Tokyo Girls Club

Tokyo Girls Club

Hardback
3.657

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Description

Der neue Roman der Weltbestsellerautorin und British-Book-Award-Gewinnerin Asako Yuzuki!

Ein Roman über Besessenheit, Freundschaft und das langsame Zerfallen zweier Leben.

Eriko hat einen prestigeträchtigen Job in einer Handelsfirma und ein makelloses Leben, doch unter dieser Oberfläche verbirgt sich eine alles verzehrende Einsamkeit. Sie ist fasziniert von Shoko, einer Hausfrau, die wie eine Katze in den Tag hineinlebt und in ihrem Lifestyle-Blog »Tagebuch einer nutzlosen Ehefrau« von ihrem hausfrauenunüblichen Alltag berichtet. Als die beiden sich zufällig kennenlernen, entsteht eine besondere Verbindung, die jedoch eine toxische Wendung nimmt, als Shoko plötzlich aufhört zu bloggen und verschwindet. Sie geraten in einen Strudel der Besessenheit, der eine Spur der Verwüstung hinterlässt.

»Tokyo Girls Club« ist ein kühner Roman, fesselnd und mit psychologischem Tiefgang.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
383
Price
24.70 €

Author Description

Asako Yuzuki wurde 1981 in Tokio geboren. Sie wurde für ihr Schreiben vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Noma-Verlagskulturpreis. Ihr Roman »Butter« ist in Japan ein Bestseller und verkaufte sich allein in Japan 200.000 mal. Er erscheint weltweit in zahlreichen Sprachen und gewann 2025 den British Book Award. »Tokyo Girls Club« wurde mit dem Yamamoto Shūgorō Preis ausgezeichnet.

Posts

10
All
3.5

Zwei toxische Frauen, gefangen im Fancult und der zwanghaften Suche nach Freundschaft und Zugehörigkeit.

4

Eriko und Shoko könnten nicht unterschiedlicher sein: die eine ist eine erfolgreiche angestellte Unternehmertochter mit perfekter Routine und genauen Vorstellungen, wie sie ihr Leben gestaltet. Die andere hingegen ist eine "faule Hausfrau". Verheiratet, joblos, schlicht, einfach, unaufregend. Genau darüber schreibt sie in ihrem Blog unter dem Pseudonym "Heilbutt". Und trifft damit den Nerv einer ganzen Generation an Frauen. Doch eine Sache verbindet die sonst so verschiedenen Frauen: sie haben beide keine Freundinnen. Als Eriko auf Shoko alias Heilbutt trifft und sich die beiden jungen Frauen annähern, entsteht so etwas wie ein freundschaftliches Band. Nur leider hat die eine so ganz andere Erwartungen an diese neu geknüpfte Beziehung. Und schon sehr bald fallen die Masken... Dieses Buch war einer der wildesten Ritte durch die japanische Literaturszene, den ich je erlebt habe. Nicht nur werden hier zwei gegensätzliche Charaktere in einer sich stetig entwickelnden, unaufhaltsamen, fortschrittlichen Gesellschaft auseinandergerupft. Wortwörtlich alle Innereien der strebsamen, übereifrigen, und ja, manischen Eriko, aber auch der genügsamen, im Grunde genommen befriedigten, zufriedenen Shoko wurden mit einer chirurgischen Präzision aufgetrennt und miteinander verwurschtelt. Dabei kommt diese grandiose, für mich durchaus weltbewegende Erzählung heraus, die zeigt, wie schwer das Erwachsenwerden in einer Welt der ständigen Vergleiche fallen kann. Wie es uns tief sitzende Traumata oder vorgelebte Stigmata geradezu unmöglich machen können, im Leben voranzuschreiten und uns zu Individuen zu entfalten, die sich vom warmen Nest der Eltern endgültig verabschieden. Wie fehlende Erfahrungen unser Weltbild, unser Denken und Handeln in einen nicht enden wollenden Status der Festgefahrenheit rücken. Und wie wichtig Freundschaften sind, was der tiefere Sinn und Zweck von Freunden wirklich ist. Doch wem die Schuld geben? Den Eltern, die doch nur das Beste für uns wollten? Den Männern, die selbst keinerlei Anspruch an ihre männlichen Freunde, wohl aber an ihre Ehefrauen und Freundinnen haben? Der Gesellschaft, die es Frauen geradezu unmöglich macht, einfach nur zufrieden und glücklich zu sein, ohne Kräftemessen, ohne Wettbewerb, ohne Neid und Missgunst? Zugegeben, die Frauen in Yuzukis Roman sind sehr überspitzt dargestellt, doch gerade diese omnipräsente Hysterie, Verzweiflung, das Sehnen nach Verbindungen außerhalb der Familie, all das hat mich komplett eingenommen und in diese verrückte Welt von Shoko und Eriko gezogen. Während die beiden auf der Suche nach der wahren Bedeutung von Freundschaft sind, tauschen sie plötzlich die Rollen. Eriko wird zur "faulen Hausfrau", lässt sich gehen, entzieht sich dem Perfektionsdruck, während Shoko endlich Erfolge sieht, die sie als "faules Stück" wohl nie hätte verzeichnen können. Was also ist es, das uns mit Stolz erfüllt? Der Beruf, die Ehe, eine ansehnliche Familie? Und in welchem Alter sollte frau an diesem Punkt angelangt sein? Können Frauen auch mit Anfang dreißig noch eine Kehrtwende vollführen, lernen, Erfahrungen sammeln, Verbindungen knüpfen? In TOKYO GIRLS CLUB geht es nicht nur um den tiefen Wunsch nach Anerkennung und Zuneigung, oder dem Ausbruch aus dem gesellschaftlichen Frauenkäfig, sondern auch um das Thema Verantwortung. Verantwortung für sich, und besonders Verantwortung gegenüber Anderen. Dass wir mit unserem Verhalten unsere Mitmenschen zwar nicht ändern können, wohl aber die Atmosphäre, die um uns herrscht. Wir können die Vergangenheit nicht ungeschehen machen, doch wir köännen lernen, sie zu akzeptieren und daraus zu lernen.

5

Im Club der wütenden Freundinnen

Dieses Buch umfasst 383 Seiten – und ist vollgepackt mit vielschichtigen Themen, die mich nachhaltig beschäftigt haben. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen. Eriko, Anfang 30, Einzelkind, lebt noch im Elternhaus und arbeitet in einer Handelsfirma, wo sie für den Import von Speisefischen zuständig ist. Nach und nach wird deutlich, dass Eriko nicht nur eigenwillig, sondern auch in ihrem Verhalten „besondere“ Neigungen hat. Ihr größter Wunsch ist es, eine beste Freundin zu finden – doch warum scheitert sie immer wieder daran? Die zweite Protagonistin ist Shoko, eine Lifestyle-Bloggerin und Hausfrau. Ihr Blog wirkt wie ein öffentliches Tagebuch einer Frau, die sich selbst als nutzlos empfindet. Sie ist verheiratet, arbeitslos und ringt mit ihrer eigenen Bedeutungslosigkeit. Eriko ist ein großer Fan dieses Blogs und kommt ihrem Idol Schritt für Schritt näher. Dabei entwickelt sie sich zunehmend zur Stalkerin, die Shoko aufspürt und sie mit einem perfiden Plan regelrecht in eine Freundschaft drängt. (Kein Scherz.) Besonders beeindruckt hat mich die Figurenzeichnung: Beide Charaktere sind vielschichtig, psychologisch fein ausgearbeitet und wirken erschreckend real. Im Kern geht es um Narzissmus, Selbstwahrnehmung und die Frage, wie wir uns im Verhältnis zu anderen Menschen sehen. Gibt es eine innere Hierarchie? Und wie beeinflusst sie unser Handeln? Das Buch steckt voller klug aufbereiteter Themen, die in einen Roman verpackt sind, der lange nachhallt. Übersetzt wurde das Werk aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Es ist definitiv kein Allerweltsroman – man muss sich von der ersten Seite an auf die Figuren und das Setting einlassen. Wer das tut, entdeckt einen außergewöhnlichen, intensiven Roman. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, vor allem die Lebensweisheiten, die zwischen den Zeilen mitschwingen. Schon das Debüt der Autorin, Butter, war für mich ein starkes Leseerlebnis – und auch dieses zweite Buch konnte mich wieder überzeugen. Zudem erinnerte mich der Roman in seiner Dichte und psychologischen Spannung an eine hochwertige, zehnteilige Miniserie auf Netflix – das Potenzial dafür wäre definitiv vorhanden. Ich freue mich auf weitere Werke von ihr.

4

Auf der verzweifelten Suche nach einer besten Freundin

•Buchrezi• 😣 Zum Inhalt:
Eriko ist jung, schön und erfolgreich. Sie lebt noch bei ihren Eltern und ist verzweifelt auf der Suche nach einer Freundin. Tagtäglich verfolgt sie über soziale Medien das Leben der Hausfrauenbloggerin Shoko. Schon bald wird Eriko klar, dass Shoko ganz in ihrer Nähe wohnen muss. Die Cafés und Restaurants, die Shoko besucht, kommen ihr nur allzu bekannt vor. Und so kommt es, wie es kommen muss: Eriko und Shoko begegnen sich rein „zufällig“ und verbringen herrliche Stunden miteinander. Denn auch Shoko ist einsam. Das Leben als Bloggerin und „unperfekte“ Hausfrau erfüllt sie nicht wirklich. Obwohl ihr Mann genügsam ist und sie in ihren Entscheidungen bestärkt, sehnt auch sie sich nach weiblicher Gesellschaft. Doch bereits nach dem ersten Treffen kippt die anfängliche Euphorie darüber, endlich eine Freundin gefunden zu haben. Denn Eriko entwickelt eine regelrechte Besessenheit für Shoko und diese fühlt sich zunehmend unwohl, kann sich aber ebenfalls nicht von Eriko lösen… Was als vorsichtiger Freundschaftsversuch beginnt, entwickelt sich schnell zu einer toxischen Spirale zwischen zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Mein Fazit:
Vor einigen Jahren habe ich „Butter“ von Asako Yuzuki gelesen. Das Buch war für mich damals unglaublich ungewöhnlich und gleichzeitig total faszinierend. Deshalb war für mich sofort klar, dass ich auch „Tokio Girls Club“ lesen muss. Und was soll ich sagen? Die Faszination war wieder genau dieselbe. Eriko ist eine Protagonistin, die alles andere als sympathisch ist. Obwohl sie so obsessiv nach einer Freundin sucht, macht sie wirklich alles falsch, was man nur falsch machen kann. Sie ist beleidigend, hochnäsig, gemein und gleichzeitig absolut faszinierend. Zwar ist sie durchaus in der Lage, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren, aber etwas ändern… Shoko hingegen mochte ich deutlich lieber, zwar nicht immer, aber ihre Lebenssituation und auch die Entscheidungen, die sie im Bezug auf Eriko trifft, fand ich unglaublich spannend. Dabei geht es nicht nur zwischen den beiden um das Thema Freundschaft. Auch einige Nebencharaktere machen ihren eigenen Wert davon abhängig. Ich fand dieses Buch faszinierend. Es ist eine intensive Charakterstudie über Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und vor allem über Oberflächlichkeiten. Manchmal schwer auszuhalten, manchmal frustrierend, aber durchgehend fesselnd. 👩‍💼👩‍💼👩‍💼👩‍💼 von fünf 👩‍💼en!

Auf der verzweifelten Suche nach einer besten Freundin
3.5

Das Buch war....interessant. Ich konnte viele Sachen nicht nachvollziehen und weiß nicht genau ob es an mir persönlich und meiner Sichtweise liegt oder ob es auch ein großer kultureller Unterschied in den Gesellschaften ist. Es war dennoch interessant aus der Sicht dieser zwei Frauen mit ihren fremden Problemen und Ansichten zu lesen. Einige Sachen konnte ich aber auch nachvollziehen und fand die Ansichten zum Thema Frauen und besonders Frauenfreundschaften in einer patriarchalen Gesellschaft beeindruckend. Auch wie die Autorin die Struktruren an so vielen Stellen beziehungstechnisch dargestellt hat.

2

Stalkerin trifft auf Content Creatorin

Hm… das war nichts für mich. Zeichnet unabhängig von der eigentlichen Geschichte ein Bild von Freundschaft und Rollenverständnissen, das ich so nicht teile. Das Szenario, welche Auswirkungen Leben in der Öffentlichkeit und Stalking/Erpressung haben kann, fand ich allerdings gruselig realistisch.

4

Einsamkeit kann unglaublich schmerzhaft sein

Hinter dem schönen Cover verbirgt sich eine ziemlich krasse Geschichte über eine „Freundschaft“ (die man so gar nicht nennen darf) zwischen zwei Frauen, deren Beziehung immer mehr aus dem Ruder gerät.Ich muss ehrlich sagen, ich kann die eher niedrigen Bewertungen nicht wirklich nachvollziehen. Das Buch ist auf seine eigene Art unglaublich faszinierend und irgendwie total genial. Was zunächst noch recht unbeschwert und fast angenehm wirkt, entwickelt sich nach und nach zu einem regelrechten Albtraum. Teilweise ging es sogar so weit, dass ich das Buch weglegen wollte, weil es so böse wurde. Gleichzeitig war es aber genau diese Intensität, die es für mich so faszinierend gemacht hat. Die Hauptfiguren sind dabei wirklich besonders: unglaublich unausstehlich und gleichzeitig tun sie einem leid. Ich habe immer wieder versucht, mich in sie hineinzuversetzen, konnte aber letztlich kaum mehr als Mitleid empfinden. Am Ende bleibt vor allem eine Erkenntnis: wie kostbar echte Freundschaften sind und wie glücklich wir uns schätzen können, wenn wir solche Menschen in unserem Leben haben.

3

Ein schräges Buch über Frauenbeziehungen

Ich habe zuvor das Buch „Butter“ von Asako Yuzuki gelesen, das mich total begeistert hatte. Nachdem ich gesehen habe, dass nun „Tokyo Girls Club“ erschienen ist, habe ich direkt zugegriffen. Ehrlich gesagt fällt es mir ein wenig schwer, das Gelesene zusammenzufassen oder genau zu benennen, was die Autorin vermitteln möchte. Das zentrale Thema ist die „perfekte“ Freundschaft. Diese wird von den Protagonistinnen als eine Art Statussymbol wahrgenommen und fast schon als pathologisches Ziel verfolgt. Es geht viel um Einsamkeit und vor allem darum, was diese Isolation mit einem Menschen macht. Dabei webt Yuzuki viel Gesellschaftskritik ein und beschreibt, welche Erwartungen an Frauen in der japanischen Gesellschaft gestellt werden. Die Geschichte beginnt ganz harmlos mit einem unbeschwerten Treffen. Doch dieses initiale Gefühl von Verbundenheit wird schnell von Besessenheit, Stalking und Erpressung eingeholt. Ab einem gewissen Punkt ging mir die Dynamik so nah, dass ich mich selbst fast „neben der Spur“ gefühlt habe. Das erste Drittel des Buches habe ich auch noch sehr genossen. Ich wollte am Ende einfach nur noch fertig werden. Ich musste beim Lesen immer wieder daran denken, wie „schräg“ ich dieses Buch finde. Das meine ich keineswegs negativ. Es ist eine verstörende, aber unheimlich packende Lektüre.

4

Verstörend und ungewöhnlich

Ich habe eine Japanaffinität und bin immer wieder erstaunt über die Unterschiede zu unserer Kultur. Asako Yuzuki nimmt uns mit in das Innenleben von zwei Frauen um die 30, die sehr unterschiedliche Leben führen. Eriko ist Karrierefrau und lebt gesellschaftlich angemessen, in ihrem Inneren brodelt jedoch eine Besessenheit, die sie überall zu einer Außenseiterin macht. Shoko teilt ihr Hausfrauenleben auf einem erfolgreichen Blog. Eriko muss und will unbedingt Shokos Freundin werden, obwohl sie nur eine theoretische Vorstellung davon hat, wie Freundschaft funktioniert. Das kann nicht gut ausgehen...

4

Über den Wert von Freundschaft

Das Buch ist, wie der Vorgänger, ein sehr eindrucksvoller Blick in japanische Lebenswelten. Wir alle haben ja schon ein recht klares Bild von deren Wertesystem und so ist es wenig überraschend, wie vieles absurd erscheint aber doch ganz klar so ist (und wohl auch bleiben wird) auf der Insel des ewigen Glücks. In dem Buch geht es um Freundschaften und ich hab selten etwas so beklemmendes und verzweifeltes dazu gelesen wie diese Geschichte. Auch als Europäer findet man sich wieder, wenn wir auch in anderen Wertewelten leben. Bedrückend aber auch Beeindruckend.

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