Die Stille ist ein Geräusch

Die Stille ist ein Geräusch

Softcover
3.822

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Description

Wo endet der Krieg, wo beginnt der Frieden? Juli Zehs persönlicher Reisebericht über Bosnien in einer Neuausgabe

Im Sommer 2001 fährt Juli Zeh, nur begleitet von ihrem Hund, nach Bosnien. Sie möchte mit eigenen Augen sehen, ob "Bosnien-Herzegowina ein Ort ist, an den man fahren kann. Oder ob er zusammen mit der Kriegsberichterstattung vom Erdboden verschwand". Mitgebracht hat sie eine eindringliche Reiseschilderung aus einem Land, das in einem prekären Frieden lebt, in dem gehasst, aber auch gelebt wird. Sie versucht nicht, Gut und Böse zu erkennen, Erklärungen zu finden, sie erzählt vielmehr spannend und oft witzig von einem Land, in dem die Stille selbst eine Stimme hat.

Book Information

Main Genre
Self-Help & Non-Fiction
Sub Genre
Travel & Vacation
Format
Softcover
Pages
272
Price
13.40 €

Author Description

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Promotion im Europa- und Völkerrecht. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman »Adler und Engel« (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Heinrich-Böll-Preis (2019). Im Jahr 2018 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und wurde zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt. Ihr Roman »Über Menschen« war das meistverkaufte belletristische Hardcover des Jahres 2021. Zuletzt erschien bei Luchterhand der zusammen mit Simon Urban verfasste Bestseller »Zwischen Welten«.

Posts

4
All
2.5

Juli Zehs Die Stille ist ein Geräusch ist eine Reiseerfahrung durch Bosnien-Herzegowina und beschreibt seine Wunden nach dem Krieg: Tradition trifft auf Moderne, Hoffnung auf Resignation, und die Vergangenheit ist stets präsent. Diese Beschreibungen sind eindrucksvoll und geben einen tiefen Einblick in eine komplexe Region. Die Sprache hingegen erfordert von den Lesenden eine gewisse Geduld. Zeh bedient sich oft einer poetischen Ausdrucksweise, die stellenweise gewollt wirkt. Manche Vergleiche erscheinen überladen und treffen nicht immer den Kern der Sache. Ein Beispiel: "Die Autobahn endet, es beginnt zu ruckeln und zu schütteln wie in einem Pferdekarren, ohne dass es in der Abfolge von Stößen zu Wiederholungen käme. Straße und Bus sind erfinderisch wie die Zahl Pi persönlich" (S.23). Hinzu kommt eine Aneinanderreihung von Anekdoten, bei denen oft nicht ersichtlich ist, wo die Szenen spielen und mit wem sich die Autorin gerade unterhält. Eine betrunkene oder zugedröhnte Episode gegen Ende des Buchs hat mir irgendwie den Rest gegeben und ich konnte nicht mehr folgen. Ich war sehr gespannt auf das Buch, da ich selbst tief beeindruckt von Bosnien-Herzegowina war als ich es bereist habe. Die Beschreibungen Zehs trafen zwar zum Teil meine eigenen Eindrücke des Lands, leider lenkte der Stil allerdings oft vom Inhalt ab, der ansonsten stark genug wäre, allein zu wirken. Sicherlich war die Situation in Bosnien 2001 auch noch eine andere, aber ich habe außerdem das Gefühl, dass die Autorin durch die Fokussierung auf den Krieg sowie die Reise von einer internationalen Organisation zur nächsten die landschaftliche und kulturelle Schönheit des Landes gar nicht wirklich wahrgenommen hat. Am Ende war ich leider froh, als das Buch zu Ende war.

4

Unterhaltsamer und lehrreicher Reisebericht

Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Nicht immer habe ich Julis Gedankengängen folgen können aber trotzdem musste ich oft schmunzeln. So gerne würde ich ihren Blick auf Bosnien heute - 24 Jahre später - noch einmal lesen! Mein Lieblingscharakter im Buch ist definitiv ihr Hund :)

5

Die Welt erklärt in Details. Schlau, humorvoll und wunderbar poetisch. Es gibt nur sehr wenige Bücher von denen ich wünschte sie noch vor mir zu haben. Dies ist eines davon.

3

Durchwachsen, muss man mögen

In „Die Stille ist ein Geräusch“ reist Juli Zeh durch Bosnien, ein Land, das wenige Jahre zuvor noch vom Krieg und Genozid geprägt war. Statt großer politischer Erklärungen beschreibt sie, was sie sieht, hört und fühlt: verlassene Dörfer, merkwürdige Begegnungen, Gespräche mit Soldaten und Einheimischen. Dabei bleibt sie ehrlich und nahbar, oft fragt sie sich selbst, was sie dort eigentlich sucht. Das Buch ist kein klassischer Reisebericht, sondern eher ein persönliches Tagebuch in literarischer Sprache. Die Eindrücke sind manchmal traurig, manchmal überraschend oder seltsam, oft nachdenklich. Es gibt keinen klaren roten Faden, aber genau das macht den Reiz aus: Man entdeckt das Land durch Juli Zehs Augen, neugierig, offen und ohne zu urteilen. Wenn man selbst aus Bosnien stammt, begegnet man dem Buch mit einer gewissen Voreingenommenheit. Man kennt vieles.. aber genau das macht es spannend: Manchmal muss man schmunzeln, wenn einem das Bekannte durch die Sicht einer Fremden begegnet. Der Perspektivenwechsel ist interessant und lohnt sich. Wer poetische Sprache mag und sich für stille, eindrückliche Beobachtungen interessiert, wird dieses Buch wahrscheinlich schätzen. Wer eine spannende Handlung oder tiefe politische Analyse erwartet, wird es vielleicht als zu ruhig oder zu „fragmentarisch“ empfinden. Für alle anderen ist es eine leise, kluge und eindrucksvolle Reise durch ein vergessenes Stück Europa.

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