Unsere Seelen bei Nacht
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Description
Book Information
Author Description
Kent Haruf, geboren 1943 in Colorado, war ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado. Er wurde unter anderem mit dem Whiting Foundation Writers’ Award, dem Wallace Stegner Award und dem Mountains & Plains Booksellers Award ausgezeichnet. Sein letzter Roman, ›Unsere Seelen bei Nacht‹, wurde zum Bestseller und mit Jane Fonda und Robert Redford in den Hauptrollen verfilmt. Kent Haruf starb 2014.
Characteristics
3 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Ein absolutes HerzensBuch 💞
Eine wunderschöne Geschichte über zwei Rentner, die nicht mehr einsam sein wollten. Ein total warmes liebevolles Buch. Schöner ruhiger Schreibstil, in Form einer Erzählung (keine Redezeichen). Es hat sich so schön entwickelt, aber die Wendung zum Ende, hat mich so wütend gemacht. Nichtsdestotrotz gab es zum Schluß noch eine herzige Entwicklung. Ein Buch für zwischendurch, um sich einfach wohl zu fühlen 😍

Nichts erwartet und soviel bekommen
Was ein wundervolles Buch. Nach den ganzen Thrillern wollte ich was leichtes,nettes lesen und habe mich glücklicherweise für dieses entschieden. Addie und Louis sind beide verwitwet und einsam. Sie beschließen, die Nächte zusammen zu verbringen, zu reden, zusammen sein. Daraus entwickelt sich eine so unfassbar schöne Freundschaft. Ich mochte den beiden zu zuhören,wenn sie ihre Geschichten erzählten. Ich mochte,wie sie mit einander umgingen. Ich mochte Louis ,wie er sich aufopferungsvoll um Addies Enkel Jamie kümmerte und ich mochte Addie, der es egal war, was die Nachbarn dachten. Die endlich leben wollte, wie sie es sich vorstellte. Wirklich wütend hat mich Addies Sohn gemacht. Wie er einfach nicht verstand,was gut für seinen Sohn und für seine Mutter war. Die Geschichte hatte eine so schöne Anziehungskraft, so entschleunigend. Ich möchte auf jeden Fall noch weiter Zeit in dem kleinen Städtchen Holt County verbringen und werde die anderen Bücher auch lesen.
Manchmal stößt man auf ein Buch, das sich anfühlt wie ein leiser, warmer Sommerabend – und genau so ist „Unsere Seelen bei Nacht“. Diese Geschichte hat eine unglaubliche Anziehungskraft, ohne übertriebenen Kitsch, einfach durch ihre Menschlichkeit und Sanftheit. Kent Harufs Schreibstil ist ein Traum. So klar, so ruhig, so auf den Punkt. Man fliegt durch die Seiten, obwohl eigentlich gar nicht viel passiert – oder vielleicht gerade deshalb. Alles ist entschleunigt, jede Szene atmet Ruhe und Tiefe. Und trotzdem oder gerade deswegen hat mich das Buch voll erwischt. Ich habe gelacht, ich habe geweint, und an manchen Stellen hätte ich vor Wut am liebsten in die Seiten gebissen. Es geht um Mut. Um Respekt. Um Einsamkeit. Und um eine tiefe Zuneigung zwischen zwei Menschen. Es ist ein Buch, das mit wenig Worten alles sagt, was gesagt werden muss. „Unsere Seelen bei Nacht“ ist leise, berührend – und umwerfend. Eine ganz große Empfehlung für alle, die Bücher lieben, die lange nachhallen.
Was für eine süße kurze Geschichte. Der Autor schreibt sehr flüssig und leicht. Ich habe die letzten 100 Seiten gar nicht gemerkt wie ich sie verschlinge. Ich habe selten etwas so schönes und sanftes gelesen. Die zwei älteren Menschen sind einfach nur süss. Das Ende hat mich tief berührt und so unendlich traurig gemacht. Aber ich nehme etwas sehr wertvolles aus diesem Buch mit: Es ist egal was andere denken. Es wird dich nicht glücklich machen. Und wenn andere sich für dein Glück schämen, so ist das ihr Problem und nicht deines. Wirklich einfach ein zutiefst menschliches Buch!
Dieses Buch tut der Seele gut 🧚🏼 Der Schreibstil ist toll und das Buch lässt sich in einem runterlesen. Es geht um das Thema Einsamkeit im Alter. Super wichtig und dennoch selten Thema in einem Roman. Es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Von Kleinkindfreude bis tiefe sitzende Traurigkeit bringt das Buch alles mit 🫧
Herzerwärmende alltägliche Geschichte
Die Geschichte handelt von Addie und Louis, beide verwitwet, beide wollen gemeinsam weniger einsam sein. Das Buch erzählt den neuen Alltag der beiden, der sowohl unspektakulär als auch berührend ist. Ein schönes Buch für zwischendurch, da es ohne Schnickschnack, Dramen und Spannungsbogen auskommt.
„ Ja es ist neu, sagte sie. Auf gute Art neu, würde ich sagen, findest du nicht?“ - „Doch.“
Eine 70-jährige Witwe klingelt bei ihrem ebenfalls alleinstehenden älteren Nachbarn und macht ihm den Vorschlag: ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte, weil das Leben alleine sehr einsam ist. Also übernachtet er dort und sie sprechen, jede Nacht. Ein ganz zartes, sehr liebevoll geschriebenes Buch darüber, wie zwei alte Menschen Nähe suchen. Mir gefällt die Art wie sie sich annähern - immer mit der Haltung, dass sie weder sich noch der Welt etwas beweisen müssen. Und gleichzeitig ist das Gerede im Außen echt gemein. Die Beziehung zwischen den beiden ist einfach nur schön, fernab von irgendwelcher Romantik oder Sexualität. Mir gefällt es, so so so gut zu sehen, wie wunderbar liebevoll diese beiden Charaktere zueinander finden und wie zart und vorsichtig sie miteinander und diesem wertvollen Gefühl zueinander umgehen. Echt schön.❤️😍
Wege aus der Einsamkeit Die Geschichte spielt wie alle seine Werke in der fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado, USA. Dies ist das letzte Buch des Autors Kent Haruf, der leider 2014 schon verstorben ist, und es ist posthum veröffentlicht worden. Die 70jährige , verwitwete Addie wagt einen mutigen Schritt. Sie fragt ihren Nachbarn Louis, der ebenfalls Witwer ist, ob er bereit wäre ab und zu bei ihr zu übernachten. Die rüstige Witwe stellt sofort klar, dass es ihr nicht um Sex gehe, sie wolle einfach nachts nicht alleine sein und jemanden an ihrer Seite haben mit dem sie reden könne. Louis ist zwar zunächst irritiert, lässt sich aber auf das Arrangement ein und so entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft, aus der neue Lebensfreude erwächst. Die beiden erzählen sich Nacht für Nacht ihre Lebensgeschichte, Begebenheiten auch Fehler aus ihren Leben und lernen sich immer besser kennen und schätzen. Dass Louis nächtliche Besuche bei Addie die Gerüchteküche in der Kleinstadt schnell entfachen, und auch Addie’s Sohn Gene meint sich einmischen zu müssen, ist nicht verwunderlich aber ganz schön übergriffig. Sehr einfühlsam, leise und unaufgeregt erzählt der Autor die Geschichte zweier älterer Menschen, im Kampf gegen die Einsamkeit. Mir hat das Buch gut gefallen und ich empfehle es hier gerne weiter.
3,5-3,85✨
Das Buch lässt sich super schnell und flüssig lesen. Die Geschichte ist recht emotional auf viele Weisen. Ich fand’s super angenehm zu lesen und es war definitiv mal etwas anderes. Dennoch hat mir hier und da der Sinn der Geschichte etwas gefehlt, bzw. hatte ich es mir etwas anders vorgestellt. Störend war meiner Meinung nach, dass es nicht mal mehr Anführungszeichen gab und die wörtliche Rede dadurch teilweise schwer zu erkennen war. Das Buch war definitiv eine Erfahrung wert, es ist aber kein Must-Read für mich gewesen🫶🏼
Ein wunderbares Buch über das Leben, aber...
... das Ende fand ich furchtbar und hat mich wütend gemacht. Musste auch erst mal eine Nacht drüber schlafen bevor ich die Bewertung hier abgegeben habe, damit ich es nicht unfair bewerte. Denn es ist wirklich gut und intelligent geschrieben und mit ganz viel Feingefühl. Es ist eigentlich eine Geschichte die Hoffnung macht. Bis auf das Ende. Vielleicht ist das Ende für viele nicht so krass wie für mich, aber wenn dann plötzlich jemand der nicht zu den Hauptpersonen gehört mit toxischer Männlichkeit in eine wunderbare Freundschaft grätscht und auch noch gewinnt macht mich das sehr, sehr wütend. Trotz allem ist das Ende logisch und könnte so in vielen, vielen Familien passieren. Das macht es aber noch schlimmer, zumindest für mich.
Noch Luft nach oben
Ich habe immer wieder begeisterte Stimmen zu den Büchern von Kent Haruf gehört und nun habe ich sein erstes Buch gelesen. Kent Haruf hat sechs Romane geschrieben, die alle in der fiktiven Stadt Holt in Colorado spielen. In „Unsere Seelen bei Nacht“ begleiten wir Addie und Louis; beide in den Siebzigern und verwitwet. Sie fragt ihn, ob er bei ihr übernachten möchte. Einfach nur so. Damit sie nicht allein ist und sie sich unterhalten können. Sie erzählen sich von ihren Wünschen, Ängsten und ihren Leben und geben sich dabei so viel Verständnis und Nähe. Dann lebt Addies Enkel Jamie für eine gewisse Zeit bei seiner Großmutter; zu dem Trio gesellt sich noch die Hündin Bonnie und die Vier erleben eine besondere Zeit zusammen. Das Buch lässt sich mit seinen knapp 200 Seiten schnell weglesen und es handelt sich hier um eine ganz zarte Geschichte, die mir oft ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Es geht hier vor allem um zwischenmenschliche Beziehungen und was diese für Auswirkungen in unserem Leben haben können. Ein Aspekt/eine Person in dem Buch hat mich allerdings sehr wütend gemacht und das Ende hat mich nicht ganz befriedigt. Kein Highlight, aber trotzdem sehr lesenswert und ich freue mich schon darauf, mit den anderen Geschichten wieder nach Holt zurückzukehren 🥰 Da ist noch Luft nach oben und ich bin ihr sicher, dass Kent Haruf dieses Potenzial noch ausschöpfen wird.

Ich finde, es ist eine wunderbare Lektüre für alle, die Geschichten über Menschlichkeit und Hoffnung lieben. Harufs Schreibstil ist schlicht, aber unglaublich berührend. Er schafft es, die Emotionen der Figuren auf subtile Weise zu vermitteln, ohne ins Kitschige abzurutschen. „Unsere Seelen bei Nacht“ ist ein zartes, einfühlsames Buch, das die Themen Einsamkeit, Liebe und Selbstbestimmung im Alter aufgreift. Die Geschichte spielt in der fiktiven Kleinstadt Holt, Colorado, und erzählt von Addie und Louis, zwei älteren Menschen, die sich gegen gesellschaftliche Erwartungen stellen, um ihre Einsamkeit zu überwinden. Ihre nächtlichen Gespräche und die entstehende Nähe sind herzerwärmend und zeigen, dass es nie zu spät ist, für das eigene Glück einzustehen.
Rührende Beziehungen - frustrierendes Ende :(
Ich fand die Geschichte und das Band, das sich zwischen den beiden Protagonisten und dem Enkel Jamie entwickelten super schön und gefühlvoll beschrieben, schwierige Familiengeschichten, Schicksalsschläge und ihre Auswirkungen. Wie man die Fehler seiner Eltern wiederholt und was man anders machen kann. Wie man sich um einander kümmert und wie wichtig menschliche Bindung ist. Aber dann das Ende.. es hat mir leider gar nicht gefallen, unfair und frustrierend.. wie es im echten Leben sein kann. Vielleicht macht es das aber auch gerade aus?
„Unsere Seelen bei Nacht“ ist der letzte Roman des 2014 verstorbenen Schriftstellers Kent Haruf – und ein wahres Kleinod. Selten trifft man auf eine Erzählung, die mit wenigen Worten so viele Emotionen weckt. Sie beleuchtet die Einsamkeit in späteren Jahren, den Wunsch nach Nähe, schmerzlichen Erinnerungen, lange vergraben, nun behutsam an die Oberfläche zurückgeholt. Im Dunkeln der Nacht verschwimmen die Kanten, alles wird gemeinsam erträglicher, aus den Schatten wachsen neue Kräfte für den Alltag. Und es ist kein leichter Alltag, den Louis und Addie meistern müssen. Da sind die Nachbarn, die boshaft tratschen, der Enkel Jamie, für den Addie plötzlich Verantwortung übernehmen muss und da ist der Sohn, der um sein Erbe bangt und dem Freund seiner Mutter den weiteren Umgang mit ihr untersagt. Ich bin kein besonders emotionaler Mensch und es haben bisher nur sehr wenige Bücher geschafft, mich zu berühren. „Unsere Seelen bei Nacht“ hat mich zum Schmunzeln gebracht, ich habe getrauert, doch am stärksten war die Wut, die ich empfand, als der gierige Gene diese zarte Liebe unterbindet und Jamie als Druckmittel einsetzt. „Wie kann er nur?“, habe ich mich ereifert und war tatsächlich kurz davor, das Buch in die Ecke zu pfeffern. So zärtlich diese tragische Liebesgeschichte auch geschrieben ist, so nah an der harten Realität ist sie dennoch. Wir rühmen uns damit, modern und aufgeschlossen zu sein, doch wenn es um unsere einsamen Hinterbliebenen geht, verhalten wir uns oft sehr kindisch und verstockt. „Unsere Seelen bei Nacht“ mahnt uns leise, die Entscheidungen anderer zu respektieren oder zumindest zu tolerieren, gerade wenn es sich um nahe Menschen handelt. Jeder hat ein Recht auf einen Neuanfang und spätes Glück im Leben, auch wenn die Vergangenheit vielleicht voller Fehler und Leid steckt. Ein wundervolles Buch, das durch seine sanften Töne besticht!
4 Sterne für das Hörbuch. Als Buch hätte diese kleine, feine Geschichte 5 Sterne bekommen. Es liegt nicht am Sprecher, denn Ulrich Noethen liest es ganz wunderbar. Manche Geschichten wollen aber lieber gelesen als gehört werden, zumindest ist das bei mir so. Das Buch werde ich also definitiv auch nochmal lesen.
Addie und Louis, beide verwitwet, gehen spät ihrem Leben einen Pakt ein. Sie wollen füreinander da sein, sich Nähe geben, sich zuhören. Der Pakt beschert ihnen ein spätes Glück. Sie fangen nochmal bei 0 an, ohne die Erlebnisse, die Fehler, die Sünden ihres vorherigen Lebens auszuklammern. Doch leider erfahren sie für diese Entscheidung von ihren Mitmenschen Missgunst und Verurteilung. „Unsere Seelen bei Nacht“ ist ein schmales Büchlein über die Sehnsüchte des späten Lebens. Es schafft Empathie für die Einsamkeit älterer Menschen.
Sag mir die Wahrheit. Die Wahrheit ist: Es gefällt mir. Es gefällt mir sehr. Ich würde es vermissen, wenn ich es nicht mehr hätte. (Seite 104) Addie Moore klingelt eines Tages kurz entschlossen bei ihrem Nachbarn Louis Waters und macht ihm einen Vorschlag. Er kann gern bei ihr übernachten, denn sie fühlt sich einsam, und er sich doch bestimmt auch. Es geht nicht um Sex, es geht nur darum, jemanden zum reden zu haben, und abends nicht allein im Bett zu liegen. Louis ist überrascht, denkt kurz nach und ruft am nächsten Tag Addie an, dass er das auch möchte. Daraufhin geht er abends zu ihr, sie trinken ein Glas Wein, reden und legen sich ins Bett. Reden und schlafen ein. Es ist perfekt für beide. Auch wenn sie anfangs noch nicht so recht wissen, wie sie miteinander umgehen sollen, wird eine wunderbare Beziehung, die sich natürlich in einer Kleinstadt wie Holt, Colorado, nicht verbergen lässt. Und so beginnen bald einige Leute über die beiden zu sprechen. Aber Addie fühlt sich zu alt, um sich Gedanken darüber zu machen. Sie will einfach leben, wie es ihr gefällt und niemanden Rechenschaft ablegen. Damit steckt sie auch Louis an. Du machst dir zu viele Gedanken um die Leute in der Stadt. Irgendwer muss es ja tun. Ich nicht mehr. Das habe ich jedenfalls gelernt. Von ihr? Ja. Von ihr. Ich hätte sie nie für so progressiv oder leichtfertig gehalten. Du hast keine Ahnung. Das hat nichts mit leichtfertig zu tun. Womit denn sonst? Mit so etwas wie der Entscheidung, frei zu sein. Selbst in unserem Alter. (Seite 60) Wieso muss man sich (im Alter) vor anderen rechtfertigen? Was gibt den anderen das Recht, mein Leben anzuzweifeln? Mir zu sagen, was ich tun und was ich nicht tun soll? Wir alle sind irgendwelchen Zwängen unterworfen, aber muss ich mich verbiegen, um meinen „guten Ruf“ zu wahren? Die beiden wissen, dass sie das nicht tun müssen und versuchen ihre Einsamkeit entgegen zu wirken. Ich bin aber immer noch der Meinung, dass man sein Leben leben soll, wie man es selbst für richtig hält, und nicht, was andere für richtig halten. Der Roman hat mir wirklich gut gefallen. Anfangs hatte ich ein paar Probleme, da die wörtliche Rede nicht in Gänsefüßchen gesetzt ist, aber das hat sich ganz schnell gelegt und ich habe das Buch in einem Rutsch durch gelesen. Eigentlich war ich ein bisschen traurig, dass es so schnell zu Ende war, denn es war so wundervoll geschrieben und die beiden mochte ich so gerne. Jetzt möchte ich mehr von Kent Haruf lesen – es war mein erstes Buch von dem (leider bereits verstorbenen) Autor. Wie praktisch, dass nun gerade sein nächstes Buch „Abendrot“ am 23.01.19 im Diogenes Verlag erscheint!
Als ich den Klappentext überflog, war mir sofort klar, diese Geschichte muss ich lesen! Es fühlte sich ab dem ersten Augenblick nach einer besonderen Liebesgeschichte an. Und vorneweg gesagt, das war sie dann auch. Scheinbar leicht, kommt diese kleine Geschichte daher. Addie ist einsam seit sie verwittwet ist und möchte insbesondere ihre Nächte nicht mehr ohne einen anderen Menschen verbringen. Sie ist mutig und lädt ihren langjährigen Nachbarn Louis ein, in den Nächten zu ihr zu kommen. Er, ebenfalls verwittwet, lässt sich darauf ein und bewundert Addie für ihren Mut diesen Schritt gewagt zu haben. Denn sie leben in einer amerikanischen Kleinstadt, in der nichts lange geheim bleiben wird. In kurzen und einfachen Kapiteln erzählt der Autor, wie das ungewöhnliche Paar sich kennen- und lieben lernt. Wie sie sich gegenseitig in den Nächten von sich und ihrer Vergangenheit erzählen und dadurch zusammenwachsen. Wie sie sich offen den Bürgern der Kleinstadt präsentieren und über das Gerede stellen. Wie sie mutig sind und zeigen, dass man sich als älterer Mensch einer neuen Liebe öffnen und ein neues gemeinsames Leben aufbauen kann. Von einigen Menschen werden sie dafür bewundert und so schenken sie ihnen die Hoffnung auf ebenso eine zweite Chance im Leben. Alles könnte sich weiterhin wunderbar entwickeln, käme nicht die Bevormundung der eigenen Kinder hinzu, die sich für die Eltern und das Gerede schämen. Ab hier nahmen mich die Ergeignisse ziemlich mit. Ich litt mit diesem "alten" Liebespaar, dem ihr gemeinsam geschaffenes Glück nicht gegönnt werden sollte. Ihre Kinder spielen sich als Eltern auf, verbieten ihnen eigene Entscheidungen zu treffen. Insbesondere traf mich die Bevormundung von Gene, Addies Sohn, sehr ins Mark, indem er seiner Mutter mit dem Entzug des Enkels drohte, wenn sie sich nicht von Louis trennt. Verblendet, verbohrt und unglücklich in seiner eigenen Ehe, besitzt er nicht die Feinfühligkeit und den Respekt, den seine Mutter verdient hätte. Wie wird sich Addie entscheiden? Wie viel kann Addie ertragen? Am Ende ist wieder Addie die Mutige. Eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt... Lange hallten Kent Harufs Worte in mir nach! Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen so alt werden, wie kaum eine Generation vor uns. Wir haben viele Freiheiten. Und doch wird diese vielen alten Menschen ab einem bestimmten Alter wieder geraubt. Obwohl noch mobil, geistig fit und finanziell unabhängig, müssen sie für ihre Eigenbestimmtheit kämpfen. Fazit: Ein kleines, feines und intensives Buch über die Liebe, das Alter und die (Un)Freiheit einer Generation. Obwohl Kent Haruf durch seinen ganz eigenen Schreibstil eine Distanz zu den Protagonisten geschaffen hat, ist diese nur oberflächlich. Das Schicksal von Addie und Louis ist mitreißend, mit wenigen Worten und großer Wirkung. Einfach ein Herzensbuch, ein weiteres Lesehighligt in 2017.
Eine leichte und sanfte Sommerlektüre, die sich wunderbar herunterlesen lässt. 2 ältere Menschen, die ihrem Alltag und ihrem Leben nochmal eine Bedeutung schenken, was für die Gesellschaft so ungewohnt zu sein scheint, dass sie mit einigem Gegenwind konfrontiert werden. Dennoch gibt es Mut, dass das Leben im Alter auch lebenswert und geprägt von Leichtigkeit sein kann. Erinnert etwas an „normal people“ von Sally Rooney.
Kein Liebesroman, aber eine Geschichte voller Liebe Kent Haruf vollendete dieses Buch mit Hilfe seiner Frau Cathy im Jahr 2014, kurz bevor er im Alter von 77 Jahren einer Lungenerkrankung erlag. Tatsächlich verstarb er nur eine Woche, nachdem der Verlag Pan MacMillan von seiner Frau das Manuskript erhielt; veröffentlicht wurde es 2015 posthum. Ein letztes Geschenk an seine Leser und sicher sein persönlichstes Werk. »Ich werde ein Buch über uns schreiben«, sagte er im April 2014 zu Cathy. Ein Buch, in dessen Zentrum etwas stehen sollte, was er als seine liebste Erinnerung betrachtete: ihre nächtlichen Gespräche, während sie sich an den Händen hielten – ein Buch über die Liebe in ihrer reinsten Form._ Und so geht es auch in “Unsere Seelen bei Nacht” um zwei alte Menschen, die nachts das Bett miteinander teilen und reden, während sie sich an den Händen halten. Sie sind jedoch nicht miteinander verheiratet, sondern verwitwet. Zusammengebracht hat sie ihre Einsamkeit, und in ihren nächtlichen Gesprächen finden sie einen neuen Lebenssinn. Der Autor erzählt das ohne Rührseligkeit, bar jeden Kitsches. Glück und sogar bescheidene Zufriedenheit sind immer nur eine Haaresbreite entfernt von Verlust und menschlicher Missgunst, und auch das wird ohne Pathos erzählt. All das, spürt der Leser, ist einfach Teil des Lebens – das eine wäre nicht wahrhaftig und glaubhaft ohne das andere. Wenn sich jedoch eines über die Charaktere sagen lässt, dann dies: sie harren aus, sie halten durch, sie verteidigen ihr Glück ohne unrealistische Erwartungen und dennoch voller stillen Mutes. Sie werden mit sparsamem Strich gezeichnet, reduziert auf das absolut Wesentliche, und entwickeln dennoch eine ungemeine Lebendigkeit und Tiefe. Man gewinnt den Eindruck, dass Kent Haruf nur einen winzigen Teil ihrer langen Geschichte erzählt – dass es ein Davor und Danach gibt, an denen er den Leser nicht direkt teilhaben lässt. Und darin liegt eine gewisse Hoffnung. Ich habe bisher drei seiner Bücher gelesen, und ihnen allen war diese grandiose Sparsamkeit anheim, diese exquisite Kargheit – das gilt nicht nur für die Charaktere, sondern auch für den Schreibstil an sich. Kein Wort zuviel, aber auch kein Wort zu wenig, das entwickelt eine wunderbare zarte Poesie. In “Die Seelen der Nacht” sind Charaktere und Schreibstil noch deutlicher auf das Wesentliche reduziert als in seinen anderen Büchern, was sicher auch daran liegt, dass ihm nur wenige Monate blieben, um es fertigzustellen, statt mehrerer Jahre. FAZIT Zwei verwitwete alte Menschen tun sich zusammen, weil sie die Einsamkeit nicht mehr aushalten. Jede Nacht teilen sie das Bett, und doch geht es dabei nicht um Sex – sie verbringen die Nacht im Gespräch. Dennoch stößt die Beziehung der beiden auf Widerstand…. Tragischerweise erlebte Kent Haruf die Veröffentlichung des Buches nicht mehr, aber er hinterließ damit nicht nur seiner Frau ein großes Geschenk, sondern auch dem Leser. Das Buch liest sich wie eine Komprimierung all dessen, was sein Werk ausmacht, was besonders für die ruhige Schlichtheit der Sprache gilt. Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/2019/02/28/kent-haruf-unsere-seelen-bei-nacht/
>>Es geht nicht um Sex. Es geht darum, die Nacht zu überstehen. ...<< „Unsere Seelen bei Nacht“ von Kent Haruf - Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Eines Tages klingelt Addie, eine Witwe von 70 Jahren, bei ihrem Nachbarn Louis. Sie macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte. Louis lässt sich darauf ein. Und so liegen sie Nacht für Nacht nebeneinander und erzählen sich ihre Leben. ...Was sich erst einmal verrückt anhört, ist tatsächlich eine unglaublich berührende, sanfte Geschichte voller Liebe, Geborgenheit und eine so so schöne, aber auch aufwühlende Geschichte die sich wie aus dem Leben gegriffen lesen lässt. Das Buch ist sehr ruhig in seiner Gesamtheit und erzählt so unglaublich viel. Addie und Luis erzählen vieles aus ihrem Leben und finden in dem anderen einen Gefährten, der für sie beide eine unglaubliche Verbundenheit schafft. So schön dies auch alles klingen mag, das Buch bedient hier keine Klischees und das Ende hat mich vollends emotional zerstört! Der Schreibstil weißt außerdem diverse Besonderheiten auf und macht dieses kleine Werk, wie ich finde zu etwas wirklich besonderem, das ich allen ans Herz legen möchte, die bereit sind sich auf diese Lebensmelancholie mit den verschiedensten Emotionen einlassen können bzw. wollen.
Kent Haruf gehört inzwischen eindeutig zu meinen Lieblingsautoren - und gerade dieses Buch finde ich besonders berührend. Diese Geschichte von zwei alten Menschen, die sich noch einmal füreinander öffnen, eine Vertrautheit aufbauen und so zu verhindern versuchen, im Alter einsam zu sein, hat in mehrerer Hinsicht sehr bewegt - zum einen habe ich den Mut der beiden bewundert, auch gegen mögliches Gerede in ihrer Kleinstadt eine Beziehung aufzubauen, die ihnen gut tut, zum anderen hat aber genau das potentielle Gerede und die Reaktion des Sohnes, der sogar seinen Sohn instrumentalisiert, um Druck auf seine Mutter auszuüben, mich wütend gemacht. Schade, dass es nur so wenig Bücher von Kent Haruf gibt.
Als ich den Klappentext überflog, war mir sofort klar, diese Geschichte muss ich lesen! Es fühlte sich ab dem ersten Augenblick nach einer besonderen Liebesgeschichte an. Und vorneweg gesagt, das war sie dann auch. Scheinbar leicht, kommt diese kleine Geschichte daher. Addie ist einsam seit sie verwittwet ist und möchte insbesondere ihre Nächte nicht mehr ohne einen anderen Menschen verbringen. Sie ist mutig und lädt ihren langjährigen Nachbarn Louis ein, in den Nächten zu ihr zu kommen. Er, ebenfalls verwittwet, lässt sich darauf ein und bewundert Addie für ihren Mut diesen Schritt gewagt zu haben. Denn sie leben in einer amerikanischen Kleinstadt, in der nichts lange geheim bleiben wird. In kurzen und einfachen Kapiteln erzählt der Autor, wie das ungewöhnliche Paar sich kennen- und lieben lernt. Wie sie sich gegenseitig in den Nächten von sich und ihrer Vergangenheit erzählen und dadurch zusammenwachsen. Wie sie sich offen den Bürgern der Kleinstadt präsentieren und über das Gerede stellen. Wie sie mutig sind und zeigen, dass man sich als älterer Mensch einer neuen Liebe öffnen und ein neues gemeinsames Leben aufbauen kann. Von einigen Menschen werden sie dafür bewundert und so schenken sie ihnen die Hoffnung auf ebenso eine zweite Chance im Leben. Alles könnte sich weiterhin wunderbar entwickeln, käme nicht die Bevormundung der eigenen Kinder hinzu, die sich für die Eltern und das Gerede schämen. Ab hier nahmen mich die Ergeignisse ziemlich mit. Ich litt mit diesem "alten" Liebespaar, dem ihr gemeinsam geschaffenes Glück nicht gegönnt werden sollte. Ihre Kinder spielen sich als Eltern auf, verbieten ihnen eigene Entscheidungen zu treffen. Insbesondere traf mich die Bevormundung von Gene, Addies Sohn, sehr ins Mark, indem er seiner Mutter mit dem Entzug des Enkels drohte, wenn sie sich nicht von Louis trennt. Verblendet, verbohrt und unglücklich in seiner eigenen Ehe, besitzt er nicht die Feinfühligkeit und den Respekt, den seine Mutter verdient hätte. Wie wird sich Addie entscheiden? Wie viel kann Addie ertragen? Am Ende ist wieder Addie die Mutige. Eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt... Lange hallten Kent Harufs Worte in mir nach! Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen so alt werden, wie kaum eine Generation vor uns. Wir haben viele Freiheiten. Und doch wird diese vielen alten Menschen ab einem bestimmten Alter wieder geraubt. Obwohl noch mobil, geistig fit und finanziell unabhängig, müssen sie für ihre Eigenbestimmtheit kämpfen. Fazit: Ein kleines, feines und intensives Buch über die Liebe, das Alter und die (Un)Freiheit einer Generation. Obwohl Kent Haruf durch seinen ganz eigenen Schreibstil eine Distanz zu den Protagonisten geschaffen hat, ist diese nur oberflächlich. Das Schicksal von Addie und Louis ist mitreißend, mit wenigen Worten und großer Wirkung. Einfach ein Herzensbuch, ein weiteres Lesehighligt in diesem Jahr.
Eine zweite Chance für die Liebe
Das Leben verläuft für die meisten Menschen nicht wie geplant. So auch für Louis und Addie. Sie haben bereits ein Leben gelebt und bekommen dennoch die Chance auf eine zweite Liebe - was wünscht man sich mehr. Ihre Geschichte wird so zart und voller Gefühl erzählt. Sie trotzen der Meinung der anderen und werden am Ende doch Opfer von gesellschaftlichen Zwängen. Ich habe mich für die beiden gefreut, sie ins Herz geschlossen und mitgefiebert. <3
Berührend
Die Beziehung zweier Menschen um die 70 wird sehr einfühlsam dargestellt. Kent Haruf schafft es auf sehr gefühlvolle Weise darzustellen, was Liebe im Alter bedeutet. Man merkt,dass er weiß, wovon er schreibt! Ich fand die Geschichte um so bedeutsamer,als ich las,dass das sein letztes Werk war und er es kurz vor seinem Tod fertigstellte.Es erschien erst posthum. Die Sprache fand ich etwas spröde - aber vielleicht sollte das so sein, damit auch nicht der geringste Eindruck von Kitsch entsteht.
Characteristics
3 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
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Book Information
Author Description
Kent Haruf, geboren 1943 in Colorado, war ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado. Er wurde unter anderem mit dem Whiting Foundation Writers’ Award, dem Wallace Stegner Award und dem Mountains & Plains Booksellers Award ausgezeichnet. Sein letzter Roman, ›Unsere Seelen bei Nacht‹, wurde zum Bestseller und mit Jane Fonda und Robert Redford in den Hauptrollen verfilmt. Kent Haruf starb 2014.
Posts
Ein absolutes HerzensBuch 💞
Eine wunderschöne Geschichte über zwei Rentner, die nicht mehr einsam sein wollten. Ein total warmes liebevolles Buch. Schöner ruhiger Schreibstil, in Form einer Erzählung (keine Redezeichen). Es hat sich so schön entwickelt, aber die Wendung zum Ende, hat mich so wütend gemacht. Nichtsdestotrotz gab es zum Schluß noch eine herzige Entwicklung. Ein Buch für zwischendurch, um sich einfach wohl zu fühlen 😍

Nichts erwartet und soviel bekommen
Was ein wundervolles Buch. Nach den ganzen Thrillern wollte ich was leichtes,nettes lesen und habe mich glücklicherweise für dieses entschieden. Addie und Louis sind beide verwitwet und einsam. Sie beschließen, die Nächte zusammen zu verbringen, zu reden, zusammen sein. Daraus entwickelt sich eine so unfassbar schöne Freundschaft. Ich mochte den beiden zu zuhören,wenn sie ihre Geschichten erzählten. Ich mochte,wie sie mit einander umgingen. Ich mochte Louis ,wie er sich aufopferungsvoll um Addies Enkel Jamie kümmerte und ich mochte Addie, der es egal war, was die Nachbarn dachten. Die endlich leben wollte, wie sie es sich vorstellte. Wirklich wütend hat mich Addies Sohn gemacht. Wie er einfach nicht verstand,was gut für seinen Sohn und für seine Mutter war. Die Geschichte hatte eine so schöne Anziehungskraft, so entschleunigend. Ich möchte auf jeden Fall noch weiter Zeit in dem kleinen Städtchen Holt County verbringen und werde die anderen Bücher auch lesen.
Manchmal stößt man auf ein Buch, das sich anfühlt wie ein leiser, warmer Sommerabend – und genau so ist „Unsere Seelen bei Nacht“. Diese Geschichte hat eine unglaubliche Anziehungskraft, ohne übertriebenen Kitsch, einfach durch ihre Menschlichkeit und Sanftheit. Kent Harufs Schreibstil ist ein Traum. So klar, so ruhig, so auf den Punkt. Man fliegt durch die Seiten, obwohl eigentlich gar nicht viel passiert – oder vielleicht gerade deshalb. Alles ist entschleunigt, jede Szene atmet Ruhe und Tiefe. Und trotzdem oder gerade deswegen hat mich das Buch voll erwischt. Ich habe gelacht, ich habe geweint, und an manchen Stellen hätte ich vor Wut am liebsten in die Seiten gebissen. Es geht um Mut. Um Respekt. Um Einsamkeit. Und um eine tiefe Zuneigung zwischen zwei Menschen. Es ist ein Buch, das mit wenig Worten alles sagt, was gesagt werden muss. „Unsere Seelen bei Nacht“ ist leise, berührend – und umwerfend. Eine ganz große Empfehlung für alle, die Bücher lieben, die lange nachhallen.
Was für eine süße kurze Geschichte. Der Autor schreibt sehr flüssig und leicht. Ich habe die letzten 100 Seiten gar nicht gemerkt wie ich sie verschlinge. Ich habe selten etwas so schönes und sanftes gelesen. Die zwei älteren Menschen sind einfach nur süss. Das Ende hat mich tief berührt und so unendlich traurig gemacht. Aber ich nehme etwas sehr wertvolles aus diesem Buch mit: Es ist egal was andere denken. Es wird dich nicht glücklich machen. Und wenn andere sich für dein Glück schämen, so ist das ihr Problem und nicht deines. Wirklich einfach ein zutiefst menschliches Buch!
Dieses Buch tut der Seele gut 🧚🏼 Der Schreibstil ist toll und das Buch lässt sich in einem runterlesen. Es geht um das Thema Einsamkeit im Alter. Super wichtig und dennoch selten Thema in einem Roman. Es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Von Kleinkindfreude bis tiefe sitzende Traurigkeit bringt das Buch alles mit 🫧
Herzerwärmende alltägliche Geschichte
Die Geschichte handelt von Addie und Louis, beide verwitwet, beide wollen gemeinsam weniger einsam sein. Das Buch erzählt den neuen Alltag der beiden, der sowohl unspektakulär als auch berührend ist. Ein schönes Buch für zwischendurch, da es ohne Schnickschnack, Dramen und Spannungsbogen auskommt.
„ Ja es ist neu, sagte sie. Auf gute Art neu, würde ich sagen, findest du nicht?“ - „Doch.“
Eine 70-jährige Witwe klingelt bei ihrem ebenfalls alleinstehenden älteren Nachbarn und macht ihm den Vorschlag: ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte, weil das Leben alleine sehr einsam ist. Also übernachtet er dort und sie sprechen, jede Nacht. Ein ganz zartes, sehr liebevoll geschriebenes Buch darüber, wie zwei alte Menschen Nähe suchen. Mir gefällt die Art wie sie sich annähern - immer mit der Haltung, dass sie weder sich noch der Welt etwas beweisen müssen. Und gleichzeitig ist das Gerede im Außen echt gemein. Die Beziehung zwischen den beiden ist einfach nur schön, fernab von irgendwelcher Romantik oder Sexualität. Mir gefällt es, so so so gut zu sehen, wie wunderbar liebevoll diese beiden Charaktere zueinander finden und wie zart und vorsichtig sie miteinander und diesem wertvollen Gefühl zueinander umgehen. Echt schön.❤️😍
Wege aus der Einsamkeit Die Geschichte spielt wie alle seine Werke in der fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado, USA. Dies ist das letzte Buch des Autors Kent Haruf, der leider 2014 schon verstorben ist, und es ist posthum veröffentlicht worden. Die 70jährige , verwitwete Addie wagt einen mutigen Schritt. Sie fragt ihren Nachbarn Louis, der ebenfalls Witwer ist, ob er bereit wäre ab und zu bei ihr zu übernachten. Die rüstige Witwe stellt sofort klar, dass es ihr nicht um Sex gehe, sie wolle einfach nachts nicht alleine sein und jemanden an ihrer Seite haben mit dem sie reden könne. Louis ist zwar zunächst irritiert, lässt sich aber auf das Arrangement ein und so entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft, aus der neue Lebensfreude erwächst. Die beiden erzählen sich Nacht für Nacht ihre Lebensgeschichte, Begebenheiten auch Fehler aus ihren Leben und lernen sich immer besser kennen und schätzen. Dass Louis nächtliche Besuche bei Addie die Gerüchteküche in der Kleinstadt schnell entfachen, und auch Addie’s Sohn Gene meint sich einmischen zu müssen, ist nicht verwunderlich aber ganz schön übergriffig. Sehr einfühlsam, leise und unaufgeregt erzählt der Autor die Geschichte zweier älterer Menschen, im Kampf gegen die Einsamkeit. Mir hat das Buch gut gefallen und ich empfehle es hier gerne weiter.
3,5-3,85✨
Das Buch lässt sich super schnell und flüssig lesen. Die Geschichte ist recht emotional auf viele Weisen. Ich fand’s super angenehm zu lesen und es war definitiv mal etwas anderes. Dennoch hat mir hier und da der Sinn der Geschichte etwas gefehlt, bzw. hatte ich es mir etwas anders vorgestellt. Störend war meiner Meinung nach, dass es nicht mal mehr Anführungszeichen gab und die wörtliche Rede dadurch teilweise schwer zu erkennen war. Das Buch war definitiv eine Erfahrung wert, es ist aber kein Must-Read für mich gewesen🫶🏼
Ein wunderbares Buch über das Leben, aber...
... das Ende fand ich furchtbar und hat mich wütend gemacht. Musste auch erst mal eine Nacht drüber schlafen bevor ich die Bewertung hier abgegeben habe, damit ich es nicht unfair bewerte. Denn es ist wirklich gut und intelligent geschrieben und mit ganz viel Feingefühl. Es ist eigentlich eine Geschichte die Hoffnung macht. Bis auf das Ende. Vielleicht ist das Ende für viele nicht so krass wie für mich, aber wenn dann plötzlich jemand der nicht zu den Hauptpersonen gehört mit toxischer Männlichkeit in eine wunderbare Freundschaft grätscht und auch noch gewinnt macht mich das sehr, sehr wütend. Trotz allem ist das Ende logisch und könnte so in vielen, vielen Familien passieren. Das macht es aber noch schlimmer, zumindest für mich.
Noch Luft nach oben
Ich habe immer wieder begeisterte Stimmen zu den Büchern von Kent Haruf gehört und nun habe ich sein erstes Buch gelesen. Kent Haruf hat sechs Romane geschrieben, die alle in der fiktiven Stadt Holt in Colorado spielen. In „Unsere Seelen bei Nacht“ begleiten wir Addie und Louis; beide in den Siebzigern und verwitwet. Sie fragt ihn, ob er bei ihr übernachten möchte. Einfach nur so. Damit sie nicht allein ist und sie sich unterhalten können. Sie erzählen sich von ihren Wünschen, Ängsten und ihren Leben und geben sich dabei so viel Verständnis und Nähe. Dann lebt Addies Enkel Jamie für eine gewisse Zeit bei seiner Großmutter; zu dem Trio gesellt sich noch die Hündin Bonnie und die Vier erleben eine besondere Zeit zusammen. Das Buch lässt sich mit seinen knapp 200 Seiten schnell weglesen und es handelt sich hier um eine ganz zarte Geschichte, die mir oft ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Es geht hier vor allem um zwischenmenschliche Beziehungen und was diese für Auswirkungen in unserem Leben haben können. Ein Aspekt/eine Person in dem Buch hat mich allerdings sehr wütend gemacht und das Ende hat mich nicht ganz befriedigt. Kein Highlight, aber trotzdem sehr lesenswert und ich freue mich schon darauf, mit den anderen Geschichten wieder nach Holt zurückzukehren 🥰 Da ist noch Luft nach oben und ich bin ihr sicher, dass Kent Haruf dieses Potenzial noch ausschöpfen wird.

Ich finde, es ist eine wunderbare Lektüre für alle, die Geschichten über Menschlichkeit und Hoffnung lieben. Harufs Schreibstil ist schlicht, aber unglaublich berührend. Er schafft es, die Emotionen der Figuren auf subtile Weise zu vermitteln, ohne ins Kitschige abzurutschen. „Unsere Seelen bei Nacht“ ist ein zartes, einfühlsames Buch, das die Themen Einsamkeit, Liebe und Selbstbestimmung im Alter aufgreift. Die Geschichte spielt in der fiktiven Kleinstadt Holt, Colorado, und erzählt von Addie und Louis, zwei älteren Menschen, die sich gegen gesellschaftliche Erwartungen stellen, um ihre Einsamkeit zu überwinden. Ihre nächtlichen Gespräche und die entstehende Nähe sind herzerwärmend und zeigen, dass es nie zu spät ist, für das eigene Glück einzustehen.
Rührende Beziehungen - frustrierendes Ende :(
Ich fand die Geschichte und das Band, das sich zwischen den beiden Protagonisten und dem Enkel Jamie entwickelten super schön und gefühlvoll beschrieben, schwierige Familiengeschichten, Schicksalsschläge und ihre Auswirkungen. Wie man die Fehler seiner Eltern wiederholt und was man anders machen kann. Wie man sich um einander kümmert und wie wichtig menschliche Bindung ist. Aber dann das Ende.. es hat mir leider gar nicht gefallen, unfair und frustrierend.. wie es im echten Leben sein kann. Vielleicht macht es das aber auch gerade aus?
„Unsere Seelen bei Nacht“ ist der letzte Roman des 2014 verstorbenen Schriftstellers Kent Haruf – und ein wahres Kleinod. Selten trifft man auf eine Erzählung, die mit wenigen Worten so viele Emotionen weckt. Sie beleuchtet die Einsamkeit in späteren Jahren, den Wunsch nach Nähe, schmerzlichen Erinnerungen, lange vergraben, nun behutsam an die Oberfläche zurückgeholt. Im Dunkeln der Nacht verschwimmen die Kanten, alles wird gemeinsam erträglicher, aus den Schatten wachsen neue Kräfte für den Alltag. Und es ist kein leichter Alltag, den Louis und Addie meistern müssen. Da sind die Nachbarn, die boshaft tratschen, der Enkel Jamie, für den Addie plötzlich Verantwortung übernehmen muss und da ist der Sohn, der um sein Erbe bangt und dem Freund seiner Mutter den weiteren Umgang mit ihr untersagt. Ich bin kein besonders emotionaler Mensch und es haben bisher nur sehr wenige Bücher geschafft, mich zu berühren. „Unsere Seelen bei Nacht“ hat mich zum Schmunzeln gebracht, ich habe getrauert, doch am stärksten war die Wut, die ich empfand, als der gierige Gene diese zarte Liebe unterbindet und Jamie als Druckmittel einsetzt. „Wie kann er nur?“, habe ich mich ereifert und war tatsächlich kurz davor, das Buch in die Ecke zu pfeffern. So zärtlich diese tragische Liebesgeschichte auch geschrieben ist, so nah an der harten Realität ist sie dennoch. Wir rühmen uns damit, modern und aufgeschlossen zu sein, doch wenn es um unsere einsamen Hinterbliebenen geht, verhalten wir uns oft sehr kindisch und verstockt. „Unsere Seelen bei Nacht“ mahnt uns leise, die Entscheidungen anderer zu respektieren oder zumindest zu tolerieren, gerade wenn es sich um nahe Menschen handelt. Jeder hat ein Recht auf einen Neuanfang und spätes Glück im Leben, auch wenn die Vergangenheit vielleicht voller Fehler und Leid steckt. Ein wundervolles Buch, das durch seine sanften Töne besticht!
4 Sterne für das Hörbuch. Als Buch hätte diese kleine, feine Geschichte 5 Sterne bekommen. Es liegt nicht am Sprecher, denn Ulrich Noethen liest es ganz wunderbar. Manche Geschichten wollen aber lieber gelesen als gehört werden, zumindest ist das bei mir so. Das Buch werde ich also definitiv auch nochmal lesen.
Addie und Louis, beide verwitwet, gehen spät ihrem Leben einen Pakt ein. Sie wollen füreinander da sein, sich Nähe geben, sich zuhören. Der Pakt beschert ihnen ein spätes Glück. Sie fangen nochmal bei 0 an, ohne die Erlebnisse, die Fehler, die Sünden ihres vorherigen Lebens auszuklammern. Doch leider erfahren sie für diese Entscheidung von ihren Mitmenschen Missgunst und Verurteilung. „Unsere Seelen bei Nacht“ ist ein schmales Büchlein über die Sehnsüchte des späten Lebens. Es schafft Empathie für die Einsamkeit älterer Menschen.
Sag mir die Wahrheit. Die Wahrheit ist: Es gefällt mir. Es gefällt mir sehr. Ich würde es vermissen, wenn ich es nicht mehr hätte. (Seite 104) Addie Moore klingelt eines Tages kurz entschlossen bei ihrem Nachbarn Louis Waters und macht ihm einen Vorschlag. Er kann gern bei ihr übernachten, denn sie fühlt sich einsam, und er sich doch bestimmt auch. Es geht nicht um Sex, es geht nur darum, jemanden zum reden zu haben, und abends nicht allein im Bett zu liegen. Louis ist überrascht, denkt kurz nach und ruft am nächsten Tag Addie an, dass er das auch möchte. Daraufhin geht er abends zu ihr, sie trinken ein Glas Wein, reden und legen sich ins Bett. Reden und schlafen ein. Es ist perfekt für beide. Auch wenn sie anfangs noch nicht so recht wissen, wie sie miteinander umgehen sollen, wird eine wunderbare Beziehung, die sich natürlich in einer Kleinstadt wie Holt, Colorado, nicht verbergen lässt. Und so beginnen bald einige Leute über die beiden zu sprechen. Aber Addie fühlt sich zu alt, um sich Gedanken darüber zu machen. Sie will einfach leben, wie es ihr gefällt und niemanden Rechenschaft ablegen. Damit steckt sie auch Louis an. Du machst dir zu viele Gedanken um die Leute in der Stadt. Irgendwer muss es ja tun. Ich nicht mehr. Das habe ich jedenfalls gelernt. Von ihr? Ja. Von ihr. Ich hätte sie nie für so progressiv oder leichtfertig gehalten. Du hast keine Ahnung. Das hat nichts mit leichtfertig zu tun. Womit denn sonst? Mit so etwas wie der Entscheidung, frei zu sein. Selbst in unserem Alter. (Seite 60) Wieso muss man sich (im Alter) vor anderen rechtfertigen? Was gibt den anderen das Recht, mein Leben anzuzweifeln? Mir zu sagen, was ich tun und was ich nicht tun soll? Wir alle sind irgendwelchen Zwängen unterworfen, aber muss ich mich verbiegen, um meinen „guten Ruf“ zu wahren? Die beiden wissen, dass sie das nicht tun müssen und versuchen ihre Einsamkeit entgegen zu wirken. Ich bin aber immer noch der Meinung, dass man sein Leben leben soll, wie man es selbst für richtig hält, und nicht, was andere für richtig halten. Der Roman hat mir wirklich gut gefallen. Anfangs hatte ich ein paar Probleme, da die wörtliche Rede nicht in Gänsefüßchen gesetzt ist, aber das hat sich ganz schnell gelegt und ich habe das Buch in einem Rutsch durch gelesen. Eigentlich war ich ein bisschen traurig, dass es so schnell zu Ende war, denn es war so wundervoll geschrieben und die beiden mochte ich so gerne. Jetzt möchte ich mehr von Kent Haruf lesen – es war mein erstes Buch von dem (leider bereits verstorbenen) Autor. Wie praktisch, dass nun gerade sein nächstes Buch „Abendrot“ am 23.01.19 im Diogenes Verlag erscheint!
Als ich den Klappentext überflog, war mir sofort klar, diese Geschichte muss ich lesen! Es fühlte sich ab dem ersten Augenblick nach einer besonderen Liebesgeschichte an. Und vorneweg gesagt, das war sie dann auch. Scheinbar leicht, kommt diese kleine Geschichte daher. Addie ist einsam seit sie verwittwet ist und möchte insbesondere ihre Nächte nicht mehr ohne einen anderen Menschen verbringen. Sie ist mutig und lädt ihren langjährigen Nachbarn Louis ein, in den Nächten zu ihr zu kommen. Er, ebenfalls verwittwet, lässt sich darauf ein und bewundert Addie für ihren Mut diesen Schritt gewagt zu haben. Denn sie leben in einer amerikanischen Kleinstadt, in der nichts lange geheim bleiben wird. In kurzen und einfachen Kapiteln erzählt der Autor, wie das ungewöhnliche Paar sich kennen- und lieben lernt. Wie sie sich gegenseitig in den Nächten von sich und ihrer Vergangenheit erzählen und dadurch zusammenwachsen. Wie sie sich offen den Bürgern der Kleinstadt präsentieren und über das Gerede stellen. Wie sie mutig sind und zeigen, dass man sich als älterer Mensch einer neuen Liebe öffnen und ein neues gemeinsames Leben aufbauen kann. Von einigen Menschen werden sie dafür bewundert und so schenken sie ihnen die Hoffnung auf ebenso eine zweite Chance im Leben. Alles könnte sich weiterhin wunderbar entwickeln, käme nicht die Bevormundung der eigenen Kinder hinzu, die sich für die Eltern und das Gerede schämen. Ab hier nahmen mich die Ergeignisse ziemlich mit. Ich litt mit diesem "alten" Liebespaar, dem ihr gemeinsam geschaffenes Glück nicht gegönnt werden sollte. Ihre Kinder spielen sich als Eltern auf, verbieten ihnen eigene Entscheidungen zu treffen. Insbesondere traf mich die Bevormundung von Gene, Addies Sohn, sehr ins Mark, indem er seiner Mutter mit dem Entzug des Enkels drohte, wenn sie sich nicht von Louis trennt. Verblendet, verbohrt und unglücklich in seiner eigenen Ehe, besitzt er nicht die Feinfühligkeit und den Respekt, den seine Mutter verdient hätte. Wie wird sich Addie entscheiden? Wie viel kann Addie ertragen? Am Ende ist wieder Addie die Mutige. Eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt... Lange hallten Kent Harufs Worte in mir nach! Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen so alt werden, wie kaum eine Generation vor uns. Wir haben viele Freiheiten. Und doch wird diese vielen alten Menschen ab einem bestimmten Alter wieder geraubt. Obwohl noch mobil, geistig fit und finanziell unabhängig, müssen sie für ihre Eigenbestimmtheit kämpfen. Fazit: Ein kleines, feines und intensives Buch über die Liebe, das Alter und die (Un)Freiheit einer Generation. Obwohl Kent Haruf durch seinen ganz eigenen Schreibstil eine Distanz zu den Protagonisten geschaffen hat, ist diese nur oberflächlich. Das Schicksal von Addie und Louis ist mitreißend, mit wenigen Worten und großer Wirkung. Einfach ein Herzensbuch, ein weiteres Lesehighligt in 2017.
Eine leichte und sanfte Sommerlektüre, die sich wunderbar herunterlesen lässt. 2 ältere Menschen, die ihrem Alltag und ihrem Leben nochmal eine Bedeutung schenken, was für die Gesellschaft so ungewohnt zu sein scheint, dass sie mit einigem Gegenwind konfrontiert werden. Dennoch gibt es Mut, dass das Leben im Alter auch lebenswert und geprägt von Leichtigkeit sein kann. Erinnert etwas an „normal people“ von Sally Rooney.
Kein Liebesroman, aber eine Geschichte voller Liebe Kent Haruf vollendete dieses Buch mit Hilfe seiner Frau Cathy im Jahr 2014, kurz bevor er im Alter von 77 Jahren einer Lungenerkrankung erlag. Tatsächlich verstarb er nur eine Woche, nachdem der Verlag Pan MacMillan von seiner Frau das Manuskript erhielt; veröffentlicht wurde es 2015 posthum. Ein letztes Geschenk an seine Leser und sicher sein persönlichstes Werk. »Ich werde ein Buch über uns schreiben«, sagte er im April 2014 zu Cathy. Ein Buch, in dessen Zentrum etwas stehen sollte, was er als seine liebste Erinnerung betrachtete: ihre nächtlichen Gespräche, während sie sich an den Händen hielten – ein Buch über die Liebe in ihrer reinsten Form._ Und so geht es auch in “Unsere Seelen bei Nacht” um zwei alte Menschen, die nachts das Bett miteinander teilen und reden, während sie sich an den Händen halten. Sie sind jedoch nicht miteinander verheiratet, sondern verwitwet. Zusammengebracht hat sie ihre Einsamkeit, und in ihren nächtlichen Gesprächen finden sie einen neuen Lebenssinn. Der Autor erzählt das ohne Rührseligkeit, bar jeden Kitsches. Glück und sogar bescheidene Zufriedenheit sind immer nur eine Haaresbreite entfernt von Verlust und menschlicher Missgunst, und auch das wird ohne Pathos erzählt. All das, spürt der Leser, ist einfach Teil des Lebens – das eine wäre nicht wahrhaftig und glaubhaft ohne das andere. Wenn sich jedoch eines über die Charaktere sagen lässt, dann dies: sie harren aus, sie halten durch, sie verteidigen ihr Glück ohne unrealistische Erwartungen und dennoch voller stillen Mutes. Sie werden mit sparsamem Strich gezeichnet, reduziert auf das absolut Wesentliche, und entwickeln dennoch eine ungemeine Lebendigkeit und Tiefe. Man gewinnt den Eindruck, dass Kent Haruf nur einen winzigen Teil ihrer langen Geschichte erzählt – dass es ein Davor und Danach gibt, an denen er den Leser nicht direkt teilhaben lässt. Und darin liegt eine gewisse Hoffnung. Ich habe bisher drei seiner Bücher gelesen, und ihnen allen war diese grandiose Sparsamkeit anheim, diese exquisite Kargheit – das gilt nicht nur für die Charaktere, sondern auch für den Schreibstil an sich. Kein Wort zuviel, aber auch kein Wort zu wenig, das entwickelt eine wunderbare zarte Poesie. In “Die Seelen der Nacht” sind Charaktere und Schreibstil noch deutlicher auf das Wesentliche reduziert als in seinen anderen Büchern, was sicher auch daran liegt, dass ihm nur wenige Monate blieben, um es fertigzustellen, statt mehrerer Jahre. FAZIT Zwei verwitwete alte Menschen tun sich zusammen, weil sie die Einsamkeit nicht mehr aushalten. Jede Nacht teilen sie das Bett, und doch geht es dabei nicht um Sex – sie verbringen die Nacht im Gespräch. Dennoch stößt die Beziehung der beiden auf Widerstand…. Tragischerweise erlebte Kent Haruf die Veröffentlichung des Buches nicht mehr, aber er hinterließ damit nicht nur seiner Frau ein großes Geschenk, sondern auch dem Leser. Das Buch liest sich wie eine Komprimierung all dessen, was sein Werk ausmacht, was besonders für die ruhige Schlichtheit der Sprache gilt. Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/2019/02/28/kent-haruf-unsere-seelen-bei-nacht/
>>Es geht nicht um Sex. Es geht darum, die Nacht zu überstehen. ...<< „Unsere Seelen bei Nacht“ von Kent Haruf - Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Eines Tages klingelt Addie, eine Witwe von 70 Jahren, bei ihrem Nachbarn Louis. Sie macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte. Louis lässt sich darauf ein. Und so liegen sie Nacht für Nacht nebeneinander und erzählen sich ihre Leben. ...Was sich erst einmal verrückt anhört, ist tatsächlich eine unglaublich berührende, sanfte Geschichte voller Liebe, Geborgenheit und eine so so schöne, aber auch aufwühlende Geschichte die sich wie aus dem Leben gegriffen lesen lässt. Das Buch ist sehr ruhig in seiner Gesamtheit und erzählt so unglaublich viel. Addie und Luis erzählen vieles aus ihrem Leben und finden in dem anderen einen Gefährten, der für sie beide eine unglaubliche Verbundenheit schafft. So schön dies auch alles klingen mag, das Buch bedient hier keine Klischees und das Ende hat mich vollends emotional zerstört! Der Schreibstil weißt außerdem diverse Besonderheiten auf und macht dieses kleine Werk, wie ich finde zu etwas wirklich besonderem, das ich allen ans Herz legen möchte, die bereit sind sich auf diese Lebensmelancholie mit den verschiedensten Emotionen einlassen können bzw. wollen.
Kent Haruf gehört inzwischen eindeutig zu meinen Lieblingsautoren - und gerade dieses Buch finde ich besonders berührend. Diese Geschichte von zwei alten Menschen, die sich noch einmal füreinander öffnen, eine Vertrautheit aufbauen und so zu verhindern versuchen, im Alter einsam zu sein, hat in mehrerer Hinsicht sehr bewegt - zum einen habe ich den Mut der beiden bewundert, auch gegen mögliches Gerede in ihrer Kleinstadt eine Beziehung aufzubauen, die ihnen gut tut, zum anderen hat aber genau das potentielle Gerede und die Reaktion des Sohnes, der sogar seinen Sohn instrumentalisiert, um Druck auf seine Mutter auszuüben, mich wütend gemacht. Schade, dass es nur so wenig Bücher von Kent Haruf gibt.
Als ich den Klappentext überflog, war mir sofort klar, diese Geschichte muss ich lesen! Es fühlte sich ab dem ersten Augenblick nach einer besonderen Liebesgeschichte an. Und vorneweg gesagt, das war sie dann auch. Scheinbar leicht, kommt diese kleine Geschichte daher. Addie ist einsam seit sie verwittwet ist und möchte insbesondere ihre Nächte nicht mehr ohne einen anderen Menschen verbringen. Sie ist mutig und lädt ihren langjährigen Nachbarn Louis ein, in den Nächten zu ihr zu kommen. Er, ebenfalls verwittwet, lässt sich darauf ein und bewundert Addie für ihren Mut diesen Schritt gewagt zu haben. Denn sie leben in einer amerikanischen Kleinstadt, in der nichts lange geheim bleiben wird. In kurzen und einfachen Kapiteln erzählt der Autor, wie das ungewöhnliche Paar sich kennen- und lieben lernt. Wie sie sich gegenseitig in den Nächten von sich und ihrer Vergangenheit erzählen und dadurch zusammenwachsen. Wie sie sich offen den Bürgern der Kleinstadt präsentieren und über das Gerede stellen. Wie sie mutig sind und zeigen, dass man sich als älterer Mensch einer neuen Liebe öffnen und ein neues gemeinsames Leben aufbauen kann. Von einigen Menschen werden sie dafür bewundert und so schenken sie ihnen die Hoffnung auf ebenso eine zweite Chance im Leben. Alles könnte sich weiterhin wunderbar entwickeln, käme nicht die Bevormundung der eigenen Kinder hinzu, die sich für die Eltern und das Gerede schämen. Ab hier nahmen mich die Ergeignisse ziemlich mit. Ich litt mit diesem "alten" Liebespaar, dem ihr gemeinsam geschaffenes Glück nicht gegönnt werden sollte. Ihre Kinder spielen sich als Eltern auf, verbieten ihnen eigene Entscheidungen zu treffen. Insbesondere traf mich die Bevormundung von Gene, Addies Sohn, sehr ins Mark, indem er seiner Mutter mit dem Entzug des Enkels drohte, wenn sie sich nicht von Louis trennt. Verblendet, verbohrt und unglücklich in seiner eigenen Ehe, besitzt er nicht die Feinfühligkeit und den Respekt, den seine Mutter verdient hätte. Wie wird sich Addie entscheiden? Wie viel kann Addie ertragen? Am Ende ist wieder Addie die Mutige. Eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt... Lange hallten Kent Harufs Worte in mir nach! Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen so alt werden, wie kaum eine Generation vor uns. Wir haben viele Freiheiten. Und doch wird diese vielen alten Menschen ab einem bestimmten Alter wieder geraubt. Obwohl noch mobil, geistig fit und finanziell unabhängig, müssen sie für ihre Eigenbestimmtheit kämpfen. Fazit: Ein kleines, feines und intensives Buch über die Liebe, das Alter und die (Un)Freiheit einer Generation. Obwohl Kent Haruf durch seinen ganz eigenen Schreibstil eine Distanz zu den Protagonisten geschaffen hat, ist diese nur oberflächlich. Das Schicksal von Addie und Louis ist mitreißend, mit wenigen Worten und großer Wirkung. Einfach ein Herzensbuch, ein weiteres Lesehighligt in diesem Jahr.
Eine zweite Chance für die Liebe
Das Leben verläuft für die meisten Menschen nicht wie geplant. So auch für Louis und Addie. Sie haben bereits ein Leben gelebt und bekommen dennoch die Chance auf eine zweite Liebe - was wünscht man sich mehr. Ihre Geschichte wird so zart und voller Gefühl erzählt. Sie trotzen der Meinung der anderen und werden am Ende doch Opfer von gesellschaftlichen Zwängen. Ich habe mich für die beiden gefreut, sie ins Herz geschlossen und mitgefiebert. <3
Berührend
Die Beziehung zweier Menschen um die 70 wird sehr einfühlsam dargestellt. Kent Haruf schafft es auf sehr gefühlvolle Weise darzustellen, was Liebe im Alter bedeutet. Man merkt,dass er weiß, wovon er schreibt! Ich fand die Geschichte um so bedeutsamer,als ich las,dass das sein letztes Werk war und er es kurz vor seinem Tod fertigstellte.Es erschien erst posthum. Die Sprache fand ich etwas spröde - aber vielleicht sollte das so sein, damit auch nicht der geringste Eindruck von Kitsch entsteht.



















































