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Eine zusammenkopierte Mischung aus „Feuchtgebiete“ und „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“
Ein wilder Ritt durch Drogen, Sex und Desorientierung – so könnte man Helene Hegemanns Debüt „Axolotl Roadkill“ in wenigen Worten zusammenfassen. Die 16-jährige Protagonistin Mifti, die in Berlin lebt, führt uns in ein Leben voller Exzesse und Verzweiflung, geprägt von einer Mischung aus Drogenmissbrauch, sinnlosen Affären und philosophischen Gedankensplittern. Doch was zunächst irgendwie schrill, aufregend und provokant wirken mag, wird schnell anstrengend und verliert sich in wirren, sinnfreien Gedankengängen. In Tagebuchform beschreibt Mifti ihren Alltag, der aus dem Schwänzen der Schule, der Berliner Clubszene und einem unaufhörlichen Abdriften in die Selbstzerstörung besteht. Der Schreibstil von Hegemann ist eine Mischung aus kunstvollen, hochtrabenden Sätzen und plumpen Fäkalausdrücken. Diese extreme Diskrepanz macht es schwierig, dem Text zu folgen, und lässt ihn künstlich und überkonstruiert wirken. Man bekommt schnell den Eindruck, dass es hier weniger um den Inhalt geht, als darum, zu schockieren und aus der Masse herauszustechen. Was mir aber am meisten missfällt, ist das Fehlen einer wirklichen Handlung. Mifti driftet durch ihr Leben, reflektiert hin und wieder über den Sinn des Daseins, nur um dann direkt wieder in den nächsten Exzess zu stürzen. Charakterentwicklung? Fehlanzeige. Dazu kommen die immer gleichen Muster – Mifti kotzt, nimmt Drogen, denkt kurz darüber nach, warum sie alles kaputt macht, und macht dann einfach weiter. Auf Dauer schlicht ermüdend redundant. Und dabei stehe ich eigentlich auf diese Art von Romanen. Charles Bukowski oder Hunter S. Thompson, die ebenfalls in schrillem Stil von Drogen, Sex und Desorientierung erzählen, haben mich immer begeistert. Doch was bei ihnen funktioniert – der wilde Trip durch Exzesse und das Absurde – wirkt hier einfach nur gewollt und nicht gekonnt. Nope, das war‘s nicht. Besonders problematisch finde ich jedoch den Hintergrund des Buches. Dass Hegemann großzügig von anderen Autoren und Quellen abgeschrieben hat, führt dazu, dass die ohnehin schon wirre Struktur des Buches noch mehr an Authentizität verliert. Die nachträglich eingefügten Quellenverweise (in meiner Edition noch nicht vorhanden) machen das Ganze nicht besser – es fühlt sich an wie ein Remix, der weder originell noch sonderlich gut zusammengestellt ist. Dass ein solcher „Plagiatsskandal“ überhaupt ein solches Aufsehen erregen konnte, zeigt, wie wenig Substanz letztlich hinter diesem Buch steckt. Nach Jahren auf meinem SUB habe ich das Buch nun doch zur Hand genommen, und ehrlich gesagt – ich wünschte, ich hätte es gelassen. Das Buch mag damals für Aufsehen gesorgt haben (ich hatte es tatsächlich selbst als Teenager und noch weit vor dem Copyright-Skandal gekauft), doch aus heutiger Perspektive wirkt es wie ein verzweifelter Versuch, mit Provokation und Leihideen Aufmerksamkeit zu erhaschen. Für mich bleibt „Axolotl Roadkill“ ein wirres, sinnfreies, zusammengeklautes, überkonstruiertes Werk, das letztlich wenig Mehrwert bietet. Nicht empfehlenswert. ⭐️
Oct 17, 2024
Eine zusammenkopierte Mischung aus „Feuchtgebiete“ und „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“
Ein wilder Ritt durch Drogen, Sex und Desorientierung – so könnte man Helene Hegemanns Debüt „Axolotl Roadkill“ in wenigen Worten zusammenfassen. Die 16-jährige Protagonistin Mifti, die in Berlin lebt, führt uns in ein Leben voller Exzesse und Verzweiflung, geprägt von einer Mischung aus Drogenmissbrauch, sinnlosen Affären und philosophischen Gedankensplittern. Doch was zunächst irgendwie schrill, aufregend und provokant wirken mag, wird schnell anstrengend und verliert sich in wirren, sinnfreien Gedankengängen. In Tagebuchform beschreibt Mifti ihren Alltag, der aus dem Schwänzen der Schule, der Berliner Clubszene und einem unaufhörlichen Abdriften in die Selbstzerstörung besteht. Der Schreibstil von Hegemann ist eine Mischung aus kunstvollen, hochtrabenden Sätzen und plumpen Fäkalausdrücken. Diese extreme Diskrepanz macht es schwierig, dem Text zu folgen, und lässt ihn künstlich und überkonstruiert wirken. Man bekommt schnell den Eindruck, dass es hier weniger um den Inhalt geht, als darum, zu schockieren und aus der Masse herauszustechen. Was mir aber am meisten missfällt, ist das Fehlen einer wirklichen Handlung. Mifti driftet durch ihr Leben, reflektiert hin und wieder über den Sinn des Daseins, nur um dann direkt wieder in den nächsten Exzess zu stürzen. Charakterentwicklung? Fehlanzeige. Dazu kommen die immer gleichen Muster – Mifti kotzt, nimmt Drogen, denkt kurz darüber nach, warum sie alles kaputt macht, und macht dann einfach weiter. Auf Dauer schlicht ermüdend redundant. Und dabei stehe ich eigentlich auf diese Art von Romanen. Charles Bukowski oder Hunter S. Thompson, die ebenfalls in schrillem Stil von Drogen, Sex und Desorientierung erzählen, haben mich immer begeistert. Doch was bei ihnen funktioniert – der wilde Trip durch Exzesse und das Absurde – wirkt hier einfach nur gewollt und nicht gekonnt. Nope, das war‘s nicht. Besonders problematisch finde ich jedoch den Hintergrund des Buches. Dass Hegemann großzügig von anderen Autoren und Quellen abgeschrieben hat, führt dazu, dass die ohnehin schon wirre Struktur des Buches noch mehr an Authentizität verliert. Die nachträglich eingefügten Quellenverweise (in meiner Edition noch nicht vorhanden) machen das Ganze nicht besser – es fühlt sich an wie ein Remix, der weder originell noch sonderlich gut zusammengestellt ist. Dass ein solcher „Plagiatsskandal“ überhaupt ein solches Aufsehen erregen konnte, zeigt, wie wenig Substanz letztlich hinter diesem Buch steckt. Nach Jahren auf meinem SUB habe ich das Buch nun doch zur Hand genommen, und ehrlich gesagt – ich wünschte, ich hätte es gelassen. Das Buch mag damals für Aufsehen gesorgt haben (ich hatte es tatsächlich selbst als Teenager und noch weit vor dem Copyright-Skandal gekauft), doch aus heutiger Perspektive wirkt es wie ein verzweifelter Versuch, mit Provokation und Leihideen Aufmerksamkeit zu erhaschen. Für mich bleibt „Axolotl Roadkill“ ein wirres, sinnfreies, zusammengeklautes, überkonstruiertes Werk, das letztlich wenig Mehrwert bietet. Nicht empfehlenswert. ⭐️
Oct 17, 2024







