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Romane

Ein Mädchen verließ das Zimmer

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Über das Buch

»Ein Kunstwerk.« 3sat Kulturzeit

Als Erwachsene blickt Tanja auf ihre gestohlene Jugend zurück und fragt sich: Warum hat niemand sie beschützt?

1980: Tanja wächst in einer Künstlerfamilie auf. Ihre Eltern sind mit der Karriere des Vaters und ihrer zerrütteten Ehe beschäftigt, während sie einsam und voller Sehnsucht davon träumt, eine Frau zu werden. Auf einer Vernissage in Kopenhagen begegnet sie als 14-Jährige dem charismatischen Schriftsteller Eg. Er macht ihr Komplimente, spricht mit ihr wie mit einer Erwachsenen. Eg beginnt, ihr lange, gefühlvolle Briefe zu schreiben. Tanja ist neugierig und erlebt ihre erste Verliebtheit. Doch das Erwachen von Sexualität wird zu einer verwirrenden und schmerzhaften Erfahrung, die sie für immer prägen wird.

Ulrikka S. Gernes erzählt schnörkellos und doch poetisch von einer Frau, die versucht, eine Verbindung zu dem Mädchen herzustellen, das sie einmal war. Eine radikal mutige Geschichte über Macht und Resilienz, die in Dänemark Tausende Leserinnen und Lesern eroberte.

»Voller Zartheit und innerem Beben. Dieser Roman ist keine Anklage, sondern eine Offenlegung – erschütternd, poetisch, notwendig.« Maria-Christina Piwowarski

»Große Kunst, denn Ulrikka S. Gernes setzt die Sprache mit der Sensibilität einer Lyrikerin ein.« Der Freitag


Bei Fragen zur Produktsicherheit, wenden Sie sich bitte an: [email protected]

ISBN9783989410824
VerlagGutkind Verlag
Erscheinungsdatum29.01.26
Seitenzahl384

Rezensionen & Bewertungen

65 Bewertungen

24 Rezensionen

4,4

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  • book_fairy04
    book_fairy04

    113 Follower

    5,0

    „Ein Mädchen verließ mit vierzehn das Zimmer und wurde nicht mehr gesehen. Ein weißer Fleck auf der Karte. Ein nasser Fleck auf dem Laken. Eine leere Puppe. Ein Loch in der Welt.“ (Pos.3741) Ein Mädchen verlässt ein Zimmer und mit ihr verschwindet etwas, das nie wieder ganz zurückkehrt. „Ein Mädchen verließ das Zimmer“ von Ulrikka S. Gernes / Verlag: Gutkind Ein junges Mädchen wird verführt. Nicht mit Gewalt, nicht mit Druck, sondern mit Worten. Mit Briefen, in denen Sehnsucht mitschwingt, in denen von Liebe erzählt wird. Und doch ist diese Liebe ein Verbrechen. An ihrer Person. An ihrem Werden. Ein Verlust ihrer selbst. Nur weiß das junge Mädchen das alles noch nicht. „Niemand versteht die Liebe, niemand außer denen, die sie fühlen.“ (Eg/Brief 05.02.1980) Eg, Schriftsteller, Freund der Eltern, trifft auf Tanja. Vierzehn Jahre alt, eine Bohnenstange, voller Unsicherheit und doch mit einer tiefen Liebe zur Poesie. Zwischen ihnen entsteht ein reger Briefwechsel. Anfangs vielleicht harmlos, doch Eg beginnt, sich in ihre Gedanken zu schreiben. Mit Komplimenten, mit großen Worten, mit der Behauptung, sie sei sein Leben, seine Liebe, seine Sehnsucht. So geschickt, so subtil, dass Tanja sich ebenfalls in ihn verliebt. In einen 46-jährigen Mann. Er spricht von Gleichberechtigung, von Tiefe, von einer besonderen Verbindung. Doch von der Verletzung ihrer Integrität, ihrer Würde, davon spricht er nicht. Und das vielleicht Erschütterndste: Niemand greift ein. Nicht die Eltern. Nicht Freunde. Nicht einmal Fremde. Tanja, kaum älter als Egs eigene Tochter, verliert nicht nur ihre Unschuld, sondern sich selbst. Wer wäre sie gewesen ohne ihn? Was hätte sie gewollt, wenn seine Worte nicht ihre Gedanken überlagert hätten? „Wie sieht man die Wirklichkeit in der Wirklichkeit? Auch eine Fotografie ist nur ein Ausschnitt.“ (Pos.2767) Dieser Satz beschreibt so viel von dem, was dieses Buch ausmacht. Wir sehen Ausschnitte. Gefühle. Erinnerungen. Und erst nach und nach setzt sich das ganze Bild zusammen: erschütternd, schmerzhaft, klar, unausweichlich. Tanja liebt. Sie gibt sich hin. Und genau darin liegt die Tragik. Denn sie ist nicht Opfer im klassischen Sinne und doch ist sie es in jeder Faser ihres Seins. Eg nimmt sich, was er will, und nennt es Liebe. Und sie glaubt ihm. Selbst Jahre später kann er sie nicht loslassen. Seine Worte finden immer wieder ihren Weg zu ihr. Und Tanja schafft es nie ganz, sich zu befreien. Erst als erwachsene Frau - in einer gesunden Beziehung, an der Seite eines Mannes in ihrem Alter - beginnt sie zu verstehen. Beginnt zu begreifen, was ihr genommen wurde. Dass es Worte für das gibt, was geschehen ist, dass es Gesetze dafür gibt. Paragraf 223, Absatz 2, Strafgesetzbuch. Doch was hilft ihr der Paragraf heute? Was kann er ihr zurückgeben? Nichts! Und es bleibt die Frage, warum hat niemand etwas getan? Warum hat man das zugelassen? „Du wurdest geschaffen, um mein zu sein. Eine solche Liebe setzt man nicht aufs Spiel. Als Du nichtsdestotrotz Sonne und Mond verwechseltest, verloren wir einander.“ (Pos.3692) Diese Worte sind schwer zu ertragen. Weil sie so viel offenlegen. Besitz. Manipulation. Verdrehte Realität. Die Autorin klagt nicht an. Sie verurteilt nicht. Und genau darin liegt die Wucht dieses Buches. Sie erzählt. Lässt uns fühlen. Lässt uns eintauchen in Tanjas Gedankenwelt, erst die des Mädchens, dann die der Frau, die zurückblickt und versucht zu verstehen. Man spürt die verlorene Kindheit. Die Verwirrung. Die Sehnsucht nach etwas, das sich als Illusion entpuppt. Sprachlich ist dieses Buch ein absolutes Highlight. Fließend, eindringlich, voller Emotionen. Jeder Satz sitzt, jede Zeile hallt nach. Es ist keine laute Geschichte, aber eine, die lange bleibt. Ein Buch, das erschüttert und das wehtut. Und ein Buch, das man nicht so schnell vergisst.

    22. März 2026

  • nataschalia
    nataschalia

    290 Follower

    3,0

    Phuuu 😬 schockiert und fassungslos!

    An sich will ich gar nicht viel sagen. Der Schreibstil war gut und man möchte weiterlesen. Erschreckend ist einfach, wie die Erwachsenen (alle) mit dem Missbrauch umgehen. Echt krass!

    Phuuu 😬 schockiert und fassungslos!

    29. März 2026

  • eulenhummel
    eulenhummel

    135 Follower

    4,0

    Beklemmend und sehr emotional

    Rezi folgt

    7. März 2026

3 von 24 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 4813%
joannadesiree
joannadesiree23. Mai 2026

Da wär man doch froh, die Mutter würde mal bisschen im Zimmer ihrer Tochter herumschnüffeln und die Briefe finden 🥴

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2 Kommentare verdeckt

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Autorin / Autor

Über Ulrikka S. Gernes

Ulrikka S. Gernes ist eine dänische Schriftstellerin und Dichterin. Sie veröffentlichte 1984 ihren ersten Gedichtband und hat seither zahlreiche weitere Lyrikwerke herausgebracht. Ein Mädchen verließ das Zimmer ist ihr Debüt als Romanautorin und ein Bestseller in Dänemark.

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