Drood
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Description
Book Information
Author Description
Dan Simmons wurde 1948 in Illinois geboren. Nach dem Studium arbeitete er einige Jahre als Englischlehrer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Simmons ist heute einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Seine Romane Terror, Die Hyperion-Gesänge und Endymion wurden zu internationalen Bestsellern. Der Autor lebt mit seiner Familie in Colorado, am Rande der Rocky Mountains.
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Unbegreiflich. Es mag wenig stilvoll sein, das Ende eines Romans gleich am Anfang einer Rezension zu erwähnen, aber dieses Schlusswort schwebt so faszinierend nach Abschluss der Lektüre im Raum, dass die Versuchung wohl zu groß war. Un-be-greif-lich. Allein dieses Wort schmilzt wie Butter auf der Zunge und beschreibt mit einer gewissen Lässigkeit die Kernaussage von "Drood". Es ist ein geheimnisvolles, schauriges Werk, aber auch ein beachtenswerter Versuch, die Freundschaft von zwei herausragenden Persönlichkeiten und Literaten des 19. Jahrhunderts einem modernen Lesepublikum vorstellbar zu machen. Hierzu spricht Wilkie Collins quasi selbst zu dem ihm fernen Leser der Zukunft. Auftakt des Berichts ist das furchtbare Eisenbahnunglück am 09. Juni 1865 in Staplehurst, welches Collins alter Freund und Schriftstellerkollege, der unnachahmliche Charles Dickens, wenn auch äußerlich nur leicht verletzt, nicht unbeschadet übersteht. Nur fünf Jahre danach soll das Lebenslicht des großen Autors für immer erlöschen. Welche Rolle spielt hierbei die geheimnisvolle Person DROOD, die Dickens auf seiner Bahnreise begegnet sein soll und der auch die Phantasie von Wilkie Collins opiumgeschwächten Gehirn in unheilvoller Weise anregt? INHALT London, Mitte des 19. Jahrhunderts: Das Theaterstück "The Frozen Deep" erfreut sich beim Publikum allergrößter Beliebtheit. Obwohl der junge Wilkie Collins als Autor des Stückes genannt wird, ist es Charles Dickens der durch seine Mitarbeit und besonders durch die Ausgestaltung des tragischen Helden, Richard Wardour, den er selbst spielt, seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt. Auf Dickens gewaltigen Spaziergängen, die von all seinen Freunden gefürchtet werden, gibt er dröhnend den Monolog seiner Figur zum Besten. Wilkie Collins, der durch rheumatische Gicht schwer geplagt wird, werden diese Märsche oft zur Qual. Außerdem ist er schwer eifersüchtig auf das Genie des Unnachahmlichen, wie er seinen gewaltigen Freund im Stillen nennt. Trotzdem ist er Dickens sehr verbunden, mit dem er durch die Heirat seines Bruders mit der zweitältesten Tochter Dickens auch entfernt verwandt ist. Als Dickens ihn daher ins Vertrauen zieht und Näheres von den Umständen des Bahnunglücks berichtet, ist es für ihn eine Ehrensache, seinem Freund bei seiner Suche nach einem Phantom zu helfen, welches dem Schriftsteller an diesem schrecklichen Tag zum ersten Mal begegnete. Das Wesen Drood mit dem schwarzen Opernumhang bekleidet und durch das fratzenhafte Gesicht entstellt, soll sich in der Londoner Unterwelt aufhalten. In Begleitung eines ehemaligen Polizisten und jetzigen Privatermittlers suchen der souveräne Dickens und der zitternde Collins den Ort der tausend Schrecknisse auf. Allerdings besteht Dickens darauf, den letzten Weg allein zu gehen. Diese Tatsache bringt Collins ein wenig in Verlegenheit, als der Detektiv Fields ihn um Auskünfte ersucht, um den Schwerverbrecher Drood nach jahrelanger Verfolgung doch noch zur Strecke zu bringen. Collins hatte Drood aber bisher eher für eine unwirkliche Figur aus Dickens Albträumen gesehen, die durch die mesmerischen Aktivitäten des Schriftstellers zur Wirklichkeit wurde. Gibt es Drood aber tatsächlich? Wer verwirrt hier kollektiv die Hirne genialer Köpfe? Wilkie Collins, der immer mehr der Drogensucht verfällt, wird zunehmend von dem Phantom geplagt. Auch seine Eifersucht und Wut auf Dickens, der auch das neue Werk von Collins " Der Monddiamant " mit einer vernichtenden Kritik lächerlich macht, steigert sich tödlich. Während für Dickens die Schatten Droods zu verblassen scheinen, folgt Wilkie Collins einem mörderischen Pfad. Dabei nähern sich beide dem Jahrestag des unheilvollen 09. Juni... FAZIT Außer der in sich harmonischen und spannend-schaurigen Geschichte, ist es für den Leser auch faszinierend den vielen Figuren zu begegnen, die Dickens Geschichten und Collins Romane bevölkern. Ein zweiter Inspektor Buket aus " Bleak House " begegnet uns und die Eigenart eines genialen Anwalts aus " Die Frau in Weiß " lässt Wilkie Collins ins Schwitzen kommen. Dan Simmons scheut sich auch nicht davor, seinen Erzähler die verschiedenen Werke seiner Hauptfiguren zu interpretieren oder einfach zu kommentieren. Während Charles Dickens bis zuletzt etwas unnahbar bleibt, kreisen die Gedanken und Gefühle des Wilkie Collins wie ein wirbelnder Drogenrausch um den Leser herum. Einfühlsam nähert er sich der verletzlichen Kreatur, die stets im Schatten größerer Meister zu stehen scheint. Und doch: wenn man sich dem Romanwerk des Wilkie Collins widmet, erkennt man, wie oft hier der erfundene Geist des Autors in Bezug auf seine Person tief stapelt. Unbedingt lesenswert.
Eine wundervolle Mischung aus historischen Fakten und Fiktion, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Mystery.
Dan Simmons hat mit seinem Roman "Drood" einen wirklich fesselnden Roman geschrieben, der mir eine wunderbare Mischung aus historischen Fakten, Fiktion und Mystery geliefert hat. Der Autor Dan Simmons schlüpft hier in die Haut des Autors Wilkie Collins, dessen Mentor und Freund Charles Dickens gewesen ist, und erzählt uns die Geschichte aus Wilkie Collins' Sicht. Aber von Anfang an: Die Geschichte beginnt am 9. Juni 1865, ein Tag, an dem Charles Dickens von seiner ganz persönlichen Katastrophe heimgesucht wurde - dem Zugunglück von Staplehurst. Seit jenem Tag ist Dickens von einer mysteriösen Figur namens Drood besessen, was Dickens' weiteres Leben und seine Werke auf unheimliche Weise beeinflusst und sowohl ihn als auch seinen Freund Wilkie immer tiefer in die düstere und mysteriöse Welt Droods hineinzieht. Während Collins versucht, die Wahrheit über diesen seltsamen Drood herauszufinden, gerät er selbst immer mehr in einen Strudel von Wahnsinn und Obsession... Zuerst: Ich liebe diese "saubere" Sprache und empfand pures Vergnügen beim Lesen! Dan Simmons schreibt sehr detailreich, was man natürlich mögen muss, damit die eigene Ungeduld einem das Buch nicht vergällt. Auch seine Charaktere sind wieder sehr intensiv gezeichnet. Ganz besonders Wilkie Collins und Charles Dickens erwachten in ihrer Gänze vor mir zum Leben. Simmons hat sich auch hier wieder eine wahre Begebenheit zur Vorlage genommen und eine für mich wirklich grandiose Geschichte erschaffen, die mich wunderbar hineingezogen hat in diese düstere Atmosphäre des viktorianischen Londons, die geprägt war von großen Gegensätzen der sozialen Strukturen. Zugleich wirft Simmons Fragen über die Natur des Schreibens auf, aber auch den Einfluss von Obsessionen und die Grenzen zwischen Realität und Fantasie. In seiner Gänze ein wirklich großartiges Werk. Nach einer Recherche aus purer Neugier, war ich dann auch sehr erstaunt, dass sich Charles Dickens tatsächlich sehr zu pseudowissenschaftlichen Themen hingezogen gefühlt haben soll. Wie besonders dem Mesmerismus, der im Buch ein großes Thema ist und zu dem Dickens viele Experimente gemacht haben soll. Alles in allem bietet "Drood", ganz besonders auch Fans von Charles Dickens eine packende, unheimliche Reise in die viktorianische Zeit und der menschlichen Psyche und deren Abgründe. Sollte dieses Buch irgendwann nochmal neu aufgelegt werden, bin ich die Erste, die ein Exemplar kauft, da ich leider nur ein gebrauchtes bekommen konnte.

Als der berühmte Schriftsteller Charles Dickens bei einem tragischen Eisenbahnunfall im Jahr 1865 beteiligt ist, wird er nicht nur traumatisiert, sondern begegnet auch dem mysteriösen Drood. Wie dieser Tag ihn von da an prägt und wie Drood immer wieder in seinem Leben auftaucht, wird von seinem Autorenfreund Wilkie Collins erzählt. Die knapp 1000 Seiten hab ich als Hörbuch gehört und normalerweise halte ich es nicht durch, so lange "dran" zu bleiben. Also Chapeau, Dan Simmons. Da ich gerade vorher zwei Bücher von Collins verschlungen hatte, passte "Drood" perfekt (auch gut, denn es wird viel gespoilert!). "Drood" ist spannend, mysteriös, es gibt ekelerregende, schockierende und alptraumhafte Szenen. Und ich liebe, wie hier Realität mit Fiktion verwoben wird.
1,5 Sterne abgerundet. Ich konnte es wirklich nicht zu Ende bringen. Dieses Buch ist an Langatmigkeit nicht zu überbieten. Die Charaktere sind unsympathisch und ich war nicht in der Lage, mit irgendeinem eine Verbindung aufzubauen. Was hier in 200 Seiten zu Papier gebracht wurde, hätte auch in 70 gepasst und es wäre kein wesentlicher Inhalt verloren gegangen. Dieses Buch war mir einfach zu viel.
Ich weiß ehrlich gesagt, immer noch nicht so ganz, was ich von dem Buch halten soll. Es war eindeutig sehr gut recherchiert und der Autor hat viele viele Informationen verarbeitet und damit ein unheimlich dichtes Werk geschaffen. Aber ich hab auch den Eindruck gewonnen, stellenweise hat Herr Simmons sich doch etwas verrannt. Bei einem solchen Umfang bleiben etwas langatmigere Abschnitte nicht aus. Das war nicht weiter tragisch. Es gab auch sehr viele spannende Absätze. Besonders die letzten ~250 Seiten musste ich einfach in einem Rutsch lesen, weil das Buch sich nicht weglegen lassen wollte. Und trotzdem... Einige Erzählstränge (wobei es da mehr um kleinere Nebenstränge geht) wurden irgendwie unbefriedigend schnell abgegessen. Die dauernde Wiederholung bestimmter Fakten ging mir nach einer Weile etwas auf die Nerven (Ja, wenn ich im Schnitt alle 20 Seiten lese, dass Charles Dickens seine Frau (und Mutter seiner 10 Kinder) hat eiskalt sitzen lassen habe ich es spätestens im 5. Kapitel verstanden... und ich finde es auch grausam und verachtenswert. Irgendwann ist aber auch mal gut.) Seltsamerweise kann ich mich auch des Eindrucks nicht ganz erwähren, dass gerade Wilkie als Charakter relativ blass bleibt. Alle anderen sind mal mehr, mal weniger gut ausgearbeitet, aber Wilkie selbst entzieht sich einem. Dennoch ein gutes Buch, aber es blieb trotzdem ein wenig hinter meinen Erwartungen (wirklich nur ein wenig). Ich glaube, um alles richtig verstehen und erfassen zu können, müsste ich es nochmal lesen. Aber bestimmt nicht gleich im Anschluss ^^
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Dan Simmons wurde 1948 in Illinois geboren. Nach dem Studium arbeitete er einige Jahre als Englischlehrer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Simmons ist heute einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Seine Romane Terror, Die Hyperion-Gesänge und Endymion wurden zu internationalen Bestsellern. Der Autor lebt mit seiner Familie in Colorado, am Rande der Rocky Mountains.
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Unbegreiflich. Es mag wenig stilvoll sein, das Ende eines Romans gleich am Anfang einer Rezension zu erwähnen, aber dieses Schlusswort schwebt so faszinierend nach Abschluss der Lektüre im Raum, dass die Versuchung wohl zu groß war. Un-be-greif-lich. Allein dieses Wort schmilzt wie Butter auf der Zunge und beschreibt mit einer gewissen Lässigkeit die Kernaussage von "Drood". Es ist ein geheimnisvolles, schauriges Werk, aber auch ein beachtenswerter Versuch, die Freundschaft von zwei herausragenden Persönlichkeiten und Literaten des 19. Jahrhunderts einem modernen Lesepublikum vorstellbar zu machen. Hierzu spricht Wilkie Collins quasi selbst zu dem ihm fernen Leser der Zukunft. Auftakt des Berichts ist das furchtbare Eisenbahnunglück am 09. Juni 1865 in Staplehurst, welches Collins alter Freund und Schriftstellerkollege, der unnachahmliche Charles Dickens, wenn auch äußerlich nur leicht verletzt, nicht unbeschadet übersteht. Nur fünf Jahre danach soll das Lebenslicht des großen Autors für immer erlöschen. Welche Rolle spielt hierbei die geheimnisvolle Person DROOD, die Dickens auf seiner Bahnreise begegnet sein soll und der auch die Phantasie von Wilkie Collins opiumgeschwächten Gehirn in unheilvoller Weise anregt? INHALT London, Mitte des 19. Jahrhunderts: Das Theaterstück "The Frozen Deep" erfreut sich beim Publikum allergrößter Beliebtheit. Obwohl der junge Wilkie Collins als Autor des Stückes genannt wird, ist es Charles Dickens der durch seine Mitarbeit und besonders durch die Ausgestaltung des tragischen Helden, Richard Wardour, den er selbst spielt, seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt. Auf Dickens gewaltigen Spaziergängen, die von all seinen Freunden gefürchtet werden, gibt er dröhnend den Monolog seiner Figur zum Besten. Wilkie Collins, der durch rheumatische Gicht schwer geplagt wird, werden diese Märsche oft zur Qual. Außerdem ist er schwer eifersüchtig auf das Genie des Unnachahmlichen, wie er seinen gewaltigen Freund im Stillen nennt. Trotzdem ist er Dickens sehr verbunden, mit dem er durch die Heirat seines Bruders mit der zweitältesten Tochter Dickens auch entfernt verwandt ist. Als Dickens ihn daher ins Vertrauen zieht und Näheres von den Umständen des Bahnunglücks berichtet, ist es für ihn eine Ehrensache, seinem Freund bei seiner Suche nach einem Phantom zu helfen, welches dem Schriftsteller an diesem schrecklichen Tag zum ersten Mal begegnete. Das Wesen Drood mit dem schwarzen Opernumhang bekleidet und durch das fratzenhafte Gesicht entstellt, soll sich in der Londoner Unterwelt aufhalten. In Begleitung eines ehemaligen Polizisten und jetzigen Privatermittlers suchen der souveräne Dickens und der zitternde Collins den Ort der tausend Schrecknisse auf. Allerdings besteht Dickens darauf, den letzten Weg allein zu gehen. Diese Tatsache bringt Collins ein wenig in Verlegenheit, als der Detektiv Fields ihn um Auskünfte ersucht, um den Schwerverbrecher Drood nach jahrelanger Verfolgung doch noch zur Strecke zu bringen. Collins hatte Drood aber bisher eher für eine unwirkliche Figur aus Dickens Albträumen gesehen, die durch die mesmerischen Aktivitäten des Schriftstellers zur Wirklichkeit wurde. Gibt es Drood aber tatsächlich? Wer verwirrt hier kollektiv die Hirne genialer Köpfe? Wilkie Collins, der immer mehr der Drogensucht verfällt, wird zunehmend von dem Phantom geplagt. Auch seine Eifersucht und Wut auf Dickens, der auch das neue Werk von Collins " Der Monddiamant " mit einer vernichtenden Kritik lächerlich macht, steigert sich tödlich. Während für Dickens die Schatten Droods zu verblassen scheinen, folgt Wilkie Collins einem mörderischen Pfad. Dabei nähern sich beide dem Jahrestag des unheilvollen 09. Juni... FAZIT Außer der in sich harmonischen und spannend-schaurigen Geschichte, ist es für den Leser auch faszinierend den vielen Figuren zu begegnen, die Dickens Geschichten und Collins Romane bevölkern. Ein zweiter Inspektor Buket aus " Bleak House " begegnet uns und die Eigenart eines genialen Anwalts aus " Die Frau in Weiß " lässt Wilkie Collins ins Schwitzen kommen. Dan Simmons scheut sich auch nicht davor, seinen Erzähler die verschiedenen Werke seiner Hauptfiguren zu interpretieren oder einfach zu kommentieren. Während Charles Dickens bis zuletzt etwas unnahbar bleibt, kreisen die Gedanken und Gefühle des Wilkie Collins wie ein wirbelnder Drogenrausch um den Leser herum. Einfühlsam nähert er sich der verletzlichen Kreatur, die stets im Schatten größerer Meister zu stehen scheint. Und doch: wenn man sich dem Romanwerk des Wilkie Collins widmet, erkennt man, wie oft hier der erfundene Geist des Autors in Bezug auf seine Person tief stapelt. Unbedingt lesenswert.
Eine wundervolle Mischung aus historischen Fakten und Fiktion, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Mystery.
Dan Simmons hat mit seinem Roman "Drood" einen wirklich fesselnden Roman geschrieben, der mir eine wunderbare Mischung aus historischen Fakten, Fiktion und Mystery geliefert hat. Der Autor Dan Simmons schlüpft hier in die Haut des Autors Wilkie Collins, dessen Mentor und Freund Charles Dickens gewesen ist, und erzählt uns die Geschichte aus Wilkie Collins' Sicht. Aber von Anfang an: Die Geschichte beginnt am 9. Juni 1865, ein Tag, an dem Charles Dickens von seiner ganz persönlichen Katastrophe heimgesucht wurde - dem Zugunglück von Staplehurst. Seit jenem Tag ist Dickens von einer mysteriösen Figur namens Drood besessen, was Dickens' weiteres Leben und seine Werke auf unheimliche Weise beeinflusst und sowohl ihn als auch seinen Freund Wilkie immer tiefer in die düstere und mysteriöse Welt Droods hineinzieht. Während Collins versucht, die Wahrheit über diesen seltsamen Drood herauszufinden, gerät er selbst immer mehr in einen Strudel von Wahnsinn und Obsession... Zuerst: Ich liebe diese "saubere" Sprache und empfand pures Vergnügen beim Lesen! Dan Simmons schreibt sehr detailreich, was man natürlich mögen muss, damit die eigene Ungeduld einem das Buch nicht vergällt. Auch seine Charaktere sind wieder sehr intensiv gezeichnet. Ganz besonders Wilkie Collins und Charles Dickens erwachten in ihrer Gänze vor mir zum Leben. Simmons hat sich auch hier wieder eine wahre Begebenheit zur Vorlage genommen und eine für mich wirklich grandiose Geschichte erschaffen, die mich wunderbar hineingezogen hat in diese düstere Atmosphäre des viktorianischen Londons, die geprägt war von großen Gegensätzen der sozialen Strukturen. Zugleich wirft Simmons Fragen über die Natur des Schreibens auf, aber auch den Einfluss von Obsessionen und die Grenzen zwischen Realität und Fantasie. In seiner Gänze ein wirklich großartiges Werk. Nach einer Recherche aus purer Neugier, war ich dann auch sehr erstaunt, dass sich Charles Dickens tatsächlich sehr zu pseudowissenschaftlichen Themen hingezogen gefühlt haben soll. Wie besonders dem Mesmerismus, der im Buch ein großes Thema ist und zu dem Dickens viele Experimente gemacht haben soll. Alles in allem bietet "Drood", ganz besonders auch Fans von Charles Dickens eine packende, unheimliche Reise in die viktorianische Zeit und der menschlichen Psyche und deren Abgründe. Sollte dieses Buch irgendwann nochmal neu aufgelegt werden, bin ich die Erste, die ein Exemplar kauft, da ich leider nur ein gebrauchtes bekommen konnte.

Als der berühmte Schriftsteller Charles Dickens bei einem tragischen Eisenbahnunfall im Jahr 1865 beteiligt ist, wird er nicht nur traumatisiert, sondern begegnet auch dem mysteriösen Drood. Wie dieser Tag ihn von da an prägt und wie Drood immer wieder in seinem Leben auftaucht, wird von seinem Autorenfreund Wilkie Collins erzählt. Die knapp 1000 Seiten hab ich als Hörbuch gehört und normalerweise halte ich es nicht durch, so lange "dran" zu bleiben. Also Chapeau, Dan Simmons. Da ich gerade vorher zwei Bücher von Collins verschlungen hatte, passte "Drood" perfekt (auch gut, denn es wird viel gespoilert!). "Drood" ist spannend, mysteriös, es gibt ekelerregende, schockierende und alptraumhafte Szenen. Und ich liebe, wie hier Realität mit Fiktion verwoben wird.
1,5 Sterne abgerundet. Ich konnte es wirklich nicht zu Ende bringen. Dieses Buch ist an Langatmigkeit nicht zu überbieten. Die Charaktere sind unsympathisch und ich war nicht in der Lage, mit irgendeinem eine Verbindung aufzubauen. Was hier in 200 Seiten zu Papier gebracht wurde, hätte auch in 70 gepasst und es wäre kein wesentlicher Inhalt verloren gegangen. Dieses Buch war mir einfach zu viel.
Ich weiß ehrlich gesagt, immer noch nicht so ganz, was ich von dem Buch halten soll. Es war eindeutig sehr gut recherchiert und der Autor hat viele viele Informationen verarbeitet und damit ein unheimlich dichtes Werk geschaffen. Aber ich hab auch den Eindruck gewonnen, stellenweise hat Herr Simmons sich doch etwas verrannt. Bei einem solchen Umfang bleiben etwas langatmigere Abschnitte nicht aus. Das war nicht weiter tragisch. Es gab auch sehr viele spannende Absätze. Besonders die letzten ~250 Seiten musste ich einfach in einem Rutsch lesen, weil das Buch sich nicht weglegen lassen wollte. Und trotzdem... Einige Erzählstränge (wobei es da mehr um kleinere Nebenstränge geht) wurden irgendwie unbefriedigend schnell abgegessen. Die dauernde Wiederholung bestimmter Fakten ging mir nach einer Weile etwas auf die Nerven (Ja, wenn ich im Schnitt alle 20 Seiten lese, dass Charles Dickens seine Frau (und Mutter seiner 10 Kinder) hat eiskalt sitzen lassen habe ich es spätestens im 5. Kapitel verstanden... und ich finde es auch grausam und verachtenswert. Irgendwann ist aber auch mal gut.) Seltsamerweise kann ich mich auch des Eindrucks nicht ganz erwähren, dass gerade Wilkie als Charakter relativ blass bleibt. Alle anderen sind mal mehr, mal weniger gut ausgearbeitet, aber Wilkie selbst entzieht sich einem. Dennoch ein gutes Buch, aber es blieb trotzdem ein wenig hinter meinen Erwartungen (wirklich nur ein wenig). Ich glaube, um alles richtig verstehen und erfassen zu können, müsste ich es nochmal lesen. Aber bestimmt nicht gleich im Anschluss ^^









