Zwischen Welten

Zwischen Welten

Hardback
3.8570

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Description

»Ein großer Gesellschaftsroman. Passt perfekt in unsere Zeit.« Christhard Läpple, ZDF Heute Journal

Zwanzig Jahre sind vergangen: Als sich Stefan und Theresa zufällig in Hamburg über den Weg laufen, endet ihr erstes Wiedersehen in einem Desaster. Zu Studienzeiten waren sie wie eine Familie füreinander, heute sind kaum noch Gemeinsamkeiten übrig.

Stefan hat Karriere bei Deutschlands größter Wochenzeitung DER BOTE gemacht, Theresa den Bauernhof ihres Vaters in Brandenburg übernommen. Aus den unterschiedlichen Lebensentwürfen sind gegensätzliche Haltungen geworden. Stefan versucht bei seiner Zeitung, durch engagierte journalistische Projekte den Klimawandel zu bekämpfen. Theresa steht mit ihrem Bio-Milchhof vor Herausforderungen, die sie an den Rand ihrer Kraft bringen.

Die beiden beschließen, noch einmal von vorne anzufangen, sich per E-Mail und WhatsApp gegenseitig aus ihren Welten zu erzählen. Doch während sie einander näherkommen, geraten sie immer wieder in einen hitzigen Schlagabtausch um polarisierende Fragen wie Klimapolitik, Gendersprache und Rassismusvorwürfe. Ist heute wirklich jeder und jede gezwungen, eine Seite zu wählen? Oder gibt es noch Gemeinsamkeiten zwischen den Welten? Und können Freundschaft und Liebe die Kluft überbrücken?

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
448
Price
24.70 €

Author Description

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Promotion im Europa- und Völkerrecht. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman »Adler und Engel« (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Heinrich-Böll-Preis (2019). Im Jahr 2018 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und wurde zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt. Ihr Roman »Über Menschen« war das meistverkaufte belletristische Hardcover des Jahres 2021. Zuletzt erschien bei Luchterhand der zusammen mit Simon Urban verfasste Bestseller »Zwischen Welten«.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
31%
19%
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N/A
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Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
N/A
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Pace

Fast0%
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Moderate100%
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Writing Style

Simple0%
Complex100%
Moderate0%

Posts

93
All
4.5

Das war richtig gut. Ich konnte Vieles so gut nachvollziehen. Leider gab es keine (für mich akzeptablen) Lösungsansätze und auch das Ende war zwar passend, aber desillusionierend. Von mir aber trotzdem eine absolute Empfehlung für jede Generation. Vielleicht helfen ja solche Bücher, die jeweils andere Position besser zu verstehen.

4

Achtung das Buch hat selbstreflektierende Nebenwirkungen!

Wenn es Autor*innen gelingt, mich selbst zu Reflektieren, war das Lesen in jedem Fall ein Gewinn. Zur Geschichte: Theresa und Stefan kennen sich aus Unizeiten, haben sich aber aus den Augen verloren und seit über 20 Jahren nicht gesehen. Ihre Entwicklungen hätten unterschiedlicher nicht sein können. Theresa hat nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters den Bauernhof im brandenburgischen übernommen. Sie sieht sich einem ständig wachsenden Druck ausgesetzt, der durch EU-Voschriften, Schweinepest und einem mangelnden Interesse der Bundesregierung hervorgerufen wird. Stefan hingegen ist aufstrebenden Star am Journalistenhimmel und soll Chefredakteur einer der renommiertesten Zeitungen werden. Durch Zufall treffen sich Theresa und Stefan wieder und tauschen sich fortan über Emails und Messengerdienste zu relevanten gesellschaftlichen Themen aus. Es geht um Gendergerechtigkeit, das Klima und Rassismus. Da prallen Ansichten und Welten aufeinander, die zumindest am Anfang gegensätzlicher nicht sein können. Beide erleben in der Geschichte Ereignisse, die ihre Meinungen verändern. Man hat den Eindruck, dass sie einander zuhören und auch verstehen. Ich fragte mich beim Lesen ständig, wie es wohl ausgehen wird. Das Ende passt und ist auch glaubhaft. Das Buch hat mich beim Lesen sehr beschäftigt. Ich habe mich gefragt, ob ich nicht auch oft von oben herab auf andere schaue und dabei übersehe, mit welchen Sorgen und Nöten sie sich konfrontiert sehen. Ich versuche künftig besser hinzugehen und Dinge zu hinterfragen und trotzdem für die eigenenWerte einzustehen. Das ist doch ein guter Neujahrsvorsatz.

5

Können wir noch miteinander reden?

Erstmal vorweg: Der Roman hat mich zum Nachdenken angeregt, daher 5 Sterne. Man braucht 200 Seiten bis es richtig gut wird. Dann der Inhalt: zwei Freunde treffen sich lange nach dem Studium wieder. Früher lebten sie zusammen in einer WG, studieren Germanistik und fühlten sich verbunden. Theresa und Stefan. Doch dann stirbt Theresas Vater, sie fühlt sich verpflichtet seinen Bauernhof in Brandenburg zu retten. Stefan dagegen wird Journalist bei einer renommierten Zeitung in Hamburg. Die Form? Der Roman besteht aus E-mails zwischen den beiden alten Bekannten. Sie treffen aufeinander, unterschiedlicher könnten sie fast gar nicht sein. Wie Theorie und Praxis. Wie Ost und West. Wie dumm und schlau. Wie Dorf und Stadt. Ich mag die Mündlichkeit in den E-mails, als würde man hören, wie sich die beiden anschreien. Das Coole am Roman: Erstmal gibt es zwei Autoren. Sie schaffen es die beiden Figuren sehr authentisch wirken zu lassen. Sie stehen wie Sinnbilder für ganze Bevölkerungsgruppen. Spoiler: Es geht auch viel um das Thema, jemanden zu canceln. Das war in die Handlung genial eingeflochten. Man sollte sich schon überlegen, wen man für was an den Pranger stellt und welche Folgen das hat. Insgesamt ist das Buch sehr gesellschaftskritisch und setzt sich mit aktuellen Problemen der Bauern, im Journalismus, Aktivismus, der Mischung daraus und anderen Problemen wie Gendern, Krieg und Diskrimminierung auseinander.

3.5

Julie Zeh hat gemeinsam mit Simon Urban einen Roman geschrieben, der aus E-Mails und Whatsapp-Nachrichten besteht. Theresa und Stefan haben in einer WG zusammen gewohnt, treffen sich nach 20 Jahren wieder und diskutieren nun aktuelle Themen, streiten sich und beschreiben sich ihre aktuellen, grundverschiedenen Lebenswelten. Sie ist Milch-Bäuerin in einer abgelegenen Gegend in Brandenburg, er ist Kulturchef der angesehenen Hamburger Zeitung „Der Bote“. Aus diesen Unterschieden in den Lebensentwürfen resultieren unterschiedliche Haltungen zu Themen wie gendern, Rassismus und Klimapolitik, um nur einige zu nennen. Nach der Lektüre bleibt für mich die Frage, warum zwei so verschiedene Menschen sich so lange und intensiv schreiben. (Sie nimmt das Notebook morgens mit in den Melkstand!) Die Figuren kommen einem nicht wirklich nahe und scheinen etwas überstilisiert in Ihren Rollen, vielleicht eine gewollte satirische Überzeichnung. Der ehrgeizige, karriereverliebte Redakteur und die von der Bürokratie drangsalierte Bäuerin, beide mit einem gemeinsamen Germanistikstudium, verbeißen sich in ihre kontroversen Überzeugungen, was aber zu einigen interessanten Punkten führt. Fast auf jeder Seite gibt es eine Anmerkung, die man unterstreichen möchte. Es ist ein Buch, das (noch) aktuelle Themen aufgreift, Einblicke in zwei Lebenswelten bietet und grundlegende Fragen zum Umgang mit sozialen Medien, zur Meinungsbildung und moderner Kommunikation aufwirft. Beim Lesen war ich jeweils zwischen den beiden Sichtweisen hin und her geworfen. Die Haltung von Stefan und seine Meinungsumschwünge entlarven sich selber. Aus der Haltung von Theresa wird klar, wie schnell man in das rechte Spektrum abrutschen kann. Die beiden Figuren bleiben sich selbst fremd und als Leserin hätte ich mir gewünscht, mehr erzählt zu bekommen, als dies in dieser Form möglich war. Das Buch liest sich jedoch flüssig und es gibt einige Gelegenheiten, eigene Standpunkte zu überdenken. Aus diesem Grund ist die Lektüre durchaus zu empfehlen.

4

Zuerst fiel es mir schwer, in den Stil reinzukommen, da fast es ausschließlich aus dem Austausch mit WhatsApp und E-Mail zwischen Stefan und Theresa besteht. Durch die Aktualität des Buches fand ich mich dann aber zurecht und war begeistert von den verschiedenen Sichtweisen zu hochaktuellen Themen. Auch wenn es einige Längen gab und ich das Buch teilweise zur Seite gelegt habe, hat mich immer wieder interessiert, wie sich die Meinungen entwickeln. Zuerst habe ich mich ganz klar einer Meinung zuordnen können, fand aber die gegenteiligen Argumente interessant, wenn auch nicht immer unbedingt nachvollziehbar. Es passte aber immer zu den jeweils handelnden Personen. Zum Ende hin ging es dann nicht mehr ausschließlich um die Positionen sondern es passierte so viel, dass es fast spannend wurde. Das Ende ist meiner Meinung nach gut gelöst, insgesamt ein wirklich zu empfehlendes Buch, das den Zeitgeist gut aufarbeitet und interessant darstellt. Klare Leseempfehlung.

4

Super wie hier brandaktuelle Themen in Literatur aufgegriffen werden. Ein großes Beitrag für mehr gegenseitiges Verständnis. Ich hab mich erst mit der Form des Romans etwas schwergetan, habe mich jedoch mit der Zeit daran gewöhnen können.

Super wie hier brandaktuelle Themen in Literatur aufgegriffen werden. Ein großes Beitrag für mehr gegenseitiges Verständnis. Ich hab mich erst mit der Form des Romans etwas schwergetan, habe mich jedoch mit der Zeit daran gewöhnen können.
4

Roman im E-Mail - SMS Stil über aktuelle Themen dieser Zeit. Stefan und Theresa lebten während des Studiums in einer WG zusammen. Ihr Leben hätte unterschiedlicher nicht verlaufen können, Stefan ist Chefredakteur bei einer Zeitung und sie hat den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb übernommen . Nur das Ende habe ich mir anders vorgestellt.

4

zwei menschen, die sich einmal nah waren, treffen sich nach jahren wieder und merken, wie sehr sie einander entfremdeten

theresa und stefan könnten wirklich nicht verschiedener sein. einst eng verbunden und zusammenlebend in einer wg und heute in zwei ganz anderen lebensrealitäten, müssen die beiden bei ihrem wiedersehen folgendem ins auge blicken: die zeit verändert uns, die umstände prägen uns. theresa ist landwirtin in brandenburg und kämpft täglich ums überleben ihres hofs als folge der politischen entwicklungen, bürokratie und des klimawandels. stefan hingegen sitzt in hamburg und bildet sich seine meinung eher aus der distanz heraus. anfangs fand ich es gewöhnungsbedürftig in den stil reinzukommen – immerhin besteht das buch aus emails und nachrichten, die sie sich schreiben, was ich manchmal als anstrengend empfand. andererseits zeigt es recht gut auf, auf welcher ebene kommunikation heutzutage stattfindet. so eine nachricht ist impulsiv und schnell geschrieben, oft jedoch auch missverständlich. was mich am meisten beschäftigt hat, ist diese festgefahrene streiterei, bei der es kaum noch darum ging, einander zuzuhören, sondern viel mehr darum, recht zu behalten. beide figuren haben mich oft dabei so ziemlich genervt – stefan mit seiner selbstgefälligen „ich hab den durchblick“-art und theresa, die oft genauso stur wirkt. aber das macht es eben auch so real, wie ich finde. es werden in dem buch wirklich viele gesellschaftliche themen aufgegriffen – von klimapolitik über rassismus, gendern, bis hin zu gesellschaftlicher spaltung – ohne dabei jegliche antworten zu liefern. stattdessen zeigt es eher, wie schwierig es geworden ist, überhaupt noch miteinander zu reden, ohne sofort in schubladen gesteckt zu werden. auch wenn es stellenweise anstrengend und nervig war, ist es dennoch ein wichtiges buch und ziemlich nah an dem, was gerade in unserer gesellschaft passiert. es regt definitiv zum nachdenken an und zeigt die wichtigkeit für das gegenseitige verständnis auf. wenn menschen sich missverstanden fühlen, tun sich abgründe auf.

4

Interessante idee. Das Buch besteht nur aus Emails und WhatsApp Nachrichten die sich zwei ehemalige WG Studenten schreiben. Sie hat inzwischen einen Landwirtschaftlichen Betrieb in Brandenburg und er ist Journalist der größten deutschen Wochenzeitung in Hamburg. Es geht um die Haltung zu Allerei aktuellen Themen wie Gendern, Rassismus etc etc. Dabei wird die Entwicklung der beiden gut aufgezeichnet, die dreht sich im Buch nämlich so ein ums andere Mal, und wie im echten Leben besteht jede Haltung aus unterschiedlichen Widersprüchen. Also von mir eine absolute Leseempfehlung und das obwohl ich nicht der allergrößte Juli Zeh Fan bin.

5

Kein Thriller, aber irgendwie doch. Der normale Wahnsinn des Lebens durch zwei völlig unterschiedliche Brillen. Toll geschrieben, harte Realität… Kommt ein zweiter Teil?!?

4

Hochaktuelle Gesellschaftskritik „Zwischen Welten „von Juli Zeh und Simon Urban befasst sich mit der aktuelle Streitkultur, in der andere Meinungen nur schwerlich akzeptiert werden. Vielmehr werden Andersdenkende gerne beschimpft und diffamiert. Man wirft ihnen sofort etwas vor, wie etwa Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Fortschrittsverweigerung u.s.w.. Sehr schön ist das ja in der Politik zu beobachten, aber auch zunehmend in der Gesellschaft. Unsere beiden Protagonist*innen kennen sich aus Studientagen, wo sie zusammen in einer WG in Münster gewohnt haben. Theresa ist irgendwann über Nacht einfach aus Stefan‘s Leben verschwunden, da ihr Vater verstorben war und ihre Mutter sich außerstande sah den eigenen Bauernhof in Brandenburg weiterzuführen. Sie hat dann entschieden selbst Bäuerin zu werden und hat es geschafft den Familienhof zum Ökobetrieb umzustrukturieren. Stefan dagegen ist nach dem Studium Journalist geworden und hat Karriere in einem renommierten Wochenblatt in Hamburg gemacht. Ihre Lebenswelten unterscheiden sich heute also sehr. Während Stefan sich von seinem Großstadtschreibtisch zu allen Themen unserer Zeit eine Meinung bildet, kämpft Theresa auf dem Land ganz konkret gegen die ganze Bürokratie, die der Landwirtschaft das Leben schwer macht. Einerseits versucht sie alles richtig zu machen, ihren Hof mit biologischer Landwirtschaft in die Zukunft zu führen, andererseits werden ihr von der Politik immer wieder Auflagen gemacht, die ihre Existenz gefährden. Jetzt wo sie sich zufällig wiedergetroffen haben, versuchen Theresa und Stefan, die alte Freundschaft wieder aufleben zu lassen, tauschen ihre Kontaktdaten und beginnen einen regen Austausch per e-Mail und What’s App. Das ganze Buch ist ein „Briefroman“ allerdings mit den modernen Medien e-Mail, What‘s App und ab und an SMS. Das macht es auch zuweilen etwas anstrengend und ist sicher nichts für jedermann. Beide Figuren waren mir nicht wirklich sympathisch. Stefan ist ein Besserwisser, der sich für total weltoffen und reflektiert hält und eigentlich jedem politischen Trend hinterherläuft. Und Theresa wirkt auch irgendwie etwas stereotyp. Sie kämpft tagtäglich in ihrem Betrieb mit den Folgen des Klimawandels, z.b den trockenen Böden oder den vielen bürokratischen Hürden, die den Landwirten das Leben wirklich schwer machen. Auch wenn sie sich heftig streiten, auch vor Beleidigungen des anderen nicht zurückschrecken, finden sie doch immer wieder zum Gespräch zurück. Die Themen sind vielfältig und aktuell. Es geht um Rassismus, die Frauenrollen, das Gendern aber auch um den Krieg in der Ukraine, Fremdenfeindlichkeit im Osten, Corona und die AFD, um nur ein paar Themen zu nennen. Die Auswirkungen der modernen Medien auf die Gesellschaft, die Hetze im Netz und die Cancel Culture bekommt Stefan dann auch hautnah in seinem Zeitungsbetrieb zu spüren. Auch wenn man weder Theresa noch Stefan zu 100% mag, kann man der einen oder anderen Position durchaus zustimmen. Juli Zeh und Simon Urban haben einen Gesellschaftsroman geschrieben, der sehr aktuell ist und den Finger immer genau in die Wunden des Systems stößt. Man wird nach der Lektüre schon nachdenklich, und die Lektüre gibt einem mit Sicherheit eine Menge Denkanstöße mit auf den Weg.

5

Wahnsinn - mehr fällt mir fast nicht ein. Als Hörbuch unschlagbar!

3

2 Menschen - 2 Leben - 2 Sichtweisen

Ich habe mir zunächst unfassbar schwer getan, in das Buch reinzukommen. Ausgehend vom Klappentext bin ich nicht unbedingt von reinem Messaging als Stilmittel ausgegangen, was mich zugegeben bis ins erste Drittel irritiert, ja schon fast frustriert hat. Dann hat die Story zwischen den beiden Protagonist:innen so langsam Fahrt aufgenommen und wurde interessanter - da wurden nicht mehr länger leere Grundsatzdiskussionen geführt, bei denen sich jedes Mal aufs Neue aneinander aufgerieben wurde, sondern die Lage wurde für beide auf ihre Weise politisch und ernst. Die immerwährenden Konflikte und Missverständnisse in der Kommunikation der beiden bereiten einem Unbehagen, zwischenzeitlich war ich schon fast genervt - obwohl man diese Verirrungen im Tunnel selbst nur allzu gut kennt - das traf auf jeden Fall einen Nerv. Insgesamt ein solides Buch, das die richtigen Fragen zu unserer politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage stellt. Durch meine Erwartungshaltung nach „Über Menschen“ stilistisch nicht mein Lieblingsbuch von Juli Zeh.

3.5

3,5⭐️

Gut geschrieben in dem Sinne, dass ich recht gut durch das Buch durchkam, aber halt auch insgesamt extrem anstrengend. Die E-Mails haben sich teilweise für mich sehr gezogen und ich finde es schade, dass so krampfhaft jeder Konflikt der letzten Jahre aufgegriffen wurde. Keine Ahnung ob die Autorin wirklich etwas für mich ist.

4.5

Das Buch, das polarisiert

Mir ist in letzter Zeit kein Buch begegnet, dass so sehr polarisiert wie dieses. Ich habe den Eindruck, dass die Lese Gesellschaft diesbezüglich gespalten ist. Die einen schimpfen „Purer Boulevard, oberflächlich und populistisch!“ Die Anderen feiern es als hochaktuelles Abbild unserer gegenwärtigen Gesellschaft. Ich gehöre eher zu den Letzteren. Theresa und Stefan haben im Studium in einer WG, eine geschwisterliche Freundschaft gepflegt. Nachdem sie sich 20 Jahre aus den Augen verloren hatten, begegnen Sie sich zufällig wieder und streiten sich direkt. Das passiert bevor der Roman beginnt und wir erfahren das und alles weitere aus E-Mails und Chat-Nachrichten. Die beiden kommen aus verschiedenen Welten. Er ist Redakteur einer großen Wochenzeitung in Hamburg, sie die Geschäftsführerin eines Biobauernhofs mit Milchwirtschaft. Ihr könnt euch denken, dass die Unterhaltungen nicht auf einer Wellenlänge segeln. Während Stefan eher aus einer linksliberalen Position heraus argumentiert, ist es Theresa wichtig ihre Bodenhaftung zu betonen. Probleme haben beide, und dominiert werden diese von allen Themen, die uns gerade aktuell beschäftigen. Sie kommen hier auf den (Küchen-)Tisch. Feminismus, Bio Wirtschaft, Sexismus, Rassismus, Cancel, Culture oder Über-Bürokratisierung, Ukrainekrieg und Corona - nichts bleibt außen vor. In der Diskussion spielen die unterschiedlichen Positionen eine große Rolle, aber auch die Suche nach gemeinsamer Lösung. Manch ein Streit wird vom Zaun gebrochen, meist kriegen sie irgendwie die Kurve. Nebenher passiert sehr viel, was sich teilweise dramatisch steigert. Im Buch spielt sich quasi all das ab, was in vielen Familien, Freundeskreisen, Kollegien oder Vereinen auf Nebenschauplätzen mehr oder weniger hitzig zum Besten gegeben wird. Sympathisch sind beide Figuren nicht so richtig, wobei mir eine Figur zum Ende hin immer unsympathischer wurde, während mein Wohlwollen gegenüber der anderen Figur hin und her schwankte. Manchmal war es so, dass ich beide gut verstehen konnte oder eben überhaupt gar nicht. Der Plot, der sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, ist kein gemeinsamer, sondern jeder schiebt seinen eigenen Film. Die Suche nach dem Verständnis beim Anderen für die eigene Situation war teilweise zermürbend. Mir hat die besondere Form der einzelnen Nachrichten gut gefallen. Sowas macht mir selten Probleme. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass die Autoren Lösungen finden mussten, wie sie Informationen an uns ran bringen können. Das ist nicht immer gut gelungen. Zum Ende hin wurden die Mails immer länger, und ich hatte oft den Eindruck, dass hier Dinge rein gepackt wurden, die wir als Leser wissen müssen beziehungsweise wollen und da keine andere Methode zur Verfügung steht. Deshalb sind diese für mich irgendwann ein wenig unglaubwürdig geworden. So schreibt man keine Mails, so schreibt man Romane. Ich kann darüber aber hinwegsehen. Das Ende hätte ich stilistisch (nicht inhaltlich) anders gelöst. Schade, dass den Autoren da der Mut zu einem Stilbruch fehlte. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch weil ich es in einem Buddy Read gelesen habe und wir uns unmittelbar und intensiv über die einzelnen Themen austauschen, streiten und versöhnen konnten. Das empfinde ich als eine große Bereicherung. Auch habe ich mehr über die Probleme in der Landwirtschaft gelernt. Mein Horizont hat sich dahingehend schon erweitert. Mein Mitgefühl auch. Mich würde sehr interessieren wie Journalist*innen dieses Buch bewerten würden…. Ob sie ihre Branche realistisch genug wieder finden. Ich befürchte ja. Dass dieses Buch auch Leser so polarisiert, finde ich sehr lustig, spiegelt sich darin genau das wieder was in dem Buch passiert. Haben die Autoren das so gewollt? Wenn ja, dann Chapeau-Challenge completed!😂 Wenn ihr dieses Buch auch lesen möchtet, dann wartet nicht lange. In ein paar Jahren interessiert niemanden mehr, was darin steht, denn dann werden neue Säue durchs Dorf gejagt. Also ein Buch der Stunde.

3

„Für uns Ossis ist Emanzipation keine große Nummer. Da habt ihr Wessis einfach erheblichen Nachholbedarf.“ Eine kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft - grundsätzlich interessant, aber auf Dauer auch etwas anstrengend.

4

Ein echt gutes Buch! In dem Buch geht es um die Landwirtin Theresa und den Journalisten Stefan, die sich nach 20 Jahren zufällig wiederbegegnen. In der Zeit haben sich die beiden sehr verändert... Mir gefällt an der Geschichte der beiden vorallem deren Kommunikation. Sie schreiben sich meist E-Mails bzw. über Messenger Apps. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für Politik, Wirtschaft bzw. Sprache interessiert :)

Eins zum nachdenken. Beide extreme nicht meins... Aber dazwischen gibt's auch viel, das ich verstehen kann. Puh. Aber jetzt brauch ich was schönes....

2.5

Streckenweise ermüdender, insgesamt nichtüberzeugender Nachrichtenausstausch zwischen einem hochmütigem Journalisten und einer aktivistischen Öko-Landwirtin. Die Form schlägt hier den Inhalt k.o. In diesem Textnachrichtenroman reihen sich ellenlange E-Mails und Kurznachrichten zwischen zwei vielbeschäftigten Protagonisten aneinander, die sich zufällig nach 20 Jahren einmal wieder begegnet sind und kaum noch Gemeinsamkeiten haben. Doch auf einmal stellen sie fest, dass der digitale Schlagabtausch das ist, wofür sie Zeit und Kraft übrig haben? Da bleiben so viele Fragezeichen bei der Form, dass der Inhalt mich kaum noch interessiert.

4

Goethes Briefwechsel mit dem Kinde 2022. Bodenständige, brandenburgische Landwirtin debattiert mit borniertem, linken Journalisten

Theresa und Stefan kennen sich aus dem Studium. Küchentischgespräche (sic!), gemeinsames Studium der Germanistik, unerfüllte Liebe, die volle Palette. Sie treffen sich zufällig 20 Jahre später wieder, nachdem sie sich abrupt verloren hatten. Man erfährt ausschließlich von allen Vorgängen aus Mails und WhatsApp-Verläufen, eine interessante neue Form des Briefromans, ich mochte das. Im Laufe zeigt sich, dass die einzelnen Erklärungen der Ereignisse doch etwas konstruiert wirken, um sie in dieser Form wieder zu geben. Vor allem nach Treffen oder Telefonaten der beiden. Insgesamt war es aber sehr erfrischend, diese Art des Schreibens mal wieder zu lesen. „Zwischen Welten“ thematisiert auf mitreißende Art viele Problematiken unserer Gesellschaft, vor allem im Bereich Polarisierung und der Umgang der Medien mit aktuellen Geschehnissen. Bereits am Anfang war klar, dass dieser Roman den Anspruch hat, die jeweilige Bubble, in welcher sich der Leser befindet, zu öffnen, Diskurs zu ermöglich, Empathie zu generieren. Das hat auch zu Beginn toll funktioniert. Sah ich mich zuerst absolut auf Stefans Seite, entwickelte ich immer mehr Sympathie für Theresa, war immer genervter von dem überheblichen Journalisten, der glaubt, weitsichtig zu sein, aber nicht über seinen Tellerrand schauen konnte. Theresa erschien mir zu Beginn nervend impulsiv, verbohrt, nahezu zickig. Ihr Charakter hat mich irgendwann abgeholt, auch wenn ich weiter vieles nicht teilen konnte. Sie beginnt, Stefans Blick zu erweitern, ihm den Spiegel vorzuhalten. „Deine Kämpfe, dein Leiden - sie finden auf der Meta-Ebene statt. Es geht dir nicht um greifbare Probleme, nicht um die Bedrohung deiner Existenz oder der von anderen Leuten. Es geht dir um die Frage, wer was sagen oder schreiben darf, wer auf einer Bühne stehen darf, wer wo arbeitet, wie eine Zeitung heißt.“ Man beginnt selbst mit der Reflektion. Inwieweit man die Belange, Sorgen und Nöte vermeintlich „dummer, anders denkender“ wirklich versteht. In der linken, akademischen Bubble geht es manchmal wirklich um Probleme, die man sich selber macht. Populisten bieten uns aber natürlich keine Antworten. Sie versprechen einfache Lösungen für komplexe Probleme. Und so bleibe ich in meiner Blase, auch wenn es dieses Buch geschafft hat, meine Perspektive etwas zu öffnen. Seite 200-300 stellten für mich einen kleinen inhaltlichen Hänger dar. Ganz kam ich bei der emotionalen Entwicklung der Protagonisten nicht mit. Ich fieberte ihrer Annäherung entgegen. Ich wünschte mir so sehr eine Lösung. Eine Verbindung der Welten. Ein gutes Ende. Jetzt ist 2025. Die Welt zeigt mir, dass es das nicht gibt. In den aktuellen Diskursen ist kein gutes Ende vorgesehen.

Goethes Briefwechsel mit dem Kinde 2022. Bodenständige, brandenburgische Landwirtin debattiert mit borniertem, linken Journalisten
2

Mühsame Lektüre

Puh, dieses Buch hat sich sehr mühsam gelesen und ich habe es nur fertiggelesen, weil ich es nicht abbrechen wollte. Dass das Buch ausschließlich aus Mails und Nachrichten besteht war mir vorher nicht klar und ist anstrengend zu lesen - gefühlt hab ich das im Alltag oft genug. Beide Protagonisten fand ich unsympathisch und auch den Anfang, wo sie sich nur beleidigen aber trotzdem weiter schreiben, unrealistisch. Erst gegen Ende nimmt die Story etwas Fahrt auf, aber mich hat es insgesamt nicht überzeugt.

4

Schöne Meta-Diskussion raus aus der eigenen Bubble

5

Es handelt sich bei "Zwischen Welten" um eine Art Briefroman, der aktueller nicht sein könnte: Stefan, der stellvertretende Chefredakteur der "größten Zeitung Deutschlands" trifft seine ehemalige Kommilitonin und Mitbewohnerin Theresa zufällig an der Hamburger Außenalster wieder. Nach 20 Jahren Funkstille. Theresa ist damals einfach aus der gemeinsamen Wohnung verschwunden. Theresa hat den Hof des verstorbenen Vaters in Brandenburg übernommen und lebt so ein komplett anderes Leben wie Stefan. Stefan "macht" Meinung mit seiner Zeitung und Theresa kämpft mit ihrem Hof ums Überleben. Nach dem zufälligen Treffen, welches mit einem großen Streit endet, beginnen die beiden, eine Kommunikation per WhatsApp / Telegram und Mail. Stefan verbringt sein berufliches Leben damit, gegen den Klimawandel, gegen Rassismus und Sexismus zu kämpfen. Leider verwechselt er meiner Meinung nach das Schreiben über diese Themen und das Verwenden von Gendersternchen mit echter Haltung. In den Gesprächen der beiden geht es oft um Aktionismus oder echter Haltung, über die Zeitung, die Meinung gestaltet anstatt neutral zu berichten oder eben um die real existierenden Probleme von Theresa und ihren bäuerlichen Kollegen in Brandenburg. Im Laufe der Zeit sieht Stefan immer mehr ein, dass es falsch ist, wenn Medien ihre Macht missbrauchen, um Meinungen zu beeinflussen und sogar zu "machen". Und da wird sie wieder erwähnt, die vierte Gewalt, deren eigentliche Aufgabe es ist, die anderen drei Gewalten zu kontrollieren. Theresa fragt nach: "Wie wollt ihr das machen, wenn ihr selbst eine Agenda habt?" oder sie stellt fest: "Aktivismus ist das Gegenteil von Neutralität und damit das Gegenteil des journalistischen Auftrags". Stefan sieht das inzwischen auch so, lässt sich aber immer wieder von Angeboten der Führungsebene der Zeitung einlullen, Erfolg und Angepasstheit sind ihm unglaublich wichtig. Und vor allem ist er unglaublich unstet. Er will sich nie festlegen. Echte Haltung hat er also keine. Theresa schlittert mit ihrem Hof von einer Katastrophe in die nächste, glaubt nicht mehr daran, dass die Politik ihr helfen kann oder gar helfen will und radikalisiert sich extrem. Stefans Warnungen will sie nicht mehr hören: "Die Wohlstandsgesellschaft will keine Revolution. Sie will bei LIDL Schnäppchen shoppen." Auch Theresa läuft leider den falschen hinterher und hat vor allem überhaupt kein Schuldbewusstsein (es sind immer alle anderen Schuld) und das alles nimmt kein gutes Ende. Manchmal musste ich das Buch zur Seite legen, weil es einfach nur anstrengend war, diesem dauernden Gezank der beiden zuzuhören. Es ist, als würde man den ganzen Tag einem Streitgespräch auf Facebook folgen. Furchtbar! Dann aber konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Es ist unglaublich aktuell, es beginnt am 05. Januar 2022 und endet am 04. Oktober des gleichen Jahres. Es nimmt den Krieg gegen die Ukraine mit, die Ängste um einen weiteren Weltkrieg, die Energiekrise und eine Schweinepest gibt es natürlich auch. Und ja, ich war hin und her gerissen zwischen Stefan und Theresa, mal konnte ich ihm zustimmen (Genau, so ist das!) und dann wieder Theresa (Mist, sie hat auch irgendwie recht). Sehr spannend, aber nicht ganz einfach zu verdauen. Meines Erachtens ein tolles Buch, ich bin aber eh ein großer Juli Zeh Fan.

5

Zerrissene Zwischenwelten.

Auch wenn zwischendurch die Beziehung von Stefan und Theresa unsagbar anstrengend ist und man sich kaum entscheiden kann, wen von beiden man mehr hassen möchte, ein gelungenes Finale. Juli Zeh interpretiert den Briefroman des 21. Jahrhunderts neu, inszeniert die unterschiedlichen Wirkungen von WhatsApp, Mail und Telegram aufs Feinste. Die indirekte Darstellung der Handlung wird gerade zwischen den unzuverlässigen Erzählsträngen wunderbar ambivalent.

4

Die E-Mail und WhatsApp Gespräche der ehemaligen Studenten-WG-Freunde Theresa (jetzt Landwirtin mit Biobauernhof in Brandenburg) und Stefan (jetzt Redakteur einer großen Wochenzeitung in Hamburg) enden immer wieder in einem Schlagabtausch über alle erdenklichen aktuellen Themen. Von Klimapolitik über Gendersprache, digitalen Shitstorm, Feminismus, Rassismus, politische Fehlentscheidungen.... wurden hier wirklich alle Diskurse reingepackt, über die man den Leser informieren möchte. Das wirkt manchmal sehr bemüht, zumal die beiden Protagonisten im Verlauf des Buches immer unsympathischer werden, vor allem Stefan, der dermaßen abgehoben, selbstverliebt und realitätsfern lebt, dass man manchmal schreien möchte. Gerade das hat mich als Leserin provoziert, selbst mehr darüber nachzudenken. Gerne hätte ich dieses Buch in einem Buddy Read gelesen, um mich über die angesprochenen Themen unmittelbarer austauschen zu können.

Macht mich aggressiv

5

Ein ganz tolles (Hör-)Buch, das hilft zu sehen, dass nicht alles schwarz-weiß ist, wenn es um die derzeitigen großen Fragen des Lebens geht und es kein Freundschaftsende sein muss, wenn man unterschiedliche Ansichten vertritt. Für mich definitiv ein Aufruf zum Dialog mit der "Gegenseite", welche auch immer das ist.

4

Ein Roman mit Schwächen, aber auch mit Stärken. Er will aufmerksam machen. Und das zu Recht wie ich finde. Was machen die Medien und vor allem die sozialen Medien mit uns? "Passen sich menschliche Denkweisen den Algorithmen von Social Media an und vergessen jeden Tag aufs Neue, wa 24 Stunden zuvor noch weltbewegend war?" Zitat von Seite 419 Und was passiert mit der Landwirtschaft in Zeiten des Kimawandels ? Von mir trotz der vielen erhobenen Zeigefinger und der manchmal merkwürdigen Diskussionen via Mail, Whatapp und Telegramm , eine Leseempfehlung!

1

DNF bis Seite 100 Stefan und Theresa haben während der gemeinsamen Studienzeit in Münster zusammengewohnt und waren wohl auch verliebt in einander. Dann musste Theresa aufgrund eines familiären Notfalls Hals über Kopf aufbrechen und sie verloren sich aus den Augen. Nun haben sie sich an einem Abend in Hamburg wieder getroffen und scheinbar ordentlich betrunken gestritten. Darauf aufbauend füllt dieses Buch E-Mails sowie WhatsApp Nachrichten. Beide Lebensrealitäten haben sich sehr voneinander entfernt. Er ist Journalist in einer Zeitschrift in Hamburg, sie führt eine in die Jahre gekommene Ex-LPG im brandenburgischen Nirgendwo, die um ihre Existenz bangen muss. Leider hat mich das ganze nicht überzeugt und ich musste mich bis auf Seite 100 quälen und dann hab ich es sein gelassen. Daniel Glattauer hat den E-Mail Roman besser umgesetzt. Die Themen sind natürlich aktuell, aber die sehr langen Mailwechsel führen eher zum ermüden und bringen den Protagonisten keinen Tiefgang und keine Handlung. Interessante Idee, die für mich leider sehr schlecht umgesetzt wurde. Schade

5

Die Themen unserer Zeit verpackt in einen interessanten „Briefwechsel“. Zwei Welten, zwei Geschlechter, zwei verschiedene Ansichten. Kurzweilig und absolut lesenswert!

3.5

"Mais oder nicht Mais, ist das hier die Frage?" Ein Schlagabtausch zwischen Landwirtin Theresa und Journalist Stefan. Geschrieben als moderner Briefroman in Form von WhatsApp Nachrichten und E-Mails. Ein polarisierender Roman, zynisch, polemisch und hochaktuell. Aber auch voller Plattitüden und Stereotypen. Ein unbequemer Lesegenuss, der sicherlich bewusst provoziert. Es werden viele Themen aufgegriffen, auf Seiten von Theresa natürlich die Probleme der Landwirtschaft im aktuellen Deutschland, aber es geht auch um Aktivismus, um Journalismus, um Rassismus, ums Gendern, um soziale Medien. Auch der Russland-Ukraine Krieg wird thematisiert, so aktuell ist das Buch. Viele Themen, so dass das Buch oft überfrachtet wirkt. Beide Protagonisten sind nicht sympathisch, so dass ich auch schwer Stellung beziehen kann zu ihren Meinungen. Was vielleicht in dieser Direktheit und Einseitigkeit sehr gewollt ist vom Autorenduo. Aber man denkt nach, man grübelt während der Lektüre, man hinterfragt und gerade das ist wirklich richtig gut und lässt mich auch eine Leseempfehlung für dieses Buch aussprechen. Wenn auch sicherlich das Buch nicht der "Heilige Gral der richtigen Antworten" ist, so werden genug Fragen aufgeworfen, um aufzurütteln. Der Stil ist gewöhnungsbedürftig, erlaubt aber ein hohes Lesetempo. Ein Buch, nach dessen Lektüre und vor Allem nach dessen Ende man Redebedarf hat

2

Ich werde mit Juli Zeh nicht mehr warm. Wenn es nicht vom Lesekreis ausgewählt worden wäre, hätte ich es gar nicht gelesen. Viel zu langatmig. 200 Seiten weniger hätten es auch getan.

3.5

So deprimierend und doch so echt.

Dieses Buch hat mich länger beschäftigt, als ich es gedacht und geplant hatte. Der „Konflikt“ zwischen Stefan und Theresa ist leider sehr nah an manch einer Lebensrealität. Viele aktuelle Themen wurden eingearbeitet. Und aus der Sicht von 2024 wurde teilweise sogar gruselig exakt in die damalige Zukunft geblickt. Zugegebenermaßen, es ist phasenweise etwas langatmig gewesen, deshalb hat es nur für 3,5 Sterne gereicht. Aber trotzdem konnte ich mich in vielen Momenten in die Hauptcharaktere einfühlen. Ich habe Wut, Enttäuschung, Hoffnung, Traurigkeit und Freude empfunden, während ich diesem Duo durch ihr Leben gefolgt bin. Manchmal habe ich mir gewünscht, ich kann die Rolle des stillen Beobachter verlassen, eingreifen. Vermutlich hat mich auch deshalb das Buch insgesamt so mitgenommen. Ich brauchte einige Zeit nach den letzten Seiten um nachzudenken. Was auf den ersten Blick wie ein Roman wirkt, der gesellschaftliche Konflikte auf die Spitze zu treiben versucht, ist, zumindest für mich, zu einem starken Appell geworden es besser zu machen. Wenn auch mit einigen Schwächen.

4.5

unangenehm, tut weh, ist notwendig

5

Hervorragend, am Zahn der Zeit. Nur das Ende ist unbefriedigend.

5

Gegenwartsproblematiken aus 2 unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Klug und interessant

4.5

Von den bisher gelesenen, gefällt mir dieses Juli Zeh Buch am besten Eine Geschichte in Brief- bzw. E-Mail und WhatsApp-Form, die sich flüssig und rasant lesen lässt. Die beiden Hauptcharaktere - Theresa, Landwirtin (welch Ironie, mein Autokorrekturprogramm möchte sich nicht auf die weibliche Variante einlassen) aus Brandenburg und Stefan, Journalist aus Hamburg liefern sich in regelmäßigen Abständen gesalzene Wortgefechte, die sich um aktuelle Themen wie Gendern, Rassismus, Ukraine Krieg, Landwirtschaft und und und drehen. Zwischenzeitlich musste ich auch immer mal wieder schmunzeln, allerdings wird die Lage zunehmend ernster und verzweifelter bis sie sich zum Ende zuspitzt. Das Ende hat mich jetzt doch etwas sprachlos und schockiert zurückgelassen. Ein wichtiger Roman,der sehr zum Nachdenken anregt und wenig Hoffnung schenkt. Ich kann nur hoffen, dass man daraus seine Lehre zieht und alle Hebel in Bewegung setzt, dass dies nicht unsere bittere Realität wird.

3

„Zwischen Welten“ ist ein moderner Briefroman bestehend aus WhatsApp-Nachrichten und E-Mails zwischen den beiden Protagonist*innen Landwirtin Theresa und Journalist Stefan. Und während es mir einerseits schwerfällt, eine endgültige Einordnung in Form einer Sternebewertung zu finden, so kann ich andererseits sehr klar sagen: Dieses Buch ist unbequem.

Die beiden Protagonist*innen sind unsympathisch, aber dennoch teilweise nachvollziehbar. Das Buch ist authentisch geschrieben und die Sprache ist einfach und verständlich, was die Handlung für die Leser*innen leicht verständlich macht. Inhaltlich ist der Roman ein Rundumschlag über die Debatten der aktuellen Zeit – Gendern, Klimakrise, Krieg in der Ukraine, der Gegensatz von Leben in der Stadt und Leben auf dem Land… You name it. Ein bisschen hat man das Gefühl, der Roman möchte damit zu viel und die Diskussionen scheinen an vielen Stellen überspitzt. Die Uneinigkeit der beiden Protagonist*innen trotz einer gemeinsamen Vergangenheit erscheint unrealistisch. Insgesamt wirkt der Roman wie eine große Karikatur und überspitzt alles, auch die Darstellung des Journalismus. Was zur Satire beitragen soll, bedient stellenweise negative Vorurteile – insbesondere da die Satire hier nur in eine Richtung zielt. Die Protagonist*innen selbst sind alles andere als perfekt. Während Stefan arrogant scheint, wirkt Theresa vor allem verzweifelt. Stefan ist arrogant und besserwisserisch, während Theresa vor allem verzweifelt wirkt. Stefans Adressierungen an Theresa a la "meine Schöne" können nervig sein, und seine Kombination von Gendern mit Mansplaining ist fragwürdig. Ebenso wie der Versuch der beiden, sich in den Extremen ihrer Arbeitszeit und -belastung zu übertrumpfen. Beim Lesen mischten sich viele „What-the-fuck“-Momente mit einzelnen, die Fakten durchaus verständlich vermitteln. Das Buch erkundet die Möglichkeiten der Verständigung in einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft, auch wenn es im Finale die Brücke krachend einstürzen lässt und somit kein Signal der Hoffnung gibt. Insgesamt ist das Buch unbequem, aber es hat dennoch an manchen Stellen zum Schmunzeln gebracht.

4

Ein Buch, das einen zum Nachdenken, zum Mitdenken anregt. Es ist vor allem ein sehr langer Dialog zwischen zwei Personen, Perspektiven, eben zwei Welten. Der Dialog soll die Komplexität, die Widersprüchlichkeit, die Verschiedenheit, die Wandelbarkeit, die Emotionalität, also Nichtrationalität der gesellschaftlichen Sichtweisen widerspiegeln. Das gelingt auf den ersten Blick sehr gut. Man kommt gar nicht umhin, die eigenen Gedanken ständig neu zu bewerten, sich ständig neu zu positionieren. Jedoch bleibt es letztlich ein eingeschränkter Dialog. Es diskutieren zwei Akademiker. Und auch wenn Juli Zeh all ihre Beobachtungen über das Leben auf dem Land und die körperliche Arbeit großartig in die eine Hauptfigur einfließen lässt, spiegeln sowohl deren Gedanken, Argumente und Sprechweisen die akademische Herkunft wieder. Somit schlägt das Buch zwar eine Brücke zwischen der Stadt und dem Land, zwischen Uniabsolven und hart arbeitenden einfachen Menschen, diese Brücke bleibt aber auf halben Weg stecken. Um eine richtige Brücke zu schlagen bleibt wohl vor allem der echte Dialog von Mensch zu Mensch. Mehr mit Andersdenkenden reden, anstelle über sie zu reden. Und das bringt uns noch mal zur Dialogforum des Buches. Es ist auch ein Aufruf, den Dialog aufrecht zu halten, auch und gerade, wenn man komplett anderer Meinung ist.

4.5

Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht.

Die ungewöhnliche Erzählform fand ich sehr erfrischend - mal was Anderes. Zu Beginn habe ich mich etwas gelangweilt, bald schon konnte ich das Buch aber kaum noch weglegen. Die beiden Protagonisten haben mich oft genervt und trotzdem konnte ich in beiden ein Stück von mir selbst erkennen. Der Schluss ist passend, aber dennoch frustrierend. Toll!

1

Wie eine Schreibübung aus dem VHS Kurs "Kreatives Schreiben"

Nach bereits 40 Seiten habe ich das Buch genervt beiseite gelegt. Genervt von beiden Protagonisten und noch viel genervter von der Schreibe. Es fühlt sich an, als würde man den Erguss einer kreativen Schreibwerkstatt einer VHS in den tiefen Brandenburgs lesen. Immer bemüht, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht gut und dabei komplett gefühllos. Niemand schreibt solche WhatsApp-Nachrichten, komplett an der Realität vorbei geschrieben.

4

Kein klassisches Juli Zeh Buch, aber trotzdem eine Leseempfehlung

Da ich schon einige Bücher der Autorin gelesen habe, war ich anfangs überrascht, denn der Stil war schon gewöhnungsbedürftig, man musste sich an einigen Stellen zwingen, dran zu bleiben. Am Ende war es allerdings so spannend, dass ich es dann in einem Rutsch durchgelesen habe. In der heutigen Zeit ein hochaktuelles Thema!

5

Bedrückend, weil es die Realität so gut beschreibt

Juli Zeh und Simon Urban haben das Buch mit einem sehr interessanten Konzept geschrieben. Es gibt keinen Erzähler bzw. keinen richtigen Geschichtenfließtext, da das gesamte Buch in Nachrichten zwischen zwei alten Freunden geschrieben ist. Anfangs dachte ich das würde mich evtl. stören, aber die Autoren konnten mich so gut in die Geschichte ziehen, dass ich nicht weiter über die Form nachgedacht habe. Die Geschichte selbst hat mich unfassbar viel zum Nachdenken angeregt. Ich bin sehr froh das Buch in einer Leserunde gelesen zu haben und mich so dauerhaft mit den anderen austauschen zu können. Das kann ich bei diesem Buch nur wärmstens weiterempfehlen!! Neben den gesellschaftlich hochaktuellen Themen haben die Autoren auch einen sehr guten Spannungsbogen erschaffen können, der mich immer wieder an das Buch gefesselt hat. Für mich ein absoluter Must-Read!

5

Black Mirror als Buch und bereits in der Gegenwart angekommen.

3

Es war okay

Ich bin mit dem Buch nicht so richtig warm geworden. Es war gut zu lesen auch wenn mich manche Themen weniger interessiert haben andere wiederum zu kurz gekommen sind. Es war mir aber auch nicht deutlich genug nicht laut genug. Das Buch hat mir eine bedrückende Stimmung vermittelt deshalb hab ich auch nicht so gern danach gegriffen, war vielleicht auch kein guter Zeitpunkt das Buch zu lesen.

5

Spannender Austausch! Aktuell und nachvollziehbar. Mit Unterstellung, Bösartigkeit, Wahrheit(en) und Liebe.

Spannender Austausch! Aktuell und nachvollziehbar. Mit Unterstellung, Bösartigkeit, Wahrheit(en) und Liebe.
2.5

Eine anstrengende Lektüre über ernste Themen

Erst mal die guten Seiten: Ich mochte die Thematik, da ich es richtig und wichtig finde, über Themen wie Tierhaltung, Gendern, Politik,(...) zu diskutieren. Auch mochte ich die Art, wie das Buch aufgebaut ist, nämlich durch E-Mails und WhatsApp Nachrichten. Allerdings führt das leider auch unweigerlich zu einem negativen Punkt, denn Seitenlänge E-Mails mit gefühlt 10 verschiedenen Punkten führt meist dazu, dass sich der andere nur bestimmte Sachen rauspickt, statt auf alles einzugehen. Stefan und Tessa waren beide keine leichten Charaktere, ständig auf Streit aus und am Schluss doch sehr radikal. Es war mühsam, die endlosen Diskussionen und Streitereien der beiden zu lesen und ich wollte eigentlich nur, dass es vorbei ist. Ich bin ein großer Freund von konstruktiven Diskussionen und holy Shit, ich war manchmal sooo sauer. Im Nachhinein wurde es leichter für mich, als wir im Buchclub drüber geredet haben und drauf hingewiesen wurden, die beiden Charaktere eher als Gruppen in unserer Gemeinschaft zu sehen. Denn genau so läuft es in unserer Welt ab. Es war schön auch augenöffnend, nichtsdestotrotz ist so eine Lektüre zwischendurch zwar ganz nett und vllt auch mal notwendig, allerdings entfliehe ich mit Büchern dann doch lieber der Realität.

Eine anstrengende Lektüre über ernste Themen
5

Was ein Buch. Mich lässt es sprachlos und ratlos zurück. Es trifft die Töne, wie es momentan in und um unserer Gesellschaft steht. Meine Meinung. Ich verstehe den Stefan nicht, warum er sich nicht wirklich mal selber ein Bild gemacht hat. Und ich verstehe Theresa nicht, warum und wie sich eine gebildete Frau/Person so hat vereinnahmen lassen. Vielleicht stimmt hier das Bild vom Wald vor lauter Bäume nicht sehen, vielleicht auch für beide Personen. Es gibt nicht die Lösung für alle. Dennoch, ich bleibe ratlos zurück. Wie soll es weitergehen? Nicht das Buch, nicht diese Geschichte, sondern mit uns allen.

4

Eine Mischung aus 'Gut gegen Nordwind' & Bauernprotesten

Als großer Juli Zeh Fan war ich, als dieses Buch 2023 erschien, nicht so angetan von einem E-Mail & WhatsApp-Roman mit einem Co-Autor. Auch weil ich mir während der Corona-Pandemie mit ein paar Aussagen von Juli Zeh eher schwer tat. Die vorherigen Bücher hatte ich noch als Hardcover auf der Buchmesse gekauft und 'Unter Menschen' von Juli Zeh hat mein Herz froh gemacht, auch wenn die Thematik schwer war. Auch dieses Buch ist ziemlich gut. Es erinnert mich aufgrund des Mail-Dialogs an den Sog von Daniel Glattauers 'Gut gegen Nordwind'. Der Dialog zwischen Stefan und Theresa ist ein intensiver über ein Leben in den Medien und ein Leben auf dem Land mit einem Hof und den Sorgen um einen Betrieb und die eigene Existenz . Es ist ein sich voneinander entfernen und wieder aufeinander zugehen in Wellen. Der Entstehungsprozess des Buches würde mich noch ein wenig interessieren. Entstand der während Corona per Mail? Oder bei gemeinsamen Treffen... Da werd ich mal noch nachlesen. Viel Spaß bei der Lektüre.

Eine Mischung aus 'Gut gegen Nordwind' & Bauernprotesten
5

Eine unentwegte Achterbahn der Gefühle habe ich während des Lesens erlebt. Aktueller denn je wurde der Wahnsinn unserer Zeit auf den Punkt gebracht.

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