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Romane

Vatermal

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Über das Buch

Ein Roman von radikaler Wahrheit und unvergesslicher Intensität

Arda weiß nicht, wie viel Zeit ihm noch bleibt. Er liegt mit Organversagen im Krankenhaus seiner Heimatstadt im Ruhrgebiet; an seinem Bett sitzen abwechselnd seine Mutter Ümran und seine Schwester Aylin. Seit zehn Jahren haben die beiden kein Wort miteinander gesprochen.

Zum Abschied wendet er sich an seinen Vater, den er nie kennengelernt hat. Arda erzählt dem Unbekannten von Geburtstagen im Ausländeramt und vom letzten Sommer auf dem Bahnhofsplatz, bevor alle seine Freunde verschwinden: Bojan wird abgeschoben. Danny wird zu früh Vater. Savaș geht zurück in die Türkei, nachdem er seine Mutter verliert.

Aber Arda erzählt auch von Schwester und Mutter: von Aylin, die von zuhause wegrennt. Und von Ümran, die sich ihr Leben ganz sicher anders vorgestellt hat.

Necati Öziri schreibt eine Familiengeschichte über einen Sohn, eine Mutter und eine Schwester, deren Leben und Körper gezeichnet sind von sozialen und politischen Umständen. Ein Roman von radikaler Wahrheit, Wut, Kraft, Liebe und Sehnsucht – und das dringlichste Debüt des Jahres.

Editionen (3)

ISBN9783844936230
VerlagHörbuch Hamburg
Erscheinungsdatum27.07.23

Rezensionen & Bewertungen

430 Bewertungen

93 Rezensionen

4,4

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  • ribrob99
    ribrob99

    89 Follower

    4,0

    Die Geschichte von Arda und seiner Familie steht für viele Menschen, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in einem fremden Land.

    Zwischen türkisch sein und deutsch werden, liest man unverblümt über Vorurteile, Ausgrenzung, Rassismus, familiäre Konflikte und Sucht. Sein Vater hatte ihn in diese Situation geworfen und dann im Stich gelassen. Demnach fühlt sich die Geschichte für mich wie eine Versöhnung aber auch eine Abrechnung zugleich an. Das Buch ermöglichte mir einen leichten Einstieg in die Migrationsliteratur. Ich kann es nur empfehlen :)

    13. Dez. 2025

  • minijane
    minijane

    166 Follower

    4,5

    Berührende Migrationsgeschichte „Vatermal“ ist eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht. Der Sohn, Arda, liegt mit Organversagen im Krankenhaus und es ist unklar, ob er es schaffen wird. Abwechselnd wird er von seiner Mutter und seiner Schwester besucht, die seit 10 Jahren nicht mehr miteinander gesprochen haben. Vom Krankenbett aus schreibt er Briefe an seinen abwesenden Vater, über sein Leben, seine Träume, seine Gefühle. Schon das Wort „Papa“ oder „Baba“ aufzuschreiben klingt für Arda seltsam, denn sein Vater ist für ihn eine Leerstelle, die er nur mit Erzählungen seiner Mutter und seiner Schwester füllen kann. Sein Vater ist zurück in die Türkei gegangen und hat Ümran mit den Kindern mittellos zurückgelassen. Arda wächst mit seiner überforderten Mutter und seiner Schwester Ayla, im Ruhrgebiet auf. Er erzählt von seinem Leben mit Schikane und Rassismus, von Perspektivlosigkeit und geplatzten Träumen, einem Leben ohne Pass und ohne Geld. Die Figuren wirken sehr authentisch und der Roman wird sehr ehrlich und kraftvoll mit Zuhilfenahme von Jugendsprache zeitweise auch grob, dann wieder zart und humorvoll erzählt. Die Tragik dieser Geschichte hat mich sehr berührt und ich werde sicher noch eine Weile darüber nachdenken. Unbedingt lesen!

    10. Jan. 2026

  • dinaisy
    dinaisy

    213 Follower

    5,0

    So gut! Viel Liebe geht raus an dieses Buch. Arda, Danny, Bojan und Savas, aber auch Aylin sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen und Ich hatte in verschiedenen Szenen immer wieder den Busbahnhof unserer Stadt und Schüler:innen aus meinen Klassen vor Augen. Leben, die gelebt werden, obwohl sie anders geträumt werden. Leben, aus denen das Beste gemacht wird. Leben, in denen die, die nicht da sind, so präsent sind.

    14. Jan. 2024

3 von 93 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 22474%
hablesengelernt
hablesengelernt18. Nov. 2025

Mir bricht es das Herz, dass Bojans Geschichte die Geschichte von so vielen Menschen ist. Das Buch würd ich als Schullektüre empfehlen, allein fürs sensibilisieren.

Seite 25584%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Necati Öziri

Necati Öziri, geboren in einer der vielen grauen Ecken des Ruhrgebiets (»Hölle Hölle Hölle!«), hat Philosophie, Germanistik und Neue Deutsche Literatur in Bochum, Istanbul und Berlin studiert. Er lebt in Berlin sein drittes Leben, schreibt, macht Theater und manchmal einen auf Intelelli, wofür ihm sein sechzehnjähriges Ich wahrscheinlich eine Schelle verpassen würde. In seinen Texten ist natürlich alles wahr. Öziri war Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung und unterrichtete an der Ruhr-Universität Bochum formale Logik, bis er feststellte, dass Logik die Welt nicht besonders gut beschreibt. Seitdem versucht er zu schreiben, nicht wie die Welt ist, sondern wie sie sich anfühlt. Er ist erbitterterer Feind von Kälte, Lactose und Kurz-Biographien. Als Theaterautor schreibt er für das Maxim Gorki Theater, das Nationaltheater Mannheim und das Schauspielhaus Zürich. Öziri trifft sich regelmäßig mit alten Versionen seiner selbst, sie sitzen in Schulheften voller Kaffeeflecken herumblätternd auf dem Boden von Ämtern und warten (worauf eigentlich?) oder sie chillen auf Bänken am Bahnhof und bieten ihm einen Joint an. Bei den 45. Tagen der deutschsprachigen Literatur (Ingeborg-Bachmann-Preis) gewann er den Kelag-Preis und den Publikumspreis. Als Kurator leitet er zudem das Internationale Forum des Theatertreffens der Berliner Festspiele. Bei Wut und anderer Erregung dunkelrote Färbung der Ohren. Eray von Egilmez, geboren 1976 in Aydın/Türkei, ist ein Berliner Schauspieler türkischer Herkunft. Nach seinem Studium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg stand er u. a. am Berliner Ensemble und am Schauspiel Frankfurt auf der Bühne. Im Fernsehen trat er in bekannten TV-Produktionen wie »Tatort«, der Showtime Serie »Homeland« oder der Netflix Serie »Dogs of Berlin« auf. Außerdem war Eray von Egilmez vier Jahre lang Teil der »Blue Man Group« in New York und Berlin, wofür er eigens trommeln lernte.

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