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Traurig, still und irgendwie schwer zu greifen
>>"Jeden Abend scanne ich meinen Tag nach einem Höhepunkt. Habe ich entschieden, frage ich mich, ob ein anderer anders entscheiden würde. Mein Grübeln stürzt mich in den Abgrund, weil mir bewusst wird, dass jeder sich anders erinnert. Und wenn jeder sich anders erinnert, hat jeder eine andere Realität. Und wenn jeder eine andere Realität hat, gerät alles ins wanken. Und wenn alles ins Wanken gerät, sind Sicherheit und Halt eine Illusion."<< Puuh, diese Bewertung zu schreiben fällt mir echt schwer. Denn der Bademeister ohne Himmel ist ein nüchternes, schlicht geschriebenes Buch, das ruhig dahinplätschert – fast schon langweilig wirkt, weil es so unaufgeregt erzählt ist und die Gespräche oft etwas plump daherkommen. Und doch steckt darin so viel Schmerz und Menschlichkeit. Man begleitet den dementen Bademeister Hubert in seinem stillen Verfall und erlebt gleichzeitig eine unglaublich empathische Teenagerin, die selbst mit dunklen Gedanken kämpft, aber versucht, Hubert seine verbleibende Zeit auf Erden so schön wie möglich zu machen. Das Buch zeigt ein Zuhause, das alles andere als liebevoll ist, und einen besten Freund, der einfach nur seltsam wirkt. Trotz, oder vielleicht gerade wegen dieser Schlichtheit berührt das Ende tief, ist versöhnlich und traurig zugleich. Ich bin am Ende froh, dass ich nicht abgebrochen habe – auch wenn es keine leichte Lektüre war.
Nov 3, 2025
Traurig, still und irgendwie schwer zu greifen
>>"Jeden Abend scanne ich meinen Tag nach einem Höhepunkt. Habe ich entschieden, frage ich mich, ob ein anderer anders entscheiden würde. Mein Grübeln stürzt mich in den Abgrund, weil mir bewusst wird, dass jeder sich anders erinnert. Und wenn jeder sich anders erinnert, hat jeder eine andere Realität. Und wenn jeder eine andere Realität hat, gerät alles ins wanken. Und wenn alles ins Wanken gerät, sind Sicherheit und Halt eine Illusion."<< Puuh, diese Bewertung zu schreiben fällt mir echt schwer. Denn der Bademeister ohne Himmel ist ein nüchternes, schlicht geschriebenes Buch, das ruhig dahinplätschert – fast schon langweilig wirkt, weil es so unaufgeregt erzählt ist und die Gespräche oft etwas plump daherkommen. Und doch steckt darin so viel Schmerz und Menschlichkeit. Man begleitet den dementen Bademeister Hubert in seinem stillen Verfall und erlebt gleichzeitig eine unglaublich empathische Teenagerin, die selbst mit dunklen Gedanken kämpft, aber versucht, Hubert seine verbleibende Zeit auf Erden so schön wie möglich zu machen. Das Buch zeigt ein Zuhause, das alles andere als liebevoll ist, und einen besten Freund, der einfach nur seltsam wirkt. Trotz, oder vielleicht gerade wegen dieser Schlichtheit berührt das Ende tief, ist versöhnlich und traurig zugleich. Ich bin am Ende froh, dass ich nicht abgebrochen habe – auch wenn es keine leichte Lektüre war.
Nov 3, 2025






