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Romane

Das Ereignis

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Über das Buch

Nobelpreis für Literatur 2022

Oktober 1963: Die 23-jährige Annie entdeckt, dass sie schwanger ist. Die Studentin aus bescheidenen Verhältnissen weiß: Wenn sie ein uneheliches Kind zur Welt bringt, wird sie alles verlieren. Das hart erkämpfte Universitätsstudium, die Hoffnung, dem engen, prekären Milieu der Eltern zu entkommen. Sie ist entschlossen, die Schwangerschaft zu beenden, aber im Frankreich der 1960er Jahre ist Abtreiben illegal, und so beginnt für die junge Frau ein Spießrutenlauf, der sie von der Praxis eines überheblichen Arztes ins Hinterzimmer einer zweifelhaften Engelmacherin führt und schließlich in der Notaufnahme endet. Voller Scham versucht Annie, die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen, und begegnet dabei überall erschreckender Gleichgültigkeit.

Wie ist es, wenn man als Frau abtreiben will und es nicht darf? Mit schonungsloser Offenheit erzählt Annie Ernaux von ihrem eigenen Schwangerschaftsabbruch. Und von den Demütigungen, Verletzungen und Stigmatisierungen, die sie dabei erleiden musste – und die bis heute nachhallen.

Editionen (4)

ISBN9783518769409
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum14.09.21
Seitenzahl103

Rezensionen & Bewertungen

186 Bewertungen

26 Rezensionen

4,3

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  • wortschatzkiste
    wortschatzkiste

    217 Follower

    4,0

    Erschütternd

    Vor kurzem sah ich eine Dokumentation über die derzeitige Lage in den USA und wie dort inzwischen, wieder mit Schwangerschaftsabbrüchen umgegangen wird. Nun sehe ich als Buchtipp dieses dünne Büchlein, mit eben jenem Thema und habe es mir daraufhin auch direkt besorgt. Annie Ernaux erzählt hier ihre Geschichte über ihren Schwangerschaftsabbruch. Dabei kommentiert sie diese Situationen aus ihrer heutigen Sicht. Es ist erschütternd und bedrückend zu lesen, für mich als Mann jedoch aufklärend und interessant. Ein wichtiges Buch und gutes Buch Daher 4 von 5

    Erschütternd

    15. Feb. 2024

  • buch_elfin
    buch_elfin

    205 Follower

    4,0

    Sachlich, kühl und brutal geschrieben

    Annie erinnert sich an den Vorlauf, Durchführung und Nachwirkung der Abtreibung. Sie beschreibt es in dokumentarischer, schnörkelloser Sprache. Es gelingt Annie sehr gut sachlich und nüchtern, ohne zu übertreiben, auszuschmücken zu erzählen wie sie den fürchterlichen Spießrutenlauf, hinter sich bringen musste, um einen - damals illegale - Schwangerschaftsabbruch in Frankreich an sich durchführen zu lassen und es auch teilweise selbst versucht hat. Es ist ihr mit diesem Roman gelungen gesellschaftliche Missstände, die es unter Umständen heute noch in Europa gibt, aufmerksam zu machen. Erinnerungen, die sie sich damals im Kalender kurz und knapp aufgeschrieben hat, werden ungeschönt hervorgeholt. Sie lässt uns an ihrer Pein und Gedankenwelt teilhaben. Zwischen den Absätzen, beschreibt sie uns in Klammern, wie es ihr geht mit den Erinnerungen und was heute darüber denkt. „Das Ereignis“ versetzt Annie Ernaux zurück in eine Zeit, die für mich unvorstellbar ist. Das selbst Verhütungsmittel verboten waren ist für mich unvorstellbar. Was damals als unmoralisch und kriminell angesehen wurde, ist heute zum Glück offiziell nicht mehr. Dieser kleine kurze Roman ist gewaltig und schwer, es zeigt uns wie froh wir sein können, jetzt selbst ( hier in Deutschland) über unseren Körper entscheiden zu können.

    Sachlich, kühl und brutal geschrieben

    6. Jan. 2023

  • millerin
    millerin

    46 Follower

    4,5

    Ein nüchtern erzählter Erfahrungsbericht darüber, was ich als Frau in den 60ern niemals hätte erleben wollen. Mit schonungsloser Offenheit nimmt Annie Ernaux uns mit in ihre Erinnerungswelt über das, worüber selbst heute noch eher leise und ungern gesprochen wird. Kaum zu glauben, dass körperliche Selbstbestimmung sogar noch immer in einigen Ländern verboten ist und die Frauen dazu gezwungen sind, solche Torturen erfahren zu müssen. Was sind wir nur für eine grausame Spezies.

    4. Mai 2024

3 von 26 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Annie Ernaux

Annie Ernaux, geboren 1940, bezeichnet sich als »Ethnologin ihrer selbst«. Sie ist eine der bedeutendsten französischsprachigen Schriftstellerinnen unserer Zeit, ihre zwanzig Romane sind von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert worden. Annie Ernaux hat für ihr Werk zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt den Nobelpreis für Literatur.

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