Vatermal

Vatermal

Softcover
4.4422

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Description

Ein Buch von radikaler Wahrheit und unvergesslicher Intensität

» Ich möchte dir für immer die Möglichkeit nehmen, nicht zu wissen, wer ich war. Du sollst erfahren, wie es deiner Familie in Deutschland ging, wie der letzte Sommer meiner Jugend war, bevor fast alle meine Freunde verschwunden sind. Du sollst wissen, wie es war, als deine alten Freunde mir auf die Schulter klopften und sagten, ich würde irgendwann werden wie du: Held einer gescheiterten Revolution. Ich werde diese Geschichten aufschreiben

Necati Öziri schreibt eine Familiengeschichte über einen Sohn, eine Mutter und eine Schwester, deren Leben und Körper gezeichnet sind von sozialen und politischen Umständen. Und er schreibt über einen abwesenden Vater. Ein Roman von radikaler Wahrheit, Wut, Kraft, Liebe und Sehnsucht.

*** Nominiert für die Shortlist des Deutschen Buchpreises ***

»Was für ein großartiges Gefühlsgewitter!« Sasha Marianna Salzmann
»Für alle, die auch wissen, wie es ist, einen abwesenden Vater endgültig zu verlieren oder an kalten Orten Seelenverwandte zu finden oder bei angehaltenem Atem zwischen Leben und Tod zu schweben, ist Necati Öziris betörendes Debüt ein Triumph.« Sharon Dodua Otoo
»Was für ein schönes, trauriges, humorvolles, intensives, herzzerreißendes und toll erzähltes Buch. Beim Lesen habe ich viel über Männlichkeit nachgedacht und über abwesende Väter. Große Empfehlung!« Linus Giese

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
304
Price
15.50 €

Author Description

Necati Öziri, geboren in einer der vielen grauen Ecken des Ruhrgebiets („Hölle Hölle Hölle!"), hat Philosophie, Germanistik und Neue Deutsche Literatur in Bochum, Istanbul und Berlin studiert. Er lebt in Berlin sein drittes Leben, schreibt, macht Theater und manchmal einen auf Intelelli, wofür ihm sein sechzehnjähriges Ich wahrscheinlich eine Schelle verpassen würde. In seinen Texten ist natürlich alles wahr. Öziri war Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung und unterrichtete an der Ruhr-Universität Bochum formale Logik, bis er feststellte, dass Logik die Welt nicht besonders gut beschreibt. Seitdem versucht er zu schreiben, nicht wie die Welt ist, sondern wie sie sich anfühlt. Er ist erbitterterer Feind von Kälte, Lactose und Kurz-Biographien. Als Theaterautor schreibt er für das Maxim Gorki Theater, das Nationaltheater Mannheim und das Schauspielhaus Zürich. Öziri trifft sich regelmäßig mit alten Versionen seiner selbst, sie sitzen in Schulheften voller Kaffeeflecken herumblätternd auf dem Boden von Ämtern und warten (worauf eigentlich?) oder sie chillen auf Bänken am Bahnhof und bieten ihm einen Joint an. Bei den 45. Tagen der deutschsprachigen Literatur (Ingeborg-Bachmann-Preis) gewann er den Kelag-Preis und den Publikumspreis. Als Kurator leitet er zudem das Internationale Forum des Theatertreffens der Berliner Festspiele. Bei Wut und anderer Erregung dunkelrote Färbung der Ohren.

Posts

92
All
4

Die Geschichte von Arda und seiner Familie steht für viele Menschen, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in einem fremden Land.

Zwischen türkisch sein und deutsch werden, liest man unverblümt über Vorurteile, Ausgrenzung, Rassismus, familiäre Konflikte und Sucht. Sein Vater hatte ihn in diese Situation geworfen und dann im Stich gelassen. Demnach fühlt sich die Geschichte für mich wie eine Versöhnung aber auch eine Abrechnung zugleich an. Das Buch ermöglichte mir einen leichten Einstieg in die Migrationsliteratur. Ich kann es nur empfehlen :)

4.5

Berührende Migrationsgeschichte „Vatermal“ ist eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht. Der Sohn, Arda, liegt mit Organversagen im Krankenhaus und es ist unklar, ob er es schaffen wird. Abwechselnd wird er von seiner Mutter und seiner Schwester besucht, die seit 10 Jahren nicht mehr miteinander gesprochen haben. Vom Krankenbett aus schreibt er Briefe an seinen abwesenden Vater, über sein Leben, seine Träume, seine Gefühle. Schon das Wort „Papa“ oder „Baba“ aufzuschreiben klingt für Arda seltsam, denn sein Vater ist für ihn eine Leerstelle, die er nur mit Erzählungen seiner Mutter und seiner Schwester füllen kann. Sein Vater ist zurück in die Türkei gegangen und hat Ümran mit den Kindern mittellos zurückgelassen. Arda wächst mit seiner überforderten Mutter und seiner Schwester Ayla, im Ruhrgebiet auf. Er erzählt von seinem Leben mit Schikane und Rassismus, von Perspektivlosigkeit und geplatzten Träumen, einem Leben ohne Pass und ohne Geld. Die Figuren wirken sehr authentisch und der Roman wird sehr ehrlich und kraftvoll mit Zuhilfenahme von Jugendsprache zeitweise auch grob, dann wieder zart und humorvoll erzählt. Die Tragik dieser Geschichte hat mich sehr berührt und ich werde sicher noch eine Weile darüber nachdenken. Unbedingt lesen!

4.5

„Metin, manchmal muss man Dinge erst voneinander trennen, damit sie sich erneuern und hinterher wieder miteinander funktionieren.“

5

So gut! Viel Liebe geht raus an dieses Buch. Arda, Danny, Bojan und Savas, aber auch Aylin sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen und Ich hatte in verschiedenen Szenen immer wieder den Busbahnhof unserer Stadt und Schüler:innen aus meinen Klassen vor Augen. Leben, die gelebt werden, obwohl sie anders geträumt werden. Leben, aus denen das Beste gemacht wird. Leben, in denen die, die nicht da sind, so präsent sind.

4.5

Vatermal" von Necati Öziri stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2023

Das war wirklich toll. Tiefe Einblicke.. sehr empfehlenswert.

5

Lange nicht mehr so begeistert von einem Debüt gewesen 🥰

Extrem berührend, keine Sekunde langweilig und absolut überzeugend. Ich drücke alle Daumen für den Sieg ✊🏽✊🏽

Lange nicht mehr so begeistert von einem Debüt gewesen 🥰
4

Aufwachsen in Deutschland ohne Vater und ohne Pass! „Was genau Familien zerstört, habe ich nie begriffen. Wie aus zwei fremden Menschen zwei Liebende und aus zwei Liebenden irgendwann wieder voneinander derart Entfremdete werden, dass sie sich gegenseitig nur noch verletzen wollen, selbst wenn sie schon Kinder miteinander haben.“ (S.269) „Für Mord kriegt man lebenslänglich, aber lebenslänglich sind in Deutschland nur siebzehn Jahre. Du bist jetzt 13 Jahre verheiratet. Wenn du ihn ganz am Anfang umgebracht hättest, wärst du in vier Jahren schon wieder ein freier Mensch.“ (S. 103) Ein Buch, das trotz schwerer Themen auch mit Witz daher kommt. Themen, die zum Nachdenken anregen: Identität, aufwachsen als Junge ohne Vater, Kriminalität, unglückliche Ehen, verlorene Sehnsüchte, Gastarbeiter, Zeitraub durch Behördengänge, Gewalt, fehlende Zugehörigkeit. Arda liegt sterbenskrank im Krankenhaus und schreibt einen Brief an seinen Vater Metin, den er nie kennengelernt hat. Seine Schwester Aylin hat noch Erinnerungen an den Vater, da sie die ersten Jahre mit ihm aufgewachsen ist. Ardas Mutter Ümran und Aylin reden nicht mehr miteinander. Beide sitzen an Ardas Krankenbett und erzählen abwechselnd Erinnerungen ihres Lebens. Dabei lernt man Ümran, Aylin und Arda immer näher kennen und versteht jede Perspektive immer besser. Ich habe das Buch wie im Rausch gelesen und trotzdem lag es ein wenig hinter meinen Erwartungen. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich so manche Szenen wie im Film erlebt habe und dadurch eine Distanz zu den Figuren entstand. Wenn Arda seine Geschichten der Jugend erzählte, hatte ich gleich Bilder eines Filmes im Kopf. Irgendwie authentisch, aber doch ein wenig überzogen. Ümrans und Aylins Leben waren mir wiederum umso näher. Ümrans zerbrochenen Träume, unerfüllte Liebe und Sehnsüchte haben mich nachfühlen lassen, warum sie zum Alkohol griff. Aylin, die zu viel Verantwortung als junges Mädchen übernehmen musste und irgendwann das Haus verlässt, hätte ich so gern in den Arm genommen. Arda, dem eine gutes männliches Vorbild gefehlt hat, hätte ich so gern gesagt, dass er auch „weich“ sein darf. Vor allem das letzte Drittel hat mein Herz berührt! Von mir eine klare Leseempfehlung.

5

LeseHighLight

"Ich möchte dir für immer die Möglichkeit nehmen, nicht zu wissen, wer ich war. (...)" Arda liegt mit Organversagen im Krankenhaus und weiß nicht, wie viel Zeit ihm noch bleibt. Er erzählt seine Geschichte: Von den Geburtstagen im Ausländeramt und den Geschichten von seinen Freunden vom Bahnhofsplatz. Er erzählt von seiner Schwester Aylin und dem Lebensweg der Mutter Ümran. Er erzählt von seinen Hoffnungen, Träumen und Kämpfen. Dabei geht es um Wut, der Liebe und den Sehnsüchten. Arda's Worte sind an seinen Vater gerichtet: dem abwesenden Vater. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr mich dieser Roman während des Lesens berührt hat. Auch beim Verfassen der Rezension merke ich, wie schwer es mir fällt, die richtigen Worte zu finden. Necati Öziri hat meiner Meinung nach einen großartigen Roman geschrieben, der es schafft an den richtigen Stellen die Leserschaft zu berühren. Durch den tollen Schreibstil und den modernen klugen Worten kombiniert mit einem passenden Humor ist der Roman definitiv für mich zu einem LeseHighLight geworden, das ich so schnell nicht mehr vergessen werde. 291 Seiten, die ich unbedingt empfehle zu lesen.

5

Wow, was für ein großartiger Debütroman! "Vatermal" von Necati Öziri ist ein grandios geschriebener Roman von großer Tiefe und Intensität, voller Wut, Trauer, Leidenschaft, aber auch Humor. Ümrans, Ardas und Aylins Leben wird in Rückblicken sehr feinfühlig erzählt. Besonders gut hat mir die wechselnden Erzählperspektiven gefallen. Ein Buch, das zu Recht auf der Shortlist 2023 stand - aber leider nicht gewonnen hat. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung.

3.5

Ein bewegender Einblick in das Leben einer türkischen Migrantenfamilie. Der Autor schreibt in Form eines Briefes an seinen abwesenden Vater die Geschichte seine Mutter, seiner Schwester... und natürlich seine eigene. Über das Leben als Jugendlicher, der Halt sucht, der aus einer schwierigen Familie stammt und der seinen ganz eigenen Weg zu finden versucht.

5

Für mich ist "Vatermal" ein ganz heißer Kandidat auf den diesjährigen Deutschen Buchpreis, denn ausgehend von dem lebensbedrohlichen Zustandes seines jungen Ich-Erzählers fächert Necati Öziri darin eine emotionsgeladene, generationenübegreifende Familiengeschichte von Migration, Aufwachsen in Deutschland als Gastarbeiterkind inklusive zahlreicher bürokratischer Hürden sowie der sich wie ein roter Faden durch alle Ebenen ziehenden Abwesenheit einer Vaterfigur auf. All das mit einer verletzlichen Feinfühligkeit, die zwischen Wut und Verzweiflung changiert, zugleich ein unglaubliches thematisches Facettenreichtum aufweist und mit einer unnachahmlichen Intensität wie Eindringlichkeit berührt. ❤️‍🩹

Für mich ist "Vatermal" ein ganz heißer Kandidat auf den diesjährigen Deutschen Buchpreis, denn ausgehend von dem lebensbedrohlichen Zustandes seines jungen Ich-Erzählers fächert Necati Öziri darin eine emotionsgeladene, generationenübegreifende Familiengeschichte von Migration, Aufwachsen in Deutschland als Gastarbeiterkind inklusive zahlreicher bürokratischer Hürden sowie der sich wie ein roter Faden durch alle Ebenen ziehenden Abwesenheit einer Vaterfigur auf. All das mit einer verletzlichen Feinfühligkeit, die zwischen Wut und Verzweiflung changiert, zugleich ein unglaubliches thematisches Facettenreichtum aufweist und mit einer unnachahmlichen Intensität wie Eindringlichkeit berührt. ❤️‍🩹
5

Für mich war Vatermal ein absolutes Highlight. Ab Seite 1 war ich gefesselt und konnte mich dem Sog der Geschichte nicht mehr entziehen. Ich bin in einem massiven Tempo nur so durch die Seiten gerauscht. Anfangs hatte ich tatsächlich überlegt, ob ich zu dem Buch greifen möchte, da man aufgrund der Handlung eine Ähnlichkeit zu Fatma Aydemirs Dschinns nicht leugnen kann. Aber die vielen begeisterten Stimmen ließen mich nicht los. Ich mochte, dass der Protagonist, der zu Beginn der Geschichte in einem Krankenhaus liegt und ahnend, dass er vermutlich nicht mehr lange zu leben hat, einen Brief an seinen Vater schreibt, der die Familie in Deutschland verließ und zurück in sein Heimatland Türkei kehrte. Diese Idde der Form gefiel mir sehr. Arda (die Hauptfigur) erzählt seinem Vater von dem Leben in Deutschland…. Ohne Mann an der Seite seiner Mutter und ohne Vater für ihn und seine Schwester. Er konnte seinen Vater nie kennenlernen, da Arda noch viel zu klein war. Abwechselnd berichten seine Schwester und seine Mutter getrennt voneinander an seinem Krankenhausbett von ihren eigenen Leben. Mutter und Tochter hatten seit 10 Jahren keinen Kontakt mehr. Arda scheint die einzige Verbindung zu sein. Mich hat der Schreibstil gefesselt. Öziri schafft es meiner Meinung nach soviel Wut und gleichzeitig soviel Sehnsucht in seinem Protagonisten zu vereinen. Arda umgibt sich während seiner Pubertät mit einem kleinen Kreis ebenso verlorener Jungs. Die Freunde versuchen sich gegenseitig Halt zu geben und ihren Verlust an männlichen Vorbildern irgendwie zu kompensieren. Öziri schreibt hier sehr authentischen Jugendslang und schafft ein Setting, das sich lebensecht anfühlt. Die Jungs sehen sich Klischees ausgesetzt und müssen damit umgehen, dass sie tagtäglich stigmatisiert werden. Aber auch das Leben Ümrans , der Mutter von Arda und Aylin , welches wir in einzelnen Bruchstücken erzählt bekommen, hat mich tief bewegt. Die Hoffnung, die man Anfangs spürt und wie brutal das Schicksal zuschlagen kann und mit voller Wucht das eigene Leben fast vollständig vor die Wand fährt und deine Familie psychisch mit in den Abgrund reißt….. Ich hatte so häufig einen echten Klos im Hals. Trotzdem konnte und wollte ich nicht aufhören zu lesen. Ich war total überwältigt von den Bildern und der Wahrheit, die der Autor erschaffen hat. Ich habe mitgefühlt und ein Stück „mitgelebt“. Großartiger Roman, dem ich auch extrem die Daumen für den Gewinn des Buchpreises drücke. Herzensbuch ♥️

5

VATERMAL Necati Öziri „Ich werde diese Geschichten aufschreiben, dir und meinen beiden Halbbrüdern. Damit sie wissen, dass sie noch einen Bruder und auch eine Schwester hatten, damit sie erfahren, wem ihr Vater nie Vater war, damit sie schätzen lernen, wie viel Zeit und Liebe sie von dir bekommen.“ (S. 20) Arda liegt mit einer Autoimmunhepatitis im Krankenhaus und weiß nicht, ob er dieses lebend verlassen wird. Er schreibt seine Lebensgeschichte für seinen Vater auf, für einen Menschen, an den er fast keine Erinnerungen hat. Dieser hatte seine Familie ohne ein Wort des Abschieds vor Jahren verlassen. Dieses Ereignis hat nicht nur sein Leben geprägt und dramatisch verändert, sondern auch das der Mutter Ümran und Schwester Aylin. Zwei Frauen, die nie einen besonderen Draht zueinander hatten und seit frühester Kindheit immer im Streit lagen. „[…] wird mir klar, dass ich schon immer der Klebstoff war, der meine Mutter und meine Schwester zusammengehalten hat.“ (S. 83) Dabei wollte doch seine Mutter alles besser machen. Besser als ihre eigene Mutter, die ihre Kinder damals nach dem großen Erdbeben einfach bei der schrecklichen Tante in der Türkei zurückließ und sie erst Jahre später nach Deutschland nachholte. Doch so gut ihre Vorsätze auch waren, das Leben kam für Ümran anders. Wow, was für ein großartiges Debüt! Ümrans, Ardas und Aylins Leben in Rückblicken erzählt, ist feinfühlig, traurig, authentisch und bewegend. Ganz besonders gut gefielen mir die wechselnden Erzähler-Perspektiven. Ein Buch, das mich sehr berührt hat und zu Recht auf der Shortlist 2023 stand - aber leider nicht gewonnen hat. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung. 5/ 5

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4

“Keine Ahnung, Metin, ob du das, was ich geschrieben habe, jemals lesen wirst. Aber mir hat es geholfen, in diesem Zimmer nicht den Verstand zu verlieren.” S.286 Der junge Mann Arda liegt im Krankenhaus und schreibt von dort aus einen Brief an seinen Vater Metin. Arda kennt seinen Vater nicht. Und Arda weiß auch nicht, ob er das Krankenhaus jemals wieder verlassen wird. In seinem Brief wendet er sich an seinen Vater, um das nachzuholen, was er in all den Jahren versäumt hat. Und lässt uns Leser:innen eintauchen in seine Jugend, vor allem aber auch in die Geschichte seiner Familie, seiner Eltern und Großeltern in der Türkei einblicken. So wird es schnell auch zur Geschichte von Ardas Mutter und Schwester. “Wäre ich bei dir aufgewachsen, hätte ich genau zwei Möglichkeiten gehabt. Nachahmung oder Abgrenzung. Du wärst der Maßstab gewesen, an dem ich und alle anderen mich gemessen hätten…”(S.197) Arads Briefe berühren. Sie spiegeln aber auch die fehlende Vater-Sohn-Beziehung wider. Wir erfahren, wie schwer es ist, in Deutschland Fuß zu fassen, wie tückisch die Behörden sein können und wie sehr unsere Gesellschaft von Ausländerfeindlichkeit geprägt ist. Ein Debüt, das überzeugt und zeigt, wie wichtig es ist, dass die Stimmen von Migrant:innen gehört werden und uns Einblicke in Kulturen und Familiengeschichten geben, die uns sonst verborgen geblieben wären.

5

Ich habe 'Vatermal' als Hörbuch gehört, fantastisch gelesen von Eray von Egilmez. Der Roman, der 2023 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand, ist für mich ein absolutes 5-Sterne-Highlight. Die Geschichte ist eigentlich ein langer Brief an Metin, den Vater, den der im Sterben liegende Arda nie kennengelernt hat. Sein Bild des Vaters ist gespickt von Erzählungen der Mutter sowie Internet-Recherchen, doch eigentlich ist es auch überhaupt nicht wichtig, wer Metin ist. Wichtig ist, wer Arda ist und was es mit ihm gemacht hat, ohne Metin aufzuwachsen. Und so erzählt Arda - von seiner Kindheit, der desaströsen Beziehung seiner geliebten Schwester Aylin und seiner Mutter Ümran, seiner Jugend mit den besten Freunden, die er sich wünschen konnte, und was aus diesen Freundschaften geworden ist. Er erzählt vom Aufwachsen in einem Land, in dem er als migrantisch gelesener Junge ohne Pass seinen Weg ohne Kompass gehen musste. Davon, wie Personen an Perspektivlosigkeit und Rassismus zugrunde gehen, wie manchmal Weglaufen das einzige ist, was hilft, und wie kalt doch alles wird, wenn die Liebe geht. Und wenn euch das noch nicht überzeugt hat, dann lasst es mich ganz deutlich schreiben: diese Geschichte müsst ihr hören. Oder lesen. Aber ihr würdet was verpassen, wenn ihr sie an euch vorbeiziehen lasst. CN: Ras$ismus, T0d, Krankheit, Alkoh0lmissbrauch, Su1zid

5

Ungewöhnliche Sprachbilder, interessante Thematik, authentisch, berührend und die Stimme einer Generation. Gefällt mir unheimlich gut!

3.5

Ich glaube meine Erwartungen waren zu hoch nach dem ganzen Hype. Gutes Buch, aber kein Highlight. Mir hat dafür ein bisschen der rote Faden gefehlt , es ging nicht so an mich

5

Zeigt das Leben und die Traumata einer türk. Gastarbeiterfamilie bis in die Gegenwart. Stilistisch ganz außergewöhnlich umgesetzt! Ein tolles Buch! Absolut lesenswert!

4

Geht unter die Haut…

Als Frau eines Mannes mit türkischem Familienhintergrund habe ich hier wahnsinnig viel aus den Erzählungen aus seiner Kindheit und Jugend wiedererkannt. Wieder einmal mehr verstehe ich, das es schwierig sein musste, als Gastarbeiterkind mit vielen Entbehrungen aufzuwachsen - die Hauptfigur dieses Buches muss vor allem den eigenen Vater entbehren, der sich Nachts ohne Abschied zurück in die Türkei aufmacht und ihn mit der älteren Schwester und der alkoholkranken Mutter zurück lässt. Das Buch springt zeitlich hin und her zwischen der Gegenwart, der Kindheit und Jugend der Hauptfigur und dessen Mutter, was letztendlich dazu führt, dass man am Ende jeden einzelnen Charakter auf seine Art und Weise versteht und mit ihm mitfühlen kann. Mir hat es gut gefallen - kein Feel-Good-Roman, aber etwas, das einen zum Nachdenken bringt und zum besseren Verständnis von Schicksalen anderer beiträgt.

5

Zu Recht auf der Shortliste gelandet, hätte den Preis mehr als verdient! Eine packende und so echte Geschichte, dass ich öfters mich ertappt habe, es regelrecht zu fühlen, was der Autor meint. Hat mich mehr als berührt!

4

Die Thematik finde ich wie bei Dschinns sehr spannend. Den Schreibstil finde ich flüssig, leider teilweise etwas sprunghaft zwischen den Protagonisten und wenig Zusammenhänge der einzelnen Personen. Sie hatten kaum Interaktionen. Zum Ende hin erkennt man dann ungefähr die Puzzelteile.

4

Über Familie, Heimat, Beziehung & Freundschaft, Leben & Sterben. Arda erzählt seinem Vater, den er nie kennengelernt hat, sein Leben und das seines engsten Umfeldes - dabei ist er noch nicht mal zwanzig und liegt mit einer tödlichen Autoimmunkrankheit im Krankenhaus. Offen bleibt auch am Ende, ob es eine Zukunft geben wird. Lesenswert!!

4

Öziri schreibt packend, bildlich und aufregend.

Der sterbenskranke Protagonist schreibt seinem Vater, den er nie kennengelernt hat, seine Geschichte und die Geschichte seiner Mutter und Schwester (die kein Wort mehr miteinander sprechen). Die verschiedenen Perspektiven, die Geschichte seiner Mutter und Schwester haben mir sehr gut gefallen. Es war spannend, immer weiter haben sich die Zusammenhänge erschlossen. Auch wenn die Biografien selbst nicht sehr spektakulär sind, so sind die Personen grandios und die Erzählungen meisterhaft ineinander verschlungen.

4.5

Vom Aufwachsen am Rande einer Gesellschaft, in deren Mitte man eigentlich gehört

Mit größten Erwartungen habe ich „Vatermal“ gelesen. Den Roman, den so viele hier sich als Buchpreisgewinner gewünscht hätten. Zum Inhalt und zum Buch gibt es unzählige, wirklich sehr gute Rezensionen. Dem ist an sich nichts hinzuzufügen. Und ja, ich bin begeistert von dieser Wucht von einem Roman. In authentischer Sprache, ganz nah am Mensch erzählt Necati Öziri vom Aufwachsen in einem Land, in dem den nachfolgenden Generationen von Einwanderer-Familien ganz viel genommen wird. Als Außenseiter in einer Gesellschaft, in deren Mitte sie eigentlich gehören. Bereits im ersten Kapitel war ich gefangen, konnte mich auch im Verlauf der Erzählung dem Sog nicht entziehen und bleibe dankbar zurück. Ich wünsche mir, mehr vom Autor zu lesen. Wirklich schade, dass es mit dem Buchpreis nicht geklappt hat. Das Buch ist aber natürlich nicht weniger lesenswert.

5

Ein Auf & Ab der Gefühle, zurecht nominiert, funkelnd & einfach echt gut.

4

Beeindruckend und nachhallend

Über dieses Buch wurde hier viel geschrieben und es stand für mich zurecht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Eine Familiengeschichte aus Sicht des Sohnes, der Mutter und der Schwester, die alle mit Migrationshintergrund auf der Suche nach ihren Wurzeln, ihrer Zugehörigkeit und Identität sind. Wie findet sich ein Junge, dessen Vater abwesend ist? Wie entwickelt sich ein Mädchen, das keinen Halt bei ihrer Mutter findet? Und wie schnell verliert sich eine Frau in einer fremden Kultur? Hier lässt sich vieles herauslesen, es ist herzzerreißend, traurig, emotional und voller Humor geschrieben und von mir gibt es eine große Leseempfehlung. Dieses Buch öffnet den Blick für die eigene Familie und für unsere Mitmenschen – egal welches kulturellen Hintergrunds.

3

Irgendwie lese/höre ich zurzeit nur Bücher, wo ich so hohe Erwartungen habe aber diese nicht erfüllt werden🥺 Ich hatte wirklich gehofft, dass ich hier eine tolle türkische Story höre, die aufzeigt, wie diese sich in der Gesellschaft integrieren, was mit den Kindern passiert, wenn der Vater sie verlässt! Es hatte viel Potenzial aber leider wurden diese für mich nicht erfüllt!

4

„𝘈𝘶𝘤𝘩 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦𝘴 »𝘪𝘤𝘩« 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 𝘦𝘪𝘯 𝘢𝘯𝘥𝘦𝘳𝘦𝘳 𝘸𝘢𝘳. 𝘐𝘤𝘩 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦 𝘷𝘰𝘯 𝘮𝘪𝘳 𝘦𝘳𝘻𝘢̈𝘩𝘭𝘦𝘯, 𝘔𝘦𝘵𝘪𝘯, 𝘢𝘣𝘦𝘳 𝘪𝘤𝘩 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦 𝘱𝘦𝘳𝘮𝘢𝘯𝘦𝘯𝘵 𝘭𝘶̈𝘨𝘦𝘯. 𝘕𝘪𝘤𝘩𝘵𝘴 𝘴𝘵𝘪𝘮𝘮𝘵, 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘰𝘤𝘩 𝘪𝘴𝘵 𝘫𝘦𝘥𝘦𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵 𝘸𝘢𝘩𝘳.“ (𝘚.20) In „Vatermal“ versucht sich Arda seinem zeitlebens abwesendem Vater schreibend zu nähern. Arda liegt währenddessen im Krankenhaus, ob er es lebend verlässt ist mehr als ungewiss. Seinen Vater hat er nie kennengelernt doch nun beginnt er ihm von seinem Leben zu erzählen. Von der Kindheit und Jugend, von Rassismus und Ausgrenzung, aber auch von den Erfolgen. Er schreibt, weil er nicht möchte das sein Vater eine Ausrede hat ihn nicht kennenzulernen, falls er stirbt. Neben seiner eigenen Geschichte holt er auch weit aus: erzählt von der Vergangenheit der Mutter, der Auswanderung und den ersten Jahren in Deutschland, von den Schwierigkeiten einen Pass zu bekommen, wenn der Vater nicht auffindbar ist. Er schreibt über das schwierige Verhältnis zwischen Mutter und Schwester… Sehr viele Fragen bleiben ungeklärt und man erfährt auch nicht, ob Arda überlebt, aber ich glaube darum geht es auch nicht. Im Vordergrund steht einfach die Befreiung und das Ordnen der Gedanken durch den Prozess des Schreibens. Ein sehr gutes Buch, das an vielen Stellen berührt und zum Nachdenken anregt.

5

Few pages, endless emotions

In „Vatermal“ erzählt Necati Öziri die Geschichte des jungen Arda, der im Krankenhaus liegt und auf sein Leben zurückblickt. Dabei geht es vor allem um das Aufwachsen ohne Vater, nachdem dieser die Familie verlassen hat. Arda schreibt einen Abschiedsbrief an ihn, ohne zu wissen, ob dieser ihn je erreicht. Im Buch werden auch die Perspektiven seiner Mutter und seiner Schwester gezeigt, was einen tiefen Einblick in das Familienleben, ihre Vergangenheit und ihre Gefühle ermöglicht. Mir hat das Buch extrem gut gefallen. Es ließ sich leicht lesen und war trotzdem voller Emotionen und Bedeutung. Viele Passagen waren sehr relatable, besonders für Menschen, die mit einem ähnlichen Hintergrund aufgewachsen sind. Vor allem gegen Ende hatte ich sogar Tränen in den Augen. „Vatermal“ ist ein ehrliches, berührendes und wunderschön geschriebenes Buch, das ich absolut weiterempfehlen kann.

5

Großartig

Um es kurz zu halten: Das Buch fesselt von der ersten Seite an und bietet alle emotionalen Flüge. Kein Wunder, dass "Vatermal" es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2023 geschafft hat.

4.5

Ein Roman eines türkischen Jungen, der seinem unbekannten Vater sein Leben erzählt. Mit allen Höhen und Tiefen, sozialkritisch, ehrlich und meiner Meinung nach absolut lesenswert

5

Unglaublich gut erzählt, voller Wucht. Absolutes Highlight.

4

Intensiv, aufrüttelnd - Trotzdem mit der richtigen Prise Humor. Ein Lesegenuss!

5

Ein Pageturner im warsten Sinne des Wortes! Man will, man muss, immer weiter lesen, will mehr erfahren von Arda, seiner Schwester Aylin und ihrer Mutter Ümran. Wie sie aufgewachsen sind und was sie erleben mussten, bis Arda mit 20 Jahren schwer erkrankt. Er hat viel Zeit im Krankenhaus um zu reflektieren und seine Geschichte und die seiner Mutter und Schwester aufzuschreiben, für den abwesenden Vater. Ohne Vorwürfe, nur Feststellungen. "Aber wenn es eine Sache gibt,....., dann, dass wir alle auf dieser Welt nur beschissene Gastarbeiter sind, und das Einzige, was du tun kannst, ist, aufstehen und das Leben suchen, solange du noch kannst. Ich atme ein und aus."

5

Wahnsinn!

Vatermal gehört definitiv zu den besten Büchern, die ich seit Langem gelesen habe. Eine Geschichte von (deutsch-türkischer) Identitätsfindung, ein Resümee, eine Suche, ein Abschied, eine Familiengeschichte, eine sozialkritische Auseinandersetzung... ich könnte noch lange so aufzählen, was diese Geschichte aus meiner Sicht ist. In jedem Fall ist sie absolut bewegend, rührend, authentisch und wirklich stark. Ich hab gelacht, ich hatte Herzklopfen und Tränen in den Augen. Das Buch hat mich emotional abgeholt. So richtig. Und das nicht nur, weil ich mich Dank Aylin immer mal wieder daran erinnern konnte, wie ich meine Jugend in der selben Zeit ganz anders und manchmal doch ähnlich erlebt habe. Manches hat mich überrascht und betroffen zurückgelassen. Manchmal brauchte ich eine kleine Pause, um das Gelesene sacken zu lassen. Aber ich habe das Buch echt ungern aus der Hand gelegt als es plötzlich ausgelesen war.

4.5

Tolles Buch, sehr authentisch, interessante Erzählperspektive

5

HIGHLIGHT ❤️‍🔥

»Auf die Frage »Wie geht's dir?« gab es keine Antwort. Wir fragten einander ja nie »Wie geht's«, höchstens »Was geht?«, und die Antwort war immer dieselbe: »Nichts, und bei dir?« Wir fragten uns nicht, gerade weil wir wussten, was zu Hause los war.« (S.255f) Gleich vorweg: Deutscher Buchpreis 📖🏆 - this one is made for you 🔥 Also worum geht’s und warum sollten wir das ALLE lesen? In seinem Debüt (ich meine, was für ein krasses Debüt kann man abliefern?! 😮‍💨) »VATERMAL« lässt der Autor Necati Öziri seinen Protagonisten Arda, ein Anfang 20-jähriger Literaturstudent, sein Leben in der Rückschau erzählen. Arda liegt zu diesem Zeitpunkt schwerkrank auf der Intensivstation und wird abwechselnd von seiner Mutter Ümran oder seiner Schwester Aylin besucht. Sein Vater ist sein Leben lang abwesend und für diesen erzählt er sein Leben: »Du sollst wissen, wer ich gewesen bin. Damit du niemals die Erleichterung fühlst, von der ich so oft heimlich träumte: von einem Toten angeschwiegen zu werden. Ich möchte dir für immer die Möglichkeit nehmen, nicht zu wissen, wer ich war. Du sollst erfahren, wie es deiner Familie in Deutschland ging, wie im letzten Sommer meiner Jugend alle meine Freunde verschwunden sind und wie auch ich versuchte, vor mir selbst zu fliehen. Du sollst wissen, wie stark es regnete an dem Tag, als Aylin von zu Hause wegrannte, wie sie »Tut mir leid« in mein Ohr flüsterte, die Wohnungstür hinter sich offen ließ und nie mehr zurückkam. […].« (S.19f) Am Krankenbett erzählt sowohl seine alkoholabhängige Anne von ihren Lebensweg, der von der Vergangenheit der eigenen Eltern als Gastarbeiter:innen in Deutschland stark geprägt ist, als auch Aylin von ihrem Erleben der Familie und des Vaters Metin. Aus diesen Erzählperspektiven entsteht ein ungemein vielschichtiger, emotionaler und Emotionen hervorrufender Roman, der so viel mehr als nur eine fiktive Geschichte zu erzählen vermag. Die verschiedenen Blickwinkel sorgen dafür, dass Handlungen nicht gerechtfertigt werden, sondern vielmehr und wichtiger, eine Erklärung bekommen. Was prägt Menschen? Was machen ständige Amtsbesuche und das Warten auf eine Staatsangehörigkeit mit einem Menschen? Wie kann es sich anfühlen, wenn ein Elternteil eine Leerstelle bleibt? Wie hinterfragen wir (Männlichkeits-)Ideale? Der Autor Necati Öziri schafft es viele wichtige, gesellschaftliche Themen und Probleme aufzuzeigen und sich damit mitten ins Herz der Lesenden zu schreiben. Ein intensiver Roman voll Humor, Tragik, Komik, Empathie und Charme. ❤️‍🔥 Ein Buch, das für mich lange nachhallt und dem ich ganz viel Aufmerksamkeit 🩷💭💬 wünsche und Preise 🤝🏼 Für mich ein literarisches Highlight ✨

HIGHLIGHT ❤️‍🔥
3

Ich empfinde das Debüt als lesenswert, bloß hat es mich unberührter zurückgelassen als erwartet.

„Vatermal“ ist das erste Buch, für das ich mich von der Longlist des @buchpreis entschieden habe. Familiengeschichten und harter Tobak mag ich, weshalb ich danach gegriffen habe. Man begegnet einem verletzten und wütenden Sohn aus einer Migrantenfamilie, der seine Geschichte und die seiner Mutter und Schwester erzählt. Arda, der mit Organversagen im Krankenhaus liegt, spricht kurz vor seinem Tod zu seinem Vater, den er nie kennengelernt hat. Das Buch ist ein Abschiedsbrief an ihm. Der Sprecher hat die Wut und Enttäuschung, die Arda zu seinem Vater hat herübergebracht und Emotionen übermittelt. Von dieser spürbaren Wut hätte ich noch mehr gebraucht, damit das Buch etwas hinterlässt. So fand ich das Buch kontrolliert und zu trocken. Im Prinzip ein verhältnismäßig normaler Lebensbericht.

5

Ein junger Mann sucht im Sterben nach seiner Identität.  dieses Buch wird mich noch lange beschäftigen.

Ein weiteres Buch der #longlist ist gelesen, und damit Nummer 10 meiner #challenge !!!! Ich habe mein Ziel also erreicht. Dieses hier ist sogar auf der #shortlist - und das völlig zurecht! Arda wird Sterben. An Schläuchen und Apparaten gefesselt liegt er im Krankenhaus, bekommt abwechselnd Besuch von seiner Mutter und seiner Schwester, die nicht mehr miteinander reden, und schreibt einen Brief an einen abwesenden Vater, den er nie kennen gelernt hat. Das Wort Papa bekommt er nicht über die Lippen, und so redet er ihn mit dem Vornamen an. Metin soll nicht die Gelegenheit bekommen, nicht zu wissen, wer sein Sohn war, sollte er jemals nach ihm fragen. So stark fängt dieses Buch an. Und dann tauchen wir ein in die Lebensgeschichte von Ardas Mutter, die verlassen wurde, mindestens zweimal, erst als Kind, dann als Frau. Sie hat es nicht gut weggesteckt und überträgt ihr Trauma auf die Kinder. Wir lernen auch junge Männer kennen, eigentlich Kinder noch, die sich draußen im Park treffen, weil zu Hause der desolate Zustand des Familienleben zu offensichtlich ist . Die ganzen knapp 300 Seiten wurde ich reingezogen in eine Kindheit und Jugend, die alltäglicher in Deutschland ist, als uns lieb ist, leider! Abwesende Väter, labile Mütter und kompensierende Geschwister, bestimmen das Leben vieler Heranwachsender. Wir treffen sie im Kindergarten oder in der Schule und wir wollen manchmal gar nicht so richtig wissen, wie es hinter der Kulisse aussieht, obwohl wir es mit schlechtem Gewissen ahnen. Und dann hängen sie irgendwann ab, auf der Parkbank, kiffen, klauen und greifen an, um nicht angegriffen zu werden. Und wir fragen uns, wie es soweit kommen konnte. Und wenn wir dieses Buch beendet haben, zucken wir mit den Schultern und denken „Klar, ist ja kein Wunder!“ Doch die langwierigen Ämtergänge, die Diskriminierung durch Polizei und Nachbarn, der Zusammenhalt unter den Frauen und die gleichzeitige Verzweiflung, die immer wieder durchbricht, ist vielen „Bio Deutschen“ fremd. Öziri scheint zu wissen, wovon er schreibt, ob er es wirklich so kennt, kann man nur mutmaßen, überraschen würde es mich nicht. Zu deutlich sind die Zusammenhänge geschildert, die Bilder, die Schockmomente, die ich erlebt habe beim Lesen dieser Lektüre. Manches Mal fühlte ich mich an „Dschinns“ von Fadma Aydemir oder „Sonne und Beton“ von Felix Lobrecht erinnert. Aber dieses Buch haut mehr rein! Die Emotionalität des jungen Arda haben mich sehr berührt. Und sein Schicksal scheint so unfair. Ardas Suche nach seiner Identität ist meisterhaft erzählt und wechselt in den Zeiten, den Perspektiven und auch im Stil. Ich finde gerade die Kapitel in der Öziri den Slang der Straße abbildet sehr authentisch. Zurecht ein Kandidat für den deutschen Buchpreis und eine große Lese-Empfehlung an alle

4.5

Einfach ein tolles Buch, hat mich sehr berührt. Radikal ehrlich und wirklich gut geschrieben. Kann ich nur empfehlen!

5

Tiefgründige Familiengeschichte. Ein toller Debütroman.

„Du sollst wissen, wer ich gewesen bin. Damit du niemals die Erleichterung fühlst, von der ich so oft heimlich träumte: von einem Toten angeschwiegen zu werden. Ich möchte dir für immer die Möglichkeit nehmen, nicht zu wissen, wer ich war. Ich werde von mir erzählen, aber ich werde permanent lügen. Nichts stimmt, und doch ist jedes Wort wahr.“ In meinen Augen ein wirklich toller Debütroman, und ich hoffe, von diesem Autor in Zukunft noch mehr lesen zu dürfen.

5

Was für ein Buch!! Öziri schreibt an Buch AN einen (seinen??) abwesenden Vater, indem er ÜBER die verlassene Mutter, die verlassene Schwester und den verlassenen Protagonisten (sich) schreibt. Eine Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet, die Mutter alkoholabhängig, die Kinder durch den Wegzug des Vaters vor dessen Anerkennung als Asylant dazu verdammt, bis zum 18. Geburtstag keinen eigenen Pass zu besitzen. Dieses Buch hat eine emotionale Wucht, die schwer zu beschreiben ist - daher belasse ich es dabei zu sagen: LEST ES!!

5

Absolutes Highlight

5

Was für ein Buch! Völlig zurecht für den Buchpreis nominiert gewesen.

5

Schon jetzt eines meiner Jahreshighlights!

Mit der ersten Seite hatte mich Necati Öziri schon direkt gecatcht: »Wenn du das hier liest, Papa - und hier stocke ich schon. Soll ich dich wirklich so nennen? […] Ich hab's oft ausprobiert: Papa? Vater? Baba? Das Wort auszusprechen, ist gar nicht so schwer, nur danach geht es nicht weiter. Merkwürdiger noch, als »Papa« zu sagen, ist, es mich sagen zu hören.« S. 9 Arda liegt mit Organversagen im Krankenhaus. Er weiß nicht, wie viel Zeit ihm noch bleibt. Auf dem Sterbebett möchte Arda Abschied nehmen und wendet sich an seinen abwesenden, ihm unbekannten Vater Metin. Doch es ist nicht nur ein Abschied, sondern auch eine Abrechnung mit Metin. Dieser hat die Familie verlassen, als Arda noch ein kleines Kind war. Unter dem Verlust und der Abwesenheit des Vaters hat die ganze Familie stark gelitten. So beginnt Arda, ihm seine Geschichte zu erzählen – die auch die Geschichte seiner Mutter Ümran und seiner Schwester Aylin ist. Öziri hat eine komplexe generationsübergreifende Familiengeschichte geschrieben, die mich zutiefst berührt hat. Voller Wut, Liebe und gnadenlos ehrlich. Auch sprachlich und stilistisch ist der Roman unglaublich stark. Öziri zeigt eindringlich die bittere Lebensrealität und Erfahrungen der in Deutschland geborenen Kinder von Einwandererfamilien. Rassismus, bürokratische Hürden, Identitätslosigkeit, Unsicherheit - you name it. Öziri hat mit »Vatermal« nicht nur ein unglaublich ergreifendes und nachhallendes Leseerlebnis erschaffen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit migrantischer Perspektiven in der deutschen Literatur geliefert. Für mich definitiv zurecht für den Deutschen Buchpreis 2023 nominiert. Chapeau für dieses literarische Meisterwerk. Ganz große Empfehlung für dieses Herzensbuch!

Schon jetzt eines meiner Jahreshighlights!
5

Ein Brief an den Vater, der diesen vielleicht niemals liest. Weil er nie da war. Die Geschichte ging mir sehr nah. Man spürt den Schmerz und die Liebe des Protagonisten, als wäre es der eigene. Der Schreibstil ist einfach und ehrlich, nichts Künstliches, es fühlt sich echt an. Ein Buch, das ich nicht vergesse, ein Lieblingsbuch.

5

Arda liegt im Krankenhaus und schreibt einen Brief an seinen Vater, den er nie kennengelernt hat. Er schreibt über die Kindheit und Migration seiner Mutter, den Zerfall einer Familie, seine Kindheit und Jugend als Migrantenkind auf dem Bahnhofsplatz bis ins Heute mit Leberversagen im Krankenhaus. Das Buch hat mich von der ersten Seite an mitgenommen und bis zum Schluss gefesselt. Ich kann nur empfehlen dieses Buch zu lesen. Mit Ausrufezeichen, unterstrichen und fett gedruckt.

4

Es geht um das Leben ohne Vater in einer Migrantenfamilie.

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