Ich bin Özlem
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Description
Book Information
Author Description
DILEK GÜNGÖR, 1972 in Schwäbisch Gmünd geboren, studierte Übersetzen in Germersheim, Journalistik in Mainz und Race and Ethnic Studies in Warwick, England. Als Journalistin arbeitete sie bei der »Berliner Zeitung«. Ihre gesammelten Kolumnen aus der »Berliner Zeitung« und der »Stuttgarter Zeitung« erschienen in den Bänden »Unter uns« und »Ganz schön deutsch«. 2007 wurde ihr Roman »Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter« veröffentlicht. Für das Singspiel »Türkisch für Liebhaber« an der Neuköllner Oper schrieb sie das Libretto. Zuletzt erschien ihre wöchentliche Kolumne »Weltstadt« in der »Berliner Zeitung«. Dilek Güngör ist stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift »Kulturaustausch« und schreibt als Gastautorin Beiträge für die Zeit-Online Kolumne »10 nach 8«.
Posts
Was macht Herkunft aus? Wie weit darf sie einen beeinflussen und eventuell beeinträchtigen? Was bedeutet Identität, Herkunft und auch Alltagsrassismus. Die Ich-Erzählerin hat Eltern, die auf der Türkei kommen. Sie selbst ist das klassische Gastarbeiter Kind, dass seine eigene Identität sucht. Sie stört sich an der Voreingenommenheit ihres Umfeldes und den Erwartungen an sie in Bezug auf Herkunft und ihr Wissen über Türkei, den Islam und das Essen. Das Buch stimmt sehr traurig. Ich fand es Sekt gut und habe es an einem Tag durchgelesen.
Ein Buch, dass geschrieben werden musste, weil man nicht in drei Sätzen die Vielschichtigkeit der Identitätsfrage beantworten kann.
Manches ist mir vertraut, das bringt das Aufwachsen mit sich, wenn es nicht im Zentrum der Gesellschaft passiert, wenn man nicht die üblichen biografische Eckpfeiler hat. Die Zerrissenheit zwischen deutscher und türkischer Identität wurde mir erst richtig durch dieses kleine Büchlein bewusst, ganz besonders das der eigene Kritiker so streng sein kann, ausgelöst durch die multiplen Erfahrungen, vielleicht auch Verletzungen, die einem im Leben immer wieder zugefügt werden.
Sehr empfehlenswerte Lektüre zu kultureller Identität, Zugehörigkeit und (alltags-)rassistischen Strukturen.
Das Buch zeigt sehr gut wie Identität aufgebaut wird - Identität funktioniert grundsätzlich als Prozess und wir identifizieren uns ja laufend mit verschiedenen Aspekten der Gesellschaft, in der wir (nicht) aufwachsen. Ich finde diesen fluiden Prozess sehr gut wiedergegeben, auch die Abwehrhaltung der Freund*innen, wenn sie auf rassistische Aussagen/Strukturen hingewiesen werden sind gut beschrieben.
In „Ich bin Özlem“ von Dilek Güngör begleiten wir die Ich-Erzählerin Özlem. Ihre Eltern sind mit Anfang zwanzig aus der Türkei nach Deutschland immigriert. Özlem ist in Schwäbisch Gmünd geboren und aufgewachsen. Was ist Herkunft und wer bestimmt darüber wo wir unsere eigene Herkunft sehen? Özlem wird immer wieder über türkische Politik und Gerichte ausgefragt. Weil Özlem ja schließlich einen türkischen Namen hat und sich deshalb mit der Türkei auskennen muss. Wie kann Özlem ihre eigene Identität finden, wenn gleichzeitig ständig die Angst vor Ausgrenzung und Fremdheit sie begleitet. Wenn sie in die Türkei fliegt, wird sie nicht mehr als Türkin wahrgenommen. Wenn über die Türkei abwegig gesprochen wird, ist Özlem von ihren Freund*innen nicht mitgemeint, weil Özlem ja schließlich anders ist. In Özlem lösen diese Konflikte Wut, Mindereertigkeitskomplexe, Scham und Anspannung aus. Sie ist immer auf der Hut und überlegt sich ihre Antwort genauestens. Ihr deutscher Mann versucht ihr gut zuzureden und sie zu verstehen, aber er kann es nicht, den er kennt diese innere Zerrissenheit nicht. Sehr ehrlich und authentisch lässt die Autorin uns an Özlems Leben und Gefühlen teilhaben. Ich habe mich oft in dem Buch wiedergefunden. War beim Lesen traurig und wütend über die Welt und dann aber wieder sehr froh, dass Güngor diese Geschichte aufgeschrieben hat und aufzeigt man ist nicht alleine. Ganz ganz große Leseempfehlung ❤️🩹
Gerade als Person, die ebenfalls zwischen den zwei Identitäten aufgewachsen ist, fand ich das Buch nicht gelungen. Es fing gut an und hat die Sorgen und Ängste beschrieben, die in einem vorgehen, wenn man sich nicht wirklich zu einer Identität zugehörig fühlt. Aber diese ständige Suche nach Bestätigung und dann die "Erkenntnis" am Ende, dass man dann doch genug ist, hat mich sehr verwirrt. Ihr wird am Ende von ihren Freunden vorgeworfen, dass sie nur über sich spricht und sie in Ordnung sei, wenn sie sie selbst ist. Aber richtig zuhören, tun diese nicht wirklich? Dennoch werden die Anderen wieder hervorgehoben und als besser dargestellt. Ralf darf seine Meinung äußern und alle sind damit fein, aber wenn Özlem diese kritisiert, hat sie übertrieben. Die Erkenntnisse aus dem Buch bringen einen nicht wirklich viel. Man bekommt höchstens Mitleid mit Özlem und wünscht sich für sie Freunde, die ihr zuhören und nicht ihre Probleme als gering abwerten.
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DILEK GÜNGÖR, 1972 in Schwäbisch Gmünd geboren, studierte Übersetzen in Germersheim, Journalistik in Mainz und Race and Ethnic Studies in Warwick, England. Als Journalistin arbeitete sie bei der »Berliner Zeitung«. Ihre gesammelten Kolumnen aus der »Berliner Zeitung« und der »Stuttgarter Zeitung« erschienen in den Bänden »Unter uns« und »Ganz schön deutsch«. 2007 wurde ihr Roman »Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter« veröffentlicht. Für das Singspiel »Türkisch für Liebhaber« an der Neuköllner Oper schrieb sie das Libretto. Zuletzt erschien ihre wöchentliche Kolumne »Weltstadt« in der »Berliner Zeitung«. Dilek Güngör ist stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift »Kulturaustausch« und schreibt als Gastautorin Beiträge für die Zeit-Online Kolumne »10 nach 8«.
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Was macht Herkunft aus? Wie weit darf sie einen beeinflussen und eventuell beeinträchtigen? Was bedeutet Identität, Herkunft und auch Alltagsrassismus. Die Ich-Erzählerin hat Eltern, die auf der Türkei kommen. Sie selbst ist das klassische Gastarbeiter Kind, dass seine eigene Identität sucht. Sie stört sich an der Voreingenommenheit ihres Umfeldes und den Erwartungen an sie in Bezug auf Herkunft und ihr Wissen über Türkei, den Islam und das Essen. Das Buch stimmt sehr traurig. Ich fand es Sekt gut und habe es an einem Tag durchgelesen.
Ein Buch, dass geschrieben werden musste, weil man nicht in drei Sätzen die Vielschichtigkeit der Identitätsfrage beantworten kann.
Manches ist mir vertraut, das bringt das Aufwachsen mit sich, wenn es nicht im Zentrum der Gesellschaft passiert, wenn man nicht die üblichen biografische Eckpfeiler hat. Die Zerrissenheit zwischen deutscher und türkischer Identität wurde mir erst richtig durch dieses kleine Büchlein bewusst, ganz besonders das der eigene Kritiker so streng sein kann, ausgelöst durch die multiplen Erfahrungen, vielleicht auch Verletzungen, die einem im Leben immer wieder zugefügt werden.
Sehr empfehlenswerte Lektüre zu kultureller Identität, Zugehörigkeit und (alltags-)rassistischen Strukturen.
Das Buch zeigt sehr gut wie Identität aufgebaut wird - Identität funktioniert grundsätzlich als Prozess und wir identifizieren uns ja laufend mit verschiedenen Aspekten der Gesellschaft, in der wir (nicht) aufwachsen. Ich finde diesen fluiden Prozess sehr gut wiedergegeben, auch die Abwehrhaltung der Freund*innen, wenn sie auf rassistische Aussagen/Strukturen hingewiesen werden sind gut beschrieben.
In „Ich bin Özlem“ von Dilek Güngör begleiten wir die Ich-Erzählerin Özlem. Ihre Eltern sind mit Anfang zwanzig aus der Türkei nach Deutschland immigriert. Özlem ist in Schwäbisch Gmünd geboren und aufgewachsen. Was ist Herkunft und wer bestimmt darüber wo wir unsere eigene Herkunft sehen? Özlem wird immer wieder über türkische Politik und Gerichte ausgefragt. Weil Özlem ja schließlich einen türkischen Namen hat und sich deshalb mit der Türkei auskennen muss. Wie kann Özlem ihre eigene Identität finden, wenn gleichzeitig ständig die Angst vor Ausgrenzung und Fremdheit sie begleitet. Wenn sie in die Türkei fliegt, wird sie nicht mehr als Türkin wahrgenommen. Wenn über die Türkei abwegig gesprochen wird, ist Özlem von ihren Freund*innen nicht mitgemeint, weil Özlem ja schließlich anders ist. In Özlem lösen diese Konflikte Wut, Mindereertigkeitskomplexe, Scham und Anspannung aus. Sie ist immer auf der Hut und überlegt sich ihre Antwort genauestens. Ihr deutscher Mann versucht ihr gut zuzureden und sie zu verstehen, aber er kann es nicht, den er kennt diese innere Zerrissenheit nicht. Sehr ehrlich und authentisch lässt die Autorin uns an Özlems Leben und Gefühlen teilhaben. Ich habe mich oft in dem Buch wiedergefunden. War beim Lesen traurig und wütend über die Welt und dann aber wieder sehr froh, dass Güngor diese Geschichte aufgeschrieben hat und aufzeigt man ist nicht alleine. Ganz ganz große Leseempfehlung ❤️🩹
Gerade als Person, die ebenfalls zwischen den zwei Identitäten aufgewachsen ist, fand ich das Buch nicht gelungen. Es fing gut an und hat die Sorgen und Ängste beschrieben, die in einem vorgehen, wenn man sich nicht wirklich zu einer Identität zugehörig fühlt. Aber diese ständige Suche nach Bestätigung und dann die "Erkenntnis" am Ende, dass man dann doch genug ist, hat mich sehr verwirrt. Ihr wird am Ende von ihren Freunden vorgeworfen, dass sie nur über sich spricht und sie in Ordnung sei, wenn sie sie selbst ist. Aber richtig zuhören, tun diese nicht wirklich? Dennoch werden die Anderen wieder hervorgehoben und als besser dargestellt. Ralf darf seine Meinung äußern und alle sind damit fein, aber wenn Özlem diese kritisiert, hat sie übertrieben. Die Erkenntnisse aus dem Buch bringen einen nicht wirklich viel. Man bekommt höchstens Mitleid mit Özlem und wünscht sich für sie Freunde, die ihr zuhören und nicht ihre Probleme als gering abwerten.








