Fallensteller
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Description
Ein vom Leben nicht sehr verwöhnter alter Mann hat eine Leidenschaft für die Magie. Er bittet um Ruhe für die Große Illusion. Aber die Gemeinde trinkt Kaffee und hält nicht still.
Ein geheimnisvoller schwarzgekleideter Mann taucht in unserem Dorf auf, er behauptet, Fallen herstellen zu können für jeden Zweck, nicht nur für das Tier. Mit dem Fallensteller kehrt Stanišić nach Fürstenfelde zurück, jenes uckermärkische Dorf, das den Lesern aus „Vor dem Fest“ bekannt ist, und in dem alles immer möglich ist, auch Magie.
„Ich finde Bäume nur als Schrank super“, ruft der naturabgeneigte Erzähler der Geschichte „Im Ferienlager im Wald“. Immerhin freundet er sich mit Hirschen an und spielt eine Runde Fifa auf der X-Box mit ihnen.
Ständig auf der Reise sind "der unterhaltsame Gesetzesbrechers Mo und seine wohlstandstrübsinnige Begleiterin“ (Hamburger Abendblatt). Zwei Freunde, die mit Karacho und Geschick ihren Sehnsüchten hinterher jagen, quer durch Europa: einer christlichen Menschenrechtsaktivistin, einer syrischen Surrealistin, einem bedrohten Vogel. Um nur ein paar zu nennen.
Dies sind Geschichten über Menschen, die Fallen stellen, Menschen, die sich locken lassen, Menschen die sich befreien - im Krieg und im Spiel, mit Trug und Tricks und Mut und Witz.
Book Information
Author Description
Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Werke wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt und viele Male ausgezeichnet. Saša Stanišić lebt und arbeitet in Hamburg. Er ist dort Fußballtrainer einer F-Jugend.
Posts
Ein klassischer Stanisic
Stanisic hat eine Sprache und Stimme die seinesgleichen sucht. Seine Geschichten ziehen mich immer wieder in den Bann, so auch diese Sammlung von Kurzgeschichten. Manchmal so lustig, dass man laut auflachen muss, manchmal so traurig, dass man verstummt. Für mich eine der stärksten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.
Fallensteller - Wortakrobatik im uckermärkischen Labyrinth
Dieses Buch ist eine Sammlung von Geschichten, die sich alle um ein Thema drehen: Wie wir versuchen, die Welt und andere Menschen einzufangen. Der rote Faden ist dabei oft die Frage, wer hier eigentlich wen austrickst. Im Zentrum steht ein mysteriöser Gast, der in einem kleinen Dorf in der Uckermark auftaucht und behauptet, ein „Fallensteller“ zu sein. Er jagt aber keine Füchse, sondern scheint es auf die Sehnsüchte und Geheimnisse der Dorfbewohner abgesehen zu haben. Das Dorf wird so zur Bühne für skurrile Begegnungen. In anderen Teilen des Buches verlassen wir die Provinz: Wir begleiten zwei Freunde, die in der Fremde versuchen, mit absurden Geschäftsideen reich zu werden, oder beobachten einen alternden Magier, der den Unterschied zwischen seinen Tricks und der Wirklichkeit vergisst. Es geht um Menschen auf der Flucht, um die Suche nach Heimat und um den Versuch, sich im Leben einen Platz zu sichern, der nicht sofort wieder wegbricht. Die Erzählungen sind sprachlich brillant und stecken voller kleiner Beobachtungen, die den Alltag plötzlich magisch wirken lassen. Besonders stark ist der Humor: Er ist niemals platt, sondern schleicht sich leise an. Die Atmosphäre in dem uckermärkischen Dorf ist so dicht beschrieben, dass man den Staub der Landstraße fast riechen kann. Es ist faszinierend zu sehen, wie hier das Große im Kleinen verhandelt wird. Trotz der tollen Atmosphäre fühlt sich das Buch manchmal wie ein Puzzle an, bei dem ein paar Teile fehlen. Da die Handlung immer wieder wegspringt – von der Provinz zu einem anderen Ort oder in die Welt der Magie – verliert man leicht den Anschluss. Manche Passagen ziehen sich in die Länge, weil das Spiel mit der Sprache wichtiger wird als die eigentliche Geschichte. Wer wissen will, wie die Sache mit dem Fallensteller im Dorf konkret ausgeht, wird zudem mit einem recht offenen, fast schon flüchtigen Ende konfrontiert, das einen etwas ratlos zurücklassen kann. Fazit: Ein Buch für Genießer, die gerne zwischen den Zeilen lesen und sich an klugen Beobachtungen erfreuen. Wer eine kompakte Geschichte mit klarem Ziel sucht, könnte sich in diesen verzweigten Erzählwelten allerdings etwas verloren vorkommen. Von mir 7 von 10 P. (Band aus meinem Bestand)

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Ein vom Leben nicht sehr verwöhnter alter Mann hat eine Leidenschaft für die Magie. Er bittet um Ruhe für die Große Illusion. Aber die Gemeinde trinkt Kaffee und hält nicht still.
Ein geheimnisvoller schwarzgekleideter Mann taucht in unserem Dorf auf, er behauptet, Fallen herstellen zu können für jeden Zweck, nicht nur für das Tier. Mit dem Fallensteller kehrt Stanišić nach Fürstenfelde zurück, jenes uckermärkische Dorf, das den Lesern aus „Vor dem Fest“ bekannt ist, und in dem alles immer möglich ist, auch Magie.
„Ich finde Bäume nur als Schrank super“, ruft der naturabgeneigte Erzähler der Geschichte „Im Ferienlager im Wald“. Immerhin freundet er sich mit Hirschen an und spielt eine Runde Fifa auf der X-Box mit ihnen.
Ständig auf der Reise sind "der unterhaltsame Gesetzesbrechers Mo und seine wohlstandstrübsinnige Begleiterin“ (Hamburger Abendblatt). Zwei Freunde, die mit Karacho und Geschick ihren Sehnsüchten hinterher jagen, quer durch Europa: einer christlichen Menschenrechtsaktivistin, einer syrischen Surrealistin, einem bedrohten Vogel. Um nur ein paar zu nennen.
Dies sind Geschichten über Menschen, die Fallen stellen, Menschen, die sich locken lassen, Menschen die sich befreien - im Krieg und im Spiel, mit Trug und Tricks und Mut und Witz.
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Author Description
Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Werke wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt und viele Male ausgezeichnet. Saša Stanišić lebt und arbeitet in Hamburg. Er ist dort Fußballtrainer einer F-Jugend.
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Ein klassischer Stanisic
Stanisic hat eine Sprache und Stimme die seinesgleichen sucht. Seine Geschichten ziehen mich immer wieder in den Bann, so auch diese Sammlung von Kurzgeschichten. Manchmal so lustig, dass man laut auflachen muss, manchmal so traurig, dass man verstummt. Für mich eine der stärksten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.
Fallensteller - Wortakrobatik im uckermärkischen Labyrinth
Dieses Buch ist eine Sammlung von Geschichten, die sich alle um ein Thema drehen: Wie wir versuchen, die Welt und andere Menschen einzufangen. Der rote Faden ist dabei oft die Frage, wer hier eigentlich wen austrickst. Im Zentrum steht ein mysteriöser Gast, der in einem kleinen Dorf in der Uckermark auftaucht und behauptet, ein „Fallensteller“ zu sein. Er jagt aber keine Füchse, sondern scheint es auf die Sehnsüchte und Geheimnisse der Dorfbewohner abgesehen zu haben. Das Dorf wird so zur Bühne für skurrile Begegnungen. In anderen Teilen des Buches verlassen wir die Provinz: Wir begleiten zwei Freunde, die in der Fremde versuchen, mit absurden Geschäftsideen reich zu werden, oder beobachten einen alternden Magier, der den Unterschied zwischen seinen Tricks und der Wirklichkeit vergisst. Es geht um Menschen auf der Flucht, um die Suche nach Heimat und um den Versuch, sich im Leben einen Platz zu sichern, der nicht sofort wieder wegbricht. Die Erzählungen sind sprachlich brillant und stecken voller kleiner Beobachtungen, die den Alltag plötzlich magisch wirken lassen. Besonders stark ist der Humor: Er ist niemals platt, sondern schleicht sich leise an. Die Atmosphäre in dem uckermärkischen Dorf ist so dicht beschrieben, dass man den Staub der Landstraße fast riechen kann. Es ist faszinierend zu sehen, wie hier das Große im Kleinen verhandelt wird. Trotz der tollen Atmosphäre fühlt sich das Buch manchmal wie ein Puzzle an, bei dem ein paar Teile fehlen. Da die Handlung immer wieder wegspringt – von der Provinz zu einem anderen Ort oder in die Welt der Magie – verliert man leicht den Anschluss. Manche Passagen ziehen sich in die Länge, weil das Spiel mit der Sprache wichtiger wird als die eigentliche Geschichte. Wer wissen will, wie die Sache mit dem Fallensteller im Dorf konkret ausgeht, wird zudem mit einem recht offenen, fast schon flüchtigen Ende konfrontiert, das einen etwas ratlos zurücklassen kann. Fazit: Ein Buch für Genießer, die gerne zwischen den Zeilen lesen und sich an klugen Beobachtungen erfreuen. Wer eine kompakte Geschichte mit klarem Ziel sucht, könnte sich in diesen verzweigten Erzählwelten allerdings etwas verloren vorkommen. Von mir 7 von 10 P. (Band aus meinem Bestand)








