Helene Hegemann über Patti Smith, Christoph Schlingensief, Anarchie und Tradition

Helene Hegemann über Patti Smith, Christoph Schlingensief, Anarchie und Tradition

Hardback
2.615
MusikreiheDichterMusikbibliothekMusik

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Description

Der Funke, der die Gegenwart abfackelt.

Helene Hegemann trifft Patti Smith zum ersten Mal in einer Mehrzweckhalle in Wien, die als Probebühne für Christoph Schlingensiefs »Area 7« dient. Eine Begegnung, die der damals Dreizehnjährigen im weitesten Sinne das Leben rettet.

Patti Smith sprengt in ihrer Kunst alle Gesetzmäßigkeiten und Regeln, die in der Ruhrpott-tristesse, in der Helene Hegemann aufgewachsen ist, als unumstößlich gelten. Von dem Tag an, als sie aus einem Brennpunktstadtteil an die Seite von Patti Smith und in ein Theater katapultiert wird, in der Provokationskünstler die Doktrin vom sozialen Status komplett neu verhandeln, wächst in ihr eine Erkenntnis: Ein Leben, das an Gegensätzen nicht zerbricht, sondern aus ihnen eine explosive, heilende Kraft schöpft, ist möglich.

In diesem scharfsichtigen, welthaltigen und dabei tief persönlichen Text erzählt Helene Hegemann von ihrer Liebe zu der Musikerin, Dichterin, Performance-Künstlerin, Malerin und Fotografin Patti Smith, von Menschen mit reinen Herzen und von einem toten Hasen, der im Januar 1965 durch eine Kunstausstellung geführt und vierzig Jahre später von Patti Smith in Afrika begraben wird.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Literary Essays
Format
Hardback
Pages
112
Price
10.30 €

Author Description

Helene Hegemann, 1992 geboren, lebt in Berlin. 2008 gewann sie mit ihrem ersten Film »Torpedo« den Max-Ophüls-Preis. 2010 debütierte sie als Autorin mit dem Roman »Axolotl Roadkill«, der in 20 Sprachen übersetzt wurde. Die Verfilmung, bei der sie selbst Regie führte, wurde beim Sundance Festival 2017 mit dem World Cinema Dramatic Special Jury Award for Cinematography ausgezeichnet. 2013 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman »Jage zwei Tiger«, 2018 folgte »Bungalow«, für den sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war. 2021 schrieb sie in der KiWi Musikbibliothek über Patti Smith und Christoph Schlingensief, 2022 erschien ihr Kurzgeschichtenband »Schlachtensee«. Sie inszeniert für Oper, Theater und Film.

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Ein in Bernstein eingeschweißter Bereich ihrer Genialität

Meine Lieblingsschauspielerin spielte in „Because the Night“ (ein Patti Smith-Liederabend) mit (sehr toll!). So richtig klar wurde mir erst im Stück, dass es auf dem Büchlein von Helene Hegemann basierte. Musste ich also noch lesen! Und eine Karte für das zufällig entdeckte Patti Smith-Konzert in Hamburg hatte ich da auch schon in der Tasche. Ich mag solche Bündelungen. Viel erwartet hatte ich aufgrund der schlechten Benotung hier nicht, aber die mageren 100 Seiten kann man sich ja trotzdem antun. Erstaunlicherweise gefiel mir die rotzige Schreibweise von Anfang an. Von Helene Hegemanns Lebensgeschichte hatte ich zuvor nichts gewusst. Schon krass. Auch nicht, dass Patti Smith und Christoph Schlingensief befreundet waren. Die Auseinandersetzung auch mit ihm ließ mich um ihn trauern. Helene und Pattis erste Begegnung lässt ewig auf sich warten, aber das ist ein cooler Kniff, der mich zum Lachen brachte. Was für eine erste Begegnung. Schon lustig! Ich habe das Büchlein geliebt, und bei mir hat es einfach super in die Zeit gepasst. „Ich höre den Song (Anmerkung: Frederick) zwischen Baustellen von Luxusimmobilien, im zur Weltmetropole aufgeporschten Brachland von Berlin. Ich höre diese Stimme und wo diese Stimme herkommt und was diese Stimme will oder mal wollte, und etwas fängt Feuer und sorgt für eine Kettenreaktion, die das gesamte Viertel oder die gesamte Gegenwart abfackelt. Wenn Patti Smith mit Anfang siebzig ein Konzert gibt, dann geht das exakt so ab, wie es früher abgegangen sein muss, das ist ein in Bernstein eingeschweißter Bereich ihrer Genialität. Das muss man sich immer in Erinnerung rufen, wenn man sich ihre Allerweltsgeschichten auf Instagram ansieht. Mit denen sie im Grunde ja auch nur demonstriert: Ich bin genauso bekloppt wie alle Großmütter auf der Welt. Sie ist ein Weltstar, und deshalb leidet sie zwangsläufig unter den gleichen Neurosen wie alle Weltstars. Aber ihre Neurosen sind dann doch verhältnismäßig asketisch, würde ich sagen. Und deshalb ein bisschen interessanter.“ <3

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Schöner Schreibstil, traurige story..

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