Ich, Ellyn
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Description
»Mitreißend!« Deutschlandfunk
England, 1573: Ellyn wächst in armen Verhältnissen auf. Außer der harten Feldarbeit kennt sie nichts. Bis sie eines Tages ihre Gabe entdeckt und merkt, dass es außerhalb ihrer Welt noch eine andere gibt, eine Welt, die sie um jeden Preis kennenlernen will – und die sie am Ende vor die Frage stellt, wer sie sein will und wer sie wirklich ist.
»Ein starkes Buch über eine starke Frau mit einem starken Klang, der lange nachhallt.« Münchner Merkur
»Nell Leyshon schafft es, wie in all ihren Romanen, einen ganz eigenen Erzählton zu finden.« Brigitte
Von der Autorin des Indie-Bestsellers „Die Farbe von Milch“
Book Information
Author Description
Nell Leyshons Romane, Theaterstücke und Hörspiele erhielten bereits zahlreiche Auszeichnungen. Im Eisele Verlag erschien mit großem Erfolg bei Presse und Publikum der Roman Die Farbe von Milch, für den sie neben James Salter und Zeruya Shalev für den Prix Femina nominiert war. Es folgte Der Wald, „eine herzzerreißende Liebeserklärung an Söhne und ihre Mütter“ (Brigitte). Mit Ich, Ellyn legt Nell Leyshon erneut einen historischen Roman vor, in dem ein junges Mädchen seine von Geburt an benachteiligte Stellung nicht hinnimmt und sich mit aller Macht seinen Platz im Leben erkämpfen will. Nell Leyshon wurde in Glastonbury geboren und lebt heute in Dorset.
Posts
⭐️⭐️⭐️⭐️ (3,75/5)
„Ich, Ellyn“ hat mir insgesamt gut gefallen. Die Figur Ellyn ist glaubwürdig gezeichnet, ihre Entwicklung ist nachvollziehbar und ich konnte mich gut auf ihren Weg einlassen. Gewöhnungsbedürftig fand ich allerdings den Sprachgebrauch und den Schreibstil. Vor allem am Anfang war das etwas herausfordernd. Wenn man sich darauf einlässt und dranbleibt, lohnt es sich aber, denn die Geschichte selbst hat mich überzeugt. Trotz kleiner Einschränkungen eine lesenswerte und gelungene Geschichte mit einer starken Hauptfigur.
Für mich ein Leseerlebnis und Highlight der Meisterklasse!
Ich muss wirklich gestehen, dass ich schwer beeindruckt bin von diesem Roman von Nell Leyshon. Ich habe noch nie so ein Leseerlebnis empfunden durch eine tolle Geschichte und eine für mich absolut einzigartige Schreibweise und deren Entwicklung! Man spürt so genau die Entwicklung von Ellyn. Ich konnte noch so viel mehr dazu schreiben aber möchte gar nicht zu viel vorweggreifen, sondern einfach nur meine absolute Leseempfehlung aussprechen.

Gewöhnungsbedürftiger Sprachgebrauch, aber erstaunlich gut.
"ich hab so ein fühlen so ein fühlen als ob sommer herbst winter auf einmal kommen so ein fühlen als würd nichts niemals wieder dasselbe sein" - S. 35 Dieses Buch hat mir wirklich einiges abverlangt, was Nerven und Durchhaltevermögen angeht. Dieses sprachliche Desaster zu Beginn ist eines der Dinge, die ich gar nicht gut haben kann. Keine Satzzeichen, keine wörtliche Rede, keinerlei Grammatik ... Ich verstehe den Sinn dahinter durchaus, Ellyns Entwicklung zu verdeutlichen, vom armen und einfachen Bauernmädchen, bishin zum kultivieren und eloquenten "Jungen", als den sie sich ausgibt, um ihre Träume und Ziele zu verwirklichen, in einer Zeit, in der Mädchen nichts wert sind und am Ende hat es mich auch überzeugt!

Ich fand damals schon die Farbe von Milch großartig und auch dieses Buch hat’s wieder geschafft mich total einzunehmen, auf knackigen 200 Seiten. Da das Buch ja sehr kurz ist hat’s trotzdem viel Gefühl rüber gebracht. Es wird beschrieben wie Ellyn aufwächst, ihre Bildung, wie sie sich dann verändert, wie sich damit auch der Schreibstil verändert. Ganz ganz tolles Leseerlebnis und große Empfehlung für diese Autorin. Ellyn wächst unter sehr ärmlichen Bedingungen auf. Es ist das Jahr 1500, Frauen haben keine Rechte und nichts zu sagen. Auf dem Bauernhof, auf dem sie aufwächst, wird sie von ihrem Bruder geschlagen und von ihrer Mutter. Ihre Familie ist sehr ungebildet, was man auch in der Sprache an den Ausdrücken merkt. Ellyn möchte aber mehr von ihrem Leben. Mal schauen ob sie das schafft. Das Buch hat mich berührt und wird mir im Gedächtis bleiben.
Literarische Meisterleistung
Zum Inhalt: England 1573. Das Mädchen Ellyn wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf einem Bauernhof auf. Ihr Vater ist ans Bett gefesselt, die Mutter hat ein Baby bekommen und ihr Bruder behandelt sie schlecht. Ellyn lebt in ihrer kleinen, lieblosen Welt, die aus harter Arbeit und Gewalt besteht. Eines Tages entdeckt sie ihre Gabe und es verändert sich alles. Meine Meinung: Dieser Roman ging mir unter die Haut. Ich fühlte mit Ellyn mit, die mir mit jedem Kapitel ans Herz wuchs. Das Besondere dieses Romans ist die Schreibweise, die sich im Zeitablauf mehrfach verändert. Die Sprache passt sich der Entwicklung Ellys an. Der Einstieg war aus diesem Grund eine Herausforderung. Ich empfinde dieses Buch als eine künstlerische Meisterleistung.
Ein Jahreshighlight
Dies ist nun der dritte Roman von Nell Leyshon und nachdem mich schon ihr Erstling „Die Farbe von Milch“ begeistern konnte, ja man kann sogar sagen, dass es ein Jahreshighlight war, war ich deswegen sehr gespannt auf „Ich, Ellyn“. Wir befinden uns in England, 1573 und lernen das junge Mädchen Ellyn kennen, die zusammen mit ihren Eltern unter den ärmsten Verhältnissen lebt, ihr Leben ist geprägt von Hunger, Arbeit, Schmutz und vielen Schlägen. Liebe und Zärtlichkeit kennt sie nicht. Genauso wie die Umstände in denen sie lebt so ist auch ihre Sprache und wir als Leser nehmen unmittelbar und direkt daran teil. Durch dieses teilhaben kommen wir Ellyn ganz nahe. Als ihre kleine Schwester Agnes geboren wird flutet zum ersten Mal so etwas wie Licht und tiefe Liebe Ellyns Herz. „ich hab so ein fühlen so ein fühlen als ob sommer herbst winter auf einmal kommt so ein fühlen als würd nichts niemals wieder dasselbe sein.“ Als Ellyn eines Tages zum Markt muss wird sie von dem Gesang aus der Kirche angelockt, und da sie selbst ohne es zu wissen über eine begnadete Stimme verfügt, könnte sie in der dortigen Singschule aufgenommen werden, wenn sie ein Junge wäre. Und so wird Ellyn zu John, und beschließt die Farm und Agnes zu verlassen. Aber, sie will wiederkommen um für sich und Agnes das Recht auf ein besseres Leben zu erkämpfen. Indem sich Ellyn entwickelt umso mehr sie lernt, desto mehr entwickelt sich auch ihre Sprache, und dieses Bewusstsein werden hat mich tief berührt. Ich werde sie, genauso wie Mary die Protagonistin aus „Die Farbe von Milch“ lange nicht vergessen können. Von mir eine große Leseempfehlung. „..und wenn du lesen kannst, wirst du eine tür in deinem inneren aufmachen und du wirst sehen wie ein schöner satz dir tränen in die augen treiben kann…“

Beschreibung 1573. In England wächst Ellyn auf einer Art Bauernhof unter ärmlichen Verhältnissen heran. Die seit kurzem fünfköpfige Familie hat kaum ausreichend Essen und der Vater ist durch einen Unfall ans Bett gefesselt, sodass ein großer Teil der Arbeit von Ellyn und ihrem Bruder erfüllt werden. Als sie eines Tages zum Markt in die Stadt geschickt wird, um etwas zu verkaufen, wird sie von der Musik, die aus der Kirche dringt, magisch angezogen. So etwas hat Ellyn noch nie gehört, und so etwas hat sie auch noch nie gefühlt. Ellyn ahmt den Gesang nach und besitzt ein ungeahntes Talent fürs Singen. Da nur Jungen die Singschule in der Stadt besuchen dürfen, wagt Ellyn den gefährlichen Schritt und sichert sich verkleidet als Junge die Ausbildung ihrer Träume. Doch als königliche Gesandte auf Ellyns wunderschönen Gesang aufmerksam werden, wird das Mädchen für einen Chor rekrutiert, der für Elisabeth die I. singen soll. Zum ersten Mal in ihrem Leben ist Ellyn weit entfernt von ihrer Familie, ganz alleine mit ihrem Geheimnis… Meine Meinung Nell Leyshons berührenden Werke »Die Farbe von Milch« und »Der Wald« haben mich tief beeindruckt, sodass die Erwartungen an ihren neuesten Roman »Ich, Ellyn« dementsprechend hochgesteckt sind. Was soll ich sagen, auch dieser historische Roman aus dem 16. Jahrhundert hat mich gefesselt und bewegt! Zugegeben, die besonders stilisierte Schreibweise von Nell Leyshon verlangt einem einige Seiten ab, um sich einzulesen, handelt es sich zunächst um einen Fließtext in Kleinschreibung mit fehlender Interpunktion und auch die grammatikalische Ausdrucksweise ist auf den Sprachgebrauch von Nell Leyshons Titelheldin Ellyn angepasst. Im Laufe des Romans spürt man die Entwicklung von Ellyn auch alleine an der Veränderung, die der Text durchmacht, denn nach und nach kommen Großschreibung, Interpunktion und eine gebildetere Sprache hinzu. Natürlich ist das auch große Geschmackssache, aber ich finde es lohnt sich ungemein, sich darauf einzulassen, denn es verleiht der Geschichte einen unglaublich authentischen Touch. Fasziniert von Ellyns atemberaubender Entwicklung, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es fast in einem Rutsch verschlungen. Der größte Reiz an »Ich, Ellyn« übte für mich die Wahrnehmung der Titelheldin aus, wie sich ihre kleine Welt des abgeschiedenen Landlebens nach und nach ausweitet und schließlich Bildung ihren Horizont erweitert und dabei ihr bisheriges Wissen in den Schatten stellt. Dies ist zum Teil auch recht schmerzlich für die Protagonistin, vor allem in Anbetracht ihrer familiären Beziehung, denn Ellyn wächst über das einfache Leben hinaus. Nell Leyshon steckt unglaublich viel Empowerment in ihre Geschichte, welches Mädchen und Frauen Mut machen kann und sie darin bestärkt ihren Weg zu gehen. Fazit Ungewöhnlich wie immer beschert Nell Leyshon mit ihrem neuesten historischen Roman eine mitreißende Geschichte über die Emanzipation eines Bauernmädchens in der frühen Neuzeit. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 27.04.2022
Ellyn, ist die Tochter eines armen Bauern im 16. Jahrhundert. Sie arbeitet täglich von früh bis spät auf dem Feld, kümmert sich um das Vieh und ist den Launen ihrer Familie ausgesetzt. Ihr Leben ist trostlos, sie wird kaum satt, besitzt keine Schuhe und man spricht nur im Imperativ mit ihr. Sie hat keine Vorstellung davon, dass die Welt nicht nur aus dem kleinen Stückchen Land ihrer Eltern besteht. Eines Tages, als Ellyn für die Familie zum Markt geht, sieht sie zum ersten mal eine Kirche und ist von dem Singen dort gefangen. So sehr, dass sie fortan die Musik nachahmt. Von der Faszination des Singens geleitet, möchte Ellyn unbedingt dem Kirchenchor beitreten, welcher aber nur Knaben vorbehalten ist. Der neue Roman von Nell Leyson ist auch wie sein Vorgänger „Die Farbe von Milch“ zart und fein geschrieben. Das Besondere ist hier die Schreibweise, die sich während des Buches mehrfach ändert. Zu Beginn gibt es weder Satzzeichen noch Gross- oder Kleinschreibung. Die Sprache ist derbe und simpel, aber im weiteren Verlauf entwickelt sich die Schreibweise und Wortwahl parallel zur Weiterentwicklung Ellyns auf ein gehobenes Niveau. Mir hat auch dieses Buch der Autorin wieder sehr gut gefallen. Ein Highlight aus dem Haus Eisele. 4½ Sterne „ich habs gemacht weil es mehr auf dieser Welt gibt als bloß das hier gibt es aber nicht gibt es schon ich habs gesehn meinst du du bist besser als ich das hab ich nie gesagt ich hab bloß gesagt dass es mehr auf dieser welt gibt als das hier bevor ich weiß wie mir geschieht gibt sie mir ohrfeige und ich lege hand auf gesicht aber es hört nicht auf es tut weh und nicht nur gesicht wehtun sondern etwas in mir tut weh wir sagen nichts stehen einfach nur da dann" (S.124 Tolino)
Ich, Ellyn – Nell Leyshon (Werbung) Dies ist nun der dritte Roman von Nell Leyshon und nachdem mich schon ihr Erstling „Die Farbe von Milch“ begeistern konnte, ja man kann sogar sagen, dass es ein Jahreshighlight war, war ich deswegen sehr gespannt auf „Ich, Ellyn“. Wir befinden uns in England, 1573 und lernen das junge Mädchen Ellyn kennen, die zusammen mit ihren Eltern unter den ärmsten Verhältnissen lebt, ihr Leben ist geprägt von Hunger, Arbeit, Schmutz und vielen Schlägen. Liebe und Zärtlichkeit kennt sie nicht. Genauso wie die Umstände in denen sie lebt so ist auch ihre Sprache und wir als Leser nehmen unmittelbar und direkt daran teil. Durch dieses teilhaben kommen wir Ellyn ganz nahe. Als ihre kleine Schwester Agnes geboren wird flutet zum ersten Mal so etwas wie Licht und tiefe Liebe Ellyns Herz. „ich hab so ein fühlen so ein fühlen als ob sommer herbst winter auf einmal kommt so ein fühlen als würd nichts niemals wieder dasselbe sein.“ Als Ellyn eines Tages zum Markt muss wird sie von dem Gesang aus der Kirche angelockt, und da sie selbst ohne es zu wissen über eine begnadete Stimme verfügt, könnte sie in der dortigen Singschule aufgenommen werden, wenn sie ein Junge wäre. Und so wird Ellyn zu John, und beschließt die Farm und Agnes zu verlassen. Aber, sie will wiederkommen um für sich und Agnes das Recht auf ein besseres Leben zu erkämpfen. Indem sich Ellyn entwickelt umso mehr sie lernt, desto mehr entwickelt sich auch ihre Sprache, und dieses Bewusstsein werden hat mich tief berührt. Ich werde sie, genauso wie Mary die Protagonistin aus „Die Farbe von Milch“ lange nicht vergessen können. Von mir eine große Leseempfehlung. „..und wenn du lesen kannst, wirst du eine tür in deinem inneren aufmachen und du wirst sehen wie ein schöner satz dir tränen in die augen treiben kann…“ #buchtipp #ichellyn #nellleyshon #diefarbevonmlch #bookstagram #highlight #leilanis_books

„Ich, Ellyn“ ist ein Buch, welches verblüfft. Bevor man mit der Lektüre beginnt, sollte klar sein, dass es sich hierbei um eine Geschichte handelt, die den Inhalt nicht nur mit Worten allein vermittelt, sondern auch mit der Gestaltung dieser Worte. Während der Geschichte entwickelt sich auch die Sprache des Romans. Die Protagonistin wird älter und lernt dazu und ihre sprachlichen Möglichkeiten, sich auszudrücken, wachsen stetig. Zunächst war ich erst etwas abgeschreckt vom einfältigen Ton und verwirrt, weil ich nicht wusste, dass die Autorin diesen Stil verwendete. Doch je mehr ich mich darauf einließ, desto großartiger fand ich das Konzept. Die Geschichte, die erzählt wird, handelt von einem jungen Bauermädchen namens Ellyn, die von ihrem ärmlichen Leben nicht viel zu erwarten hat. Im 16. Jahrhundert in England war sich jede:r beim Essen der/die nächste. Männer und Jungen galten als wichtig und besonders. Frauen und Mädchen passierten einfach. Doch Ellyn bricht aus den festen Strukturen ihres Alltags, als sie zum Gesang findet. Ihre Stimme ist so unglaublich, dass selbst Männer dem Mädchen plötzlich zuhörten. Doch dennoch kann sie nicht auf eine Schule. Also beschließt Ellyn sich als Junge vorzustellen und bekommt prompt einen Platz. Solange die Pubertät nicht eingesetzt hatte, konnte sie lernen. Diesen Prozess dürfen wir nicht nur inhaltlich sondern auch sprachlich begleiten und erleben auf zweifache Weise eine Geschichte, die überwältigend ist. Nell Leyshon und Wibke Kuhn nehmen einen mit auf eine Reise in die Vergangenheit und zeigen auf sprachlich höchst verzückender Weise eine Geschichte der Emanzipation.
Als ich den Roman Farbe von Milch las, war ich begeistert von Nell Leyshon´s Herangehensweise. Sie bringt einem ihre Protagonisten so nah und lässt eine emotionale Bindung zu. Genau so empfand ich auch Ich, Ellyn. Sie ist ein Bauernmädchen aus der Zeit von Elisabeth der I. Ich , Ellyn erzählt von einem Mädchen, welches die Chance bekommt im Kirchenchor zu singen,. Dieser war nur für Knaben zugänglich. Sie verkleidet sich als Junge und als Königin Elisabeth für ihren Knabenchor einen Sänger sucht, bekommt Ellyn die Große Chance ihr Leben zu ändern. Der Schreibstil wird dem Wissenstand und dem Bewusstsein von Ellyn angepasst und verändert sich im Laufe der Geschichte. Keine Kommas oder Punkte. Ich mag sowas und empfinde dadurch eine starke Bindung zur Protagonistin.. Ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht jedem liegt, denn es war gerade am Anfang sehr anstrengend.. Wer sich darauf einlässt wird eine wundervolle Geschichte erleben und Ellyn ins Herz schließen.
Beschreibung 1573. In England wächst Ellyn auf einer Art Bauernhof unter ärmlichen Verhältnissen heran. Die seit kurzem fünfköpfige Familie hat kaum ausreichend Essen und der Vater ist durch einen Unfall ans Bett gefesselt, sodass ein großer Teil der Arbeit von Ellyn und ihrem Bruder erfüllt werden. Als sie eines Tages zum Markt in die Stadt geschickt wird, um etwas zu verkaufen, wird sie von der Musik, die aus der Kirche dringt, magisch angezogen. So etwas hat Ellyn noch nie gehört, und so etwas hat sie auch noch nie gefühlt. Ellyn ahmt den Gesang nach und besitzt ein ungeahntes Talent fürs Singen. Da nur Jungen die Singschule in der Stadt besuchen dürfen, wagt Ellyn den gefährlichen Schritt und sichert sich verkleidet als Junge die Ausbildung ihrer Träume. Doch als königliche Gesandte auf Ellyns wunderschönen Gesang aufmerksam werden, wird das Mädchen für einen Chor rekrutiert, der für Elisabeth die I. singen soll. Zum ersten Mal in ihrem Leben ist Ellyn weit entfernt von ihrer Familie, ganz alleine mit ihrem Geheimnis… Meine Meinung Nell Leyshons berührenden Werke »Die Farbe von Milch« und »Der Wald« haben mich tief beeindruckt, sodass die Erwartungen an ihren neuesten Roman »Ich, Ellyn« dementsprechend hochgesteckt sind. Was soll ich sagen, auch dieser historische Roman aus dem 16. Jahrhundert hat mich gefesselt und bewegt! Zugegeben, die besonders stilisierte Schreibweise von Nell Leyshon verlangt einem einige Seiten ab, um sich einzulesen, handelt es sich zunächst um einen Fließtext in Kleinschreibung mit fehlender Interpunktion und auch die grammatikalische Ausdrucksweise ist auf den Sprachgebrauch von Nell Leyshons Titelheldin Ellyn angepasst. Im Laufe des Romans spürt man die Entwicklung von Ellyn auch alleine an der Veränderung, die der Text durchmacht, denn nach und nach kommen Großschreibung, Interpunktion und eine gebildetere Sprache hinzu. Natürlich ist das auch große Geschmackssache, aber ich finde es lohnt sich ungemein, sich darauf einzulassen, denn es verleiht der Geschichte einen unglaublich authentischen Touch. Fasziniert von Ellyns atemberaubender Entwicklung, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es fast in einem Rutsch verschlungen. Der größte Reiz an »Ich, Ellyn« übte für mich die Wahrnehmung der Titelheldin aus, wie sich ihre kleine Welt des abgeschiedenen Landlebens nach und nach ausweitet und schließlich Bildung ihren Horizont erweitert und dabei ihr bisheriges Wissen in den Schatten stellt. Dies ist zum Teil auch recht schmerzlich für die Protagonistin, vor allem in Anbetracht ihrer familiären Beziehung, denn Ellyn wächst über das einfache Leben hinaus. Nell Leyshon steckt unglaublich viel Empowerment in ihre Geschichte, welches Mädchen und Frauen Mut machen kann und sie darin bestärkt ihren Weg zu gehen. Fazit Ungewöhnlich wie immer beschert Nell Leyshon mit ihrem neuesten historischen Roman eine mitreißende Geschichte über die Emanzipation eines Bauernmädchens in der frühen Neuzeit. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 27.04.2022
"Ich wünschte, du könntest wissen, was ein Mädchen schaffen kann." (S. 192)
Ihr solltet das Buch lesen wenn ihr: • einen kurzen Roman über ein Mädchen lesen möchtet, das als Mädchen zu damaligen Zeiten eigentlich keine Chancen hat und trotzdem alles tut, um die gleichen Rechte zu haben wie ein Junge • "Die Farbe von Milch" gelesen habt und ein weiteres Buch der Autorin lesen möchtet, dass von der Prämisse und Stimmung sehr ähnlich ist Was mir gut (+) und was mir nicht so gut (-) gefallen hat: + Ellyn ist eine starke Protagonistin, die einen nüchternen Blick auf die Welt hat; wir begleiten sie bei ihrer Reise und dabei, wie sie eine andere Welt außerhalb ihres Zuhauses kennenlernt; ich habe Ellyn sehr gerne begleitet und hätte es auch gerne noch länger getan + der Frauenhass der im Jahre 1573 Standard war, kommt sehr deutlich durch und die Autorin schafft es trotzdem, dass dieses Buch hoffnungsvoll wirkt; aber auch niederschmetternd, weil wir Leser eben wissen, wieviele Jahrhunderte es noch dauern wird, bis Frauen endlich mehr Rechte bekommen + ich mag den Schreibstil der Autorin und ihre Art Geschichten zu erzählen und ich habe mir ein paar Stellen markiert, die mich sprachlich besonders bewegt haben - Ich habe sehr lange gebraucht, um nicht mehr über manche Sätze zu stolpern (das ganze Buch ist kleingeschrieben, verzichtet auch Kommasetzung und besonders in der ersten Hälfte ist es auch grammatikalisch falsch geschrieben; das ist ein Stilmittel, weil es zeigt, das Ellyn aus sehr einfach Verhältnissen kommt und keinen Zugang zu Bildung hatte); der Schreibstil sorgt für Atmosphäre aber gerade zu Beginn bin ich oft drüber gestolpert und konnte mich nicht daran gewöhnen; für mich wäre es besser gewesen, manche Sätze in ihrer "Falschheit" etwas abzuschwächen, damit ich sie nicht mehrmals lesen muss, um sie zu verstehen
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»Mitreißend!« Deutschlandfunk
England, 1573: Ellyn wächst in armen Verhältnissen auf. Außer der harten Feldarbeit kennt sie nichts. Bis sie eines Tages ihre Gabe entdeckt und merkt, dass es außerhalb ihrer Welt noch eine andere gibt, eine Welt, die sie um jeden Preis kennenlernen will – und die sie am Ende vor die Frage stellt, wer sie sein will und wer sie wirklich ist.
»Ein starkes Buch über eine starke Frau mit einem starken Klang, der lange nachhallt.« Münchner Merkur
»Nell Leyshon schafft es, wie in all ihren Romanen, einen ganz eigenen Erzählton zu finden.« Brigitte
Von der Autorin des Indie-Bestsellers „Die Farbe von Milch“
Book Information
Author Description
Nell Leyshons Romane, Theaterstücke und Hörspiele erhielten bereits zahlreiche Auszeichnungen. Im Eisele Verlag erschien mit großem Erfolg bei Presse und Publikum der Roman Die Farbe von Milch, für den sie neben James Salter und Zeruya Shalev für den Prix Femina nominiert war. Es folgte Der Wald, „eine herzzerreißende Liebeserklärung an Söhne und ihre Mütter“ (Brigitte). Mit Ich, Ellyn legt Nell Leyshon erneut einen historischen Roman vor, in dem ein junges Mädchen seine von Geburt an benachteiligte Stellung nicht hinnimmt und sich mit aller Macht seinen Platz im Leben erkämpfen will. Nell Leyshon wurde in Glastonbury geboren und lebt heute in Dorset.
Posts
⭐️⭐️⭐️⭐️ (3,75/5)
„Ich, Ellyn“ hat mir insgesamt gut gefallen. Die Figur Ellyn ist glaubwürdig gezeichnet, ihre Entwicklung ist nachvollziehbar und ich konnte mich gut auf ihren Weg einlassen. Gewöhnungsbedürftig fand ich allerdings den Sprachgebrauch und den Schreibstil. Vor allem am Anfang war das etwas herausfordernd. Wenn man sich darauf einlässt und dranbleibt, lohnt es sich aber, denn die Geschichte selbst hat mich überzeugt. Trotz kleiner Einschränkungen eine lesenswerte und gelungene Geschichte mit einer starken Hauptfigur.
Für mich ein Leseerlebnis und Highlight der Meisterklasse!
Ich muss wirklich gestehen, dass ich schwer beeindruckt bin von diesem Roman von Nell Leyshon. Ich habe noch nie so ein Leseerlebnis empfunden durch eine tolle Geschichte und eine für mich absolut einzigartige Schreibweise und deren Entwicklung! Man spürt so genau die Entwicklung von Ellyn. Ich konnte noch so viel mehr dazu schreiben aber möchte gar nicht zu viel vorweggreifen, sondern einfach nur meine absolute Leseempfehlung aussprechen.

Gewöhnungsbedürftiger Sprachgebrauch, aber erstaunlich gut.
"ich hab so ein fühlen so ein fühlen als ob sommer herbst winter auf einmal kommen so ein fühlen als würd nichts niemals wieder dasselbe sein" - S. 35 Dieses Buch hat mir wirklich einiges abverlangt, was Nerven und Durchhaltevermögen angeht. Dieses sprachliche Desaster zu Beginn ist eines der Dinge, die ich gar nicht gut haben kann. Keine Satzzeichen, keine wörtliche Rede, keinerlei Grammatik ... Ich verstehe den Sinn dahinter durchaus, Ellyns Entwicklung zu verdeutlichen, vom armen und einfachen Bauernmädchen, bishin zum kultivieren und eloquenten "Jungen", als den sie sich ausgibt, um ihre Träume und Ziele zu verwirklichen, in einer Zeit, in der Mädchen nichts wert sind und am Ende hat es mich auch überzeugt!

Ich fand damals schon die Farbe von Milch großartig und auch dieses Buch hat’s wieder geschafft mich total einzunehmen, auf knackigen 200 Seiten. Da das Buch ja sehr kurz ist hat’s trotzdem viel Gefühl rüber gebracht. Es wird beschrieben wie Ellyn aufwächst, ihre Bildung, wie sie sich dann verändert, wie sich damit auch der Schreibstil verändert. Ganz ganz tolles Leseerlebnis und große Empfehlung für diese Autorin. Ellyn wächst unter sehr ärmlichen Bedingungen auf. Es ist das Jahr 1500, Frauen haben keine Rechte und nichts zu sagen. Auf dem Bauernhof, auf dem sie aufwächst, wird sie von ihrem Bruder geschlagen und von ihrer Mutter. Ihre Familie ist sehr ungebildet, was man auch in der Sprache an den Ausdrücken merkt. Ellyn möchte aber mehr von ihrem Leben. Mal schauen ob sie das schafft. Das Buch hat mich berührt und wird mir im Gedächtis bleiben.
Literarische Meisterleistung
Zum Inhalt: England 1573. Das Mädchen Ellyn wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf einem Bauernhof auf. Ihr Vater ist ans Bett gefesselt, die Mutter hat ein Baby bekommen und ihr Bruder behandelt sie schlecht. Ellyn lebt in ihrer kleinen, lieblosen Welt, die aus harter Arbeit und Gewalt besteht. Eines Tages entdeckt sie ihre Gabe und es verändert sich alles. Meine Meinung: Dieser Roman ging mir unter die Haut. Ich fühlte mit Ellyn mit, die mir mit jedem Kapitel ans Herz wuchs. Das Besondere dieses Romans ist die Schreibweise, die sich im Zeitablauf mehrfach verändert. Die Sprache passt sich der Entwicklung Ellys an. Der Einstieg war aus diesem Grund eine Herausforderung. Ich empfinde dieses Buch als eine künstlerische Meisterleistung.
Ein Jahreshighlight
Dies ist nun der dritte Roman von Nell Leyshon und nachdem mich schon ihr Erstling „Die Farbe von Milch“ begeistern konnte, ja man kann sogar sagen, dass es ein Jahreshighlight war, war ich deswegen sehr gespannt auf „Ich, Ellyn“. Wir befinden uns in England, 1573 und lernen das junge Mädchen Ellyn kennen, die zusammen mit ihren Eltern unter den ärmsten Verhältnissen lebt, ihr Leben ist geprägt von Hunger, Arbeit, Schmutz und vielen Schlägen. Liebe und Zärtlichkeit kennt sie nicht. Genauso wie die Umstände in denen sie lebt so ist auch ihre Sprache und wir als Leser nehmen unmittelbar und direkt daran teil. Durch dieses teilhaben kommen wir Ellyn ganz nahe. Als ihre kleine Schwester Agnes geboren wird flutet zum ersten Mal so etwas wie Licht und tiefe Liebe Ellyns Herz. „ich hab so ein fühlen so ein fühlen als ob sommer herbst winter auf einmal kommt so ein fühlen als würd nichts niemals wieder dasselbe sein.“ Als Ellyn eines Tages zum Markt muss wird sie von dem Gesang aus der Kirche angelockt, und da sie selbst ohne es zu wissen über eine begnadete Stimme verfügt, könnte sie in der dortigen Singschule aufgenommen werden, wenn sie ein Junge wäre. Und so wird Ellyn zu John, und beschließt die Farm und Agnes zu verlassen. Aber, sie will wiederkommen um für sich und Agnes das Recht auf ein besseres Leben zu erkämpfen. Indem sich Ellyn entwickelt umso mehr sie lernt, desto mehr entwickelt sich auch ihre Sprache, und dieses Bewusstsein werden hat mich tief berührt. Ich werde sie, genauso wie Mary die Protagonistin aus „Die Farbe von Milch“ lange nicht vergessen können. Von mir eine große Leseempfehlung. „..und wenn du lesen kannst, wirst du eine tür in deinem inneren aufmachen und du wirst sehen wie ein schöner satz dir tränen in die augen treiben kann…“

Beschreibung 1573. In England wächst Ellyn auf einer Art Bauernhof unter ärmlichen Verhältnissen heran. Die seit kurzem fünfköpfige Familie hat kaum ausreichend Essen und der Vater ist durch einen Unfall ans Bett gefesselt, sodass ein großer Teil der Arbeit von Ellyn und ihrem Bruder erfüllt werden. Als sie eines Tages zum Markt in die Stadt geschickt wird, um etwas zu verkaufen, wird sie von der Musik, die aus der Kirche dringt, magisch angezogen. So etwas hat Ellyn noch nie gehört, und so etwas hat sie auch noch nie gefühlt. Ellyn ahmt den Gesang nach und besitzt ein ungeahntes Talent fürs Singen. Da nur Jungen die Singschule in der Stadt besuchen dürfen, wagt Ellyn den gefährlichen Schritt und sichert sich verkleidet als Junge die Ausbildung ihrer Träume. Doch als königliche Gesandte auf Ellyns wunderschönen Gesang aufmerksam werden, wird das Mädchen für einen Chor rekrutiert, der für Elisabeth die I. singen soll. Zum ersten Mal in ihrem Leben ist Ellyn weit entfernt von ihrer Familie, ganz alleine mit ihrem Geheimnis… Meine Meinung Nell Leyshons berührenden Werke »Die Farbe von Milch« und »Der Wald« haben mich tief beeindruckt, sodass die Erwartungen an ihren neuesten Roman »Ich, Ellyn« dementsprechend hochgesteckt sind. Was soll ich sagen, auch dieser historische Roman aus dem 16. Jahrhundert hat mich gefesselt und bewegt! Zugegeben, die besonders stilisierte Schreibweise von Nell Leyshon verlangt einem einige Seiten ab, um sich einzulesen, handelt es sich zunächst um einen Fließtext in Kleinschreibung mit fehlender Interpunktion und auch die grammatikalische Ausdrucksweise ist auf den Sprachgebrauch von Nell Leyshons Titelheldin Ellyn angepasst. Im Laufe des Romans spürt man die Entwicklung von Ellyn auch alleine an der Veränderung, die der Text durchmacht, denn nach und nach kommen Großschreibung, Interpunktion und eine gebildetere Sprache hinzu. Natürlich ist das auch große Geschmackssache, aber ich finde es lohnt sich ungemein, sich darauf einzulassen, denn es verleiht der Geschichte einen unglaublich authentischen Touch. Fasziniert von Ellyns atemberaubender Entwicklung, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es fast in einem Rutsch verschlungen. Der größte Reiz an »Ich, Ellyn« übte für mich die Wahrnehmung der Titelheldin aus, wie sich ihre kleine Welt des abgeschiedenen Landlebens nach und nach ausweitet und schließlich Bildung ihren Horizont erweitert und dabei ihr bisheriges Wissen in den Schatten stellt. Dies ist zum Teil auch recht schmerzlich für die Protagonistin, vor allem in Anbetracht ihrer familiären Beziehung, denn Ellyn wächst über das einfache Leben hinaus. Nell Leyshon steckt unglaublich viel Empowerment in ihre Geschichte, welches Mädchen und Frauen Mut machen kann und sie darin bestärkt ihren Weg zu gehen. Fazit Ungewöhnlich wie immer beschert Nell Leyshon mit ihrem neuesten historischen Roman eine mitreißende Geschichte über die Emanzipation eines Bauernmädchens in der frühen Neuzeit. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 27.04.2022
Ellyn, ist die Tochter eines armen Bauern im 16. Jahrhundert. Sie arbeitet täglich von früh bis spät auf dem Feld, kümmert sich um das Vieh und ist den Launen ihrer Familie ausgesetzt. Ihr Leben ist trostlos, sie wird kaum satt, besitzt keine Schuhe und man spricht nur im Imperativ mit ihr. Sie hat keine Vorstellung davon, dass die Welt nicht nur aus dem kleinen Stückchen Land ihrer Eltern besteht. Eines Tages, als Ellyn für die Familie zum Markt geht, sieht sie zum ersten mal eine Kirche und ist von dem Singen dort gefangen. So sehr, dass sie fortan die Musik nachahmt. Von der Faszination des Singens geleitet, möchte Ellyn unbedingt dem Kirchenchor beitreten, welcher aber nur Knaben vorbehalten ist. Der neue Roman von Nell Leyson ist auch wie sein Vorgänger „Die Farbe von Milch“ zart und fein geschrieben. Das Besondere ist hier die Schreibweise, die sich während des Buches mehrfach ändert. Zu Beginn gibt es weder Satzzeichen noch Gross- oder Kleinschreibung. Die Sprache ist derbe und simpel, aber im weiteren Verlauf entwickelt sich die Schreibweise und Wortwahl parallel zur Weiterentwicklung Ellyns auf ein gehobenes Niveau. Mir hat auch dieses Buch der Autorin wieder sehr gut gefallen. Ein Highlight aus dem Haus Eisele. 4½ Sterne „ich habs gemacht weil es mehr auf dieser Welt gibt als bloß das hier gibt es aber nicht gibt es schon ich habs gesehn meinst du du bist besser als ich das hab ich nie gesagt ich hab bloß gesagt dass es mehr auf dieser welt gibt als das hier bevor ich weiß wie mir geschieht gibt sie mir ohrfeige und ich lege hand auf gesicht aber es hört nicht auf es tut weh und nicht nur gesicht wehtun sondern etwas in mir tut weh wir sagen nichts stehen einfach nur da dann" (S.124 Tolino)
Ich, Ellyn – Nell Leyshon (Werbung) Dies ist nun der dritte Roman von Nell Leyshon und nachdem mich schon ihr Erstling „Die Farbe von Milch“ begeistern konnte, ja man kann sogar sagen, dass es ein Jahreshighlight war, war ich deswegen sehr gespannt auf „Ich, Ellyn“. Wir befinden uns in England, 1573 und lernen das junge Mädchen Ellyn kennen, die zusammen mit ihren Eltern unter den ärmsten Verhältnissen lebt, ihr Leben ist geprägt von Hunger, Arbeit, Schmutz und vielen Schlägen. Liebe und Zärtlichkeit kennt sie nicht. Genauso wie die Umstände in denen sie lebt so ist auch ihre Sprache und wir als Leser nehmen unmittelbar und direkt daran teil. Durch dieses teilhaben kommen wir Ellyn ganz nahe. Als ihre kleine Schwester Agnes geboren wird flutet zum ersten Mal so etwas wie Licht und tiefe Liebe Ellyns Herz. „ich hab so ein fühlen so ein fühlen als ob sommer herbst winter auf einmal kommt so ein fühlen als würd nichts niemals wieder dasselbe sein.“ Als Ellyn eines Tages zum Markt muss wird sie von dem Gesang aus der Kirche angelockt, und da sie selbst ohne es zu wissen über eine begnadete Stimme verfügt, könnte sie in der dortigen Singschule aufgenommen werden, wenn sie ein Junge wäre. Und so wird Ellyn zu John, und beschließt die Farm und Agnes zu verlassen. Aber, sie will wiederkommen um für sich und Agnes das Recht auf ein besseres Leben zu erkämpfen. Indem sich Ellyn entwickelt umso mehr sie lernt, desto mehr entwickelt sich auch ihre Sprache, und dieses Bewusstsein werden hat mich tief berührt. Ich werde sie, genauso wie Mary die Protagonistin aus „Die Farbe von Milch“ lange nicht vergessen können. Von mir eine große Leseempfehlung. „..und wenn du lesen kannst, wirst du eine tür in deinem inneren aufmachen und du wirst sehen wie ein schöner satz dir tränen in die augen treiben kann…“ #buchtipp #ichellyn #nellleyshon #diefarbevonmlch #bookstagram #highlight #leilanis_books

„Ich, Ellyn“ ist ein Buch, welches verblüfft. Bevor man mit der Lektüre beginnt, sollte klar sein, dass es sich hierbei um eine Geschichte handelt, die den Inhalt nicht nur mit Worten allein vermittelt, sondern auch mit der Gestaltung dieser Worte. Während der Geschichte entwickelt sich auch die Sprache des Romans. Die Protagonistin wird älter und lernt dazu und ihre sprachlichen Möglichkeiten, sich auszudrücken, wachsen stetig. Zunächst war ich erst etwas abgeschreckt vom einfältigen Ton und verwirrt, weil ich nicht wusste, dass die Autorin diesen Stil verwendete. Doch je mehr ich mich darauf einließ, desto großartiger fand ich das Konzept. Die Geschichte, die erzählt wird, handelt von einem jungen Bauermädchen namens Ellyn, die von ihrem ärmlichen Leben nicht viel zu erwarten hat. Im 16. Jahrhundert in England war sich jede:r beim Essen der/die nächste. Männer und Jungen galten als wichtig und besonders. Frauen und Mädchen passierten einfach. Doch Ellyn bricht aus den festen Strukturen ihres Alltags, als sie zum Gesang findet. Ihre Stimme ist so unglaublich, dass selbst Männer dem Mädchen plötzlich zuhörten. Doch dennoch kann sie nicht auf eine Schule. Also beschließt Ellyn sich als Junge vorzustellen und bekommt prompt einen Platz. Solange die Pubertät nicht eingesetzt hatte, konnte sie lernen. Diesen Prozess dürfen wir nicht nur inhaltlich sondern auch sprachlich begleiten und erleben auf zweifache Weise eine Geschichte, die überwältigend ist. Nell Leyshon und Wibke Kuhn nehmen einen mit auf eine Reise in die Vergangenheit und zeigen auf sprachlich höchst verzückender Weise eine Geschichte der Emanzipation.
Als ich den Roman Farbe von Milch las, war ich begeistert von Nell Leyshon´s Herangehensweise. Sie bringt einem ihre Protagonisten so nah und lässt eine emotionale Bindung zu. Genau so empfand ich auch Ich, Ellyn. Sie ist ein Bauernmädchen aus der Zeit von Elisabeth der I. Ich , Ellyn erzählt von einem Mädchen, welches die Chance bekommt im Kirchenchor zu singen,. Dieser war nur für Knaben zugänglich. Sie verkleidet sich als Junge und als Königin Elisabeth für ihren Knabenchor einen Sänger sucht, bekommt Ellyn die Große Chance ihr Leben zu ändern. Der Schreibstil wird dem Wissenstand und dem Bewusstsein von Ellyn angepasst und verändert sich im Laufe der Geschichte. Keine Kommas oder Punkte. Ich mag sowas und empfinde dadurch eine starke Bindung zur Protagonistin.. Ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht jedem liegt, denn es war gerade am Anfang sehr anstrengend.. Wer sich darauf einlässt wird eine wundervolle Geschichte erleben und Ellyn ins Herz schließen.
Beschreibung 1573. In England wächst Ellyn auf einer Art Bauernhof unter ärmlichen Verhältnissen heran. Die seit kurzem fünfköpfige Familie hat kaum ausreichend Essen und der Vater ist durch einen Unfall ans Bett gefesselt, sodass ein großer Teil der Arbeit von Ellyn und ihrem Bruder erfüllt werden. Als sie eines Tages zum Markt in die Stadt geschickt wird, um etwas zu verkaufen, wird sie von der Musik, die aus der Kirche dringt, magisch angezogen. So etwas hat Ellyn noch nie gehört, und so etwas hat sie auch noch nie gefühlt. Ellyn ahmt den Gesang nach und besitzt ein ungeahntes Talent fürs Singen. Da nur Jungen die Singschule in der Stadt besuchen dürfen, wagt Ellyn den gefährlichen Schritt und sichert sich verkleidet als Junge die Ausbildung ihrer Träume. Doch als königliche Gesandte auf Ellyns wunderschönen Gesang aufmerksam werden, wird das Mädchen für einen Chor rekrutiert, der für Elisabeth die I. singen soll. Zum ersten Mal in ihrem Leben ist Ellyn weit entfernt von ihrer Familie, ganz alleine mit ihrem Geheimnis… Meine Meinung Nell Leyshons berührenden Werke »Die Farbe von Milch« und »Der Wald« haben mich tief beeindruckt, sodass die Erwartungen an ihren neuesten Roman »Ich, Ellyn« dementsprechend hochgesteckt sind. Was soll ich sagen, auch dieser historische Roman aus dem 16. Jahrhundert hat mich gefesselt und bewegt! Zugegeben, die besonders stilisierte Schreibweise von Nell Leyshon verlangt einem einige Seiten ab, um sich einzulesen, handelt es sich zunächst um einen Fließtext in Kleinschreibung mit fehlender Interpunktion und auch die grammatikalische Ausdrucksweise ist auf den Sprachgebrauch von Nell Leyshons Titelheldin Ellyn angepasst. Im Laufe des Romans spürt man die Entwicklung von Ellyn auch alleine an der Veränderung, die der Text durchmacht, denn nach und nach kommen Großschreibung, Interpunktion und eine gebildetere Sprache hinzu. Natürlich ist das auch große Geschmackssache, aber ich finde es lohnt sich ungemein, sich darauf einzulassen, denn es verleiht der Geschichte einen unglaublich authentischen Touch. Fasziniert von Ellyns atemberaubender Entwicklung, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es fast in einem Rutsch verschlungen. Der größte Reiz an »Ich, Ellyn« übte für mich die Wahrnehmung der Titelheldin aus, wie sich ihre kleine Welt des abgeschiedenen Landlebens nach und nach ausweitet und schließlich Bildung ihren Horizont erweitert und dabei ihr bisheriges Wissen in den Schatten stellt. Dies ist zum Teil auch recht schmerzlich für die Protagonistin, vor allem in Anbetracht ihrer familiären Beziehung, denn Ellyn wächst über das einfache Leben hinaus. Nell Leyshon steckt unglaublich viel Empowerment in ihre Geschichte, welches Mädchen und Frauen Mut machen kann und sie darin bestärkt ihren Weg zu gehen. Fazit Ungewöhnlich wie immer beschert Nell Leyshon mit ihrem neuesten historischen Roman eine mitreißende Geschichte über die Emanzipation eines Bauernmädchens in der frühen Neuzeit. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 27.04.2022
"Ich wünschte, du könntest wissen, was ein Mädchen schaffen kann." (S. 192)
Ihr solltet das Buch lesen wenn ihr: • einen kurzen Roman über ein Mädchen lesen möchtet, das als Mädchen zu damaligen Zeiten eigentlich keine Chancen hat und trotzdem alles tut, um die gleichen Rechte zu haben wie ein Junge • "Die Farbe von Milch" gelesen habt und ein weiteres Buch der Autorin lesen möchtet, dass von der Prämisse und Stimmung sehr ähnlich ist Was mir gut (+) und was mir nicht so gut (-) gefallen hat: + Ellyn ist eine starke Protagonistin, die einen nüchternen Blick auf die Welt hat; wir begleiten sie bei ihrer Reise und dabei, wie sie eine andere Welt außerhalb ihres Zuhauses kennenlernt; ich habe Ellyn sehr gerne begleitet und hätte es auch gerne noch länger getan + der Frauenhass der im Jahre 1573 Standard war, kommt sehr deutlich durch und die Autorin schafft es trotzdem, dass dieses Buch hoffnungsvoll wirkt; aber auch niederschmetternd, weil wir Leser eben wissen, wieviele Jahrhunderte es noch dauern wird, bis Frauen endlich mehr Rechte bekommen + ich mag den Schreibstil der Autorin und ihre Art Geschichten zu erzählen und ich habe mir ein paar Stellen markiert, die mich sprachlich besonders bewegt haben - Ich habe sehr lange gebraucht, um nicht mehr über manche Sätze zu stolpern (das ganze Buch ist kleingeschrieben, verzichtet auch Kommasetzung und besonders in der ersten Hälfte ist es auch grammatikalisch falsch geschrieben; das ist ein Stilmittel, weil es zeigt, das Ellyn aus sehr einfach Verhältnissen kommt und keinen Zugang zu Bildung hatte); der Schreibstil sorgt für Atmosphäre aber gerade zu Beginn bin ich oft drüber gestolpert und konnte mich nicht daran gewöhnen; für mich wäre es besser gewesen, manche Sätze in ihrer "Falschheit" etwas abzuschwächen, damit ich sie nicht mehrmals lesen muss, um sie zu verstehen






















