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Romane

Das Gedächtnis der Tiere

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Über das Buch

Rasend schnell breitet sich das Virus über die ganze Welt aus und die Menschen verlieren nach und nach ihre Erinnerungen. Auf der Suche nach einem Gegenmittel nimmt eine kleine Gruppe Freiwilliger an einem lukrativen Experiment teil. Unter ihnen: die 27-jährige Meeresbiologin Neffy. Neffy braucht das Geld. Ihr Arbeitgeber hat sie verklagt, weil sie einen Oktopus aus einem Labor befreit hat, der in ihr seltsame Erinnerungen an ihre Kindheit wach rief. Als das Experiment zutage fördert, dass das Gegenmittel nur bei Neffy wirkt, kippt die Stimmung in der Gruppe. Und Neffy versucht, irgendwie zu ihrem Stiefbruder Justin zu entkommen, von dem sie annimmt, dass er 100 Kilometer entfernt an der Küste Dorsets auf sie wartet.

Editionen (1)

ISBN9783910372702
VerlagKjona Verlag
Erscheinungsdatum21.04.26
Seitenzahl336

Rezensionen & Bewertungen

40 Bewertungen

15 Rezensionen

3,9

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  • 5,0

    Was für ein Buch! Ein Highlight! Eine Liebeserklärung an Oktopoden 🐙💓 "Kann man sich mit zwölf eigentlich ernsthaft verlieben? In einen Oktopus?" Neffy passiert genau das. Sie entdeckt beim Schnorcheln im Ionischen Meer von Griechenland einen Oktopus und wird für immer eine besondere Faszination und Liebe zu diesen Tieren haben. Als Meeresbiologin und Mitarbeiterin in einem großen Aquarium kann sie es irgendwann nicht mehr ertragen und bringt ihren Schützling zurück ins Meer. Das Institut verklagt sie und verlangt viel Geld als Schadensersatz. Als eine Pandemie die Welt in Angst und Schrecken versetzt, und sie die Möglichkeit erhält an einer Studie für ein Gegenmittel teilzunehmen, nimmt sie an. Sie braucht das Geld. Der Roman beginnt mit einem tagebuchartigen, liebevollen Brief an H. und jedes Kapitel endet auch mit einem solchen. Lange ist unklar wer das ist. In diesen Briefen geht es um Oktopoden und ihr faszinierendes Verhalten, aber auch darum was Menschen ihnen antun um sie dann essen zu können. Ich werde das nie wieder können. Zusammen mit anderen jungen Menschen wird sie in einem Einzelzimmer einer Klinik untergebracht, mit dem Virus infiziert und erhält dann das Gegenmittel. Als Neffy wieder einigermaßen zu sich kommt ist sie mit ein paar Teilnehmenden des Experiments allein, alle Klinikmitarbeiter sind weg. Was folgt ist eine beklemmende Dystopie. Gefesselt verfolge ich dem Geschehen was natürlich gedanklich auch die Corona-Krise aufleben lässt. Leon, ebenfalls ein Proband hat ein eigentümliches Gerät dabei, den Revisitor. Hiermit können geeignete Menschen in ihre Erinnerungen zurückkehren. Neffy gelingt dies und wir begleiten sie dabei. "Es st ein befremdliches Gefühl, sich an eine Erinnerung zu erinnern, wie Rückwärtsfallen ohne Halt." Da ich nicht weiter spoilern möchte, werde ich auf diese Erinnerungen nicht weiter eingehen. Fakt ist, es ist ein unheimlich gut zu lesendes und so vielschichtiges Buch, welches ich jedem nur empfehlen kann. Der Autorin gelingt, es einen ganz dicht in die Stimmung der Gruppe eindringen zu lassen und der Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Zum Schluss hin erinnert er mich sogar ein klein wenig an Marlen Haushofers "Die Wand".

    29. Apr. 2026

  • lila
    lila

    120 Follower

    4,5

    Ein kleines Lesehighlight! Ein Endzeitroman, der komplett ohne großartige Action auskommt und auch gleichzeitig eine Familien- und Liebesgeschichte ist. Für Leser, die auch „Die letzte macht das Licht aus“ mochten.

    30. Mai 2025

  • pj.jedi.1410
    pj.jedi.1410

    395 Follower

    5,0

    Eine kluge und sehr menschliche Dystopie über Erinnerung, Identität und Verlust. Extrapunkte für H.

    Fertig mit einem Roman, der so ganz anders war, als ich erwartet hatte. Und mich vielleicht deswegen auch so überzeugen konnte. Aber hier lest selbst: Release the Kraken! In „Das Gedächtnis der Tiere“ erzählt Claire Fuller von einer Welt, die von einer tödlichen Pandemie heimgesucht wird. Die Protagonistin Neffy „lebt“ als Testperson in einem streng abgeschotteten Institut. Während draußen die Gesellschaft zusammenbricht, kämpfen die Menschen drinnen nicht nur ums Überleben, sondern auch um ihre Erinnerungen. Denn die Krankheit nimmt den Infizierten nach und nach ihr Gedächtnis. Was bleibt von einem Menschen, wenn Erinnerungen verschwinden? Und was macht Identität überhaupt aus? Claire Fuller verbindet Dystopie, Pandemie-Roman und philosophische Fragestellungen zu einer Geschichte, die viel mehr ist als ein Lockdown-Roman. Im Kern geht es um Erinnerung. Unsere Erinnerungen bestimmen, wer wir sind, wen wir lieben und welche Geschichten wir über uns selbst erzählen. Wenn sie verschwinden, gerät alles ins Wanken. Besonders spannend fand ich die Frage, was Menschsein eigentlich bedeutet. Sind wir die Summe unserer Erinnerungen? Oder bleibt etwas von uns übrig, wenn alles Vertraute verloren geht? Auch die Oktopoden spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie wirken zunächst wie ein ungewöhnliches Detail, werden aber immer mehr zu einem Spiegel für die menschlichen Figuren. Fragen nach Bewusstsein, Identität und Verbundenheit ziehen sich durch den gesamten Roman. Gleichzeitig erzählt Fuller von Familienliebe, Verlust und dem verzweifelten Wunsch, an Menschen festzuhalten, die einem wichtig sind. Gerade deshalb wirkt die Geschichte trotz ihres dystopischen Settings sehr menschlich. Ich mochte dieses Buch sehr. Am Anfang dachte ich noch, dass mich die Pandemie-Thematik vielleicht etwas ermüden könnte. Aber Claire Fuller nutzt das Szenario nicht als Selbstzweck. Es geht nicht um Katastrophenbilder oder große Action, sondern um Menschen. Besonders berührt hat mich die Frage, was passiert, wenn Erinnerungen verloren gehen. Viele Figuren versuchen verzweifelt festzuhalten, was ihnen wichtig ist. Das hat mich immer wieder nachdenklich gemacht. Und ja: Die Oktopoden haben mein Herz gewonnen. Der Roman stellt große Fragen, ohne jemals belehrend zu wirken. Er lässt Raum für eigene Gedanken und vertraut darauf, dass die Leserinnen und Leser ihre eigenen Antworten finden. Claire Fuller hat eine kluge Dystopie geschrieben, die mich nicht nur unterhalten, sondern auch beschäftigt hat. Und weil sie zeigt, dass Erinnerungen manchmal das Wertvollste sind, was wir besitzen. Große Empfehlung.

    Eine kluge und sehr menschliche Dystopie über Erinnerung, Identität und Verlust. Extrapunkte für H.

    3. Juni 2026

3 von 15 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

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jadeblatt
jadeblatt30. Apr. 2026

Woah, es fühlt sich gerade sehr krass an. Leide körperlich mit Neffy, fühle mich kränklich wie sie und verwirrt wie sie, nachdem nun die anderen auftauchen und ihr erzählen die Welt da draußen ist so schlimm geworden. Es gibt einem vibes von lock down Zeit zu Corona und von Zombieapokalypse wie bei Resident Evil und The Last of Us.

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Autorin / Autor

Über Claire Fuller

Claire Fuller, 1967 geboren, lebt im englischen Winchester. Ihre Romane, in denen sie stets Außenseiter:innen unserer Gesellschaft eine Stimme verleiht, werden in viele Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien ihr Roman »Jeanie und Julius«, der mit dem Women’s Prize for Fiction ausgezeichnet wurde.

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