Blick ins Buch

Romane

Kleine Schwächen

4,0(110)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Ein zweifelhafter Hinweis genügt und schon wird die zehnjährige Lucy des Mordes an einer jüngeren Spielgefährtin verdächtigt. Der Fall spaltet die Gesellschaft. Denn während das Opfer aus gutem Hause kam, lebt Lucy Anfang der 1990er-Jahre mit ihrer jungen irischen Mutter Carmel in einer Südlondoner Sozialsiedlung. Lucy ist schon häufiger auffällig geworden, und Carmel ist vor allem Männern ein Dorn im Auge. Sie ist schön, aber abweisend, gebrochen und unerreichbar. Als ein Journalist versucht, Carmels Vertrauen zu gewinnen, bahnt sich eine mediale Hetzjagd an, angefeuert von Fremdenhass und Misogynie. Und Carmel und Lucy blicken erneut in die Abgründe, die sie aus Irland hierhergeführt haben. »Adolescence« hat uns wachgerüttelt, was männliche Täterschaft angeht. Aber was, wenn die Täterin ein Mädchen ist? Eine packende, psychologisch scharfsinnige Geschichte über Klasse und Trauma, Scham und Gewalt

Editionen (1)

ISBN9783910372634
VerlagKjona Verlag
Erscheinungsdatum17.02.26
Seitenzahl256

Rezensionen & Bewertungen

110 Bewertungen

30 Rezensionen

4,0

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  • 4,5

    "Carmel war nicht grausam zu dem Kind. Sie schlug Lucy nicht, ging nicht grob mit ihr im. Ihre Worte waren knapp, aber nicht harsch. Sie hatte lediglich alles so eingerichtet, dass sie nicht der wahnwitzigen Sache ins Gesicht sehen müsste, dass dieses DING aus ihr uns Derek wirklich existierte" 💔🖤

    ⭐⭐⭐⭐⭐☆ (4,5 von 5 Sternen) Im Innenhof eines Londoner Mietshauses treffen sich in den 90er-Jahren Kinder zum Spielen, bis die dreijährige Mia tot aufgefunden wird. 🕊️ Zufällig ist an diesem Tag der junge Journalist Tom in der Nachbarschaft unterwegs und wittert die Story seines Lebens. 📰 Schnell fällt der Verdacht auf die zehnjährige Lucy Green, die zuletzt mit Mia gesehen wurde. Doch dieses Buch ist weit mehr als ein Kriminalfall. Auf rund 250 Seiten entfaltet sich eine zutiefst erschütternde Familientragödie. 💔 Es geht weniger um die Tat selbst als um die Frage, wie es überhaupt so weit kommen konnte und wie gnadenlos schnell eine Gesellschaft urteilt. Besonders dann, wenn die Betroffenen aus einer sozial schwachen Schicht stammen. Im Kern erzählt die Geschichte von Klassenunterschieden, Vorurteilen und dem gefährlichen Halbwissen, das Menschen so bereitwillig zu „Wahrheiten“ formen. Es geht um eigene Überzeugungen, um voreilige Schlüsse und darum, wie wenig Raum manchmal für echte Hintergründe bleibt. Erschreckend ist vor allem, wie schnell ein besonderes, ohnehin verletzliches Mädchen in ein bestimmtes Licht gerückt wird, ohne eine echte Chance, sich zu erklären. Man glaubt ihr nicht. Man will ihr vielleicht auch gar nicht glauben. 😔 Und genau das macht diese Geschichte so beklemmend, weil es in der Realität viel zu oft genauso geschieht. Nach und nach erfahren wir, was in der Vergangenheit der Familie Green geschehen ist und unter welchen Umständen Lucy aufgewachsen ist. Themen wie Alkoholmissbrauch, Verwahrlosung, fetales Alkoholsyndrom und Gewalt werden schonungslos und gleichzeitig sensibel behandelt. Es ist schmerzhaft zu lesen, wie sehr Herkunft, Umfeld und fehlende Unterstützung ein Kinderleben prägen können und wie schnell daraus ein Stempel wird, den man nicht mehr loswird. ⚖️ Den halben Stern ziehe ich ab, weil mir die Perspektive der Familie des Opfers etwas zu kurz kam. Hier hätte ich mir mehr Tiefe und emotionalen Einblick gewünscht. Trotzdem – oder gerade deshalb – ist es ein sehr beeindruckendes Buch. Bewegend, aufwühlend und lange nachhallend. ✨ Ich habe es innerhalb von zwei Tagen verschlungen und konnte es kaum aus der Hand legen. 📖

    "Carmel war nicht grausam zu dem Kind. Sie schlug Lucy nicht, ging nicht grob mit ihr im. Ihre Worte waren knapp, aber nicht harsch. Sie hatte lediglich alles so eingerichtet, dass sie nicht der wahnwitzigen Sache ins Gesicht sehen müsste, dass dieses DING aus ihr uns Derek wirklich existierte" 💔🖤

    2. März 2026

  • raeuberkind
    raeuberkind

    22 Follower

    4,0

    "Inzwischen wusste sie, dass es so einfach nicht war, dass alles was man getan und versäumt hatte, nicht einfach überschrieben werden konnte, nicht einmal durch Liebe." Ein Buch darüber was vorschnelles Urteilen, Glaubenssätze und Stereotype anrichten können. Wie wichtig es ist, dass wir unseren Kindern Vertrauen und Glauben schenken. Wie wichtig das Gefühl ist, welches wir unseren Kindern in den ersten Lebensjahren mitgeben... dass wir damit den Grundstein legen. Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Manchmal wurden Dinge nur angedeutet und ich hätte mir gewünscht dort noch mehr rein zu gehen, aber vielleicht macht genau das den Charme aus, dass auch in unseren Köpfen durch Andeutungen Bilder und Geschichten entstehen und wir uns nicht sicher sein können... sondern nur mutmaßen.

    "Inzwischen wusste sie, dass es so einfach nicht war, dass alles was man getan und versäumt hatte, nicht einfach überschrieben werden konnte, nicht einmal durch Liebe." 

Ein Buch darüber was vorschnelles Urteilen, Glaubenssätze und Stereotype anrichten können. Wie wichtig es ist, dass wir unseren Kindern Vertrauen und Glauben schenken. Wie wichtig das Gefühl ist, welches wir unseren Kindern in den ersten Lebensjahren mitgeben... dass wir damit den Grundstein legen. 

Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Manchmal wurden Dinge nur angedeutet und ich hätte mir gewünscht dort noch mehr rein zu gehen, aber vielleicht macht genau das den Charme aus, dass auch in unseren Köpfen durch Andeutungen Bilder und Geschichten entstehen und wir uns nicht sicher sein können... sondern nur mutmaßen.

    24. März 2026

  • ndrklr
    ndrklr

    26 Follower

    4,0

    Dieser Roman hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte über gesellschaftliche Klassen wird fast wie ein Krimi aufgebaut. Im Laufe der Handlung nehmen die immer wiederkehrenden Erzählungen der einzelnen Familienmitglieder der Geschichte jedoch ein wenig die Spannung. Trotzdem bleibt das Buch spannend und ist toll geschrieben.

    30. Juni 2026

3 von 30 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 6023%
katha_kk
katha_kk24. März 2026

Ich kann nicht so recht glauben, dass Lucy das Nachbarskind umgebracht haben soll. Sie wird als klein und schmächtig beschrieben. Mia (das Opfer) wurde erdrosselt, das weist eher darauf hin, dass Mia von einer Person aus ihrem direkten Umfeld getötet wurde.

Autorin / Autor

Über Megan Nolan

Megan Nolan wurde 1990 in Waterford, Irland, geboren. Sie hat Essays für die »New York Times« und den »Guardian« geschrieben. 2021 erschien ihr Debüt »Verzweiflungstaten. »Kleine Schwächen« ist Megan Nolans erster Roman im Kjona Verlag.

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