Blick ins Buch

Romane

Axolotl Roadkill

2,2(73)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Die 16-jährige Mifti lebt seit dem Tod ihrer Mutter in Berlin und im heranwachsenden Ausnahmezustand. Als ''pseudo-belastungsgestörtes'' Problemkind tanzt, vögelt und kokst sie sich durch die Hauptstadtszene. Das Besondere an Mifti ist ihre Hypersensibilität und ihr offener, fragender Blick auf eine Elterngeneration, die weder auf sich noch ihre Kinder aufpassen kann. Hin- und hergerissen zwischen Genie und Wahn entlarvt Mifti Sprache, Lebensentwürfe und Konventionen der Erwachsenen als das ''allgemeine Dahinschimmeln'' ihres wohlstandverwahrlosten Umfelds.

Der Jungregisseurin Helene Hegemann ist ein wildes und bewegendes Debüt gelungen. Sie ist 17 Jahre alt und der Shooting-Star des deutschen Films: Ihr erster Film Torpedo lief bundesweit im Kino und wurde mit dem renommierten Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet.

Editionen (7)

ISBN9783899036947
VerlagHörbuch Hamburg
Erscheinungsdatum29.01.10

Rezensionen & Bewertungen

73 Bewertungen

12 Rezensionen

2,2

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  • fraumarsupilami
    fraumarsupilami

    187 Follower

    1,0

    Eine zusammenkopierte Mischung aus „Feuchtgebiete“ und „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“

    Ein wilder Ritt durch Drogen, Sex und Desorientierung – so könnte man Helene Hegemanns Debüt „Axolotl Roadkill“ in wenigen Worten zusammenfassen. Die 16-jährige Protagonistin Mifti, die in Berlin lebt, führt uns in ein Leben voller Exzesse und Verzweiflung, geprägt von einer Mischung aus Drogenmissbrauch, sinnlosen Affären und philosophischen Gedankensplittern. Doch was zunächst irgendwie schrill, aufregend und provokant wirken mag, wird schnell anstrengend und verliert sich in wirren, sinnfreien Gedankengängen. In Tagebuchform beschreibt Mifti ihren Alltag, der aus dem Schwänzen der Schule, der Berliner Clubszene und einem unaufhörlichen Abdriften in die Selbstzerstörung besteht. Der Schreibstil von Hegemann ist eine Mischung aus kunstvollen, hochtrabenden Sätzen und plumpen Fäkalausdrücken. Diese extreme Diskrepanz macht es schwierig, dem Text zu folgen, und lässt ihn künstlich und überkonstruiert wirken. Man bekommt schnell den Eindruck, dass es hier weniger um den Inhalt geht, als darum, zu schockieren und aus der Masse herauszustechen. Was mir aber am meisten missfällt, ist das Fehlen einer wirklichen Handlung. Mifti driftet durch ihr Leben, reflektiert hin und wieder über den Sinn des Daseins, nur um dann direkt wieder in den nächsten Exzess zu stürzen. Charakterentwicklung? Fehlanzeige. Dazu kommen die immer gleichen Muster – Mifti kotzt, nimmt Drogen, denkt kurz darüber nach, warum sie alles kaputt macht, und macht dann einfach weiter. Auf Dauer schlicht ermüdend redundant. Und dabei stehe ich eigentlich auf diese Art von Romanen. Charles Bukowski oder Hunter S. Thompson, die ebenfalls in schrillem Stil von Drogen, Sex und Desorientierung erzählen, haben mich immer begeistert. Doch was bei ihnen funktioniert – der wilde Trip durch Exzesse und das Absurde – wirkt hier einfach nur gewollt und nicht gekonnt. Nope, das war‘s nicht. Besonders problematisch finde ich jedoch den Hintergrund des Buches. Dass Hegemann großzügig von anderen Autoren und Quellen abgeschrieben hat, führt dazu, dass die ohnehin schon wirre Struktur des Buches noch mehr an Authentizität verliert. Die nachträglich eingefügten Quellenverweise (in meiner Edition noch nicht vorhanden) machen das Ganze nicht besser – es fühlt sich an wie ein Remix, der weder originell noch sonderlich gut zusammengestellt ist. Dass ein solcher „Plagiatsskandal“ überhaupt ein solches Aufsehen erregen konnte, zeigt, wie wenig Substanz letztlich hinter diesem Buch steckt. Nach Jahren auf meinem SUB habe ich das Buch nun doch zur Hand genommen, und ehrlich gesagt – ich wünschte, ich hätte es gelassen. Das Buch mag damals für Aufsehen gesorgt haben (ich hatte es tatsächlich selbst als Teenager und noch weit vor dem Copyright-Skandal gekauft), doch aus heutiger Perspektive wirkt es wie ein verzweifelter Versuch, mit Provokation und Leihideen Aufmerksamkeit zu erhaschen. Für mich bleibt „Axolotl Roadkill“ ein wirres, sinnfreies, zusammengeklautes, überkonstruiertes Werk, das letztlich wenig Mehrwert bietet. Nicht empfehlenswert. ⭐️

    17. Okt. 2024

  • 1,0

    Rein inhaltlich betrachtet ist Hegemanns Romandebüt "Axolotl Roadkill" wahrlich nichts allzu Neues. Die junge Autorin beschreibt in Form von wirren Tagebucheinträgen der 16jährigen Protagonistin Mifti deren Leben in Berlin. Wilde Drogenexzesse, Sex, Schuleschwänzen, ein verwahrlostes Leben ohne Mutter, Orientierungslosigkeit, der Sinn oder Unsinn des Lebens - Hegemann wartet mit allen möglichen Themen auf, die ein jugendliches Leben beschäftigen können. Nichts, was es nicht schon vorher in irgendeiner Form gegeben hätte. Hegemanns Schreibstil in diesem "Werk" ist hingegen gewöhnungsbedürftig. Sie knallt einem sowohl hochkomplizierte und ausformulierte Sätze als auch scheinbar völlig planlos dahingeschriebene, mit Fäkalausdrücken gespickte Passagen um die Ohren. Bei manchen Dialogen ist nur schwer oder gar nicht zu erkennen, wer hier überhaupt mit wem spricht - es scheint aber auch nicht weiter wichtig zu sein. Die ersten Seiten des Buches erscheinen noch einigermaßen interessant und lesbar, doch je weiter man liest, desto mehr bekommt man den Eindruck, die Hegemann wolle schlicht und einfach nur provozieren und sich möglichst stark vom Rest der Literatur abheben. Die Sprache wirkt zum Teil extrem gekünstelt und kompliziert, dann wieder übertrieben jugendlich und einfach. Ein Handlungsverlauf ist nur mit Mühe zu erkennen, allzu oft philosophiert Mifti nur mehr oder weniger stilvoll über ihr Leben oder darüber, wie sie dieses noch weiter zerstören kann. Darüber hinaus gibt es außer der Protagonistin kaum erwähnenswerte Charaktere. Keiner ist wirklich ausgereift oder für das Geschehen von Bedeutung, es scheint sich bei allen lediglich um Randpersonen zu handeln, die nur dazu da sind, die Selbstdarstellung der Protagonistin zu unterstützen. Schaut man sich nun noch das umfangreiche Quellenverzeichnis, das dem Roman nachträglich hinzugefügt wurde, an, so stellt man unweigerlich fest, dass - zumindest für meinen Geschmack - einfach zu viele Passagen aus dem Buch "geklaut" sind. Die Autorin hat sich für ihr Romandebüt bei so einigen Quellen bedient und mir zwingt sich der Eindruck auf, sie hätte verschiedene Gedanken anderer mit ihren eigenen zusammen in einen Topf geworfen, zusammengemischt, durchgeschüttelt und mit Fäkalausdrücken und (Tabu-) Themen versehen, um das alles in Form eines literarischen Experiments völlig durcheinander und zusammenhanglos aufzuschreiben, auf dass sich die Welt darüber aufrege - und das hat sie ja dann auch getan. "Ihr Debüt ist ein wütender Adoleszensroman, den die Erkenntnis schmerzt, dass alles Entscheidende schon gesagt ist". Dieses Zitat von Maria Delius (Frankfurter Allgemeine Zeitung), das einem in seinen knallpinken Lettern geradezu vom schwarzen Einband des Buches entgegenspringt, leitet mein Schlusswort zu Helene Hegemanns Roman ein: Auch wenn alles Entscheidende scheinbar schon gesagt ist, so sollte man wenigstens den Anstand besitzen, und es in eigenen Worten formulieren anstatt einfach wortwörtlich von anderen Autoren zu stehlen und deren Gedanken für die eigenen auszugeben. Kann man das nicht, so sollte man das Schreiben vielleicht besser sein lassen, oder es anderen überlassen.

    3. Juli 2023

  • saraschuette
    saraschuette

    6 Follower

    1,0

    Warum dieses Buch jemals so gehyped wurde, verstehe ich nicht. Ich erkenne den roten Faden nicht. Es ist eine Aneinanderreihung verquerer Situationen. Das schlimme ist, dass das Leben für manche Drogenabhängige vielleicht genau das ist. Ich verstehe die Moral des Buches dennoch nicht.

    10. Mai 2026

3 von 12 Rezensionen

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 84%
sunnyera
sunnyera7. Feb. 2026

Sponsert by RTL, oder wie? 😅

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Autorin / Autor

Über Helene Hegemann

Helene Hegemann, 1992 in Freiburg geboren, lebt in Berlin. 2008 wurde ihr erster Film Torpedo als Entdeckung des Jahres gefeiert und mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet. 2010 debütierte sie als Autorin mit dem Roman Axolotl Roadkill, der mittlerweile in 20 Sprachen übersetzt wurde. Sie inszeniert für Theater und Oper und hat eine Kolumne in der Zeitschrift Interview.

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