Assembly

Assembly

Softcover
3.6180

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Description

SHORTLISTED FOR THE FOLIO PRIZE 2022

SHORTLISTED FOR THE GOLDSMITHS PRIZE 2021

SHORTLISTED FOR THE ORWELL PRIZE FOR POLITICAL FICTION 2022

SHORTLISTED FOR THE BOOKS ARE MY BAG FICTION AWARD 2021

SHORTLISTED FOR THE BETTY TRASK PRIZE 2022

LONGLISTED FOR THE DESMOND ELLIOTT PRIZE 2022

'Diamond-sharp, timely and urgent' Observer, Best Debuts of 2021

'Subtle, elegant, scorching' Vogue

'Virtuosic, exquisite, achingly unique' Guardian

'I'm full of the hope, on reading it, that this is the kind of book that doesn't just mark the moment things change, but also makes that change possible' Ali Smith

'Exquisite, daring, utterly captivating. A stunning new writer' Bernardine Evaristo

Come of age in the credit crunch. Be civil in a hostile environment. Step out into a world of Go Home vans. Go to Oxbridge, get an education, start a career. Do all the right things. Buy a flat. Buy art. Buy a sort of happiness. But above all, keep your head down. Keep quiet. And keep going.

The narrator of Assembly is a Black British woman. She is preparing to attend a lavish garden party at her boyfriend's family estate, set deep in the English countryside. At the same time, she is considering the carefully assembled pieces of herself. As the minutes tick down and the future beckons, she can't escape the question: is it time to take it all apart?

'One of the most talked-about debuts of the year . . . You'll read it in one sitting' Sunday Times Style

'Expertly crafted, remarkable, astonishing... A literary debut with flavours of Jordan Peele's Get Out' Bookseller, Editor's Choice

'Virginia Woolf's Mrs. Dalloway meets Citizen by Claudia Rankine... As breathtakingly graceful as it is mercilessly true' Olivia Sudjic

'Bold and original, with a cool intelligence, and so very truthful about the colonialist structure of British society' Diana Evans

'This marvel of a novel manages to say all there is to say about Britain today' Sabrina Mahfouz

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
112
Price
13.50 €

Posts

30
All
4

Kleines, vielschichtiges Juwel

Die Sprache ist lyrisch, der innere Monolog der modernen, jungen und schwarzen „Miss Dalloway“ nimmt die Leserin mit zu einer typischen englischen Gartenparty. Wird sie den Heiratsantrag ihres Upper class Freundes annehmen?

4.5

„Die Antwort lautet: Anpassung. Der Druck ist immer da. Pass dich an, pass dich an….Lös dich auf im Schmelztiegel. Und dann fließ raus, gieß dich in die Form. Verbiege deine Knochen, bis sie splittern und knacken und du hineinpasst. Press dich in ihre Schablone.“ Fragmentarisch und in verschiedenen Szenen komm ich der Protagonistin immer näher. Erst versteh ich nicht wo ich mich befinde und mit wem, doch nach und nach erschließt sich mir die Welt der erfolgreichen schwarzen Frau in der Londoner Finanzwelt. Sie ist weit gekommen, ganz oben, finanziell abgesichert, hat eine Eigentumswohnung, einen Freund aus privilegiertem Hause. Es scheint, als hat sie es geschafft, aber doch ist sie nicht angekommen und fühlt sich nicht wirklich angenommen. Trotz der eher kühlen und berechnenden Art der Protagonistin, haben mich ihre Ängste und Bedenken bewegt und mitfühlen lassen. Es ist für mich eine Einwanderungsgeschichte, eine Geschichte der britischen Gesellschaft, den Auswirkungen des Kolonialismus bis heute. Über Rassismus, Anpassung und Sexismus.

3.5

Ich wurde in den Kopf der Protagonistin reingeworfen, habe kurze und intensive Einblicke bekommen und wurde abrupt wieder rausgerissen.

"Zusammenkunft" erzählt die Geschichte einer namenlosen, britischen, Schwarzen Ich-Erzählerin, die mit ihrem Job im Finanzwesen den "gesellschaftlichen Aufstieg" "geschafft" hat. Die Handlung wird nicht wie in einem klassischen Roman erzählt, sondern fragmentarisch und durcheinander. Dazwischen muss die Leser*in viele Leerstellen gedanklich selbst ausfüllen und kommt oft durcheinander. Ich fand dieses Buch sehr bewegend! Es ist eindrücklich und schlau geschrieben und enthält viele nachdenklich stimmende Themen. Es kritisiert Rassismus, Klassismus, Sexismus, den Kolonialismus des britischen Empires und die fehlende Aufarbeitung dessen. Wenn ich mir das Buch nicht von meiner Geschichtslehrerin ausgeliehen hätte, hätte ich viele Passagen darin markiert, die on point sind! Die Thematik macht wütend, da gesellschaftlicher Druck und Missstände angeprangert werden. Auf diesen 100 Seiten, die ich in einem Rutsch durchgelesen habe, steckt sehr viel drin und es ist noch viel mehr Raum da. Ich hätte gerne einen ganzen Roman mit dieser Figur im Fokus gelesen, denn so kam mir das alles viel zu kurz abgehandelt vor. Ich wurde in den Kopf der Protagonistin reingeworfen, habe kurze und intensive Einblicke bekommen und wurde abrupt wieder rausgerissen. Das fühlt sich für mich sehr unbefriedigend an, vor allem mit dem offenen Ende. Ich hätte sehr gerne 100-200 Seiten mehr gelesen, was vermutlich ein Kompliment an das Werk ist.

4

Ein besonderes Buch in vielerlei Hinsicht. Hier spricht die Autorin über Alltagsrassismus, ihr Erbe des britischen Kolonialismus. Was wird von bestimmten Menschen erwartet, was setzt Hautfarbe oder Geschlecht voraus? Der Stil ist etwas eigenwillig und Sprunghaft, daher sicher nicht für jeden etwas.

5

Knapp 130 Seiten und dabei inhaltlich so dicht und sprachlich so gewaltig (ganz viele Kudos an die Übersetzung von Jackie Thomae!!). Episodenhaft-fragmentarisch zerstückelt, kämpft die namenlose Hauptfigur gleichzeitig für und sträubt sich gegen den Aufstieg und die Aufnahme in eine Welt (v.a. die britische Upper Class) in der sie doch nur eine Fremde bleiben kann, und findet einen radikalen Weg, sich dem zu entziehen. Der Roman ist durchaus sehr spezifisch britisch, was nicht heißt, dass die verhandelten Themen wie v.a. Rassismus und Kolonialismus, aber auch Klassismus und Sexismus/Misogynoir nicht allgemeine Gültigkeit haben. Ein sehr unbequemes Buch, welches mich in seiner Kürze doch tief getroffen hat - werde sicher mindestens noch einmal dazu greifen um sicher zu gehen, dass mir hier nichts verloren geht.

5

"Sie ist da. Angst. Jeden Tag ist eine Möglichkeit, es zu versauen, jede Entscheidung, jedes Meeting. Es gibt keinen Erfolg, nur das vorläufige Abwenden des Versagens. Angst. Vom Vibrieren und Klingeln meines Weckers, bis ich mich wieder schlafen lege. Angst." (S. 37) Aufsteigen, nach oben kommen, Teil der sozialen Oberschicht sein – das war schon immer ihr Ziel. Das Ziel der jungen Frau, der Kampf all der Menschen vor ihr. Doch was ihr fehlt, sind Geld und Kontakte, für sie gibt es keinen ‚easy way up‘, denn sie ist Schwarz. Und als Schwarze Frau muss sie für alles und gegen alles kämpfen: für Anerkennung, für Respekt; gegen die abschätzigen Blicke, gegen die Vorurteile, gegen die Gesellschaft. Doch all ihre Anstrengungen, die Jahre der Ungewissheit haben sich ausgezahlt: Sie ist Teil des Londoner Finanzwesens, wird befördert und von ihrem reichen, weißen Freund bei einer Gartenparty offiziell in die Familie eingeführt. Es scheint alles perfekt – wenn da nicht diese Sache wäre, die alles andere plötzlich unwichtig erscheinen lässt, denn lohnt es sich noch zu kämpfen? Wir leben in einer Welt, in der gesellschaftlicher Status, Reich- und Besitztümer, Hautfarbe und Herkunft über unser Leben und unser Handeln entscheiden, über Sieg und Niederlage. In ihrem Debütroman „Zusammenkunft“ (OT: Assembly, aus dem Englischen von Jackie Thomae) erzählt Natasha Brown von Misogynie und Rassismus, von Herkunft und unendlichem Schmerz, der aus all diesen Dingen resultiert. Mit schneidender Klarheit und einzigartigem Stil seziert sie, welche Auswirkungen der seit Jahrhunderten in der Gesellschaft verankerte Rassismus auf das Leben der jungen Frau hat: All ihre Erfolge, all ihre Niederlagen scheinen mit ihrer Hautfarbe verbunden, sei es die Beförderung, um eine Diversitätsquote zu erfüllen, weil „Frau und Schwarz“, oder die Beziehung zu ihrem Freund, der in seiner weißen, altreichen und privilegierten Welt den Status des wertfreien Kosmopoliten innehat. Sie ist sich dessen bewusst und stellt sich ihr Leben immer wieder in Frage: Wozu all die Anstrengung, wenn es, wenn sie eh nie genug sein wird? Da scheint es Schicksal zu sein, dass sie sich gegen alle weiteren Kämpfe stellt, die die Diagnose ihrer Ärztin bedeuten würden – und für ihre allmähliche, schmerzhafte Transzendenz. „Zusammenkunft“ ist ein Kunstwerk, ein literarisches Stakkato, das mit kurzen, kräftigen Schlägen all die Ungerechtigkeiten herausschreit. Sie sind der Soundtrack für die Metaphern, die ihr sprachliches Genie sichtbar machen, und die Bilder, die sie beschreibt. Natasha Brown beweist, dass es nicht vieler Worte bedarf, um viel zu sagen – auf die Art und Weise kommt es an, und das zeigt sie mit ihrem Debüt eindrucksvoll. Was für ein Buch!

4.5

Rassismus, Sexismus, Klassismus

Unglaublich wie viel Tiefe auf so wenigen Seiten erreicht wird. Sehr angenehmer Schreibstil, in Stream-of-Conscious-Manier. Teilweise war mir die Form etwas zu gewollt experimentell.

2.5

ich fand den schreibstil an sich echt sehr gut aber der story aufbau hat mir nicht ganz gefallen, da ich oft echt verwirrt war.

4.5

Sowohl inhaltlich als auch sprachlich absolut überzeugende Novelle über die Schwierigkeiten des sozialen Aufstiegs als farbige Frau in Großbritannien. Mit messerscharfer Präzision dekonstruiert Natasha Brown den noch immer allgegenwärtigen Rassismus und die Systeme, die diesen ermöglichen und begünstigen.

4.5

Ich habe ein wenig gebraucht, um mit dem Schreibstil warm zu werden. Dann hat es mich aber umso mehr beeindruckt, wie viel hier auf wenigen Seiten rübergebracht wird. Von Seite zu Seite wird die Gesellschaftskritik intensiver und schärfer. Natasha Brown schafft es, dass man als LeserIn ganz nah am Geschehen ist. Eine großartige, beklemmende Leseerfahrung.

4

Experimentell. Ich hatte etwas anderes erwartet, fand es dennoch interessant.

4

Zusammenkunft ist ein Roman, der sich für mich fast nicht als Roman bezeichnen lässt, so viel Poesie steckt da drin. Ich habe das Büchlein innerhalb eines Nachmittags durchgelesen und es hat mich gut unterhalten. Die Themen sind schwere Kost, doch dank der wunderschönen Sprache der Autorin fliegt man nur so durch die Seiten. Ich habe mir etliche Passagen markiert, da die Dinge so bildhaft und poetisch umschrieben wurden. Letztenendes macht die Geschichte traurig, da soviel Ungerechtigkeit thematisiert wird, doch Sie gibt auch Hoffnung, dass man sein Leben selbst in die Hand nehmen kann und seine eigenen Entscheidungen treffen kann. Die Autorin hat mit diesem Roman für mich bewiesen, dass sie eine Sprachkünstlerin ist und geschickt ernste Themen in blumiger Sprache verpacken kann. Ein Buch, das ich allen empfehlen kann, die gerne auch zwischen den Zeilen lesen.

3

Wichtiges Thema, wichtige Perspektive, super verdichtet, leider haben mich Sprache und Stil zwischendurch immer mal wieder verloren. Die Leerstellen waren mir manchmal zu groß, zu vage z. B. die Konstellation zu Lou. Und vielleicht ist es ja genau diese Vagheit (gibt es die?), die zum Ausdruck kommen sollte und mich etwas ratlos zurückgelassen hat.

5

Starkes Debüt über Rassismus, Seximus und Leistungsgesellschaft - eine brilliante Gesellschaftskritik In «Zusammenkunft» (im Original: Asseemby; übersetzt ins Deutsche von Jackie Thomae) analysiert und kritisiert die Autorin Natasha Brown in erzählerischen Handlungsfragmenten den Rassismus, Sexismus und den enormen Leistungsdruck in der britischen Gesellschaft und insbesondere der Upper Class. Die namenlose Ich-Erzählerin ist schwarz und hat sich ihre Führungsposition in einem Finanzdienstleistungsunternehmen nach ihrem Oxford-Studium hart erarbeitet. Oberflächlich scheint alles gut zu laufen im Job, mit der eigenen Wohnung in London, in der Partnerschaft mit ihrem Upper-Class Freund und dessen Familie. Dennoch zeigen die geschilderten Gedanken der Protagonistin ganz pointiert, was alles nicht gut läuft und wie stark der hohe Leistungsdruck und die Diskrimmierungen belasten und welchem psychischen Druck und Belästigung sie dadurch ausgesetzt ist. Dies zeigt sich vor allem in ihrem Umgang mit dem bei Ihr diagnostizierten Krebs. In kurzen Szenen und brilliant formuliert gelingt es Natasha Brown den allgegenwärtigen Rassismus, Seximus und Leistungsdruck herauszustellen und pointiert zu kritisieren. Ein starkes Debüt, das es auf wenigen Seiten schafft, viel Emotion und gerechtfertigte Kritik zu transportieren!

4

Intelligent und auf den Punkt.

„Hier geboren, Eltern hier geboren, immer hier gelebt - trotzdem, nie von hier. Ihre Kultur wird auf meinem Körper zur Parodie.“ Schwierig zu bewerten. Es gab immer mal wieder gute Paragrafen, und die Message des Buches kommt klar rüber. Es gibt keine richtige Handlung, und das springt zeitlich hin und her. Doch insgesamt war es mir einfach zu modern. Autoren wie Sally Rooney oder Naoise Dolan sind einfach nichts für mich. Wenn versucht wird, absolut hochgestochen zu schreiben, um intellektuell zu wirken. Dafür war dieses Buch hier zu fragmentiert.

5

Fantastisch, wie man auf so wenigen Seiten so viel existentielles erzählen kann.

2.5

2.5 🌟; sehr gute Gedanken im Buch. Ich hab’s vermutlich zu schnell am Stück gelesen. Buch könnte Zeit zum gedanklich „ziehen lassen“ brauchen

2

Ich merke immer mehr, dass ich keine Bücher mag, die keine koherente Handlung haben und fragmentarisch erzählt werden. Ähnlich wie bei "Wetter" von Jenny Offill, konnte ich auch hier sehr schwer eine Verbindung zur Protagonistin aufbauen. Der Schreibstil und die Art des Erzählens waren einfach nicht meins. Trotzdem hatte das Buch gute und interessante Ansätze und Denkanstöße. CW: Rassismus, Sexismus, Krebs

2

Rezension  Gerade,, Zusammenkunft", von Natasha Brown beendet.  Joar, ich hab diesen Monat zwei Bücher gelesen die ich nicht so toll finde, aber dieses Buch topt es. Mein absolutes Flop.  Ich hab mir von dem Buch einfach Reflektion erwartet und Tiefgang. Stattdessen bekomme ein wirres Konstrukt von Gefühlen und Provokationen. Natürlich kann man damit wundervoll polarisieren, wieso auch nicht?! Aber so wie es geschrieben wurde bewirkt es mehr Empörung.  Dafür hab ich Bücher gelesen die mit polarisierenden Themen besser umgehen und den richtigen Ton ansprechen und auch direkt das Problem beschreiben. Hier sind Andeutungen  und Vorwürfe vorhanden.  Schreibstil stockend. Metaphern zu wirr.  Protagonistin zu oberflächlich, passiv.  Sorry ich mag Figuren nicht die ihr Klappe nicht aufkriegen, aber sich über alles ärgern und Dinge einfach so hinnehmen. Das kann ich überhaupt nicht leiden.  Wer es lesen möchte bitte, aber ich persönlich kann dafür keine Empfehlung aussprechen, dafür gibt's andere Bücher die einfach direkter sind und trotzdem nicht angreifen. Das wichtigste die es verständlich rüberbringen, dies ist hier nicht der Fall.  Vielen Dank für das Bereitstellen des Leseexemplars an Vorablesen und dem Verlag.  Alles Gute eure Jassy 

3

Nach außen hin hat die namenlose Protagonistin alles, was erstrebenswert ist: Erfolg im Job, finanzielle Absicherung und einen Partner aus der Upper Class. Doch hinter all dem versteckt sich Erschöpfung, denn als Schwarze Frau sieht sie sich zahlreichen Hindernissen gegenüber – von Mikroaggressionen bis hin zum alltäglichen Rassismus. Die Beförderung bekommt sie angeblich nur ihrer „Diversität“ wegen, von ihren Kollegen wird sie entweder offen beneidet und beleidigt oder sexuell angegriffen und die Eltern ihres Freundes hoffen, sie möge nur eine weitere Frau auf dem Weg zur „richtigen“ Schwiegertochter sein. In „Zusammenkunft“ erzählt Natasha Brown von dem Wunsch ihrer Hauptfigur, erfolgreich zu sein und welche Kosten damit – vor allem für eine Schwarze Frau – verbunden sind. Dabei ist die Struktur des Romans nicht immer sofort klar, denn die Autorin springt zwischen unterschiedlichen Themen, verrät nicht immer den Kontext ihrer Szenen und verzichtet außerdem auf die Kennzeichnung der wörtlichen Rede. Ihr Sprachstil ist klar, nüchtern, beinahe kalt und ihre Sätze sind kurz und wirken oft gehetzt. Es ist nicht einfach, zu lesen, wie die Protagonistin in ihrer aktuellen Lebenssituation leidet und zu allem Überfluss kommen neben den beruflichen und privaten Schwierigkeiten auch noch gesundheitliche hinzu. Nun muss sie sich entscheiden, was sie weiterhin mit ihrer Zukunft anfangen will. Und so eindrucksvoll ich die Beschreibung der Umstände auch finde, denen sie täglich ausgesetzt ist, so wenig kann ich einen Bezug zu ihr aufbauen. Denn mir fehlt sowohl eine Charakterisierung der Figuren als auch eine Handlung mit klarem Anfang und Ende. Vermutlich ist die schablonenhafte Zeichnung der Hauptfigur so gewollt, um gerade herauszustellen, dass viele Schwarze Frauen dasselbe Schicksal teilen, dennoch hätte ich diese namenlose Frau gerne besser kennengelernt. Wie war ihre Kindheit? Was bereitet ihr Freude? Was wünscht sie sich für ihr Leben? So werden wir als Leser*innen an einem bestimmten Punkt in die Geschichte geworfen, streben auf eine gewisse Szene hin und werden anschließend wieder allein zurückgelassen.

2

Ich merke immer mehr, dass ich keine Bücher mag, die keine koherente Handlung haben und fragmentarisch erzählt werden. Ähnlich wie bei "Wetter" von Jenny Offill, konnte ich auch hier sehr schwer eine Verbindung zur Protagonistin aufbauen. Der Schreibstil und die Art des Erzählens waren einfach nicht meins. Trotzdem hatte das Buch gute und interessante Ansätze und Denkanstöße. CW: Rassismus, Sexismus, Krebs

4

„Zusammenkunft“ ist im Grunde genommen das genaue Gegenteil seines Titels – hier wird nichts vereint, gelöst, versöhnt. Die Friedlichkeit, die das Wort suggeriert, ist kein Teil der Handlung. Der einzige Aspekt von Zusammenkunft, der auf den Inhalt des Textes zutrifft, ist der eines flüchtigen, vielleicht auch gleichgültigen, Zusammentreffens von Menschen, denn an der Erzählerin ist eigentlich niemand wirklich interessiert – seltsamerweise auch sie selbst nicht, denn für sich selbst (wie auch für viele andere) ist sie „nichts“, wie immer wieder betont wird. Ihre Haltung sich selbst gegenüber ist distanziert bis unbeteiligt, um nicht zu sagen apathisch. Und das ist eigenartig befremdlich, denn insgesamt ist der Roman eine Wutrede, eine ohnmächtige Anklage gegen den Status quo, gegen Sexismus, Rassismus und Marginalisierung, Vorurteile, Privilegierung, Oberflächlichkeit, Kolonialismus, das Klassensystem, Seilschaften, gesellschaftliche Normen. Es ist ein deprimierender Text mit schmerzhaften Wahrheiten, vorgetragen mit brutaler Offenheit, der sich an der Frustration abarbeitet, dass sich weder an der Geschichte noch an der Gegenwart und vermutlich auch nicht an der Zukunft etwas ändern lässt. „Zusammenkunft“ bietet auf seinen 113 Seiten unendlich viele Interpretationsansätze – am eingängigsten und besonders markant ist wahrscheinlich die Krebsmetapher: die Krankheit, die sich mäandernd und einem Kraken gleich durch den Organismus frisst, an immer neuen Stellen auftaucht und das System unheilbar vergiftet. Wie ein Krebsgeschwür verdammt die spezifische Mischung aus Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht und sozialer Klasse die Erzählerin zu einer Identität, die von Einschränkungen und Unfreiheit bestimmt wird. Sie versteckt sich hinter gewünschten, erwarteten sozialen Rollen und enthüllt so bestechend die Notwendigkeit der Assimilation. Auf diese Weise vereint das Buch einen Katalog verschiedenster Elemente postkolonialer Ansätze und demonstriert seine Klugheit, seinen Zorn, die Unzulänglichkeiten der Welt und die Härte und Schwere der Umstände, die auch durch das britische Empire entstanden sind. „Zusammenkunft“ ist ein anstrengendes, forderndes und anspruchsvolles Buch, das über den gezielten Einsatz des Fragmentarischen Identität gleichsam untermauert und in Frage stellt.

4.5

Natasha Browns Roman wirkt schmal mit seinen 113 Seiten. Dennoch ist dessen Inhalt nicht weniger wichtig. Wir erfahren vom Leben einer jungen, schwarzen Frau, die in England lebt. Während das Grundgerüst des Buches ein einfaches Wochenende bei den Eltern ihres Freundes beschreibt, webt Natasha Brown immer wieder Erinnerungsschnipsel der Protagonistin in den Hauptbericht mit ein. So geht es um Sexismus am Arbeitsplatz, Rassismus, Kolonialisierung, Macht und die britische Gesellschaft. Durch das ganze Buch zieht sich das Thema, dass die Protagonistin angekommen ist in der britischen Gesellschaft, jedoch nur nach außen hin. Im inneren fühlt sie sich immer noch nicht akzeptiert, ausgegrenzt vom Rest der weißen, britischen Mehrheitsgesellschaft. Brown stellt schwerwiegende Fragen wie, Wieso überhaupt weiterleben, wenn die man sich nie richtig zugehörig fühlen wird? All diese Aspekte erforscht sie mit einem poetischen, bildlichen Schreibstil, der es schafft, kleine, unwichtig scheinende Momente detailliert zu beschreiben - ein Bild zu zeichnen. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, ich mag Browns lyrischen Schreibstil, der mit einem einfacheren, alltäglichen Schreibstil gepaart wird. Mir gefällt auch, dass sie Beispiele aus dem echten Leben aufgreift und den Text auf den Seiten nach Sinneseindrücken ordnet. Der Roman ist kurzweilig, aber dennoch in seiner Themenvielfalt wichtig. Wer den Roman von Yrsa Daley-Ward "Alles, was passiert ist" gelesen hat und mochte, wird mit Natasha Brown genauso glücklich werden!

4

Puuuh, in diesem Buch steckt mehr zwischen als in den Zeilen, das macht das Lesen sehr speziell. Ich glaube/fürchte/hinterfrage, dass nur Frauen mit sogenanntem Migrationshintergrund die Leerstellen in diesem Buch verstehen (wollen).

0

100 Seiten, die ich nochmal lesen muss, bevor ich etwas bewerten kann

4

This is a painfully raw read about the experience of being a second/third-generation immigrant, doing everything "right" and still never being allowed to feel like you belong. It's well written, although in the audio version I sometimes found it difficult to follow. I wouldn't say it was enjoyable; I don't think it's supposed to be.

5

Immer ein bisschen härter arbeiten als die anderen. Sich immer ein bisschen mehr anstrengen. Die Mikroaggressionen einstecken. Lächeln. Professionell bleiben. Nicht zu viel Raum einnehmen. Sich behaupten. Sich anpassen. Sich auflösen. Keine Fragen stellen, vor allem nicht die: Wozu das alles? "Zusammenkunft" von Natasha Brown ist literarische Essenz im allerbesten Sinne. Jedes Wort auf den 112 Seiten ist präzise, exakt gesetzt und fulminant ins Deutsche übersetzt von Jackie Thomae. Ohne Schnörkel erzählt die Autorin die Geschichte von ihr, die aufgestiegen ist, die als Schwarze Frau mit harter Arbeit erst an die besten Universitäten kam und dann an einen der Topjobs im Londoner Finanzwesen. Sie bleibt namenlos, wird zu "ich". Sie hat einen Freund, er ist weiß. "Emporgehoben von einem Vermögen, das er nie verdienen musste, wofür er nie gearbeitet hat." Er fühlt den Zwang, etwas Großes hinterlassen zu müssen in dieser Welt. Das sei ihm in die Wiege gelegt worden. Sie verschafft "ihm eine gewisse liberale Glaubwürdigkeit". Doch da ist noch etwas. Etwas, das sie für sich behält. Etwas, das ihr eine Entscheidung abverlangt, die sie nicht treffen will und die sie damit trifft. "Das Überleben macht mich zur Mitwirkenden ihres Narrativs. Es schaffen oder scheitern, meine Existenz bestätigt dieses Konstrukt nur. Das lehne ich ab." Es sind die Themen der Stunde, Klassismus, Rassismus, Identität und (kulturelles) Kapital die Natasha Brown messerscharf seziert und mit wenigen Worten so greifbar, spürbar macht. Es ist eine Abrechnung mit der postkolonialen britischen Gesellschaft und gleichzeitig eine poetische Suche nach dem Sinn des Ganzen.

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