Die Kakerlake

Die Kakerlake

Softcover
3.2117
KäferFranzKafka, FranzPremierminister

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Description

Jim Sams hat eine Verwandlung durchgemacht. In seinem früheren Leben wurde er entweder ignoriert oder gehasst, doch jetzt ist er auf einmal der mächtigste Mann Großbritanniens – und seine Mission ist es, den Willen des Volkes in die Tat umzusetzen. Er ist wild entschlossen, sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen: weder von der Opposition noch von den Abweichlern in seiner eigenen Partei. Und noch nicht mal von den Regeln der parlamentarischen Demokratie. Die aberwitzige, kafkaeske Politsatire des großen britischen Erzählers.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
144
Price
11.40 €

Author Description

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seit seinem Welterfolg ›Abbitte‹ ist jeder seiner Romane ein Bestseller, viele sind verfilmt, zuletzt ›Am Strand‹ (mit Saoirse Ronan) und ›Kindeswohl‹ (mit Emma Thompson). Ian McEwan ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts, der American Academy of Arts and Sciences und Träger der Goethe-Medaille.

Posts

14
All
3

Zeitlos und universal gültig

Zuallererst: Nicht überall, wo Ian McEwan drauf steht, ist auch Ian McEwan drin. Wer als Leser also das übliche, flüssig-harmonische Gleiten einer bisweilen pointierten, aber immer eingängigen Handlung wie in „Honig“ oder „Solar“ erwartet, sei vorgewarnt. Surrealistische Trends wie in „Der Tagträumer“ haben bereits aufblitzen lassen, dass der Autor auch anders kann, wenn er will. „Die Kakerlake“ ist definitiv anders. McEwan hat sich offensichtlich von der politischen Gegenwart in Großbritannien und Europa so ultimativ unter Druck gesetzt gefühlt, dass er mit heißer, fast schon zorniger Nadel ein Sperrfeuer politischer Satire zu Papier gebracht hat, um seinen ganzen Unmut über die Ereignisse rund um den Brexit kundzutun. Hat man sich durch das relativ kurze Buch gelesen, kann man dem Autor zubilligen, dass seine Botschaft angekommen ist. Er ist ohne den geringsten Zweifel kein Brexit-Befürworter. Bis zum Ende der Parabel tut man sich jedoch manchmal etwas schwer, wenn man nicht so der Anhänger von kafkaesker Verfremdung oder Fantasy-artiger Aufhebung jeglicher Logik ist. Die Anleihe an Kafka’s Verwandlung wird von McEwan bereits in der Einleitung proaktiv thematisiert. Also besser keine Sinn-Fragen stellen und die Message auf sich wirken lassen. Kurzzeitig schafft es McEwan sogar, den ein oder anderen Leser zu verunsichern, wenn er durch die Person des Premierministers seine Wirtschaftstheorie des Reversalismus als neues, heilsbringendes Konzept für das vor sich hin darbende Königreich ausführt. Unweigerlich fragt man sich, ob Reversalismus (eine Wortschöpfung von McEwan für diese Geschichte; David Foster Wallace lässt grüßen) nicht tatsächlich klappen könnte. Aber letztendlich erweist sich alles als Machenschaften böser (sechsbeiniger) Mächte. Ian McEwan hat sich mit „Die Kakerlake“ eine Wut- und Brandrede gegönnt, in der er seinen ganzen Frust über die Politik und die Politiker im allgemeinen und den Brexit im Besonderen von der Seele geschrieben hat. Parallelen zu lebenden Protagonisten unserer Zeit wie Donald Trump und Boris Johnson sind nicht rein zufällig, sondern ganz offensichtlich beabsichtigt. Betrachtet man die aktuellen Ereignisse im Vereinigten Königreich mit dem possenhaften Wechselspiel der Premierminister ist McEwans Persiflage zeitlos aktuell, aber ohne Zweifel auch nicht geografisch gebunden.

4

Eine kurze, böse und herrlich absurde Satire... Ian McEwan dreht die politische Realität einmal komplett auf links: Ein Premierminister erwacht – ganz kafkaesk – als Mensch, war zuvor jedoch eine Kakerlake. Was folgt, ist eine gnadenlose Abrechnung mit dem Brexit, populistischen Denkfiguren à la Boris Johnson und Donald Trump und der allgemeinen politischen Vernunftverweigerung der letzten Jahre. Zentrales Element ist der sogenannte Reversalismus: Menschen zahlen dafür, arbeiten zu dürfen, und bekommen Geld, wenn sie Waren oder Dienstleistungen konsumieren. Ein völlig absurder Gedanke – und gerade deshalb erschreckend nah an der Logik mancher realer politischer Debatten. McEwan überzeichnet bewusst, trifft dabei aber erstaunlich oft ins Schwarze. Ich wusste beim Lesen mehrfach nicht, ob ich lachen oder den Kopf schütteln soll. Das Buch ist kurz, pointiert und manchmal fast schon unangenehm direkt. Kein tief ausgearbeiteter Roman, sondern eine literarische Spitze – scharf, politisch und sehr bewusst provokant.

4

Ich hab mich köstlich amüsiert 🙈

2.5

Kurzweilig und ok

Sehr fantasievolle Satire über den Brexit

4.5

Ein tolles Spiel mit Lyrik & politischen Systemen. Ich mochte die Anlehnung an Kafka, sowie diese Art Gedankenexperiment sehr. Kurzweilig, spannend und lehrreich - sehr lesenswert wer auf Politsatiren steht :)

4

Leicht zu lesen, tolle Satire

2

Den Ausstieg aus der EU überspitzt in einer Satire darzustellen, in dem man eine noch abstrusere volkswirtschaftliche Idee einführt, um sich vom Rest der Welt abzugrenzen, mag ja noch ganz originell sein. Wie im MAD-Spiel der Firma Parker aus den 70er Jahren muss man in Revisionalismus versuchen, sein Geld so schnell wie möglich auszugeben, um seinen Lebensstandard zu halten. Die Geldströme werden umgedreht. Man zahlt, um Arbeiten zu dürfen. Raserei wird finanziell belohnt. Da drehen sich dem Volkswirt die Wohlfahrtkurven im Magen um. Aber diese unnötige Kafka-Anspielungen und das absolut platte Gleichsetzen der Politiker mit Kakerlaken haben mich stirnrunzelnd zurückgelassen. Da habe ich doch schon feinsinnigere Politsatiren gelesen.

4

3,5 Ich wollte noch einmal näher darauf eingehen, weshalb ich diese Wertung abgegeben habe. Insgesamt war das Buch amüsant, leicht zu lesen. Man wird nicht mit gezwungener Tiefe erschlagen. Man kann es einfach weglesen, aber man kann genauso hinter all die Anspielungen blicken. Ich denke aber, dass Zweiteres als Nicht-Brite eine leseintensive Aufgabe ist. Vieles habe ich verstanden, vieles sicherlicher nicht. Einfach weil ich mich mit der britischen Gesellschaft nicht gut auskenne. Ich weiß gerade so welche zwei Parteien es gibt, kann mit Begriffen wie Ober- und Unterhaus etwas anfangen. Und damit bin ich wahrscheinlich weiter als viele, denn warum sollte man sich mit den politischen Systemen anderer Länder sooo genau auseinandersetzen? Und das fand ich etwas schade. Für Briten ist das Buch bestimmt ziemlich amüsant, für jene, die sich mit britischer Politik und Gesellschaft weniger auskennen (bspw. gab es Anspielungen auf gewisse soziale Gruppen, die ich leider nicht verstanden habe) bleibt es eher etwas oberflächlich. Ein zweiter Punkt ist, dass es am Ende eine runde, kurze Geschichte war, aber mir einfach mehr hätte geben können.

3

Mein erster Ian McEwan und definitiv nicht mein letzter! Während mich die satirische Brandrede auf den Brexit nicht wirklich abholen konnte und mir unterm Strich einfach zu "wenig von allem" war, haben mich die verrückte Grundidee und vor allem der Schreibstil absolut überzeugt :)

Mein zweiter McEwan. Herrlich. Eine Kakerlake erwacht und ist plötzlich der britische Premierminister. Mit seinen Ideen reitet er GB ins Verderben. Man merkt, dass der Autor kein Brexit-Freund ist. Absolute Empfehlung!

2

Interessant, aber auch merkwürdig. Ich habe mir mehr Anlehnung an Kafkas Werk gewünscht und fand bis auf die Verwandlung keinerlei Parallelen. Man kann es lesen, muss man aber nicht. Ich bin ganz froh darüber gewesen, dass es nur ganz kurz war. Ich glaube, wenn es länger gewesen wäre, dann hätte ich es an irgendeiner Stelle schließlich abgebrochen, da mir die Geschichte dann zu lang geworden wäre.

2

Den Ausstieg aus der EU überspitzt in einer Satire darzustellen, in dem man eine noch abstrusere volkswirtschaftliche Idee einführt, um sich vom Rest der Welt abzugrenzen, mag ja noch ganz originell sein. Wie im MAD-Spiel der Firma Parker aus den 70er Jahren muss man in Revisionalismus versuchen, sein Geld so schnell wie möglich auszugeben, um seinen Lebensstandard zu halten. Die Geldströme werden umgedreht. Man zahlt, um Arbeiten zu dürfen. Raserei wird finanziell belohnt. Da drehen sich dem Volkswirt die Wohlfahrtkurven im Magen um. Aber diese unnötige Kafka-Anspielungen und das absolut platte Gleichsetzen der Politiker mit Kakerlaken haben mich stirnrunzelnd zurückgelassen. Da habe ich doch schon feinsinnigere Politsatiren gelesen.

2

Meh. I feel like this was a great idea, but not that well executed.

2

Am Ende dieses ersten, vollgepackten Tages zog sich der Premierminister in seine kleine Wohnung unterm Dach zurück und machte sich daran, Twitter zu verstehen – eine primitive Version des pheromonalen Unbewussten, wie ihm bald aufging.

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