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Die Regeln der Menschlichkeit
Kent Haruf schreibt in seinem 2. Roman, der aber zuletzt in Deutsch erschienen ist wie gewohnt über die Gemeinschaft einer fiktiven Stadt in Colarado. Zugleich beschreibt er wieder einige Einzelschicksale, die mit dem näheren Kreis dieser Protagonisten interagieren. Also ein Subgruppe in einer Gesellschaft. Es muss klar sein, dass jede Gemeinschaft, will sie eine gewissen Harmonie erleben, Regeln folgt. Die meisten der Menschen sehen diese Regeln als «Werte», die sie irgendwann vermittelt bekommen haben. Was aber, wenn jemand ganz anderer Meinung ist und diese Regeln ignoriert? Was, wenn dieser Jemand eigene Regeln hat, welche so garnicht harmonieren mit dem der übrigen Menschen? Darum geht es in diesem Roman. In den heutigen Zeiten, in denen es immer mehr Menschen zu geben scheint, die keinen ethischen Regeln mehr folgen wollen, muss dieses Buch unangenehm aufstossen, weil es konsequent aufzeigt, dass Regeln ihre Grenzen haben und auch fehlgehen können und zudem, wohin das komplette Ausblenden jeglicher Regeln führt. Haruf schafft es wieder, mit präziser Wortwahl einerseits sehr viel Normalität zu beschreiben, die aber nicht trivial oder langweilig erscheint. Gerade aber aus dieser «Banalität» heraus müssen wir uns, wenn die Ereignisse ins Rutschen kommen, immer wieder selbst erkennen, in unserer Einfachheit, die nicht automatisch schmeichelhaft sein muss.
Jun 13, 2025
Die Regeln der Menschlichkeit
Kent Haruf schreibt in seinem 2. Roman, der aber zuletzt in Deutsch erschienen ist wie gewohnt über die Gemeinschaft einer fiktiven Stadt in Colarado. Zugleich beschreibt er wieder einige Einzelschicksale, die mit dem näheren Kreis dieser Protagonisten interagieren. Also ein Subgruppe in einer Gesellschaft. Es muss klar sein, dass jede Gemeinschaft, will sie eine gewissen Harmonie erleben, Regeln folgt. Die meisten der Menschen sehen diese Regeln als «Werte», die sie irgendwann vermittelt bekommen haben. Was aber, wenn jemand ganz anderer Meinung ist und diese Regeln ignoriert? Was, wenn dieser Jemand eigene Regeln hat, welche so garnicht harmonieren mit dem der übrigen Menschen? Darum geht es in diesem Roman. In den heutigen Zeiten, in denen es immer mehr Menschen zu geben scheint, die keinen ethischen Regeln mehr folgen wollen, muss dieses Buch unangenehm aufstossen, weil es konsequent aufzeigt, dass Regeln ihre Grenzen haben und auch fehlgehen können und zudem, wohin das komplette Ausblenden jeglicher Regeln führt. Haruf schafft es wieder, mit präziser Wortwahl einerseits sehr viel Normalität zu beschreiben, die aber nicht trivial oder langweilig erscheint. Gerade aber aus dieser «Banalität» heraus müssen wir uns, wenn die Ereignisse ins Rutschen kommen, immer wieder selbst erkennen, in unserer Einfachheit, die nicht automatisch schmeichelhaft sein muss.
Jun 13, 2025







