Blick ins Buch

Vatermal: Gewinner Literaturpreis Ruhr 2024

4,4(27)
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Über das Buch

ISBNB0C1JMKCHZ
VerlagUllstein eBooks
Erscheinungsdatum27.07.23
Seitenzahl257

Rezensionen & Bewertungen

27 Bewertungen

12 Rezensionen

4,4

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  • julsico
    julsico

    78 Follower

    3,5

    Dem Leben ein Stück näher

    Wie wird man zu sich selbst? Was prägt einen? Kann man Abschied von der eigenen Vergangenheit nehmen? Wie beeinflussbar ist die Zukunft? Necati Öziri hat in Worte gefasst, was diese und noch viele andere Fragen für den Protagonisten Arda bedeuten. Arda steht an einem Wendepunkt, denn er weiß nicht, wie lange er noch leben wird. Daher nutzt er die Zeit im Krankenhaus und schreibt an seinem Vater, den er nie wirklich kennengelernt hat. Er erzählt von seiner Mutter, seiner Schwester und seinen Freunden und versucht so, dem Leben wieder ein Stück näher zu kommen. Er erzählt von einem Aufwachsen mit Migrationshintergrund und davon, wie die Vergangenheit die Gegenwart seiner Familie geprägt hat. Gefesselt hat mich dabei vor allem die Geschichte von Ümram, Adras Mutter, welche ihrem Sohn auch ihre persönliche Geschichte erzählt. Auch wenn man Ümram aus distanzierter Sicht eher nicht als herzliche Mutter bezeichnen würde, hat man doch viel Mitgefühl für sie und durchlebt die verpassten Chancen und erzwungenen Entscheidungen, die sich später auf die Beziehung zu ihren Kindern auswirken. Ich bin Ardas Gedanken gern gefolgt - Als Highlight konnte sich der Roman jedoch nicht für mich entpuppen.

    22. Okt. 2024

  • jettebabette
    jettebabette

    104 Follower

    4,0

    Was heißt es in Deutschland ein Migrant zu sein?

    Arda liegt mit einer Krankheit auf der Intensivstation und schreibt, auf seinem Laptop, einen Brief an seinen Vater. Ein Vater der abwesend war und versucht zu verstehen, warum alles so gekommen ist, wie es kam. Ardas Leben ist nicht einfach. In dem Buch schreibt erst von seinem Leben aber auch, über das seiner Mutter und seiner Schwester. Die Geschichten aus der Perspektive, als er ein kleiner Junge war, haben mich sehr berührt. Der Cut als er dann doch Jugendliche würde, fand ich erst gewöhnungsbedürftig aber habe mich schnell in den älteren Arda rein versetzen können. Ich weiß, wie es ist, ohne Vater aufzuwachsen. Ich kann seine Gefühle und Gedanken dazu so sehr verstehen. "Ihr seid vielleicht abgehauen, aber wir konnten euch nicht entkommen. Ihr wart beides, weg und trotzdem da" Ich fände das Buch sehr lesenswert und kann es weiterempfehlen.

    8. März 2025

  • bea777
    bea777

    483 Follower

    5,0

    Berührend und traurig!

    Arda liegt mit einer Autoimmunkrankheit auf der Intensivstation. Die Zeit in der sein Leben ernstlich bedroht ist, nutzt er, um einen Brief an seinen Vater zu schreiben, den er nie kennen gelernt hat. Es ist eine Abrechnung, die aber nicht anklagend ist, sondern eher zeigt, wss er verpasst hat. Arda nimmt dabei verschiedene Perspektiven ein, die erklären, wie das Leben seiner Eltern so geworden ist. Mit welchen traumatischen Erlebnissen bspw. seine Mutter umgehen musste, die sie im Umgang mit der Tochter Aylin zu Fehlern trieben. Aylin, die schließlich aus dem Leben mit Mutter und Bruder ausgebrochen ist, weil sie die Ausbrüche der Mutter und die Ungerechtigkeit ihr gegenüber nicht aushielt. Necati Öziri hat mit Vatermal ein sehr berührendes Portrait über Kinder aus Zuwandererfamilien geschrieben. Er gibt Einblicke mit welchen Hoffnungen Menschen nach Deutschland kamen und wie diese aufgrund bürokratischer Hürden je ausgebremst wurden. Die Menschen haben für den Umgang mit den Enttäuschungen verschiedene Wege gefunden. Diese sind zum Teil sehr traurig. Die Geschichte von Arda hingegen, der nach Berlin geht, um Literatur zu studieren macht Mut. Bis zu dem Zeitpunkt an dem er ernstlich erkrankt. Öziri bedient sich einer sehr klaren Sprache. Ich habe es sehr, sehr gerne gelesen.

    29. Sept. 2024

3 von 12 Rezensionen

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