Südlich der Grenze, westlich der Sonne
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Description
Book Information
Author Description
HARUKI MURAKAMI, 1949 in Kyoto geboren, lebte längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung bei DuMont. Zuletzt erschienen die Romane ›Die Ermordung des Commendatore‹ in zwei Bänden (2018), in einer Neuübersetzung ›Die Chroniken des Aufziehvogels‹ (2020), der Erzählband ›Erste Person Singular‹ (2021), ›Murakami T‹ (2022) und ›Honigkuchen‹ (2023).
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Auch wenn ich nicht zu kritisch sein wollte, möchte ich meine ehrliche Meinung dazu sagen.
Südlich der Grenze, westlich der Sonne ist ein ruhiger, melancholischer Roman, der sich stark mit Sehnsucht, Erinnerung und innerer Leere auseinandersetzt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, was den Einstieg leicht macht und die Atmosphäre trägt. Trotz dieser Stärke hatte ich persönlich Schwierigkeiten, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Mir fehlte ein klarer roter Faden, wodurch ich im Verlauf zunehmend den Bezug zur Handlung verloren habe. Der Fokus liegt stark auf Hajimes Liebesleben, seiner Untreue und einer unterschwelligen Unzufriedenheit, die sich durch das gesamte Buch zieht. Besonders schwierig war für mich der Zugang zur Hauptfigur Hajime. Obwohl er ein scheinbar erfülltes Leben mit Ehe und beruflichem Erfolg führt, verliert er sich in seiner eigenen Unzufriedenheit, verzwickt sich in lügen und Untreue. Sein Verhalten wirkte auf mich oft schwach. Vor allem sein Blick auf Frauen war für mich schwer nachvollziehbar: Sie werden häufig als unsicher, unterwürfig oder stark aufs optische reduziert dargestellt. Dadurch konnte ich keine echte Verbindung zu ihm aufbauen. Die Geschichte um seine Jugendliebe Shimamoto hat zwar großes emotionales Potenzial, bleibt für mein Empfinden aber zu vage. Gerade hier hätte ich mir mehr Tiefe und Einblicke gewünscht – sowohl in ihre Figur als auch generell in die Perspektiven der Frauen im Roman. Die zentrale Botschaft des Buches ist durchaus erkennbar: Es geht um verpasste Chancen, unerfüllte Sehnsüchte und die Frage, ob ein „glückliches“ Leben wirklich erfüllt sein muss. Dennoch blieb für mich diese Botschaft emotional etwas zu distanziert, was vermutlich auch daran liegt, dass ich mit Hajime als Figur nicht warm geworden bin. Insgesamt ist es kein schlechtes Buch – vor allem die melancholische Stimmung und die ruhige Erzählweise haben mir gefallen. Dennoch hat mir persönlich der Tiefgang in den Figuren und eine stärkere emotionale Bindung gefehlt.

Ein sehr melancholisches Buch, welches zum Nachdenken anregt! Hajime führt ein geordnetes Leben, welches ihn nie wirklich ausgefüllt hat. Er hat Erfolg aber das füllt ihn nicht wirklich aus, indessen hängt er jahrelang einer verlorenen Liebe hinterher, bis er sie eines Tages wieder sieht.. Im Ganzen fand ich, hatte es einen Hang zum Depressiven, da beide Protagonisten Jahre ihres Lebens nur der Erinnerung nachgehangen haben und keiner von Beiden je wirklich glücklich war.
Eine Geschichte über Sehnsucht, Liebe, Untreue, Leere, Jugend, Nostalgie und vor allem über die Kunst im Hier und Jetzt leben zu können. Ein Buch, bei dem ich mir bis zuletzt nicht ganz sicher bin, was es eigentlich ist…
Es ist mein erstes Buch von Haruki Murakami… Ich bin von seinem Schreibstil, und wie er es schafft, Dingen seinen Platz zu geben und vieles doch so unausgesprochen zulassen, echt fasziniert….Zwischen den Zeilen ist einfach unglaublich viel Platz für eigene Gedanken, Gefühle und Interpretationen. ich bin mir sicher, jeder wird diese Geschichte ein Stück anders lesen, deuten und reflektieren. Beim Lesen habe ich mich irgendwann gefragt, was von all dem eigentlich Realität ist und was vielleicht doch nur harte Tagträumerei und oder Flucht aus dem Alltag? In der Geschichte geht es um Hajime, einen Mann, der nach seiner Jugendliebe, einigen weiteren Lieben oder eher Abenteuern, seine heutige Frau kennenlernt, mit ihr zwei Kinder bekommt und als Inhaber von zwei Bars mitten im Berufsleben steht. Doch sein Leben wird von einer starken Leere, einer unbeschreiblichen Sehnsucht und der Frage, wie hätte sein Leben aussehen können, wenn er die eine oder andere Möglichkeit genutzt hätte, begleitet. Als plötzlich seine Jugendliebe Shimamoto wieder auftaucht, beginnt er sich in Gesprächen, in Erinnerungen und in Momenten voller Vertrautheit mit ihr zu verlieren. In der Hoffnung, etwas wiederzufinden, was eigentlich vielleicht auch nie wirklich da war, riskiert er, das zu verlieren, was er hat. Auch wenn mich das Buch zwischendurch etwas verloren hat, wollte ich unbedingt weiter lesen, um zu wissen wie es enden wird. Ich finde es schwierig, dieses Buch klar zu bewerten… Irgendetwas zwischen 3,5-4 Sternen Ich schätze das Buch sehr für den Stil, die Tiefe und die Vieldeutigkeit, die mich viel ins Denken gebracht hat aber emotional hat es mich persönlich nicht ganz so abgeholt, dass es für mich ein Herzensbuch werden konnte.

Mehr als eine Liebesgeschichte
Ein stiller, eindringlicher Roman über Sehnsucht, Erinnerung und verpasste Möglichkeiten. Murakami schafft eine ruhige, fast träumerische Atmosphäre – und lässt viel zwischen den Zeilen wirken. Was wie eine Liebesgeschichte beginnt, wird zur leisen Reflexion über das Leben, das man nicht gelebt hat. Sprachlich angenehm, literarisch stärker als viele Gegenwartsromane.
Ein Buch das einen nicht mehr ganz loslässt
Am Anfang hat es mich eher ruhig abgeholt, fast schon unscheinbar. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat es mich gepackt. Gegen Ende wurde die Geschichte richtig spannend und auch emotional ziemlich aufwühlend – allerdings auf eine gute, nachdenkliche Art. Was mir besonders gefallen hat: Das Buch schafft es, eine ganz eigene Stimmung aufzubauen. Es geht viel um Erinnerungen, verpasste Chancen und die Frage, wie sehr einen die eigene Vergangenheit eigentlich prägt. Dabei habe ich mich selbst öfter dabei ertappt, in alten Erinnerungen zu versinken. Es ist kein lautes Buch, sondern eher eines, das leise nachwirkt. Genau das macht für mich den Reiz aus. Wer sich auf diese ruhige, aber tiefgehende Erzählweise einlässt, bekommt eine Geschichte, die noch eine Weile im Kopf bleibt.
Haruki Murakamis Roman „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ ist ein leises, melancholisches Werk, was ich sehr schön und intensiv fand. Im Zentrum steht Hajime, ein Mann mittleren Alters, der äußerlich ein erfülltes Leben führt: erfolgreiche Jazzbar, Ehe, Kinder. Doch in ihm nagt eine bohrende Leere – ausgelöst durch die Erinnerung an seine Jugendliebe Shimamoto. Als diese nach Jahren wieder in sein Leben tritt, beginnt Hajimes geordnetes Leben zu wanken. Murakamis Sprache ist klar, schnörkellos und doch von großer emotionaler Tiefe. Es geht um Gefühle wie Einsamkeit, Begehren und das unaufhaltsame Vergehen der Zeit und die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen mit einer sanften, aber eindringlichen Melancholie. Der Roman hat mich zum Nachdenken angeregt- Was bedeutet Erfüllung? Was verlieren wir auf dem Weg durchs Leben – und was bleibt zurück? Eine wunderschöne Geschichte, wie ich finde, die sich unbedingt zu lesen lohnt!
Ein Buch wie ein Zauber. 🪄 So wunderbar gefühlvoll geschrieben.👏🏻
„Für mein Gefühl versuche ich unentwegt, jemand anders zu werden, einen neuen Platz zu finden, mir ein neues Leben, eine neue Identität zu erobern. Zum Teil gehört das wohl zum Erwachsenwerden, aber es ist auch ein Versuch, mich neu zu erfinden. Indem ich ein anderer würde, könnte ich mich von allem befreien. Ich glaubte ernsthaft, ich könnte mir selbst entkommen, wenn ich mir nur genug Mühe gäbe. Aber jedesmal bin ich in einer Sackgasse gelandet. Wohin ich mich auch wende, immer bleibe ich derselbe. Das, was fehlt, ändert sich nie. Die Kulisse ändert sich vielleicht, aber ich bin immer noch derselbe unvollständige Mensch. Dieselben fehlenden Dinge quälen mich, und nie kann ich diesen Hunger stillen. Ich glaube sogar, gerade dieser Mangel definiert mich, genauer kann ich mich nicht beschreiben. Um deinetwillen würde ich gern ein neuer Mensch. Es mag nicht einfach sein, aber wenn ich mein Bestes gebe, schaffe ich es vielleicht doch, mich zu ändern. Die Wahrheit ist jedoch, daß ich in der gleichen Situation durchaus wieder genauso handeln könnte, dir wieder genauso weh tun würde. Ich kann nichts versprechen. Das meinte ich, als ich sagte, ich hätte kein Recht. Mir fehlt einfach die Zuversicht, daß es mir gelingen wird, diese Kraft in mir zu besiegen.“
Murakamis Sprache ist seine größte Stärke, das zeigt sich auch in der Neuübersetzung von „Gefährliche Geliebte“. Nüchtern aber poetisch erzählt er die Geschichte eines jungen Mannes, der zwar nach außen erfolgreich scheint, aber innerlich ständig auf der Suche nach sich selbst ist und einer Illusion eines glücklicheren Lebens nachhängt. Er führt einen einsamen Kampf gegen sich selbst, seine eigenen Moralvorstellungen und auch gegen den Tod. Alle Nebenfiguren sind reine Nebensache, weil die Erzählung alleine auf die Hauptfigur zentriert ist. Beeindruckend und lesenswert!
Wunderschönes Buch mit viel Platz für eigene Interpretation
Wirklich ein gutes Buch, das einem aufzeigt, dass man nicht immer irgendwelchen Illusionen des „perfekten Lebens“ hinterherrennen soll, sondern meist eigentlich schon ein sehr gutes Leben führt. Doch das für einen leider meist nie genug ist. Meist sind die Illusionen unrealistisch und man vergisst die Menschen die wirklich für einen da sind. Meine Interpretation zu diesem Buch.

"Für mich war die Grenze zwischen der realen Welt und der Welt der Träume schon immer sehr unbestimmt"
Ich weiß nicht wie er es macht, aber Murakami hat eine unfassbar fesselnde und magische Art zu schreiben. Das war mein 8. Buch von ihm, und je mehr man von ihm kennt, desto mehr fallen einem Dinge auf, die in seinen Büchern immer wieder auftauchen. In Murakamis Büchern gibt es keine festen Grenzen zwischen der realen Welt und der Welt der Träume. "Südlich der Grenze, westlich der Sonne", wie das Buch im Original und auch in der Neuübersetzung heißt, handelt von Liebe, verpassten Chancen, der Vergangenheit, die nicht wieder kommen kann, Sehnsucht, dem Älterwerden und von so viel mehr. Wer noch nie etwas von Murakami gelesen hat, sollte vielleicht mit einem anderen Buch anfangen (Die Ermordung des Commendatore war mein Einstieg). Aber ganz allgemein kann ich das Buch sehr empfehlen!
Mein erster Murakami… fantastisch geschrieben und eine glaubhaft erzählte Liebe von Hajima gegenüber Shimamoto. Aber ich weiß wirklich nicht, ob ich Hajima für einen moralisch schlechten Menschen halte oder ob ich doch irgendwie Mitleid für ihn empfinde. Rechtfertigt die einzig wahre Liebe für den einen Menschen ein solches Verhalten gegenüber den anderen?
Mein zweites Buch von Murakami nach „Naokos Lächeln“ hat wieder eine ähnliche Mischung aus Melancholie und Nachdenklichkeit in mir ausgelöst. Hinter der einfachen Sprache stehen starke Motive wie Einsamkeit, Entfremdung und Nostalgie, das Spiel mit Wirklichkeit und Illusion wirkt noch lange nach. Gleichzeitig steht für mich Murakamis objektifizierende Darstellung weiblicher Figuren im Kontrast zur eigentlichen literarischen Qualität, wodurch ich vorerst eine Murakami-Pause einlege. Im Vergleich wirkte auf mich die neuere Übersetzung „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ aus dem Japanischen etwas weniger hart und insgesamt authentischer als „Gefährliche Geliebte“.
Zusammenfassung Ein Mann, der sich von seiner Vergangenheit befreit hat, lebt ein scheinbar glückliches Leben mit seiner Familie. Doch seine Sehnsucht nach einer verpassten Chance holt ihn ein, als eine alte Liebe wieder in sein Leben tritt. Das Buch erzählt von einer komplexen Liebesgeschichte, die den Leser in ihren Bann zieht und Fragen nach Realität, Liebe und menschlicher Natur aufwirft. Ein sehr schöne Einstieg in das Lese von Romanen.
Mein erster Murakami, den ich innerhalb weniger Tage verschlungen habe. Das Buch erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich scheinbar aus seiner Vergangenheit gelöst hat. Er lebt ein Leben, das ihn glücklich machen könnte: eine Familie, eine liebevolle Ehefrau, Kinder, gemeinsame Rituale und kleine, innige Momente des Alltags. Und doch ist er nicht in der Lage, dieses Glück wirklich anzunehmen. In ihm lebt weiterhin eine Sehnsucht – die Sehnsucht nach einer verpassten Chance, nach einer vergangenen Liebe, die nie ganz abgeschlossen wurde. Inhalt und zentrale Themen Im Zentrum der Handlung steht der innere Konflikt dieses Mannes. Äußerlich führt er ein stabiles Leben, innerlich jedoch ist er zerrissen. Als eine Frau aus seiner Vergangenheit plötzlich wieder in sein Leben tritt, wird dieser Konflikt neu entfacht. Die Begegnung zwingt ihn, sich selbst, seine Entscheidungen und sein gegenwärtiges Leben zu hinterfragen. Das Buch verhandelt dabei zentrale Themen wie die Gleichzeitigkeit von Glück und Sehnsucht, moralische Ambivalenz, Selbstzweifel und Verdrängung, Liebe als nicht greifbares Gefühl zwischen schwarz und weiß und der Umgang mit der Vergangenheit als nie vollständig abgeschlossener Prozess. Besonders eindrücklich zeigt der Roman, dass Liebe nicht schwarz oder weiß ist. Man kann glücklich sein – und dennoch eine andere Sehnsucht im Herzen tragen. Man kann jemanden lieben und trotzdem das Gefühl haben, dass etwas Ungelebtes, Unvollendetes bleibt. Die Figur des Protagonisten Der Mann wird als zurückgezogen und introvertiert beschrieben, als jemand, der schwer Anschluss findet und vieles mit sich selbst ausmacht. Er ist sich seiner Handlungen bewusst – auch ihrer Konsequenzen. Dennoch betrügt er seine Frau und rechtfertigt sein Verhalten mit dem Argument, solange keine echten Gefühle im Spiel seien, sei es moralisch irrelevant. Diese Selbstrechtfertigung offenbart ein toxisches Mindset, geprägt von Egoismus und Verdrängung. Und doch gelingt es dem Autor, Verständnis für ihn zu erzeugen. Seine Sehnsucht wird so nachvollziehbar geschildert, dass man sich als Leser zunehmend in seine Perspektive hineinziehen lässt. Anfangs hinterfragt man sein Verhalten noch kritisch. Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr rückt die moralische Bewertung in den Hintergrund. Stattdessen möchte man wissen: Wird er endlich Frieden finden? Wird er seine Sehnsucht auflösen können? Wird er sich selbst verstehen? Gerade diese Ambivalenz macht die Figur so interessant. Er ist kein Held – aber auch kein eindimensionaler Antagonist. Er ist zutiefst menschlich. Die Ehefrau, die für Realität und gelebtes Glück steht. In den kleinen Momenten – wenn er ihr in die Augen blickt, sie berührt oder Zeit mit seinen Kindern verbringt – zeigt sich, dass sein gegenwärtiges Leben erfüllend sein könnte. Die Frau aus der Vergangenheit, die Sehnsucht, Möglichkeit und „Was-wäre-wenn“ verkörpert. Sie steht weniger für konkrete Realität als für Projektion, Erinnerung und emotionale Aufladung. Interessant bleibt die Frage, wie sehr diese zweite Frau tatsächlich real ist – oder ob sie teilweise Projektion seiner inneren Konflikte darstellt. Der Roman spielt bewusst mit dieser Unsicherheit: Ist das Erzählte Realität? Oder erleben wir gedankliche Szenarien, eine Art innere Therapiesitzung, in der der Protagonist alternative Lebenswege durchspielt? Diese Deutung verleiht dem Buch eine zusätzliche psychologische Tiefe. Sprache und Stil Die Sprache ist einfach und klar, aber zugleich bildhaft und atmosphärisch. Ohne große sprachliche Komplexität entstehen eindrückliche Bilder, die sich leicht verfolgen lassen. Gerade diese Schlichtheit macht das Buch zugänglich und sorgt dafür, dass man schnell in die Geschichte hineingezogen wird. Besonders die Szenen der erneuten Begegnung mit der vergangenen Liebe sind zart und zugleich direkt geschildert. Sie haben eine emotionale Intensität, die den Leser mitreißt. Ebenso überzeugend sind die leisen Momente des Familienalltags – sie wirken echt und greifbar. Der Stil trägt dazu bei, dass man sich stellenweise fragt, was tatsächlich geschieht und was möglicherweise nur im Kopf des Protagonisten stattfindet. Diese erzählerische Unschärfe verstärkt die innere Zerrissenheit der Figur. Konfrontation mit Tod und Verlust Neben der Liebesgeschichte spielt auch der Tod eine Rolle – in verschiedenen Facetten. Er steht für Endgültigkeit, für verpasste Chancen und für die Unumkehrbarkeit von Entscheidungen. Die Konfrontation mit Verlust verstärkt die emotionale Wucht des Romans und zwingt sowohl Figur als auch Leser zur Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit. Am Ende bleibt ein Gefühl der Leere – nicht im negativen Sinne, sondern als Nachhall. Man fragt sich, ob nach einer solch tiefgreifenden inneren Entscheidung wirklich alles wieder „wie früher“ sein kann. Kann er einfach zu seiner Familie zurückkehren, als wäre nichts geschehen? Oder hat dieser Prozess ihn nachhaltig verändert? Interessant ist auch die Frage nach der Perspektive: Würde eine weibliche Leserschaft zu denselben Schlüssen kommen? Oder entspringt die Darstellung der Sehnsucht teilweise einer männlichen Fantasie? Gleichzeitig behandelt der Roman Themen – Liebe, Verlust, Zweifel – die universell menschlich sind und sich nicht auf ein Geschlecht beschränken. Fazit Es ist ein sehr schönes, emotional intensives Buch, das sich schnell lesen lässt und dennoch lange nachwirkt. Es stellt unbequeme Fragen, ohne einfache Antworten zu liefern. Man versteht den Protagonisten, obwohl man sein Verhalten nicht gutheißt. Gerade diese moralische Uneindeutigkeit macht den Reiz der Geschichte aus. Sie zeigt, dass menschliche Gefühle komplex sind, dass Liebe nicht immer richtig oder falsch ist – sondern manchmal einfach nur menschlich. Ein Roman, der durch seine schlichte Sprache, seine psychologische Tiefe und seine emotionale Ambivalenz überzeugt.
Nachdem ich "Naokos Lächeln" von Haruki Murakami gelesen hatte und sehr begeistert war, wollte ich direkt in die nächste Geschichte eintauchen. Deshalb griff ich zu "Südlich der Grenze, westlich der Sonne" Im Mittelpunkt steht Hajime, der trotz seines erfolgreichen und geordneten Lebens als Barbesitzer und Familienvater eine tiefe Leere verspürt. Als plötzlich seine Jugendliebe wieder in einer seiner Bars auftaucht, gerät sein Leben emotional aus dem Fugen. Dabei wirft der Roman durchaus gute Fragen auf: Was wäre gewesen, wenn man andere Entscheidungen getroffen hätte? Was bedeutet es eigentlich, ein „perfektes“ Leben zu führen? Und welchen Preis zahlt man möglicherweise dafür? Die knapp 225 Seiten fühlten sich für mich überraschend lang an. Vor allem mit Hajime konnte ich mich überhaupt nicht identifizieren, und auch die übrigen Figuren blieben für mich schwer greifbar. Leider fehlte mir der komplette Bezug zu den Figuren. Was mich allerdings erneut überzeugt hat, ist Murakamis Schreibstil. Seine ruhige, atmosphärische Art zu schreiben hat auch dieses Buch angenehm lesbar gemacht und eine besondere Stimmung erzeugt.
Mein erster Murakami und enttäuscht hat er mich nicht. Ich mag seinen Schreibstil sehr gerne, ruhig und eindringlich. Die Atmosphäre der Geschichte hat mich auch direkt mitgerissen. Der Jazz, die Melancholie, die Leidenschaft einfach nur schön. Vor kurzem habe ich allerdings auch erfahren, dass es inzwischen eine Neuübersetzung direkt aus dem japanischen gibt und nicht wie diese, die aus dem englischen ins deutsche übersetzt wurde. Das reizt mich natürlich nun sehr diese quasi im direkten Vergleich zu lesen.
Südlich der Grenze, westlich der Sonne war mein erster Murakami. Der Erzählstil hat mir gut gefallen und mich direkt in seinen Bann gezogen. Der Roman ist stilistisch stark und erzeugt eine einnehmende melancholische Atmosphäre. Der Protagonist Hajime ist ein Mann, der trotz glücklicher Ehe und erfolgreichem Leben von einer längst vergangenen Jugendliebe "verfolgt" wird. Statt sich seinee Sehnsucht zu stellen oder Verantwortung zu übernehmen, entscheidet er sich für Passivität, Heimlichtuerei und Affären. Was mich ganz besonders gestört hat, war das Frauenbild. Die Frauen in diesem Roman sind entweder mysteriös-zerbrechliche Projektionsflächen (wie Shimamoto), traurige Hausfrauen (wie Yukiko) oder schöne Nebenfiguren ohne wirkliche Tiefe. Keine von ihnen scheint ein echtes Eigenleben zu haben, sie existieren fast nur im Kontext des Mannes, als Wunschbild oder moralischer Spiegel. Leider einer der Gründe, warum ich selten Bücher von männlichen Autoren lese, da mich das leider sehr aufregt und ich auch mit Hinblick auf Erscheinungsjahr und/oder dem Jahr in dem es spielt nicht darüber hinweg sehen kann. Das Ende ist sehr vage gehalten, was sich für mich eher unbefriedigend angefühlt hat. Es wirkte, als hoffe hier einfach ein Mann auf Absolution, ohne wirklich etwas verstanden oder sich verändert zu haben. Fazit: Sprachlich/stilistisch und in der Atmosphäre top. Aber Inhaltlich war das für mich ein Paradebeispiel toxischer Männlichkeit, in melancholisch hübsches Vokabular verpackt.
Dieses Buch erzählt die Geschichte eines 12-jährigen Jungen, später eines 37-jährigen Mannes, der ein Einzelkind ist. Es ist die Geschichte eines Mannes, der mit Gefühlen von FOMO und Einsamkeit, Leere, zu kämpfen hatte, die durch die Last des Begriffs „Einzelkind“ verursacht wurden, ein Wort, das in seinen Worten einen egoistischen, hoffnungslosen und einsamen Menschen verkörpert. Im weiteren Verlauf wird klar, dass er nie zu 100% zufrieden sein kann, denn sein persönliches Lebensziel, ist und kann nicht erreicht werden. Er wird es im Buch auch nicht finden.
Dieses Buch erzählt die Geschichte eines 12-jährigen Jungen, später eines 37-jährigen Mannes, der ein Einzelkind ist. Es ist die Geschichte eines Mannes, der mit Gefühlen von FOMO und Einsamkeit, Leere, zu kämpfen hatte, die durch die Last des Begriffs „Einzelkind“ verursacht wurden, ein Wort, das in seinen Worten einen egoistischen, hoffnungslosen und einsamen Menschen verkörpert. Im weiteren Verlauf wird klar, dass er nie zu 100% zufrieden sein kann, denn sein persönliches Lebensziel, ist und kann nicht erreicht werden. Er wird es im Buch auch nicht finden.
Doch am Ende blieb ich, wohin ich auch ging, immer derselbe. Ich beging dieselben Fehler, tat anderen weh und damit auch mir selbst.
„Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ von Haruki Murakami war mein erster Murakami-Roman. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt – besonders in unserer heutigen, medial geprägten Welt, in der sich viele Menschen trotz eines scheinbar erfolgreichen und erfüllten Lebens innerlich leer fühlen. Die allgegenwärtige Melancholie, die stellenweise beinahe an eine Depression grenzt, zeichnet ein erschreckend akkurates Bild innerer Zerwürfnisse: den Verlust des Ich-Gefühls und die verzweifelte Hoffnung, diese innere Leere irgendwie füllen zu können. Doch nicht nur das Ich sucht nach sich selbst – zugleich zeigt sich ein zunehmender Verlust der Verbindung zur Umwelt. Obwohl der Protagonist viele Menschen kennt und mit ihnen spricht, bleibt ein tiefes Gefühl von Einsamkeit bestehen. Erreicht wird dies unter anderem dadurch, dass der Vergangenheit – vielleicht sogar dem Verlorenen – durch den Erzähler eine eigene Identität verliehen wird. Diese von ihm selbst erschaffene, idealisierte Identität beginnt, ihn zu verfolgen und regelrecht zu quälen. Gleichzeitig steht sie für all das, was hätte sein können: ein anderes Leben, ein anderer Beruf, eine andere Partnerin. Zentral sind außerdem die Themen Liebe, Verlangen und Verzehr. Der Roman begleitet den Protagonisten von seinem zwölften bis zu seinem siebenunddreißigsten Lebensjahr. Dabei begegnen wir unterschiedlichen Formen und Ausdrucksweisen von Liebe, die häufig eng mit Begehren verknüpft sind – und nicht selten Schmerz nach sich ziehen. Ein weiteres wichtiges Motiv ist Schuld: Schuld gegenüber Partnerinnen, der Familie, Freunden, aber vor allem gegenüber sich selbst. Murakami zeigt, dass es Schuld gibt, die einen ein Leben lang begleitet und nie vollständig aufgelöst werden kann. Am Ende bleibt ein schönes, fesselndes Buch, bei dem man mitfiebert, ohne genau zu wissen, für wen eigentlich. Gerade darin liegt seine Stärke: Es regt nachhaltig zum Nachdenken an und lässt sich dennoch schnell und eindringlich lesen.
Mein Lieblingsbuch von Murakami
Der Roman erzählt von Erinnerungen, Sehnsucht und einer Liebe, die nie ganz vergangen ist. In ruhiger, melancholischer Sprache zeichnet Murakami das Porträt eines Mannes zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Südlich der Grenze, westlich der Sonne ist eine leise, atmosphärische Geschichte über Einsamkeit, Verlangen und die Frage, was im Leben wirklich erfüllt.
Wundervoll!
Dies war mein erstes Buch, welches ich von Haruki Muralami gelesen habe, und ich war von seinem Erzählstil (in der Übersetzung von S. Gräf) begeistert! Die berührende Geschichte über eine nahezu unerfüllte Liebe hat mich gefesselt! Ich habe allerdings ein Problem mit offenen Enden, dies ist wohl meiner eigenen Phantasielosigkeit geschuldet. Auf jeden Fall werde ich jetzt weitere Bücher von ihm lesen. Für „Südlich der Grenze westlich der Sonne“ gebe ich eine eindeutige Leseempfehlung!
Wenn die Vergangenheit anklopft
Hajime hat Frau, Kinder, ein ruhiges Leben – bis Shimamoto, seine Jugendliebe, plötzlich wieder vor ihm steht. Alte Gefühle flammen auf, und nichts ist mehr so klar wie vorher. Murakami erzählt ruhig, traurig und wunderschön von verpassten Chancen und nie vergessenen Momenten. Man liest und spürt: Manche Menschen lassen einen nie ganz los. Ein leises, aber tiefgehendes Buch über Liebe, Erinnerung und das, was hätte sein können.
Eine Liebesgeschichte zwischen Realität und Traum.
Murakami zieht mich mit seinem Schreibstil immer wieder in seinen Bann. Er schafft es mit wenigen aber klaren und ausdrucksstarken Worten eine spürbare Realität zu seinen Figuren und ihren Handlungen aufzubauen. Gleichzeitig verwischen die Grenzen zwischen Traum und Realität und man verliert sich in den Gedanken des Protagonisten. Eine kurze und tiefgründige Geschichte über die Liebe, Freundschaft und die Reflexion über sein eigenes Leben.
Eine Geschichte über eine Affäre
Der Autor beschreibt das Leben eines Mannes, der eine Affäre eingeht. Wie dies geschieht und welche Gedanken und Emotionen dabei mitschwingen, fängt der Autor sehr detailliert ein. Das Buch ist kurzlebig und der Schreibstil erleichtert das Lesen und die Vermitzlung des Inhalts.
Man sollte dankbar sein für das was man hat
Das Buch zeigt sehr schön auf was passieren kann, wenn man nicht zufrieden ist mit dem, was man hat. Es zeigt, wie fatal es werden kann wenn Triebe und Begierden das Ruder über das rationale Denken übernehmen. Ob man Verständnis für die Hauptfigur hat hängt glaube ich von der eigenen Konstitution ab manche würden ihn sicherlich als sympathisch, aber verloren betrachten wieder andere einfach nur, als ich bezogen und nur auf sich selbst fixiert. Ich würde mich da eher zur zweiten Gruppe zählen und tatsächlich kann ich eine Brücke zu dem Roman no Longer human schlagen. Nur das Murakami dies meiner Meinung nach um Längen Besser umgesetzt hat. Der Protagonist hat alles, beruflichen Erfolg eine gute Frau und Kinder und nur weil er die Gelegenheit hat mit einer Frau intim zu werden, die er mal begehrt hat Als er noch Kind war, aber nicht greifen konnte, holt er dies bei der Gelegenheit im Erwachsensein nach und verliert sich völlig und verletzt die, die ihn lieben. Es ist auf jeden Fall das Buch von Murakami, wo ich mit der Hauptfigur keine Sympathie empfinden kann dennoch aber für die Nebenfiguren im Form von seiner Frau, die am Ende mehr Größe zeigt wie der Hauptakteur im kompletten Roman
Über das Gewicht des Wortes 'wahrscheinlich' und wie zerstörerisch Liebe sein kann. Völlig zu unrecht wird die alte Übersetzung verpönt - die Emotionalität und die Begierde kommen gerade durch die gezielt klar gesetzte Sprache zur Geltung, werden fühlbar, um an anderer Stelle mit schönen Sätzen zu harmonieren.
Schlimmster Protagonist ever!
Wie können Männer die so obsessed mit Frauen sind, sie gleichzeitig so hassen? Schwerpunkt des Buches: Untreue Hab es trd an einem Tag durchgelesen, irgendwas hat mich in den Bann gezogen. Aber diese Art über Frauen zu schreiben muss ich mir nicht nochmal geben. Ich empfehle es allen, die über einen traurigen, „deepen“ (er ist Einzelkind lol) Mann lesen wollen, der nur von Frauen redet und alle Frauen, die in sein Leben kommen verletzt.
Hajime wurde 1951 als Einzelkind geboren. Einzelkinder waren damals nicht normal, daher war er überrascht als eines Tages ein Mädchen in die Schule kommt die auch keine Geschwister hat. Sie hatten eine ganz tolle Freundschaft. Aber durch den Schulwechsel trennen sich ihre Wege. Hajime heiratet und bekommt Kinder. Aber eines Tages trifft er Shimamoto wieder und alles gerät in Gefahr. War gut zu lesen.
★★★★★ 5 Sterne Ein stiller, melancholischer Roman über Sehnsucht und Erinnerung. Emotional tief, atmosphärisch dicht und lange nachwirkend.
★★★★★ 5 Sterne Ein ruhiger, gut geschriebener Roman, der sich intensiv mit Erinnerungen, Beziehungen und Lebensentscheidungen auseinandersetzt. Die zurückhaltende Erzählweise und die offenen Deutungsmöglichkeiten machen das Buch nachdenklich und nachhaltig wirkend. Sehr empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die literarische Tiefe und leise Geschichten schätzen.
Erstaunlich wie gut Bücher zueinander passen, die man unabhängig voneinander und von unterschiedlichen Freunden geschenkt bekommt. So erscheint mir Gefährliche Geliebte als eine Verdeutlichung von "Die Eleganz des Igels". In dem Buch von Muriel Barbery stellt die 12jährige Paloma die These auf, dass die Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden etwas verlieren, ihre großen Träume aufgegeben und in einem Goldfischglas enden. Die Erwachsenen bei Murakami sind in einem Goldfischglas geendet und sie sind sich dessen bewusst. Der Ich-Erzähler Hajime verpasst es, seiner großen Liebe treu zu bleiben und sie wieder zu gewinnen, als es noch leicht möglich war. Er führt ein ausgeglichenes Leben mit wunderbarer Frau, entzückenden Kindern und kann sich beruflich erfolgreich selbst verwirklichen. Während die Beschreibung der Familie flach ausfällt (wie heißen die Kinder?) ist Hajimes Leidenschaft für seine Jazz Bar gut spürbar. Durch sie kann er einer seiner alten Lieben - der Jazzmusik - nachgehen und so zumindest einer Zeit lang dem Gefühl der Leere entgehen. Dieses stellt sich erst wieder ein und dann unleugbar, als er seine große Liebe wieder trifft. Mit ihr kommt die Gewissheit, etwas Wesentliches im Leben verloren zu haben; dieser Verlust, der sich am stärksten in einer verlassenen Exfreundin manifestiert und den auch seine Ehefrau in ihrem Leben spürt. Am Ende entscheidet er sich für die (genügsame) Realität, das Goldfischglas, den Tod. Shimamoto, die gefährliche Geliebte, phantasiert davon, dass Lenkrad herumzureißen. Ihr Ausweg aus dem Goldfischglas aus ihrem sicheren Versteck heraus.
Murakami ist ein japanischer Autor, den eine Weile lang viele für sich ausprobiert haben. Ich habe das Gefühl, dass man ihn entweder liebt oder hasst. Ich bin ehrlich gesagt zwiegespalten. Kann meine Gedanken nur schwer in Worte fassen. Ich habe mir extra ein Buch von ihm ausgesucht, das nicht allzu lang ist. Es hat 224 Seiten und trotzdem habe ich vergleichsweise lange zum Lesen gebraucht. Ich musste es öfters zur Seite legen, inne halten, mich sortieren und es kostete mich teils wirklich Überwindung weiterzulesen. Sein Schreibstil ist speziell. Zu einem gewissen Grad anspruchsvoll. Es liest sich nicht weg, wie meine heiß geliebten Fantasybücher. Ich kann nur ganz schwer beschreiben, wie sein Schreibstil ist. Er liegt schwer im Magen, anfangs hatte ich erhebliche Schwierigkeiten, musste die ersten Sätze 4-5 Mal lesen bis ich den Sinn verstanden habe... Auch die Charaktere waren, aus Ermangelung von einem anderen Wort, seltsam. Bereits mit den Namen hatte ich ein paar Probleme, könnte, aber auch daran liegen, dass in meinem gewöhnlichen Beuteschema eher weniger asiatische Namen vorkommen. Hajima ist mir leider ziemlich unsympathisch. Er ist ein notorischer Fremdgänger, egozentrisch und macht viel falsch und kaputt. Seine Liebe für Bücher und Musik kann ihn in meinen Augen auch kaum retten. Ich verstehe ihn einfach nicht. Sein Verhalten ist wirr...Ebenfalls Shimamoto ist eher anstrengend. Anfangs zwar geheimnisvoll, frustriert sie mich immer mehr. Als Leser erfährt man eher weniger, eigentlich gar nichts von ihr. Klar ein paar Dinge, als Hajima und sie noch jung waren, aber sonst nichts mehr. Sie wirkt blass wie ein Geist, eine ferne Erinnerung aus der Vergangenheit, die alles zu zerstören versucht. Die Geschichte plätschert immer mehr vor sich hin und ist teils kaum an Geschmacklosigkeit zu überbieten. An manchen Stellen konnte ich gar nicht mehr aufhören den Kopf zu schütteln, z.B. wie Frauen dargestellt wurden. Ich hatte so einen Hals... Einzig die melancholische Atmosphäre, die Beschreibungen und die Stimmung hat mir gefallen und ich habe es wirklich geschafft und das Buch beendet. Von mir gibt es heute leider keine Empfehlung und ich vergebe 1,5/5 Sterne
Der Schreibstil ist angenehm, die Geschichte auch grundsätzlich nicht uninteressant - aber von Begeisterung kann auch keine Rede sein
Die Geschichte ist aus der Perspektive von Hajime geschrieben, unserem Protagonist, dessen Leben im Japan der 50er und folgend erzählt wird. Fokus liegt dabei ganz klar auf seinem Liebesleben - alles bestimmend. Ich mochte die Art in der die Frauen dargestellt wurden, leider gar nicht. Unterwürfig, unsicher, auf das Optische reduziert (auch wenn es oft hieß, andere fanden sie nicht hübsch, ich aber schon - pick me vibes). Außerdem verliert sich Hajime in seinem Elend, als hätte er gar keine andere Wahl - nervig. Was ist außerdem mit diesem ständigen Rückbezug zum Todes-Motiv los..? Es wirkt teilweise ohne Bezug eingestreut. Was mir gefallen hat war die unzuverlässige Erzählperspektive - wir wissen in Teilen nicht was wahr ist. Alles in allem ok, würde nochmal Murakami lesen, aber dieses Buch nicht wieder.
I can't tell if there is any "plot" in this book. If I should tell what this book is about, i'd say it's about a man, the way he loves and his search for a purpose or fullfillment in life. Haruki Murika has a way beautiful way to describe moods, situations and feelings. This novel tapped somehow in my subconscious and left a taste, like you one time were at some place but you forgot where. The only thing I don't like is the ending, but this is just a matter of personal taste.
This is one of the few Murakami books that i did not feel close to while reading. I still loved his typical style and the melancholy but i enjoy it a lot more when he writes the more surreal things, when the reality shifts into something else. That wasn't the case with this book. I was not sure, what to think of the main character either, i did not really like him. This felt more like a small look into something when nearly nothing get explained in the end. Though sometimes that's more realistic than getting all the explanations in life but it's not as satisfying obviously. I would have given this only 2 stars had i not liked the writing stile so much (as always).
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
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Book Information
Author Description
HARUKI MURAKAMI, 1949 in Kyoto geboren, lebte längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung bei DuMont. Zuletzt erschienen die Romane ›Die Ermordung des Commendatore‹ in zwei Bänden (2018), in einer Neuübersetzung ›Die Chroniken des Aufziehvogels‹ (2020), der Erzählband ›Erste Person Singular‹ (2021), ›Murakami T‹ (2022) und ›Honigkuchen‹ (2023).
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Auch wenn ich nicht zu kritisch sein wollte, möchte ich meine ehrliche Meinung dazu sagen.
Südlich der Grenze, westlich der Sonne ist ein ruhiger, melancholischer Roman, der sich stark mit Sehnsucht, Erinnerung und innerer Leere auseinandersetzt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, was den Einstieg leicht macht und die Atmosphäre trägt. Trotz dieser Stärke hatte ich persönlich Schwierigkeiten, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Mir fehlte ein klarer roter Faden, wodurch ich im Verlauf zunehmend den Bezug zur Handlung verloren habe. Der Fokus liegt stark auf Hajimes Liebesleben, seiner Untreue und einer unterschwelligen Unzufriedenheit, die sich durch das gesamte Buch zieht. Besonders schwierig war für mich der Zugang zur Hauptfigur Hajime. Obwohl er ein scheinbar erfülltes Leben mit Ehe und beruflichem Erfolg führt, verliert er sich in seiner eigenen Unzufriedenheit, verzwickt sich in lügen und Untreue. Sein Verhalten wirkte auf mich oft schwach. Vor allem sein Blick auf Frauen war für mich schwer nachvollziehbar: Sie werden häufig als unsicher, unterwürfig oder stark aufs optische reduziert dargestellt. Dadurch konnte ich keine echte Verbindung zu ihm aufbauen. Die Geschichte um seine Jugendliebe Shimamoto hat zwar großes emotionales Potenzial, bleibt für mein Empfinden aber zu vage. Gerade hier hätte ich mir mehr Tiefe und Einblicke gewünscht – sowohl in ihre Figur als auch generell in die Perspektiven der Frauen im Roman. Die zentrale Botschaft des Buches ist durchaus erkennbar: Es geht um verpasste Chancen, unerfüllte Sehnsüchte und die Frage, ob ein „glückliches“ Leben wirklich erfüllt sein muss. Dennoch blieb für mich diese Botschaft emotional etwas zu distanziert, was vermutlich auch daran liegt, dass ich mit Hajime als Figur nicht warm geworden bin. Insgesamt ist es kein schlechtes Buch – vor allem die melancholische Stimmung und die ruhige Erzählweise haben mir gefallen. Dennoch hat mir persönlich der Tiefgang in den Figuren und eine stärkere emotionale Bindung gefehlt.

Ein sehr melancholisches Buch, welches zum Nachdenken anregt! Hajime führt ein geordnetes Leben, welches ihn nie wirklich ausgefüllt hat. Er hat Erfolg aber das füllt ihn nicht wirklich aus, indessen hängt er jahrelang einer verlorenen Liebe hinterher, bis er sie eines Tages wieder sieht.. Im Ganzen fand ich, hatte es einen Hang zum Depressiven, da beide Protagonisten Jahre ihres Lebens nur der Erinnerung nachgehangen haben und keiner von Beiden je wirklich glücklich war.
Eine Geschichte über Sehnsucht, Liebe, Untreue, Leere, Jugend, Nostalgie und vor allem über die Kunst im Hier und Jetzt leben zu können. Ein Buch, bei dem ich mir bis zuletzt nicht ganz sicher bin, was es eigentlich ist…
Es ist mein erstes Buch von Haruki Murakami… Ich bin von seinem Schreibstil, und wie er es schafft, Dingen seinen Platz zu geben und vieles doch so unausgesprochen zulassen, echt fasziniert….Zwischen den Zeilen ist einfach unglaublich viel Platz für eigene Gedanken, Gefühle und Interpretationen. ich bin mir sicher, jeder wird diese Geschichte ein Stück anders lesen, deuten und reflektieren. Beim Lesen habe ich mich irgendwann gefragt, was von all dem eigentlich Realität ist und was vielleicht doch nur harte Tagträumerei und oder Flucht aus dem Alltag? In der Geschichte geht es um Hajime, einen Mann, der nach seiner Jugendliebe, einigen weiteren Lieben oder eher Abenteuern, seine heutige Frau kennenlernt, mit ihr zwei Kinder bekommt und als Inhaber von zwei Bars mitten im Berufsleben steht. Doch sein Leben wird von einer starken Leere, einer unbeschreiblichen Sehnsucht und der Frage, wie hätte sein Leben aussehen können, wenn er die eine oder andere Möglichkeit genutzt hätte, begleitet. Als plötzlich seine Jugendliebe Shimamoto wieder auftaucht, beginnt er sich in Gesprächen, in Erinnerungen und in Momenten voller Vertrautheit mit ihr zu verlieren. In der Hoffnung, etwas wiederzufinden, was eigentlich vielleicht auch nie wirklich da war, riskiert er, das zu verlieren, was er hat. Auch wenn mich das Buch zwischendurch etwas verloren hat, wollte ich unbedingt weiter lesen, um zu wissen wie es enden wird. Ich finde es schwierig, dieses Buch klar zu bewerten… Irgendetwas zwischen 3,5-4 Sternen Ich schätze das Buch sehr für den Stil, die Tiefe und die Vieldeutigkeit, die mich viel ins Denken gebracht hat aber emotional hat es mich persönlich nicht ganz so abgeholt, dass es für mich ein Herzensbuch werden konnte.

Mehr als eine Liebesgeschichte
Ein stiller, eindringlicher Roman über Sehnsucht, Erinnerung und verpasste Möglichkeiten. Murakami schafft eine ruhige, fast träumerische Atmosphäre – und lässt viel zwischen den Zeilen wirken. Was wie eine Liebesgeschichte beginnt, wird zur leisen Reflexion über das Leben, das man nicht gelebt hat. Sprachlich angenehm, literarisch stärker als viele Gegenwartsromane.
Ein Buch das einen nicht mehr ganz loslässt
Am Anfang hat es mich eher ruhig abgeholt, fast schon unscheinbar. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat es mich gepackt. Gegen Ende wurde die Geschichte richtig spannend und auch emotional ziemlich aufwühlend – allerdings auf eine gute, nachdenkliche Art. Was mir besonders gefallen hat: Das Buch schafft es, eine ganz eigene Stimmung aufzubauen. Es geht viel um Erinnerungen, verpasste Chancen und die Frage, wie sehr einen die eigene Vergangenheit eigentlich prägt. Dabei habe ich mich selbst öfter dabei ertappt, in alten Erinnerungen zu versinken. Es ist kein lautes Buch, sondern eher eines, das leise nachwirkt. Genau das macht für mich den Reiz aus. Wer sich auf diese ruhige, aber tiefgehende Erzählweise einlässt, bekommt eine Geschichte, die noch eine Weile im Kopf bleibt.
Haruki Murakamis Roman „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ ist ein leises, melancholisches Werk, was ich sehr schön und intensiv fand. Im Zentrum steht Hajime, ein Mann mittleren Alters, der äußerlich ein erfülltes Leben führt: erfolgreiche Jazzbar, Ehe, Kinder. Doch in ihm nagt eine bohrende Leere – ausgelöst durch die Erinnerung an seine Jugendliebe Shimamoto. Als diese nach Jahren wieder in sein Leben tritt, beginnt Hajimes geordnetes Leben zu wanken. Murakamis Sprache ist klar, schnörkellos und doch von großer emotionaler Tiefe. Es geht um Gefühle wie Einsamkeit, Begehren und das unaufhaltsame Vergehen der Zeit und die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen mit einer sanften, aber eindringlichen Melancholie. Der Roman hat mich zum Nachdenken angeregt- Was bedeutet Erfüllung? Was verlieren wir auf dem Weg durchs Leben – und was bleibt zurück? Eine wunderschöne Geschichte, wie ich finde, die sich unbedingt zu lesen lohnt!
Ein Buch wie ein Zauber. 🪄 So wunderbar gefühlvoll geschrieben.👏🏻
„Für mein Gefühl versuche ich unentwegt, jemand anders zu werden, einen neuen Platz zu finden, mir ein neues Leben, eine neue Identität zu erobern. Zum Teil gehört das wohl zum Erwachsenwerden, aber es ist auch ein Versuch, mich neu zu erfinden. Indem ich ein anderer würde, könnte ich mich von allem befreien. Ich glaubte ernsthaft, ich könnte mir selbst entkommen, wenn ich mir nur genug Mühe gäbe. Aber jedesmal bin ich in einer Sackgasse gelandet. Wohin ich mich auch wende, immer bleibe ich derselbe. Das, was fehlt, ändert sich nie. Die Kulisse ändert sich vielleicht, aber ich bin immer noch derselbe unvollständige Mensch. Dieselben fehlenden Dinge quälen mich, und nie kann ich diesen Hunger stillen. Ich glaube sogar, gerade dieser Mangel definiert mich, genauer kann ich mich nicht beschreiben. Um deinetwillen würde ich gern ein neuer Mensch. Es mag nicht einfach sein, aber wenn ich mein Bestes gebe, schaffe ich es vielleicht doch, mich zu ändern. Die Wahrheit ist jedoch, daß ich in der gleichen Situation durchaus wieder genauso handeln könnte, dir wieder genauso weh tun würde. Ich kann nichts versprechen. Das meinte ich, als ich sagte, ich hätte kein Recht. Mir fehlt einfach die Zuversicht, daß es mir gelingen wird, diese Kraft in mir zu besiegen.“
Murakamis Sprache ist seine größte Stärke, das zeigt sich auch in der Neuübersetzung von „Gefährliche Geliebte“. Nüchtern aber poetisch erzählt er die Geschichte eines jungen Mannes, der zwar nach außen erfolgreich scheint, aber innerlich ständig auf der Suche nach sich selbst ist und einer Illusion eines glücklicheren Lebens nachhängt. Er führt einen einsamen Kampf gegen sich selbst, seine eigenen Moralvorstellungen und auch gegen den Tod. Alle Nebenfiguren sind reine Nebensache, weil die Erzählung alleine auf die Hauptfigur zentriert ist. Beeindruckend und lesenswert!
Wunderschönes Buch mit viel Platz für eigene Interpretation
Wirklich ein gutes Buch, das einem aufzeigt, dass man nicht immer irgendwelchen Illusionen des „perfekten Lebens“ hinterherrennen soll, sondern meist eigentlich schon ein sehr gutes Leben führt. Doch das für einen leider meist nie genug ist. Meist sind die Illusionen unrealistisch und man vergisst die Menschen die wirklich für einen da sind. Meine Interpretation zu diesem Buch.

"Für mich war die Grenze zwischen der realen Welt und der Welt der Träume schon immer sehr unbestimmt"
Ich weiß nicht wie er es macht, aber Murakami hat eine unfassbar fesselnde und magische Art zu schreiben. Das war mein 8. Buch von ihm, und je mehr man von ihm kennt, desto mehr fallen einem Dinge auf, die in seinen Büchern immer wieder auftauchen. In Murakamis Büchern gibt es keine festen Grenzen zwischen der realen Welt und der Welt der Träume. "Südlich der Grenze, westlich der Sonne", wie das Buch im Original und auch in der Neuübersetzung heißt, handelt von Liebe, verpassten Chancen, der Vergangenheit, die nicht wieder kommen kann, Sehnsucht, dem Älterwerden und von so viel mehr. Wer noch nie etwas von Murakami gelesen hat, sollte vielleicht mit einem anderen Buch anfangen (Die Ermordung des Commendatore war mein Einstieg). Aber ganz allgemein kann ich das Buch sehr empfehlen!
Mein erster Murakami… fantastisch geschrieben und eine glaubhaft erzählte Liebe von Hajima gegenüber Shimamoto. Aber ich weiß wirklich nicht, ob ich Hajima für einen moralisch schlechten Menschen halte oder ob ich doch irgendwie Mitleid für ihn empfinde. Rechtfertigt die einzig wahre Liebe für den einen Menschen ein solches Verhalten gegenüber den anderen?
Mein zweites Buch von Murakami nach „Naokos Lächeln“ hat wieder eine ähnliche Mischung aus Melancholie und Nachdenklichkeit in mir ausgelöst. Hinter der einfachen Sprache stehen starke Motive wie Einsamkeit, Entfremdung und Nostalgie, das Spiel mit Wirklichkeit und Illusion wirkt noch lange nach. Gleichzeitig steht für mich Murakamis objektifizierende Darstellung weiblicher Figuren im Kontrast zur eigentlichen literarischen Qualität, wodurch ich vorerst eine Murakami-Pause einlege. Im Vergleich wirkte auf mich die neuere Übersetzung „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ aus dem Japanischen etwas weniger hart und insgesamt authentischer als „Gefährliche Geliebte“.
Zusammenfassung Ein Mann, der sich von seiner Vergangenheit befreit hat, lebt ein scheinbar glückliches Leben mit seiner Familie. Doch seine Sehnsucht nach einer verpassten Chance holt ihn ein, als eine alte Liebe wieder in sein Leben tritt. Das Buch erzählt von einer komplexen Liebesgeschichte, die den Leser in ihren Bann zieht und Fragen nach Realität, Liebe und menschlicher Natur aufwirft. Ein sehr schöne Einstieg in das Lese von Romanen.
Mein erster Murakami, den ich innerhalb weniger Tage verschlungen habe. Das Buch erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich scheinbar aus seiner Vergangenheit gelöst hat. Er lebt ein Leben, das ihn glücklich machen könnte: eine Familie, eine liebevolle Ehefrau, Kinder, gemeinsame Rituale und kleine, innige Momente des Alltags. Und doch ist er nicht in der Lage, dieses Glück wirklich anzunehmen. In ihm lebt weiterhin eine Sehnsucht – die Sehnsucht nach einer verpassten Chance, nach einer vergangenen Liebe, die nie ganz abgeschlossen wurde. Inhalt und zentrale Themen Im Zentrum der Handlung steht der innere Konflikt dieses Mannes. Äußerlich führt er ein stabiles Leben, innerlich jedoch ist er zerrissen. Als eine Frau aus seiner Vergangenheit plötzlich wieder in sein Leben tritt, wird dieser Konflikt neu entfacht. Die Begegnung zwingt ihn, sich selbst, seine Entscheidungen und sein gegenwärtiges Leben zu hinterfragen. Das Buch verhandelt dabei zentrale Themen wie die Gleichzeitigkeit von Glück und Sehnsucht, moralische Ambivalenz, Selbstzweifel und Verdrängung, Liebe als nicht greifbares Gefühl zwischen schwarz und weiß und der Umgang mit der Vergangenheit als nie vollständig abgeschlossener Prozess. Besonders eindrücklich zeigt der Roman, dass Liebe nicht schwarz oder weiß ist. Man kann glücklich sein – und dennoch eine andere Sehnsucht im Herzen tragen. Man kann jemanden lieben und trotzdem das Gefühl haben, dass etwas Ungelebtes, Unvollendetes bleibt. Die Figur des Protagonisten Der Mann wird als zurückgezogen und introvertiert beschrieben, als jemand, der schwer Anschluss findet und vieles mit sich selbst ausmacht. Er ist sich seiner Handlungen bewusst – auch ihrer Konsequenzen. Dennoch betrügt er seine Frau und rechtfertigt sein Verhalten mit dem Argument, solange keine echten Gefühle im Spiel seien, sei es moralisch irrelevant. Diese Selbstrechtfertigung offenbart ein toxisches Mindset, geprägt von Egoismus und Verdrängung. Und doch gelingt es dem Autor, Verständnis für ihn zu erzeugen. Seine Sehnsucht wird so nachvollziehbar geschildert, dass man sich als Leser zunehmend in seine Perspektive hineinziehen lässt. Anfangs hinterfragt man sein Verhalten noch kritisch. Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr rückt die moralische Bewertung in den Hintergrund. Stattdessen möchte man wissen: Wird er endlich Frieden finden? Wird er seine Sehnsucht auflösen können? Wird er sich selbst verstehen? Gerade diese Ambivalenz macht die Figur so interessant. Er ist kein Held – aber auch kein eindimensionaler Antagonist. Er ist zutiefst menschlich. Die Ehefrau, die für Realität und gelebtes Glück steht. In den kleinen Momenten – wenn er ihr in die Augen blickt, sie berührt oder Zeit mit seinen Kindern verbringt – zeigt sich, dass sein gegenwärtiges Leben erfüllend sein könnte. Die Frau aus der Vergangenheit, die Sehnsucht, Möglichkeit und „Was-wäre-wenn“ verkörpert. Sie steht weniger für konkrete Realität als für Projektion, Erinnerung und emotionale Aufladung. Interessant bleibt die Frage, wie sehr diese zweite Frau tatsächlich real ist – oder ob sie teilweise Projektion seiner inneren Konflikte darstellt. Der Roman spielt bewusst mit dieser Unsicherheit: Ist das Erzählte Realität? Oder erleben wir gedankliche Szenarien, eine Art innere Therapiesitzung, in der der Protagonist alternative Lebenswege durchspielt? Diese Deutung verleiht dem Buch eine zusätzliche psychologische Tiefe. Sprache und Stil Die Sprache ist einfach und klar, aber zugleich bildhaft und atmosphärisch. Ohne große sprachliche Komplexität entstehen eindrückliche Bilder, die sich leicht verfolgen lassen. Gerade diese Schlichtheit macht das Buch zugänglich und sorgt dafür, dass man schnell in die Geschichte hineingezogen wird. Besonders die Szenen der erneuten Begegnung mit der vergangenen Liebe sind zart und zugleich direkt geschildert. Sie haben eine emotionale Intensität, die den Leser mitreißt. Ebenso überzeugend sind die leisen Momente des Familienalltags – sie wirken echt und greifbar. Der Stil trägt dazu bei, dass man sich stellenweise fragt, was tatsächlich geschieht und was möglicherweise nur im Kopf des Protagonisten stattfindet. Diese erzählerische Unschärfe verstärkt die innere Zerrissenheit der Figur. Konfrontation mit Tod und Verlust Neben der Liebesgeschichte spielt auch der Tod eine Rolle – in verschiedenen Facetten. Er steht für Endgültigkeit, für verpasste Chancen und für die Unumkehrbarkeit von Entscheidungen. Die Konfrontation mit Verlust verstärkt die emotionale Wucht des Romans und zwingt sowohl Figur als auch Leser zur Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit. Am Ende bleibt ein Gefühl der Leere – nicht im negativen Sinne, sondern als Nachhall. Man fragt sich, ob nach einer solch tiefgreifenden inneren Entscheidung wirklich alles wieder „wie früher“ sein kann. Kann er einfach zu seiner Familie zurückkehren, als wäre nichts geschehen? Oder hat dieser Prozess ihn nachhaltig verändert? Interessant ist auch die Frage nach der Perspektive: Würde eine weibliche Leserschaft zu denselben Schlüssen kommen? Oder entspringt die Darstellung der Sehnsucht teilweise einer männlichen Fantasie? Gleichzeitig behandelt der Roman Themen – Liebe, Verlust, Zweifel – die universell menschlich sind und sich nicht auf ein Geschlecht beschränken. Fazit Es ist ein sehr schönes, emotional intensives Buch, das sich schnell lesen lässt und dennoch lange nachwirkt. Es stellt unbequeme Fragen, ohne einfache Antworten zu liefern. Man versteht den Protagonisten, obwohl man sein Verhalten nicht gutheißt. Gerade diese moralische Uneindeutigkeit macht den Reiz der Geschichte aus. Sie zeigt, dass menschliche Gefühle komplex sind, dass Liebe nicht immer richtig oder falsch ist – sondern manchmal einfach nur menschlich. Ein Roman, der durch seine schlichte Sprache, seine psychologische Tiefe und seine emotionale Ambivalenz überzeugt.
Nachdem ich "Naokos Lächeln" von Haruki Murakami gelesen hatte und sehr begeistert war, wollte ich direkt in die nächste Geschichte eintauchen. Deshalb griff ich zu "Südlich der Grenze, westlich der Sonne" Im Mittelpunkt steht Hajime, der trotz seines erfolgreichen und geordneten Lebens als Barbesitzer und Familienvater eine tiefe Leere verspürt. Als plötzlich seine Jugendliebe wieder in einer seiner Bars auftaucht, gerät sein Leben emotional aus dem Fugen. Dabei wirft der Roman durchaus gute Fragen auf: Was wäre gewesen, wenn man andere Entscheidungen getroffen hätte? Was bedeutet es eigentlich, ein „perfektes“ Leben zu führen? Und welchen Preis zahlt man möglicherweise dafür? Die knapp 225 Seiten fühlten sich für mich überraschend lang an. Vor allem mit Hajime konnte ich mich überhaupt nicht identifizieren, und auch die übrigen Figuren blieben für mich schwer greifbar. Leider fehlte mir der komplette Bezug zu den Figuren. Was mich allerdings erneut überzeugt hat, ist Murakamis Schreibstil. Seine ruhige, atmosphärische Art zu schreiben hat auch dieses Buch angenehm lesbar gemacht und eine besondere Stimmung erzeugt.
Mein erster Murakami und enttäuscht hat er mich nicht. Ich mag seinen Schreibstil sehr gerne, ruhig und eindringlich. Die Atmosphäre der Geschichte hat mich auch direkt mitgerissen. Der Jazz, die Melancholie, die Leidenschaft einfach nur schön. Vor kurzem habe ich allerdings auch erfahren, dass es inzwischen eine Neuübersetzung direkt aus dem japanischen gibt und nicht wie diese, die aus dem englischen ins deutsche übersetzt wurde. Das reizt mich natürlich nun sehr diese quasi im direkten Vergleich zu lesen.
Südlich der Grenze, westlich der Sonne war mein erster Murakami. Der Erzählstil hat mir gut gefallen und mich direkt in seinen Bann gezogen. Der Roman ist stilistisch stark und erzeugt eine einnehmende melancholische Atmosphäre. Der Protagonist Hajime ist ein Mann, der trotz glücklicher Ehe und erfolgreichem Leben von einer längst vergangenen Jugendliebe "verfolgt" wird. Statt sich seinee Sehnsucht zu stellen oder Verantwortung zu übernehmen, entscheidet er sich für Passivität, Heimlichtuerei und Affären. Was mich ganz besonders gestört hat, war das Frauenbild. Die Frauen in diesem Roman sind entweder mysteriös-zerbrechliche Projektionsflächen (wie Shimamoto), traurige Hausfrauen (wie Yukiko) oder schöne Nebenfiguren ohne wirkliche Tiefe. Keine von ihnen scheint ein echtes Eigenleben zu haben, sie existieren fast nur im Kontext des Mannes, als Wunschbild oder moralischer Spiegel. Leider einer der Gründe, warum ich selten Bücher von männlichen Autoren lese, da mich das leider sehr aufregt und ich auch mit Hinblick auf Erscheinungsjahr und/oder dem Jahr in dem es spielt nicht darüber hinweg sehen kann. Das Ende ist sehr vage gehalten, was sich für mich eher unbefriedigend angefühlt hat. Es wirkte, als hoffe hier einfach ein Mann auf Absolution, ohne wirklich etwas verstanden oder sich verändert zu haben. Fazit: Sprachlich/stilistisch und in der Atmosphäre top. Aber Inhaltlich war das für mich ein Paradebeispiel toxischer Männlichkeit, in melancholisch hübsches Vokabular verpackt.
Dieses Buch erzählt die Geschichte eines 12-jährigen Jungen, später eines 37-jährigen Mannes, der ein Einzelkind ist. Es ist die Geschichte eines Mannes, der mit Gefühlen von FOMO und Einsamkeit, Leere, zu kämpfen hatte, die durch die Last des Begriffs „Einzelkind“ verursacht wurden, ein Wort, das in seinen Worten einen egoistischen, hoffnungslosen und einsamen Menschen verkörpert. Im weiteren Verlauf wird klar, dass er nie zu 100% zufrieden sein kann, denn sein persönliches Lebensziel, ist und kann nicht erreicht werden. Er wird es im Buch auch nicht finden.
Dieses Buch erzählt die Geschichte eines 12-jährigen Jungen, später eines 37-jährigen Mannes, der ein Einzelkind ist. Es ist die Geschichte eines Mannes, der mit Gefühlen von FOMO und Einsamkeit, Leere, zu kämpfen hatte, die durch die Last des Begriffs „Einzelkind“ verursacht wurden, ein Wort, das in seinen Worten einen egoistischen, hoffnungslosen und einsamen Menschen verkörpert. Im weiteren Verlauf wird klar, dass er nie zu 100% zufrieden sein kann, denn sein persönliches Lebensziel, ist und kann nicht erreicht werden. Er wird es im Buch auch nicht finden.
Doch am Ende blieb ich, wohin ich auch ging, immer derselbe. Ich beging dieselben Fehler, tat anderen weh und damit auch mir selbst.
„Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ von Haruki Murakami war mein erster Murakami-Roman. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt – besonders in unserer heutigen, medial geprägten Welt, in der sich viele Menschen trotz eines scheinbar erfolgreichen und erfüllten Lebens innerlich leer fühlen. Die allgegenwärtige Melancholie, die stellenweise beinahe an eine Depression grenzt, zeichnet ein erschreckend akkurates Bild innerer Zerwürfnisse: den Verlust des Ich-Gefühls und die verzweifelte Hoffnung, diese innere Leere irgendwie füllen zu können. Doch nicht nur das Ich sucht nach sich selbst – zugleich zeigt sich ein zunehmender Verlust der Verbindung zur Umwelt. Obwohl der Protagonist viele Menschen kennt und mit ihnen spricht, bleibt ein tiefes Gefühl von Einsamkeit bestehen. Erreicht wird dies unter anderem dadurch, dass der Vergangenheit – vielleicht sogar dem Verlorenen – durch den Erzähler eine eigene Identität verliehen wird. Diese von ihm selbst erschaffene, idealisierte Identität beginnt, ihn zu verfolgen und regelrecht zu quälen. Gleichzeitig steht sie für all das, was hätte sein können: ein anderes Leben, ein anderer Beruf, eine andere Partnerin. Zentral sind außerdem die Themen Liebe, Verlangen und Verzehr. Der Roman begleitet den Protagonisten von seinem zwölften bis zu seinem siebenunddreißigsten Lebensjahr. Dabei begegnen wir unterschiedlichen Formen und Ausdrucksweisen von Liebe, die häufig eng mit Begehren verknüpft sind – und nicht selten Schmerz nach sich ziehen. Ein weiteres wichtiges Motiv ist Schuld: Schuld gegenüber Partnerinnen, der Familie, Freunden, aber vor allem gegenüber sich selbst. Murakami zeigt, dass es Schuld gibt, die einen ein Leben lang begleitet und nie vollständig aufgelöst werden kann. Am Ende bleibt ein schönes, fesselndes Buch, bei dem man mitfiebert, ohne genau zu wissen, für wen eigentlich. Gerade darin liegt seine Stärke: Es regt nachhaltig zum Nachdenken an und lässt sich dennoch schnell und eindringlich lesen.
Mein Lieblingsbuch von Murakami
Der Roman erzählt von Erinnerungen, Sehnsucht und einer Liebe, die nie ganz vergangen ist. In ruhiger, melancholischer Sprache zeichnet Murakami das Porträt eines Mannes zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Südlich der Grenze, westlich der Sonne ist eine leise, atmosphärische Geschichte über Einsamkeit, Verlangen und die Frage, was im Leben wirklich erfüllt.
Wundervoll!
Dies war mein erstes Buch, welches ich von Haruki Muralami gelesen habe, und ich war von seinem Erzählstil (in der Übersetzung von S. Gräf) begeistert! Die berührende Geschichte über eine nahezu unerfüllte Liebe hat mich gefesselt! Ich habe allerdings ein Problem mit offenen Enden, dies ist wohl meiner eigenen Phantasielosigkeit geschuldet. Auf jeden Fall werde ich jetzt weitere Bücher von ihm lesen. Für „Südlich der Grenze westlich der Sonne“ gebe ich eine eindeutige Leseempfehlung!
Wenn die Vergangenheit anklopft
Hajime hat Frau, Kinder, ein ruhiges Leben – bis Shimamoto, seine Jugendliebe, plötzlich wieder vor ihm steht. Alte Gefühle flammen auf, und nichts ist mehr so klar wie vorher. Murakami erzählt ruhig, traurig und wunderschön von verpassten Chancen und nie vergessenen Momenten. Man liest und spürt: Manche Menschen lassen einen nie ganz los. Ein leises, aber tiefgehendes Buch über Liebe, Erinnerung und das, was hätte sein können.
Eine Liebesgeschichte zwischen Realität und Traum.
Murakami zieht mich mit seinem Schreibstil immer wieder in seinen Bann. Er schafft es mit wenigen aber klaren und ausdrucksstarken Worten eine spürbare Realität zu seinen Figuren und ihren Handlungen aufzubauen. Gleichzeitig verwischen die Grenzen zwischen Traum und Realität und man verliert sich in den Gedanken des Protagonisten. Eine kurze und tiefgründige Geschichte über die Liebe, Freundschaft und die Reflexion über sein eigenes Leben.
Eine Geschichte über eine Affäre
Der Autor beschreibt das Leben eines Mannes, der eine Affäre eingeht. Wie dies geschieht und welche Gedanken und Emotionen dabei mitschwingen, fängt der Autor sehr detailliert ein. Das Buch ist kurzlebig und der Schreibstil erleichtert das Lesen und die Vermitzlung des Inhalts.
Man sollte dankbar sein für das was man hat
Das Buch zeigt sehr schön auf was passieren kann, wenn man nicht zufrieden ist mit dem, was man hat. Es zeigt, wie fatal es werden kann wenn Triebe und Begierden das Ruder über das rationale Denken übernehmen. Ob man Verständnis für die Hauptfigur hat hängt glaube ich von der eigenen Konstitution ab manche würden ihn sicherlich als sympathisch, aber verloren betrachten wieder andere einfach nur, als ich bezogen und nur auf sich selbst fixiert. Ich würde mich da eher zur zweiten Gruppe zählen und tatsächlich kann ich eine Brücke zu dem Roman no Longer human schlagen. Nur das Murakami dies meiner Meinung nach um Längen Besser umgesetzt hat. Der Protagonist hat alles, beruflichen Erfolg eine gute Frau und Kinder und nur weil er die Gelegenheit hat mit einer Frau intim zu werden, die er mal begehrt hat Als er noch Kind war, aber nicht greifen konnte, holt er dies bei der Gelegenheit im Erwachsensein nach und verliert sich völlig und verletzt die, die ihn lieben. Es ist auf jeden Fall das Buch von Murakami, wo ich mit der Hauptfigur keine Sympathie empfinden kann dennoch aber für die Nebenfiguren im Form von seiner Frau, die am Ende mehr Größe zeigt wie der Hauptakteur im kompletten Roman
Über das Gewicht des Wortes 'wahrscheinlich' und wie zerstörerisch Liebe sein kann. Völlig zu unrecht wird die alte Übersetzung verpönt - die Emotionalität und die Begierde kommen gerade durch die gezielt klar gesetzte Sprache zur Geltung, werden fühlbar, um an anderer Stelle mit schönen Sätzen zu harmonieren.
Schlimmster Protagonist ever!
Wie können Männer die so obsessed mit Frauen sind, sie gleichzeitig so hassen? Schwerpunkt des Buches: Untreue Hab es trd an einem Tag durchgelesen, irgendwas hat mich in den Bann gezogen. Aber diese Art über Frauen zu schreiben muss ich mir nicht nochmal geben. Ich empfehle es allen, die über einen traurigen, „deepen“ (er ist Einzelkind lol) Mann lesen wollen, der nur von Frauen redet und alle Frauen, die in sein Leben kommen verletzt.
Hajime wurde 1951 als Einzelkind geboren. Einzelkinder waren damals nicht normal, daher war er überrascht als eines Tages ein Mädchen in die Schule kommt die auch keine Geschwister hat. Sie hatten eine ganz tolle Freundschaft. Aber durch den Schulwechsel trennen sich ihre Wege. Hajime heiratet und bekommt Kinder. Aber eines Tages trifft er Shimamoto wieder und alles gerät in Gefahr. War gut zu lesen.
★★★★★ 5 Sterne Ein stiller, melancholischer Roman über Sehnsucht und Erinnerung. Emotional tief, atmosphärisch dicht und lange nachwirkend.
★★★★★ 5 Sterne Ein ruhiger, gut geschriebener Roman, der sich intensiv mit Erinnerungen, Beziehungen und Lebensentscheidungen auseinandersetzt. Die zurückhaltende Erzählweise und die offenen Deutungsmöglichkeiten machen das Buch nachdenklich und nachhaltig wirkend. Sehr empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die literarische Tiefe und leise Geschichten schätzen.
Erstaunlich wie gut Bücher zueinander passen, die man unabhängig voneinander und von unterschiedlichen Freunden geschenkt bekommt. So erscheint mir Gefährliche Geliebte als eine Verdeutlichung von "Die Eleganz des Igels". In dem Buch von Muriel Barbery stellt die 12jährige Paloma die These auf, dass die Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden etwas verlieren, ihre großen Träume aufgegeben und in einem Goldfischglas enden. Die Erwachsenen bei Murakami sind in einem Goldfischglas geendet und sie sind sich dessen bewusst. Der Ich-Erzähler Hajime verpasst es, seiner großen Liebe treu zu bleiben und sie wieder zu gewinnen, als es noch leicht möglich war. Er führt ein ausgeglichenes Leben mit wunderbarer Frau, entzückenden Kindern und kann sich beruflich erfolgreich selbst verwirklichen. Während die Beschreibung der Familie flach ausfällt (wie heißen die Kinder?) ist Hajimes Leidenschaft für seine Jazz Bar gut spürbar. Durch sie kann er einer seiner alten Lieben - der Jazzmusik - nachgehen und so zumindest einer Zeit lang dem Gefühl der Leere entgehen. Dieses stellt sich erst wieder ein und dann unleugbar, als er seine große Liebe wieder trifft. Mit ihr kommt die Gewissheit, etwas Wesentliches im Leben verloren zu haben; dieser Verlust, der sich am stärksten in einer verlassenen Exfreundin manifestiert und den auch seine Ehefrau in ihrem Leben spürt. Am Ende entscheidet er sich für die (genügsame) Realität, das Goldfischglas, den Tod. Shimamoto, die gefährliche Geliebte, phantasiert davon, dass Lenkrad herumzureißen. Ihr Ausweg aus dem Goldfischglas aus ihrem sicheren Versteck heraus.
Murakami ist ein japanischer Autor, den eine Weile lang viele für sich ausprobiert haben. Ich habe das Gefühl, dass man ihn entweder liebt oder hasst. Ich bin ehrlich gesagt zwiegespalten. Kann meine Gedanken nur schwer in Worte fassen. Ich habe mir extra ein Buch von ihm ausgesucht, das nicht allzu lang ist. Es hat 224 Seiten und trotzdem habe ich vergleichsweise lange zum Lesen gebraucht. Ich musste es öfters zur Seite legen, inne halten, mich sortieren und es kostete mich teils wirklich Überwindung weiterzulesen. Sein Schreibstil ist speziell. Zu einem gewissen Grad anspruchsvoll. Es liest sich nicht weg, wie meine heiß geliebten Fantasybücher. Ich kann nur ganz schwer beschreiben, wie sein Schreibstil ist. Er liegt schwer im Magen, anfangs hatte ich erhebliche Schwierigkeiten, musste die ersten Sätze 4-5 Mal lesen bis ich den Sinn verstanden habe... Auch die Charaktere waren, aus Ermangelung von einem anderen Wort, seltsam. Bereits mit den Namen hatte ich ein paar Probleme, könnte, aber auch daran liegen, dass in meinem gewöhnlichen Beuteschema eher weniger asiatische Namen vorkommen. Hajima ist mir leider ziemlich unsympathisch. Er ist ein notorischer Fremdgänger, egozentrisch und macht viel falsch und kaputt. Seine Liebe für Bücher und Musik kann ihn in meinen Augen auch kaum retten. Ich verstehe ihn einfach nicht. Sein Verhalten ist wirr...Ebenfalls Shimamoto ist eher anstrengend. Anfangs zwar geheimnisvoll, frustriert sie mich immer mehr. Als Leser erfährt man eher weniger, eigentlich gar nichts von ihr. Klar ein paar Dinge, als Hajima und sie noch jung waren, aber sonst nichts mehr. Sie wirkt blass wie ein Geist, eine ferne Erinnerung aus der Vergangenheit, die alles zu zerstören versucht. Die Geschichte plätschert immer mehr vor sich hin und ist teils kaum an Geschmacklosigkeit zu überbieten. An manchen Stellen konnte ich gar nicht mehr aufhören den Kopf zu schütteln, z.B. wie Frauen dargestellt wurden. Ich hatte so einen Hals... Einzig die melancholische Atmosphäre, die Beschreibungen und die Stimmung hat mir gefallen und ich habe es wirklich geschafft und das Buch beendet. Von mir gibt es heute leider keine Empfehlung und ich vergebe 1,5/5 Sterne
Der Schreibstil ist angenehm, die Geschichte auch grundsätzlich nicht uninteressant - aber von Begeisterung kann auch keine Rede sein
Die Geschichte ist aus der Perspektive von Hajime geschrieben, unserem Protagonist, dessen Leben im Japan der 50er und folgend erzählt wird. Fokus liegt dabei ganz klar auf seinem Liebesleben - alles bestimmend. Ich mochte die Art in der die Frauen dargestellt wurden, leider gar nicht. Unterwürfig, unsicher, auf das Optische reduziert (auch wenn es oft hieß, andere fanden sie nicht hübsch, ich aber schon - pick me vibes). Außerdem verliert sich Hajime in seinem Elend, als hätte er gar keine andere Wahl - nervig. Was ist außerdem mit diesem ständigen Rückbezug zum Todes-Motiv los..? Es wirkt teilweise ohne Bezug eingestreut. Was mir gefallen hat war die unzuverlässige Erzählperspektive - wir wissen in Teilen nicht was wahr ist. Alles in allem ok, würde nochmal Murakami lesen, aber dieses Buch nicht wieder.
I can't tell if there is any "plot" in this book. If I should tell what this book is about, i'd say it's about a man, the way he loves and his search for a purpose or fullfillment in life. Haruki Murika has a way beautiful way to describe moods, situations and feelings. This novel tapped somehow in my subconscious and left a taste, like you one time were at some place but you forgot where. The only thing I don't like is the ending, but this is just a matter of personal taste.
This is one of the few Murakami books that i did not feel close to while reading. I still loved his typical style and the melancholy but i enjoy it a lot more when he writes the more surreal things, when the reality shifts into something else. That wasn't the case with this book. I was not sure, what to think of the main character either, i did not really like him. This felt more like a small look into something when nearly nothing get explained in the end. Though sometimes that's more realistic than getting all the explanations in life but it's not as satisfying obviously. I would have given this only 2 stars had i not liked the writing stile so much (as always).





















































