Können wir noch miteinander reden?
Erstmal vorweg: Der Roman hat mich zum Nachdenken angeregt, daher 5 Sterne. Man braucht 200 Seiten bis es richtig gut wird. Dann der Inhalt: zwei Freunde treffen sich lange nach dem Studium wieder. Früher lebten sie zusammen in einer WG, studieren Germanistik und fühlten sich verbunden. Theresa und Stefan. Doch dann stirbt Theresas Vater, sie fühlt sich verpflichtet seinen Bauernhof in Brandenburg zu retten. Stefan dagegen wird Journalist bei einer renommierten Zeitung in Hamburg. Die Form? Der Roman besteht aus E-mails zwischen den beiden alten Bekannten. Sie treffen aufeinander, unterschiedlicher könnten sie fast gar nicht sein. Wie Theorie und Praxis. Wie Ost und West. Wie dumm und schlau. Wie Dorf und Stadt. Ich mag die Mündlichkeit in den E-mails, als würde man hören, wie sich die beiden anschreien. Das Coole am Roman: Erstmal gibt es zwei Autoren. Sie schaffen es die beiden Figuren sehr authentisch wirken zu lassen. Sie stehen wie Sinnbilder für ganze Bevölkerungsgruppen. Spoiler: Es geht auch viel um das Thema, jemanden zu canceln. Das war in die Handlung genial eingeflochten. Man sollte sich schon überlegen, wen man für was an den Pranger stellt und welche Folgen das hat. Insgesamt ist das Buch sehr gesellschaftskritisch und setzt sich mit aktuellen Problemen der Bauern, im Journalismus, Aktivismus, der Mischung daraus und anderen Problemen wie Gendern, Krieg und Diskrimminierung auseinander.























































