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Poetry & Drama

"Einige Herren sagten etwas dazu"

4.4(60)
Hardcover€24.00E-Book€19.99
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About the book

Nicole Seifert erzählt die Geschichte der Gruppe 47 aus einer neuen Perspektive: der der Frauen. Ihr Ergebnis kommt einer Sensation gleich. »Einige Herren sagten etwas dazu« macht es zwingend, die deutsche Gegenwartsliteratur neu zu denken, die literarische Landschaft neu zu ordnen.

Es waren viel mehr Autorinnen bei den berühmt-berüchtigten Treffen der Gruppe 47 als Ingeborg Bachmann und Ilse Aichinger, aber sie sind in Vergessenheit geraten, sie fielen aus der Geschichte heraus – wie sich nun herausstellt, hatte man ihnen oftmals gar nicht erst Zutritt gewährt. Und wurden sie miterzählt, dann nicht als Autorinnen ihrer Texte, sondern als begehrenswerte Körper oder als tragische Wesen. Nicole Seifert erzählt von den Erfahrungen der Autorinnen bei der Gruppe 47, von ihrem Leben in den Fünfziger- und Sechzigerjahren in der BRD und von ihren Werken.

Ein kluges, augenöffnendes Buch, das sofort große Lektürelust entfacht. Schriftstellerinnen wie Gisela Elsner und Gabriele Wohmann müssen neu gelesen, Schriftstellerinnen wie Ruth Rehmann, Helga M. Novak und Barbara König neu entdeckt werden. Ein ganz neuer Blick auf die Gruppe 47 und die Nachkriegsliteratur, der uns bis in die Gegenwart führt.

Editions (1)

ISBN9783462003536
PublisherKiepenheuer & Witsch
Publication Date02/08/24
Pages352

Reviews & Ratings

60 ratings

15 reviews

4.4

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  • bea777
    bea777

    482 Followers

    4.0

    Ein Buch über ein wichtiges Stück Literaturgeschichte!

    Nicole Seifert hat mit diesem informativen Buch vielen Autorinnen der 1950er und 1960er Jahre die Anerkennung gewährt, die ihnen zu Lebzeiten verwehrt wurde. Im Mittelpunkt des Buches steht die Gruppe 47. Ein nicht-institutionalisierter Zusammenschluss von Schreibenden unter der Rigide von Hans Werner Richter. Ein Mal im Jahr tagte in der Zeit von 1947 bis 1967 die Gruppe 47. Von Richter Auserwählte durften bei diesen Tagungen literarische Beiträge vorlesen und sich danach der Kritik der anderen Gäste stellen. Wobei es sich dabei vor allem um die Kritik der männlichen Teilnehmenden handelt. Unter den Vorlesenden waren Männer wir Grass Böll, Enzensberger, Reich-Ranicki usw. Von den Frauen sind mir hingegen nur Ingeborg Bachmann und Ilse Aichinger bekannt. Viele weitere Frauen haben sich bei der Gruppe 47 mit einer zum Teil sehr harschen Kritik konfrontiert gesehen. Sie wurden von den männlichen Anwesenden mit Ohren Themen nicht ernst genommen und als Autorinnen für Frauenliteratur herab gewürdigt. Sehr eindrücklich beschreibt Nicole Seifert auch die Reduktion auf den Körper der Frauen. Einigen von ihnen sind diese Treffen in so schlechter Erinnerung, dass sie von weiteren Teilnahmen absagen. Das hatte die Folge, dass sie nicht gelesen, gefördert oder gehört wurden. Selbst nach zum Teil sehr tragischen Sterbefällen wurden die Autorinnen posthum nicht für ihr Schaffen gewürdigt, sondern waren Abwertungen ihres künstlerischen Schaffens ausgesetzt. Das Buch hat bei mir den Wunsch gestärkt, mich diesen vergessen Autorinnen zu widmen. Auf jeden Fall möchte ich auch das Buch Frauenliteratur von Nicole Seifert lesen.

    Oct 28, 2024

  • soephlerliest
    soephlerliest

    26 Followers

    3.0

    Wichtiges Buch, aber mir hat etwas gefehlt

    Das Thema ist wichtig und ich schätze Nicole Seifert sehr für ihre Arbeit. Ihr Vorgänger Werk „Frauen Literatur“ würde immer wieder 5 Sterne von mir bekommen. In diesem Buch, was natürlich vom Thema her sehr viel spezieller ist, habe ich nicht ganz das gefunden, was ich erwartet hatte. Ich weiß nicht, ob ich es erklärt bekomme. Irgendwie fühle ich mich als Leserin weniger abgeholt als im Vorgänger. Die beschriebenen Frauen bleiben oberflächlich skizziert, was vielleicht dem Fakt zu schulden ist, dass eben nicht so viel über sie bekannt ist. Wobei ja zumindest über Ingeborg Bachmann sehr viel mehr bekannt sein müsste, als man im Buch erfährt. Der Ton von Seifert ist mir auch an der einen oder anderen Stelle negativ aufgefallen. Ich möchte auf keinen Fall in Tone Policy verfallen, aber an einigen Stellen wurde mir nicht klar, warum sie so abschätzig formuliert. Hm, diese Bewertung ist nun wenig konkret. Ein bisschen wie das Buch vielleicht. Schade für uns beide.

    May 12, 2025

  • 5.0

    Eine wertvolle Aufarbeitung eines Stücks Literaturgeschichte ❣️

    In ihrem Buch „Einige Herren sagten etwas dazu“ beweist Nicole Seifert, dass die Literaturelite der Nachkriegszeit wenig Wertschätzung für Frauen übrig hatte . Innerhalb der Gruppe 47 waren sie mehr als Anhängsel gefragt, als dass sie als vollwertige Intellektuelle wahrgenommen wurden. Ihr Vorgängerbuch „Frauenliteratur“ führte in der Literaturbubble zu einigen hitzigen Diskussionen rund um Macht und Ohnmacht in der Literaturszene, wo leider immer noch Männer überwiegend die Oberhand haben. In ihrem neuen Buch lernen wir die Autorinnen der Gruppe 47 kennen, mit denen ich mich zuvor literarisch (leider!) noch nicht beschäftigt hatte. Sie richtet ihren Fokus auf Autorinnen wie Ingeborg Bachmann und Ilse Aichinger und bringt uns die in Vergessenheit geratene Bedeutung der Gruppe 47 näher. Die Verlegerin und Autorin Nicole Seifert schildert wissenschaftlich fundiert anhand von einer großen Quellensammlung aus Briefen, Notizen und Jubiläumsschriften die Fehltritte, die sich einige Herren geleistet haben - nicht ohne das eine oder andere Augenzwinkern oder hier und da mal eine spöttische Bemerkung anzubringen (herrlich!). Sie folgt dabei einer Chronologie von der Gründungstagung 1947 bis hin zur letzten Veranstaltung 1967. Die einzelnen Kapitel behandeln Autorinnen und ihre Rezeption bzw. deren Herabwürdigung in der Gruppe 47 bei konkreten Tagungen. Mit Reflektion der Lektüre wird schnell deutlich, warum viele Autorinnen nur ein- oder wenige Male teilgenommen haben. Es herrschte ein rauer Umgangston, der die Geringschätzung der Herren zum Ausdruck brachte. Nicole Seifert geht auch auf die Aufarbeitung des Nationalsozialismus und Holocaust in der Gruppe 47 näher ein und eröffnet damit eine umfassende Perspektive auf die Gruppe, abseits des Hauptthemas. Für mich war es absolut skandalös zu lesen, was für ein Umgang Kritiker und Autoren mit den Autorinnen pflegten und wie sie über selbige schrieben. Es tat weh die eine oder andere von Männern verfasste Zeile über die Autorinnen der Gruppe 47 zu lesen - Nicole Seifert legt mit diesem Buch den Finger tief in die Wunde des Literaturbetriebs. Da bleibt nur zu hoffen, dass die heutigen Autorinnen nicht auf vergangenen Pfaden wandeln, sondern, dass ihnen der Respekt gebührt wird, den sie verdient haben. Für mich war „Einige Herren sagten etwas dazu“ eine ebenso kenntnis- wie aufschlussreiche Betrachtung der Gruppe 47, nach dessen Lektüre meine Leseliste um viele Titel der genannten Autorinnen reicher ist - danke Nicole Seifert für die Aufarbeitung dieses eindrücklichen Stücks Literaturgeschichte!

    Aug 6, 2024

3 of 15 reviews

Author

About Nicole Seifert

Nicole Seifert ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und gelernte Verlagsbuchhändlerin und arbeitet als Übersetzerin und Autorin. Ihr Buch »FrauenLiteratur. Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt« erschien 2021 und löste eine Debatte über weibliches Schreiben aus. Nicole Seifert ist Mitherausgeberin der Reihe »rororo Entdeckungen«, in der Romane unbekannter Autorinnen des 20. Jahrhunderts (wieder)veröffentlicht werden. Zuletzt erschien von ihr bei Kiepenheuer & Witsch »Einige Herrren sagten etwas dazu. Die Autorinnen der Gruppe 47«.

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