Die andern sind das weite Meer
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Description
"Leichtfüßig und unterhaltsam geschrieben. Ein abwechslungsreicher, berührender, aber auch aufbauender Roman über Familie, Zusammenhalt und Verantwortung." WDR2 Lesen
In ihrem neuen Roman erzählt Julie von Kessel von einer modernen Familie, in der jeder allein in seiner Krise steckt und niemand in der Lage ist, die Verantwortung für den anderen zu übernehmen. Bis ein Ereignis die Kinder zwingt, endlich erwachsen zu werden.
Familie Cramer droht die Zerreißprobe. Dabei waren sie einst eine Vorzeigefamilie. Ein erfolgreicher Diplomatenvater mit einer schönen Frau und drei wohlgeratenen Kindern. Erst Jahrzehnte später, Mutter Maria ist längst gestorben und die Kinder erwachsen, zeigen sich die Risse im Familienfundament. Und als der Patriarch in eine Demenz schlittert, drohen aus den Rissen einstürzende Wände zu werden.
Luka ist als Fernsehreporterin kaum je zu Hause, Tom mit der Leitung seiner psychiatrischen Klinik beschäftigt, und Elena steigert sich in ihre Jugendliebe hinein, weil sie vor einer unangenehmen Wahrheit die Augen verschließt.
In dem Glauben, von den anderen nicht verstanden zu werden, trägt jeder sein eigenes Päckchen – bis der Vater spurlos verschwindet.
»Ein wundervoller Familienroman voller Witz, Tiefe und einer berührenden Liebe zu allen Figuren. Pures Lesevergnügen und eine unbedingte Empfehlung!« Anna Schudt
Book Information
Author Description
Julie von Kessel ist Journalistin und freie Autorin. Seit vielen Jahren arbeitet sie beim ZDF-Morgenmagazin. Zuvor war sie im ZDF-Studio New York tätig, wo sie unter anderem über den 11. September 2001 berichtete. Bislang sind von ihr die Romane Altenstein, Als der Himmel fiel und Die andern sind das weite Meer erschienen. Sie wuchs in Helsinki, Wien, Zagreb, Bonn und Washington D.C. auf und lebt heute mit ihrer Familie in Berlin.
Posts
Drei Geschwister, mitten im Leben, alle mit beruflichen Herausforderungen und ein Vater mit zunehmender Demenz. Luka, Jornalistin, zu alt für die Kamera, Tom, Leiter einer Psychiatrie auf der Suche nach Erfüllung und beruflich angespannt und Elena, junge Mutter, die unzufrieden mit ihrer Lebenssituation und krank ist. Sie alle sind an einem Punkt im Leben, haben Fehler gemacht, wissen nicht weiter und müssten sich um den Vater kümmern. Realistisch geschildert sind Nähe und Distanz, Streit, Vertrauen, gegenseitige Annahme und Akzeptanz der Andersartigkeit der einzelnen, obwohl - oder gerade weil - man Familie ist. Die Geschichte wird in kurzen Kapiteln erzählt, jeweils aus Sicht der vier Protagonisten, die nicht sehr sympathisch, aber glaubhaft geschildert sind. Besonders gut fand ich den demenzkranken Vater geschildert. Seine Angst und Zerrissenheit kann man fast spüren. Auch kann man die Probleme aller gut verstehen und nachvollziehen. So baut sich auch eine gute Spanneng auf. Man möchte wissen, wie das zu lösen ist. Ein aktuelles Buch mit einer Familiengeschichte, die so oder ähnlich in vielen Familien vorkommen kann und das dazu anregt, zu überlegen an welcher Stelle man selbst gerade steht. Das Ende und die Entscheidung, wie alles weiter gehen kann, kam etwas plötzlichen. Doch sonst passte es gut, denn genauso ist das Leben.
Für mich ein absolutes Highlight! Dieser Familienroman hatte eine unglaubliche Sogwirkung auf mich. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Jede einzelne Geschichte hat mich sehr berührt. Die Charaktere haben mich alle erreichen können und ganz besonders die Sicht von Hans, dem dementen Vater hat mich total überzeugt. Wer Coco Mellors Roman „Blue Sisters“ mochte, wird Julie von Kessels Buch lieben! Lieblingsbuch!
Eine bewegende und tiefgründige Familiengeschichte, die ganz klar und schnörkellos erzählt wird. Hans wird immer hilfsbedürftiger, seine Demenz schreitet unaufhaltsam voran. Auch seine drei Kinder haben ihr Päckchen zu tragen und meistern mehr oder weniger gut ihr Leben. Sie fühlen sich vom Vater und den Geschwistern unverstanden und suchen selbst noch nach ihrem Weg. Als Hans verschwindet treffen die Geschwister wieder aufeinander und müssen sich ihren Ängsten und ihren Vorbehalten gegeneinander stellen. Ein wunderbarer Roman darüber wie man in der Kindheit bereits fürs Erwachsenenalter geprägt wird und viele Verhaltensweisen und übertragene Rollen einfach weiterführt. Hier wird mit etwas Humor und sehr einfühlsam erzählt, da kann man sich in alle Protagonisten sehr gut hinein versetzen. Verstehen oder nachvollziehen konnte ich sie nicht immer aber auch das finde ich so spannend und bereichernd. Am Ende stellt man sich die Frage wer hier eigentlich wem jetzt geholfen hat und wie stark dann doch der Zusammenhalt einer scheinbar zerrütteten Familie sein kann. Ganz klare Empfehlung
Ich bin beim Lesen von Julie von Kessels einfühlsam und unterhaltsam erzähltem Roman auf eine Familien-Konstellation gestossen, die mich gefesselt und zum Nachdenken gebracht hat.
Hans, der Vater, ein ehemaliger Diplomat, hat zunehmend mit einer Demenz zu kämpfen. Er versucht im Alltag klarzukommen, verliert aber immer mehr die Übersicht. Welcher Wochentag ist heute? Wohin bin ich unterwegs? Wer hat mich besucht? Bei all diesen Fragen wird er zunehmend unsicher. So klingelt er morgens um sechs Uhr bei der Nachbarin, um schwimmen zu gehen, oder steht plötzlich vor seinem früheren Arbeitsort, obwohl er eigentlich einkaufen will. Seine Kinder Luka, Tom und Elena haben ihr eigenes Leben und wenig Zeit für ihn. Zudem leiden sie darunter, dass er mit Luka ein ausgesprochenes Lieblingskind hat und die Lebensentwürfe von Tom und Elena infrage stellt. Dafür haben alle drei gerade keine Kraft. Luka ist als Fernsehreporterin in der Ukraine unterwegs, Tom als Klinik-Chef herausgefordert und Elena gesundheitlich und familär in der Krise. Sie alle versuchen den Druck, unter dem sie stehen, zu verdrängen, und vergrössern ihn damit nur. Doch als der Vater plötzlich verschwindet, müssen sie sich ihrer Situation stellen und zusammen nach Lösungen suchen. Dabei war mir anfangs keines der Geschwister besonders nahe, doch im Laufe des Buches erschliessen sich ihre Beweggründe immer mehr und ich kann mich zunehmend in sie hineinfühlen. Julie von Kessel gelingt es hervorragend, die Ambivalenz menschlicher Lebensentwürfe darzustellen und Sympathien aufzubauen.

Sternebewertung fiktiv
Ich bin nicht mehr in der Situation mir darüber Gedanken machen zu müssen oder zu dürfen, was mit meinen Eltern im Alter passiert. Beide Elternteile habe ich schon früh verloren. Das macht mich sehr traurig und gleichzeitig wirft es natürlich die Frage auf: „Was wäre gewesen wenn…? Das echte Leben fragt leider nicht ob es denn passt, es passiert einfach. So auch hier. Familie Cramer, drei Kinder und ein herrischer Vater. Dieser zu Beginn witzig, erst verwirrt und chaotisch. Hans Cramer driftet langsam in die Demenz ab. Das macht sich durch sein Verhalten stark bemerkbar. Er verwechselt Zeiten, Orte und Ereignisse. Drei erwachsene Kinder hat er. Tom, Luca und Elena. Letztere hält krampfhaft an alten Erinnerungen ihrer Jugend und somit auch an ihrer alten Liebe fest. Luca ist Fernsehreporterin und auch in Kriegsgebieten unterwegs. Und zuletzt Tom der Leiter einer psychiatrischen Klinik. Alle drei Kinder haben selten und wenn dann wegen der Familie Kontakt. Mehr Zwang als Zuneigung. Immer am Abwägen wer was gemacht hat und wer nicht schon wieder höflichkeitshalber Aufgaben übernehmen muss. Jeder lebt sein Leben und keiner möchte davon Zeit für den Vater abzweigen und wahrnehmen, dass sein Zustand immer ernster wird. Bis der Vater Hans tatsächlich verschwindet. Familie Cramer ist mir ans Herz gewachsen. Was tun wenn der Alltag nicht mehr rund läuft und Freunde und Familie zu Fremden werden? Eine berührender Familienroman mit ehrlichen, greifbaren Charakteren und einem realistischen Setting.
DIE ANDERN SIND DAS WEITE MEER Julie von Kessel Hans Cramer, Botschafter a.D., war einst eine willensstarke und dominante Persönlichkeit. Man musste seinen Anweisungen folgen, und auch seine Familie blieb von seinem herrischen Regiment nicht verschont. Von außen betrachtet wirkte diese Familie wie eine perfekte Vorzeigefamilie: ein Vater, der weltweit tätig war, verheiratet mit einer wunderschönen Frau und gesegnet mit drei attraktiven Kindern – so dachte man zumindest. Doch hinter der Fassade litt die Familie unter dem Patriarchen. Seine Frau ging ihm aus dem Weg und suchte Trost in zahlreichen Affären. Nur die älteste Tochter, Luca, konnte es ihm jemals recht machen. Sie schloss ein Studium ab und wurde Auslandskorrespondentin – ein Beruf, auf den Hans stolz war. Gerne erzählte er anderen von ihren Erfolgen. Seine beiden jüngeren Kinder hingegen wurden von ihm kaum beachtet. Tom, der seit seiner Kindheit versucht hatte, seinen Vater zu beeindrucken, brachte es „nur“ zu einem Doktor der Psychologie. Dass er am Wannsee eine moderne Klinik aufgebaut hatte, ließ Hans völlig kalt. Und für seine jüngste Tochter Elena empfand er erst recht nichts. Zwei abgebrochene Studiengänge und ein uneheliches Kind – mehr wollte er über sie gar nicht wissen. Heute besuchen die Kinder ihren Vater nur noch selten. Seit dem Tod ihrer Mutter gehen sie Hans, der mit dem Alter keineswegs sanfter geworden ist, aus dem Weg. Doch Hans beginnt, vergesslich zu werden. Er läuft in Badehose durchs Dorf zum Schwimmbad, das es seit 30 Jahren nicht mehr gibt. Die Kinder müssten eingreifen, doch alle drei sind zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt: Luca hat bei einem Auslandseinsatz einen folgenschweren Fehler begangen. Tom trifft bei einem Patienten eine riskante Entscheidung. Und Elena hat eine Affäre mit dem Mann ihrer Cousine. Wie das alles weitergeht und wo es am Ende hinführt, solltet ihr am besten selbst herausfinden. Ein feinfühliger Roman mitten aus dem Leben. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen und konnte kaum abwarten, zu erfahren, wie es weitergeht. Der Schreibstil ist unglaublich flüssig und angenehm. Als kleinen Kritikpunkt möchte ich anmerken, dass der Roman mit zahlreichen ernsten Themen wie Demenz, Krebs, dem Ukrainekrieg, Scheidung, Suizid und einer problematischen queeren Liebesbeziehung ein wenig überfrachtet wirkt. Dennoch spreche ich für dieses Buch, das auch noch so wunderschön gestaltet ist, eine klare Leseempfehlung aus. 4½/ 5

Einfühlsamer Familienroman
Als der Vater Hans, der Patriarch der Familie und frühere Diplomat immer mehr in eine Demenz driftet, scheucht dies seine drei Kinder auf. Da ist Luka, die als Reporterin gerade in der Ukraine unterwegs ist. Tom, der als Arzt mit eigener psychatrischer Klinik mit sich zu tun hat und den ein suizidaler Patient auch im Privaten beschäftigt und da ist Elena, in deren Ehe es kriselt und die ein Schicksalsschlag völlig aus der Bahn wirft. Alle Kinder sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie die Probleme ihres Vaters zunächst verdrängen. So lange, bis diese nicht mehr zu übersehen sind, da der Vater plötzlich verschwunden ist. Da kommen alle drei nach Hause und es entsteht eine Familiengemeinschaft, die sie zusammen und auch ihrem Vater wieder nahe bringt. Eine große Leseempfehlung von mir für alle, die gerne Familienromane mit richtig starken Charakteren lesen, die zum Nachdenken anregen und sich trotz der Schwere leicht lesen lassen.
Tragische Familiengeschichte
Vater Hans wird dement. Seine drei Kinder haben eigene Probleme. Dann verschwindet Hans, die Ereignisse spitzen sich zu. Lesenswerte Familiengeschichte. Die Kapitel sind mit dem jeweiligen Namen des Protagonisten überschrieben, um den es auf den folgenden Seiten schwerpunktmäßig geht.

Ein Buch mit einer sehr heftigen Geschichte und 4 Charakteren, die es mir ungeheuer schwer gemacht haben. Bei Vater Hans wurde Demenz diagnostiziert, er selbst empfindet noch fast keine Probleme. Jedoch fällt dem Umfeld die Veränderung auf. Seine drei Kinder sollten dringend gemeinsame Entscheidungen treffen. Luka ist Reporterin und arbeitet in diversen Krisengebieten. Im Moment muss sie um ihren Job bangen, obwohl sie mitten in der Ukraine arbeitet. In Hans Augen kann sie nichts falsch machen, obwohl sie kaum anwesend ist. Tom leitet eine psychiatrische Klinik und hat selbst mit seiner Karriere als Arzt alles falsch gemacht. Elena wohnt in Hans nähe und soll für den Vater sorgen. Für ihre Geschwister ist das so naheliegend. Als Hans verschwindet, sind die Geschwister endlich dazu verpflichtet sich zusammen zu setzen, um über die weiteren Schritte zu entscheiden. Mein Eindruck: Da ich selbst 19 Jahre meine Mama gepflegt habe, ist dieses Thema für mich ein sehr persönliches. Sich um Eltern zu kümmern ist harte körperliche und emotionale Arbeit. Hier die richtige Entscheidung zu treffen ist ungemein schwer. Deshalb konnte ich die drei Geschwister kaum ertragen. Sich so lange zu weigern, den Tatsachen ins Auge zu blicken, ist fahrlässig und unverantwortlich. Da ging mir zum Teil die Geduld aus. Auch wenn ich die Hintergründe im Laufe natürlich besser verstand. Die Autorin hat hier eine Story entstehen lassen, die mich verstört, verärgert und die menschlichen Beweggründe näher gebracht hat. Gut geschrieben, in abwechselnden Perspektiven und stets so, dass man weiterlesen möchte, um die Geschichten der Charaktere weiter zu verfolgen.

Achtung SPOILER!
"Zum ersten Mal fiel ihm auf, dass sie alle Berge bestiegen, doch jedes Familienmitglied erklomm seinen eigenen Hügel." [S. 90] Hans ist dement. Dies äußert sich schleichend und seine drei Kinder wollen es nicht wahr haben, denn sie haben genug eigene Probleme, um die sie kreisen. Luka ist Journalistin und in Kriegsgebieten unterwegs, um mit der stets spannendsten Story die Einschaltquoten ihres Senders nach oben zu pushen. Psychiater Tom kommt selbst nicht mit seinem Leben zurecht und versucht in zwielichten Selbstfindungsseminaren seine Selbstzweifel auszuschalten. Und Elena hat eine Brustkrebsdiagnose, mit der sie allein versucht fertig zu werden. Sowohl die Grundidee, als auch die Umsetzung haben mir richtig gut gefallen, bis die Autorin schrieb, dass man nach einem Schlaganfall morgens ins Krankenhaus kommt und mittags vermutlich wieder entlassen wird. Das war's dann mit dem guten Buch bei mir, hätte sonst sicher einen Stern mehr bekommen.
Zerbrechliche Familienbande
Familie Cramer steht vor großen Herausforderungen. Der Vater Hans verliert durch seine Demenz zunehmend die Kontrolle über sein Leben, während seine Kinder mit ihren eigenen Problemen kämpfen. Luka ist beruflich fast nie zu Hause, Tom in seiner Klinik stark eingebunden, und Elena flüchtet sich in eine alte Liebe. Als Hans plötzlich verschwindet, müssen die Geschwister sich nicht nur ihrer Vergangenheit, sondern auch den Rissen in ihrer Beziehung stellen. Besonders berührt hat mich die Perspektive von Hans. Seine Gedankenwelt und Gefühle im Umgang mit der Demenz wurden eindringlich und authentisch beschrieben. Die Einsamkeit und das Unverständnis, das er erlebt, gehen unter die Haut. Gerade weil dieses Thema auch in meiner Familie präsent ist, hat mich das sehr bewegt. Ich hoffe, der betroffenen Person künftig mit mehr Verständnis und Sensibilität begegnen zu können. Julie von Kessels Schreibstil hat mir gut gefallen. Sie erzählt ruhig und präzise, schafft es aber gleichzeitig, eine emotionale Tiefe zu erzeugen, die den Figuren Leben einhaucht. Besonders die wechselnden Perspektiven der Familienmitglieder machen die Handlung abwechslungsreich und spannend. Allerdings wirkte die Vielzahl an angesprochenen Themen stellenweise etwas überfrachtet. Es schien, als wollte die Autorin möglichst viele aktuelle Probleme und Themen aufgreifen, was die Glaubwürdigkeit der Geschichte ein bisschen beeinträchtigt hat. Trotz kleiner Schwächen ist der Roman ein lesenswertes Familiendrama, das vor allem Fans von Familiengeschichten ansprechen dürfte.
Ist der Titel des Buches von dem Gedicht "Für einen" von Mascha Kaléko inspiriert? - Die Familiengeschichte hat mir grundsätzlich gefallen. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Vielleicht ein wenig zuviele Problemthemen in einem Buch: Demenz, Krebs, schwieriges Verhältnis zum Vater, Druck im Beruf, Versagen, Schuld, unglückliche Beziehung, Sinnlosigkeitserleben, Suizid ... Und natürlich wird man mit einem Schlaganfall nicht am selben Tag wieder aus dem Krankenhaus entlassen. - Trotzdem, ein Buch das nachhalt. Ich hätte gerne 3,75 Sterne gegeben.
Familiengeschichte mit Auf und Ab!
Die Handlungsstränge für sich gesehen sind spannend geschrieben. Man kann klar erkennen, dass alle Charaktere zum selben Zeitpunkt den Höhepunkt der Storyline erreichen und am Ende family over everything steht. Das Ende hätte ich mir etwas konkreter gewünscht, dennoch ein schöner Roman für zwischendurch!
"Die andern sind das weite Meer" liest sich sehr schnell und flüssig, bleibt dabei aber seltsam distanziert. Der Roman behandelt eigentlich schwere und emotionale Themen wie Demenz, Krankheit, familiäre Entfremdung und verdrängte Konflikte, trotzdem bin ich mit den Figuren nie wirklich warm geworden. Viele Charaktere wirkten eher wie Stellvertreter bestimmter Probleme als wie echte Menschen. Dazu kam, dass die Handlung auf mich zunehmend konstruiert wirkte – als würden möglichst viele familiäre Krisen gleichzeitig zusammengeführt werden, um emotionale Intensität zu erzeugen. Sprachlich ist das Buch solide und angenehm lesbar, emotional blieb es für mich aber überraschend kühl.
Description
"Leichtfüßig und unterhaltsam geschrieben. Ein abwechslungsreicher, berührender, aber auch aufbauender Roman über Familie, Zusammenhalt und Verantwortung." WDR2 Lesen
In ihrem neuen Roman erzählt Julie von Kessel von einer modernen Familie, in der jeder allein in seiner Krise steckt und niemand in der Lage ist, die Verantwortung für den anderen zu übernehmen. Bis ein Ereignis die Kinder zwingt, endlich erwachsen zu werden.
Familie Cramer droht die Zerreißprobe. Dabei waren sie einst eine Vorzeigefamilie. Ein erfolgreicher Diplomatenvater mit einer schönen Frau und drei wohlgeratenen Kindern. Erst Jahrzehnte später, Mutter Maria ist längst gestorben und die Kinder erwachsen, zeigen sich die Risse im Familienfundament. Und als der Patriarch in eine Demenz schlittert, drohen aus den Rissen einstürzende Wände zu werden.
Luka ist als Fernsehreporterin kaum je zu Hause, Tom mit der Leitung seiner psychiatrischen Klinik beschäftigt, und Elena steigert sich in ihre Jugendliebe hinein, weil sie vor einer unangenehmen Wahrheit die Augen verschließt.
In dem Glauben, von den anderen nicht verstanden zu werden, trägt jeder sein eigenes Päckchen – bis der Vater spurlos verschwindet.
»Ein wundervoller Familienroman voller Witz, Tiefe und einer berührenden Liebe zu allen Figuren. Pures Lesevergnügen und eine unbedingte Empfehlung!« Anna Schudt
Book Information
Author Description
Julie von Kessel ist Journalistin und freie Autorin. Seit vielen Jahren arbeitet sie beim ZDF-Morgenmagazin. Zuvor war sie im ZDF-Studio New York tätig, wo sie unter anderem über den 11. September 2001 berichtete. Bislang sind von ihr die Romane Altenstein, Als der Himmel fiel und Die andern sind das weite Meer erschienen. Sie wuchs in Helsinki, Wien, Zagreb, Bonn und Washington D.C. auf und lebt heute mit ihrer Familie in Berlin.
Posts
Drei Geschwister, mitten im Leben, alle mit beruflichen Herausforderungen und ein Vater mit zunehmender Demenz. Luka, Jornalistin, zu alt für die Kamera, Tom, Leiter einer Psychiatrie auf der Suche nach Erfüllung und beruflich angespannt und Elena, junge Mutter, die unzufrieden mit ihrer Lebenssituation und krank ist. Sie alle sind an einem Punkt im Leben, haben Fehler gemacht, wissen nicht weiter und müssten sich um den Vater kümmern. Realistisch geschildert sind Nähe und Distanz, Streit, Vertrauen, gegenseitige Annahme und Akzeptanz der Andersartigkeit der einzelnen, obwohl - oder gerade weil - man Familie ist. Die Geschichte wird in kurzen Kapiteln erzählt, jeweils aus Sicht der vier Protagonisten, die nicht sehr sympathisch, aber glaubhaft geschildert sind. Besonders gut fand ich den demenzkranken Vater geschildert. Seine Angst und Zerrissenheit kann man fast spüren. Auch kann man die Probleme aller gut verstehen und nachvollziehen. So baut sich auch eine gute Spanneng auf. Man möchte wissen, wie das zu lösen ist. Ein aktuelles Buch mit einer Familiengeschichte, die so oder ähnlich in vielen Familien vorkommen kann und das dazu anregt, zu überlegen an welcher Stelle man selbst gerade steht. Das Ende und die Entscheidung, wie alles weiter gehen kann, kam etwas plötzlichen. Doch sonst passte es gut, denn genauso ist das Leben.
Für mich ein absolutes Highlight! Dieser Familienroman hatte eine unglaubliche Sogwirkung auf mich. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Jede einzelne Geschichte hat mich sehr berührt. Die Charaktere haben mich alle erreichen können und ganz besonders die Sicht von Hans, dem dementen Vater hat mich total überzeugt. Wer Coco Mellors Roman „Blue Sisters“ mochte, wird Julie von Kessels Buch lieben! Lieblingsbuch!
Eine bewegende und tiefgründige Familiengeschichte, die ganz klar und schnörkellos erzählt wird. Hans wird immer hilfsbedürftiger, seine Demenz schreitet unaufhaltsam voran. Auch seine drei Kinder haben ihr Päckchen zu tragen und meistern mehr oder weniger gut ihr Leben. Sie fühlen sich vom Vater und den Geschwistern unverstanden und suchen selbst noch nach ihrem Weg. Als Hans verschwindet treffen die Geschwister wieder aufeinander und müssen sich ihren Ängsten und ihren Vorbehalten gegeneinander stellen. Ein wunderbarer Roman darüber wie man in der Kindheit bereits fürs Erwachsenenalter geprägt wird und viele Verhaltensweisen und übertragene Rollen einfach weiterführt. Hier wird mit etwas Humor und sehr einfühlsam erzählt, da kann man sich in alle Protagonisten sehr gut hinein versetzen. Verstehen oder nachvollziehen konnte ich sie nicht immer aber auch das finde ich so spannend und bereichernd. Am Ende stellt man sich die Frage wer hier eigentlich wem jetzt geholfen hat und wie stark dann doch der Zusammenhalt einer scheinbar zerrütteten Familie sein kann. Ganz klare Empfehlung
Ich bin beim Lesen von Julie von Kessels einfühlsam und unterhaltsam erzähltem Roman auf eine Familien-Konstellation gestossen, die mich gefesselt und zum Nachdenken gebracht hat.
Hans, der Vater, ein ehemaliger Diplomat, hat zunehmend mit einer Demenz zu kämpfen. Er versucht im Alltag klarzukommen, verliert aber immer mehr die Übersicht. Welcher Wochentag ist heute? Wohin bin ich unterwegs? Wer hat mich besucht? Bei all diesen Fragen wird er zunehmend unsicher. So klingelt er morgens um sechs Uhr bei der Nachbarin, um schwimmen zu gehen, oder steht plötzlich vor seinem früheren Arbeitsort, obwohl er eigentlich einkaufen will. Seine Kinder Luka, Tom und Elena haben ihr eigenes Leben und wenig Zeit für ihn. Zudem leiden sie darunter, dass er mit Luka ein ausgesprochenes Lieblingskind hat und die Lebensentwürfe von Tom und Elena infrage stellt. Dafür haben alle drei gerade keine Kraft. Luka ist als Fernsehreporterin in der Ukraine unterwegs, Tom als Klinik-Chef herausgefordert und Elena gesundheitlich und familär in der Krise. Sie alle versuchen den Druck, unter dem sie stehen, zu verdrängen, und vergrössern ihn damit nur. Doch als der Vater plötzlich verschwindet, müssen sie sich ihrer Situation stellen und zusammen nach Lösungen suchen. Dabei war mir anfangs keines der Geschwister besonders nahe, doch im Laufe des Buches erschliessen sich ihre Beweggründe immer mehr und ich kann mich zunehmend in sie hineinfühlen. Julie von Kessel gelingt es hervorragend, die Ambivalenz menschlicher Lebensentwürfe darzustellen und Sympathien aufzubauen.

Sternebewertung fiktiv
Ich bin nicht mehr in der Situation mir darüber Gedanken machen zu müssen oder zu dürfen, was mit meinen Eltern im Alter passiert. Beide Elternteile habe ich schon früh verloren. Das macht mich sehr traurig und gleichzeitig wirft es natürlich die Frage auf: „Was wäre gewesen wenn…? Das echte Leben fragt leider nicht ob es denn passt, es passiert einfach. So auch hier. Familie Cramer, drei Kinder und ein herrischer Vater. Dieser zu Beginn witzig, erst verwirrt und chaotisch. Hans Cramer driftet langsam in die Demenz ab. Das macht sich durch sein Verhalten stark bemerkbar. Er verwechselt Zeiten, Orte und Ereignisse. Drei erwachsene Kinder hat er. Tom, Luca und Elena. Letztere hält krampfhaft an alten Erinnerungen ihrer Jugend und somit auch an ihrer alten Liebe fest. Luca ist Fernsehreporterin und auch in Kriegsgebieten unterwegs. Und zuletzt Tom der Leiter einer psychiatrischen Klinik. Alle drei Kinder haben selten und wenn dann wegen der Familie Kontakt. Mehr Zwang als Zuneigung. Immer am Abwägen wer was gemacht hat und wer nicht schon wieder höflichkeitshalber Aufgaben übernehmen muss. Jeder lebt sein Leben und keiner möchte davon Zeit für den Vater abzweigen und wahrnehmen, dass sein Zustand immer ernster wird. Bis der Vater Hans tatsächlich verschwindet. Familie Cramer ist mir ans Herz gewachsen. Was tun wenn der Alltag nicht mehr rund läuft und Freunde und Familie zu Fremden werden? Eine berührender Familienroman mit ehrlichen, greifbaren Charakteren und einem realistischen Setting.
DIE ANDERN SIND DAS WEITE MEER Julie von Kessel Hans Cramer, Botschafter a.D., war einst eine willensstarke und dominante Persönlichkeit. Man musste seinen Anweisungen folgen, und auch seine Familie blieb von seinem herrischen Regiment nicht verschont. Von außen betrachtet wirkte diese Familie wie eine perfekte Vorzeigefamilie: ein Vater, der weltweit tätig war, verheiratet mit einer wunderschönen Frau und gesegnet mit drei attraktiven Kindern – so dachte man zumindest. Doch hinter der Fassade litt die Familie unter dem Patriarchen. Seine Frau ging ihm aus dem Weg und suchte Trost in zahlreichen Affären. Nur die älteste Tochter, Luca, konnte es ihm jemals recht machen. Sie schloss ein Studium ab und wurde Auslandskorrespondentin – ein Beruf, auf den Hans stolz war. Gerne erzählte er anderen von ihren Erfolgen. Seine beiden jüngeren Kinder hingegen wurden von ihm kaum beachtet. Tom, der seit seiner Kindheit versucht hatte, seinen Vater zu beeindrucken, brachte es „nur“ zu einem Doktor der Psychologie. Dass er am Wannsee eine moderne Klinik aufgebaut hatte, ließ Hans völlig kalt. Und für seine jüngste Tochter Elena empfand er erst recht nichts. Zwei abgebrochene Studiengänge und ein uneheliches Kind – mehr wollte er über sie gar nicht wissen. Heute besuchen die Kinder ihren Vater nur noch selten. Seit dem Tod ihrer Mutter gehen sie Hans, der mit dem Alter keineswegs sanfter geworden ist, aus dem Weg. Doch Hans beginnt, vergesslich zu werden. Er läuft in Badehose durchs Dorf zum Schwimmbad, das es seit 30 Jahren nicht mehr gibt. Die Kinder müssten eingreifen, doch alle drei sind zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt: Luca hat bei einem Auslandseinsatz einen folgenschweren Fehler begangen. Tom trifft bei einem Patienten eine riskante Entscheidung. Und Elena hat eine Affäre mit dem Mann ihrer Cousine. Wie das alles weitergeht und wo es am Ende hinführt, solltet ihr am besten selbst herausfinden. Ein feinfühliger Roman mitten aus dem Leben. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen und konnte kaum abwarten, zu erfahren, wie es weitergeht. Der Schreibstil ist unglaublich flüssig und angenehm. Als kleinen Kritikpunkt möchte ich anmerken, dass der Roman mit zahlreichen ernsten Themen wie Demenz, Krebs, dem Ukrainekrieg, Scheidung, Suizid und einer problematischen queeren Liebesbeziehung ein wenig überfrachtet wirkt. Dennoch spreche ich für dieses Buch, das auch noch so wunderschön gestaltet ist, eine klare Leseempfehlung aus. 4½/ 5

Einfühlsamer Familienroman
Als der Vater Hans, der Patriarch der Familie und frühere Diplomat immer mehr in eine Demenz driftet, scheucht dies seine drei Kinder auf. Da ist Luka, die als Reporterin gerade in der Ukraine unterwegs ist. Tom, der als Arzt mit eigener psychatrischer Klinik mit sich zu tun hat und den ein suizidaler Patient auch im Privaten beschäftigt und da ist Elena, in deren Ehe es kriselt und die ein Schicksalsschlag völlig aus der Bahn wirft. Alle Kinder sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie die Probleme ihres Vaters zunächst verdrängen. So lange, bis diese nicht mehr zu übersehen sind, da der Vater plötzlich verschwunden ist. Da kommen alle drei nach Hause und es entsteht eine Familiengemeinschaft, die sie zusammen und auch ihrem Vater wieder nahe bringt. Eine große Leseempfehlung von mir für alle, die gerne Familienromane mit richtig starken Charakteren lesen, die zum Nachdenken anregen und sich trotz der Schwere leicht lesen lassen.
Tragische Familiengeschichte
Vater Hans wird dement. Seine drei Kinder haben eigene Probleme. Dann verschwindet Hans, die Ereignisse spitzen sich zu. Lesenswerte Familiengeschichte. Die Kapitel sind mit dem jeweiligen Namen des Protagonisten überschrieben, um den es auf den folgenden Seiten schwerpunktmäßig geht.

Ein Buch mit einer sehr heftigen Geschichte und 4 Charakteren, die es mir ungeheuer schwer gemacht haben. Bei Vater Hans wurde Demenz diagnostiziert, er selbst empfindet noch fast keine Probleme. Jedoch fällt dem Umfeld die Veränderung auf. Seine drei Kinder sollten dringend gemeinsame Entscheidungen treffen. Luka ist Reporterin und arbeitet in diversen Krisengebieten. Im Moment muss sie um ihren Job bangen, obwohl sie mitten in der Ukraine arbeitet. In Hans Augen kann sie nichts falsch machen, obwohl sie kaum anwesend ist. Tom leitet eine psychiatrische Klinik und hat selbst mit seiner Karriere als Arzt alles falsch gemacht. Elena wohnt in Hans nähe und soll für den Vater sorgen. Für ihre Geschwister ist das so naheliegend. Als Hans verschwindet, sind die Geschwister endlich dazu verpflichtet sich zusammen zu setzen, um über die weiteren Schritte zu entscheiden. Mein Eindruck: Da ich selbst 19 Jahre meine Mama gepflegt habe, ist dieses Thema für mich ein sehr persönliches. Sich um Eltern zu kümmern ist harte körperliche und emotionale Arbeit. Hier die richtige Entscheidung zu treffen ist ungemein schwer. Deshalb konnte ich die drei Geschwister kaum ertragen. Sich so lange zu weigern, den Tatsachen ins Auge zu blicken, ist fahrlässig und unverantwortlich. Da ging mir zum Teil die Geduld aus. Auch wenn ich die Hintergründe im Laufe natürlich besser verstand. Die Autorin hat hier eine Story entstehen lassen, die mich verstört, verärgert und die menschlichen Beweggründe näher gebracht hat. Gut geschrieben, in abwechselnden Perspektiven und stets so, dass man weiterlesen möchte, um die Geschichten der Charaktere weiter zu verfolgen.

Achtung SPOILER!
"Zum ersten Mal fiel ihm auf, dass sie alle Berge bestiegen, doch jedes Familienmitglied erklomm seinen eigenen Hügel." [S. 90] Hans ist dement. Dies äußert sich schleichend und seine drei Kinder wollen es nicht wahr haben, denn sie haben genug eigene Probleme, um die sie kreisen. Luka ist Journalistin und in Kriegsgebieten unterwegs, um mit der stets spannendsten Story die Einschaltquoten ihres Senders nach oben zu pushen. Psychiater Tom kommt selbst nicht mit seinem Leben zurecht und versucht in zwielichten Selbstfindungsseminaren seine Selbstzweifel auszuschalten. Und Elena hat eine Brustkrebsdiagnose, mit der sie allein versucht fertig zu werden. Sowohl die Grundidee, als auch die Umsetzung haben mir richtig gut gefallen, bis die Autorin schrieb, dass man nach einem Schlaganfall morgens ins Krankenhaus kommt und mittags vermutlich wieder entlassen wird. Das war's dann mit dem guten Buch bei mir, hätte sonst sicher einen Stern mehr bekommen.
Zerbrechliche Familienbande
Familie Cramer steht vor großen Herausforderungen. Der Vater Hans verliert durch seine Demenz zunehmend die Kontrolle über sein Leben, während seine Kinder mit ihren eigenen Problemen kämpfen. Luka ist beruflich fast nie zu Hause, Tom in seiner Klinik stark eingebunden, und Elena flüchtet sich in eine alte Liebe. Als Hans plötzlich verschwindet, müssen die Geschwister sich nicht nur ihrer Vergangenheit, sondern auch den Rissen in ihrer Beziehung stellen. Besonders berührt hat mich die Perspektive von Hans. Seine Gedankenwelt und Gefühle im Umgang mit der Demenz wurden eindringlich und authentisch beschrieben. Die Einsamkeit und das Unverständnis, das er erlebt, gehen unter die Haut. Gerade weil dieses Thema auch in meiner Familie präsent ist, hat mich das sehr bewegt. Ich hoffe, der betroffenen Person künftig mit mehr Verständnis und Sensibilität begegnen zu können. Julie von Kessels Schreibstil hat mir gut gefallen. Sie erzählt ruhig und präzise, schafft es aber gleichzeitig, eine emotionale Tiefe zu erzeugen, die den Figuren Leben einhaucht. Besonders die wechselnden Perspektiven der Familienmitglieder machen die Handlung abwechslungsreich und spannend. Allerdings wirkte die Vielzahl an angesprochenen Themen stellenweise etwas überfrachtet. Es schien, als wollte die Autorin möglichst viele aktuelle Probleme und Themen aufgreifen, was die Glaubwürdigkeit der Geschichte ein bisschen beeinträchtigt hat. Trotz kleiner Schwächen ist der Roman ein lesenswertes Familiendrama, das vor allem Fans von Familiengeschichten ansprechen dürfte.
Ist der Titel des Buches von dem Gedicht "Für einen" von Mascha Kaléko inspiriert? - Die Familiengeschichte hat mir grundsätzlich gefallen. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Vielleicht ein wenig zuviele Problemthemen in einem Buch: Demenz, Krebs, schwieriges Verhältnis zum Vater, Druck im Beruf, Versagen, Schuld, unglückliche Beziehung, Sinnlosigkeitserleben, Suizid ... Und natürlich wird man mit einem Schlaganfall nicht am selben Tag wieder aus dem Krankenhaus entlassen. - Trotzdem, ein Buch das nachhalt. Ich hätte gerne 3,75 Sterne gegeben.
Familiengeschichte mit Auf und Ab!
Die Handlungsstränge für sich gesehen sind spannend geschrieben. Man kann klar erkennen, dass alle Charaktere zum selben Zeitpunkt den Höhepunkt der Storyline erreichen und am Ende family over everything steht. Das Ende hätte ich mir etwas konkreter gewünscht, dennoch ein schöner Roman für zwischendurch!
"Die andern sind das weite Meer" liest sich sehr schnell und flüssig, bleibt dabei aber seltsam distanziert. Der Roman behandelt eigentlich schwere und emotionale Themen wie Demenz, Krankheit, familiäre Entfremdung und verdrängte Konflikte, trotzdem bin ich mit den Figuren nie wirklich warm geworden. Viele Charaktere wirkten eher wie Stellvertreter bestimmter Probleme als wie echte Menschen. Dazu kam, dass die Handlung auf mich zunehmend konstruiert wirkte – als würden möglichst viele familiäre Krisen gleichzeitig zusammengeführt werden, um emotionale Intensität zu erzeugen. Sprachlich ist das Buch solide und angenehm lesbar, emotional blieb es für mich aber überraschend kühl.





























