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Vater und ich

4.3(79)
Hardcover€20.00
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About the book

Als Ipek für ein verlängertes Wochenende ihren Vater besucht, weiß sie, dass er auf dem Bahnhofsplatz im Auto auf sie warten und sie nicht am Zug empfangen wird. Im Elternhaus angekommen sitzt sie in ihrem früheren Kinderzimmer, hört ihn im Garten, im Haus, beim Teekochen. Die Nähe, die Kind und Vater verbunden hat, ist ihnen mit jedem Jahr ein wenig mehr abhandengekommen, und mit der Nähe die gemeinsame Sprache. Ipek ist Journalistin, sie hat das Fragenstellen gelernt, aber gegenüber dem Schweigen zwischen ihr und dem Vater ist sie ohnmächtig. Dilek Güngör beschreibt die Annäherung einer Tochter an ihren Vater, der als sogenannter Gastarbeiter in den 70er Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam. Sie erzählt von dem Versuch, die Sprachlosigkeit mit Gesten und Handgriffen in der Küche, mit stummem Beieinandersitzen zu überwinden. Ein humorvoller wie rührender Roman über eine Vater-Tochter-Beziehung, mit der sich viele werden identifizieren können.
ISBN9783957324924
PublisherVerbrecher
Publication Date07/20/21
Pages112

Reviews & Ratings

79 ratings

20 reviews

4.3

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  • _butterblume_
    _butterblume_

    594 Followers

    4.5

    "Überall fehlen mir die Worte, in deiner Sprache, in meiner Sprache und mit dir sowieso." Wo ist die einstige Vertrautheit hin, die Gemeinsamkeiten und die Unbeschwertheit im Umgang miteinander? Kann man sich trotz Distanziertheit und fehlender Worte nah sein? Ipek verbringt ein verlängertes Wochenende bei ihrem Vater, als ihre Mutter verreist ist. Sie hofft, die Sprachlosigkeit, die sich seit ihrer Jugend zwischen ihnen aufgebaut hat, zu beenden. Sie führt gedankliche Gespräche mit ihrem Vater, aber sie schaffen es nicht, die Sprachlosigkeit zu überwinden. Aber muss es das auch? Braucht es das für Vertrautheit? Ein kleiner, liebevoller Roman über eine besondere Vater-Tochter-Beziehung, den ich sehr gerne gelesen habe.

    Apr 10, 2024

  • heibi
    heibi

    191 Followers

    4.0

    Eine Geschichte, die Sprachlosigkeit ausdrückt. Wie entfernt sich Familie voneinander? Wieviel wissen wir über Menschen, die uns am nächsten stehen? Sollten wir Brücken schlagen oder eher zerschlagen? Dieses Buch findet keine Antworten und hat viele Leerstellen, die wir selbst füllen können. Dieser kurze Text richtet seinen Blick auf eine Vater-Tochter-Beziehung, die sich über Jahre hinweg verändert hat. Jedoch spürt man die ganze Zeit zwischen der Protagonistin und ihrem Vater ein zartes Band. Man empfindet diese zerbrechliche Beziehung und spürt, dass beide Personen Liebe in sich tragen und sie damit kämpfen, es irgendwie auszudrücken. Außerdem erfahren wir ein wenig über die Familie der Protagonistin. Wie ihre Eltern nach Deutschland immigriert sind. Die Schwierigkeiten, die sie wohl hatten, wurden am Rande angedeutet. Auch innerfamiliäre Konflikte werden kurz beleuchtet. Der Autorin ist es wirklich super gelungen, all die unausgesprochenen Dinge zu zeigen, ohne sie direkt zu erzählen. Das hat mir sehr gut gefallen.

    Dec 31, 2025

  • veranschaulicht_
    veranschaulicht_

    63 Followers

    5.0

    Einfühlsame & bewegende Beschreibung für eine Beziehung voller Sprachlosigkeit.

    „Lieber schweige ich und gräme mich darüber, statt Worte aufzusagen, die man eben sagt, wenn man etwas sagt. Lieber nehme ich in Kauf, dass du verlegen wirst, beschämt, deinen Versuch bereust, als dass ich etwas tue, was sich für mich nicht echt anfühlt.“ (Seite 82) Dieser Roman ist so klug und dicht geschrieben, das hat wirklich großen Spaß gemacht. Zunächst dachte ich, ich könnte ihn zügig auslesen, aber das Thema ist literarisch so tiefgründig und fantastisch bearbeitet, dass ich oft in der Geschichte verweilte und ganz bewusst Pausen eingelegt habe, damit die Worte in mir arbeiten und nachklingen können. „Ich fühle mich selbst so, als wäre ich sieben. Nicht nur in diesem Moment mit den Märchen auf dem Schoß, immer, wenn ich hier bin. Für mich sind wir aus dem Dreieck Mutter, Vater, Kind, nie herausgekommen, sind, wenn wir zusammen sind, nicht drei Erwachsene an einem Tisch. Wenn wir uns sehen, ganz egal, ob Mama dabei ist oder nicht, stellt sich das einzige Gefühl ein, dass es für mich zwischen Eltern und Kindern gibt: ihr seid groß und ich bin klein. Du bist der Papa und ich das Kind.“ (Seite 37)

    Jan 29, 2025

3 of 20 reviews

Author

About Dilek Güngör

DILEK GÜNGÖR, geboren 1972 in Schwäbisch Gmünd, ist Journalistin und Schriftstellerin. Ihre gesammelten Zeitungskolumnen erschienen in den Bänden »Unter uns« und »Ganz schön deutsch«. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Roman »Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter«. 2019 erschien ihr zweiter Roman »Ich bin Özlem« im Verbrecher Verlag. Die Autorin lebt und schreibt in Berlin.

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