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Hier hat mich das Buchcover gleich angesprochen: klar, schlicht und geradlinig. Ohne den Namen der Autorin oder des Titels zu lesen, stellte ich gleich eine Verbindung zu Japan her. Nitani wünscht sich, er könnte dreimal am Tag Instantnudeln essen und alle Voraussetzungen für ein gesundes Leben wären erfüllt. Oder dass es eine Tablette gäbe, die man einnimmt und die alle Nährstoffe und Kalorien enthält. Aber er arbeitet in einem Büro, in dem das Essen ein wichtiges Bindeglied zwischen den Mitarbeitern ist. In den Pausen wird zusammen gegessen - Essen verbindet, Essen genießt man und zusammen schmeckt alles besser. Vor kurzem ist er in die Zweigstelle nach Saitama versetzt worden und lernt nach und nach alle Kolleg*innen kennen. Ashikawa scheint die perfekte Frau zum Heiraten zu sein - sie kann gut kochen, backen und ist nett zu allen. Seine Kollegin Oshio, die irgendwie unangepasster, direkter und ehrlicher ist, wird seine Trinkpartnerin. Abends, wenn sie länger im Büro arbeiten, gehen sie in ein Izakaya und trinken ein Bier zusammen. Dabei gesteht Oshio Nitani, dass sie Ashikawa nicht leiden kann, da diese nicht mit vollem Einsatz arbeitet wie sie selbst. Ashikawa kommt nicht zu Schulungen, ist schnell überfordert, geht auf Grund von Kopfschmerzen früher nach Hause, und alle nehmen Rücksicht auf sie. Es ist schwer, hier eine einfache Zusammenfassung zu geben, denn in den knapp 160 Seiten wird zwar nüchtern und sachlich ein Büroleben beschrieben, viel über Arbeitsmoral und Essen erzählt und doch liegt auch einiges zwischen den Zeilen verborgen. So fällt mir erst nach und nach auf, dass es mich erstaunt, dass Nitani das Essen, welches Ashikawa ihm liebevoll zu Hause zubereitet, verabscheut, jedoch nach Feierabend mit Oshio gerne trinken und essen geht. Oshio und Natani teilen offenbar viel: die Liebe zu Büchern, das angepasste Arbeiten und auch falsche Lebensentscheidungen. Trotzdem wirkt Oshio nur wie eine Kollegin, während Ashikawa die Frau zu sein scheint, die man heiraten möchte. Erzählt wird diese Geschichte aus Nitanis und Oshios Sicht. Dabei ist Oshios Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben. Ich habe bereits mehrere japanische Bücher gelesen und bin dennoch stets aufs Neue erstaunt darüber, wie distanziert zwischenmenschliche Themen behandelt werden. Und auch in diesem Roman fällt mir wieder auf, dass in der japanischen Literatur Essen eine große Rolle spielt. Es scheint mir, als wäre das gemeinsame Essen in der Gesellschaft hoch angesehen und die einzige „freie Zeit“, in der soziales Leben stattfinden kann. Essen wird gefeiert und scheint eine größere Bedeutung zu haben als die reine Nahrungsaufnahme. Als Leserin frage ich mich natürlich, welche tiefere Bedeutung Nitanis Abscheu gegenüber dem gemeinsamen Essen und den frischen Zutaten hat. Für mich war es unterhaltsam und ich hab bemerkt, dass ich allmählich Zugang zur japanischen Literatur gefunden habe. Sachlich und distanziert heißt nicht gleich emotionslos. Für mich empfehlenswert, aber Vorsicht: Der Hunger schleicht sich beim Lesen ein. S.30 „Er mochte unzuverlässige, schwach wirkende, liebe Frauen, aber von all den schmalen, kleinen Frauen ohne jede Schärfe im Gesicht fühlte er sich komischerweise zu denen hingezogen, die die Schamlosigkeit besaßen, aus ihrer Schwäche heraus wie selbstverständlich einzufordern, dass man sie beschützte.“ S.69 „Wenn sich jeder im Leben nur die Dinge aussuchte, die er tun wollte, die ihm leichtfielen, die angenehm waren, würde das nicht funktionieren. Wenn niemand Dinge tat, die er nicht tun wollte, niemand etwas tat, obwohl es ihn anstrengte, konnte die Arbeit nicht erledigt werden.“ S.128 „Zwischen Nachhausekommen und Schlafengehen hab ich nur zwei Stunden, wenn ich eine Stunde fürs Essen verwende und in der restlichen Stunde noch Baden und Zähneputzen muss, bleiben mir gerade mal 30 Minuten Zeit zum Leben. Und trotzdem soll ich essen? Für den Körper.“
Feb 10, 2026
Hier hat mich das Buchcover gleich angesprochen: klar, schlicht und geradlinig. Ohne den Namen der Autorin oder des Titels zu lesen, stellte ich gleich eine Verbindung zu Japan her. Nitani wünscht sich, er könnte dreimal am Tag Instantnudeln essen und alle Voraussetzungen für ein gesundes Leben wären erfüllt. Oder dass es eine Tablette gäbe, die man einnimmt und die alle Nährstoffe und Kalorien enthält. Aber er arbeitet in einem Büro, in dem das Essen ein wichtiges Bindeglied zwischen den Mitarbeitern ist. In den Pausen wird zusammen gegessen - Essen verbindet, Essen genießt man und zusammen schmeckt alles besser. Vor kurzem ist er in die Zweigstelle nach Saitama versetzt worden und lernt nach und nach alle Kolleg*innen kennen. Ashikawa scheint die perfekte Frau zum Heiraten zu sein - sie kann gut kochen, backen und ist nett zu allen. Seine Kollegin Oshio, die irgendwie unangepasster, direkter und ehrlicher ist, wird seine Trinkpartnerin. Abends, wenn sie länger im Büro arbeiten, gehen sie in ein Izakaya und trinken ein Bier zusammen. Dabei gesteht Oshio Nitani, dass sie Ashikawa nicht leiden kann, da diese nicht mit vollem Einsatz arbeitet wie sie selbst. Ashikawa kommt nicht zu Schulungen, ist schnell überfordert, geht auf Grund von Kopfschmerzen früher nach Hause, und alle nehmen Rücksicht auf sie. Es ist schwer, hier eine einfache Zusammenfassung zu geben, denn in den knapp 160 Seiten wird zwar nüchtern und sachlich ein Büroleben beschrieben, viel über Arbeitsmoral und Essen erzählt und doch liegt auch einiges zwischen den Zeilen verborgen. So fällt mir erst nach und nach auf, dass es mich erstaunt, dass Nitani das Essen, welches Ashikawa ihm liebevoll zu Hause zubereitet, verabscheut, jedoch nach Feierabend mit Oshio gerne trinken und essen geht. Oshio und Natani teilen offenbar viel: die Liebe zu Büchern, das angepasste Arbeiten und auch falsche Lebensentscheidungen. Trotzdem wirkt Oshio nur wie eine Kollegin, während Ashikawa die Frau zu sein scheint, die man heiraten möchte. Erzählt wird diese Geschichte aus Nitanis und Oshios Sicht. Dabei ist Oshios Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben. Ich habe bereits mehrere japanische Bücher gelesen und bin dennoch stets aufs Neue erstaunt darüber, wie distanziert zwischenmenschliche Themen behandelt werden. Und auch in diesem Roman fällt mir wieder auf, dass in der japanischen Literatur Essen eine große Rolle spielt. Es scheint mir, als wäre das gemeinsame Essen in der Gesellschaft hoch angesehen und die einzige „freie Zeit“, in der soziales Leben stattfinden kann. Essen wird gefeiert und scheint eine größere Bedeutung zu haben als die reine Nahrungsaufnahme. Als Leserin frage ich mich natürlich, welche tiefere Bedeutung Nitanis Abscheu gegenüber dem gemeinsamen Essen und den frischen Zutaten hat. Für mich war es unterhaltsam und ich hab bemerkt, dass ich allmählich Zugang zur japanischen Literatur gefunden habe. Sachlich und distanziert heißt nicht gleich emotionslos. Für mich empfehlenswert, aber Vorsicht: Der Hunger schleicht sich beim Lesen ein. S.30 „Er mochte unzuverlässige, schwach wirkende, liebe Frauen, aber von all den schmalen, kleinen Frauen ohne jede Schärfe im Gesicht fühlte er sich komischerweise zu denen hingezogen, die die Schamlosigkeit besaßen, aus ihrer Schwäche heraus wie selbstverständlich einzufordern, dass man sie beschützte.“ S.69 „Wenn sich jeder im Leben nur die Dinge aussuchte, die er tun wollte, die ihm leichtfielen, die angenehm waren, würde das nicht funktionieren. Wenn niemand Dinge tat, die er nicht tun wollte, niemand etwas tat, obwohl es ihn anstrengte, konnte die Arbeit nicht erledigt werden.“ S.128 „Zwischen Nachhausekommen und Schlafengehen hab ich nur zwei Stunden, wenn ich eine Stunde fürs Essen verwende und in der restlichen Stunde noch Baden und Zähneputzen muss, bleiben mir gerade mal 30 Minuten Zeit zum Leben. Und trotzdem soll ich essen? Für den Körper.“
Feb 10, 2026









