Nullzeit
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Description
Eigentlich ist die Schauspielerin Jola mit ihrem Lebensgefährten Theo auf die Insel gekommen, um sich auf die nächste Rolle vorzubereiten. Als sie Sven kennenlernt, entwickelt sich aus einem harmlosen Flirt eine fatale Dreiecksbeziehung, die alle bisherigen Regeln außer Kraft setzt. Wahrheit und Lüge, Täter und Opfer tauschen die Plätze. Sven hat Deutschland verlassen und sich auf der Insel eine Existenz als Tauchlehrer aufgebaut. Keine Einmischung in fremde Probleme – das ist sein Lebensmotto. Jetzt muss Sven erleben, wie er vom Zeugen zum Mitschuldigen wird. Bis er endlich begreift, dass er nur Teil eines mörderischen Spiels ist, in dem er von Anfang an keine Chance hatte.
Book Information
Author Description
Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Promotion im Europa- und Völkerrecht. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman »Adler und Engel« (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Heinrich-Böll-Preis (2019). Im Jahr 2018 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und wurde zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt. Ihr Roman »Über Menschen« war das meistverkaufte belletristische Hardcover des Jahres 2021. Zuletzt erschien bei Luchterhand der zusammen mit Simon Urban verfasste Bestseller »Zwischen Welten«.
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Eine unspektakuläre Geschichte einer Dreiecksb eziehung. Sven übernimmt die Tauchausbildung von Lola, einer Schauspielerin auf dem absteigenden Ast, und von Theo ihrem Partner. Die beiden stecken in einer sehr eigenwilligen Beziehung und Sven wird dabei zum Handball.
Die Geschichte plätschert so vor sich hin. Sie soll uns zwar die psychologische Seite der Beziehungen aufzeigen und welche menschlichen Abgründe sich auftun können, aber überzeugen konnte das Buch dabei nicht. Das Ende der Geschichte war vorhersehbar und wenig überraschend.
Wenn ich mir so verschiedene Rezensionen zu diesem Buch anschaue, dann ist dies so ein Buch, das man entweder liebt oder hasst (oder zumindest langweilig findet). Nun - wo stehe ich? Schwer zu sagen. Ich fand die beiden einander widersprechenden Berichte durchaus spannend, die Frage, was nun eigentlich wirklich geschehen ist. So etwas finde ich immer sehr reizvoll. Allerdings ist der Funke nicht so ganz übergesprungen. Die Gesellschaftskritik war zu plakativ - und vor allem fand ich Sven mit seinem "Ich bin ausgewandert, weil ich alles besser weiß" und seiner Behandlung von Antje wie irgendein Haustierchen fast genau so unsympathisch wie das Urlauberpaar.
Auf Lanzarote betreibt Aussteiger Sven Fiedler eine Tauchschule. Zusammen mit seiner Lebenspartnerin Antje ist er vor 14 Jahren von Deutschland nach Lahora ausgewandert und nun weist er Touristen in die hohe Kunst des Tiefseetauchens ein. Die neuen Gäste, das Pärchen Jola und Theo, sind jedoch eine Herausforderung für ihn und seine gelassene Art. Jola ist Schauspielerin, etliche Jahre jünger als Theo und offensichtlich nicht glücklich mit ihm. Sven beobachtet etliches, was ihn stutzig macht. Bis er sich vor der Tatsache, dass da einiges bei den beiden schiefläuft, nicht mehr verschliessen kann. Denn ein Mord ist kein Spass! Sven, der Aussteiger, der auf Lanzarote eine Tauschschule betreibt, erzählt den grössten Teil der Geschichte in Ich Perspektive. So kann man nachvollziehen, wie Sven denkt, fühlt und auch handelt. Seine Ueberzeugung, sich nicht in das Leben anderer einzumischen, bekommt Schlagseite, als das illustre Pärchen Jola und Theo sich bei ihm einmieten. Für eine stattliche Summe, die seine finanzielle und berufliche Zukunft sichert, mieten sie sein Ferienhäuschen, nehmen bei ihm Tauchunterricht und erwarten rund um die Uhr Betreuung. Plötzlich steht Svens Leben, seine Gefühle und seine Beziehung zu Antje Kopf. Sein Motto "leben und leben lassen", funktioniert plötzlich nicht mehr und er wird regelrecht aufgefressen von seinen Kunden. Ab und zu sind Tagebucheinträge von Jola eingeflochten, die Geschehenes ganz anders darstellen, als es Sven erzählt. Ich empfand diese Ambivalenz ungeheuer spannend und dies war auch ein Grund, weshalb ich durch das Buch geflogen bin. Der zweite Grund war die Angabe auf dem Klappentext. Auf dem steht nämlich, dass ein Mord geschieht. Wer ist das Opfer und wer der Täter? Beides habe ich allen vier Figuren zugetraut. Sven, Jola, Theo und Antje könnten sowohl Täter, als auch Opfer sein. Tatsächlich ist die Tat schockierend, sehr spannend und überraschenderweise ganz anders als ich mir ausgemalt habe. Die titelgebende Nullzeit ist ein Begriff aus der Welt der Tauchkunde und passt hervorragend zu der Story. Ich bin längst ein Fan von Juli Zehs Art zu schreiben. Sehr klar, manchmal distanziert, doch immer auf den Punkt gebracht. Sie lässt sie nicht nur die Figuren zum Leben erwachen, sondern beschreibt auch bildgewaltig die Szenen, die sich unter oder am Wasser abspielen. Die Autorin hat die Geschichte mit einem unvergleichlichen Finale enden lassen. Einem Finale, bei dem ich da sass und staunte über dieses einfallreiche Ende.
Juli Zeh seziert toxische Beziehungen und unsere Gesellschaft: präzise, unterschwellig böse und erschreckend gut lesbar 🖤📖⚖️
Eigentlich sind Jola und Theo nur zum Tauchen auf die Insel gekommen. Sie will sich auf eine neue Rolle vorbereiten, er schreibt – oder versucht es zumindest. Sven, der Tauchlehrer, hat Deutschland längst hinter sich gelassen und auf Lanzarote ein neues Leben begonnen, weit weg von Verpflichtungen und alten Entscheidungen. Als sich aus einem harmlosen Flirt zwischen Jola und Sven eine Dreiecksbeziehung entwickelt, geraten alle Gewissheiten ins Rutschen. Wahrheit und Lüge, Täter und Opfer beginnen, ihre Plätze zu tauschen. Was zunächst nach Urlaubsatmosphäre und Beziehungsdrama aussieht, entpuppt sich langsam als präzise kalkuliertes Spiel, in dem Sven von Anfang an keine Chance hatte. Mich hat „Nullzeit“ sehr schnell gepackt. Oberflächlich geht es ums Tauchen, um eine Insel, um Hitze, Nähe und Begehren – aber eigentlich seziert Juli Zeh mit großer Lust eine toxische Beziehung und zieht dabei alles mit in den Strudel: Macht, Abhängigkeit, Egoismus, Selbsttäuschung. Der Titel ist dabei mehr als nur ein Fachbegriff. Die Nullzeit bezeichnet beim Tauchen jene maximale Zeit, die man in einer bestimmten Tiefe verbringen kann, ohne beim Auftauchen Dekompressionsstopps einlegen zu müssen – überschreitet man sie, drohen Stickstoffblasenbildung und schwere Schäden. Genau dieses Prinzip überträgt Juli Zeh auf zwischenmenschliche Beziehungen: auf diesen Punkt größter Nähe, an dem man glaubt, alles noch unter Kontrolle zu haben, obwohl man längst zu tief drinsteckt. Einen Moment zu lange, eine Entscheidung zu viel – und der Aufstieg wird gefährlich. Besonders stark fand ich die Erzählkonstruktion. Die Geschichte wird aus Svens Perspektive erzählt, ergänzt durch Jolas Tagebucheinträge. Zwei Versionen derselben Ereignisse, die sich zunehmend widersprechen. Als Leser beginnt man zu zweifeln, nicht nur an der Wahrheit, sondern auch an den Motiven der Figuren. Nichts ist eindeutig, niemand ist zuverlässig. Juli Zeh spielt hier sehr präzise mit Wahrnehmung, Erinnerung und Selbstinszenierung – und trifft damit einen Nerv. Die Figuren sind unangenehm realistisch. Sven, der glaubt, sich aus allem raushalten zu können, bis er merkt, dass Neutralität eine Illusion ist. Jola, egozentrisch, manipulativ, faszinierend und erschreckend gleichgültig gegenüber den Konsequenzen ihres Handelns. Theo, der alternde Schriftsteller, der sich an Kontrolle und Demütigung festhält, weil ihm sonst nichts geblieben ist. Das tut beim Lesen manchmal weh, gerade weil man vieles wiedererkennt. Beziehungen, in denen Menschen aneinander vorbeileben, in denen Macken auf Macken treffen und am Ende nur zählt, wessen Schaden größer ist. „Nullzeit“ ist kein Thriller im klassischen Sinne, auch wenn der Klappentext das suggeriert. Eher ein psychologisches Kammerspiel, ein Sitten- und Gesellschaftsporträt, das ziemlich schonungslos zeigt, wie Verantwortung verschoben, Wahrheit verbogen und Schuld externalisiert wird. Es gibt kein Happy End, keine Erlösung. Svens Leben wird zerstört, Jola zieht weiter. Punkt. Gerade diese Konsequenz hat mich überzeugt. Das Buch ist anspruchsvoll, aber sehr gut lesbar, klug, böse und präzise beobachtet. Für mich eines dieser Bücher, die gleichzeitig unterhalten und lange nachwirken. Juli Zeh seziert Beziehungen so ruhig und scharf, dass es manchmal fast wehtut – und genau deshalb funktioniert es. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Sven betreibt eine Tauchschule auf einer der kanarischen Inseln und bietet gemeinsam mit seiner Freundin Tauchkurse und Ferienwohnungen für Urlauber an. Die Schauspielerin Jola und ihr Lebensgefährte Theo haben einen zweiwöchigen exlusiven Tauchkurs einschließlich privater Erkundungstouren über die Insel gebucht. Sven fühlt zu Jola schnell eine gewisse Anziehung und auch die Beziehung zwischen Jola und Theo ist augenscheinlich in vielen Belangen nicht einfach (gelinde gesagt). Wie sich der Aufenthalt der beiden Urlauber gestaltet und sich die Charaktere im Laufe der Geschichte entwickeln bzw. zueinander stehen, müsst ihr selbst lesen. Welchen Weg die Handlung nimmt, bleibt lange unklar. Wer sich auf eine entspannte Urlaubsgeschichte mit schönen Tauchimpressionen einstellt, ist hier falsch. Eine Urlaubsstimmung habe ich nie gefühlt. Vielmehr geht es um die Personen, insbesondere Sven, Theo und Jola und Ihre Gedanken. Die Geschichte wird aus Svens Sicht erzählt. Außerdem erfahren wir Jolas Gedanken aus ihren Tagebucheinträgen. Ich fand alle Personen haben sich oft sehr eigenartig und teilweise nicht nachvollziehbar verhalten. Wirklich symphatisch war mir niemand. Wahrscheinlich sollte das auch so sein. Ich hatte immer ein beklemmendes Gefühl und eine Ahnung, dass die Charaktere auf ein großes Unheil zusteuern. Es ist aber lange nicht wirklich greifbar, nur eine ständige komische Stimmung, die zumindest unterschwellig immer mitschwang. Es geht um Manipulation und psychische Spielchen. Als Leser fragt man sich ständig: Wem kann ich hier überhaupt trauen? Es war teilweise sehr verwirrend. Die Auflösung am Ende war schon logisch und nachvollziehbar. Es passte jedenfalls zum Rest der Geschichte. Richtig überzeugen konnte sie mich im Gesamten jedoch nicht. Insgesamt ein solides Buch 3/5 🌟
Wollte es kaum beiseitelegen
Leseempfehlung 👍🏻 Eine spannender leichter Thriller bei dem die Handlungsabfolge oft im eigenen Kopf weitergesponnen wird und man sich ein Szenario nach dem nächsten überlegt und dann kommt es doch anders als gedacht. Der Einstieg und das Kennenlernen der Protagonisten fiel mir etwas schwer, aber man kommt dann schnell hinein und bekommt einen guten Lesefluss. Besonders gefielen mir sämtliche Tauchszenen und die Spannung wie es denn nun weitergeht.

Ein Tauchkurs, der völlig aus dem Ruder läuft..
Im Mittelpunkt stehen Sven, ein Tauchlehrer, sowie Jola und Theo, ein hochtoxisches Paar, das bei ihm das Tauchen lernt. Was zunächst harmlos wirkt, kippt schnell: Sven gerät immer tiefer in ihre Beziehung hinein, und daraus entwickelt sich ein ziemlich fieses Katz-und-Maus-Spiel. Erzählt wird abwechselnd aus Svens Perspektive und über Jolas Tagebucheinträge. Und genau da beginnt der Reiz: Wem kann man überhaupt glauben? Wer verdreht hier die Wahrheit – und warum? Und wie ähnlich sind sich Sven und Theo vielleicht mehr, als einem lieb ist? Zentrale Themen • Wahrheit als subjektives, formbares Konstrukt • Manipulation und Macht in Beziehungen • Abhängigkeit und sexuelle Dynamiken • Selbsttäuschung und Verdrängung Das Buch ist richtig spannend und hat mich von Anfang an gepackt. Die Sprache ist kurz, klar und auf den Punkt – kein unnötiges Blabla, genau mein Ding. Auch die vielen Details rund ums Tauchen fand ich überraschend interessant und gut eingebaut. Für mich passt hier einfach alles zusammen. Nullzeit war definitiv nicht mein letzter Roman von Juli Zeh.
Unerwartet unspektakulär.
Nachdem ich drei wirklich tolle Bücher von Juli Zeh gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf dieses Werk von ihr. Leider hat mich die Storyline absolut nicht abgeholt, ebenso wenig konnten das die Charaktere. Bis heute frage ich mich, ob mir einfach die Basis der Protagonisten entgangen ist, oder weshalb mir das Werk so gar nicht zusagt. Bis heute habe ich keine Antwort für mich dazu gefunden und hake das Buch nun für mich ab.
Ich habe vor Jahren „Unter Leuten“ gelesen und da mein Bruder ein großer Fan von Juli Zeh ist, dachte ich mir, ich werde mit „Nullzeit“ nichts falsch machen. Leider konnte mich dieser Roman nicht wirklich fesseln. Die 3 Protagonisten sind durchweg unsympathisch, allen voran das toxische Paar Jola und Theo. Man hat das Gefühl, selbst 15-Jährige verhalten sich erwachsener als diese beiden. Man weiß eigentlich nicht so richtig, warum sie zusammen sind, spürt aber, dass der Showdown nicht weit sein kann. In jedem Fall nervte mich ihre Art und ihr Umgang miteinander. Auch die Atmosphäre auf der Insel hat mich nicht gekriegt. Alles wirkte trostlos und ausgestorben. Ich wollte irgendwann nur noch wissen, ob‘s zwischen den dreien noch mal so richtig scheppert und wie‘s ausgeht, und habe das Buch deshalb zu Ende gelesen.
Starker Start, dann etwas zu „crazy“
Als ich im Podcast „Zwei Seiten“ von *Nullzeit* hörte, war ich sofort neugierig. Ein Thriller, der sich ums Tauchen dreht, klang spannend und mal nach etwas anderem. Mona, die das Buch Christine empfohlen hatte, war begeistert, und auch Christine mochte es sehr. Als ich das Buch dann in der Bibliothek entdeckte, konnte ich nicht widerstehen und habe es sofort ausgeliehen. *Nullzeit* entführt uns auf eine kanarische Insel, die Juli Zeh unglaublich atmosphärisch beschreibt. Die cineastischen Szenen lassen einen tief in die Geschichte eintauchen, als wäre man selbst vor Ort. Diese eindrücklichen Beschreibungen gehören zu den großen Stärken des Buches. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des Tauchlehrers Sven, der sich auf der Insel eine neue Existenz aufgebaut hat. Sein Motto: Keine Einmischung in fremde Probleme. Doch dieses Prinzip gerät ins Wanken, als die Schauspielerin Jola und ihr Lebensgefährte, der Schriftsteller Theo, in sein Leben treten. Jola möchte in nur zwei Wochen den Advanced Open Water Tauchschein machen, um sich auf ihre nächste Filmrolle vorzubereiten, und Sven wird ihr Privatlehrer und Inselguide. Parallel zu Svens Erzählungen finden sich im Buch auch Tagebucheinträge von Jola. Diese zwei Perspektiven werfen ein Licht auf die hochgradig toxische Beziehung zwischen Jola und Theo. Schon zu Beginn merkt man, dass das Paar alles andere als glücklich ist. Die beiden schießen verbal aufeinander, und ihre spitzen Bemerkungen verdeutlichen den tief sitzenden Hass, den sie füreinander empfinden. Und so wird Sven immer mehr in diese Hassliebe hineingezogen, ohne dass er es wirklich verhindern kann. Was das Buch besonders spannend, aber auch verwirrend macht, ist die Tatsache, dass man nie genau weiß, wem man trauen kann. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven ist man als Leser ständig am Rätseln: Wer sagt die Wahrheit? Was bezwecken die Figuren mit ihren Handlungen? Diese Ungewissheit hat mich beim Lesen gefesselt, aber auch oft ratlos zurückgelassen. Die Handlung ist ohne Frage intensiv und teilweise recht derb, insbesondere einige explizite Szenen. Die Tauchszenen am Anfang und Ende des Buches fand ich besonders gelungen und authentisch, sie haben das Spannungsfeld zwischen Natur und Psychospielchen eindrucksvoll hervorgehoben. Allerdings hätte ich mir insgesamt mehr Thriller-Elemente gewünscht. Stattdessen stand für meinen Geschmack der erotische Psychoterror zu sehr im Vordergrund. Ich hatte einfach andere Erwartungen an das Buch. Trotz meiner gemischten Gefühle hat *Nullzeit* eine starke Sogwirkung auf mich ausgeübt, auch wenn ich manchmal nicht wusste, was ich da gerade lese. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen, denn obwohl es nicht ganz das war, was ich erwartet hatte, bleibt es dennoch ein fesselndes Leseerlebnis. Übrigens, das Cover ist wirklich wunderschön und passt perfekt zur Atmosphäre des Buches!
Naja
Ich fand alle drei Protagonisten richtig unsympathisch. Viel Klischee, unerträgliche Szenen. Oft wollte ich das Buch genervt abbrechen und trotzdem hab ich’s zu Ende gelesen. Irgendwie war’s trotzdem nicht ganz schlecht, weil es eine weird Stimmung in mir erzeugt hat. Dieses Buch ist für mich schwer zu erklären
Thriller auf ruhiger Touristeninsel 🤿
Der Roman hat mich tatsächlich ein wenig überrascht. Ich musste ihn vorbereitend zu meinem Seminar „Unzuverlässiges Erzählen“ in meinem Germanistik Studium lesen und fand ihn tatsächlich recht spannend. Sven und Antje bewirten eine Tauchschule und haben immer wieder Kunden, die für ein paar Tage deren Casa buchen. Jola und Theo buchen jedoch noch einen drauf. Sie wollen das volle Programm mit Verpflegung und 24/7 Verfügbarkeit. Doch je länger sie bleiben, desto eher kommt das Gefühl auf, dass bei den Beiden irgendetwas nicht stimmen kann… Die Story wird in zwei Erzählsträngen erzählt. Neben den POVs von Sven werden immer wieder kleine Kapitel aus Jolas Tagebuch eingefügt, die einen ganz anderen Blickwinkel auf die Geschehnisse hat als Sven. Die Story war super interessant, obwohl man sich vieles denken konnte. Leider fehlte mir ein bisschen die Nähe zu den Protagonisten und ich habe immer noch einige Fragen zu Jola und Theo, die mir wohl nicht beantwortet werden.
Eine interessante Geschichte über eine Dreiecksbeziehung gepaart mit häuslicher Gewalt und der faszinierenden Unterwasserwelt. Am Ende des Buches bin ich - wie so oft während des Lesens- verwirrt.
Theo und Jola begeben sich als Paar auf eine Urlaubsinsel, um Tauchen zu lernen und lernen dabei Sven, den Tauchlehrer kennen. Doch zwischen Sven und Jola bleibt es nicht nur bei der Lehrer-Schülerin Beziehung. Allerdings ist auch nicht ganz klar, ob deren Bezieung sich romantisch oder toxisch entwickelt. Toxisch scheint jedoch ihre Beziehung zu Theo zu sein, wenn man ihren Darstellungen glauben mag. Die Geschichte der dreien schaukelt sich immer höher, bis am Ende die Bombe platzt - sehr viel schlauer ist man danach jedoch nicht. Dieses Buch ist nichts für Leser, die gern verwirrt werden, aber am Ende die komplette Lösung haben wollen. Die Geschehnisse werden teilweise aus 2 verschiedenen Perspektiven total unterschiedlich erzählt. Am Ende liefert die Autorin eine Lösung, bei der man jedoch misstrauisch bleibt und hinterfragt. Der Plot ist nicht besonders fesselnd, eher verwirrend, aber dennoch hat dieses Buch einen besonderen Schatz in sich: die Erläuterung der Unterwasserwelt aus Sicht eines Tauchers und die schönen, zum Nachdenken anregenden Darstellungen der Autorin. Jedes Mal, wenn Sven unter Wasser ist und erklärt, die diese Welt aussieht, was sie ausmacht und welche Regeln dort herrschen, bin ich total gefesselt gewesen. Juli Zeh hat zudem eine ganz besondere Art schöne Bilder um Kopf entstehen zu lassen. Diese habe ich jedes Mal genossen, teilweise das Buch sogar weggelegt und über das Gelesene nachgedacht. Insgesamt fand ich den Plot nicht besonders fesselnd und irgendwann einfach zu verwirrend. Aber Juli Zeh hat dem Leser schöne Sätze und Bilder im Buch verpackt. Man muss es ruhig und langsam lesen, um nichts davon zu verpassen.
Verstrickung aus Lügen und Täuschungen
Dieses Buch zieht einen, ohne es zu merken in ein Netz aus Lügen und Täuschungen. Es beginnt harmlos, steigert sich und hat Wendungen und verschlägt einen doch in seinen Bann. Ein stetiges Unbehagen bereitet einem das Lesen, dennoch oder vielleicht gerade deswegen eine Empfehlung. Nichts für schwache Nerven
Welches Genre ist das? Ich will mehr davon. Ein bisschen was über die Komplexität von zwischenmenschlichen Beziehung und ein Hauch von Krimi. Dazu ein schlichter, aber scharfsinniger Schreibstil, intelligent gezeichnete Figuren und geschickt gestrickter Plot: Eine Geschichte aus zwei Perspektiven, die partout nicht zusammenpasst. Erst nach und nach offenbaren sich die Absichten der Protagonisten, was den Roman so spannend macht und den Leser an der verkauften Wahrheit zweifeln lässt. Hat mich gut unterhalten.
Am Anfang war das Buch noch sehr interessant, aber je mehr ich lass desto uninteressanter wurde das Buch für mich. Ich fand das Ende war sehr offensichtlich und es wurde auch viel offen gelassen, damit der Leser sich vieles selber denken konnte. Für mich war das kein richtiges Ende weil eine bestimmte Sache nicht wirklich aufgeklärt wurde, was für mich sehr wichtig für ein Ende ist. Zu den Charakteren konnte ich nicht wirklich eine Beziehung aufbauen, da sie mir nicht wirklich in die Tiefe gingen. Und aus der Story hätte man auch etwas mehr machen können, es hätte vorallem viel mehr passieren können. Ich gebe daher dem Buch 2/5 Sternen.
Es war mein erstes Buch von Juli Zeh, die ich eigentlich in ein anderes Genre einsortiert hatte. Zur Nullzeit hatte ich blind gegriffen und mich vom Klappentext überzeugen lassen. Es klang unerwartet spannend, und noch unerwarteter war die Tatsache, dass es sich ja um einen ganzen klassischen Psychothriller handelt. Diesem Genre stehe ich oft kritisch gegenüber, und letztlich konnte mich auch Zehs Buch nicht richtig überzeugen. Es ist zwar gut geschrieben und durch die wechselnden Erzählweisen (Ich-Erzähler Sven, Tauchlehrer auf Lanzarote, und Jolas Tagebucheinträge, ein Feriengast aus Deutschland) unterhaltsam, aber gegen Ende geht dem Roman die Luft aus wie einem Taucher mit fast leerer Flasche. Da ist wenig Psycho vorhanden, Thriller oder Krimi schon mal gar nicht, und ich frage mich, warum hat Juli Zeh dieses Buch (so) geschrieben und enden lassen. Vor allem überrascht es, dass eine Frau das Buch so menschenverachtend, machtdemonstrierend, wollüstig und gewalttätig geschrieben hat. Keine der Figuren in der Dreiecksbeziehung haben eine Tiefe, sind nachvollziehbar beschrieben. In ihrem Handeln und Denken bleiben sie einem fern. Da das Buch aber über mehr als zwei Drittel mich gut unterhalten hat, und ich es genossen hatte, mich in diese Spirale der Eskaltion zu begeben, gebe ich dem Buch noch 3 Sterne. Wenn das Buch als ARD- Fernsehfilm verfilmt werden würde, würde ich nie im Leben auf die Idee kommen, mir so etwas anzuschauen. Warum aber lese ich es und dann finde ich es nicht mal so schlecht? Ganz einfach weil ich ordentlich beschriebene Charaktere erwarte und eine ausgefeilte Handlung. Beides kam hier aber zu kurz. Ich bin mal auf andere Romane der Autorin gespannt.
Was kann ich zu dem Buch sagen, bzw. was will ich dazu sagen? Es wäre falsch zu behaupten, dass ich nach anderen Werken von Juli Zeh daran gewöhnt bin, wie unerwartet und vollkommen abartig die Geschichte ist. Der erste Blick auf dieses Buch täuscht sowas von. Ich hielt es in den Händen und dachte mir, okay eine Art Thriller und recht wenige Seiten, was kann man da großartig rausholen? Erstmal der Schauplatz, besser hätte dieser nicht gewählt werden können. Eine kleine ruhige Insel, niemand erwartet hier, fernab der Realität, mit einem Spiel konfrontiert zu werden, das alles zum einstürzen bringt. Ein Spiel so perfide, sexuell und intrigant, dass es mich nicht sprachloser hätte zurücklassen können. Doch von wem wird das Spiel überhaupt begonnen, wer weiß das er/sie Teil davon ist und welches Ziel verfolgen die Spieler:innen? Ich habe entweder kaum oder gar keine Antworten auf diese Fragen, vor allem was das Ziel betrifft bin ich absolut ratlos. Diese Ratlosigkeit lässt sich ganz klar auf das Netz der Lügen bzw. Wahrheiten zurückführen, schließlich werden wir mit beiden konfrontiert und jeder muss für sich selbst entscheiden, wem mehr zu glauben ist oder besser gesagt, wer mehr Sympathie Punkte gesammelt hat. Um die Wahrheit geht es hier schon lange nicht mehr, meiner Meinung nach, denn alle Protagonisten verkörpern den puren Egoismus (auch wenn es nicht jeder so wirklich zugibt). Normalerweise vergebe ich Pluspunkte für besonders verständliches Handeln oder Gedanken der Protagonisten, doch hier muss ich eine Ausnahme machen. Ja, ich verstehe keine einzige der Handlungen (ausgenommen von Antjes) und trotzdem schafft es Juli Zeh gerade dadurch mich zu begeistern, schließlich werde ich noch lange an dieses Buch denken und genau überlegen, wo ich etwas übersehen haben könnte. Ja, ich bin nach dem Ende verstört, doch ist es nicht genau das, was dieses Buch erreichen möchte?
Ich war ab der ersten Seite voll in dem Buch drin, es hat mich total gefesselt. Ich wollte jede Seite dieses Buches genießen. Ich war fasziniert von der toxischen Art zwischen Jona und Theo. Jona's Art wie sie die Fakten völlig verdreht und man am Ende zweifelt, wer die Wahrheit erzählt und wer lügt.
Bin durch den Podcast "2 Seiten " auf den Roman aufmerksam geworden. Erzählt wird aus zwei Perspektiven, wobei sich die geschilderten Umstände stark unterscheiden, so daß man nicht weiß welche Version den wahren Begebenheiten entspricht. Ich fand alle Figuren unsympathisch und teilweise nicht authentisch. Spannung kommt schon auf, besonders die Tauschszenen sind gut beschrieben. Richtig überzeugen konnte mich der Roman aber nicht.
(4,25 Sterne!) Wie immer hauen mich die Bücher von Juli Zeh total um, in einer Weise, die für mich schwer in Worte zu fassen ist. Sie schafft es einfach wirklich immer am Ende des Buches ein Gefühl in mir zu erzeugen, das ich nur bei ihren Büchern kriege. Es ist schwer zu beschreiben: Eine Mischung aus Unwohlsein, Erkenntnis, Verwirrung und Infragestellung meiner ganzen Existenz und jeglichen zwischenmenschlichen Beziehungen die man so kennt. Ich weiß - klingt total verrückt! Ich weiß nicht, ob ich es liebe oder ob es mich einfach irritiert. Aber ich mag es - denke ich - wirklich gern. Es ist jedes Mal ein Erlebnis und absolut überhaupt nicht vergleichbar mit irgendetwas anderem in meinem Bücherregal. Juli Zeh stellt alles auf so subtile Weise in Frage, ohne es direkt anzusprechen. Danke für diese bewegenden Momente!
Es war mein erstes Buch von Juli Zeh, die ich eigentlich in ein anderes Genre einsortiert hatte. Zur Nullzeit hatte ich blind gegriffen und mich vom Klappentext überzeugen lassen. Es klang unerwartet spannend, und noch unerwarteter war die Tatsache, dass es sich ja um einen ganzen klassischen Psychothriller handelt. Diesem Genre stehe ich oft kritisch gegenüber, und letztlich konnte mich auch Zehs Buch nicht richtig überzeugen. Es ist zwar gut geschrieben und durch die wechselnden Erzählweisen (Ich-Erzähler Sven, Tauchlehrer auf Lanzarote, und Jolas Tagebucheinträge, ein Feriengast aus Deutschland) unterhaltsam, aber gegen Ende geht dem Roman die Luft aus wie einem Taucher mit fast leerer Flasche. Da ist wenig Psycho vorhanden, Thriller oder Krimi schon mal gar nicht, und ich frage mich, warum hat Juli Zeh dieses Buch (so) geschrieben und enden lassen. Vor allem überrascht es, dass eine Frau das Buch so menschenverachtend, machtdemonstrierend, wollüstig und gewalttätig geschrieben hat. Keine der Figuren in der Dreiecksbeziehung haben eine Tiefe, sind nachvollziehbar beschrieben. In ihrem Handeln und Denken bleiben sie einem fern. Da das Buch aber über mehr als zwei Drittel mich gut unterhalten hat, und ich es genossen hatte, mich in diese Spirale der Eskaltion zu begeben, gebe ich dem Buch noch 3 Sterne. Wenn das Buch als ARD- Fernsehfilm verfilmt werden würde, würde ich nie im Leben auf die Idee kommen, mir so etwas anzuschauen. Warum aber lese ich es und dann finde ich es nicht mal so schlecht? Ganz einfach weil ich ordentlich beschriebene Charaktere erwarte und eine ausgefeilte Handlung. Beides kam hier aber zu kurz. Ich bin mal auf andere Romane der Autorin gespannt.
Ein toxisches Paar auf Reisen
Ein Tauchlehrer gerät in die Fänge eines reichen Paares, dass eine aggressive und exzessive Beziehung führt. Der Tauchlehrer erzählt seine Geschichte während man nebenher Auszüge des Tagebuchs von Jola, der Frau des toxischen Paares hört. Einige Plottwists, einige Überraschungen, ein wenig Spannung. Die Autorin spielt mal wieder mit Klischees, hat unsympathische Figuren erschaffen, denen man trotzdem gerne folgt und hat eine tolle Sprache. Es hat mich nicht umgehauen war aber auch nicht langweilig.
Herausragend :-)
Spezieller Stil, spezielle Geschichte: Eins dieser Bücher, die ich für immer im Kopf behalten werde und das keine einzige Sekunde langweilig war. Besonders gefallen hat mir der Schreibstil und die Atmosphäre. Am Ende des Buchs hätte ich am liebsten sofort alle anderen Bücher von Juli Zeh gelesen.
Description
Eigentlich ist die Schauspielerin Jola mit ihrem Lebensgefährten Theo auf die Insel gekommen, um sich auf die nächste Rolle vorzubereiten. Als sie Sven kennenlernt, entwickelt sich aus einem harmlosen Flirt eine fatale Dreiecksbeziehung, die alle bisherigen Regeln außer Kraft setzt. Wahrheit und Lüge, Täter und Opfer tauschen die Plätze. Sven hat Deutschland verlassen und sich auf der Insel eine Existenz als Tauchlehrer aufgebaut. Keine Einmischung in fremde Probleme – das ist sein Lebensmotto. Jetzt muss Sven erleben, wie er vom Zeugen zum Mitschuldigen wird. Bis er endlich begreift, dass er nur Teil eines mörderischen Spiels ist, in dem er von Anfang an keine Chance hatte.
Book Information
Author Description
Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Promotion im Europa- und Völkerrecht. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman »Adler und Engel« (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Heinrich-Böll-Preis (2019). Im Jahr 2018 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und wurde zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt. Ihr Roman »Über Menschen« war das meistverkaufte belletristische Hardcover des Jahres 2021. Zuletzt erschien bei Luchterhand der zusammen mit Simon Urban verfasste Bestseller »Zwischen Welten«.
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Eine unspektakuläre Geschichte einer Dreiecksb eziehung. Sven übernimmt die Tauchausbildung von Lola, einer Schauspielerin auf dem absteigenden Ast, und von Theo ihrem Partner. Die beiden stecken in einer sehr eigenwilligen Beziehung und Sven wird dabei zum Handball.
Die Geschichte plätschert so vor sich hin. Sie soll uns zwar die psychologische Seite der Beziehungen aufzeigen und welche menschlichen Abgründe sich auftun können, aber überzeugen konnte das Buch dabei nicht. Das Ende der Geschichte war vorhersehbar und wenig überraschend.
Wenn ich mir so verschiedene Rezensionen zu diesem Buch anschaue, dann ist dies so ein Buch, das man entweder liebt oder hasst (oder zumindest langweilig findet). Nun - wo stehe ich? Schwer zu sagen. Ich fand die beiden einander widersprechenden Berichte durchaus spannend, die Frage, was nun eigentlich wirklich geschehen ist. So etwas finde ich immer sehr reizvoll. Allerdings ist der Funke nicht so ganz übergesprungen. Die Gesellschaftskritik war zu plakativ - und vor allem fand ich Sven mit seinem "Ich bin ausgewandert, weil ich alles besser weiß" und seiner Behandlung von Antje wie irgendein Haustierchen fast genau so unsympathisch wie das Urlauberpaar.
Auf Lanzarote betreibt Aussteiger Sven Fiedler eine Tauchschule. Zusammen mit seiner Lebenspartnerin Antje ist er vor 14 Jahren von Deutschland nach Lahora ausgewandert und nun weist er Touristen in die hohe Kunst des Tiefseetauchens ein. Die neuen Gäste, das Pärchen Jola und Theo, sind jedoch eine Herausforderung für ihn und seine gelassene Art. Jola ist Schauspielerin, etliche Jahre jünger als Theo und offensichtlich nicht glücklich mit ihm. Sven beobachtet etliches, was ihn stutzig macht. Bis er sich vor der Tatsache, dass da einiges bei den beiden schiefläuft, nicht mehr verschliessen kann. Denn ein Mord ist kein Spass! Sven, der Aussteiger, der auf Lanzarote eine Tauschschule betreibt, erzählt den grössten Teil der Geschichte in Ich Perspektive. So kann man nachvollziehen, wie Sven denkt, fühlt und auch handelt. Seine Ueberzeugung, sich nicht in das Leben anderer einzumischen, bekommt Schlagseite, als das illustre Pärchen Jola und Theo sich bei ihm einmieten. Für eine stattliche Summe, die seine finanzielle und berufliche Zukunft sichert, mieten sie sein Ferienhäuschen, nehmen bei ihm Tauchunterricht und erwarten rund um die Uhr Betreuung. Plötzlich steht Svens Leben, seine Gefühle und seine Beziehung zu Antje Kopf. Sein Motto "leben und leben lassen", funktioniert plötzlich nicht mehr und er wird regelrecht aufgefressen von seinen Kunden. Ab und zu sind Tagebucheinträge von Jola eingeflochten, die Geschehenes ganz anders darstellen, als es Sven erzählt. Ich empfand diese Ambivalenz ungeheuer spannend und dies war auch ein Grund, weshalb ich durch das Buch geflogen bin. Der zweite Grund war die Angabe auf dem Klappentext. Auf dem steht nämlich, dass ein Mord geschieht. Wer ist das Opfer und wer der Täter? Beides habe ich allen vier Figuren zugetraut. Sven, Jola, Theo und Antje könnten sowohl Täter, als auch Opfer sein. Tatsächlich ist die Tat schockierend, sehr spannend und überraschenderweise ganz anders als ich mir ausgemalt habe. Die titelgebende Nullzeit ist ein Begriff aus der Welt der Tauchkunde und passt hervorragend zu der Story. Ich bin längst ein Fan von Juli Zehs Art zu schreiben. Sehr klar, manchmal distanziert, doch immer auf den Punkt gebracht. Sie lässt sie nicht nur die Figuren zum Leben erwachen, sondern beschreibt auch bildgewaltig die Szenen, die sich unter oder am Wasser abspielen. Die Autorin hat die Geschichte mit einem unvergleichlichen Finale enden lassen. Einem Finale, bei dem ich da sass und staunte über dieses einfallreiche Ende.
Juli Zeh seziert toxische Beziehungen und unsere Gesellschaft: präzise, unterschwellig böse und erschreckend gut lesbar 🖤📖⚖️
Eigentlich sind Jola und Theo nur zum Tauchen auf die Insel gekommen. Sie will sich auf eine neue Rolle vorbereiten, er schreibt – oder versucht es zumindest. Sven, der Tauchlehrer, hat Deutschland längst hinter sich gelassen und auf Lanzarote ein neues Leben begonnen, weit weg von Verpflichtungen und alten Entscheidungen. Als sich aus einem harmlosen Flirt zwischen Jola und Sven eine Dreiecksbeziehung entwickelt, geraten alle Gewissheiten ins Rutschen. Wahrheit und Lüge, Täter und Opfer beginnen, ihre Plätze zu tauschen. Was zunächst nach Urlaubsatmosphäre und Beziehungsdrama aussieht, entpuppt sich langsam als präzise kalkuliertes Spiel, in dem Sven von Anfang an keine Chance hatte. Mich hat „Nullzeit“ sehr schnell gepackt. Oberflächlich geht es ums Tauchen, um eine Insel, um Hitze, Nähe und Begehren – aber eigentlich seziert Juli Zeh mit großer Lust eine toxische Beziehung und zieht dabei alles mit in den Strudel: Macht, Abhängigkeit, Egoismus, Selbsttäuschung. Der Titel ist dabei mehr als nur ein Fachbegriff. Die Nullzeit bezeichnet beim Tauchen jene maximale Zeit, die man in einer bestimmten Tiefe verbringen kann, ohne beim Auftauchen Dekompressionsstopps einlegen zu müssen – überschreitet man sie, drohen Stickstoffblasenbildung und schwere Schäden. Genau dieses Prinzip überträgt Juli Zeh auf zwischenmenschliche Beziehungen: auf diesen Punkt größter Nähe, an dem man glaubt, alles noch unter Kontrolle zu haben, obwohl man längst zu tief drinsteckt. Einen Moment zu lange, eine Entscheidung zu viel – und der Aufstieg wird gefährlich. Besonders stark fand ich die Erzählkonstruktion. Die Geschichte wird aus Svens Perspektive erzählt, ergänzt durch Jolas Tagebucheinträge. Zwei Versionen derselben Ereignisse, die sich zunehmend widersprechen. Als Leser beginnt man zu zweifeln, nicht nur an der Wahrheit, sondern auch an den Motiven der Figuren. Nichts ist eindeutig, niemand ist zuverlässig. Juli Zeh spielt hier sehr präzise mit Wahrnehmung, Erinnerung und Selbstinszenierung – und trifft damit einen Nerv. Die Figuren sind unangenehm realistisch. Sven, der glaubt, sich aus allem raushalten zu können, bis er merkt, dass Neutralität eine Illusion ist. Jola, egozentrisch, manipulativ, faszinierend und erschreckend gleichgültig gegenüber den Konsequenzen ihres Handelns. Theo, der alternde Schriftsteller, der sich an Kontrolle und Demütigung festhält, weil ihm sonst nichts geblieben ist. Das tut beim Lesen manchmal weh, gerade weil man vieles wiedererkennt. Beziehungen, in denen Menschen aneinander vorbeileben, in denen Macken auf Macken treffen und am Ende nur zählt, wessen Schaden größer ist. „Nullzeit“ ist kein Thriller im klassischen Sinne, auch wenn der Klappentext das suggeriert. Eher ein psychologisches Kammerspiel, ein Sitten- und Gesellschaftsporträt, das ziemlich schonungslos zeigt, wie Verantwortung verschoben, Wahrheit verbogen und Schuld externalisiert wird. Es gibt kein Happy End, keine Erlösung. Svens Leben wird zerstört, Jola zieht weiter. Punkt. Gerade diese Konsequenz hat mich überzeugt. Das Buch ist anspruchsvoll, aber sehr gut lesbar, klug, böse und präzise beobachtet. Für mich eines dieser Bücher, die gleichzeitig unterhalten und lange nachwirken. Juli Zeh seziert Beziehungen so ruhig und scharf, dass es manchmal fast wehtut – und genau deshalb funktioniert es. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Sven betreibt eine Tauchschule auf einer der kanarischen Inseln und bietet gemeinsam mit seiner Freundin Tauchkurse und Ferienwohnungen für Urlauber an. Die Schauspielerin Jola und ihr Lebensgefährte Theo haben einen zweiwöchigen exlusiven Tauchkurs einschließlich privater Erkundungstouren über die Insel gebucht. Sven fühlt zu Jola schnell eine gewisse Anziehung und auch die Beziehung zwischen Jola und Theo ist augenscheinlich in vielen Belangen nicht einfach (gelinde gesagt). Wie sich der Aufenthalt der beiden Urlauber gestaltet und sich die Charaktere im Laufe der Geschichte entwickeln bzw. zueinander stehen, müsst ihr selbst lesen. Welchen Weg die Handlung nimmt, bleibt lange unklar. Wer sich auf eine entspannte Urlaubsgeschichte mit schönen Tauchimpressionen einstellt, ist hier falsch. Eine Urlaubsstimmung habe ich nie gefühlt. Vielmehr geht es um die Personen, insbesondere Sven, Theo und Jola und Ihre Gedanken. Die Geschichte wird aus Svens Sicht erzählt. Außerdem erfahren wir Jolas Gedanken aus ihren Tagebucheinträgen. Ich fand alle Personen haben sich oft sehr eigenartig und teilweise nicht nachvollziehbar verhalten. Wirklich symphatisch war mir niemand. Wahrscheinlich sollte das auch so sein. Ich hatte immer ein beklemmendes Gefühl und eine Ahnung, dass die Charaktere auf ein großes Unheil zusteuern. Es ist aber lange nicht wirklich greifbar, nur eine ständige komische Stimmung, die zumindest unterschwellig immer mitschwang. Es geht um Manipulation und psychische Spielchen. Als Leser fragt man sich ständig: Wem kann ich hier überhaupt trauen? Es war teilweise sehr verwirrend. Die Auflösung am Ende war schon logisch und nachvollziehbar. Es passte jedenfalls zum Rest der Geschichte. Richtig überzeugen konnte sie mich im Gesamten jedoch nicht. Insgesamt ein solides Buch 3/5 🌟
Wollte es kaum beiseitelegen
Leseempfehlung 👍🏻 Eine spannender leichter Thriller bei dem die Handlungsabfolge oft im eigenen Kopf weitergesponnen wird und man sich ein Szenario nach dem nächsten überlegt und dann kommt es doch anders als gedacht. Der Einstieg und das Kennenlernen der Protagonisten fiel mir etwas schwer, aber man kommt dann schnell hinein und bekommt einen guten Lesefluss. Besonders gefielen mir sämtliche Tauchszenen und die Spannung wie es denn nun weitergeht.

Ein Tauchkurs, der völlig aus dem Ruder läuft..
Im Mittelpunkt stehen Sven, ein Tauchlehrer, sowie Jola und Theo, ein hochtoxisches Paar, das bei ihm das Tauchen lernt. Was zunächst harmlos wirkt, kippt schnell: Sven gerät immer tiefer in ihre Beziehung hinein, und daraus entwickelt sich ein ziemlich fieses Katz-und-Maus-Spiel. Erzählt wird abwechselnd aus Svens Perspektive und über Jolas Tagebucheinträge. Und genau da beginnt der Reiz: Wem kann man überhaupt glauben? Wer verdreht hier die Wahrheit – und warum? Und wie ähnlich sind sich Sven und Theo vielleicht mehr, als einem lieb ist? Zentrale Themen • Wahrheit als subjektives, formbares Konstrukt • Manipulation und Macht in Beziehungen • Abhängigkeit und sexuelle Dynamiken • Selbsttäuschung und Verdrängung Das Buch ist richtig spannend und hat mich von Anfang an gepackt. Die Sprache ist kurz, klar und auf den Punkt – kein unnötiges Blabla, genau mein Ding. Auch die vielen Details rund ums Tauchen fand ich überraschend interessant und gut eingebaut. Für mich passt hier einfach alles zusammen. Nullzeit war definitiv nicht mein letzter Roman von Juli Zeh.
Unerwartet unspektakulär.
Nachdem ich drei wirklich tolle Bücher von Juli Zeh gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf dieses Werk von ihr. Leider hat mich die Storyline absolut nicht abgeholt, ebenso wenig konnten das die Charaktere. Bis heute frage ich mich, ob mir einfach die Basis der Protagonisten entgangen ist, oder weshalb mir das Werk so gar nicht zusagt. Bis heute habe ich keine Antwort für mich dazu gefunden und hake das Buch nun für mich ab.
Ich habe vor Jahren „Unter Leuten“ gelesen und da mein Bruder ein großer Fan von Juli Zeh ist, dachte ich mir, ich werde mit „Nullzeit“ nichts falsch machen. Leider konnte mich dieser Roman nicht wirklich fesseln. Die 3 Protagonisten sind durchweg unsympathisch, allen voran das toxische Paar Jola und Theo. Man hat das Gefühl, selbst 15-Jährige verhalten sich erwachsener als diese beiden. Man weiß eigentlich nicht so richtig, warum sie zusammen sind, spürt aber, dass der Showdown nicht weit sein kann. In jedem Fall nervte mich ihre Art und ihr Umgang miteinander. Auch die Atmosphäre auf der Insel hat mich nicht gekriegt. Alles wirkte trostlos und ausgestorben. Ich wollte irgendwann nur noch wissen, ob‘s zwischen den dreien noch mal so richtig scheppert und wie‘s ausgeht, und habe das Buch deshalb zu Ende gelesen.
Starker Start, dann etwas zu „crazy“
Als ich im Podcast „Zwei Seiten“ von *Nullzeit* hörte, war ich sofort neugierig. Ein Thriller, der sich ums Tauchen dreht, klang spannend und mal nach etwas anderem. Mona, die das Buch Christine empfohlen hatte, war begeistert, und auch Christine mochte es sehr. Als ich das Buch dann in der Bibliothek entdeckte, konnte ich nicht widerstehen und habe es sofort ausgeliehen. *Nullzeit* entführt uns auf eine kanarische Insel, die Juli Zeh unglaublich atmosphärisch beschreibt. Die cineastischen Szenen lassen einen tief in die Geschichte eintauchen, als wäre man selbst vor Ort. Diese eindrücklichen Beschreibungen gehören zu den großen Stärken des Buches. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des Tauchlehrers Sven, der sich auf der Insel eine neue Existenz aufgebaut hat. Sein Motto: Keine Einmischung in fremde Probleme. Doch dieses Prinzip gerät ins Wanken, als die Schauspielerin Jola und ihr Lebensgefährte, der Schriftsteller Theo, in sein Leben treten. Jola möchte in nur zwei Wochen den Advanced Open Water Tauchschein machen, um sich auf ihre nächste Filmrolle vorzubereiten, und Sven wird ihr Privatlehrer und Inselguide. Parallel zu Svens Erzählungen finden sich im Buch auch Tagebucheinträge von Jola. Diese zwei Perspektiven werfen ein Licht auf die hochgradig toxische Beziehung zwischen Jola und Theo. Schon zu Beginn merkt man, dass das Paar alles andere als glücklich ist. Die beiden schießen verbal aufeinander, und ihre spitzen Bemerkungen verdeutlichen den tief sitzenden Hass, den sie füreinander empfinden. Und so wird Sven immer mehr in diese Hassliebe hineingezogen, ohne dass er es wirklich verhindern kann. Was das Buch besonders spannend, aber auch verwirrend macht, ist die Tatsache, dass man nie genau weiß, wem man trauen kann. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven ist man als Leser ständig am Rätseln: Wer sagt die Wahrheit? Was bezwecken die Figuren mit ihren Handlungen? Diese Ungewissheit hat mich beim Lesen gefesselt, aber auch oft ratlos zurückgelassen. Die Handlung ist ohne Frage intensiv und teilweise recht derb, insbesondere einige explizite Szenen. Die Tauchszenen am Anfang und Ende des Buches fand ich besonders gelungen und authentisch, sie haben das Spannungsfeld zwischen Natur und Psychospielchen eindrucksvoll hervorgehoben. Allerdings hätte ich mir insgesamt mehr Thriller-Elemente gewünscht. Stattdessen stand für meinen Geschmack der erotische Psychoterror zu sehr im Vordergrund. Ich hatte einfach andere Erwartungen an das Buch. Trotz meiner gemischten Gefühle hat *Nullzeit* eine starke Sogwirkung auf mich ausgeübt, auch wenn ich manchmal nicht wusste, was ich da gerade lese. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen, denn obwohl es nicht ganz das war, was ich erwartet hatte, bleibt es dennoch ein fesselndes Leseerlebnis. Übrigens, das Cover ist wirklich wunderschön und passt perfekt zur Atmosphäre des Buches!
Naja
Ich fand alle drei Protagonisten richtig unsympathisch. Viel Klischee, unerträgliche Szenen. Oft wollte ich das Buch genervt abbrechen und trotzdem hab ich’s zu Ende gelesen. Irgendwie war’s trotzdem nicht ganz schlecht, weil es eine weird Stimmung in mir erzeugt hat. Dieses Buch ist für mich schwer zu erklären
Thriller auf ruhiger Touristeninsel 🤿
Der Roman hat mich tatsächlich ein wenig überrascht. Ich musste ihn vorbereitend zu meinem Seminar „Unzuverlässiges Erzählen“ in meinem Germanistik Studium lesen und fand ihn tatsächlich recht spannend. Sven und Antje bewirten eine Tauchschule und haben immer wieder Kunden, die für ein paar Tage deren Casa buchen. Jola und Theo buchen jedoch noch einen drauf. Sie wollen das volle Programm mit Verpflegung und 24/7 Verfügbarkeit. Doch je länger sie bleiben, desto eher kommt das Gefühl auf, dass bei den Beiden irgendetwas nicht stimmen kann… Die Story wird in zwei Erzählsträngen erzählt. Neben den POVs von Sven werden immer wieder kleine Kapitel aus Jolas Tagebuch eingefügt, die einen ganz anderen Blickwinkel auf die Geschehnisse hat als Sven. Die Story war super interessant, obwohl man sich vieles denken konnte. Leider fehlte mir ein bisschen die Nähe zu den Protagonisten und ich habe immer noch einige Fragen zu Jola und Theo, die mir wohl nicht beantwortet werden.
Eine interessante Geschichte über eine Dreiecksbeziehung gepaart mit häuslicher Gewalt und der faszinierenden Unterwasserwelt. Am Ende des Buches bin ich - wie so oft während des Lesens- verwirrt.
Theo und Jola begeben sich als Paar auf eine Urlaubsinsel, um Tauchen zu lernen und lernen dabei Sven, den Tauchlehrer kennen. Doch zwischen Sven und Jola bleibt es nicht nur bei der Lehrer-Schülerin Beziehung. Allerdings ist auch nicht ganz klar, ob deren Bezieung sich romantisch oder toxisch entwickelt. Toxisch scheint jedoch ihre Beziehung zu Theo zu sein, wenn man ihren Darstellungen glauben mag. Die Geschichte der dreien schaukelt sich immer höher, bis am Ende die Bombe platzt - sehr viel schlauer ist man danach jedoch nicht. Dieses Buch ist nichts für Leser, die gern verwirrt werden, aber am Ende die komplette Lösung haben wollen. Die Geschehnisse werden teilweise aus 2 verschiedenen Perspektiven total unterschiedlich erzählt. Am Ende liefert die Autorin eine Lösung, bei der man jedoch misstrauisch bleibt und hinterfragt. Der Plot ist nicht besonders fesselnd, eher verwirrend, aber dennoch hat dieses Buch einen besonderen Schatz in sich: die Erläuterung der Unterwasserwelt aus Sicht eines Tauchers und die schönen, zum Nachdenken anregenden Darstellungen der Autorin. Jedes Mal, wenn Sven unter Wasser ist und erklärt, die diese Welt aussieht, was sie ausmacht und welche Regeln dort herrschen, bin ich total gefesselt gewesen. Juli Zeh hat zudem eine ganz besondere Art schöne Bilder um Kopf entstehen zu lassen. Diese habe ich jedes Mal genossen, teilweise das Buch sogar weggelegt und über das Gelesene nachgedacht. Insgesamt fand ich den Plot nicht besonders fesselnd und irgendwann einfach zu verwirrend. Aber Juli Zeh hat dem Leser schöne Sätze und Bilder im Buch verpackt. Man muss es ruhig und langsam lesen, um nichts davon zu verpassen.
Verstrickung aus Lügen und Täuschungen
Dieses Buch zieht einen, ohne es zu merken in ein Netz aus Lügen und Täuschungen. Es beginnt harmlos, steigert sich und hat Wendungen und verschlägt einen doch in seinen Bann. Ein stetiges Unbehagen bereitet einem das Lesen, dennoch oder vielleicht gerade deswegen eine Empfehlung. Nichts für schwache Nerven
Welches Genre ist das? Ich will mehr davon. Ein bisschen was über die Komplexität von zwischenmenschlichen Beziehung und ein Hauch von Krimi. Dazu ein schlichter, aber scharfsinniger Schreibstil, intelligent gezeichnete Figuren und geschickt gestrickter Plot: Eine Geschichte aus zwei Perspektiven, die partout nicht zusammenpasst. Erst nach und nach offenbaren sich die Absichten der Protagonisten, was den Roman so spannend macht und den Leser an der verkauften Wahrheit zweifeln lässt. Hat mich gut unterhalten.
Am Anfang war das Buch noch sehr interessant, aber je mehr ich lass desto uninteressanter wurde das Buch für mich. Ich fand das Ende war sehr offensichtlich und es wurde auch viel offen gelassen, damit der Leser sich vieles selber denken konnte. Für mich war das kein richtiges Ende weil eine bestimmte Sache nicht wirklich aufgeklärt wurde, was für mich sehr wichtig für ein Ende ist. Zu den Charakteren konnte ich nicht wirklich eine Beziehung aufbauen, da sie mir nicht wirklich in die Tiefe gingen. Und aus der Story hätte man auch etwas mehr machen können, es hätte vorallem viel mehr passieren können. Ich gebe daher dem Buch 2/5 Sternen.
Es war mein erstes Buch von Juli Zeh, die ich eigentlich in ein anderes Genre einsortiert hatte. Zur Nullzeit hatte ich blind gegriffen und mich vom Klappentext überzeugen lassen. Es klang unerwartet spannend, und noch unerwarteter war die Tatsache, dass es sich ja um einen ganzen klassischen Psychothriller handelt. Diesem Genre stehe ich oft kritisch gegenüber, und letztlich konnte mich auch Zehs Buch nicht richtig überzeugen. Es ist zwar gut geschrieben und durch die wechselnden Erzählweisen (Ich-Erzähler Sven, Tauchlehrer auf Lanzarote, und Jolas Tagebucheinträge, ein Feriengast aus Deutschland) unterhaltsam, aber gegen Ende geht dem Roman die Luft aus wie einem Taucher mit fast leerer Flasche. Da ist wenig Psycho vorhanden, Thriller oder Krimi schon mal gar nicht, und ich frage mich, warum hat Juli Zeh dieses Buch (so) geschrieben und enden lassen. Vor allem überrascht es, dass eine Frau das Buch so menschenverachtend, machtdemonstrierend, wollüstig und gewalttätig geschrieben hat. Keine der Figuren in der Dreiecksbeziehung haben eine Tiefe, sind nachvollziehbar beschrieben. In ihrem Handeln und Denken bleiben sie einem fern. Da das Buch aber über mehr als zwei Drittel mich gut unterhalten hat, und ich es genossen hatte, mich in diese Spirale der Eskaltion zu begeben, gebe ich dem Buch noch 3 Sterne. Wenn das Buch als ARD- Fernsehfilm verfilmt werden würde, würde ich nie im Leben auf die Idee kommen, mir so etwas anzuschauen. Warum aber lese ich es und dann finde ich es nicht mal so schlecht? Ganz einfach weil ich ordentlich beschriebene Charaktere erwarte und eine ausgefeilte Handlung. Beides kam hier aber zu kurz. Ich bin mal auf andere Romane der Autorin gespannt.
Was kann ich zu dem Buch sagen, bzw. was will ich dazu sagen? Es wäre falsch zu behaupten, dass ich nach anderen Werken von Juli Zeh daran gewöhnt bin, wie unerwartet und vollkommen abartig die Geschichte ist. Der erste Blick auf dieses Buch täuscht sowas von. Ich hielt es in den Händen und dachte mir, okay eine Art Thriller und recht wenige Seiten, was kann man da großartig rausholen? Erstmal der Schauplatz, besser hätte dieser nicht gewählt werden können. Eine kleine ruhige Insel, niemand erwartet hier, fernab der Realität, mit einem Spiel konfrontiert zu werden, das alles zum einstürzen bringt. Ein Spiel so perfide, sexuell und intrigant, dass es mich nicht sprachloser hätte zurücklassen können. Doch von wem wird das Spiel überhaupt begonnen, wer weiß das er/sie Teil davon ist und welches Ziel verfolgen die Spieler:innen? Ich habe entweder kaum oder gar keine Antworten auf diese Fragen, vor allem was das Ziel betrifft bin ich absolut ratlos. Diese Ratlosigkeit lässt sich ganz klar auf das Netz der Lügen bzw. Wahrheiten zurückführen, schließlich werden wir mit beiden konfrontiert und jeder muss für sich selbst entscheiden, wem mehr zu glauben ist oder besser gesagt, wer mehr Sympathie Punkte gesammelt hat. Um die Wahrheit geht es hier schon lange nicht mehr, meiner Meinung nach, denn alle Protagonisten verkörpern den puren Egoismus (auch wenn es nicht jeder so wirklich zugibt). Normalerweise vergebe ich Pluspunkte für besonders verständliches Handeln oder Gedanken der Protagonisten, doch hier muss ich eine Ausnahme machen. Ja, ich verstehe keine einzige der Handlungen (ausgenommen von Antjes) und trotzdem schafft es Juli Zeh gerade dadurch mich zu begeistern, schließlich werde ich noch lange an dieses Buch denken und genau überlegen, wo ich etwas übersehen haben könnte. Ja, ich bin nach dem Ende verstört, doch ist es nicht genau das, was dieses Buch erreichen möchte?
Ich war ab der ersten Seite voll in dem Buch drin, es hat mich total gefesselt. Ich wollte jede Seite dieses Buches genießen. Ich war fasziniert von der toxischen Art zwischen Jona und Theo. Jona's Art wie sie die Fakten völlig verdreht und man am Ende zweifelt, wer die Wahrheit erzählt und wer lügt.
Bin durch den Podcast "2 Seiten " auf den Roman aufmerksam geworden. Erzählt wird aus zwei Perspektiven, wobei sich die geschilderten Umstände stark unterscheiden, so daß man nicht weiß welche Version den wahren Begebenheiten entspricht. Ich fand alle Figuren unsympathisch und teilweise nicht authentisch. Spannung kommt schon auf, besonders die Tauschszenen sind gut beschrieben. Richtig überzeugen konnte mich der Roman aber nicht.
(4,25 Sterne!) Wie immer hauen mich die Bücher von Juli Zeh total um, in einer Weise, die für mich schwer in Worte zu fassen ist. Sie schafft es einfach wirklich immer am Ende des Buches ein Gefühl in mir zu erzeugen, das ich nur bei ihren Büchern kriege. Es ist schwer zu beschreiben: Eine Mischung aus Unwohlsein, Erkenntnis, Verwirrung und Infragestellung meiner ganzen Existenz und jeglichen zwischenmenschlichen Beziehungen die man so kennt. Ich weiß - klingt total verrückt! Ich weiß nicht, ob ich es liebe oder ob es mich einfach irritiert. Aber ich mag es - denke ich - wirklich gern. Es ist jedes Mal ein Erlebnis und absolut überhaupt nicht vergleichbar mit irgendetwas anderem in meinem Bücherregal. Juli Zeh stellt alles auf so subtile Weise in Frage, ohne es direkt anzusprechen. Danke für diese bewegenden Momente!
Es war mein erstes Buch von Juli Zeh, die ich eigentlich in ein anderes Genre einsortiert hatte. Zur Nullzeit hatte ich blind gegriffen und mich vom Klappentext überzeugen lassen. Es klang unerwartet spannend, und noch unerwarteter war die Tatsache, dass es sich ja um einen ganzen klassischen Psychothriller handelt. Diesem Genre stehe ich oft kritisch gegenüber, und letztlich konnte mich auch Zehs Buch nicht richtig überzeugen. Es ist zwar gut geschrieben und durch die wechselnden Erzählweisen (Ich-Erzähler Sven, Tauchlehrer auf Lanzarote, und Jolas Tagebucheinträge, ein Feriengast aus Deutschland) unterhaltsam, aber gegen Ende geht dem Roman die Luft aus wie einem Taucher mit fast leerer Flasche. Da ist wenig Psycho vorhanden, Thriller oder Krimi schon mal gar nicht, und ich frage mich, warum hat Juli Zeh dieses Buch (so) geschrieben und enden lassen. Vor allem überrascht es, dass eine Frau das Buch so menschenverachtend, machtdemonstrierend, wollüstig und gewalttätig geschrieben hat. Keine der Figuren in der Dreiecksbeziehung haben eine Tiefe, sind nachvollziehbar beschrieben. In ihrem Handeln und Denken bleiben sie einem fern. Da das Buch aber über mehr als zwei Drittel mich gut unterhalten hat, und ich es genossen hatte, mich in diese Spirale der Eskaltion zu begeben, gebe ich dem Buch noch 3 Sterne. Wenn das Buch als ARD- Fernsehfilm verfilmt werden würde, würde ich nie im Leben auf die Idee kommen, mir so etwas anzuschauen. Warum aber lese ich es und dann finde ich es nicht mal so schlecht? Ganz einfach weil ich ordentlich beschriebene Charaktere erwarte und eine ausgefeilte Handlung. Beides kam hier aber zu kurz. Ich bin mal auf andere Romane der Autorin gespannt.
Ein toxisches Paar auf Reisen
Ein Tauchlehrer gerät in die Fänge eines reichen Paares, dass eine aggressive und exzessive Beziehung führt. Der Tauchlehrer erzählt seine Geschichte während man nebenher Auszüge des Tagebuchs von Jola, der Frau des toxischen Paares hört. Einige Plottwists, einige Überraschungen, ein wenig Spannung. Die Autorin spielt mal wieder mit Klischees, hat unsympathische Figuren erschaffen, denen man trotzdem gerne folgt und hat eine tolle Sprache. Es hat mich nicht umgehauen war aber auch nicht langweilig.
Herausragend :-)
Spezieller Stil, spezielle Geschichte: Eins dieser Bücher, die ich für immer im Kopf behalten werde und das keine einzige Sekunde langweilig war. Besonders gefallen hat mir der Schreibstil und die Atmosphäre. Am Ende des Buchs hätte ich am liebsten sofort alle anderen Bücher von Juli Zeh gelesen.














































