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Der Zementgarten

3.6(95)
Language
German
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About the book

Papa ist tot, Mama stirbt und wird, damit keiner was merkt, einzementiert; die vier Kinder – zwei Mädchen und zwei Jungen zwischen 6 und 16 – haben das große Haus in den großen Ferien für sich. Im Laufe des drückend heißen, unwirklichen Sommers kapselt sich die Gemeinschaft der Kinder mehr und mehr gegen die Außenwelt ab, und keiner merkt, dass etwas faul ist.

Editions (4)

ISBN9783257206487
PublisherDiogenes
Publication Date01/02/99
Pages208

Characteristics

1 reviews

ModerateModerateUnusualMultifacetedCredibleThoughtful

Reviews & Ratings

95 ratings

13 reviews

3.6

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  • peter_f
    peter_f

    82 Followers

    4.0

    „Der Zementgarten“ von Ian McEwan ist für mich ein verstörender, düsterer und sehr eindringlicher Roman über Kindheit, Verdrängung und den Zerfall einer Familie – beklemmend gut geschrieben, aber nichts für leichte Lektüre.

    Im Mittelpunkt steht eine Familie, die nach dem Tod der Eltern in einer merkwürdigen, fast abgeschlossenen Welt weiterlebt. Die vier Geschwister versuchen, den Alltag irgendwie aufrechtzuerhalten, während sie ein immer größeres Geheimnis vor der Außenwelt verbergen. Besonders die Atmosphäre hat mich beeindruckt: Das heruntergekommene Haus, der kahle Garten, die Enge und die düstere Sommerhitze erzeugen ein Gefühl von Stillstand und Bedrohung, das das ganze Buch durchzieht. McEwan zeigt sehr genau, wie Kinder in einer Ausnahmesituation funktionieren: Sie ordnen sich neu, übernehmen Rollen, verdrängen Schuld und Angst, ohne wirklich zu verstehen, was mit ihnen geschieht. Gerade diese Mischung aus kindlicher Perspektive und moralischer Dunkelheit macht den Roman so stark. Gleichzeitig ist das Buch auch unbequem, weil es keine einfachen Antworten gibt und die Figuren in ihrer Isolation immer weiter von normalen Maßstäben abrücken. Sprachlich ist der Roman präzise, kühl und oft gerade dadurch so wirkungsvoll. McEwan beschreibt nicht übertrieben, sondern mit einer fast sachlichen Genauigkeit, die das Unheimliche noch verstärkt. Für mich ist „Der Zementgarten“ deshalb ein sehr gutes Beispiel für einen psychologischen Roman, der unter die Haut geht, weil er das Verdrängte nicht erklärt, sondern einfach sichtbar macht. Insgesamt war die Lektüre für mich bedrückend, faszinierend und sehr intensiv. Wer dunkle Familiengeschichten und psychologisch genaue Literatur mag, wird hier viel finden – wer auf Wärme oder Trost hofft, eher nicht.

    „Der Zementgarten“ von Ian McEwan ist für mich ein verstörender, düsterer und sehr eindringlicher Roman über Kindheit, Verdrängung und den Zerfall einer Familie – beklemmend gut geschrieben, aber nichts für leichte Lektüre.

    May 21, 2026

  • 5.0

    "Der Zementgarten" von Ian McEwan ist ein gleichermaßen verstörendes wie auch fesselndes Buch.

    Dies war das erste Buch, dass ich von Ian McEwan gelesen habe und weiß nun, wieso er als ein solch herausragender Schriftsteller bekannt ist. Der Schreibstil hat mir gut gefallen und die trockene und sachliche Erzählweise hat sehr gut zu dem Gesamtwerk gepasst. Auch nach zwei Tagen werde ich das beklemmende Gefühl in meinem Bauch nicht los, wenn ich an diese Lektüre denke. Im Verlaufe des gesamten Werks, begleitet einen ein mulmiges gefühl, alles fühlt sich an wie unter einem grauen Schleier. Die Handlungen und Ereignisse sind skurril (ich meine, wer bitte zementiert seine tote Mutter im Keller ein!?) und lassen einen nicht los, wodurch das Buch mich komplett in seinen Bann gezogen hat. Der Zementgarten ist definitiv nichts für schwache Nerven und wird noch lange Zeit in meinem Kopf nachhallen.

    "Der Zementgarten" von Ian McEwan ist ein gleichermaßen verstörendes wie auch fesselndes Buch.

    Apr 25, 2023

  • gesteff
    gesteff

    138 Followers

    4.0

    Trauer, Isolation, Inzest und der Zerfall sozialer Normen. Dieses Buch lässt einen nachdenklich zurück! Der Zementgarten dient nicht nur als physischer Schauplatz, sondern auch als Metapher für die emotionale und soziale Isolation der Geschwister. Der Zustand des Hauses – verfallend und von der Außenwelt abgeschnitten – spiegelt den psychologischen Zustand der Figuren wider. McEwan spielt mit moralischen Grauzonen. Die Frage, was richtig und falsch ist, wird nie explizit beantwortet. Stattdessen bleibt es einem selbst überlassen, die Handlungen der Charaktere zu bewerten. Das macht das Buch gleichermaßen faszinierend und verstörend. McEwans präziser, oft nüchterner Stil verstärkt die bedrückende Atmosphäre. Diese emotionale Distanz lässt einen ungeschützt mit den Ereignissen und deren Folgen konfrontiert zurück.

    Dec 31, 2024

3 of 13 reviews

Author

About Ian McEwan

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seit seinem Welterfolg ›Abbitte‹ ist jeder seiner Romane ein Bestseller, viele sind verfilmt, zuletzt ›Am Strand‹ (mit Saoirse Ronan) und ›Kindeswohl‹ (mit Emma Thompson). Ian McEwan ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts, der American Academy of Arts and Sciences und Träger der Goethe-Medaille.

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