Der Zementgarten

Der Zementgarten

Softcover
3.690
InzestPubertätWaisenkindGeschwister

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Description

Papa ist tot, Mama stirbt und wird, damit keiner was merkt, einzementiert; die vier Kinder – zwei Mädchen und zwei Jungen zwischen 6 und 16 – haben das große Haus in den großen Ferien für sich. Im Laufe des drückend heißen, unwirklichen Sommers kapselt sich die Gemeinschaft der Kinder mehr und mehr gegen die Außenwelt ab, und keiner merkt, dass etwas faul ist.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
208
Price
13.40 €

Author Description

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seit seinem Welterfolg ›Abbitte‹ ist jeder seiner Romane ein Bestseller, viele sind verfilmt, zuletzt ›Am Strand‹ (mit Saoirse Ronan) und ›Kindeswohl‹ (mit Emma Thompson). Ian McEwan ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts, der American Academy of Arts and Sciences und Träger der Goethe-Medaille.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
41%
7%
9%
30%
62%
8%
25%
72%
43%
9%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
7%
77%
71%
83%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate100%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex0%
Moderate100%
Außergewöhnlich (100%)

Posts

12
All
4

„Der Zementgarten“ von Ian McEwan ist für mich ein verstörender, düsterer und sehr eindringlicher Roman über Kindheit, Verdrängung und den Zerfall einer Familie – beklemmend gut geschrieben, aber nichts für leichte Lektüre.

Im Mittelpunkt steht eine Familie, die nach dem Tod der Eltern in einer merkwürdigen, fast abgeschlossenen Welt weiterlebt. Die vier Geschwister versuchen, den Alltag irgendwie aufrechtzuerhalten, während sie ein immer größeres Geheimnis vor der Außenwelt verbergen. Besonders die Atmosphäre hat mich beeindruckt: Das heruntergekommene Haus, der kahle Garten, die Enge und die düstere Sommerhitze erzeugen ein Gefühl von Stillstand und Bedrohung, das das ganze Buch durchzieht. McEwan zeigt sehr genau, wie Kinder in einer Ausnahmesituation funktionieren: Sie ordnen sich neu, übernehmen Rollen, verdrängen Schuld und Angst, ohne wirklich zu verstehen, was mit ihnen geschieht. Gerade diese Mischung aus kindlicher Perspektive und moralischer Dunkelheit macht den Roman so stark. Gleichzeitig ist das Buch auch unbequem, weil es keine einfachen Antworten gibt und die Figuren in ihrer Isolation immer weiter von normalen Maßstäben abrücken. Sprachlich ist der Roman präzise, kühl und oft gerade dadurch so wirkungsvoll. McEwan beschreibt nicht übertrieben, sondern mit einer fast sachlichen Genauigkeit, die das Unheimliche noch verstärkt. Für mich ist „Der Zementgarten“ deshalb ein sehr gutes Beispiel für einen psychologischen Roman, der unter die Haut geht, weil er das Verdrängte nicht erklärt, sondern einfach sichtbar macht. Insgesamt war die Lektüre für mich bedrückend, faszinierend und sehr intensiv. Wer dunkle Familiengeschichten und psychologisch genaue Literatur mag, wird hier viel finden – wer auf Wärme oder Trost hofft, eher nicht.

„Der Zementgarten“ von Ian McEwan ist für mich ein verstörender, düsterer und sehr eindringlicher Roman über Kindheit, Verdrängung und den Zerfall einer Familie – beklemmend gut geschrieben, aber nichts für leichte Lektüre.
5

"Der Zementgarten" von Ian McEwan ist ein gleichermaßen verstörendes wie auch fesselndes Buch.

Dies war das erste Buch, dass ich von Ian McEwan gelesen habe und weiß nun, wieso er als ein solch herausragender Schriftsteller bekannt ist. Der Schreibstil hat mir gut gefallen und die trockene und sachliche Erzählweise hat sehr gut zu dem Gesamtwerk gepasst. Auch nach zwei Tagen werde ich das beklemmende Gefühl in meinem Bauch nicht los, wenn ich an diese Lektüre denke. Im Verlaufe des gesamten Werks, begleitet einen ein mulmiges gefühl, alles fühlt sich an wie unter einem grauen Schleier. Die Handlungen und Ereignisse sind skurril (ich meine, wer bitte zementiert seine tote Mutter im Keller ein!?) und lassen einen nicht los, wodurch das Buch mich komplett in seinen Bann gezogen hat. Der Zementgarten ist definitiv nichts für schwache Nerven und wird noch lange Zeit in meinem Kopf nachhallen.

"Der Zementgarten" von Ian McEwan ist ein gleichermaßen verstörendes wie auch fesselndes Buch.
4

Trauer, Isolation, Inzest und der Zerfall sozialer Normen. Dieses Buch lässt einen nachdenklich zurück! Der Zementgarten dient nicht nur als physischer Schauplatz, sondern auch als Metapher für die emotionale und soziale Isolation der Geschwister. Der Zustand des Hauses – verfallend und von der Außenwelt abgeschnitten – spiegelt den psychologischen Zustand der Figuren wider. McEwan spielt mit moralischen Grauzonen. Die Frage, was richtig und falsch ist, wird nie explizit beantwortet. Stattdessen bleibt es einem selbst überlassen, die Handlungen der Charaktere zu bewerten. Das macht das Buch gleichermaßen faszinierend und verstörend. McEwans präziser, oft nüchterner Stil verstärkt die bedrückende Atmosphäre. Diese emotionale Distanz lässt einen ungeschützt mit den Ereignissen und deren Folgen konfrontiert zurück.

5

Wow, wieder ein Thema, dass einen fordert.

3

Merkwürdige Zuspitzung der Geschichte, bei der traumatisierte Kinder sich selbst überlassen werden bis auf der letzten Seite endlich die Behörden eingreifen

4

Man kann das Buch nicht weglegen, auch wenn alles danach schreit

Der Zementgarten handelt von vier Geschwistern, die nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern völlig auf sich allein gestellt sind. Statt Hilfe zu holen, beschließen sie, ihr Geheimnis für sich zu behalten und versuchen, ihr Leben irgendwie weiterzuführen. Das Buch ist auf seine ganz eigene Art verstörend. Dieser langsame Zerfall, psychisch wie äußerlich, wird so nüchtern und beiläufig erzählt, dass man beim Lesen manchmal gar nicht mehr weiß, wohin mit sich. Man hat fast das Gefühl, man müsste eingreifen, etwas tun. Und gerade weil alles so trocken beschrieben wird, wirkt es umso beklemmender. Es fühlt sich an, als wäre das alles normal. Man leidet mit diesen Kindern mit, fühlt das Chaos, die Überforderung, die Angst und gleichzeitig ist es einfach nur Wahnsinn, wie sie versuchen, mit ihren Trauma klarzukommen. Vor allem, wenn einem bewusst wird: Die älteste Tochter ist gerade mal 16. Der Zementgarten ist ein bedrückendes, düsteres Buch, das lange nachwirkt. Keine leichte Lektüre, aber definitiv eine große Empfehlung.

3

I don't know what to think about this book. On one hand, the dry storytelling of trying to hide such an important death in the lives of these children is remarkable. I don't think I could have done that part any better. But... also the storyline was kinda dry (I think it's not supposed to be that way). I didn't feel like I could connect with any of these characters. Still, I give this one three stars, because it wasn't particularly bad, and in the end I did not regret reading this book (which is the case for all my 1 or 2 star reviews).

3

Leben mit Leiche im Keller

Vier minderjährige Geschwister kommen auf die Idee, ihre tote Mutter im Keller einzuzementieren, damit sie vom Jugendamt nicht in Obhut genommen und somit auseinandergerissen werden. Auf sich allein gestellt müssen die vier Geschwister ihren Alltag fortan selbstständig bestreiten, was zu mancher Konfusion führt und Menschen im näheren Umfeld misstrauisch werden lässt. Als schließlich der Freund der ältesten Schwester im Keller herumzuschnüffeln beginnt und dort eine Entdeckung macht, muss zur Erklärung eine Geschichte aus dem Hut gezaubert werden. McEwans Roman kommt verstörend daher, wartet er doch mit Themen wie häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch in der Familie auf, und ist sicher nichts für schwache Nerven. Als Leser*in beschleicht einen während des Lesens das ungute Gefühl, dass das Zusammensein der Geschwister auf eine Katastrophe hinausläuft. Es ist offensichtlich, dass die Art und Weise, wie Ian McEwan schreibt und erzählt, die Leserschaft in seinen Bann zu ziehen vermag. Dennoch wollte bei mir persönlich der Funke nicht überspringen, zu skurril erschien mir das Geschilderte, als dass ich mich hätte vollends in die Handlung ziehen lassen können. Für Freunde britischer Literatur sicher aber dennoch ein interessantes Werk, das sich zu lesen lohnt.

4

Was für eine krasse Geschichte. Das war mein zweiten Buch von McEwan und hat mir um Weiten besser als „Nussschale“ gefallen. Man fragt sich die ganze Zeit, wo das Ganze hinführen soll und man spürt auf jeder Seite das die Kinder während dieses heißen Sommers - und insbesondere Jack - auf irgendwas warten und andererseits paralysiert sind. Keine der Handlungen ist irgendwie nachvollziehbar und trotzdem sind einem die Kinder nicht egal oder unsympathisch. Ein Buch was ich bestimmt nicht so schnell vergesse. Gestört hat mich nur die Episode beim Billard, die ich zu lang und für die Handlung überflüssig fand.

4

Völlige Psychose

Erzählt wird aus der Sicht eines 15 Jährigen der in einer Isolierten Familie aufwächst. Schnell merkt man das jede Figur aber vorallem der Protagonist rein egoistisch motiviert handelt und vorallem denkt. Die Familie zerbricht immer mehr was in einer absoluten Psychose aller 3 Geschwister führt und am Höhepunkt mit extremer Inzest endet. Geschrieben ist es dabei so trocken und scharf das man sich während dem lesen erwischt wie normal einem die Welt schon vorkommt die uns McEwan hier präsentiert. Kein leichter Lesestoff!

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