Die Liebe, später
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Was, wenn sich plötzlich alle Gewissheiten verschieben? Ein großer Roman über eine Liebe, die auf dem Prüfstand steht, und eine Frau auf der Suche nach sich selbst.
Seit über zwanzig Jahren sind Kora und Anselm glücklich verheiratet: sie, die erfolgreiche Journalistin, er, der Biologe, der Woche für Woche in die Hauptstadt pendelt. Doch nach einer Herz-OP findet Kora nicht mehr zurück in ihr Leben. Ihr Beruf, ihr Alltag, ihre Ehe – alles steht plötzlich infrage. Anselm wiederum hat die Rente eingereicht. Er will die verbleibende Zeit mit Kora genießen und einen alten Traum umsetzen: einen Libellenteich im Garten. Der sorgfältig zwischen Nähe und Distanz austarierte Alltag gerät aus dem Takt. Kora flüchtet – und begibt sich auf eine Reise zu Menschen und Orten, die sie als junge Frau geprägt haben. Wer ist sie einmal gewesen? Was hält das Leben noch für sie bereit? Und kann sie wieder mit Anselm glücklich sein?
Einfühlsam, lebensklug und mit großem literarischen Gespür erzählt Gisa Klönne von einer Liebe, die in die Jahre gekommen ist.
Book Information
Author Description
Gisa Klönne, geboren 1964, lebt als Schriftstellerin, Schreibcoach und Yogalehrerin in Köln. Bekannt wurde sie mit ihren Kriminalromanen um die eigenwillige Kommissarin Judith Krieger. Die Reihe wurde in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Ihr autobiografisch inspirierter Familienroman «Das Lied der Stare nach dem Frost» war ein SPIEGEL-Bestseller. Klönnes Bücher erreichten eine Gesamtauflage von über einer halben Million. Zuletzt erschien bei Rowohlt von ihr der Familienroman «Für diesen Sommer».www.gisa-kloenne.de
Posts
Eine Ehe auf dem Prüfstand Kora und Anselm, zwei gestandene Persönlichkeiten, sie eine erfolgreiche Journalistin, er Biologe, stehen mit ihrer Ehe an einem Scheideweg. Jahrelang hatten die Beiden eine Wochenendbeziehung und dieser Wechsel zwischen Distanz und Nähe hat ihre Beziehung jung gehalten. Jetzt hat Anselm die Rente eingereicht und träumt von mehr Zweisamkeit und einem Libellenteich, den er im Garten bauen möchte. Die einige Jahre jüngere Kora muss nach einer Herz OP verkraften, dass man sie in ihrer Redaktion gerne in den Ruhestand schicken möchte. Hält ihre Ehe soviel Nähe aus? Hält sie das aus, Anselm jetzt permanent um sich zu haben? Kora flüchtet zunächst einmal auf die Geburtstagsfeier ihrer ehemaligen Mentorin, und auch der Hilferuf eines entfernten Bekannten, ihr bei der Suche nach seiner verschwundenen Frau zu helfen, ist für Kora ein guter Vorwand die Auseinandersetzung mit der eigenen Ehe noch ein bisschen aufzuschieben. Doch das Nachdenken und Reflektieren setzt trotzdem ein. Bei diesem Buch habe ich ständig gedacht, ja genau, so fühle ich auch. Gisa Klönne hat genau die richtigen Worte für ein Lebensgefühl um die 60 gefunden, ganz klar nicht mehr jung, aber in der Selbstwahrnehmung noch längst nicht alt, jedoch für die Gesellschaft halt doch schon alt. Diese Angst sich als Paar im Alter nur noch schweigend gegenüberzusitzen auch wenn das zur Zeit gar nicht der Fall ist, kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Autorin hat einen gut lesbaren, sensiblen und nachdenklichen Schreibstil, der mir unglaublich gut gefallen hat. Zwischendurch streut sie kleine Auflistungen ein, z.b Fünf Dinge, die Anselm nicht von ihr weiß, oder Fünf Themen, über die Anselm nicht gerne spricht, Fünf Vorteile einer langjährigen Liebe. Das ließ mich kurz innehalten und für mich selbst reflektieren: „ Wie ist es denn bei mir und meinem Partner?“ Ein ganz großer Einschnitt in Kora‘s Leben war sicherlich ihre Herzerkrankung und die notwendige OP, die ihr und ihrem Mann die Endlichkeit des Lebens nochmal ganz deutlich vor Augen geführt hat. Ich glaube nach so einer Erfahrung ist man nicht mehr der Mensch, der man vorher war. Die Kapitel mit der Überschrift „ Orionzeit“ , die immer wieder in der Geschichte auftauchen, beinhalten Kora‘s Ringen mit dem Tod und ihr langsames Zurückfinden ins Leben. Gisa Klönne hat wirklich eine ganz wunderbare Liebesgeschichte geschrieben. Ich mochte sehr, dass ihre Protagonisten schon etwas älter und lebenserfahrener sind. So konnte ich mich prima mit ihnen identifizieren. Große Leseempfehlung!
Durch das Cover bin ich auf das Buch aufmerksam geworden und das Thema hat mich sofort neugierig gemacht. Kora muss eine Herz-OP durchführen lassen und danach befindet sie sich in einem Zustand des Zweifeln und Fragen. Sie stellt ihr Leben auf den Prüfstand, stellt sich ihren Erinnerungen, fragt sich, ob ihr Leben das wurde, was sie sich in ihrer Jugend wünschte und vor allem fragt sie sich wie es weiter geht, ob sie etwas ändern muss und ob sie in ihrer Beziehung noch glücklich ist und Erfüllung findet. Was will sie für den Rest ihres Lebens. Ein Buch, dass vor allem Menschen anspricht, die sich in ähnlichen Situationen befinden und das anregt, auch mal Bilanz zu ziehen. Ich mochte die flüssige, anschauliche Schreibweise von Gisela Klönne. Schön gegliedert, mit Rückblicken und Erinnerungen dazwischen. Einfühlsam und klug erzählt. Ich mochte auch, dass die Protagonisten etwas älter sind und im Mittelpunkt steht, dass die Lebensjahre ab sechzig auch Überraschendes bereithält und herausfordernd ist. Die Dialoge und Gedanken der Charaktere sind glaubhaft und lebensnah. Erzählt wurde aus Koras Sicht. Man spürt ihre Unsicherheiten, ihr Unentschlossenheit. Gut dargestellt wird auch, wie schwer Kora mit Veränderungen zurecht kommt, besonders, da sie die Vergänglichkeit und Begrenztheit des Lebens spürt. Das Erzähltempo ist zwar langsam und manche Gedanken wiederholen und drehen sich, aber das passte für mich gut zu dieser Thematik. Zum Ende hätte ich mir etwas mehr Erzähltempo gewünscht, andererseits zeigt es etwas von der Unentschlossenheit und der Dauer des Verarbeitungs- und Entscheidungsprozess. Nicole Engeln hat das Hörbuch sehr gut gelesen, so dass ich nie "den Faden verloren" habe. Eine angenehme Stimme. Hörens/Lesenswert!
4,5 Sterne, weil mir das Buch und wie die Thematik umgesetzt wurde, so gut gefallen hat. Empfehlung!
"Frei. Freiheit. Freisein." Genau das ist in diesem Buch die Frage. Kora ist 61 und hatte gerade eine schwere Herz-OP hinter sich. Jetzt nach der Reha findet sich nicht mehr in ihr Leben zurück. Egal ob Job oder Beziehung, alles fühlt sich für Kora fremd an. Wir begleiten Kora dann auf ihren Weg herauszufinden, was sie möchte und ob das ihre Sehnsucht stillt. Ein toller und bemerkenswerter Schreibstil legt hier Gisa Klönne an den Tag, sodass ich die Gedanken vom Kora voll nachvollziehen konnte. Auch die Rückblenden und diese Art von Einträgen waren wirklich sehr gut und haben mich so sehr begeistern können. Auch die Beziehung zwischen Kora und Anselm, wie dich sich verändert, wenn auf einmal beide daheim sind und genug Zeit für eigene Projekte haben. Dieses ausbalancieren und rantasten, was Kora wirklich will, hat mir sehr gut gefallen. Auch den Mut zu haben mit 61 sich nochmal neu zu suchen. Muss sagen, für mich ein 4,5 Sterne Buch. Der letzte Funke ist immer schwer, dennoch kann ich es empfehlen!
DIE LIEBE SPÄTER von Gisa Klönne, Rowohlt Kindler, ET 27.01.2026, 320 Seiten 🌟 Große Leseempfehlung 🌟 Was, wenn sich plötzlich alle Gewissheiten verschieben? Worum geht‘s? Schicksalsschläge, Umbruch, zweite Chancen, Selbstfindung, Resilienz —>Näheres zum Inhalt im Klappentext Autorenportrait: Gisa Klönne, geb. 1964, lebt als Schriftstellerin, Schreibcoach und Yogalehrerin in Köln. Ihre Kriminalromane um Kommissarin Judith Krieger erreichten eine Gesamtauflage von einer halben Million, wurden in mehrere Sprachen übersetzt, mit Presselob und mit Auszeichnungen bedacht, unter anderem mit dem Glauser-Preis. Ihr autobiografisch inspirierter Familienroman „Das Lied der Stare nach dem Frost“ war ein Spiegel-Bestseller. Bevor Gisa Klönne das Glück hatte, ihren Lebensunterhalt mit der Literatur zu verdienen, studierte sie Anglistik, wirkte nebenbei als Opernstatistin, züchtete in einem Forschungsprojekt für biologische Schädlingsbekämpfung Mehlmotten. Später arbeitete sie als Redakteurin und freie Journalistin. Mein Leseeindruck: Bemerkenswert literarisch gekonnt verhandelt Gisa Klönne mit gutem Gespür Themen des Älterwerdens und eine in die Jahre gekommene Liebe des kinderlosem, verheiratetem Akademikerpaars Kora und Anselm- einfühlsam, intensiv, emotional, echt, lebensklug, nachvollziehbar, nachhallend, nachdenklich machend - Stellt heraus wie herausfordernd Krisen und neue Lebensabschnitte als Paar, aber auch für jeden einzelnen sein können, insbesondere für die erkrankte Kora, welche nach diesem Schicksalsschlag mit Selbstfindung, Loslassen, Annäherung, ihrer Resilienz kämpft. - Wie alte Freundschaften hilfreich sein können, aber auch alles durcheinander wirbeln können. Eine große Empfehlung an Fans von Krien, Mohn und Bilkau! Unbedingt lesen!
DIE LIEBE, SPÄTER Gisa Klönne ET: 27.01.26 Die 60-jährige Nora findet nach ihrer überstandenen Herzoperation nicht mehr in ihren Alltag zurück. Wie auch, wenn sich scheinbar alles verschoben hat. Ihr Mann Amsel, der während der OP nicht von ihrer Seite wich, ist inzwischen im Ruhestand und pendelt erstmals seit ihrem gemeinsamen Leben nicht mehr zwischen den Städten. Stattdessen ist er nun ständig präsent im Kölner Haus, richtet sich häuslich ein, erfüllt sich den lang gehegten Traum von einem Gartenteich und streicht an Regentagen die Innenwände. Auch Noras eigenes Berufsleben steht zur Disposition: Ein Aufhebungsvertrag vom Radio liegt auf ihrem Sekretär, unterschriftsreif, aber noch ohne Entscheidung. Während Amsel sich auf das neue gemeinsame Zuhause freut, beginnt Nora zu zweifeln. Ist das wirklich das Leben, das sie führen möchte? Vergangene Entscheidungen drängen sich auf, alte Freundschaften werfen lange Schatten, und ihr bisher so stabiles Dasein gerät ins Wanken. Lohnt es sich, in diesem Alter noch einmal alles infrage zu stellen und neu anzufangen – und warum sollte sie das tun, wo sie doch den Mann an ihrer Seite hat, den sie all die Jahre geliebt und geschätzt hat? Zusätzlich beschäftigt Nora das rätselhafte Verschwinden von Leonie, der Frau eines Bekannten. Liegt ein Verbrechen vor oder hat Leonie ihr Leben einfach hinter sich gelassen, um einen neuen Weg einzuschlagen? Gisa Klönne erzählt in ruhigem, klarem Ton von einem kinderlosen Ehepaar im Übergang und vom Älterwerden mit all den leisen Erschütterungen, die damit einhergehen. Authentisch und feinfühlig lässt sie ihre Protagonistin auf ein gelebtes Leben mit all seinen Brüchen, Verlusten und verpassten Möglichkeiten zurückblicken. Besonders gefallen haben mir Noras immer wiederkehrende fünf Gedanken, mit denen sie Situationen und Menschen einordnet – ein kluges erzählerisches Mittel, das dem Roman zusätzliche Tiefe verleiht. Ich habe das Buch sehr gern gelesen. DIE LIEBE, SPÄTER empfehle ich vor allem Leserinnen und Lesern in der Lebensmitte; ob jüngere Menschen denselben Zugang finden, bezweifle ich. Fazit: Ein kluger, ruhiger und sehr authentischer Roman über das Älterwerden mit all seinen Reizen und Ambivalenzen. 4/5
„Die Liebe, später“ von Gisela Klönne / Verlag: Rowohlt Was passiert, wenn das Leben plötzlich innehält, nicht freiwillig, sondern durch einen Eingriff, der alles verändert? Die Liebe, später von Gisa Klönne ist ein leiser, intensiver Roman über genau diesen Moment: wenn Gewissheiten brüchig werden und man sich, vielleicht zum ersten Mal seit Jahrzehnten, selbst wieder befragt. Kora ist sechzig, erfolgreiche Journalistin, unabhängig, klar, strukturiert. Seit über zwanzig Jahren ist sie mit Anselm verheiratet. Ein Modell, das funktioniert hat: Distanz unter der Woche, Nähe am Wochenende. Köln und Berlin. Freiheit und Verlässlichkeit in einem sorgfältig austarierten Gleichgewicht. Doch dann kommt die Herz-OP. Und mit ihr eine Zäsur. Nach dem Krankenhausaufenthalt findet Kora nicht mehr zurück in ihr altes Leben. Ihr Beruf, ihr Alltag, ihre Ehe, alles steht plötzlich auf dem Prüfstand. Anselm, der Biologe, hat sie in dieser schweren Zeit begleitet, für sie gesorgt, war da. Und doch sagt er später: Sie hat es allein geschafft. Sie braucht mich nicht. Ein Satz, der nachhallt. Weil er Stärke meint und gleichzeitig Distanz schafft. Anselm reicht frühzeitig seine Rente ein, zieht ganz nach Köln und möchte einen alten Traum verwirklichen: einen großen Libellenteich im verwilderten Garten. Mehr Nähe. Mehr Zeit. Mehr Wir. Aber will Kora das? Wo bleibt ihre Freiheit? Und was sagt ihr Herz, jetzt, wo es weiterschlägt und sie zwingt, genauer hinzuhören? Kora beginnt zu zweifeln. Nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil ihr Arbeitgeber ihr einen Aufhebungsvertrag geschickt hat. Plötzlich steht etwas im Raum, das sie selbst noch gar nicht zu Ende gedacht hat. Soll sie unterschreiben? Ist das ein sanfter Abschied nach der Herz-OP oder eine Entscheidung, die ihr abgenommen wird? Ihr Late-Night-Talk war gut. Sie war gut. Und doch fragt sie sich, ob jetzt der richtige Moment wäre, loszulassen. Oder ob sie gerade jetzt noch einmal etwas Neues beginnen könnte. Ein Rückzug? Oder ein Neuanfang? Ihre Sehnsucht nach Distanz wächst. Ausgerechnet jetzt, wo Anselm täglich da ist. Kora reist immer öfter nach Berlin. Dort hat sie eine Wohnung, ein Rückzugsort? Eine Flucht? Oder ein stiller Versuch, wieder gesehen zu werden? Zu heilen? Sich selbstbezogen finden? Zum ersten Mal hat sie Geheimnisse. Und zum ersten Mal stellt sich die Frage so deutlich: Wie viel Freiheit verträgt eine lange Liebe? Auch Anselm bleibt nicht unberührt. Ihm fällt es schwer, mit Koras Emotionen, ihrem Rückzug und ihren offenen Fragen umzugehen. Immer nur Ich, wo bleibt das Wir? Und auch er muss sich neu verorten: in der Beziehung, im Ruhestand, in einem Leben, das plötzlich anders verläuft als geplant. Gisa Klönne erzählt diese Geschichte mit großer Einfühlsamkeit und Lebensklugheit. Sie schreibt über den Umbruch nach einer Krankheit, über das Älterwerden, über Nähe und Distanz, über die leisen Verschiebungen in einer langen Ehe. Abwechselnd führt sie uns in Koras Zeit im Krankenhaus, in ihren journalistischen Alltag, in ihre Erinnerungen, ihre Reisen, ihre Sehnsucht und immer wieder in diesen sicheren Hafen, der doch ins Wanken gerät. Die Liebe, später ist ein Roman, der nachdenklich macht, ohne zu urteilen. Der Fragen stellt, statt Antworten aufzuzwingen. Wie sieht Glück aus? Ist es für beide dasselbe? Und wie findet man sich und eine Beziehung neu, wenn sich die Lebensumstände ändern? Ein stilles, warmes, tief berührendes Buch über eine Liebe, die in die Jahre gekommen ist und gerade deshalb so viel über das Leben erzählt. Ein Roman, der bleibt. Und lange nachhallt. Eigene Meinung. Eigenes Lesen. Eigene Worte.

Insgesamt waren es für mich zu viele Aspekte, die mich nicht angesprochen haben oder die ich als unglaubwürdig empfand. Trotz einzelner starker Momente, vor allem rund um Krankheit und Vergangenheit, bleibt ein zwiespältiger Eindruck zurück.
Der Einstieg in "Die Liebe, später" von Gisa Klönne fiel mir leider sehr schwer. Das lag zum einen am Schreibstil, den ich als eher sperrig empfunden habe und zum anderen daran, dass mich das Buch über weite Strecken weder fesseln noch emotional erreichen konnte. Dabei klang die Grundidee der Geschichte für mich zunächst sehr ansprechend, eine Frau, die ihr Leben, ihre Ehe und ihre eigenen Wünsche hinterfragt, die sich nach Veränderung sehnt und versucht, aus festgefahrenen Mustern auszubrechen. Trotzdem blieb bei mir eine spürbare Distanz zu den Figuren, vor allem zu Kora und ihrem Ehemann Anselm. Ich konnte mich mit beiden kaum identifizieren und hatte oft das Gefühl, ihnen eher von außen zuzusehen, als wirklich mit ihnen mitzugehen. Besonders schade fand ich, dass der Roman für mich nicht die emotionale Tiefe entwickelt hat, die ich mir erhofft hatte. Die Themen, die angesprochen werden - Ehekrisen, Selbstsuche, Krankheit, Vergangenheit und verpasste Chancen - bieten eigentlich enormes Potential. Gerade Koras Gesundheitszustand und ihre persönliche Geschichte gehören für mich zu den stärksten Aspekten des Buches. Sie prägen ihr Leben, ihr Denken und ihre Entscheidungen und hätten meiner Meinung nach noch stärker in den Mittelpunkt rücken können. Diese Teile wirkten auf mich authentisch und berührend, während vieles andere eher schwer greifbar blieb. Gleichzeitig haben mich die zahlreichen Rückblicke beim Lesen eher gestört als bereichert. Oft empfand ich sie als unterbrechend und nicht immer klar in den Gesamtzusammenhang eingebettet. Auch die Nebenfiguren und die anderen Paare, insbesondere Felix und Leonie, bringen zwar wichtige und interessante Themen mit, wirkten für mich aber insgesamt zu überspitzt und nicht wirklich glaubwürdig. Ihre Geschichten konnten den Roman für mich nicht tragen oder ihm zusätzliche emotionale Kraft verleihen. Kora selbst ist eine Figur, die viele Menschen in ihrem Umfeld verletzt, oft unsicher wirkt und scheinbar lange wenig Dankbarkeit oder innere Ruhe zeigen kann. Wenn sie dann plötzlich alles anders machen und „frei“ sein möchte, bleibt für mich offen, was Freiheit hier eigentlich bedeutet und ob sie automatisch mit Glück gleichzusetzen ist. Genau dieser Widerspruch hätte für mich stärker thematisiert werden müssen. Denn Veränderung bedeutet nicht zwangsläufig Erfüllung und diese Ambivalenz blieb mir zu unausgesprochen. Vielleicht bin ich auch nicht die passende Zielgruppe für diesen Roman, denn vieles erschien mir in seiner Zuspitzung und in Koras innerer Gedankenwelt schwer nachvollziehbar. Andere Romane, die sich ebenfalls an eine reifere Leserschaft richten, konnten mich emotional deutlich stärker abholen. Hier hatte ich eher das Gefühl, nie wirklich in der Geschichte angekommen zu sein.
Zart, klug erzählt, bleibt im Kopf
Die Liebe, später von Gisa Klönne hat mir sehr gut gefallen. Der Roman erzählt ruhig und eindringlich von einer langen Ehe, die durch eine gesundheitliche Krise aus dem Gleichgewicht gerät, und von einer Frau, die sich selbst neu befragen muss. Gleichzeitig muss sie sich damit auseinandersetzen, nach einer jahrelangen Wochenendehe auf einmal rund um die Uhr mit ihrem Mann zusammen zu leben. Gerade diese leisen Verschiebungen, die nichts Spektakuläres haben und doch alles verändern, machen das Buch für mich besonders stark. Kora und Anselm sind liebevoll und sehr glaubwürdig gezeichnet. Man spürt die gemeinsame Geschichte, die Vertrautheit, aber auch die unterschiedlichen Bedürfnisse, die mit dem Älterwerden deutlicher hervortreten. Während Anselm ankommen und gemeinsam Zukunft gestalten möchte, zieht sich Kora zurück und begibt sich auf eine Reise in ihre eigene Vergangenheit. Diese Suche nach dem eigenen früheren Selbst fand ich sehr berührend und klug erzählt. Besonders gefallen hat mir der Schreibstil. Koras Listen über alles Mögliche lockern den Text auf und geben Koras innerem Erleben eine ganz eigene Form. Sie machen den Roman lebendig und nahbar und haben für mich viel zu seiner besonderen Atmosphäre beigetragen. Ein kleiner Punkt hat mich etwas gestört: Die Geschichte um die verschwundene Frau wird nie wirklich aufgelöst. Das blieb für mich offen und leicht irritierend. Gleichzeitig muss man sagen, dass dieser Strang für die eigentliche Entwicklung der Figuren keine zentrale Rolle spielt und das offene Ende letztlich gut zum Grundton des Romans passt. Insgesamt ist Die Liebe, später für mich ein einfühlsamer, lebenskluger Roman über Liebe, Veränderung und die Frage, wie man nach vielen gemeinsamen Jahren weiter zusammenleben kann. Ein Buch, das nicht laut ist, aber lange nachwirkt.

Sinnsuchroman Journalistin, etwa 60 Jahre, gerät nach einer Herzoperation in eine existenzielle Krise. Sie versucht sich mit ihrer Vergangenheit und mit Verlusten auseinanderzusetzen und dreht sich im Kreis. Immer wieder im Kreis. Das klingt mühsam und so liest es sich auch. Man kann allen Lesern, die sich durch diesen Roman kämpfen wollen, von ganzem Herzen viel Geduld und Ausdauer wünschen. Vielleicht müsste man Frau sein, über 60 und gerade eine Herz-OP überstanden haben. Dann kommt man vielleicht besser mit der geballten Langeweile zurecht.
In “Die Liebe, später” von Gisa Klönne geht es um Kora, die um die 60 Jahre alt ist und nach einer Herz-OP das Leben mit ihrem Ehemann Anselm, der gerade in Ruhestand geht, in Frage stellt und auf der Suche nach dem Sinn für den Rest ihres Lebens ist. Nebenbei spielen auch ein “Freund” von ihr, dessen Frau verschollen ist und nach der Kora als Journalistin suchen soll, eine Rolle, sowie ihr Ex-Freund, auf den während des gesamten Buches immer wieder verwiesen wird, bis man am Ende nach vielen Andeutungen erfährt, warum diese Beziehung Kora auch nach 20 Jahren noch so in Schockstarre versetzt, sowie Geheimnisse um ihre früh verstorbenen Eltern. Insgesamt will dieses Buch sehr viel und hält wenig, fängt viele Nebenstränge an, um sie dann nicht weiter zu verfolgen oder aufgebauschte Handlungen dann verpuffen zu lassen. Die Erzählgeschwindigkeit ist langsam; man befindet sich durchgehend in Koras Perspektive, die gedanklich zwischen verschiedenen Zeitebenen hin- und her springt, und der eigentliche Konflikt zwischen Anselm und ihr wird quasi nebenbei ausgetragen. Insgesamt hätte man für meinen Geschmack die ersten 70% der Handlung um mindestens die Hälfte einkürzen können, weil extrem langatmig extrem wenig erzählt wird; die eigentlichen handlungstreibenden Elemente häufen sich dann zum Ende des Buches. Davon hätte ich mir mehr früher gewünscht. Ich habe beim Hören immer wieder den Faden verloren, weil ich gefühlt schon dreimal jeden Gedankengang erklärt bekommen habe und dachte, ich hätte versehentlich zurück gespult, wobei mir die stimmliche Darbietung durch Nicole Engeln an sich sehr gefallen hat und stimmig war. Insgesamt wird mir dieses Buch jedoch nicht im Gedächtnis bleiben, da ich gefühlt schon einen Tag nach dem Fertighören einige der Handlungsstränge vergessen habe. *Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Darum geht es: Nach zwanzig gemeinsamen Jahren geraten Kora und Anselm in eine Phase der Verunsicherung. Eine Herzoperation zwingt Kora zu einem abrupten Innehalten und verändert ihren Blick auf ihr eigenes Leben grundlegend. Danach findet sie nicht mehr selbstverständlich in ihren Alltag zurück. Ihr Beruf, ihre Ehe und das vertraute Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz verlieren an Klarheit. Während Anselm den kommenden Lebensabschnitt bewusst gestalten und die gemeinsame Zeit neu genießen möchte, wächst in Kora das Gefühl, sich selbst erst wieder finden zu müssen. Mein Leseeindruck: Gisa Klönne findet für diesen einfühlsamen und beinahe lebensklugen Roman sehr präzise Worte. Mit großer Sensibilität zeichnet sie Koras innere Zerrissenheit nach und macht ihre Unsicherheit, ihre Unentschlossenheit und ihre Verlorenheit eindringlich spürbar. Die oft düstere und bedrückende Stimmung passt zu diesem brüchigen Lebensgefühl und verleiht der Geschichte eine konsequente Tiefe. Zugleich beleuchtet der Roman das fragile Gefüge einer langjährigen Partnerschaft, in der Nähe und Distanz über Jahre hinweg sorgsam austariert wurden und nun neu bestimmt werden müssen. Es geht um Identität, um unerfüllte Sehnsüchte und um die Frage, wie viel Veränderung eine Liebe tragen kann. Anselm tat mir dabei mehr als einmal leid, weil seine Hoffnung auf Gemeinsamkeit auf eine Frau trifft, die innerlich auf Abstand geht. Der Roman hat durchaus einige Längen, und man sollte in der passenden Stimmung sein, um sich auf diese leise, intensive und zugleich spürbar schwere Geschichte einzulassen. Die Atmosphäre kann stellenweise emotional nach unten ziehen. Dennoch habe ich die Erzählung sehr gerne gelesen und sie mit einem zufriedenen Gefühl beendet. Fazit: 4/5 ⭐️ Leise, schwer, nachwirkend.

Was wollen wir vom Leben und der Liebe? Wie kann eine Langzeitbeziehung gelingen, wenn sich alle Parameter ändern und wollen wir das überhaupt? Wer sind wir eigentlich ohne unseren Job? Kora ist 60, hat ihre Herz-OP überlebt und steht vor der Entscheidung, ob sie in ihrem Job beim Radio bleiben will oder sich neu findet. Zusätzlich zu ihren eigenen Themen kommt hinzu, dass ihre Jahrzehnte lang gut funktionierenden Wochenend-Ehe mit ihrem Ehemann Anselm aufgrund seiner Rente auf den Prüfstand gestellt wird. Ein Roman, der erzählt, was viele (Liebes-)Geschichten nicht mehr im Fokus haben: Die Zeit in der langen Beziehung, wie diese sich ändert und wir uns ändern. »Du fällst hin, und dann stehst Du wieder auf. Du lässt sie nicht gewinnen.« 5 Gründe, warum ich den Roman »DIE LIEBE, SPÄTER« von der Schriftstellerin Gisa Klönne empfehle: ❤️ eine authentisch, ehrlich erzählte und kluge Lebensgeschichte einer Protagonistin, die Ü60 ist (und davon gibt es viel zu wenige Perspektiven in der Literatur — lieben wir also sehr🫰🏼) über Abschiede, Ankommen & Wiederfinden. ❤️ philosophische & lebenskluge Fragen, die Kora sich selbst stellt und damit auch den Lesenden schenkt ❤️ ein Roman, der erzählt, dass Liebe nicht immer rosa-rot ist und das ist sehr heilsam ❤️ eine Protagonistin, die zeigt, wie wichtig es ist, sich selbst immer wieder neu zu erfinden und den eigenen Platz im Leben, auch wenn es alles andere als leicht ist, sich unabhängig von Beziehung und Job zu definieren ❤️ die Struktur der Kapitel mit den Rückblenden (Orion-Zeit), 5-Fragen-an-… und Gedanken / Innenschau
Starkes Thema und gute Sprecherin, doch nicht alle Handlungsfäden werden überzeugend zu Ende geführt.
Auf der Suche nach sich selbst „Die Liebe, später“ erzählt eine Geschichte mit viel Potenzial: Es geht um Veränderung, Neuanfang und den Mut, auf das eigene Herz zu hören. Kora und Anselm sind seit über zwanzig Jahren verheiratet, ihr Alltag ist eingespielt, bis eine Herzoperation Koras Leben aus dem Gleichgewicht bringt. Dieses einschneidende Erlebnis lässt nicht nur ihre Ehe, sondern auch ihren Beruf und ihre Zukunft plötzlich fragil erscheinen. Während Anselm vom Ruhestand und einem gemeinsamen Neubeginn träumt, zieht sich Kora zurück und reist zu Orten und Menschen aus ihrer Vergangenheit. Sie sucht nach Antworten auf die Fragen, wer sie geworden ist und wer sie noch sein möchte. Themen wie Selbstfindung, Umbruch und langjährige Beziehungen in Krisenzeiten sprechen mich grundsätzlich sehr an. Umso mehr hatte ich gehofft, emotional tief einzutauchen. Doch leider sprang der Funke für mich nicht ganz über. Koras innere Zerrissenheit ist spürbar und ihre Unsicherheit nachvollziehbar. Dennoch ließ mich das Hörbuch ähnlich orientierungslos zurück wie die Protagonistin selbst. Die Atmosphäre bleibt lange suchend und unentschlossen, was vermutlich bewusst so angelegt ist, mich aber emotional nicht vollständig erreichen konnte. Irritierend empfand ich zudem eine Nebenhandlung, die zunächst viel Spannung aufbaut, später jedoch kaum weitergeführt und schließlich offen gelassen wird. Das verstärkte bei mir den Eindruck, dass nicht alle erzählerischen Fäden wirklich zusammenlaufen. Sehr gelungen fand ich hingegen die eingestreuten naturkundlichen Aspekte rund um die Libellen. Die Beschreibungen und biologischen Details zu den Verhaltensweisen und einzelnen Wachstumsstadien der Libellen wirkten fundiert und liebevoll recherchiert. Auch die Sprecherleistung von Nicole Engeln möchte ich positiv hervorheben. Mit ihrer ruhigen, reflektierten Erzählweise verleiht sie Kora viel Authentizität und transportiert ihre Unsicherheit eindrucksvoll. Besonders die stillen, nachdenklichen Momente gewinnen dadurch an Tiefe. Versöhnlich stimmt mich schließlich das Ende. Auch wenn nicht jede Frage klar beantwortet wird, findet Kora einen inneren Frieden. Dieses leise Ankommen verleiht der Geschichte einen sanften, stimmigen Abschluss. Fazit: Ein leiser Roman über Selbstsuche und späte Veränderungen, der mich gedanklich beschäftigt, aber emotional nicht vollständig berührt hat. Dank der gelungenen Sprecherleistung und des sanften Endes bleibt es dennoch insgesamt ein solides Hörerlebnis.
Ich fand das Buch nicht schlecht, aber perfekt auch nicht. Ich habs gerne gelesen, war aber auch froh als ich fertig war. Versteht ihr, was ich meine? 😉 Wir erleben eine Liebe, die bereits seit 20 Jahren anhält. Kora, die Protagonistin, muss von heute auf morgen eine Herz OP machen und danach ist nichts mehr, wie es war. Sie stellt so einiges in Frage und braucht Zeit, um endlich wieder zu wissen, was sie im Leben wirklich möchte. Eine einfühlsame Geschichte, von einer Liebe auf Prüfstand.
Man erreicht zu Zweit soviel mehr als allein, wenn beide an einem Strang ziehen • Dieses Buch zeichnet ein ehrliches Bild vom Leben, so wie es eben ist, mit all seinen Höhen und Tiefen. Besonders für Leser um die 60 dürfte vieles vertraut wirken, manches fühlt sich an wie eigene Gedanken, die man so oder ähnlich selbst schon einmal hatte. • Der Schreibstil ist sensibel, gut lesbar und schafft es, die leisen Zwischentöne des Älterwerdens einzufangen. Die kleinen Auflistungen, die immer wieder eingestreut sind, laden zum Innehalten ein und geben Raum zum Nachfühlen. Das Erzähltempo ist eher ruhig, manche Gedanken kreisen, doch das passt zur Thematik und wirkt stimmig. Besonders gelungen fand ich die Darstellung der lebenserfahrenen Protagonisten. In Figuren wie Kora und Anselm konnte ich mich gut wiederfinden. Gerade Koras vorsichtiges Austarieren und ihr behutsames Herantasten haben mich sehr berührt. • Zugegeben, ich habe streckenweise mit dem Buch gehadert, doch vielleicht liegt gerade darin seine Stärke. Es fordert heraus, bleibt nah an der Realität und genau wie im echten Leben gibt man auch hier nicht einfach auf. Am Ende bin ich froh, drangeblieben zu sein. • Die Autorin findet treffende Worte für ein Lebensgefühl, das viele in diesem Alter teilen. Immer wieder dachte ich, ja, genau so fühlt es sich an. Auch wenn der letzte Funke bei mir nicht ganz übergesprungen ist, kann ich das Buch dennoch empfehlen, gerade für alle, die sich in dieser Lebensphase wiederfinden möchten.
Leise, nachdenklich stimmend und zugleich sehr intensiv.
In „Die Liebe, später“ erzählt Gisa Klönne von Menschen, deren Leben von vergangenen Entscheidungen, verpassten Chancen und unausgesprochenen Gefühlen geprägt ist. 💭 Im Zentrum steht die Frage, wie sehr die Vergangenheit die Gegenwart bestimmt – und ob es möglich ist, verlorene Nähe und alte Liebe zu einem späteren Zeitpunkt wiederzufinden. ✨ Der Roman bewegt sich dabei ruhig und konzentriert durch Erinnerungen, Beziehungen und innere Konflikte. Ich habe den Roman als leise, nachdenklich stimmend und zugleich sehr intensiv empfunden. ⚡️ Gisa Klönnes Schreibstil ist detailreich und eindringlich, ohne sich aufzudrängen. ✍🏻 Gerade die ruhigen Töne und die psychologische Tiefe haben mich berührt und lange nach der Lektüre beschäftigt. „Die Liebe, später“ ist ein Buch, das nicht laut sein muss, um Wirkung zu entfalten – und genau darin liegt seine Stärke. 👌🏻 Vielen lieben Dank @netgalleyde und @rowohltverlag für das digitale Rezensionsexemplar! 🫶🏻
Die Liebe - irgendwann?
Die Protagonistin Kora ist auf der Suche nach der Liebe, oder auch nach sich selbst? Nach ihrer Herz-OP ist alles anders. Kora findet nicht so richtig zurück ins Leben und stellt sich wichtige Lebensfragen. Obwohl sie bereits seit über 20 Jahren mit Anselm verheiratet ist, stellt sie ihre Ehe und die gemeinsame Beziehung in Frage. Das Cover entspricht der Geschichte des Romans und macht Lust auf das Buch. Das Buch ist leicht zu lesen. Die Geschichte zieht sich jedoch, gerade im Mittelteil, etwas. Am Ende bekommt man wieder einen guten Lesefluss. Die Figuren sind authentisch und man kann sich gut in die Rollen hineinversetzen. Der Fokus der Geschichte liegt nicht nur auf Anselm und Kora, was die Geschichte zusätzlich spannender macht. Ein toller Frühlingsroman, der sich leicht lesen lässt und wichtige Lebensfragen in den Fokus stellt.
In 'Die Liebe, später' wird über Kora, einer ehemaligen erfolgreichem Radiosprecherin erzählt, die sich nach einer schweren Herzoperation erholen und sich wieder im Leben zurecht finden muss. Es müssen ein paar Entscheidungen getroffen werden, sei es der Verkauf einer alten Wohnung, Frührente, ein Teich im Garten, gehen oder bleiben, helfen oder nicht. Für mich werden hier zu viele Themen angerissen, die für mich nicht ordentlich auserzählt wurden. Man versteht, dass sie ihr Leben neu sortieren möchte nach so einer einschneidenden Operation, aber man bekommt gleichzeitig nicht genug von ihren wirklich Beweggründen erzählt, sondern nur ständig wiederholendes Hin und Her. Diese dauernden Sprünge haben mich wirklich genervt, den die Geschichte kam bei keinem Thema auf dem Punkt. Es hat mich leider extrem gelangweilt, der Schreibstil war für diese Erzählung dann für meinen Geschmack zu nüchtern und distanziert. Man hätte die innere Zerrissenheit von Kora mehr ausarbeiten müssen, dannn hätte man auch vielleicht mehr von ihrem Verhalten verstanden. Ich habe das Buch nur beendet weil ich wissen wollte wie es mit einer einer Figur in der Geschichte weitergeht, ansonsten hätte ich es spätestens bei der Hälfte abgebrochen. Das ärgerliche war dann aber, das man nicht mal mehr erfährt was mit der Person den nun war, obwohl es dauernd thematisiert wurde..
Ein wirklich gutes Buch was zum Nachdenken anregt ❤️
📖 Die Liebe später 📝 Gisa Klönne 📍 Rowohlt VL „Die Liebe später“ von Gisa Klönne hat mich auf eine sehr persönliche Weise berührt. Besonders die Figur Kora ist mir nahegegangen, weil ich mich in vielen Momenten in ihr wiedergefunden habe. Ihre körperliche und emotionale Verletzlichkeit, aber auch ihre stille Stärke, wirken unglaublich authentisch. Nach meiner eigenen Operation und der langen Zeit im Krankenhaus konnte ich Koras Gedanken und Gefühle besonders intensiv nachempfinden. Dieses Gefühl des Ausgeliefertseins, aber auch die kleinen Momente von Hoffnung und Nähe, werden im Buch sehr feinfühlig beschrieben. Ich mochte die Rückblicke im Buch, die „fünf Dinge“ Auflistungen, ich liebte die Protagonisten die hier in einer Krise stecken wie jeder einzelne von uns es erleben kann. Die Liebe & das gemeinsam älter werden … Es ist keine laute Geschichte, sondern eine, die leise wirkt und gerade dadurch lange nachhallt. Eine Ehe auf dem Prüfstand. … Der Autorin gelingt es, Themen wie Krankheit, Heilung und zwischenmenschliche Beziehungen mit großer Sensibilität zu behandeln. Dabei wirkt nichts übertrieben oder künstlich – vielmehr entsteht das Gefühl, echten Menschen zu begegnen. Für mich war dieses Buch mehr als nur eine Geschichte: Es war in gewisser Weise auch ein Spiegel meiner eigenen Erfahrungen. Gerade deshalb hat es mich tief bewegt und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.
Coming of (old) age Roman einer Frau, die sich nach einer unerwarteten Herz OP in ihrem Leben neu zurecht finden möchte
„Die anderen Paare sind immer noch still. Eine der Frauen hüstelt. Ihr Mann bestellt frischen Kaffee und verstummt wieder, Besteck klappert. Bei näherer Betrachtung sind die zwei gar nicht älter als Anselm und sie. Überall sieht sie sie in letzter Zeit: diese älteren Menschen und Paare in Anselms und ihrem Alter. Jedes Mal von Neuem muss sie dann ihr offenkundig überholtes und dennoch tief in sich abgespeichertes Selbstbild mit dieser erstaunlichen neuen Realität überschreiben ..“ Wie ein Essay liest sich dieser Roman, da wir immer wieder springen zwischen dem Leben zuhause mit ihrem Mann, in dem sich durch seine bevorstehende Rente Einiges verändert, Rückblicken in die Zeit der OP und den verschiedenen Reisen, die Kora unternimmt, um sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen und anzufreunden. Dieses Hin-und-Herspringen hat mich zu Beginn ständig aus dem Lesefluss geworfen, da man sich immer wieder in eine neue Situation hineinfinden muss. Dafür hat mich das Buch sehr oft innehalten und meine Gedanken schweifen lassen.. wie ich diese Fragen, die Kora sich stellt, für mich selber beantworten würde.. Das war ein besonderes wertvolles Leseerlebnis zu einem Thema, zu dem ich noch nicht viel gelesen habe - vor allem eben auch auf diese sehr persönliche Art- und daher kann ich dieses Buch unbedingt weiterempfehlen.
Wenn das Leben sich ändert Die Liebe später ist ein leises, nachdenkliches Buch über einen Neuanfang. Nach einer lebensentscheidenden Operation muss sich Kora in ihrem „neuen“ Leben zurechtfinden und stellt sich grundlegenden Fragen: Ist ihre Ehe noch das, was sie will? Ist sie bereit für den Ruhestand? Für ein sesshaftes, ruhigeres Leben? Der Roman begleitet sie auf der Suche nach Antworten und zeigt einfühlsam, wie sehr sich Prioritäten und Wünsche im Laufe des Lebens verändern können. Eine ruhige Geschichte über Selbstreflexion und die Frage, wie man den nächsten Lebensabschnitt gestalten möchte.
Description
Was, wenn sich plötzlich alle Gewissheiten verschieben? Ein großer Roman über eine Liebe, die auf dem Prüfstand steht, und eine Frau auf der Suche nach sich selbst.
Seit über zwanzig Jahren sind Kora und Anselm glücklich verheiratet: sie, die erfolgreiche Journalistin, er, der Biologe, der Woche für Woche in die Hauptstadt pendelt. Doch nach einer Herz-OP findet Kora nicht mehr zurück in ihr Leben. Ihr Beruf, ihr Alltag, ihre Ehe – alles steht plötzlich infrage. Anselm wiederum hat die Rente eingereicht. Er will die verbleibende Zeit mit Kora genießen und einen alten Traum umsetzen: einen Libellenteich im Garten. Der sorgfältig zwischen Nähe und Distanz austarierte Alltag gerät aus dem Takt. Kora flüchtet – und begibt sich auf eine Reise zu Menschen und Orten, die sie als junge Frau geprägt haben. Wer ist sie einmal gewesen? Was hält das Leben noch für sie bereit? Und kann sie wieder mit Anselm glücklich sein?
Einfühlsam, lebensklug und mit großem literarischen Gespür erzählt Gisa Klönne von einer Liebe, die in die Jahre gekommen ist.
Book Information
Author Description
Gisa Klönne, geboren 1964, lebt als Schriftstellerin, Schreibcoach und Yogalehrerin in Köln. Bekannt wurde sie mit ihren Kriminalromanen um die eigenwillige Kommissarin Judith Krieger. Die Reihe wurde in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Ihr autobiografisch inspirierter Familienroman «Das Lied der Stare nach dem Frost» war ein SPIEGEL-Bestseller. Klönnes Bücher erreichten eine Gesamtauflage von über einer halben Million. Zuletzt erschien bei Rowohlt von ihr der Familienroman «Für diesen Sommer».www.gisa-kloenne.de
Posts
Eine Ehe auf dem Prüfstand Kora und Anselm, zwei gestandene Persönlichkeiten, sie eine erfolgreiche Journalistin, er Biologe, stehen mit ihrer Ehe an einem Scheideweg. Jahrelang hatten die Beiden eine Wochenendbeziehung und dieser Wechsel zwischen Distanz und Nähe hat ihre Beziehung jung gehalten. Jetzt hat Anselm die Rente eingereicht und träumt von mehr Zweisamkeit und einem Libellenteich, den er im Garten bauen möchte. Die einige Jahre jüngere Kora muss nach einer Herz OP verkraften, dass man sie in ihrer Redaktion gerne in den Ruhestand schicken möchte. Hält ihre Ehe soviel Nähe aus? Hält sie das aus, Anselm jetzt permanent um sich zu haben? Kora flüchtet zunächst einmal auf die Geburtstagsfeier ihrer ehemaligen Mentorin, und auch der Hilferuf eines entfernten Bekannten, ihr bei der Suche nach seiner verschwundenen Frau zu helfen, ist für Kora ein guter Vorwand die Auseinandersetzung mit der eigenen Ehe noch ein bisschen aufzuschieben. Doch das Nachdenken und Reflektieren setzt trotzdem ein. Bei diesem Buch habe ich ständig gedacht, ja genau, so fühle ich auch. Gisa Klönne hat genau die richtigen Worte für ein Lebensgefühl um die 60 gefunden, ganz klar nicht mehr jung, aber in der Selbstwahrnehmung noch längst nicht alt, jedoch für die Gesellschaft halt doch schon alt. Diese Angst sich als Paar im Alter nur noch schweigend gegenüberzusitzen auch wenn das zur Zeit gar nicht der Fall ist, kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Autorin hat einen gut lesbaren, sensiblen und nachdenklichen Schreibstil, der mir unglaublich gut gefallen hat. Zwischendurch streut sie kleine Auflistungen ein, z.b Fünf Dinge, die Anselm nicht von ihr weiß, oder Fünf Themen, über die Anselm nicht gerne spricht, Fünf Vorteile einer langjährigen Liebe. Das ließ mich kurz innehalten und für mich selbst reflektieren: „ Wie ist es denn bei mir und meinem Partner?“ Ein ganz großer Einschnitt in Kora‘s Leben war sicherlich ihre Herzerkrankung und die notwendige OP, die ihr und ihrem Mann die Endlichkeit des Lebens nochmal ganz deutlich vor Augen geführt hat. Ich glaube nach so einer Erfahrung ist man nicht mehr der Mensch, der man vorher war. Die Kapitel mit der Überschrift „ Orionzeit“ , die immer wieder in der Geschichte auftauchen, beinhalten Kora‘s Ringen mit dem Tod und ihr langsames Zurückfinden ins Leben. Gisa Klönne hat wirklich eine ganz wunderbare Liebesgeschichte geschrieben. Ich mochte sehr, dass ihre Protagonisten schon etwas älter und lebenserfahrener sind. So konnte ich mich prima mit ihnen identifizieren. Große Leseempfehlung!
Durch das Cover bin ich auf das Buch aufmerksam geworden und das Thema hat mich sofort neugierig gemacht. Kora muss eine Herz-OP durchführen lassen und danach befindet sie sich in einem Zustand des Zweifeln und Fragen. Sie stellt ihr Leben auf den Prüfstand, stellt sich ihren Erinnerungen, fragt sich, ob ihr Leben das wurde, was sie sich in ihrer Jugend wünschte und vor allem fragt sie sich wie es weiter geht, ob sie etwas ändern muss und ob sie in ihrer Beziehung noch glücklich ist und Erfüllung findet. Was will sie für den Rest ihres Lebens. Ein Buch, dass vor allem Menschen anspricht, die sich in ähnlichen Situationen befinden und das anregt, auch mal Bilanz zu ziehen. Ich mochte die flüssige, anschauliche Schreibweise von Gisela Klönne. Schön gegliedert, mit Rückblicken und Erinnerungen dazwischen. Einfühlsam und klug erzählt. Ich mochte auch, dass die Protagonisten etwas älter sind und im Mittelpunkt steht, dass die Lebensjahre ab sechzig auch Überraschendes bereithält und herausfordernd ist. Die Dialoge und Gedanken der Charaktere sind glaubhaft und lebensnah. Erzählt wurde aus Koras Sicht. Man spürt ihre Unsicherheiten, ihr Unentschlossenheit. Gut dargestellt wird auch, wie schwer Kora mit Veränderungen zurecht kommt, besonders, da sie die Vergänglichkeit und Begrenztheit des Lebens spürt. Das Erzähltempo ist zwar langsam und manche Gedanken wiederholen und drehen sich, aber das passte für mich gut zu dieser Thematik. Zum Ende hätte ich mir etwas mehr Erzähltempo gewünscht, andererseits zeigt es etwas von der Unentschlossenheit und der Dauer des Verarbeitungs- und Entscheidungsprozess. Nicole Engeln hat das Hörbuch sehr gut gelesen, so dass ich nie "den Faden verloren" habe. Eine angenehme Stimme. Hörens/Lesenswert!
4,5 Sterne, weil mir das Buch und wie die Thematik umgesetzt wurde, so gut gefallen hat. Empfehlung!
"Frei. Freiheit. Freisein." Genau das ist in diesem Buch die Frage. Kora ist 61 und hatte gerade eine schwere Herz-OP hinter sich. Jetzt nach der Reha findet sich nicht mehr in ihr Leben zurück. Egal ob Job oder Beziehung, alles fühlt sich für Kora fremd an. Wir begleiten Kora dann auf ihren Weg herauszufinden, was sie möchte und ob das ihre Sehnsucht stillt. Ein toller und bemerkenswerter Schreibstil legt hier Gisa Klönne an den Tag, sodass ich die Gedanken vom Kora voll nachvollziehen konnte. Auch die Rückblenden und diese Art von Einträgen waren wirklich sehr gut und haben mich so sehr begeistern können. Auch die Beziehung zwischen Kora und Anselm, wie dich sich verändert, wenn auf einmal beide daheim sind und genug Zeit für eigene Projekte haben. Dieses ausbalancieren und rantasten, was Kora wirklich will, hat mir sehr gut gefallen. Auch den Mut zu haben mit 61 sich nochmal neu zu suchen. Muss sagen, für mich ein 4,5 Sterne Buch. Der letzte Funke ist immer schwer, dennoch kann ich es empfehlen!
DIE LIEBE SPÄTER von Gisa Klönne, Rowohlt Kindler, ET 27.01.2026, 320 Seiten 🌟 Große Leseempfehlung 🌟 Was, wenn sich plötzlich alle Gewissheiten verschieben? Worum geht‘s? Schicksalsschläge, Umbruch, zweite Chancen, Selbstfindung, Resilienz —>Näheres zum Inhalt im Klappentext Autorenportrait: Gisa Klönne, geb. 1964, lebt als Schriftstellerin, Schreibcoach und Yogalehrerin in Köln. Ihre Kriminalromane um Kommissarin Judith Krieger erreichten eine Gesamtauflage von einer halben Million, wurden in mehrere Sprachen übersetzt, mit Presselob und mit Auszeichnungen bedacht, unter anderem mit dem Glauser-Preis. Ihr autobiografisch inspirierter Familienroman „Das Lied der Stare nach dem Frost“ war ein Spiegel-Bestseller. Bevor Gisa Klönne das Glück hatte, ihren Lebensunterhalt mit der Literatur zu verdienen, studierte sie Anglistik, wirkte nebenbei als Opernstatistin, züchtete in einem Forschungsprojekt für biologische Schädlingsbekämpfung Mehlmotten. Später arbeitete sie als Redakteurin und freie Journalistin. Mein Leseeindruck: Bemerkenswert literarisch gekonnt verhandelt Gisa Klönne mit gutem Gespür Themen des Älterwerdens und eine in die Jahre gekommene Liebe des kinderlosem, verheiratetem Akademikerpaars Kora und Anselm- einfühlsam, intensiv, emotional, echt, lebensklug, nachvollziehbar, nachhallend, nachdenklich machend - Stellt heraus wie herausfordernd Krisen und neue Lebensabschnitte als Paar, aber auch für jeden einzelnen sein können, insbesondere für die erkrankte Kora, welche nach diesem Schicksalsschlag mit Selbstfindung, Loslassen, Annäherung, ihrer Resilienz kämpft. - Wie alte Freundschaften hilfreich sein können, aber auch alles durcheinander wirbeln können. Eine große Empfehlung an Fans von Krien, Mohn und Bilkau! Unbedingt lesen!
DIE LIEBE, SPÄTER Gisa Klönne ET: 27.01.26 Die 60-jährige Nora findet nach ihrer überstandenen Herzoperation nicht mehr in ihren Alltag zurück. Wie auch, wenn sich scheinbar alles verschoben hat. Ihr Mann Amsel, der während der OP nicht von ihrer Seite wich, ist inzwischen im Ruhestand und pendelt erstmals seit ihrem gemeinsamen Leben nicht mehr zwischen den Städten. Stattdessen ist er nun ständig präsent im Kölner Haus, richtet sich häuslich ein, erfüllt sich den lang gehegten Traum von einem Gartenteich und streicht an Regentagen die Innenwände. Auch Noras eigenes Berufsleben steht zur Disposition: Ein Aufhebungsvertrag vom Radio liegt auf ihrem Sekretär, unterschriftsreif, aber noch ohne Entscheidung. Während Amsel sich auf das neue gemeinsame Zuhause freut, beginnt Nora zu zweifeln. Ist das wirklich das Leben, das sie führen möchte? Vergangene Entscheidungen drängen sich auf, alte Freundschaften werfen lange Schatten, und ihr bisher so stabiles Dasein gerät ins Wanken. Lohnt es sich, in diesem Alter noch einmal alles infrage zu stellen und neu anzufangen – und warum sollte sie das tun, wo sie doch den Mann an ihrer Seite hat, den sie all die Jahre geliebt und geschätzt hat? Zusätzlich beschäftigt Nora das rätselhafte Verschwinden von Leonie, der Frau eines Bekannten. Liegt ein Verbrechen vor oder hat Leonie ihr Leben einfach hinter sich gelassen, um einen neuen Weg einzuschlagen? Gisa Klönne erzählt in ruhigem, klarem Ton von einem kinderlosen Ehepaar im Übergang und vom Älterwerden mit all den leisen Erschütterungen, die damit einhergehen. Authentisch und feinfühlig lässt sie ihre Protagonistin auf ein gelebtes Leben mit all seinen Brüchen, Verlusten und verpassten Möglichkeiten zurückblicken. Besonders gefallen haben mir Noras immer wiederkehrende fünf Gedanken, mit denen sie Situationen und Menschen einordnet – ein kluges erzählerisches Mittel, das dem Roman zusätzliche Tiefe verleiht. Ich habe das Buch sehr gern gelesen. DIE LIEBE, SPÄTER empfehle ich vor allem Leserinnen und Lesern in der Lebensmitte; ob jüngere Menschen denselben Zugang finden, bezweifle ich. Fazit: Ein kluger, ruhiger und sehr authentischer Roman über das Älterwerden mit all seinen Reizen und Ambivalenzen. 4/5
„Die Liebe, später“ von Gisela Klönne / Verlag: Rowohlt Was passiert, wenn das Leben plötzlich innehält, nicht freiwillig, sondern durch einen Eingriff, der alles verändert? Die Liebe, später von Gisa Klönne ist ein leiser, intensiver Roman über genau diesen Moment: wenn Gewissheiten brüchig werden und man sich, vielleicht zum ersten Mal seit Jahrzehnten, selbst wieder befragt. Kora ist sechzig, erfolgreiche Journalistin, unabhängig, klar, strukturiert. Seit über zwanzig Jahren ist sie mit Anselm verheiratet. Ein Modell, das funktioniert hat: Distanz unter der Woche, Nähe am Wochenende. Köln und Berlin. Freiheit und Verlässlichkeit in einem sorgfältig austarierten Gleichgewicht. Doch dann kommt die Herz-OP. Und mit ihr eine Zäsur. Nach dem Krankenhausaufenthalt findet Kora nicht mehr zurück in ihr altes Leben. Ihr Beruf, ihr Alltag, ihre Ehe, alles steht plötzlich auf dem Prüfstand. Anselm, der Biologe, hat sie in dieser schweren Zeit begleitet, für sie gesorgt, war da. Und doch sagt er später: Sie hat es allein geschafft. Sie braucht mich nicht. Ein Satz, der nachhallt. Weil er Stärke meint und gleichzeitig Distanz schafft. Anselm reicht frühzeitig seine Rente ein, zieht ganz nach Köln und möchte einen alten Traum verwirklichen: einen großen Libellenteich im verwilderten Garten. Mehr Nähe. Mehr Zeit. Mehr Wir. Aber will Kora das? Wo bleibt ihre Freiheit? Und was sagt ihr Herz, jetzt, wo es weiterschlägt und sie zwingt, genauer hinzuhören? Kora beginnt zu zweifeln. Nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil ihr Arbeitgeber ihr einen Aufhebungsvertrag geschickt hat. Plötzlich steht etwas im Raum, das sie selbst noch gar nicht zu Ende gedacht hat. Soll sie unterschreiben? Ist das ein sanfter Abschied nach der Herz-OP oder eine Entscheidung, die ihr abgenommen wird? Ihr Late-Night-Talk war gut. Sie war gut. Und doch fragt sie sich, ob jetzt der richtige Moment wäre, loszulassen. Oder ob sie gerade jetzt noch einmal etwas Neues beginnen könnte. Ein Rückzug? Oder ein Neuanfang? Ihre Sehnsucht nach Distanz wächst. Ausgerechnet jetzt, wo Anselm täglich da ist. Kora reist immer öfter nach Berlin. Dort hat sie eine Wohnung, ein Rückzugsort? Eine Flucht? Oder ein stiller Versuch, wieder gesehen zu werden? Zu heilen? Sich selbstbezogen finden? Zum ersten Mal hat sie Geheimnisse. Und zum ersten Mal stellt sich die Frage so deutlich: Wie viel Freiheit verträgt eine lange Liebe? Auch Anselm bleibt nicht unberührt. Ihm fällt es schwer, mit Koras Emotionen, ihrem Rückzug und ihren offenen Fragen umzugehen. Immer nur Ich, wo bleibt das Wir? Und auch er muss sich neu verorten: in der Beziehung, im Ruhestand, in einem Leben, das plötzlich anders verläuft als geplant. Gisa Klönne erzählt diese Geschichte mit großer Einfühlsamkeit und Lebensklugheit. Sie schreibt über den Umbruch nach einer Krankheit, über das Älterwerden, über Nähe und Distanz, über die leisen Verschiebungen in einer langen Ehe. Abwechselnd führt sie uns in Koras Zeit im Krankenhaus, in ihren journalistischen Alltag, in ihre Erinnerungen, ihre Reisen, ihre Sehnsucht und immer wieder in diesen sicheren Hafen, der doch ins Wanken gerät. Die Liebe, später ist ein Roman, der nachdenklich macht, ohne zu urteilen. Der Fragen stellt, statt Antworten aufzuzwingen. Wie sieht Glück aus? Ist es für beide dasselbe? Und wie findet man sich und eine Beziehung neu, wenn sich die Lebensumstände ändern? Ein stilles, warmes, tief berührendes Buch über eine Liebe, die in die Jahre gekommen ist und gerade deshalb so viel über das Leben erzählt. Ein Roman, der bleibt. Und lange nachhallt. Eigene Meinung. Eigenes Lesen. Eigene Worte.

Insgesamt waren es für mich zu viele Aspekte, die mich nicht angesprochen haben oder die ich als unglaubwürdig empfand. Trotz einzelner starker Momente, vor allem rund um Krankheit und Vergangenheit, bleibt ein zwiespältiger Eindruck zurück.
Der Einstieg in "Die Liebe, später" von Gisa Klönne fiel mir leider sehr schwer. Das lag zum einen am Schreibstil, den ich als eher sperrig empfunden habe und zum anderen daran, dass mich das Buch über weite Strecken weder fesseln noch emotional erreichen konnte. Dabei klang die Grundidee der Geschichte für mich zunächst sehr ansprechend, eine Frau, die ihr Leben, ihre Ehe und ihre eigenen Wünsche hinterfragt, die sich nach Veränderung sehnt und versucht, aus festgefahrenen Mustern auszubrechen. Trotzdem blieb bei mir eine spürbare Distanz zu den Figuren, vor allem zu Kora und ihrem Ehemann Anselm. Ich konnte mich mit beiden kaum identifizieren und hatte oft das Gefühl, ihnen eher von außen zuzusehen, als wirklich mit ihnen mitzugehen. Besonders schade fand ich, dass der Roman für mich nicht die emotionale Tiefe entwickelt hat, die ich mir erhofft hatte. Die Themen, die angesprochen werden - Ehekrisen, Selbstsuche, Krankheit, Vergangenheit und verpasste Chancen - bieten eigentlich enormes Potential. Gerade Koras Gesundheitszustand und ihre persönliche Geschichte gehören für mich zu den stärksten Aspekten des Buches. Sie prägen ihr Leben, ihr Denken und ihre Entscheidungen und hätten meiner Meinung nach noch stärker in den Mittelpunkt rücken können. Diese Teile wirkten auf mich authentisch und berührend, während vieles andere eher schwer greifbar blieb. Gleichzeitig haben mich die zahlreichen Rückblicke beim Lesen eher gestört als bereichert. Oft empfand ich sie als unterbrechend und nicht immer klar in den Gesamtzusammenhang eingebettet. Auch die Nebenfiguren und die anderen Paare, insbesondere Felix und Leonie, bringen zwar wichtige und interessante Themen mit, wirkten für mich aber insgesamt zu überspitzt und nicht wirklich glaubwürdig. Ihre Geschichten konnten den Roman für mich nicht tragen oder ihm zusätzliche emotionale Kraft verleihen. Kora selbst ist eine Figur, die viele Menschen in ihrem Umfeld verletzt, oft unsicher wirkt und scheinbar lange wenig Dankbarkeit oder innere Ruhe zeigen kann. Wenn sie dann plötzlich alles anders machen und „frei“ sein möchte, bleibt für mich offen, was Freiheit hier eigentlich bedeutet und ob sie automatisch mit Glück gleichzusetzen ist. Genau dieser Widerspruch hätte für mich stärker thematisiert werden müssen. Denn Veränderung bedeutet nicht zwangsläufig Erfüllung und diese Ambivalenz blieb mir zu unausgesprochen. Vielleicht bin ich auch nicht die passende Zielgruppe für diesen Roman, denn vieles erschien mir in seiner Zuspitzung und in Koras innerer Gedankenwelt schwer nachvollziehbar. Andere Romane, die sich ebenfalls an eine reifere Leserschaft richten, konnten mich emotional deutlich stärker abholen. Hier hatte ich eher das Gefühl, nie wirklich in der Geschichte angekommen zu sein.
Zart, klug erzählt, bleibt im Kopf
Die Liebe, später von Gisa Klönne hat mir sehr gut gefallen. Der Roman erzählt ruhig und eindringlich von einer langen Ehe, die durch eine gesundheitliche Krise aus dem Gleichgewicht gerät, und von einer Frau, die sich selbst neu befragen muss. Gleichzeitig muss sie sich damit auseinandersetzen, nach einer jahrelangen Wochenendehe auf einmal rund um die Uhr mit ihrem Mann zusammen zu leben. Gerade diese leisen Verschiebungen, die nichts Spektakuläres haben und doch alles verändern, machen das Buch für mich besonders stark. Kora und Anselm sind liebevoll und sehr glaubwürdig gezeichnet. Man spürt die gemeinsame Geschichte, die Vertrautheit, aber auch die unterschiedlichen Bedürfnisse, die mit dem Älterwerden deutlicher hervortreten. Während Anselm ankommen und gemeinsam Zukunft gestalten möchte, zieht sich Kora zurück und begibt sich auf eine Reise in ihre eigene Vergangenheit. Diese Suche nach dem eigenen früheren Selbst fand ich sehr berührend und klug erzählt. Besonders gefallen hat mir der Schreibstil. Koras Listen über alles Mögliche lockern den Text auf und geben Koras innerem Erleben eine ganz eigene Form. Sie machen den Roman lebendig und nahbar und haben für mich viel zu seiner besonderen Atmosphäre beigetragen. Ein kleiner Punkt hat mich etwas gestört: Die Geschichte um die verschwundene Frau wird nie wirklich aufgelöst. Das blieb für mich offen und leicht irritierend. Gleichzeitig muss man sagen, dass dieser Strang für die eigentliche Entwicklung der Figuren keine zentrale Rolle spielt und das offene Ende letztlich gut zum Grundton des Romans passt. Insgesamt ist Die Liebe, später für mich ein einfühlsamer, lebenskluger Roman über Liebe, Veränderung und die Frage, wie man nach vielen gemeinsamen Jahren weiter zusammenleben kann. Ein Buch, das nicht laut ist, aber lange nachwirkt.

Sinnsuchroman Journalistin, etwa 60 Jahre, gerät nach einer Herzoperation in eine existenzielle Krise. Sie versucht sich mit ihrer Vergangenheit und mit Verlusten auseinanderzusetzen und dreht sich im Kreis. Immer wieder im Kreis. Das klingt mühsam und so liest es sich auch. Man kann allen Lesern, die sich durch diesen Roman kämpfen wollen, von ganzem Herzen viel Geduld und Ausdauer wünschen. Vielleicht müsste man Frau sein, über 60 und gerade eine Herz-OP überstanden haben. Dann kommt man vielleicht besser mit der geballten Langeweile zurecht.
In “Die Liebe, später” von Gisa Klönne geht es um Kora, die um die 60 Jahre alt ist und nach einer Herz-OP das Leben mit ihrem Ehemann Anselm, der gerade in Ruhestand geht, in Frage stellt und auf der Suche nach dem Sinn für den Rest ihres Lebens ist. Nebenbei spielen auch ein “Freund” von ihr, dessen Frau verschollen ist und nach der Kora als Journalistin suchen soll, eine Rolle, sowie ihr Ex-Freund, auf den während des gesamten Buches immer wieder verwiesen wird, bis man am Ende nach vielen Andeutungen erfährt, warum diese Beziehung Kora auch nach 20 Jahren noch so in Schockstarre versetzt, sowie Geheimnisse um ihre früh verstorbenen Eltern. Insgesamt will dieses Buch sehr viel und hält wenig, fängt viele Nebenstränge an, um sie dann nicht weiter zu verfolgen oder aufgebauschte Handlungen dann verpuffen zu lassen. Die Erzählgeschwindigkeit ist langsam; man befindet sich durchgehend in Koras Perspektive, die gedanklich zwischen verschiedenen Zeitebenen hin- und her springt, und der eigentliche Konflikt zwischen Anselm und ihr wird quasi nebenbei ausgetragen. Insgesamt hätte man für meinen Geschmack die ersten 70% der Handlung um mindestens die Hälfte einkürzen können, weil extrem langatmig extrem wenig erzählt wird; die eigentlichen handlungstreibenden Elemente häufen sich dann zum Ende des Buches. Davon hätte ich mir mehr früher gewünscht. Ich habe beim Hören immer wieder den Faden verloren, weil ich gefühlt schon dreimal jeden Gedankengang erklärt bekommen habe und dachte, ich hätte versehentlich zurück gespult, wobei mir die stimmliche Darbietung durch Nicole Engeln an sich sehr gefallen hat und stimmig war. Insgesamt wird mir dieses Buch jedoch nicht im Gedächtnis bleiben, da ich gefühlt schon einen Tag nach dem Fertighören einige der Handlungsstränge vergessen habe. *Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Darum geht es: Nach zwanzig gemeinsamen Jahren geraten Kora und Anselm in eine Phase der Verunsicherung. Eine Herzoperation zwingt Kora zu einem abrupten Innehalten und verändert ihren Blick auf ihr eigenes Leben grundlegend. Danach findet sie nicht mehr selbstverständlich in ihren Alltag zurück. Ihr Beruf, ihre Ehe und das vertraute Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz verlieren an Klarheit. Während Anselm den kommenden Lebensabschnitt bewusst gestalten und die gemeinsame Zeit neu genießen möchte, wächst in Kora das Gefühl, sich selbst erst wieder finden zu müssen. Mein Leseeindruck: Gisa Klönne findet für diesen einfühlsamen und beinahe lebensklugen Roman sehr präzise Worte. Mit großer Sensibilität zeichnet sie Koras innere Zerrissenheit nach und macht ihre Unsicherheit, ihre Unentschlossenheit und ihre Verlorenheit eindringlich spürbar. Die oft düstere und bedrückende Stimmung passt zu diesem brüchigen Lebensgefühl und verleiht der Geschichte eine konsequente Tiefe. Zugleich beleuchtet der Roman das fragile Gefüge einer langjährigen Partnerschaft, in der Nähe und Distanz über Jahre hinweg sorgsam austariert wurden und nun neu bestimmt werden müssen. Es geht um Identität, um unerfüllte Sehnsüchte und um die Frage, wie viel Veränderung eine Liebe tragen kann. Anselm tat mir dabei mehr als einmal leid, weil seine Hoffnung auf Gemeinsamkeit auf eine Frau trifft, die innerlich auf Abstand geht. Der Roman hat durchaus einige Längen, und man sollte in der passenden Stimmung sein, um sich auf diese leise, intensive und zugleich spürbar schwere Geschichte einzulassen. Die Atmosphäre kann stellenweise emotional nach unten ziehen. Dennoch habe ich die Erzählung sehr gerne gelesen und sie mit einem zufriedenen Gefühl beendet. Fazit: 4/5 ⭐️ Leise, schwer, nachwirkend.

Was wollen wir vom Leben und der Liebe? Wie kann eine Langzeitbeziehung gelingen, wenn sich alle Parameter ändern und wollen wir das überhaupt? Wer sind wir eigentlich ohne unseren Job? Kora ist 60, hat ihre Herz-OP überlebt und steht vor der Entscheidung, ob sie in ihrem Job beim Radio bleiben will oder sich neu findet. Zusätzlich zu ihren eigenen Themen kommt hinzu, dass ihre Jahrzehnte lang gut funktionierenden Wochenend-Ehe mit ihrem Ehemann Anselm aufgrund seiner Rente auf den Prüfstand gestellt wird. Ein Roman, der erzählt, was viele (Liebes-)Geschichten nicht mehr im Fokus haben: Die Zeit in der langen Beziehung, wie diese sich ändert und wir uns ändern. »Du fällst hin, und dann stehst Du wieder auf. Du lässt sie nicht gewinnen.« 5 Gründe, warum ich den Roman »DIE LIEBE, SPÄTER« von der Schriftstellerin Gisa Klönne empfehle: ❤️ eine authentisch, ehrlich erzählte und kluge Lebensgeschichte einer Protagonistin, die Ü60 ist (und davon gibt es viel zu wenige Perspektiven in der Literatur — lieben wir also sehr🫰🏼) über Abschiede, Ankommen & Wiederfinden. ❤️ philosophische & lebenskluge Fragen, die Kora sich selbst stellt und damit auch den Lesenden schenkt ❤️ ein Roman, der erzählt, dass Liebe nicht immer rosa-rot ist und das ist sehr heilsam ❤️ eine Protagonistin, die zeigt, wie wichtig es ist, sich selbst immer wieder neu zu erfinden und den eigenen Platz im Leben, auch wenn es alles andere als leicht ist, sich unabhängig von Beziehung und Job zu definieren ❤️ die Struktur der Kapitel mit den Rückblenden (Orion-Zeit), 5-Fragen-an-… und Gedanken / Innenschau
Starkes Thema und gute Sprecherin, doch nicht alle Handlungsfäden werden überzeugend zu Ende geführt.
Auf der Suche nach sich selbst „Die Liebe, später“ erzählt eine Geschichte mit viel Potenzial: Es geht um Veränderung, Neuanfang und den Mut, auf das eigene Herz zu hören. Kora und Anselm sind seit über zwanzig Jahren verheiratet, ihr Alltag ist eingespielt, bis eine Herzoperation Koras Leben aus dem Gleichgewicht bringt. Dieses einschneidende Erlebnis lässt nicht nur ihre Ehe, sondern auch ihren Beruf und ihre Zukunft plötzlich fragil erscheinen. Während Anselm vom Ruhestand und einem gemeinsamen Neubeginn träumt, zieht sich Kora zurück und reist zu Orten und Menschen aus ihrer Vergangenheit. Sie sucht nach Antworten auf die Fragen, wer sie geworden ist und wer sie noch sein möchte. Themen wie Selbstfindung, Umbruch und langjährige Beziehungen in Krisenzeiten sprechen mich grundsätzlich sehr an. Umso mehr hatte ich gehofft, emotional tief einzutauchen. Doch leider sprang der Funke für mich nicht ganz über. Koras innere Zerrissenheit ist spürbar und ihre Unsicherheit nachvollziehbar. Dennoch ließ mich das Hörbuch ähnlich orientierungslos zurück wie die Protagonistin selbst. Die Atmosphäre bleibt lange suchend und unentschlossen, was vermutlich bewusst so angelegt ist, mich aber emotional nicht vollständig erreichen konnte. Irritierend empfand ich zudem eine Nebenhandlung, die zunächst viel Spannung aufbaut, später jedoch kaum weitergeführt und schließlich offen gelassen wird. Das verstärkte bei mir den Eindruck, dass nicht alle erzählerischen Fäden wirklich zusammenlaufen. Sehr gelungen fand ich hingegen die eingestreuten naturkundlichen Aspekte rund um die Libellen. Die Beschreibungen und biologischen Details zu den Verhaltensweisen und einzelnen Wachstumsstadien der Libellen wirkten fundiert und liebevoll recherchiert. Auch die Sprecherleistung von Nicole Engeln möchte ich positiv hervorheben. Mit ihrer ruhigen, reflektierten Erzählweise verleiht sie Kora viel Authentizität und transportiert ihre Unsicherheit eindrucksvoll. Besonders die stillen, nachdenklichen Momente gewinnen dadurch an Tiefe. Versöhnlich stimmt mich schließlich das Ende. Auch wenn nicht jede Frage klar beantwortet wird, findet Kora einen inneren Frieden. Dieses leise Ankommen verleiht der Geschichte einen sanften, stimmigen Abschluss. Fazit: Ein leiser Roman über Selbstsuche und späte Veränderungen, der mich gedanklich beschäftigt, aber emotional nicht vollständig berührt hat. Dank der gelungenen Sprecherleistung und des sanften Endes bleibt es dennoch insgesamt ein solides Hörerlebnis.
Ich fand das Buch nicht schlecht, aber perfekt auch nicht. Ich habs gerne gelesen, war aber auch froh als ich fertig war. Versteht ihr, was ich meine? 😉 Wir erleben eine Liebe, die bereits seit 20 Jahren anhält. Kora, die Protagonistin, muss von heute auf morgen eine Herz OP machen und danach ist nichts mehr, wie es war. Sie stellt so einiges in Frage und braucht Zeit, um endlich wieder zu wissen, was sie im Leben wirklich möchte. Eine einfühlsame Geschichte, von einer Liebe auf Prüfstand.
Man erreicht zu Zweit soviel mehr als allein, wenn beide an einem Strang ziehen • Dieses Buch zeichnet ein ehrliches Bild vom Leben, so wie es eben ist, mit all seinen Höhen und Tiefen. Besonders für Leser um die 60 dürfte vieles vertraut wirken, manches fühlt sich an wie eigene Gedanken, die man so oder ähnlich selbst schon einmal hatte. • Der Schreibstil ist sensibel, gut lesbar und schafft es, die leisen Zwischentöne des Älterwerdens einzufangen. Die kleinen Auflistungen, die immer wieder eingestreut sind, laden zum Innehalten ein und geben Raum zum Nachfühlen. Das Erzähltempo ist eher ruhig, manche Gedanken kreisen, doch das passt zur Thematik und wirkt stimmig. Besonders gelungen fand ich die Darstellung der lebenserfahrenen Protagonisten. In Figuren wie Kora und Anselm konnte ich mich gut wiederfinden. Gerade Koras vorsichtiges Austarieren und ihr behutsames Herantasten haben mich sehr berührt. • Zugegeben, ich habe streckenweise mit dem Buch gehadert, doch vielleicht liegt gerade darin seine Stärke. Es fordert heraus, bleibt nah an der Realität und genau wie im echten Leben gibt man auch hier nicht einfach auf. Am Ende bin ich froh, drangeblieben zu sein. • Die Autorin findet treffende Worte für ein Lebensgefühl, das viele in diesem Alter teilen. Immer wieder dachte ich, ja, genau so fühlt es sich an. Auch wenn der letzte Funke bei mir nicht ganz übergesprungen ist, kann ich das Buch dennoch empfehlen, gerade für alle, die sich in dieser Lebensphase wiederfinden möchten.
Leise, nachdenklich stimmend und zugleich sehr intensiv.
In „Die Liebe, später“ erzählt Gisa Klönne von Menschen, deren Leben von vergangenen Entscheidungen, verpassten Chancen und unausgesprochenen Gefühlen geprägt ist. 💭 Im Zentrum steht die Frage, wie sehr die Vergangenheit die Gegenwart bestimmt – und ob es möglich ist, verlorene Nähe und alte Liebe zu einem späteren Zeitpunkt wiederzufinden. ✨ Der Roman bewegt sich dabei ruhig und konzentriert durch Erinnerungen, Beziehungen und innere Konflikte. Ich habe den Roman als leise, nachdenklich stimmend und zugleich sehr intensiv empfunden. ⚡️ Gisa Klönnes Schreibstil ist detailreich und eindringlich, ohne sich aufzudrängen. ✍🏻 Gerade die ruhigen Töne und die psychologische Tiefe haben mich berührt und lange nach der Lektüre beschäftigt. „Die Liebe, später“ ist ein Buch, das nicht laut sein muss, um Wirkung zu entfalten – und genau darin liegt seine Stärke. 👌🏻 Vielen lieben Dank @netgalleyde und @rowohltverlag für das digitale Rezensionsexemplar! 🫶🏻
Die Liebe - irgendwann?
Die Protagonistin Kora ist auf der Suche nach der Liebe, oder auch nach sich selbst? Nach ihrer Herz-OP ist alles anders. Kora findet nicht so richtig zurück ins Leben und stellt sich wichtige Lebensfragen. Obwohl sie bereits seit über 20 Jahren mit Anselm verheiratet ist, stellt sie ihre Ehe und die gemeinsame Beziehung in Frage. Das Cover entspricht der Geschichte des Romans und macht Lust auf das Buch. Das Buch ist leicht zu lesen. Die Geschichte zieht sich jedoch, gerade im Mittelteil, etwas. Am Ende bekommt man wieder einen guten Lesefluss. Die Figuren sind authentisch und man kann sich gut in die Rollen hineinversetzen. Der Fokus der Geschichte liegt nicht nur auf Anselm und Kora, was die Geschichte zusätzlich spannender macht. Ein toller Frühlingsroman, der sich leicht lesen lässt und wichtige Lebensfragen in den Fokus stellt.
In 'Die Liebe, später' wird über Kora, einer ehemaligen erfolgreichem Radiosprecherin erzählt, die sich nach einer schweren Herzoperation erholen und sich wieder im Leben zurecht finden muss. Es müssen ein paar Entscheidungen getroffen werden, sei es der Verkauf einer alten Wohnung, Frührente, ein Teich im Garten, gehen oder bleiben, helfen oder nicht. Für mich werden hier zu viele Themen angerissen, die für mich nicht ordentlich auserzählt wurden. Man versteht, dass sie ihr Leben neu sortieren möchte nach so einer einschneidenden Operation, aber man bekommt gleichzeitig nicht genug von ihren wirklich Beweggründen erzählt, sondern nur ständig wiederholendes Hin und Her. Diese dauernden Sprünge haben mich wirklich genervt, den die Geschichte kam bei keinem Thema auf dem Punkt. Es hat mich leider extrem gelangweilt, der Schreibstil war für diese Erzählung dann für meinen Geschmack zu nüchtern und distanziert. Man hätte die innere Zerrissenheit von Kora mehr ausarbeiten müssen, dannn hätte man auch vielleicht mehr von ihrem Verhalten verstanden. Ich habe das Buch nur beendet weil ich wissen wollte wie es mit einer einer Figur in der Geschichte weitergeht, ansonsten hätte ich es spätestens bei der Hälfte abgebrochen. Das ärgerliche war dann aber, das man nicht mal mehr erfährt was mit der Person den nun war, obwohl es dauernd thematisiert wurde..
Ein wirklich gutes Buch was zum Nachdenken anregt ❤️
📖 Die Liebe später 📝 Gisa Klönne 📍 Rowohlt VL „Die Liebe später“ von Gisa Klönne hat mich auf eine sehr persönliche Weise berührt. Besonders die Figur Kora ist mir nahegegangen, weil ich mich in vielen Momenten in ihr wiedergefunden habe. Ihre körperliche und emotionale Verletzlichkeit, aber auch ihre stille Stärke, wirken unglaublich authentisch. Nach meiner eigenen Operation und der langen Zeit im Krankenhaus konnte ich Koras Gedanken und Gefühle besonders intensiv nachempfinden. Dieses Gefühl des Ausgeliefertseins, aber auch die kleinen Momente von Hoffnung und Nähe, werden im Buch sehr feinfühlig beschrieben. Ich mochte die Rückblicke im Buch, die „fünf Dinge“ Auflistungen, ich liebte die Protagonisten die hier in einer Krise stecken wie jeder einzelne von uns es erleben kann. Die Liebe & das gemeinsam älter werden … Es ist keine laute Geschichte, sondern eine, die leise wirkt und gerade dadurch lange nachhallt. Eine Ehe auf dem Prüfstand. … Der Autorin gelingt es, Themen wie Krankheit, Heilung und zwischenmenschliche Beziehungen mit großer Sensibilität zu behandeln. Dabei wirkt nichts übertrieben oder künstlich – vielmehr entsteht das Gefühl, echten Menschen zu begegnen. Für mich war dieses Buch mehr als nur eine Geschichte: Es war in gewisser Weise auch ein Spiegel meiner eigenen Erfahrungen. Gerade deshalb hat es mich tief bewegt und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.
Coming of (old) age Roman einer Frau, die sich nach einer unerwarteten Herz OP in ihrem Leben neu zurecht finden möchte
„Die anderen Paare sind immer noch still. Eine der Frauen hüstelt. Ihr Mann bestellt frischen Kaffee und verstummt wieder, Besteck klappert. Bei näherer Betrachtung sind die zwei gar nicht älter als Anselm und sie. Überall sieht sie sie in letzter Zeit: diese älteren Menschen und Paare in Anselms und ihrem Alter. Jedes Mal von Neuem muss sie dann ihr offenkundig überholtes und dennoch tief in sich abgespeichertes Selbstbild mit dieser erstaunlichen neuen Realität überschreiben ..“ Wie ein Essay liest sich dieser Roman, da wir immer wieder springen zwischen dem Leben zuhause mit ihrem Mann, in dem sich durch seine bevorstehende Rente Einiges verändert, Rückblicken in die Zeit der OP und den verschiedenen Reisen, die Kora unternimmt, um sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen und anzufreunden. Dieses Hin-und-Herspringen hat mich zu Beginn ständig aus dem Lesefluss geworfen, da man sich immer wieder in eine neue Situation hineinfinden muss. Dafür hat mich das Buch sehr oft innehalten und meine Gedanken schweifen lassen.. wie ich diese Fragen, die Kora sich stellt, für mich selber beantworten würde.. Das war ein besonderes wertvolles Leseerlebnis zu einem Thema, zu dem ich noch nicht viel gelesen habe - vor allem eben auch auf diese sehr persönliche Art- und daher kann ich dieses Buch unbedingt weiterempfehlen.
Wenn das Leben sich ändert Die Liebe später ist ein leises, nachdenkliches Buch über einen Neuanfang. Nach einer lebensentscheidenden Operation muss sich Kora in ihrem „neuen“ Leben zurechtfinden und stellt sich grundlegenden Fragen: Ist ihre Ehe noch das, was sie will? Ist sie bereit für den Ruhestand? Für ein sesshaftes, ruhigeres Leben? Der Roman begleitet sie auf der Suche nach Antworten und zeigt einfühlsam, wie sehr sich Prioritäten und Wünsche im Laufe des Lebens verändern können. Eine ruhige Geschichte über Selbstreflexion und die Frage, wie man den nächsten Lebensabschnitt gestalten möchte.

























