Vermissen auf Japanisch
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Description
Book Information
Author Description
Yukiko Tominaga ist in Japan geboren und aufgewachsen, seit 2004 lebt sie in den USA. Nach einem Studium des Kreativen Schreibens an der San Francisco State University arbeitet sie derzeit im Lektorat eines Verlags. Ihre Erzählungen sind in verschiedenen Literaturzeitschriften erschienen und für mehrere Preise nominiert worden, »Vermissen auf Japanisch« ist ihr Debütroman.
Characteristics
3 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Ich konnte nicht viel damit anfangen
Ich glaube das Buch ist nicht meins oder aber ich habe es einfach nicht verstanden. Ich mochte den Schreibstil, aber durch die Zeitsprünge wusste ich oft nicht wo und vor allem wann die Handlung gerade stattfindet, weswegen ich keinerlei Beziehung zu den Figuren aufbauen konnte. Irgendwie waren mir ehrlich gesagt alle mehr oder weniger unsympathisch. Ich habe einfach nicht verstanden worauf die Geschichte eigentlich hinauswollte.
„Vermissen auf Japanisch“ von Yukiko Tominaga ist ihr Debütroman. Übersetzt wurde der Roman von Juliane Zaubitzer. Verlag: mare ET: 21.Februar 2025 Warum konnte er nicht überleben? Es waren nur sechs Wochen… Kyoko lebt mit ihrem jüdischen Ehemann Levi und Sohn Alex in San Francisco. Levi ist selbständig und hat Geldprobleme. Doch anstatt eine Lebensversicherung abzuschließen, gibt er das Geld für ein Tattoo aus. Immer wieder versicherte er seiner Frau, dass sie sich keine Sorgen machen solle. Kyoko sollte sich ausschließlich um die Erziehung ihres Sohnes kümmern, alles weitere würde Levi regeln. Leider kam es nicht dazu, ein Unfall und Kyoko ist alleinerziehend mit einer bankrotten Firma. Das Haus in San Francisco muss zwangsversteigert werden und Levi’s Bruder Ben nimmt die beiden verlorenen Seelen in seinem Haus in Boston auf. Er würde alles für die Familie tun, genau wie ihre Schwiegermutter Bubbe. Kyoko und Alex sind nicht allein und doch fühlt es sich so an. Sie wurden allein gelassen. Kyoko versucht mit ihrer Wut und dem Hass umzugehen, was Levi ihr mit seinem Tod angetan hat. Wie soll sie überleben? Und doch ist sie dankbar, dass sie nun alleine für die Erziehung ihres Sohnes verantwortlich ist. Japaner sind oftmals sehr vage in ihren Aussagen und doch spezifisch in ihren Ansichten. In ihrer Sprache gibt es kein Wort für Vermissen und so erklärt sie Bubbe, als diese meinte, Kyoko weint, weil diese ihren Mann vermisst, dass sie sich selbst vermisst und nicht Levi. „Ich werde ohne dich einsam sein“ war falsch übersetzt, denn jemanden zu vermissen bedeutet nicht unbedingt, dass man einsam war. Jemanden zu vermissen kam von außen. Es ging vorbei. Während die Einsamkeit in einem blieb wie ein Virus. Sie mutierte, und nur Ablenkung ermöglichten uns das Überleben.“ (Pos.2758) Das Zitat zeigt auf, was Worte vermitteln und in der jeweiligen Kultur bedeuten. Es macht mich nachdenklich und hallt nach. Die Autorin lädt mich als Leserin mit ihrer poetischen Sprache ein, in die Gefühlswelt der japanischen Kultur einzutauchen. Emotional und ergreifend erzählt Yukiko Tominaga über Trauer, Verlust, Familie und Zusammenhalt. In ihrem Debütroman zeigt uns die Autorin die zahlreichen Facetten der Trauer und des Vermissens auf. Die Protagonistin versucht sich ein Leben mit ihrem Sohn Alex aufzubauen; finanziell unabhängig von Levi’s Familie zu sein und ihre Werte mit der jüdischen/amerikanischen Welt in Einklang zu bekommen. Unglaublich ehrlich erzählt wird die Geschichte zwischen Bubbe und Kyoko, beide in ihrer Emotion, dem großen Verlust gefangen. Sichtweisen werden ausgetauscht und neue Bande zwischen den beiden geknüpft. Bubbe hat einen Sohn verloren und eine Tochter erhalten. Kyoko kennt auch kein japanisches Wort für Umarmung und lernt durch ihre Schwiegermutter, Zuneigung durch Umarmung auszudrücken. Als Bubbe fragte, wie die Japaner die Liebe erkennen, meinte Kyoko nur „wir lesen die Luft“. Ein anspruchsvoller Roman, der mich als Leserin tief berührt und nachdenklich zurücklässt. Wundervoll in poetischer Sprache geschrieben, zeigt uns dieses Buch vielseitig auf, welche Emotionen der Verlust eines geliebten Menschen hervorruft und vor allem, wie unterschiedlich die verschiedenen Kulturen damit umgehen. Eine Leseempfehlung für diesen berührenden Debütroman.

Ein wirklich schönes Buch! Schon Cover und Titel haben mich sofort angesprochen, und auch der Klappentext machte mich neugierig. Der Einstieg fiel mir dank des angenehmen Schreibstils sehr leicht. Die Geschichte liest sich wunderbar und ermöglicht es, sanft in die Handlung einzutauchen. Die Erzählweise springt zwischen verschiedenen Momenten hin und her, was manchmal kurzzeitig verwirren kann. Doch gerade diese Dynamik verleiht der Geschichte eine besondere Lebendigkeit und verhindert, dass sie eintönig oder zäh wird. Die Atmosphäre des Buches ist eher ruhig und zurückhaltend, ohne große Spannungsspitzen – was perfekt zur Gefühlswelt der Protagonistin Kyoko passt. Die Geschichte vermittelt ihren Verlust auf eindrucksvolle Weise und zeigt zugleich, wie unterschiedlich Menschen mit Trauer umgehen. Auch die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Ich konnte mich in sie hineinversetzen, ihre Handlungen waren nachvollziehbar, und ihre Eigenschaften wirkten authentisch. Für mich ein ganz besonderes Buch – absolut empfehlenswert!

Interessant und tiefgründig, aber etwas wirr
Tominaga schreibt über Kyoko, die ihren Mann verloren hat, und nun mit ihrem Sohn zurückbleibt. Das Buch ist in mehrer Teile aufgebaut, und die Themen, sowie die Zeit springen umher. Mal erzählt sie etwas über ihren Mann, oft aber über den neuen Alltag und wie ihre Familie damit umgeht. Zwischen Erinnerungen, Wut und Sehnsucht zeigt sie eine sehr tiefgründige und verletzliche Art mit Verlust umzugehen. Während diese Elemente teilweise sehr zum Denken anregen und fernab von Klischees sehr erfrischend sind, so habe ich nie richtig in die Geschichte hineingefunden. Auch weil die Handlung phasenweise sehr bruchstückhaft erzählt wird. Gerade das Ende hat sich mir nicht wirklich erschlossen. Vielleicht war das auch das Ziel - mich hat es aber leider nicht wirklich abgeholt. Dennoch etwas neues, das ich nicht bereue gelesen zu haben.
Ich habe mir etwas anderes vorgestellt.
Ich dachte, das Buch hilft einem im Umgang mit Trauer, wenn man jemanden vermisst. Leider war es nur die Geschichte von Kyoko, die ihren Mann verloren hat, welche nicht darum geht, wie man die Trauer richtig bewältigen kann. Es gibt immer wieder Zeitsprünge, auch vom Alter her, wo man erst verstehen muss, in welcher Zeit man jetzt ist. Der Anfang hatte kurze Kapitel und war sehr packend. Man kam sehr schnell voran. Doch dann wurden die Kapitel immer länger und es wurde immer träger. Ich habe zwischendurch auch Kapitel übersprungen, was nicht schlimm ist, da es nicht chronologisch ist. Ich mochte immer wieder die Einflüsse der japanischen Kultur. Leider war das Buch überhaupt nichts für mich, außer ein weiterer Punkt auf meiner Leseliste.
Wenn Trauer nicht eindeutig ist
Für das Wort vermissen, scheint es auf japanisch keinen gleichwertigen Begriff zu geben. Das Gefühl gibt es, aber wie in Worte fassen? Für Kyoko wird das eine jahrelange Suche. Ihr Mann stirbt plötzlich, als der kleine Sohn Alex noch nicht einmal zwei Jahre alt ist. Sie lebt als Japanerin in San Francisco, ist dort ziemlich allein und muss nun, mit einem Haufen Schulden im Nacken, sich und ihr Kind durchbringen. Für die Trauer scheint da nicht wirklich Raum zu sein. Auch nicht für die Wut, die sie empfindet, weil ihr Mann nicht für die Familie gesorgt hat und sie jetzt auf Hilfe anderer angewiesen ist. Und doch ist die allgegenwärtig, äußert sich aber auf vielfache Art und Weise. Kyoko kann sich nicht entscheiden, wie und wo sie leben möchte. Zwischen den Welten scheint sie nirgendwo hin zu gehören. Sie probiert es mit Japan, ihrer Heimat und merkt aber schnell, dass sie sich den Eltern und dem Land entfremdet hat. Auch an der Ostküste, wo die Familie von Levi zu Hause ist, fällt es ihr schwer zu bleiben. Also ist es am Ende doch wieder San Francisco, welches ihr ein zu Hause gibt und in dem sie versucht, finanziell unabhängig zu werden und ihr Kind großzuziehen. Ein abwechslungsreiches Personal hilft, unserer Protagonistin auf dem Boden zu bleiben und sich in der Orientierungslosigkeit nicht zu verlieren. Da ist zum einen Bubbe, die Mutter ihres verstorbenen Mannes. Sie nimmt sich ihrer an, resolut und mit verrückten Ideen, spontan und mit einer Vorliebe für gutes Essen und die Zukunft ihrer Schwiegertochter kümmert sie sich, und wendet dabei manchmal sehr unorthodoxe Methoden an. Sie wirbelt immer mal wieder durch den anekdotisch erzählten Roman, und ich hatte beim Lesen den Eindruck, dass sie eine tiefe Liebe zu Kyoko empfindet. Alex, ihren Sohn lernen wir in verschiedenen Altersstadien kennen. Er ist ein wirklich außergewöhnliches Kind, dass seiner Mutter eine gute Stütze ist. Er kann sich abgrenzen und Zuwendung zeigen, und ich mochte ihn als Protagonisten wirklich sehr. Er zeigt die Emotionen, zu denen seine Mutter nicht in der Lage scheint. Kyoko blieb mir manchmal zu ätherisch, wie eine Papierpuppe, die bei jedem Windstoß wegzuwehen droht. Deshalb waren die beiden Nebenfiguren wichtig, denn sie machen den Roman erst so richtig lebendig. Mi Cha, Kyokos Mitbewohnerin hingegen blieb für mich blass und trat kaum in Erscheinung. Das Vermissen ist allgegenwärtig. Das vermissen eines Partners, der auch wirklich einer ist, das vermissen von Sicherheit und von Heimat. Kyoko versucht alles um dieses Gefühl in den Griff zu kriegen. Sie lässt sich hinein fallen und versinkt beinahe in einer Depression, sie klammert sich an ihr Kind und experimentiert im Umgang mit diesem. Dann wiederum ignoriert sie das traurige Gefühl, ist mit Arbeit und Alltag beschäftigt und versucht die dunkle Wolke, die über ihr schwebt zu ignorieren. Immer dann, wenn sie die Trauer zu vergessen scheint, kommt das schlechte Gewissen und holt sie ein. Tominaga verwendet eine interessante Art des Erzählens, die mir so selten untergekommen ist. Die Episoden sind in keinster Weise chronologisch. Die Erzählung ist sprunghaft, wechselt die Zeiten manchmal an jedem Absatz und ich musste mich ein ums andere Mal neu orientieren, in welcher Phase ich mich denn gerade befinde. Das macht es manchmal etwas schwer einzuordnen, wie sich die Protagonistin entwickelt hat. Trotzdem ging mir das Lesen sehr leicht von der Hand, was sicherlich an der scharfen Beobachtungsgabe der Autorin liegt. Das lässt die Umgebung auch dann plastisch erscheinen, wenn man einen plötzlichen Szene Wechsel hat und noch auf der Suche danach ist, worum es denn gerade im Moment geht. Ein außergewöhnlich erzählter Roman, der in längeren Episoden ein Gesamtbild zeichnet, dass einige Risse hat. Ich empfehle Ihn allen, die sich zwischen Kulturen bewegen, nach Worten für Emotionen suchen und sie vielleicht nicht finden.
Sternebewertung fiktiv
Manchmal begegnet einem ein Buch, das einen ganz still, aber tief berührt. Vermissen auf Japanisch von Yukiko Tominaga war für mich genau so ein Buch. Es erzählt die Geschichte von Kyoko, die nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes mit ihrem kleinen Sohn Alex allein zurückbleibt. Halt findet sie bei ihrer Schwiegermutter, einer warmherzigen und lebenserfahrenen Frau. Doch Kyoko spürt eine innere Leere und hofft, diese in ihrer alten Heimat Japan füllen zu können. Doch dort angekommen, merkt sie schnell, dass ihr Zuhause nicht mehr das ist, was es einmal war. Die Entfremdung sitzt tief, ihre Eltern können ihr dieses Gefühl nicht nehmen und so trifft sie die Entscheidung, nach Amerika zurückzukehren. Was mich an diesem Buch besonders bewegt hat, ist die stille Kraft, mit der Kyoko durch ihre Trauer navigiert. Sie ist nicht perfekt, sie ist oft unsicher, aber genau das macht sie so greifbar. Tominaga schafft es, ihre Emotionen so fein und realistisch zu beschreiben, dass ich mich ihr sehr nahe gefühlt habe. Besonders schön fand ich die Beziehung zu ihrer Schwiegermutter eine Frau, die mehr ist als nur Familie, sondern auch eine echte Freundin und Stütze. Und dann ist da Alex, ihr kleiner Sohn, der mit seiner kindlichen Unbekümmertheit fast unbewusst der Anker in Kyokos Leben wird. Der Schreibstil von Tominaga ist ruhig, aber eindringlich. Man spürt die Melancholie, aber auch die leisen Hoffnungen, die in den Zeilen verborgen liegen. Es ist eine Geschichte über Verlust, über das Gefühl, nicht dazuzugehören, und über die Suche nach einem neuen Platz im Leben. Besonders schön fand ich auch die Gestaltung des Buches. Die Kapitelüberschriften mit japanischen Wörtern und das klassische Cover geben dem Ganzen eine besondere Atmosphäre. Dieser Roman ist kein lautes Buch, aber eines, das nachhallt. Es zeigt, dass der Weg aus der Trauer nicht geradlinig ist, sondern voller Umwege und dass man manchmal erst durch die Fremde wieder zu sich selbst findet. Eine klare Empfehlung für alle, die feinfühlige, ehrliche Geschichten lieben.
Tiefgründig
𝐌𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐌𝐞𝐢𝐧𝐮𝐧𝐠: Manchmal trifft uns das Leben völlig unerwartet – so wie Kyoko, die von einem Tag auf den anderen ihren Ehemann Levi verliert. In einem fremden Land, mit einem kleinen Sohn und Schulden beladen, muss sie sich neu erfinden. Doch zum Glück gibt es Bubbe, ihre temperamentvolle jüdische Schwiegermutter, und Mi Cha, ihre Mitbewohnerin, die ebenfalls zwischen zwei Kulturen lebt. Was dieses Buch besonders macht, ist seine emotionale Tiefe und die feine Art, in der es Verlust, Heimatlosigkeit und kulturelle Unterschiede beschreibt. Kyokos Reise ist nicht nur eine der Trauer, sondern auch eine des Ankommens – bei sich selbst und in einer neuen Lebensrealität. Bubbe sticht als Charakter besonders hervor: herzlich, ein bisschen chaotisch und voller Lebensweisheit. Der Schreibstil ist fast schon poetisch, was sehr schön ist, aber durch die fehlende Kapitelstruktur und die vielen Zeitsprünge manchmal auch herausfordernd. Wer allerdings offen für eine Geschichte ist, die sich langsam entfaltet und einen tief in die Gefühlswelt einer japanischen Frau in Amerika eintauchen lässt, wird hier viel mitnehmen. 𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭: Eine klare Empfehlung für alle, die vor einem anspruchsvollem Roman nicht zurückschrecken und leise, tiefgehende Romane mögen – und für jene, die sich für die kleinen Unterschiede (und Gemeinsamkeiten) zwischen Kulturen interessieren. 💙
So vielschichtig! Definitiv ein Highlight des Jahres!🍁
Vorsicht Selbsthass wird zwischendrin thematisiert. Das Buch zeigt die Vielschichtigkeit der Trauer einer Ehefrau, die ihren Mann verloren hat und nun alleine ihr Kind aufzieht . Besonders ist, dass in der Zeit gesprungen wird und man am Alter des Sohnes festmachen kann, wo man sich befindet. Ich liebe es wie ungefiltert alle Emotionen und Empfehlungen so wie Gedanken der Protagonistin dargestellt werden! Es macht alles sehr lebendig und überzeugend. Außerdem bekommt man kleine Einblicke in die japanische und die jüdische Kultur! Definitiv ein Highlight des Jahres!🍁 Gegen Ende des Buches wurden leider japanische Schriftzeichen aus dem Englischen übernommen, was zu Fehlern führt. So wird aus einem hi ein he gemacht.
Die Geschichte von Kyoko, einer Japanerin die sich nach dem Tod ihres Mannes alleine mit ihrem Sohn in den USA zurechtfinden muss. Der Stil, die Sprache und das Tempo gefielen mir sehr gut. Tominaga schaffte es, dass ich mich in die Situation von Kyoko versetzen konnte und Verständnis für ihre ehrlichen Gefühle aufbrachte. Ein schönes Buch.
Characteristics
3 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Yukiko Tominaga ist in Japan geboren und aufgewachsen, seit 2004 lebt sie in den USA. Nach einem Studium des Kreativen Schreibens an der San Francisco State University arbeitet sie derzeit im Lektorat eines Verlags. Ihre Erzählungen sind in verschiedenen Literaturzeitschriften erschienen und für mehrere Preise nominiert worden, »Vermissen auf Japanisch« ist ihr Debütroman.
Posts
Ich konnte nicht viel damit anfangen
Ich glaube das Buch ist nicht meins oder aber ich habe es einfach nicht verstanden. Ich mochte den Schreibstil, aber durch die Zeitsprünge wusste ich oft nicht wo und vor allem wann die Handlung gerade stattfindet, weswegen ich keinerlei Beziehung zu den Figuren aufbauen konnte. Irgendwie waren mir ehrlich gesagt alle mehr oder weniger unsympathisch. Ich habe einfach nicht verstanden worauf die Geschichte eigentlich hinauswollte.
„Vermissen auf Japanisch“ von Yukiko Tominaga ist ihr Debütroman. Übersetzt wurde der Roman von Juliane Zaubitzer. Verlag: mare ET: 21.Februar 2025 Warum konnte er nicht überleben? Es waren nur sechs Wochen… Kyoko lebt mit ihrem jüdischen Ehemann Levi und Sohn Alex in San Francisco. Levi ist selbständig und hat Geldprobleme. Doch anstatt eine Lebensversicherung abzuschließen, gibt er das Geld für ein Tattoo aus. Immer wieder versicherte er seiner Frau, dass sie sich keine Sorgen machen solle. Kyoko sollte sich ausschließlich um die Erziehung ihres Sohnes kümmern, alles weitere würde Levi regeln. Leider kam es nicht dazu, ein Unfall und Kyoko ist alleinerziehend mit einer bankrotten Firma. Das Haus in San Francisco muss zwangsversteigert werden und Levi’s Bruder Ben nimmt die beiden verlorenen Seelen in seinem Haus in Boston auf. Er würde alles für die Familie tun, genau wie ihre Schwiegermutter Bubbe. Kyoko und Alex sind nicht allein und doch fühlt es sich so an. Sie wurden allein gelassen. Kyoko versucht mit ihrer Wut und dem Hass umzugehen, was Levi ihr mit seinem Tod angetan hat. Wie soll sie überleben? Und doch ist sie dankbar, dass sie nun alleine für die Erziehung ihres Sohnes verantwortlich ist. Japaner sind oftmals sehr vage in ihren Aussagen und doch spezifisch in ihren Ansichten. In ihrer Sprache gibt es kein Wort für Vermissen und so erklärt sie Bubbe, als diese meinte, Kyoko weint, weil diese ihren Mann vermisst, dass sie sich selbst vermisst und nicht Levi. „Ich werde ohne dich einsam sein“ war falsch übersetzt, denn jemanden zu vermissen bedeutet nicht unbedingt, dass man einsam war. Jemanden zu vermissen kam von außen. Es ging vorbei. Während die Einsamkeit in einem blieb wie ein Virus. Sie mutierte, und nur Ablenkung ermöglichten uns das Überleben.“ (Pos.2758) Das Zitat zeigt auf, was Worte vermitteln und in der jeweiligen Kultur bedeuten. Es macht mich nachdenklich und hallt nach. Die Autorin lädt mich als Leserin mit ihrer poetischen Sprache ein, in die Gefühlswelt der japanischen Kultur einzutauchen. Emotional und ergreifend erzählt Yukiko Tominaga über Trauer, Verlust, Familie und Zusammenhalt. In ihrem Debütroman zeigt uns die Autorin die zahlreichen Facetten der Trauer und des Vermissens auf. Die Protagonistin versucht sich ein Leben mit ihrem Sohn Alex aufzubauen; finanziell unabhängig von Levi’s Familie zu sein und ihre Werte mit der jüdischen/amerikanischen Welt in Einklang zu bekommen. Unglaublich ehrlich erzählt wird die Geschichte zwischen Bubbe und Kyoko, beide in ihrer Emotion, dem großen Verlust gefangen. Sichtweisen werden ausgetauscht und neue Bande zwischen den beiden geknüpft. Bubbe hat einen Sohn verloren und eine Tochter erhalten. Kyoko kennt auch kein japanisches Wort für Umarmung und lernt durch ihre Schwiegermutter, Zuneigung durch Umarmung auszudrücken. Als Bubbe fragte, wie die Japaner die Liebe erkennen, meinte Kyoko nur „wir lesen die Luft“. Ein anspruchsvoller Roman, der mich als Leserin tief berührt und nachdenklich zurücklässt. Wundervoll in poetischer Sprache geschrieben, zeigt uns dieses Buch vielseitig auf, welche Emotionen der Verlust eines geliebten Menschen hervorruft und vor allem, wie unterschiedlich die verschiedenen Kulturen damit umgehen. Eine Leseempfehlung für diesen berührenden Debütroman.

Ein wirklich schönes Buch! Schon Cover und Titel haben mich sofort angesprochen, und auch der Klappentext machte mich neugierig. Der Einstieg fiel mir dank des angenehmen Schreibstils sehr leicht. Die Geschichte liest sich wunderbar und ermöglicht es, sanft in die Handlung einzutauchen. Die Erzählweise springt zwischen verschiedenen Momenten hin und her, was manchmal kurzzeitig verwirren kann. Doch gerade diese Dynamik verleiht der Geschichte eine besondere Lebendigkeit und verhindert, dass sie eintönig oder zäh wird. Die Atmosphäre des Buches ist eher ruhig und zurückhaltend, ohne große Spannungsspitzen – was perfekt zur Gefühlswelt der Protagonistin Kyoko passt. Die Geschichte vermittelt ihren Verlust auf eindrucksvolle Weise und zeigt zugleich, wie unterschiedlich Menschen mit Trauer umgehen. Auch die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Ich konnte mich in sie hineinversetzen, ihre Handlungen waren nachvollziehbar, und ihre Eigenschaften wirkten authentisch. Für mich ein ganz besonderes Buch – absolut empfehlenswert!

Interessant und tiefgründig, aber etwas wirr
Tominaga schreibt über Kyoko, die ihren Mann verloren hat, und nun mit ihrem Sohn zurückbleibt. Das Buch ist in mehrer Teile aufgebaut, und die Themen, sowie die Zeit springen umher. Mal erzählt sie etwas über ihren Mann, oft aber über den neuen Alltag und wie ihre Familie damit umgeht. Zwischen Erinnerungen, Wut und Sehnsucht zeigt sie eine sehr tiefgründige und verletzliche Art mit Verlust umzugehen. Während diese Elemente teilweise sehr zum Denken anregen und fernab von Klischees sehr erfrischend sind, so habe ich nie richtig in die Geschichte hineingefunden. Auch weil die Handlung phasenweise sehr bruchstückhaft erzählt wird. Gerade das Ende hat sich mir nicht wirklich erschlossen. Vielleicht war das auch das Ziel - mich hat es aber leider nicht wirklich abgeholt. Dennoch etwas neues, das ich nicht bereue gelesen zu haben.
Ich habe mir etwas anderes vorgestellt.
Ich dachte, das Buch hilft einem im Umgang mit Trauer, wenn man jemanden vermisst. Leider war es nur die Geschichte von Kyoko, die ihren Mann verloren hat, welche nicht darum geht, wie man die Trauer richtig bewältigen kann. Es gibt immer wieder Zeitsprünge, auch vom Alter her, wo man erst verstehen muss, in welcher Zeit man jetzt ist. Der Anfang hatte kurze Kapitel und war sehr packend. Man kam sehr schnell voran. Doch dann wurden die Kapitel immer länger und es wurde immer träger. Ich habe zwischendurch auch Kapitel übersprungen, was nicht schlimm ist, da es nicht chronologisch ist. Ich mochte immer wieder die Einflüsse der japanischen Kultur. Leider war das Buch überhaupt nichts für mich, außer ein weiterer Punkt auf meiner Leseliste.
Wenn Trauer nicht eindeutig ist
Für das Wort vermissen, scheint es auf japanisch keinen gleichwertigen Begriff zu geben. Das Gefühl gibt es, aber wie in Worte fassen? Für Kyoko wird das eine jahrelange Suche. Ihr Mann stirbt plötzlich, als der kleine Sohn Alex noch nicht einmal zwei Jahre alt ist. Sie lebt als Japanerin in San Francisco, ist dort ziemlich allein und muss nun, mit einem Haufen Schulden im Nacken, sich und ihr Kind durchbringen. Für die Trauer scheint da nicht wirklich Raum zu sein. Auch nicht für die Wut, die sie empfindet, weil ihr Mann nicht für die Familie gesorgt hat und sie jetzt auf Hilfe anderer angewiesen ist. Und doch ist die allgegenwärtig, äußert sich aber auf vielfache Art und Weise. Kyoko kann sich nicht entscheiden, wie und wo sie leben möchte. Zwischen den Welten scheint sie nirgendwo hin zu gehören. Sie probiert es mit Japan, ihrer Heimat und merkt aber schnell, dass sie sich den Eltern und dem Land entfremdet hat. Auch an der Ostküste, wo die Familie von Levi zu Hause ist, fällt es ihr schwer zu bleiben. Also ist es am Ende doch wieder San Francisco, welches ihr ein zu Hause gibt und in dem sie versucht, finanziell unabhängig zu werden und ihr Kind großzuziehen. Ein abwechslungsreiches Personal hilft, unserer Protagonistin auf dem Boden zu bleiben und sich in der Orientierungslosigkeit nicht zu verlieren. Da ist zum einen Bubbe, die Mutter ihres verstorbenen Mannes. Sie nimmt sich ihrer an, resolut und mit verrückten Ideen, spontan und mit einer Vorliebe für gutes Essen und die Zukunft ihrer Schwiegertochter kümmert sie sich, und wendet dabei manchmal sehr unorthodoxe Methoden an. Sie wirbelt immer mal wieder durch den anekdotisch erzählten Roman, und ich hatte beim Lesen den Eindruck, dass sie eine tiefe Liebe zu Kyoko empfindet. Alex, ihren Sohn lernen wir in verschiedenen Altersstadien kennen. Er ist ein wirklich außergewöhnliches Kind, dass seiner Mutter eine gute Stütze ist. Er kann sich abgrenzen und Zuwendung zeigen, und ich mochte ihn als Protagonisten wirklich sehr. Er zeigt die Emotionen, zu denen seine Mutter nicht in der Lage scheint. Kyoko blieb mir manchmal zu ätherisch, wie eine Papierpuppe, die bei jedem Windstoß wegzuwehen droht. Deshalb waren die beiden Nebenfiguren wichtig, denn sie machen den Roman erst so richtig lebendig. Mi Cha, Kyokos Mitbewohnerin hingegen blieb für mich blass und trat kaum in Erscheinung. Das Vermissen ist allgegenwärtig. Das vermissen eines Partners, der auch wirklich einer ist, das vermissen von Sicherheit und von Heimat. Kyoko versucht alles um dieses Gefühl in den Griff zu kriegen. Sie lässt sich hinein fallen und versinkt beinahe in einer Depression, sie klammert sich an ihr Kind und experimentiert im Umgang mit diesem. Dann wiederum ignoriert sie das traurige Gefühl, ist mit Arbeit und Alltag beschäftigt und versucht die dunkle Wolke, die über ihr schwebt zu ignorieren. Immer dann, wenn sie die Trauer zu vergessen scheint, kommt das schlechte Gewissen und holt sie ein. Tominaga verwendet eine interessante Art des Erzählens, die mir so selten untergekommen ist. Die Episoden sind in keinster Weise chronologisch. Die Erzählung ist sprunghaft, wechselt die Zeiten manchmal an jedem Absatz und ich musste mich ein ums andere Mal neu orientieren, in welcher Phase ich mich denn gerade befinde. Das macht es manchmal etwas schwer einzuordnen, wie sich die Protagonistin entwickelt hat. Trotzdem ging mir das Lesen sehr leicht von der Hand, was sicherlich an der scharfen Beobachtungsgabe der Autorin liegt. Das lässt die Umgebung auch dann plastisch erscheinen, wenn man einen plötzlichen Szene Wechsel hat und noch auf der Suche danach ist, worum es denn gerade im Moment geht. Ein außergewöhnlich erzählter Roman, der in längeren Episoden ein Gesamtbild zeichnet, dass einige Risse hat. Ich empfehle Ihn allen, die sich zwischen Kulturen bewegen, nach Worten für Emotionen suchen und sie vielleicht nicht finden.
Sternebewertung fiktiv
Manchmal begegnet einem ein Buch, das einen ganz still, aber tief berührt. Vermissen auf Japanisch von Yukiko Tominaga war für mich genau so ein Buch. Es erzählt die Geschichte von Kyoko, die nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes mit ihrem kleinen Sohn Alex allein zurückbleibt. Halt findet sie bei ihrer Schwiegermutter, einer warmherzigen und lebenserfahrenen Frau. Doch Kyoko spürt eine innere Leere und hofft, diese in ihrer alten Heimat Japan füllen zu können. Doch dort angekommen, merkt sie schnell, dass ihr Zuhause nicht mehr das ist, was es einmal war. Die Entfremdung sitzt tief, ihre Eltern können ihr dieses Gefühl nicht nehmen und so trifft sie die Entscheidung, nach Amerika zurückzukehren. Was mich an diesem Buch besonders bewegt hat, ist die stille Kraft, mit der Kyoko durch ihre Trauer navigiert. Sie ist nicht perfekt, sie ist oft unsicher, aber genau das macht sie so greifbar. Tominaga schafft es, ihre Emotionen so fein und realistisch zu beschreiben, dass ich mich ihr sehr nahe gefühlt habe. Besonders schön fand ich die Beziehung zu ihrer Schwiegermutter eine Frau, die mehr ist als nur Familie, sondern auch eine echte Freundin und Stütze. Und dann ist da Alex, ihr kleiner Sohn, der mit seiner kindlichen Unbekümmertheit fast unbewusst der Anker in Kyokos Leben wird. Der Schreibstil von Tominaga ist ruhig, aber eindringlich. Man spürt die Melancholie, aber auch die leisen Hoffnungen, die in den Zeilen verborgen liegen. Es ist eine Geschichte über Verlust, über das Gefühl, nicht dazuzugehören, und über die Suche nach einem neuen Platz im Leben. Besonders schön fand ich auch die Gestaltung des Buches. Die Kapitelüberschriften mit japanischen Wörtern und das klassische Cover geben dem Ganzen eine besondere Atmosphäre. Dieser Roman ist kein lautes Buch, aber eines, das nachhallt. Es zeigt, dass der Weg aus der Trauer nicht geradlinig ist, sondern voller Umwege und dass man manchmal erst durch die Fremde wieder zu sich selbst findet. Eine klare Empfehlung für alle, die feinfühlige, ehrliche Geschichten lieben.
Tiefgründig
𝐌𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐌𝐞𝐢𝐧𝐮𝐧𝐠: Manchmal trifft uns das Leben völlig unerwartet – so wie Kyoko, die von einem Tag auf den anderen ihren Ehemann Levi verliert. In einem fremden Land, mit einem kleinen Sohn und Schulden beladen, muss sie sich neu erfinden. Doch zum Glück gibt es Bubbe, ihre temperamentvolle jüdische Schwiegermutter, und Mi Cha, ihre Mitbewohnerin, die ebenfalls zwischen zwei Kulturen lebt. Was dieses Buch besonders macht, ist seine emotionale Tiefe und die feine Art, in der es Verlust, Heimatlosigkeit und kulturelle Unterschiede beschreibt. Kyokos Reise ist nicht nur eine der Trauer, sondern auch eine des Ankommens – bei sich selbst und in einer neuen Lebensrealität. Bubbe sticht als Charakter besonders hervor: herzlich, ein bisschen chaotisch und voller Lebensweisheit. Der Schreibstil ist fast schon poetisch, was sehr schön ist, aber durch die fehlende Kapitelstruktur und die vielen Zeitsprünge manchmal auch herausfordernd. Wer allerdings offen für eine Geschichte ist, die sich langsam entfaltet und einen tief in die Gefühlswelt einer japanischen Frau in Amerika eintauchen lässt, wird hier viel mitnehmen. 𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭: Eine klare Empfehlung für alle, die vor einem anspruchsvollem Roman nicht zurückschrecken und leise, tiefgehende Romane mögen – und für jene, die sich für die kleinen Unterschiede (und Gemeinsamkeiten) zwischen Kulturen interessieren. 💙
So vielschichtig! Definitiv ein Highlight des Jahres!🍁
Vorsicht Selbsthass wird zwischendrin thematisiert. Das Buch zeigt die Vielschichtigkeit der Trauer einer Ehefrau, die ihren Mann verloren hat und nun alleine ihr Kind aufzieht . Besonders ist, dass in der Zeit gesprungen wird und man am Alter des Sohnes festmachen kann, wo man sich befindet. Ich liebe es wie ungefiltert alle Emotionen und Empfehlungen so wie Gedanken der Protagonistin dargestellt werden! Es macht alles sehr lebendig und überzeugend. Außerdem bekommt man kleine Einblicke in die japanische und die jüdische Kultur! Definitiv ein Highlight des Jahres!🍁 Gegen Ende des Buches wurden leider japanische Schriftzeichen aus dem Englischen übernommen, was zu Fehlern führt. So wird aus einem hi ein he gemacht.
Die Geschichte von Kyoko, einer Japanerin die sich nach dem Tod ihres Mannes alleine mit ihrem Sohn in den USA zurechtfinden muss. Der Stil, die Sprache und das Tempo gefielen mir sehr gut. Tominaga schaffte es, dass ich mich in die Situation von Kyoko versetzen konnte und Verständnis für ihre ehrlichen Gefühle aufbrachte. Ein schönes Buch.
















