Westend
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Description
Volker Kutscher erzählt von Rache, Spionage, Verhängnis, Lügen und Illusionen. Und davon, wie es seinen Helden im Krieg und in den Jahren danach ergangen ist.
Berlin-Westend, 1973 – ein Tonband, ein Interview, eine Überraschung: Der Privatdozent Hans Singer besucht den 74-jährigen Kriminalkommissar a.D. Gereon Rath im Seniorenheim, weil er über die Arbeit der Berliner Polizei im Wechsel der politischen Systeme forscht. Insbesondere die Polizistenmorde am Bülowplatz 1931 und zwei damals steckbrieflich gesuchte Männer interessieren den Historiker. Denn die haben später im Staatsapparat der DDR eine steile Karriere gemacht.
Zum Unbehagen des Kommissars a.D. nimmt das Gespräch eine überraschende Wendung. Singer weiß bestens über Raths Vergangenheit Bescheid, er kennt die alten Kollegen, ja sogar seine Exfrau. Und er ist einer Sache auf der Spur, über die Rath unter keinen Umständen reden will: Ereignisse, die sich 1953 in Ostberlin zugetragen haben und bei denen auch die Morde von 1931 eine Rolle spielten.
Book Information
Author Description
Kat Menschik ist freie Illustratorin. Ihre Reihe Lieblingsbücher gilt als eine der schönsten Buchreihen der Welt. Zahlreiche von ihr ausgestattete Bücher wurden prämiert. Zuletzt erschienen: Lieblingsmärchen, Westend und Wer bist du?
Posts
Rath: Oh ja, verdammt, ich habe gelernt, was das Leben ist: der Mist, der passiert, während wir auf Dinge warten, die niemals eintreten. - Zitat, Seite 104 This is the end ... Für viele Leserinnen und Leser der Rath-Romane standen nach Abschluss der fulminanten historischen Krimis aus dem Berlin der 1920/1930er Jahre noch einige offene Fragen im Raum, was den Fortgang einiger lieb gewonnener oder auch gehasster Personen betrifft. Hier verschafft das schmale und illustrierte Büchlein Abhilfe. Hold your breath and count to ten Bereits zum dritten Mal haben sich der Schriftsteller Volker Kutscher und die Illustratorin Kat Menschik zusammengetan, um die klassischen Romane auf originelle Weise zu ergänzen. "Moabit" erzählt wie aus einem naiven Berliner Mädel eine taffe junge Kriminalistin wurde; "Mitte" ist ein Briefroman über eine zarte, aber unmögliche Liebe und "Westend" ist laut Klappentext das Abschiedsgeschenk für alle Fans von Gereon Rath, Charly und Fritze Thormann. Hear my heart burst again In der Einleitung zum Buch erfahren wir, was uns in diesem erwartet: es handelt sich um die Transkription alter Tonbandaufnahmen einer Interviewreihe von 1973 aus dem Seniorenheim Westend. Der damals 74jährige Heimbewohner Gereon Rath wird von einem Prof. Dr. Singer aufgesucht. Dr. Singer tritt als Historiker auf, um den Kriminalbeamten im Ruhestand als Zeitzeugen zur Arbeit der Berliner Polizei in der Weimarer Republik, im Dritten Reich und der Nachkriegszeit zu befragen. Vorgeblich. Denn die Art der Fragen und auch das Auftreten des Besuchers weisen auf eine sehr persönlich motivierte Aktion hin. Wird Gereon Rath hier ein letztes Mal mit seiner nicht ganz seidenglatten Vergangenheit konfrontiert? Und welche neuen Erkenntnisse treten dabei ans Licht? For this is the end Es ist klar, dass bei dieser verknappten Form gewisse Dinge nur angerissen oder gestreift werden können. Und Gereon Rath bleibt sich treu - eine Entwicklung seiner Persönlichkeit ist also nicht zu erwarten. Da er aber als Interviewpartner den größten Part in dem Text einnimmt, bremst die Dynamik der Schilderung in empfindlicher Weise. Volker Kutscher arbeitet auch hier die Feinheiten des gesellschaftlichen und politischen Lebens im behandelten Zeitrahmen heraus. Aber insgesamt bleiben die Ereignisse, über die berichtet wird, nur skizzenhaft. Sehr gelungen und atmosphärisch sind dagegen die Illustrationen von Kat Menschik, welche Blitzlichter aus dem Text gekonnt in Szene setzen. FAZIT Es ist sicher kein Zufall, dass mir die ersten Liedzeilen von Skyfall im Kopf schwirren, als ich dieses Buch las. Denn die Referenz zu James Bond passt perfekt zum zeitlichen Rahmen von "Westend". Allerdings hätte ich die Lektüre nicht gebraucht. "Rath", der 10. Roman und Abschlussband ist tatsächlich für mich der perfekte Abschluss. In gewisser Weise ist dieses Zusatzgeschenk etwas ernüchternd. Wer jedoch noch keinen Zusatzband mit Kat Menschik besitzt und gerade die Rath-Romane beliest, dem sei das Buch "Mitte" empfohlen und zwar als Lektüre nach "Olympia", dem 8. Band. Nur so als persönlicher Tipp!
WESTEND Volker Kutscher ET: 4.9.25 Der Privatdozent und Historiker Prof. Dr. Singer besucht den 74-jährigen Kriminalkommissar a.D. Gereon Rath in seiner Seniorenwohnung. Offiziell möchte er die Entwicklung der politischen Systeme – von der Weimarer Republik über das Dritte Reich bis in die Nachkriegszeit – aus der Perspektive der Polizei beleuchten. Doch schnell wird klar, dass Singer weit mehr weiß, als er vorgibt: über Raths Lebensweg, seine früheren Kollegen und sogar über seine Ex-Frau. Zunächst dreht sich das Gespräch um die berüchtigten Polizeimorde am Bülowplatz 1931. Doch bald nimmt das Interview eine unerwartete Wendung, die Rath äußerst missfällt. Spionage, Intrigen und die erstaunliche Karriere vieler „entnazifizierter“ Herren in hohen Ämtern nach dem Krieg rücken ins Zentrum. Mit Westend beschließt Volker Kutscher die Geschichte um Kommissar Rath – diesmal in Form eines intensiven Kammerspiels. Vorausgegangen waren Moabit und Mitte, ebenfalls Bände aus der Reihe illustrierter Lieblingsbücher von Kat Menschik. Begleitet wird der Roman von Menschiks gewohnt kunstvollen Illustrationen, die das Buch zu einem kleinen Schmuckstück machen – literarisch wie optisch. Besonders hervorheben möchte ich auch das Hörbuch: Walter Kreye, Leslie Malton, Julian Mehne und Timo Weisschnur verleihen den Figuren mit ihren Stimmen eine beeindruckende Lebendigkeit. Dadurch wird die dichte Atmosphäre des Textes zu einem wahren Hörerlebnis. Fazit: Ein würdiger, atmosphärischer Abschluss der Rath-Reihe, der nicht nur die dunklen Kapitel deutscher Polizeigeschichte beleuchtet, sondern auch literarisch wie akustisch begeistert. 4/5

Sternebewertung fiktiv
Ich hatte „Westend“ angefragt beim Verlag und zuvor nun noch „Moabit“ und „Mitte gekauft. Der Beginn von Westend ist simple und direkt fesselnd. Mit Westend legt Volker Kutscher einen Band vor, der sich deutlich von der klassischen Rath-Serie löst und zugleich ihre Motive weiterträgt. Es ist aber auch eine Art Abschlussband der Reihe. Ausgangspunkt ist ein Tonbandinterview. Der Historiker Hans Singer besucht den inzwischen 74-jährigen Gereon Rath im Seniorenheim, um mehr über die Arbeit der Berliner Polizei im Wandel der politischen Systeme zu erfahren. Doch schnell wird klar, dass Singer mehr sucht als nüchterne Fakten. Kutscher nutzt große Zeitsprünge, bricht sein gewohntes Erzählschema auf und spielt mit Perspektiven. Während Moabit Charlottes Lebensgeschichte vertiefte und Mitte die radikale Entwicklung von Fritz Thormann beleuchtete, eröffnet Westend eine neue Ebene. Eine Reise von der Gegenwart zurück ins Jahr 1973 und von dort weiter in die Grauzonen von Krieg, Nachkriegszeit und DDR-Machtstrukturen. Schnell merkt man, wie angespannt die Begegnung der zwei Männer ist. Der Dozent Singer gräbt nach den Polizistenmorden von 1931, nach zwei steckbrieflich gesuchten Männern. Kutscher zeigt hier eine neue literarische Facette. Weniger Kriminalfall, mehr Reflexion über Erinnerung, Schuld, Selbstrechtfertigung und das unzuverlässige Erzählen. Gemeinsam mit Kat Menschiks markanter Gestaltung entsteht ein Werk, das gleichzeitig literarisch intensiv und optisch herausragend ist.
Meine Meinung bezieht sich auf das Hörbuch, erschienen bei Osterwoldaudio (ich tracke meine Hörbücher wie gelesene Bücher) Ich hätte nicht gedacht, das ich diese kleine Fortsetzung, als Ende der Gereon Rath Reihe brauchen würde^^ Dabei bin ich eigentlich auch ein bisschen traurig, das Kutscher aus der Idee keine längere Geschichte gemacht hat. Potential wäre da gewesen. Gleichzeitig finde ich auch die Kürze gar nicht so schlecht. Ein paar kleine Schlaglichter in das weitere Leben der liebgewonnen Figuren. Manches Mal sehr traurig und manches mal genauso widersprüchlich, wie Gereon Rath immer war. Ich fand vieles darin sehr konsequent, Geschichte ist nun mal kein Baukasten in der man sich die Welt macht, wie sie einem gefällt. Sie passiert und manches Mal kann man sie eben nicht so beeinflussen, wie man es gerne hätte. Gereon bleibt der Dreh und Angelpunkt an dem sich "Westend" entlanghangelt. Kutscher macht es seinem Protagonisten nicht einfach, er versucht sich in der Interviewsituation wie immer aus vielem heraus zu halten. Einsicht über Vergangenes? Eher unwahrscheinlich mit Rath, der noch nie besonders gut darin war, sein Verhalten in das große Ganze einzuordnen und sich anders als Polizist zu sehen. Das ist so ein Punkt, bei dem ich mir das offene Ende für das Schicksal der Figuren dann doch gewünscht hätte. Sich aus zu malen, das Gereon vielleicht doch ein paar Veränderungen in seinem Leben durchläuft, war durchaus schön. Aber gleichzeitig Kutscher kennt seinen Rath und weiß, so richtig bereit für solche Einsichten war er nun mal nie. Charly pardon Charlotte, wird etwas sehr unnachgiebig dargestellt. Irgendwie hat mich das etwas geärgert, weil sie ihr eigenes Verhalten auch nicht wirklich reflektiert, sondern halt Gereon die Schuld an so ziemlich allem in die Schuhe schiebt. Bei manchem hat sie auch recht damit. Aber eben auch nicht grundsätzlich. Man kann sich an manchen Stellen nur selbst überlegen, was das Leben für sie bereit gehalten hat. Und das spürt man auch. Ich denke, sie kann auch nicht mehr verzeihen. Es ist zu vieles passiert und im Gegensatz zu Gereon, hatte sie keine Möglichkeit sich bestimmten Dingen zu entziehen. (Siehe auch das Ende von "Rath") Trotzdem, irgendwie war sie in der Vergangenheit die Klügere der beiden... Ich fand die Idee der Handlung wirklich grandios und die Geschichte war leider so kurz, ich hätte noch viele weitere Stunden damit verbringen können. Es war schön, die Figuren (nun aber wirklich) zum aller letzten Mal zu treffen, ein paar letzte lose Fäden wurden zusammengeführt. Gleichzeitig hätte ich mir trotzdem eine Umsetzung gewünscht, die mehr als ein Epilog zum Epilog darstellt. Ich bin also gleichermaßen begeistert, aber auch ein wenig melancholisch. Für Fans von Gereon Rath aber eh ein absolutes muss! Die Hörbuchumsetzung fand ich sehr gelungen, die verschiedenen Sprecher:innen haben die drei Figuren toll eingesprochen. Es wirkte dadurch sehr lebendig und passte zur Idee der Graphic Novel.
Der abschließende Abschluss
Mit "Westend" habe ich jetzt (fast - was wurde aus Reinhold Gräf?) alle meine Antworten auf die offenen Fragen, sogar schön illustriert. Es passt zu den Charakteren, natürlich wünschte ich mir von dem einen oder anderen, er hätte anders gehandelt, aber es ist alles schlüssig und vervollständigt das Bild unseres schwierigen Landes.

Alte Wunden, neue Wahrheiten – Kutscher dreht auf
Kein Krimi, sondern ein Zeitreise-Dauerfeuer, das so lässig wie gnadenlos durch die Jahrzehnte ballert. Volker Kutscher zieht hier keine Nummer mehr mit dem alten Kommissar Rath, er zieht gleich den Vorhang zur großen Lebensbeichte. Und das funktioniert erstaunlich gut – wie ein Tonbandgerät, das noch knarzt, aber dafür mehr Wahrheit liefert als jede Hochglanz-Doku. Die Mischung aus Interview, Erinnerungen und unterschwelliger Bedrohung ist ein echter Lesetrip. Da sitzt man plötzlich mit im Seniorenheim, hört die Stimme von Gereon Rath, spürt die Kälte des Altenheims und gleichzeitig die Hitze der Vergangenheit. 1931, 1953, 1973 – alles verknüpft, alles voller Fallstricke. Hier gibt es kein einfaches „damals war’s“, sondern einen Strudel aus Rache, Verrat und Schweigen. Besonders genial: Kat Menschiks Illustrationen, die wie kleine Schockmomente aus der Geschichte springen. Man klappt eine Seite auf und zack – Bild im Kopf, Atmosphäre verstärkt, fast schon ein visuelles Echo der Worte. Das Ganze liest sich wie ein Mix aus Geschichtsstunde und Thriller, garniert mit dieser typisch lakonischen Kutscher-Sprache, die nie übertreibt und trotzdem alles trifft. Kein Actiongeballer, sondern subtile Spannung, die nachhallt. Manchmal sitzt man da, schmunzelt über eine trockene Bemerkung, und im nächsten Moment zieht’s einem den Magen zusammen. Kurzum: Westend ist kein netter Nachschlag für Fans, sondern ein eigenständiges Biest, das noch einmal zeigt, wie viel Tiefe in Gereon Rath steckt. Keine Nostalgie-Show, sondern ein literarischer Schlagabtausch mit der Geschichte – und mit dem eigenen Gewissen. Hut ab, das ist kein Buch für nebenbei, sondern eins, das im Kopf bleibt.

Hier werden nochmal alle offenen Fragen geklärt, die man am Ende der Reihe gehabt hat, obwohl ich das nicht unbedingt gebraucht hätte. Ich fand gerade das offene Ende genau so gut und richtig. Davon abgesehen ist dieses Buch aber gerade in seiner speziellen Art (Interview) sehr gelungen und für Fans der Reihe ein Muss.
Description
Volker Kutscher erzählt von Rache, Spionage, Verhängnis, Lügen und Illusionen. Und davon, wie es seinen Helden im Krieg und in den Jahren danach ergangen ist.
Berlin-Westend, 1973 – ein Tonband, ein Interview, eine Überraschung: Der Privatdozent Hans Singer besucht den 74-jährigen Kriminalkommissar a.D. Gereon Rath im Seniorenheim, weil er über die Arbeit der Berliner Polizei im Wechsel der politischen Systeme forscht. Insbesondere die Polizistenmorde am Bülowplatz 1931 und zwei damals steckbrieflich gesuchte Männer interessieren den Historiker. Denn die haben später im Staatsapparat der DDR eine steile Karriere gemacht.
Zum Unbehagen des Kommissars a.D. nimmt das Gespräch eine überraschende Wendung. Singer weiß bestens über Raths Vergangenheit Bescheid, er kennt die alten Kollegen, ja sogar seine Exfrau. Und er ist einer Sache auf der Spur, über die Rath unter keinen Umständen reden will: Ereignisse, die sich 1953 in Ostberlin zugetragen haben und bei denen auch die Morde von 1931 eine Rolle spielten.
Book Information
Author Description
Kat Menschik ist freie Illustratorin. Ihre Reihe Lieblingsbücher gilt als eine der schönsten Buchreihen der Welt. Zahlreiche von ihr ausgestattete Bücher wurden prämiert. Zuletzt erschienen: Lieblingsmärchen, Westend und Wer bist du?
Posts
Rath: Oh ja, verdammt, ich habe gelernt, was das Leben ist: der Mist, der passiert, während wir auf Dinge warten, die niemals eintreten. - Zitat, Seite 104 This is the end ... Für viele Leserinnen und Leser der Rath-Romane standen nach Abschluss der fulminanten historischen Krimis aus dem Berlin der 1920/1930er Jahre noch einige offene Fragen im Raum, was den Fortgang einiger lieb gewonnener oder auch gehasster Personen betrifft. Hier verschafft das schmale und illustrierte Büchlein Abhilfe. Hold your breath and count to ten Bereits zum dritten Mal haben sich der Schriftsteller Volker Kutscher und die Illustratorin Kat Menschik zusammengetan, um die klassischen Romane auf originelle Weise zu ergänzen. "Moabit" erzählt wie aus einem naiven Berliner Mädel eine taffe junge Kriminalistin wurde; "Mitte" ist ein Briefroman über eine zarte, aber unmögliche Liebe und "Westend" ist laut Klappentext das Abschiedsgeschenk für alle Fans von Gereon Rath, Charly und Fritze Thormann. Hear my heart burst again In der Einleitung zum Buch erfahren wir, was uns in diesem erwartet: es handelt sich um die Transkription alter Tonbandaufnahmen einer Interviewreihe von 1973 aus dem Seniorenheim Westend. Der damals 74jährige Heimbewohner Gereon Rath wird von einem Prof. Dr. Singer aufgesucht. Dr. Singer tritt als Historiker auf, um den Kriminalbeamten im Ruhestand als Zeitzeugen zur Arbeit der Berliner Polizei in der Weimarer Republik, im Dritten Reich und der Nachkriegszeit zu befragen. Vorgeblich. Denn die Art der Fragen und auch das Auftreten des Besuchers weisen auf eine sehr persönlich motivierte Aktion hin. Wird Gereon Rath hier ein letztes Mal mit seiner nicht ganz seidenglatten Vergangenheit konfrontiert? Und welche neuen Erkenntnisse treten dabei ans Licht? For this is the end Es ist klar, dass bei dieser verknappten Form gewisse Dinge nur angerissen oder gestreift werden können. Und Gereon Rath bleibt sich treu - eine Entwicklung seiner Persönlichkeit ist also nicht zu erwarten. Da er aber als Interviewpartner den größten Part in dem Text einnimmt, bremst die Dynamik der Schilderung in empfindlicher Weise. Volker Kutscher arbeitet auch hier die Feinheiten des gesellschaftlichen und politischen Lebens im behandelten Zeitrahmen heraus. Aber insgesamt bleiben die Ereignisse, über die berichtet wird, nur skizzenhaft. Sehr gelungen und atmosphärisch sind dagegen die Illustrationen von Kat Menschik, welche Blitzlichter aus dem Text gekonnt in Szene setzen. FAZIT Es ist sicher kein Zufall, dass mir die ersten Liedzeilen von Skyfall im Kopf schwirren, als ich dieses Buch las. Denn die Referenz zu James Bond passt perfekt zum zeitlichen Rahmen von "Westend". Allerdings hätte ich die Lektüre nicht gebraucht. "Rath", der 10. Roman und Abschlussband ist tatsächlich für mich der perfekte Abschluss. In gewisser Weise ist dieses Zusatzgeschenk etwas ernüchternd. Wer jedoch noch keinen Zusatzband mit Kat Menschik besitzt und gerade die Rath-Romane beliest, dem sei das Buch "Mitte" empfohlen und zwar als Lektüre nach "Olympia", dem 8. Band. Nur so als persönlicher Tipp!
WESTEND Volker Kutscher ET: 4.9.25 Der Privatdozent und Historiker Prof. Dr. Singer besucht den 74-jährigen Kriminalkommissar a.D. Gereon Rath in seiner Seniorenwohnung. Offiziell möchte er die Entwicklung der politischen Systeme – von der Weimarer Republik über das Dritte Reich bis in die Nachkriegszeit – aus der Perspektive der Polizei beleuchten. Doch schnell wird klar, dass Singer weit mehr weiß, als er vorgibt: über Raths Lebensweg, seine früheren Kollegen und sogar über seine Ex-Frau. Zunächst dreht sich das Gespräch um die berüchtigten Polizeimorde am Bülowplatz 1931. Doch bald nimmt das Interview eine unerwartete Wendung, die Rath äußerst missfällt. Spionage, Intrigen und die erstaunliche Karriere vieler „entnazifizierter“ Herren in hohen Ämtern nach dem Krieg rücken ins Zentrum. Mit Westend beschließt Volker Kutscher die Geschichte um Kommissar Rath – diesmal in Form eines intensiven Kammerspiels. Vorausgegangen waren Moabit und Mitte, ebenfalls Bände aus der Reihe illustrierter Lieblingsbücher von Kat Menschik. Begleitet wird der Roman von Menschiks gewohnt kunstvollen Illustrationen, die das Buch zu einem kleinen Schmuckstück machen – literarisch wie optisch. Besonders hervorheben möchte ich auch das Hörbuch: Walter Kreye, Leslie Malton, Julian Mehne und Timo Weisschnur verleihen den Figuren mit ihren Stimmen eine beeindruckende Lebendigkeit. Dadurch wird die dichte Atmosphäre des Textes zu einem wahren Hörerlebnis. Fazit: Ein würdiger, atmosphärischer Abschluss der Rath-Reihe, der nicht nur die dunklen Kapitel deutscher Polizeigeschichte beleuchtet, sondern auch literarisch wie akustisch begeistert. 4/5

Sternebewertung fiktiv
Ich hatte „Westend“ angefragt beim Verlag und zuvor nun noch „Moabit“ und „Mitte gekauft. Der Beginn von Westend ist simple und direkt fesselnd. Mit Westend legt Volker Kutscher einen Band vor, der sich deutlich von der klassischen Rath-Serie löst und zugleich ihre Motive weiterträgt. Es ist aber auch eine Art Abschlussband der Reihe. Ausgangspunkt ist ein Tonbandinterview. Der Historiker Hans Singer besucht den inzwischen 74-jährigen Gereon Rath im Seniorenheim, um mehr über die Arbeit der Berliner Polizei im Wandel der politischen Systeme zu erfahren. Doch schnell wird klar, dass Singer mehr sucht als nüchterne Fakten. Kutscher nutzt große Zeitsprünge, bricht sein gewohntes Erzählschema auf und spielt mit Perspektiven. Während Moabit Charlottes Lebensgeschichte vertiefte und Mitte die radikale Entwicklung von Fritz Thormann beleuchtete, eröffnet Westend eine neue Ebene. Eine Reise von der Gegenwart zurück ins Jahr 1973 und von dort weiter in die Grauzonen von Krieg, Nachkriegszeit und DDR-Machtstrukturen. Schnell merkt man, wie angespannt die Begegnung der zwei Männer ist. Der Dozent Singer gräbt nach den Polizistenmorden von 1931, nach zwei steckbrieflich gesuchten Männern. Kutscher zeigt hier eine neue literarische Facette. Weniger Kriminalfall, mehr Reflexion über Erinnerung, Schuld, Selbstrechtfertigung und das unzuverlässige Erzählen. Gemeinsam mit Kat Menschiks markanter Gestaltung entsteht ein Werk, das gleichzeitig literarisch intensiv und optisch herausragend ist.
Meine Meinung bezieht sich auf das Hörbuch, erschienen bei Osterwoldaudio (ich tracke meine Hörbücher wie gelesene Bücher) Ich hätte nicht gedacht, das ich diese kleine Fortsetzung, als Ende der Gereon Rath Reihe brauchen würde^^ Dabei bin ich eigentlich auch ein bisschen traurig, das Kutscher aus der Idee keine längere Geschichte gemacht hat. Potential wäre da gewesen. Gleichzeitig finde ich auch die Kürze gar nicht so schlecht. Ein paar kleine Schlaglichter in das weitere Leben der liebgewonnen Figuren. Manches Mal sehr traurig und manches mal genauso widersprüchlich, wie Gereon Rath immer war. Ich fand vieles darin sehr konsequent, Geschichte ist nun mal kein Baukasten in der man sich die Welt macht, wie sie einem gefällt. Sie passiert und manches Mal kann man sie eben nicht so beeinflussen, wie man es gerne hätte. Gereon bleibt der Dreh und Angelpunkt an dem sich "Westend" entlanghangelt. Kutscher macht es seinem Protagonisten nicht einfach, er versucht sich in der Interviewsituation wie immer aus vielem heraus zu halten. Einsicht über Vergangenes? Eher unwahrscheinlich mit Rath, der noch nie besonders gut darin war, sein Verhalten in das große Ganze einzuordnen und sich anders als Polizist zu sehen. Das ist so ein Punkt, bei dem ich mir das offene Ende für das Schicksal der Figuren dann doch gewünscht hätte. Sich aus zu malen, das Gereon vielleicht doch ein paar Veränderungen in seinem Leben durchläuft, war durchaus schön. Aber gleichzeitig Kutscher kennt seinen Rath und weiß, so richtig bereit für solche Einsichten war er nun mal nie. Charly pardon Charlotte, wird etwas sehr unnachgiebig dargestellt. Irgendwie hat mich das etwas geärgert, weil sie ihr eigenes Verhalten auch nicht wirklich reflektiert, sondern halt Gereon die Schuld an so ziemlich allem in die Schuhe schiebt. Bei manchem hat sie auch recht damit. Aber eben auch nicht grundsätzlich. Man kann sich an manchen Stellen nur selbst überlegen, was das Leben für sie bereit gehalten hat. Und das spürt man auch. Ich denke, sie kann auch nicht mehr verzeihen. Es ist zu vieles passiert und im Gegensatz zu Gereon, hatte sie keine Möglichkeit sich bestimmten Dingen zu entziehen. (Siehe auch das Ende von "Rath") Trotzdem, irgendwie war sie in der Vergangenheit die Klügere der beiden... Ich fand die Idee der Handlung wirklich grandios und die Geschichte war leider so kurz, ich hätte noch viele weitere Stunden damit verbringen können. Es war schön, die Figuren (nun aber wirklich) zum aller letzten Mal zu treffen, ein paar letzte lose Fäden wurden zusammengeführt. Gleichzeitig hätte ich mir trotzdem eine Umsetzung gewünscht, die mehr als ein Epilog zum Epilog darstellt. Ich bin also gleichermaßen begeistert, aber auch ein wenig melancholisch. Für Fans von Gereon Rath aber eh ein absolutes muss! Die Hörbuchumsetzung fand ich sehr gelungen, die verschiedenen Sprecher:innen haben die drei Figuren toll eingesprochen. Es wirkte dadurch sehr lebendig und passte zur Idee der Graphic Novel.
Der abschließende Abschluss
Mit "Westend" habe ich jetzt (fast - was wurde aus Reinhold Gräf?) alle meine Antworten auf die offenen Fragen, sogar schön illustriert. Es passt zu den Charakteren, natürlich wünschte ich mir von dem einen oder anderen, er hätte anders gehandelt, aber es ist alles schlüssig und vervollständigt das Bild unseres schwierigen Landes.

Alte Wunden, neue Wahrheiten – Kutscher dreht auf
Kein Krimi, sondern ein Zeitreise-Dauerfeuer, das so lässig wie gnadenlos durch die Jahrzehnte ballert. Volker Kutscher zieht hier keine Nummer mehr mit dem alten Kommissar Rath, er zieht gleich den Vorhang zur großen Lebensbeichte. Und das funktioniert erstaunlich gut – wie ein Tonbandgerät, das noch knarzt, aber dafür mehr Wahrheit liefert als jede Hochglanz-Doku. Die Mischung aus Interview, Erinnerungen und unterschwelliger Bedrohung ist ein echter Lesetrip. Da sitzt man plötzlich mit im Seniorenheim, hört die Stimme von Gereon Rath, spürt die Kälte des Altenheims und gleichzeitig die Hitze der Vergangenheit. 1931, 1953, 1973 – alles verknüpft, alles voller Fallstricke. Hier gibt es kein einfaches „damals war’s“, sondern einen Strudel aus Rache, Verrat und Schweigen. Besonders genial: Kat Menschiks Illustrationen, die wie kleine Schockmomente aus der Geschichte springen. Man klappt eine Seite auf und zack – Bild im Kopf, Atmosphäre verstärkt, fast schon ein visuelles Echo der Worte. Das Ganze liest sich wie ein Mix aus Geschichtsstunde und Thriller, garniert mit dieser typisch lakonischen Kutscher-Sprache, die nie übertreibt und trotzdem alles trifft. Kein Actiongeballer, sondern subtile Spannung, die nachhallt. Manchmal sitzt man da, schmunzelt über eine trockene Bemerkung, und im nächsten Moment zieht’s einem den Magen zusammen. Kurzum: Westend ist kein netter Nachschlag für Fans, sondern ein eigenständiges Biest, das noch einmal zeigt, wie viel Tiefe in Gereon Rath steckt. Keine Nostalgie-Show, sondern ein literarischer Schlagabtausch mit der Geschichte – und mit dem eigenen Gewissen. Hut ab, das ist kein Buch für nebenbei, sondern eins, das im Kopf bleibt.















