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Richtig gutes Essen

3.3(94)
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About the book

Eine angepasste Bürokarriere, eine zuvorkommende Frau, richtig gutes Essen – Nitani weiß, worauf es im Leben ankommen sollte. Die Regeln sind klar, doch Nitani, dessen größtes Glück der Verzehr von Instantramen ist und der am liebsten seine gesamte Nährstoffzufuhr über eine Tablette beziehen würde, tut sich schwer mit ihnen. In seinem Büro ist Ashikawa die Art von Frau, die er wahrscheinlich heiraten wird: liebenswürdig und entschlossen, ihn von seiner Sucht nach Instantnudeln zu befreien. Aber es fällt ihm immer schwerer, sie zu respektieren – oder die süßen Leckereien, die sie verteilt und mit denen sie sich die Zuneigung ihrer Kollegen durch Backen statt durch harte Arbeit sichert. Seine Kollegin Oshio ist unkonventioneller – sie ist Nitanis Trinkpartnerin. In der starr reglementierten Welt des Büros kommen sich die beiden näher. Und ihr offenbart Nitani auch seine geheime Leidenschaft: die Literatur. Humorvoll und klug stellt Junko Takase die Frage, warum wir im Leben manchmal falsch abbiegen, und zeigt anhand einer Bürogemeinschaft die Absurditäten des modernen Zusammenlebens auf.

Editions (2)

ISBN9783755800859
PublisherDuMont Buchverlag
Publication Date02/10/26
Pages160

Reviews & Ratings

94 ratings

29 reviews

3.3

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  • jtk_0701
    jtk_0701

    344 Followers

    4.0

    Hier hat mich das Buchcover gleich angesprochen: klar, schlicht und geradlinig. Ohne den Namen der Autorin oder des Titels zu lesen, stellte ich gleich eine Verbindung zu Japan her. Nitani wünscht sich, er könnte dreimal am Tag Instantnudeln essen und alle Voraussetzungen für ein gesundes Leben wären erfüllt. Oder dass es eine Tablette gäbe, die man einnimmt und die alle Nährstoffe und Kalorien enthält. Aber er arbeitet in einem Büro, in dem das Essen ein wichtiges Bindeglied zwischen den Mitarbeitern ist. In den Pausen wird zusammen gegessen - Essen verbindet, Essen genießt man und zusammen schmeckt alles besser. Vor kurzem ist er in die Zweigstelle nach Saitama versetzt worden und lernt nach und nach alle Kolleg*innen kennen. Ashikawa scheint die perfekte Frau zum Heiraten zu sein - sie kann gut kochen, backen und ist nett zu allen. Seine Kollegin Oshio, die irgendwie unangepasster, direkter und ehrlicher ist, wird seine Trinkpartnerin. Abends, wenn sie länger im Büro arbeiten, gehen sie in ein Izakaya und trinken ein Bier zusammen. Dabei gesteht Oshio Nitani, dass sie Ashikawa nicht leiden kann, da diese nicht mit vollem Einsatz arbeitet wie sie selbst. Ashikawa kommt nicht zu Schulungen, ist schnell überfordert, geht auf Grund von Kopfschmerzen früher nach Hause, und alle nehmen Rücksicht auf sie. Es ist schwer, hier eine einfache Zusammenfassung zu geben, denn in den knapp 160 Seiten wird zwar nüchtern und sachlich ein Büroleben beschrieben, viel über Arbeitsmoral und Essen erzählt und doch liegt auch einiges zwischen den Zeilen verborgen. So fällt mir erst nach und nach auf, dass es mich erstaunt, dass Nitani das Essen, welches Ashikawa ihm liebevoll zu Hause zubereitet, verabscheut, jedoch nach Feierabend mit Oshio gerne trinken und essen geht. Oshio und Natani teilen offenbar viel: die Liebe zu Büchern, das angepasste Arbeiten und auch falsche Lebensentscheidungen. Trotzdem wirkt Oshio nur wie eine Kollegin, während Ashikawa die Frau zu sein scheint, die man heiraten möchte. Erzählt wird diese Geschichte aus Nitanis und Oshios Sicht. Dabei ist Oshios Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben. Ich habe bereits mehrere japanische Bücher gelesen und bin dennoch stets aufs Neue erstaunt darüber, wie distanziert zwischenmenschliche Themen behandelt werden. Und auch in diesem Roman fällt mir wieder auf, dass in der japanischen Literatur Essen eine große Rolle spielt. Es scheint mir, als wäre das gemeinsame Essen in der Gesellschaft hoch angesehen und die einzige „freie Zeit“, in der soziales Leben stattfinden kann. Essen wird gefeiert und scheint eine größere Bedeutung zu haben als die reine Nahrungsaufnahme. Als Leserin frage ich mich natürlich, welche tiefere Bedeutung Nitanis Abscheu gegenüber dem gemeinsamen Essen und den frischen Zutaten hat. Für mich war es unterhaltsam und ich hab bemerkt, dass ich allmählich Zugang zur japanischen Literatur gefunden habe. Sachlich und distanziert heißt nicht gleich emotionslos. Für mich empfehlenswert, aber Vorsicht: Der Hunger schleicht sich beim Lesen ein. S.30 „Er mochte unzuverlässige, schwach wirkende, liebe Frauen, aber von all den schmalen, kleinen Frauen ohne jede Schärfe im Gesicht fühlte er sich komischerweise zu denen hingezogen, die die Schamlosigkeit besaßen, aus ihrer Schwäche heraus wie selbstverständlich einzufordern, dass man sie beschützte.“ S.69 „Wenn sich jeder im Leben nur die Dinge aussuchte, die er tun wollte, die ihm leichtfielen, die angenehm waren, würde das nicht funktionieren. Wenn niemand Dinge tat, die er nicht tun wollte, niemand etwas tat, obwohl es ihn anstrengte, konnte die Arbeit nicht erledigt werden.“ S.128 „Zwischen Nachhausekommen und Schlafengehen hab ich nur zwei Stunden, wenn ich eine Stunde fürs Essen verwende und in der restlichen Stunde noch Baden und Zähneputzen muss, bleiben mir gerade mal 30 Minuten Zeit zum Leben. Und trotzdem soll ich essen? Für den Körper.“

    Feb 10, 2026

  • readzilla
    readzilla

    147 Followers

    2.5

    Zwischen Konbini und Izakaya — wenn Alltag zur Endlosschleife wird

    Mit „Richtig gutes Essen“ versucht Junko Takase eigentlich eine spannende Frage zu stellen: Wie kommt es, dass Menschen irgendwann falsch im Leben abbiegen und sich in einem monotonen Alltag verlieren? Gerade deshalb hatte ich mir deutlich mehr Einblicke in die japanische Arbeitswelt erhofft — mehr vom Druck der Salarymen, mehr vom Büroalltag, mehr von der gesellschaftlichen Erwartungshaltung in Japan. Doch genau das bleibt leider überraschend oberflächlich. Stattdessen dreht sich das Buch fast ausschließlich ums Essen. Essen kochen, Essen beschreiben, Essen servieren. Der Titel ist hier Programm — nur leider etwas zu konsequent. Zwar versteht man durchaus, was die Autorin vermitteln möchte: Die Absurditäten moderner Beziehungen, Einsamkeit trotz Gemeinschaft und die kleinen Gewohnheiten, in denen Menschen langsam stecken bleiben. Besonders Nitani zeigt das gut. Obwohl er eine liebevolle Partnerin hat, die hervorragend kocht, empfindet er Essen eher als lästige Zeitverschwendung und würde am liebsten einfach alle Nährstoffe per Tablette zu sich nehmen. Statt echter Nähe greift er lieber zu Instant-Ramen aus dem Konbini. Mit Oshio dagegen verbindet ihn zumindest etwas Spontanität und ein Hauch von Lebendigkeit bei gemeinsamen Besuchen im Izakaya. Das Problem ist nur: Diese Idee trägt für mich keine ganze Geschichte. Die vielen Essensbeschreibungen wurden mit der Zeit sehr monoton und die eigentliche Gesellschaftskritik blieb zu blass, um wirklich hängen zu bleiben. Positiv hervorheben muss man allerdings die Sprecherin Uta Simone. Ihre Stimme wirkt unglaublich warm und angenehm — fast so, als würde eine Mutter einem Kind vorlesen. Dadurch ließ sich das Hörbuch trotz der inhaltlichen Schwächen sehr angenehm hören. Dass das Hörbuch nur etwas mehr als drei Stunden dauert, war am Ende vermutlich der entscheidende Grund, warum ich es überhaupt beendet habe. Wäre es länger gewesen, hätte ich wahrscheinlich abgebrochen.

    Zwischen Konbini und Izakaya — wenn Alltag zur Endlosschleife wird

    May 28, 2026

  • spellsandstories
    spellsandstories

    63 Followers

    5.0

    „Richtig gutes Essen“ ist eine kurze Geschichte, die sich mit dem Arbeitsalltag, zwischenmenschlichen Beziehungen und der Rolle von Essen im täglichen Leben beschäftigt. Die Handlung spielt in einem Büro in Japan, wo wir die Angestellten Nitani, Ashikawa und Oshio begleiten. Ein großer Teil ihres Alltags dreht sich um gemeinsame Mahlzeiten, die mehr sind als nur eine Pause vom Arbeiten. Gerade dabei wird deutlich, wie unterschiedlich die drei ticken. Während Ashikawa leidenschaftlich gerne backt und ihre Kolleg*innen regelmäßig mit selbstgemachten Leckereien versorgt, ist Essen für Nitani eher eine Notwendigkeit. Wenn er könnte, würde er sich am liebsten nur von Instant-Ramen ernähren. Auch gemeinsame Essen mit Kolleg*innen, die in Japan eine wichtige soziale Rolle spielen, sind ihm eher unangenehm und lästig. Im Arbeitsalltag könnten Ashikawa und Nitani ebenfalls kaum unterschiedlicher sein. Denn während Ashikawa pünktlich Feierabend macht oder früher geht, wenn es ihr nicht gut geht, bleibt ein Teil ihrer Arbeit oft an Nitani hängen, der dadurch Überstunden machen muss. Auch Oshio nimmt ihre Arbeit sehr ernst und kann Ashikawas Verhalten nicht wirklich nachvollziehen. Trotzdem scheint Ashikawas Verhalten von den anderen Kolleg*innen kaum hinterfragt zu werden, schließlich bringt sie fast täglich Gebäck mit, das von allen sehr geschätzt und gelobt wird. Ich mochte dieses Buch richtig gerne. Besonders der Schreibstil hat mir sehr gefallen, da er ruhig und unaufgeregt ist. Außerdem fand ich es sehr gelungen, dass wir die Geschichte sowohl aus der dritten Person von Nitani als auch aus der Ich-Perspektive von Oshio erleben. Dadurch bekommt man einen sehr guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. Auch die Gestaltung des Buches hat mir unglaublich gut gefallen. Das Cover ist schlicht und in nur zwei Farben gehalten, wirkt aber gerade dadurch sehr besonders. Und auch unter dem Schutzumschlag ist das Buch wunderschön gestaltet. Insgesamt ist es ein besonderes Buch, das zum Nachdenken anregt und das ich sehr gerne gelesen habe. Ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

    Feb 24, 2026

3 of 29 reviews

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Page-based comments

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dasbuchzuhause
dasbuchzuhauseFeb 12, 2026

Nitani und Oshio sind ja zwei Herzchen! Wie unsympathisch kann man sein? Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Author

About Junko Takase

JUNKO TAKASE, geboren 1988, ist die von der japanischen Presse gefeierte Autorin von sechs Romanen. Ihr Debütroman wurde mit dem Subaru-Literaturpreis ausgezeichnet, ihr zweiter Roman war für den Akutagawa-Preis nominiert. Ihr jüngster Roman ›Richtig gutes Essen‹ wurde mit diesem Preis ausgezeichnet. Sie lebt in Japan.

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