perfekt und makellos, bis er plötzlich von allen gemieden und geghostet wird. Diese Abweisung stürzt ihn in einen tiefen Abgrund und als er sich Jahre später bei einem Date öffnet und von diesem Vorkommnis erzählt, fängt er auf Drängen Saras, der neuen Frau in seinem Leben, an Nachforschungen anzustellen, was damals vorgefallen war. Insgesamt war ich beim Lesen etwas verloren: Zunächst plätscherte die Geschichte nett dahin, dann wurde sie etwas düster, sodass ich gespannt war, wohin das Ganze abdriften soll. Der große Knall blieb jedoch aus – nicht überraschend für einen Murakami. Allerdings stand ich am Ende doch sehr ratlos da: Murakami verliert sich meinem Empfinden nach in der Beschreibung von Banalitäten, die Personen sprechen viel zu förmlich miteinander und halten sich gegenseitig sowie den Leser auf Distanz. Ich konnte am Ende wenig Interesse für das Schicksal des Protagonisten aufbringen und wunderte mich über Handlungsstränge, die ins bedeutungslose Nichts führten. Leider hat mir dieser Roman nicht unbedingt Lust auf mehr Murakami gemacht, allerdings wurden mit bereits andere, anscheinend um einiges bessere Bücher von ihm empfohlen. Ich werde mich wohl trotz allem nochmals an dem Mythos Murakami versuchen und hoffe auf einen besseren Zugang :-)
Gut, aber mehr auch nicht
Die Sprache von Murakami ist wie immer hervorragend und die Erzählung reißt einen mit sich in die Geschichte hinein. Und die ist auch interessant, obwohl keine Spur früherer Absurdität, Fantasie und früheren Wahnsinns Murakamis dabei. Aber leider hat der Autor selber einiges unterwegs vergessen. Was war mit Farben? Wieso spielten diese eine Rolle? Was war mit Herrn Grau? Ein Happy End? Leider nur ein Buch von Murakami - nicht das Buch...
Das Buch arbeitet - könnte ein Kandidat zum Hochraten am Ende des Jahres sein. Titelgebend ist Liszt's Années de pèlerinage. Da Murakami ein ausgewiesener Liebhaber klassischer Musik ist, wird natürlich auch hier wieder ein wenig gefachsimpelt. Ich empfehle die Sammlung der Stücke zu hören - bilde mir nämlich an, dass diese Schwermut und Melancholie beim Betrachten von Naturlandschaften, die diesen Stücken entspringt, von Murakami sprachlich ganz fantastisch eingefangen wurde. Für mich das zugänglichste der Mumi Bücher (von denen die ich bisher las). Ein wenig magische Elemente, viele Träume, die allerdings für Murakami recht dezent magisch ausfallen und sich nicht einer Interpretation entziehen. Hier geht es ums Existentielle - den Tod- zu Überleben- die Last des Lebens zu tragen, in welchen Ausprägungen dieses Überleben stattfindet und wie andere Menschen dies beeinflussen. Nicht dezent ist die ausgeprägte Sexualität und sparmatoösen Szenen. Ich glaube allerdings mir einen Reim darauf machen zu können. Sprachlich ist das extrem simpel gehalten. Die Dialoge und erzählten Geschichten erinnern oft ein wenig an philosophische, pathetische Kalenderweisheiten. Ich gebe zu, dass mir im ersten Drittel sogar Coelho in den Kopf schoss. Das ist allerdings in keiner Weise gerechtfertigt. Das Buch ist der reinste Kaninchenbau. Ich konnte es nach 100 Seiten nicht mehr weglegen. Ein Strudel. Ach, und das Ende: perfekt! Las des Öfteren, dass dies den Lesenden das Buch verhagelt hat, weil es eigentlich kein Ende gibt. Ah, das Ende ist großartig. Es bleibt die Ungewissheit: Leben oder Tod, muhahahaha.... Erkenntnis des Tages: Es braucht Menschen, die beruhigend wie Fahrstuhlmusik sind
Ich muss sagen, dass die Erwartungshaltung an das Buch recht hoch war, es war zwar mein erstes Buch von Murakami war, aber ich kenne viele, die von seinen Büchern schwärmen. Ich habe die Geschichte recht flach gefunden. Es werden so viele interessante Charaktere eingeführt, nur leider wird keiner ausgebaut oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen. Es werden auch viele Geschichten erzählt auch hier aber nicht weitergeführt. Tazaki sieht sich als farbloser Mensch, der keine Eigenschaften, Interessen und Leidenschaften hat. Denn seine ehemalige vier Freunde haben Farben in den Namen, er nicht. Auf der Suche nach der Wahrheit wird deutlich, dass keiner ihn farblos sieht. Er wurde nur damit geärgert. Aber er bleibt bei seiner Meinung. Die Geschichte hat mich ziemlich enttäuscht, sie plätschert ohne wirklichen Höhepunkt vor sich hin, man wartet immer das etwas Aufregendes passiert, aber bis zur letzten Seite bleibt dieses Buch nur mittelmäßig. Alles in allem ist das Buch ganz ok. Besonders die vielen angefangenen Ansätze, die am Ende zu nichts führen, sind arg unbefriedigend und wirken im Gesamtzusammenhang irgendwie fehl am Platz
„Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ von Haruki Murakami – dieses Buch habe ich innerhalb einer Leserunde gelesen und muss sagen, dass man sprachlich gleich zu Beginn schnell merkt, dass es sich hier um ein Buch von Haruki Murakami handelt. Auch die ganze Weise wie sich die Geschichte entwickelt spiegelte das meiner Meinung nach gut wieder. Leider ist es so, dass ich als Leser letztlich aber sehr ruckartig und voller Fragen zurück gelassen wurde, was mich persönlich etwas frustriert hat, denn es waren doch einige Dinge, die ungeklärt blieben und auf die ich sehr sehr gerne eine Antwort gehabt hätte. Auch den tieferen Sinn mancher Dinge suchte ich oftmals vergebens, was sehr schade war. Insgesamt lies sich das Buch gut lesen, das hatte ich auch gar nicht anders erwartet, aber enttäuschend war es letztlich wirklich, dass so vieles offen blieb... das machte für mich persönlich die Geschichte doch irgendwie sehr unvollständig.
Darum geht es: Tsukuru Tazaki hat vier allerbeste Freunde mit denen er viel unternimmt, alles macht die Clique gemeinsam. Der einzige Unterschied von Tsukuru zu seinen Freunden ist die, dass er sich im Gegensatz zu ihnen für sehr durchschnittlich oder gar langweilig hält. Seiner Meinung nach wird das noch dadurch betont, dass seine vier Freunde jeder eine Farbe in ihrem Namen tragen, nur Tsukuro selbst ist farblos. Dennoch ist er froh, Teil dieser Gruppe zu sein. Als es jedoch an die Zukunftsplanung geht und Tsukuru als Einziger seinen Heimatort verlässt um in Tokio zu studieren, wird es immer schwieriger die Freunde zu sehen. Bis zu seinem 2. Studienjahr klappt es aber noch recht gut und Tsukuru freut sich immer sehr nach Haus zu kommen. Doch in besagtem 2. Studienjahr bekommt er plötzlich einen Anruf von einem seiner Freunde mit der Ansage, sich bitte nie wieder bei einem von ihnen zu melden, denn sie wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben. Tsukuru fällt aus allen Wolken, denn er weiß überhaupt nicht warum sie ihn plötzlich schneiden und keiner verrät es ihm. Zu Tode betrübt und von düsteren Gedanken beseelt bleibt er fortan auch über die Ferien in Tokio. 16 Jahre später, als Tsukuru bereits mitte 30 ist, erzählt er zum ersten Mal seiner Freundin Sara von dem Vorfall. Diese rät ihm dazu, endlich mit der Vergangenheit abzuschließen und um das zu tun, muss er sich ihr stellen. So fand ich es: Schon sehr lange wollte ich mal ein Buch von Haruki Murakami lesen, weil seine Bücher ganz speziell und damit etwas Besonderes sein sollen. Das es jetzt dieses Buch geworden ist, als mein erstes von ihm, war allerdings eher Zufall. Irgendwo muss man ja auch mal anfangen, nicht wahr? Und die Geschichte klingt für mich geheimnisvoll aber auch so, dass man viel daraus mitnehmen könnte. Ich muss allerdings sagen, dass ich ein wenig zwiegespalten bin. Es waren auf jeden Fall tolle Ansätze da, gerade der Einstieg war sehr bewegend und hat von vornherein eine schwere, melancholische Atmosphäre entworfen. Aus persönlichen Erfahrungen weiß ich, wie es ist von Menschen gemieden zu werden, von denen man dachte sie sind die besten Freunde. Von daher konnte ich mich sehr gut in Tsukuru hinein versetzen und habe sehr mit ihm zusammen gelitten. Und natürlich wollte ich dann auch wissen, wie es zu diesem Vorfall kam, was man ja Anfangs so gar nicht erfährt und erst zusammen mit Tsukuru 16 Jahre später entdecken muss. Allerdings war es manchmal auch etwas schwierig mit ihm. Dass er sich einfach so in sein Schicksal begibt und selbst nach ein paar Tagen Bedenkzeit überhaupt nicht auf die Idee kommt der Sache direkt auf den Grund zu gehen, war befremdlich. Das es dafür 16 Jahre braucht bis er tiefer bohrt, fand ich schon etwas unrealistisch. Ansonsten kommt Tsukuru aber tatsächlich eher farblos daher und mit seinem erwachsenen Ich konnte ich auch nicht so recht warm werden. Vielleicht liegt das auch an der japanischen Kultur, da herrscht im Vergleich zu uns einfach merklich mehr Distanz zwischen den Menschen. Das war allerdings auch wiederum ein positiver Punkt für mich, über Kultur und Japan an sich, etwas zu erfahren. Auch wenn es da ruhig noch mehr hätte sein können. Die Träume die Tsukuru zeitweise heimsuchen fand ich ebenfalls echt seltsam und weiß bis jetzt nicht, was ich von ihnen halten soll oder was sie mir als Leser sagen sollen. Und auch die vielen sexuellen Anspielungen des Autors fand ich relativ plump und einfach unpassend. Ich weiß nicht, ob das in Murakamis Büchern immer so ist, gefallen hat mir das jedenfalls nicht. Ansonsten ließ sich das Buch aber wunderbar lesen. Man merkt zwar schon, dass der Schreibstil etwas gehobener daher kommt, trotzdem ist ein guter Lesefluss gegeben und man fühlt sich gut unterhalten und an vielen Stellen berührt einen die Geschichte auch unweigerlich. Den Haupthandlungsstrang, nämlich die Suche von Tsukuru nach dem Grund für den Bruch in der Clique, fand ich auch wirklich gut ausgearbeitet und spannend. Auch wie Tsukuru sein Leben bisher verbracht hat, hat mich noch interessiert folgen lassen. Allerdings gab es auch ein paar Nebenschauplätze, die ich jetzt nicht so interessant fand und wo sich der Autor in meinen Augen etwas zu sehr in Belanglosigkeiten verloren hat. Hier und da konnte ich zwar die ein oder andere Anspielung erkennen und vieles bleibt eben auch einfach der Fantasie des Lesers überlassen, aber irgendwie hatte ich mir doch etwas mehr erwartet. Zum Glück wurden die für mich wichtigsten Fragen geklärt. Ein offenes Ende gab es aber tatsächlich, das ist sicherlich Geschmackssache. Mein Fazit: Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut und wurde in meiner Erwartung leider ein kleines Bisschen enttäuscht. Es war nicht schlecht, die Geschichte hat viele bewegende, tiefgründige Aspekte, der Schreibstil ist angenehm, die Fantasie des Lesers wird gefragt und es gibt eine interessante Suche in der Vergangenheit einer Freundschaft. Aber auf der anderen Seite gab es auch so manche Dinge, die mich verwirrt zurück gelassen haben und mit denen ich einfach nichts anfangen konnte. Viel mitnehmen konnte ich aus dieser Geschichte letztendlich auch nicht. Trotzdem werde ich es bestimmt nochmal mit einem anderen Buch des Autors versuchen. 3,5 Sterne
Ich muss sagen, dass die Erwartungshaltung an das Buch recht hoch war, es war zwar mein erstes Buch von Murakami war, aber ich kenne viele, die von seinen Büchern schwärmen. Ich habe die Geschichte recht flach gefunden. Es werden so viele interessante Charaktere eingeführt, nur leider wird keiner ausgebaut oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen. Es werden auch viele Geschichten erzählt auch hier aber nicht weitergeführt. Tazaki sieht sich als farbloser Mensch, der keine Eigenschaften, Interessen und Leidenschaften hat. Denn seine ehemalige vier Freunde haben Farben in den Namen, er nicht. Auf der Suche nach der Wahrheit wird deutlich, dass keiner ihn farblos sieht. Er wurde nur damit geärgert. Aber er bleibt bei seiner Meinung. Die Geschichte hat mich ziemlich enttäuscht, sie plätschert ohne wirklichen Höhepunkt vor sich hin, man wartet immer das etwas Aufregendes passiert, aber bis zur letzten Seite bleibt dieses Buch nur mittelmäßig. Alles in allem ist das Buch ganz ok. Besonders die vielen angefangenen Ansätze, die am Ende zu nichts führen, sind arg unbefriedigend und wirken im Gesamtzusammenhang irgendwie fehl am Platz
I really really enjoyed this one, a lot more than IQ84 (not as much as his older works though, hard boiled wonderland and kafka on the shore remain my favourites). It was great to read something that doesn't slip into the 'unrealness' of his other books (though that is def. usually something i love). I could relate to the story, i guess and it was as 'easy' to read as it was, as always, pretty 'deep'/makes you think about things.
Haruki Murakami erzählt die leise Geschichte eines Mannes, der sich selber in nur einer Hinsicht für außergewöhnlich hält: außergewöhnlich belanglos. Tazaki Tsukuro hat vier enge Freunde, die ihm alles bedeuteten. Alle tragen eine Farbe im Namen: Akamatsu (Rotkiefer), Oumi (blaues Meer), Kurono (schwarzes Feld) und Shirane (weiße Wurzel). Nur sein eigener Name ist so farblos, wie er sich auch als Mensch empfindet. Zitat: “Weil ich nichts bin. Ich habe keine Persönlichkeit, ich bin farblos. (…) Ich komme mir vor wie ein leeres Gefäß. Vielleicht habe ich eine gewisse Form, aber von Inhalt kann keine Rede sein.” Als die Freunde ihn von einem Tag auf den anderen brutal verstoßen, ist Tsukuro zutiefst verwundet. Monatelang taumelt er am Rande des Abgrunds, sehnt den Sturz fast herbei. Der Tod wäre ihm willkommen, doch trotz dieses Leidensdrucks wagt er nicht, auf einer Erklärung zu bestehen. Erst sechzehn Jahre später zieht er los, diese alte Wunde zu schließen. Dass es fünf Freunde sind und Tsukuru sich für leer hält, ist sicher kein Zufall – zu deutlich erinnert es an die Fünf-Elemente-Lehre in Japan. Neben Erde, Wasser, Feuer und Luft gibt es dort als fünftes Element die Leere. Daraus ergibt sich eine interessante Symbolik, die sich durch das gesamte Buch zieht, ohne dass es erzwungen wirkt. Tsukurus Freunde, allesamt unverwechselbare Persönlichkeiten, brauchen ihn – ihn, den Farblosen! –, damit ihre perfekte Harmonie funktionieren kann. Nach dieser Harmonie verzehrt sich Tsukuru seit dem Bruch, in keiner anderen Beziehung kann er sie finden. Erst spät kommt er zur Erkenntnis: Zitat: “Er begriff endlich in den Tiefen seiner Seele, dass es nicht nur die Harmonie war, die die Herzen der Menschen verband. Viel tiefer war die Verbindung von Wunde zu Wunde. Von Schmerz zu Schmerz. Von Schwäche zu Schwäche. Es gab keine Stille ohne den Schrei des Leides, keine Vergebung, ohne dass Blut floss, und keine Überwindung ohne schmerzhaften Verlust.” Als Figur macht es Tsukuro dem Leser erst nicht leicht. Über lange Passagen lässt er sich antriebslos treiben, Beziehungen zu anderen Menschen knüpft er eher zufällig. Wenn diese scheitern, nimmt er es hin und sieht es als weiteren Beweis seiner eigenen Bedeutungslosigkeit. Es ist schwer, sich mit ihm zu identifizieren, denn seine Persönlichkeit scheint an seinen Erlebnissen nicht zu wachsen. Was das Buch vorantreibt, ist in den ersten Kapiteln allein das ungelöste Rätsel, aus welchem Grund die Freunde ihn damals verstießen. Doch dann verliebt er sich in eine Frau namens Sara Kimoto, erzählt ihr die alte Geschichte, und sie überzeugt ihn, dass er die Freunde zur Rede stellen muss. Nur so könne die Verwundung heilen und er wäre offen für eine tiefere Beziehung. Sara selbst bleibt ein eher blasser Charakter. Sie ist bezaubernd, intelligent und einfühlsam, aber wenig mehr als der Stein des Anstoßes für Tsukuro. Der kommt endlich in Bewegung, nimmt sein Leben in die Hand und reist das erste Mal in seinem Leben ins Ausland. Ab hier entwickelt sich ein ganz anderer Spannungsbogen. Der Grund für den Bruch, den Tuskuro endlich erfährt, ist schockierend. Aber obwohl der Grund Stoff für einen Thriller bieten könnte, liegt das Augenmerk auf Tsukuros persönlicher Entwicklung. Es bleibt eine leise Geschichte, die eine umso größere Sogkraft entwickelt, je mehr ihr Protagonist seine Apathie abschüttelt. Manchmal verschwimmen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie, und das macht der Autor meisterhaft. Träume spielen immer wieder eine große Rolle – dabei ist unklar, ob sie Spiegel oder Verzerrung der Realität sind, Erinnerung oder Vorahnung. So zweifelt Tsukuru, ob er nicht doch die Untat begangen hat, wegen der seine Freunde ihn damals verstießen. Haruki Murakami beschreibt die Pilgerreise seines farblosen Helden in einer Sprache, die wundervoll poetische Momente hat. Dennoch sind seine Sätze ruhig und kristallklar, vieles vermittelt er über leise Andeutungen und symbolische Bilder. Die Dialoge sind für westliche Ohren ungewohnt verhalten und höflich, das Ungesagte schwingt jedoch immer mit. FAZIT Manche Rezensionen sprechen davon, dies sei ein ‘typischer Murakami’, andere behaupten das genaue Gegenteil. Für mich war das Buch der längst überfällige Einstieg in das literarische Werk von Haruki Murakami, so dass ich unbefangen an Herrn Tazaki herantrat. Bereut habe ich es auf keinen Fall – typisch oder nicht, ich bin nun fest entschlossen, mich auch an die anderen Bücher des Autors heranzuwagen. Diese Rezension wurde zuerst auf meinem Buchblog veröffentlicht: https://wordpress.mikkaliest.de/2018/06/04/rezension-haruki-murakami-die-pilgerjahre-des-farblosen-herrn-tazaki/
Wie immer bin ich zwischen zwei Bewertungen gefangen und entscheide mich diesmal für die bessere von 4 Sternen, weil ich diese Buch in seiner Schlichtheit (passiert etwas wirklich aufregendes???) sehr angenehm empfunden habe. Nicht ganz so seltsam wie alle anderen Murakami-Bücher, die ich bisher gelesen habe. Ich wette, dass ich nächstes Jahr um diese Zeit nichts mehr von dem Buch weiß, was leider oft so ist. Aber stört gerade meine Bewertung nicht. Meine Sternenzahl ist höher als der allgemeine Durchschnitt hier und anderswo - Vielleicht hatte ich Angst enttäuscht zu werden und war dann überrascht, dass ich es mochte?! Egal, ich bleibe bei 4 "really like" Sternen :)
Toll! Der Roman ist sehr ruhig und philosophisch. Beim Lesen braucht man einen klaren Kopf um zu verstehen was Murakami einem mitgeben möchte - wobei nicht immer klar ist was Realität und was Traum/Phantasie ist. Ich wurde komplett abgeholt und habe das Buch kaum aus der Hand legen können. Einfach schön! Das Ende fand ich nicht ideal aber ich kann damit leben.
The memories of the day I read [b:Colorless Tsukuru Tazaki and His Years of Pilgrimage|41022133|Colorless Tsukuru Tazaki and His Years of Pilgrimage|Haruki Murakami|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1533141634l/41022133._SY75_.jpg|24593525] are still so vivid. This book truly holds a very, very special place in my heart. And I still don’t quite know why... Nothing I usually look for in books is present here: There is no particularly exciting plot, no elaborate characters I could connect with, not even big intellectual stimulation. So, why the fuck did I love it so much? My guess is that it has more to do with music than with literature. You either resonate with the vibe, or you don’t. My first association with this book is always a circular structure. It feels like a variation on the same theme, played again and again, until it pulls you into its atmospheric undertow. (Look up this Promises Album, it has a very similar concept). You start at one point, get sucked in, read 300 pages, and end up exactly where you started—yet, something has changed. So whether you give this book 1 star, 3, or 5: it’s completely justified, but also arbitrary.
Meinung: Als ich Kafka am Strand gelesen habe, bin ich sehr begeistert von dem Autor gewesen. Darum wollte ich mehr von ihm lesen! Mein zweites Buch wurde also das hier. Der Schreibstil war genauso packend wie gewohnt. Leicht und flüssig zu lesen, ohne langatmige Stellen. Die Spannung baut sich langsam auf und bleibt dann eigentlich auf einem Punkt. Gegen Ende wird es nochmal kurz spannender und dann hätte ich mir noch ein bisschen mehr Geschichte gewünscht. Das Ende kam mir einfach zu plötzlich und mit zu wenig Auflösungen. Andererseits hat man dadurch natürlich die Freiheit, selber viel darüber nachzudenken. Fazit: Ein schönes Buch über das Bewältigen eines Traumas, Freundschaft, Trauer und die Liebe. Murakami schreibt leicht und doch tiefgründig. Ich kann die Geschichte auf jeden Fall empfehlen!


















































