Eure Heimat ist unser Albtraum
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Wie fühlt es sich an, tagtäglich als „Bedrohung“ wahrgenommen zu werden? Wie viel Vertrauen besteht nach dem NSU-Skandal noch in die Sicherheitsbehörden? Was bedeutet es, sich bei jeder Krise im Namen des gesamten Heimatlandes oder der Religionszugehörigkeit der Eltern rechtfertigen zu müssen? Und wie wirkt sich Rassismus auf die Sexualität aus?
Dieses Buch ist ein Manifest gegen Heimat – einem völkisch verklärten Konzept, gegen dessen Normalisierung sich 14 deutschsprachige Autor_innen wehren. Zum einjährigen Bestehen des sogenannten „Heimatministeriums“ sammeln Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah schonungslose Perspektiven auf eine rassistische und antisemitische Gesellschaft. In persönlichen Essays geben sie Einblick in ihren Alltag und halten Deutschland den Spiegel vor: einem Land, das sich als vorbildliche Demokratie begreift und gleichzeitig einen Teil seiner Mitglieder als »anders« markiert, kaum schützt oder wertschätzt.
Mit Beiträgen von Sasha Marianna Salzmann, Sharon Dodua Otoo, Max Czollek, Mithu Sanyal, Margarete Stokowski, Olga Grjasnowa, Reyhan Şahin, Deniz Utlu, Simone Dede Ayivi, Enrico Ippolito, Nadia Shehadeh, Vina Yun, Hengameh Yaghoobifarah und Fatma Aydemir.
Book Information
Author Description
Fatma Aydemir, 1986 in Karlsruhe geboren, war Kolumnistin und Redakteurin bei der taz. 2017 erschien ihr Debütroman Ellbogen, für den sie mit dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet wurde. Ihr zweiter Roman Dschinns wurde mit dem Robert-Gernhardt-Preis und dem Preis der LiteraTour Nord 2023 ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.
Posts
Heimat oder Albtraum
Als Reaktion auf die Umbenennung des Innenministeriums im Jahr 2018 zum „Ministerium für Inneres, Bau und Heimat“ entstand dieser Essayband. Für viele Menschen in Deutschland, die nicht dem Bild des normweißen deutschen cis Mannes entsprechen, ist der Begriff „Heimat“ leider vorbelastet. Besonders seit der NS-Zeit ist er ideologisch geprägt. Im Vorwort heißt es: „Heimat“ hat in Deutschland nie einen realen Ort, sondern immer schon die Sehnsucht nach einem bestimmten Ideal beschrieben: einer homogenen, christlichen weißen Gesellschaft, in der Männer das Sagen haben, Frauen sich vor allem ums Kinderkriegen kümmern und andere Lebensrealitäten schlicht nicht vorkommen. 14 deutschsprachige Autor:innen kommen in diesem Buch zu Wort. Man lernt sehr viel aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und ich als weißer cis Mann bin froh, dieses Buch gelesen und diese Stimmen gehört zu haben. Manche Texte sind emotional, andere eher theoretisch, aber jede für sich ist eine Stimme für mehr Zusammenhalt und gegen Spaltung sowie rechte Ideologien. Ein Essay, der mich besonders berührt hat, stammt von Sharon Dodua Otoo und heißt „Liebe“. Er besteht aus einem offenen Gespräch mit ihrem 19-jährigen Sohn, in dem sie beschreibt, wie sie ihn immer wieder auf rassistische Erfahrungen vorbereitet hat. Er sagt: „Ich wollte mich für meine politische Rüstung bedanken. Doch es ist ein Dilemma für mich, weil mir nie der Segen der Unwissenheit erhalten blieb.“ Auch sagt er: „Ich hatte nicht darüber nachgedacht, dass ich als schwarzer Teenager für meine Lehrer:innen viel beängstigender war als ein weißer Teenager.“ Und an einer Stelle heißt es: „Es ist absolut gesellschaftlich akzeptiert, wenn bestimmte Männer wütend sind. Sie dürfen und werden sogar ermutigt, aggressiv zu sein, denn dieses Verhalten gilt als besonders männlich und als Zeichen der Stärke. Je lauter weiße cis hetero Männer werden, desto mehr Recht bekommen sie.“ Ich denke, in diesem Essayband findet vermutlich jede:r einen Teil, der inspiriert und auf den man aufbauen kann. Ich habe 14 Tage lang jeden Tag einen Essay gelesen, damit mehr hängen bleibt und die Texte auch wirklich wirken können. Und ich merke jetzt schon, dass ich einige davon definitiv nochmal genauer lesen und Revue passieren lassen werde. Außerdem geben die verschiedenen Texte viele Anstöße, sich weiter mit dem Thema Rassismus auseinanderzusetzen. Das Thema ist und bleibt aktuell, mehr denn je. Auch wenn der Zusatz „Heimat“ seit 2021 nicht mehr Teil des Innenministeriums ist, spreche ich eine absolute Leseempfehlung aus. Den Zusatz hat inzwischen wohl das Ministerium für Landwirtschaft übernommen. 😅 ------ "Diskriminierung, Ausgrenzung und Zerstörung finden in einem Spannungsfeld von drei Parteien statt: die Angegriffenen, die die Angreifenden und (ganz wichtig) die Personen die sich nicht zu der angegriffenen Person bekennt und sich nicht schützend vor sie stellt."
„Aber es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Kämpfen, die du führen kannst.“
Ich war mir tatsächlich lange unsicher, wie ich das Hörbuch bewerten soll. Ohne Sterne, mit 5 Sternen aus Prinzip oder so, wie ich wirklich empfinde. Hab mich für letzteres entschieden. Inhalt: Es ginge hier viel zu weit, als dass ich einfach auf all die Essays eingehe. Obwohl, und das stört mich selbst sogar, ich mich an die wenigsten noch einfach so erinnern kann. Vielleicht wenn ich wieder reinhöre, ja, sonst eben nein. Und das tut mir auch etwas leid, denn die Essays waren in ihrer Gänze echt gut und kamen alle auf den Punkt. Aber grob: Es wurden diverse Punkte zum Thema Rassismus angesprochen. Manche hat man einfach irgendwie auf dem Schirm, manche bleiben sonst im Verborgenen. Man erfährt auch hin und wieder etwas von den einzelnen Lebensgeschichten oder von Szenarien in denen Frauenfeindlichkeit sich mit Rassismus zusätzlich kreuzt. Ich kann aber leider nur 3,5 Sterne vergeben, da für mich irgendwie etwas gefehlt hat, bzw. ich einfach nichts daraus mitnehmen kann. Vielleicht hätte ich dazu aber auch noch aufmerksamer zuhören müssen, denn für Währenddessen ist es eben logischerweise nichts.

Empfehlenswert
Inhaltlich gut und ich finde die Perspektive wichtig, aber der Stil vieler aneinander gerechter Essays ist nicht so einfach zu lesen für mich. Dennoch würde ich es jederzeit weiterempfehlen.
Ein Muss, vor allem bei der aktuellen politischen Lage.
Ein wichtiges Buch
Unbedingt lesen, um zu verstehen, was Hass Menschen gegenüber bedeuten kann.

Wieder so viel gelernt.
Ich finde es immer wieder gut die Sichtweise von anderen Menschen zu lesen und kann daraus für mich was mitnehmen. Hier sind viele gute Essays aber für mich nicht viel neues dabei. Trotzdem ein sehr empfehlenswertes Buch.
Toll an dem Hörbuch fand ich, dass die Autor*innen in den meisten Fällen ihren eigenen Text eingesprochen haben.
Kann das Buch bitte einfach jeder lesen? Danke!
Erweiterte Ausgabe
Ich habe nur die zwei neuen Beiträge dieser erweiterten Auflage gelesen, die erste Aushabe habe ich vor ein paar Jahren schon gelesen und fand sie echt super. Die beiden neuen Beiträge sind Vernunft von Dana Vowinckel und Einsamkeit von Zain Salam Assaad. Der Text von Dana Vowinckel ist eine persönliche und jüdische Perspektive auf Antisemitismus in Deutschland und den Nah-Ost-Konflikt. Er beschäftigt sich u.a. mit der Ohnmacht und Verzweiflung bzgl. des Oktober-Attentats der Hamas aus jüdischer Perspektive und gleichzeitig einer Kritik an der israelischen Politik. Ich bin dankbar für diese Perspektive und teile den Großteil ihrer Einschätzung und Kritik an der deutschen Linken. Der Text von Assaad beschäftigt sich mit Einsamkeit, Flucht, Queerness, Sprache und Rassismus und ist ehrlich gesagt etwas wirr bzw. Überladen mit wichtigen Themen und Gedanken - ich bin zudem glaub ich nicht schlau genug zu verstehen was er insgesamt sagen will bzgl seiner Einsamkeit aber auch mit einzelnen Sätze /Thesen.
Jedes einzelne Essay ist auf seine eigene Art und Weise super und aufklärerisch. Habe viele neue Eindrücke und Perspektiven mitgenommen und möchte das jetzt eigentlich dringend im Unterricht mit älteren Schüler*innen behandeln.
Wahnsinnig clevere Analysen zu Deutschland und dem Heimatbegriff. Must-Read für alle die mehr über Antidiskriminierung lernen wollen.
Solide 8/10
Solide und informativ
Das Essayband Eure Heimat ist unser Albtraum, herausgegeben von Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah, versammelt 14 Texte von Autor*innen mit unterschiedlichsten biografischen Hintergründen. Gemeinsam ist ihnen die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff „Heimat“ und der strukturellen Ausgrenzung, die dieser in Deutschland für viele Menschen bedeutet. Einige der Essays stechen dabei besonders hervor – sie sind lehrreich, eindringlich und inspirierend. Sie machen persönliche Erfahrungen nachvollziehbar, und liefern zugleich fundierte Analysen gesellschaftlicher Missstände. In diesen Momenten ist das Buch aufrüttelnd und bereichernd. Andere Beiträge hingegen bleiben weniger zugänglich – sei es aufgrund eines sperrigen Stils, theoretischer Überfrachtung oder weil der persönliche Bezug fehlt. Manche Texte wirken redundant oder verlieren sich in abstrakten Formulierungen, sodass sie nicht die gleiche emotionale oder intellektuelle Wirkung entfalten. Dennoch überzeugt das Buch in seiner Gesamtheit: Es ist ein wichtiges Statement gegen Rassismus, Ausgrenzung und Wohlfühl-Nationalismus. Die Vielfalt der Perspektiven ist seine Stärke – auch wenn nicht jeder Beitrag gleich stark ist, ergibt sich ein spannender, mutiger und notwendiger Dialog über Zugehörigkeit, Sprache, Identität und Macht in der deutschen Gesellschaft. Fazit: Eure Heimat ist unser Albtraum ist ein solides, in Teilen hervorragendes Buch, das Missstände nicht nur sichtbar macht, sondern auch klug und engagiert bespricht. Ein guter Einstieg für alle, die sich mit Rassismuskritik und postmigrantischer Literatur beschäftigen möchten.
Sehr viele spannende Texte.
Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen. Auch wenn ich mich naturgemäß nicht in jedem Text gleichermaßen wieder gefunden habe, hat es mich doch zum Nachdenken gebracht und auch einige meiner eigenen Erfahrungen hinterfragen lassen. Wie üblich bei solchen Werken lasse ich aber am Besten die für mich stärksten Passagen des Buchs für sich sprechen: „Und weil wir in den letzten Jahren immer wieder dieselbe Frage gestellt bekamen als Reaktion auf den Buchtitel, nämlich: Warum wir überhaupt noch hier sind, wenn es in diesem Land wirklich so furchtbar ist? Die Antwort ist simpel: Genau deshalb. Um eure völkische Party zu crashen." Fatma Aydemir & Hengameh Yaghoobifarah - Vorwort „Wir sind die anderen, die wissen, dass normal uns nichts zu sagen hat. Normal ist keine Autorität für uns. Wir werden füreinander da sein, wenn die Mehrheitsgesellschaft zuschaut und nicht eingreift. Wir müssen uns nicht in allem einig sein, wir müssen uns nicht einmal mögen. Aber wir wissen um die Kraft der Allianzen. Also schaffen wir unsere eigenen Strukturen, und wenn wir in Gefahr sind, werden wir uns aufeinander verlassen können. Die eigentliche Alternative für Deutschland sind wir." Sasha Marianna Salzmann - Sichtbar
Ein so wichtiges Werk, geschrieben aus mehreren Perspektiven verschiedenster Autor:innen.
Extrem wichtig, und sehr eindrücklich geschrieben!
Zu diesem Buch möchte ich gar nicht viel mehr sagen, außer: Lest es! Ich war schockiert, traurig und habe mich an einigen Stellen dafür geschämt, wie dieses Land mit Menschen anderer Herkunft umgeht… 😢
Ich halte das Buch für eine wichtige Lektüre, aber wirklich abgeholt hat es mich nicht.
Es gibt ein inneres Bedürfnis dem Buch 5🌟 zu geben, da es niemals schadet über Rassismus zu sprechen/ zu lesen. Allerdings konnte mich die Essay Sammlung nicht vollends überzeugen. Ich hätte mir mehr persönliche Einblicke und weniger wissenschaftliche Abhandlungen gewünscht. Teils fand ich es so kompliziert, dass ich Absätze mehrfach lesen und einzelne Wörter googlen musste. Das hat bei mir den Lesefluss gestört.

MUST READ!!!! Dieses Buch sollte eine Pflichtlektüre sein. Es behandelt wirklich alle Themen, die wichtig sind, wenn man sich mit Repräsentation, Othering und Rassismus beschäftigen möchte. Sehr interessante Einblicke in diverse Bereiche.
Buchrezension: “Eure Heimat ist unser Albtraum” – Hrsg. Fatma Aydemir & Hengameh Yaghoobifarah ⭐⭐⭐⭐⭐ “Eure Heimat ist unser Albtraum” ist eine Sammlung von Essays, in der 14 Autor:innen ihre Erfahrungen mit Rassismus, Diskriminierung und dem Gefühl der Ausgrenzung in Deutschland teilen. Herausgegeben von Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah, beleuchtet das Buch die Herausforderungen, denen marginalisierte Gruppen – ob aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Sexualität – in der Gesellschaft begegnen. Ein kraftvolles Zitat lautet: “Wir sind keine Gäste, die höflich eingeladen wurden und sich anpassen müssen. Wir sind Teil dieser Gesellschaft, ob sie das will oder nicht.” Das Buch bietet eine vielschichtige Perspektive auf Heimat und fordert ein Umdenken in der deutschen Gesellschaft. Es ist aufrüttelnd, klug und unverzichtbar für alle, die sich mit Integration und gesellschaftlicher Gerechtigkeit befassen.
Betroffenen Menschen marginalisierter Gruppen zu zuhören, in diesem Fall ihre Zeilen zu lesen, ist immer eine gute Idee. Das hilft Menschen und ihre Situationen zu verstehen, sich selbst zu hinterfragen und Handlungsmöglichkeiten für den diskriminierenden Alltag als Ally anderer Personen zu finden. Kann das Buch nur empfehlen, weil es durch die verschiedenen Essays der Autor:innen recht facettenreich ist.
Sehr empfehlenswert. Absolut aufweckendes Buch. Interessante und bereichernde Sichtweisen
Eine große Variation an persönlichen Einblicken
Dieses Buch ist das erste Buch über Rassismus, das ich gelesen habe, da ich mehr darüber lernen möchte und zwar aus der Sicht von Betroffenen. Auch wenn ich bereits ein offener und reflektierter Mensch bin, weiß ich, dass in unserer Alltagssprache und in unserem gesellschaftlichen Umgang noch viel Rassismus vorhanden ist und ich möchte mir dessen noch bewusster werden, um diese Dinge verlernen bzw. ändern zu können. Außerdem möchte ich mir meiner Privilegien bewusst werden, die für mich im Leben bisher selbstverständlich waren, da ich keine anderen Perspektiven kenne. Dieses Buch enthält viele Kurzgeschichten von unterschiedlichsten Autor*innen, die sich jeweils ein Thema vorgenommen haben, über das sie berichten wollen und das jeweils in ihrem eigenen Erzählstil. Es geht unter anderem darum, als Jüdin in Deutschland Sichtbarkeit zu schaffen, es geht um Nachteile bei der Jobsuche, es geht um einen Deutschen, der in den USA inhaftiert wurde und keine Unterstützung aus Deutschland erhalten hat, da er türkische Wurzeln hat, es geht um eine Mutter, die ihre Kinder von klein auf über den zu erwartenden Rassismus aufklärt, es geht um die fehlende Unschuldsvermutung bei Migrant*innen, es geht um das Thema Blutrecht und den Begriff Heimat, es geht um die verstärkten Vorurteile gegen Muslime seit dem 11. September, es geht um das Ranking innerhalb von Migrant*innen (bspw. Vergleich von arabischen und osteuropäischen Migrant*innen), es geht um fremdes, exotisches Essen, welches für Migrant*innen ein Stück Vertrautheit bedeutet, es geht um die positive sowie negative Einstufung von Bilingualität, je nachdem wer die Sprachen spricht, es geht um vulgären Feminismus, es geht um die deutsche Vergangenheitsbewältigung bezüglich des zweiten Weltkriegs und es geht um den fehlenden Zusammenhalt bei Ungerechtigkeiten. Alle Geschichten enthalten wichtige und augenöffnende Themen, jedoch sind die Stile so unterschiedlich, dass mich nicht jede Geschichte gleichermaßen erreichen konnte. Manche Autor*innen übertreiben es mit der Zurschaustellung ihres Intellekts, wodurch ich beim Lesen das Interesse verloren habe, da ich eine verständliche und nahbare Erzählung vermisst habe. Und dann gab es noch den gegenteiligen, vulgären, provozierenden Stil, der so überzogen war, dass das inhaltlich wichtige Thema total untergegangen ist. Neben diesen Ausreißern gab es aber auch viele Geschichten, die mir gut gefallen haben. Aus diesen habe ich mir ein paar Passagen markiert, die ich gerne im Gedächtnis behalten möchte: "Die entscheidende Frage lautet also nicht >>Wo kommst du her?<<, sondern >>Wo wollen wir zusammen hin?<<" ; "Türkisch lernt man nicht, Türkisch verlernt man" ; "Was wäre geschehen, wenn man in den Migrantenkindern keine Probleme, sondern Potenzial und Zukunft gesehen hätte?... Hätte man aufgehört, Misserfolge auf ihre ethnische Herkunft zu reduzieren, die sie weder ausgesucht haben noch ablegen können?" ; "Je wenigersprachig ein Land ist, umso weniger Respekt herrscht in diesem Land vor Minderheiten" ; "Wo Menschen zusammenleben, müssen sie auch zusammen Probleme lösen. Rassismus, Sexismus, schlechte Arbeitsbedingungen und erdrückende Mietzahlungen sind nichts, gegen das man allein einstehen kann, ohne verrückt zu werden, egal wie sehr wir verinnerlicht haben, dass alle Erfolge ganz von unserer individuellen Leistung abhängen." Wer einen ersten Einstieg in das Thema Rassismus sucht, findet hier einen vielschichtigen Einblick.
Bis auf einen Essay, alles absolut lesenswert, mit vielen wichtigen Stimmen; die zu Wort kommen und einen einmal ordentlich durch- und wachrütteln.
Interessant und wichtig zu lesen
Ein zwei Artikel waren sehr komplex und schwierig geschrieben, ansonsten definitiv gut und interessant.
Lesen! Reflektieren! Weiterempfehlen!
4,5/5 Pflichtlektüre mit zahlreichen wichtigen Beiträgen!
Jede Stimme, jede Perspektive in diesem Buch ist auf ihre Art unglaublich wertvoll und ich habs verschlungen. Greifbarer lässt sich Rassismus im deutschsprachigen Raum wohl kaum darstellen.
Lest es, verschenkt es. Wir haben dieses Buch alle sehr nötig.
Inhalt In diesem Buch kommen 14 deutschsprachige Autor*innen zu Wort, die verdeutlichen wollen, wie es sich anfühlt, tagtäglich als Bedrohung wahrgenommen zu werden. Wie es ist, wenn man sich nach jeder Krise im Namen des gesamten Heimatlandes oder der Religionszugehörigkeit rechtfertigen zu müssen. Sie wollen klarstellen, wieso der Begriff „Heimat“ für Deutschland der Falsche ist und ob es überhaupt noch möglich ist Vertrauen in die Behörden zu haben. In persönlichen Essays wird Einblick gegeben in einen Alltag, der dem vermeintlich so aufgeklärte Deutschland den Spiegel vorhält und zeigt, dass unzählige Menschen als „anders“ abgestempelt, kaum geschützt und nicht wertgeschätzt werden. Ich habe Anfang des Jahres auf Instagram das erste Mal von diesem Buch erfahren und es mir dann direkt gekauft. Es war mir sofort klar, dass ich diese Essays lesen möchte. Ich bin eine weiße cis hetero Frau und habe mit Rassismus nur eines am Hut: ich reproduziere ihn gedankenlos. Damit muss nun endlich Schluss sein und durch dieses Buch wird mir ein Spiegel vorgehalten. Welche Fragen, welche Haltungen, welche Aussagen sind rassistisch. Was muss ich verändern, um diesem Alltagsrassismus die Stirn zu bieten und wie kann ich besser darauf achten, diese Rassismen nicht weiter zu reproduzieren? Ich finde dieses Buch kann mich zu einem besseren Menschen machen. Es ist noch ein weiter Weg aber immerhin ein Anfang. „Vertrauen heißt, dass ich mir sicher sein kann, dass es den falschen Ort und die falsche Zeit für mich nicht gibt.“ (S. 42) Es fällt mir sehr schwer diese Rezension zu schreiben, weil ich nicht so wirklich weiß wie ich in Worte fassen soll, was in mir ausgelöst wurde, als ich diese Essays gelesen habe. Das, was ich oben bereits gesagt habe, ist mit jedem Essay deutlich geworden: mir wurde ein Spiegel vorgehalten. Ich habe gesehen, auf wie vielen Ebenen ich mich falsch verhalten habe und noch immer falsch verhalte. Aber ich habe durch dieses Buch auch gesehen, dass ich etwas verändern kann. Dass ich dazulernen kann, indem ich zuhöre, mich selbst zurücknehme und auf die Achte, die vermeintlich „anders“ sind, obwohl sie genauso zu Deutschland gehören wie ich weiße Kartoffel, die einen so deutschen Namen hat, dass es fast schon weh tut. Mein Herz blutet, wenn ich lesen muss, dass sich einige der Autor*innen als Kind gewünscht haben, weiß zu sein. Mein Herz blutet, wenn ich lesen muss, dass einigen der Autor*innen ihre Qualifikation und Kompetenz abgesprochen wird und ein „Ausländerbonus“ vorgeschoben wird. Mein Herz blutet, wenn ich lesen muss, dass niemand der Autor*innen wirklich Vertrauen in das eigene Land hat, denn viel zu viel ist schief gelaufen. Mein eigenes Vertrauen in dieses Land ist erschüttert. War es schon vor dem Lesen, denn der Rechtsruck macht mir große Angst und Sorge und doch haben diese Essays mir die Dringlichkeit, mit dem wir alle gegen die Afd kämpfen müssen, nur noch einmal mit aller Kraft verdeutlicht. Ich möchte „Teil einer Gesellschaft sein, in der jedes Individuum ob Schwarz und / oder jüdisch und / oder muslimisch und / oder Frau und / oder queer und / oder nicht binär und / oder arm und / oder mit Behinderung gleichberechtigt sind“ (S. 10). Ich will aufstehen und für die Rechte und Sicherheiten aller Minderheiten kämpfen. Und dieses Buch hat mir klar gemacht, wie wichtig und dringend es ist. „Migration verändert Deutschland. Das ist unbestreitbar. Aber ist das etwas Schlechtes? (…) Migration schärft den Blick auf die eigenen Werte und stellt die Frage danach, welche davon noch immer sinnvoll sind.“ (S. 120-121) Dieses Zitat finde ich eines der Wichtigsten im gesamten Buch. Vielfalt ist nichts schlechtes. Vielfalt ist ein Gewinn. Vielfalt lässt etwas wachsen, größer werden und Vielfalt lässt uns voneinander lernen. Durch Migration können wir, wie im Zitat gesagt, die eigenen Werte prüfen und erkennen, was davon noch Bestand haben sollte und was veraltet ist. Wir alle müssen immer und immer wieder unsere Privilegien überprüfen, überdenken und wenn wir erkannt haben, was das Problem ist, können wir daran arbeiten und unsere Denkweise verändern. Dabei hilft uns die Vielfalt und durch ein solches Buch können wir das erkennen. Nichts ist so wunderschön wie Vielfalt. Fazit Ich kann euch nur ans Herz legen dieses Buch zu lesen, wenn ihr bereit seid in einen sehr unangenehmen Spiegel zu blicken. Doch dieser Spiegel schadet euch nicht, sondern hilft euch etwas zu erkennen. Zu erkennen welche Privilegien ihr genießt und wie ihr diese erkennen und zurücknehmen könnt. Dieses Buch ist ein Angriff, ja. Aber nicht gegen Menschen, sondern gegen meine Privilegien. Wenn ich es schaffe, diese Privilegien hinunterzuschlucken, andere Perspektiven einzunehmen und versuche Schritt für Schritt meine Rassismen abzubauen, dann kann ich (und jeder andere auch) es schaffen, dieses Land zu einem zu Hause für jeden zu machen. „Ich glaube nicht an Heimat. Ich glaube an Heimaten.“ (S. 194)
Ein sehr gutes und sehr wichtiges Buch, das ich nur wärmstens empfehlen kann. Randvoll mit wunderbar pointierten und schonungslos direkten Essays zu Themen wie Migration, Rassismus, Heimat, Rechtsruck, Solidarität,.. Regt sehr zum Nachdenken an und lässt einen auch die eigenen Denkmuster nochmal kritisch hintergragen. Volle Punktzahl!

5/5
So ein wichtiges Buch. Absolute Leseempfehlung!
Ich habe während des Lesens dieses Buches mich selbst kritisch hinterfragt, nachgedacht, selbst recherchiert und mich aber vorallem auch verbunden gefühlt. Kämpfen verbindet! Auf eine Zukunft mit vielen Heimaten.
Jahreshighlight
Wirklich wichtige Texte zu leider viel zu aktuellen Themen
Als Leserin von *Eure Heimat ist unser Albtraum* kann ich nur sagen: Dieses Buch bleibt erschreckend aktuell. In den letzten fünf Jahren hat sich viel verändert – und doch ist so vieles gleich geblieben. Die Herausgeberinnen Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah haben im neuen Vorwort eindrucksvoll aufgezeigt, dass die Probleme, die uns dieses Buch vor Augen führt, nach wie vor bestehen. Die rassistischen und antisemitischen Anschläge in Halle und Hanau sind tragische Belege dafür, dass der Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus in Deutschland noch lange nicht gewonnen ist. Die 17 Autor_innen, die in 14 bereits bekannten und drei neuen Essays ihren Alltag und ihre Erfahrungen teilen, halten Deutschland weiterhin einen unverzichtbaren Spiegel vor. Einem Land, das sich zwar als vorbildliche Demokratie versteht, aber gleichzeitig immer wieder Teile seiner eigenen Bevölkerung als 'anders' markiert und sie nicht ausreichend schützt. Diese Essays sind dringend notwendige Beiträge zu einer Diskussion, die nicht abreißen darf. *Eure Heimat ist unser Albtraum* ist nicht nur eine Anklage, sondern ein Weckruf und ein Manifest gegen das Konzept von 'Heimat', das allzu oft exklusiv und ausgrenzend gedacht wird. Dieses Buch ist Pflichtlektüre für alle, die nicht wegschauen, sondern verstehen wollen, wie tief die Wurzeln von Rassismus und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft tatsächlich reichen.
Verschiedene Kurzgeschichten und Ansichten , manche haben mir besser gefallen, die auch etwas persönliche Sichtweisen beinhaltet haben. Andere hald weniger. Ein bisschen mehr Tiefgründigkeit hätte ich schon erwartet. Auch informativ fand ich es so mittelmäßig. Ein bisschen zu sehr ohne Basis-Aufklärung, mehr einfach aus dem Stegreif ein paar Gefanken/Kolumnen. Gut ist aber, dass dadurch sicher noch spannende Personen entdeckt werden und dann könnt ihr die Person oder das Thema ja noch selber googeln. Im Hörbuch sprechen sie oft selber, ja das war gut. Der Titel ist echt cool gemacht, so eine Wortspielerei. Ich glaube mir haben die Texte dazu aber nicht so ganz gepasst. Also es wurde dann eben nicht so detailliert/krass von diesem Albtraum in Europa berichtet, der aber sicherlich existiert…
wichtig, immer!
Für alle Antidiskriminierungsinteressierten absolutes Muss!
Ein Must-Read!
Unglaublich tolles Buch mit mehreren Essays unterschiedlicher Autor:innen über relevante Themen! Hört zu! Reflektiert Privilegien und Vorurteile! So oft habe ich mir gedacht: YES! So und nicht anders. Was gesagt wurde wollte ich unterstreichen und habe oft ohne nachzudenken einfach geschnipst wie beim Poetry Slam.
Tolle Sammlung von Essays zu vielen verschiedenen Themen, leider aktueller denn je!
Gut
Dieses Buch mit Texten verschiedener Autor*innen ist so aktuell wie zum Erscheinungstag. Es werden verschiedene Aspekte von Heimat und den Bedingungen und Themen, die Personen mit Migrationsgeschichte begleiten, aufgefächert. Das berührt und regt zum Denken an - und bringt dich weiter. Insofern: bitte lesen!
I took a lot from this book. Many great ideas and perspectives that were (partly) new to me but definetly need to be heard. Many great people that I will read more of.
Herausragende Essaysammlung, alle Beiträge haben mich berührt, zum Nachdenken und Recherchieren angeregt, und mir so einige Fragen über mich selbst beantwortet. Insbesondere "Essen" von Vina Yun und "Sprache" von Margarete Stokowski haben mich persönlich sehr berührt. Manchmal hat es sich so angefühlt wie Seelenpflege, ich weiß garnicht, wie ich es anders ausdrücken soll. Besonders möchte ich auch den letzten Essay von Simone Dede Ayivi, "Zusammen", betonen, der auf einer positiven Note endet und mich daran erinnert hat, was meine ehrenamtliche Arbeit eigentlich ausmacht. Macht Mut ♥ Wie immer fand ich toll, dass die Autor*innen ihre Beiträge selbst eingesprochen haben. Allerdings werde ich mir das Buch nochmal in physischer Form kaufen, da ich mir so einige Stellen markieren möchte.
Worum geht´s? 14 deutschsprachige Menschen beschreiben innerhalb kurzer Essays ihre Erfahrungen mit Rassismus und Heimat und decken damit ein Deutschland auf, dass sich insbesondere durch eine rassistische und antisemitische Gesellschaft hervorhebt. Die gefeierte Demokratie stempelt Menschen als “anders” ab, statt sie zu schützen und zu respektieren. Meine Meinung: 14 Essays die verschiedene Erfahrungen teilen und im Grunde doch eine Botschaft teilen. Alltagsrassismus, Entwürdigung und Ausgrenzung von Anderen und Minderheiten sind in Deutschland keine Ausnahme und erst Recht keine Seltenheit. Rassismus ist für Menschen, die nicht der Norm eines/einer weißen Mitteleuropäers/Mitteleuropäerin entsprechen an der Tagesordnung. Jeden Tag werden sie damit konfrontiert, dass man sie in Schubladen steckt, sie ausgrenzt und seltsam ansieht. 14 Menschen schreiben hier über Erfahrungen, die für sie selbstverständlich sind, weil sie damit aufwachsen mussten, weil sie jeden Tag damit konfrontiert werden, Erfahrungen, die für uns weiße Gesellschaft innerhalb unserer Blase unvorstellbar sind. In jeglichen Bereichen zieht sich diese rassistische Spur und gibt einen Einblick in das, was diesen Menschen jeden Tag widerfährt. Es macht fassungslos und wütend. Und gleichzeitig öffnet man seine Augen und wird sensibler im Umgang mit gewissen Situationen. Stereotype und Schubladendenken, geringere Chancen innerhalb der Jobsuche und Vorurteile in jeglichen Lebensbereichen. Ich denke, niemand von uns, der nicht selbst betroffen ist, kann sich ausdenken, wie diese Erfahrungen prägen und was sie für psychische Auswirkungen haben. Mit dem Lesen der Erfahrungen dieser Menschen, öffnet man selbst seinen Blick ein Stück mehr und versteht, wie wichtig es ist, Rassismus und insbesondere Alltagsrassismus entgegenzutreten. Fazit: Stimmen von Betroffenen, die betroffen machen! Pflichtlektüre!
Unbedingt lesen! Viele Perspektiven, wichtige Sichtweisen, augenöffnend!
Wow. Einfach nur wow. So ein gutes und wichtiges Buch, das einem selbst die Augen öffnet und unfassbar radikal sein kann. Wut ist ein zentrales Thema und die spürt man in fast jedem Essay. Sollte man mal gelesen haben.
Wahnsinnig spannendes Buch, welches sehr gut zeigt, dass Deutschland nicht so perfekt, weltoffen und tolerant ist, wie das Land sich selbst gerne darstellt. Definitiv ein Must-Read für alle, denn ich denke, von diesem Buch kann jeder etwas lernen. Die Autor:innen setzen damit einen Spiegel vor Deutschland und zeigen in ihren Essays, dass noch einiges zu tun ist, bis das Land wirklich so tolerant ist, wie gerne behauptet wird.
Description
Wie fühlt es sich an, tagtäglich als „Bedrohung“ wahrgenommen zu werden? Wie viel Vertrauen besteht nach dem NSU-Skandal noch in die Sicherheitsbehörden? Was bedeutet es, sich bei jeder Krise im Namen des gesamten Heimatlandes oder der Religionszugehörigkeit der Eltern rechtfertigen zu müssen? Und wie wirkt sich Rassismus auf die Sexualität aus?
Dieses Buch ist ein Manifest gegen Heimat – einem völkisch verklärten Konzept, gegen dessen Normalisierung sich 14 deutschsprachige Autor_innen wehren. Zum einjährigen Bestehen des sogenannten „Heimatministeriums“ sammeln Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah schonungslose Perspektiven auf eine rassistische und antisemitische Gesellschaft. In persönlichen Essays geben sie Einblick in ihren Alltag und halten Deutschland den Spiegel vor: einem Land, das sich als vorbildliche Demokratie begreift und gleichzeitig einen Teil seiner Mitglieder als »anders« markiert, kaum schützt oder wertschätzt.
Mit Beiträgen von Sasha Marianna Salzmann, Sharon Dodua Otoo, Max Czollek, Mithu Sanyal, Margarete Stokowski, Olga Grjasnowa, Reyhan Şahin, Deniz Utlu, Simone Dede Ayivi, Enrico Ippolito, Nadia Shehadeh, Vina Yun, Hengameh Yaghoobifarah und Fatma Aydemir.
Book Information
Author Description
Fatma Aydemir, 1986 in Karlsruhe geboren, war Kolumnistin und Redakteurin bei der taz. 2017 erschien ihr Debütroman Ellbogen, für den sie mit dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet wurde. Ihr zweiter Roman Dschinns wurde mit dem Robert-Gernhardt-Preis und dem Preis der LiteraTour Nord 2023 ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.
Posts
Heimat oder Albtraum
Als Reaktion auf die Umbenennung des Innenministeriums im Jahr 2018 zum „Ministerium für Inneres, Bau und Heimat“ entstand dieser Essayband. Für viele Menschen in Deutschland, die nicht dem Bild des normweißen deutschen cis Mannes entsprechen, ist der Begriff „Heimat“ leider vorbelastet. Besonders seit der NS-Zeit ist er ideologisch geprägt. Im Vorwort heißt es: „Heimat“ hat in Deutschland nie einen realen Ort, sondern immer schon die Sehnsucht nach einem bestimmten Ideal beschrieben: einer homogenen, christlichen weißen Gesellschaft, in der Männer das Sagen haben, Frauen sich vor allem ums Kinderkriegen kümmern und andere Lebensrealitäten schlicht nicht vorkommen. 14 deutschsprachige Autor:innen kommen in diesem Buch zu Wort. Man lernt sehr viel aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und ich als weißer cis Mann bin froh, dieses Buch gelesen und diese Stimmen gehört zu haben. Manche Texte sind emotional, andere eher theoretisch, aber jede für sich ist eine Stimme für mehr Zusammenhalt und gegen Spaltung sowie rechte Ideologien. Ein Essay, der mich besonders berührt hat, stammt von Sharon Dodua Otoo und heißt „Liebe“. Er besteht aus einem offenen Gespräch mit ihrem 19-jährigen Sohn, in dem sie beschreibt, wie sie ihn immer wieder auf rassistische Erfahrungen vorbereitet hat. Er sagt: „Ich wollte mich für meine politische Rüstung bedanken. Doch es ist ein Dilemma für mich, weil mir nie der Segen der Unwissenheit erhalten blieb.“ Auch sagt er: „Ich hatte nicht darüber nachgedacht, dass ich als schwarzer Teenager für meine Lehrer:innen viel beängstigender war als ein weißer Teenager.“ Und an einer Stelle heißt es: „Es ist absolut gesellschaftlich akzeptiert, wenn bestimmte Männer wütend sind. Sie dürfen und werden sogar ermutigt, aggressiv zu sein, denn dieses Verhalten gilt als besonders männlich und als Zeichen der Stärke. Je lauter weiße cis hetero Männer werden, desto mehr Recht bekommen sie.“ Ich denke, in diesem Essayband findet vermutlich jede:r einen Teil, der inspiriert und auf den man aufbauen kann. Ich habe 14 Tage lang jeden Tag einen Essay gelesen, damit mehr hängen bleibt und die Texte auch wirklich wirken können. Und ich merke jetzt schon, dass ich einige davon definitiv nochmal genauer lesen und Revue passieren lassen werde. Außerdem geben die verschiedenen Texte viele Anstöße, sich weiter mit dem Thema Rassismus auseinanderzusetzen. Das Thema ist und bleibt aktuell, mehr denn je. Auch wenn der Zusatz „Heimat“ seit 2021 nicht mehr Teil des Innenministeriums ist, spreche ich eine absolute Leseempfehlung aus. Den Zusatz hat inzwischen wohl das Ministerium für Landwirtschaft übernommen. 😅 ------ "Diskriminierung, Ausgrenzung und Zerstörung finden in einem Spannungsfeld von drei Parteien statt: die Angegriffenen, die die Angreifenden und (ganz wichtig) die Personen die sich nicht zu der angegriffenen Person bekennt und sich nicht schützend vor sie stellt."
„Aber es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Kämpfen, die du führen kannst.“
Ich war mir tatsächlich lange unsicher, wie ich das Hörbuch bewerten soll. Ohne Sterne, mit 5 Sternen aus Prinzip oder so, wie ich wirklich empfinde. Hab mich für letzteres entschieden. Inhalt: Es ginge hier viel zu weit, als dass ich einfach auf all die Essays eingehe. Obwohl, und das stört mich selbst sogar, ich mich an die wenigsten noch einfach so erinnern kann. Vielleicht wenn ich wieder reinhöre, ja, sonst eben nein. Und das tut mir auch etwas leid, denn die Essays waren in ihrer Gänze echt gut und kamen alle auf den Punkt. Aber grob: Es wurden diverse Punkte zum Thema Rassismus angesprochen. Manche hat man einfach irgendwie auf dem Schirm, manche bleiben sonst im Verborgenen. Man erfährt auch hin und wieder etwas von den einzelnen Lebensgeschichten oder von Szenarien in denen Frauenfeindlichkeit sich mit Rassismus zusätzlich kreuzt. Ich kann aber leider nur 3,5 Sterne vergeben, da für mich irgendwie etwas gefehlt hat, bzw. ich einfach nichts daraus mitnehmen kann. Vielleicht hätte ich dazu aber auch noch aufmerksamer zuhören müssen, denn für Währenddessen ist es eben logischerweise nichts.

Empfehlenswert
Inhaltlich gut und ich finde die Perspektive wichtig, aber der Stil vieler aneinander gerechter Essays ist nicht so einfach zu lesen für mich. Dennoch würde ich es jederzeit weiterempfehlen.
Ein Muss, vor allem bei der aktuellen politischen Lage.
Ein wichtiges Buch
Unbedingt lesen, um zu verstehen, was Hass Menschen gegenüber bedeuten kann.

Wieder so viel gelernt.
Ich finde es immer wieder gut die Sichtweise von anderen Menschen zu lesen und kann daraus für mich was mitnehmen. Hier sind viele gute Essays aber für mich nicht viel neues dabei. Trotzdem ein sehr empfehlenswertes Buch.
Toll an dem Hörbuch fand ich, dass die Autor*innen in den meisten Fällen ihren eigenen Text eingesprochen haben.
Kann das Buch bitte einfach jeder lesen? Danke!
Erweiterte Ausgabe
Ich habe nur die zwei neuen Beiträge dieser erweiterten Auflage gelesen, die erste Aushabe habe ich vor ein paar Jahren schon gelesen und fand sie echt super. Die beiden neuen Beiträge sind Vernunft von Dana Vowinckel und Einsamkeit von Zain Salam Assaad. Der Text von Dana Vowinckel ist eine persönliche und jüdische Perspektive auf Antisemitismus in Deutschland und den Nah-Ost-Konflikt. Er beschäftigt sich u.a. mit der Ohnmacht und Verzweiflung bzgl. des Oktober-Attentats der Hamas aus jüdischer Perspektive und gleichzeitig einer Kritik an der israelischen Politik. Ich bin dankbar für diese Perspektive und teile den Großteil ihrer Einschätzung und Kritik an der deutschen Linken. Der Text von Assaad beschäftigt sich mit Einsamkeit, Flucht, Queerness, Sprache und Rassismus und ist ehrlich gesagt etwas wirr bzw. Überladen mit wichtigen Themen und Gedanken - ich bin zudem glaub ich nicht schlau genug zu verstehen was er insgesamt sagen will bzgl seiner Einsamkeit aber auch mit einzelnen Sätze /Thesen.
Jedes einzelne Essay ist auf seine eigene Art und Weise super und aufklärerisch. Habe viele neue Eindrücke und Perspektiven mitgenommen und möchte das jetzt eigentlich dringend im Unterricht mit älteren Schüler*innen behandeln.
Wahnsinnig clevere Analysen zu Deutschland und dem Heimatbegriff. Must-Read für alle die mehr über Antidiskriminierung lernen wollen.
Solide 8/10
Solide und informativ
Das Essayband Eure Heimat ist unser Albtraum, herausgegeben von Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah, versammelt 14 Texte von Autor*innen mit unterschiedlichsten biografischen Hintergründen. Gemeinsam ist ihnen die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff „Heimat“ und der strukturellen Ausgrenzung, die dieser in Deutschland für viele Menschen bedeutet. Einige der Essays stechen dabei besonders hervor – sie sind lehrreich, eindringlich und inspirierend. Sie machen persönliche Erfahrungen nachvollziehbar, und liefern zugleich fundierte Analysen gesellschaftlicher Missstände. In diesen Momenten ist das Buch aufrüttelnd und bereichernd. Andere Beiträge hingegen bleiben weniger zugänglich – sei es aufgrund eines sperrigen Stils, theoretischer Überfrachtung oder weil der persönliche Bezug fehlt. Manche Texte wirken redundant oder verlieren sich in abstrakten Formulierungen, sodass sie nicht die gleiche emotionale oder intellektuelle Wirkung entfalten. Dennoch überzeugt das Buch in seiner Gesamtheit: Es ist ein wichtiges Statement gegen Rassismus, Ausgrenzung und Wohlfühl-Nationalismus. Die Vielfalt der Perspektiven ist seine Stärke – auch wenn nicht jeder Beitrag gleich stark ist, ergibt sich ein spannender, mutiger und notwendiger Dialog über Zugehörigkeit, Sprache, Identität und Macht in der deutschen Gesellschaft. Fazit: Eure Heimat ist unser Albtraum ist ein solides, in Teilen hervorragendes Buch, das Missstände nicht nur sichtbar macht, sondern auch klug und engagiert bespricht. Ein guter Einstieg für alle, die sich mit Rassismuskritik und postmigrantischer Literatur beschäftigen möchten.
Sehr viele spannende Texte.
Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen. Auch wenn ich mich naturgemäß nicht in jedem Text gleichermaßen wieder gefunden habe, hat es mich doch zum Nachdenken gebracht und auch einige meiner eigenen Erfahrungen hinterfragen lassen. Wie üblich bei solchen Werken lasse ich aber am Besten die für mich stärksten Passagen des Buchs für sich sprechen: „Und weil wir in den letzten Jahren immer wieder dieselbe Frage gestellt bekamen als Reaktion auf den Buchtitel, nämlich: Warum wir überhaupt noch hier sind, wenn es in diesem Land wirklich so furchtbar ist? Die Antwort ist simpel: Genau deshalb. Um eure völkische Party zu crashen." Fatma Aydemir & Hengameh Yaghoobifarah - Vorwort „Wir sind die anderen, die wissen, dass normal uns nichts zu sagen hat. Normal ist keine Autorität für uns. Wir werden füreinander da sein, wenn die Mehrheitsgesellschaft zuschaut und nicht eingreift. Wir müssen uns nicht in allem einig sein, wir müssen uns nicht einmal mögen. Aber wir wissen um die Kraft der Allianzen. Also schaffen wir unsere eigenen Strukturen, und wenn wir in Gefahr sind, werden wir uns aufeinander verlassen können. Die eigentliche Alternative für Deutschland sind wir." Sasha Marianna Salzmann - Sichtbar
Ein so wichtiges Werk, geschrieben aus mehreren Perspektiven verschiedenster Autor:innen.
Extrem wichtig, und sehr eindrücklich geschrieben!
Zu diesem Buch möchte ich gar nicht viel mehr sagen, außer: Lest es! Ich war schockiert, traurig und habe mich an einigen Stellen dafür geschämt, wie dieses Land mit Menschen anderer Herkunft umgeht… 😢
Ich halte das Buch für eine wichtige Lektüre, aber wirklich abgeholt hat es mich nicht.
Es gibt ein inneres Bedürfnis dem Buch 5🌟 zu geben, da es niemals schadet über Rassismus zu sprechen/ zu lesen. Allerdings konnte mich die Essay Sammlung nicht vollends überzeugen. Ich hätte mir mehr persönliche Einblicke und weniger wissenschaftliche Abhandlungen gewünscht. Teils fand ich es so kompliziert, dass ich Absätze mehrfach lesen und einzelne Wörter googlen musste. Das hat bei mir den Lesefluss gestört.

MUST READ!!!! Dieses Buch sollte eine Pflichtlektüre sein. Es behandelt wirklich alle Themen, die wichtig sind, wenn man sich mit Repräsentation, Othering und Rassismus beschäftigen möchte. Sehr interessante Einblicke in diverse Bereiche.
Buchrezension: “Eure Heimat ist unser Albtraum” – Hrsg. Fatma Aydemir & Hengameh Yaghoobifarah ⭐⭐⭐⭐⭐ “Eure Heimat ist unser Albtraum” ist eine Sammlung von Essays, in der 14 Autor:innen ihre Erfahrungen mit Rassismus, Diskriminierung und dem Gefühl der Ausgrenzung in Deutschland teilen. Herausgegeben von Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah, beleuchtet das Buch die Herausforderungen, denen marginalisierte Gruppen – ob aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Sexualität – in der Gesellschaft begegnen. Ein kraftvolles Zitat lautet: “Wir sind keine Gäste, die höflich eingeladen wurden und sich anpassen müssen. Wir sind Teil dieser Gesellschaft, ob sie das will oder nicht.” Das Buch bietet eine vielschichtige Perspektive auf Heimat und fordert ein Umdenken in der deutschen Gesellschaft. Es ist aufrüttelnd, klug und unverzichtbar für alle, die sich mit Integration und gesellschaftlicher Gerechtigkeit befassen.
Betroffenen Menschen marginalisierter Gruppen zu zuhören, in diesem Fall ihre Zeilen zu lesen, ist immer eine gute Idee. Das hilft Menschen und ihre Situationen zu verstehen, sich selbst zu hinterfragen und Handlungsmöglichkeiten für den diskriminierenden Alltag als Ally anderer Personen zu finden. Kann das Buch nur empfehlen, weil es durch die verschiedenen Essays der Autor:innen recht facettenreich ist.
Sehr empfehlenswert. Absolut aufweckendes Buch. Interessante und bereichernde Sichtweisen
Eine große Variation an persönlichen Einblicken
Dieses Buch ist das erste Buch über Rassismus, das ich gelesen habe, da ich mehr darüber lernen möchte und zwar aus der Sicht von Betroffenen. Auch wenn ich bereits ein offener und reflektierter Mensch bin, weiß ich, dass in unserer Alltagssprache und in unserem gesellschaftlichen Umgang noch viel Rassismus vorhanden ist und ich möchte mir dessen noch bewusster werden, um diese Dinge verlernen bzw. ändern zu können. Außerdem möchte ich mir meiner Privilegien bewusst werden, die für mich im Leben bisher selbstverständlich waren, da ich keine anderen Perspektiven kenne. Dieses Buch enthält viele Kurzgeschichten von unterschiedlichsten Autor*innen, die sich jeweils ein Thema vorgenommen haben, über das sie berichten wollen und das jeweils in ihrem eigenen Erzählstil. Es geht unter anderem darum, als Jüdin in Deutschland Sichtbarkeit zu schaffen, es geht um Nachteile bei der Jobsuche, es geht um einen Deutschen, der in den USA inhaftiert wurde und keine Unterstützung aus Deutschland erhalten hat, da er türkische Wurzeln hat, es geht um eine Mutter, die ihre Kinder von klein auf über den zu erwartenden Rassismus aufklärt, es geht um die fehlende Unschuldsvermutung bei Migrant*innen, es geht um das Thema Blutrecht und den Begriff Heimat, es geht um die verstärkten Vorurteile gegen Muslime seit dem 11. September, es geht um das Ranking innerhalb von Migrant*innen (bspw. Vergleich von arabischen und osteuropäischen Migrant*innen), es geht um fremdes, exotisches Essen, welches für Migrant*innen ein Stück Vertrautheit bedeutet, es geht um die positive sowie negative Einstufung von Bilingualität, je nachdem wer die Sprachen spricht, es geht um vulgären Feminismus, es geht um die deutsche Vergangenheitsbewältigung bezüglich des zweiten Weltkriegs und es geht um den fehlenden Zusammenhalt bei Ungerechtigkeiten. Alle Geschichten enthalten wichtige und augenöffnende Themen, jedoch sind die Stile so unterschiedlich, dass mich nicht jede Geschichte gleichermaßen erreichen konnte. Manche Autor*innen übertreiben es mit der Zurschaustellung ihres Intellekts, wodurch ich beim Lesen das Interesse verloren habe, da ich eine verständliche und nahbare Erzählung vermisst habe. Und dann gab es noch den gegenteiligen, vulgären, provozierenden Stil, der so überzogen war, dass das inhaltlich wichtige Thema total untergegangen ist. Neben diesen Ausreißern gab es aber auch viele Geschichten, die mir gut gefallen haben. Aus diesen habe ich mir ein paar Passagen markiert, die ich gerne im Gedächtnis behalten möchte: "Die entscheidende Frage lautet also nicht >>Wo kommst du her?<<, sondern >>Wo wollen wir zusammen hin?<<" ; "Türkisch lernt man nicht, Türkisch verlernt man" ; "Was wäre geschehen, wenn man in den Migrantenkindern keine Probleme, sondern Potenzial und Zukunft gesehen hätte?... Hätte man aufgehört, Misserfolge auf ihre ethnische Herkunft zu reduzieren, die sie weder ausgesucht haben noch ablegen können?" ; "Je wenigersprachig ein Land ist, umso weniger Respekt herrscht in diesem Land vor Minderheiten" ; "Wo Menschen zusammenleben, müssen sie auch zusammen Probleme lösen. Rassismus, Sexismus, schlechte Arbeitsbedingungen und erdrückende Mietzahlungen sind nichts, gegen das man allein einstehen kann, ohne verrückt zu werden, egal wie sehr wir verinnerlicht haben, dass alle Erfolge ganz von unserer individuellen Leistung abhängen." Wer einen ersten Einstieg in das Thema Rassismus sucht, findet hier einen vielschichtigen Einblick.
Bis auf einen Essay, alles absolut lesenswert, mit vielen wichtigen Stimmen; die zu Wort kommen und einen einmal ordentlich durch- und wachrütteln.
Interessant und wichtig zu lesen
Ein zwei Artikel waren sehr komplex und schwierig geschrieben, ansonsten definitiv gut und interessant.
Lesen! Reflektieren! Weiterempfehlen!
4,5/5 Pflichtlektüre mit zahlreichen wichtigen Beiträgen!
Jede Stimme, jede Perspektive in diesem Buch ist auf ihre Art unglaublich wertvoll und ich habs verschlungen. Greifbarer lässt sich Rassismus im deutschsprachigen Raum wohl kaum darstellen.
Lest es, verschenkt es. Wir haben dieses Buch alle sehr nötig.
Inhalt In diesem Buch kommen 14 deutschsprachige Autor*innen zu Wort, die verdeutlichen wollen, wie es sich anfühlt, tagtäglich als Bedrohung wahrgenommen zu werden. Wie es ist, wenn man sich nach jeder Krise im Namen des gesamten Heimatlandes oder der Religionszugehörigkeit rechtfertigen zu müssen. Sie wollen klarstellen, wieso der Begriff „Heimat“ für Deutschland der Falsche ist und ob es überhaupt noch möglich ist Vertrauen in die Behörden zu haben. In persönlichen Essays wird Einblick gegeben in einen Alltag, der dem vermeintlich so aufgeklärte Deutschland den Spiegel vorhält und zeigt, dass unzählige Menschen als „anders“ abgestempelt, kaum geschützt und nicht wertgeschätzt werden. Ich habe Anfang des Jahres auf Instagram das erste Mal von diesem Buch erfahren und es mir dann direkt gekauft. Es war mir sofort klar, dass ich diese Essays lesen möchte. Ich bin eine weiße cis hetero Frau und habe mit Rassismus nur eines am Hut: ich reproduziere ihn gedankenlos. Damit muss nun endlich Schluss sein und durch dieses Buch wird mir ein Spiegel vorgehalten. Welche Fragen, welche Haltungen, welche Aussagen sind rassistisch. Was muss ich verändern, um diesem Alltagsrassismus die Stirn zu bieten und wie kann ich besser darauf achten, diese Rassismen nicht weiter zu reproduzieren? Ich finde dieses Buch kann mich zu einem besseren Menschen machen. Es ist noch ein weiter Weg aber immerhin ein Anfang. „Vertrauen heißt, dass ich mir sicher sein kann, dass es den falschen Ort und die falsche Zeit für mich nicht gibt.“ (S. 42) Es fällt mir sehr schwer diese Rezension zu schreiben, weil ich nicht so wirklich weiß wie ich in Worte fassen soll, was in mir ausgelöst wurde, als ich diese Essays gelesen habe. Das, was ich oben bereits gesagt habe, ist mit jedem Essay deutlich geworden: mir wurde ein Spiegel vorgehalten. Ich habe gesehen, auf wie vielen Ebenen ich mich falsch verhalten habe und noch immer falsch verhalte. Aber ich habe durch dieses Buch auch gesehen, dass ich etwas verändern kann. Dass ich dazulernen kann, indem ich zuhöre, mich selbst zurücknehme und auf die Achte, die vermeintlich „anders“ sind, obwohl sie genauso zu Deutschland gehören wie ich weiße Kartoffel, die einen so deutschen Namen hat, dass es fast schon weh tut. Mein Herz blutet, wenn ich lesen muss, dass sich einige der Autor*innen als Kind gewünscht haben, weiß zu sein. Mein Herz blutet, wenn ich lesen muss, dass einigen der Autor*innen ihre Qualifikation und Kompetenz abgesprochen wird und ein „Ausländerbonus“ vorgeschoben wird. Mein Herz blutet, wenn ich lesen muss, dass niemand der Autor*innen wirklich Vertrauen in das eigene Land hat, denn viel zu viel ist schief gelaufen. Mein eigenes Vertrauen in dieses Land ist erschüttert. War es schon vor dem Lesen, denn der Rechtsruck macht mir große Angst und Sorge und doch haben diese Essays mir die Dringlichkeit, mit dem wir alle gegen die Afd kämpfen müssen, nur noch einmal mit aller Kraft verdeutlicht. Ich möchte „Teil einer Gesellschaft sein, in der jedes Individuum ob Schwarz und / oder jüdisch und / oder muslimisch und / oder Frau und / oder queer und / oder nicht binär und / oder arm und / oder mit Behinderung gleichberechtigt sind“ (S. 10). Ich will aufstehen und für die Rechte und Sicherheiten aller Minderheiten kämpfen. Und dieses Buch hat mir klar gemacht, wie wichtig und dringend es ist. „Migration verändert Deutschland. Das ist unbestreitbar. Aber ist das etwas Schlechtes? (…) Migration schärft den Blick auf die eigenen Werte und stellt die Frage danach, welche davon noch immer sinnvoll sind.“ (S. 120-121) Dieses Zitat finde ich eines der Wichtigsten im gesamten Buch. Vielfalt ist nichts schlechtes. Vielfalt ist ein Gewinn. Vielfalt lässt etwas wachsen, größer werden und Vielfalt lässt uns voneinander lernen. Durch Migration können wir, wie im Zitat gesagt, die eigenen Werte prüfen und erkennen, was davon noch Bestand haben sollte und was veraltet ist. Wir alle müssen immer und immer wieder unsere Privilegien überprüfen, überdenken und wenn wir erkannt haben, was das Problem ist, können wir daran arbeiten und unsere Denkweise verändern. Dabei hilft uns die Vielfalt und durch ein solches Buch können wir das erkennen. Nichts ist so wunderschön wie Vielfalt. Fazit Ich kann euch nur ans Herz legen dieses Buch zu lesen, wenn ihr bereit seid in einen sehr unangenehmen Spiegel zu blicken. Doch dieser Spiegel schadet euch nicht, sondern hilft euch etwas zu erkennen. Zu erkennen welche Privilegien ihr genießt und wie ihr diese erkennen und zurücknehmen könnt. Dieses Buch ist ein Angriff, ja. Aber nicht gegen Menschen, sondern gegen meine Privilegien. Wenn ich es schaffe, diese Privilegien hinunterzuschlucken, andere Perspektiven einzunehmen und versuche Schritt für Schritt meine Rassismen abzubauen, dann kann ich (und jeder andere auch) es schaffen, dieses Land zu einem zu Hause für jeden zu machen. „Ich glaube nicht an Heimat. Ich glaube an Heimaten.“ (S. 194)
Ein sehr gutes und sehr wichtiges Buch, das ich nur wärmstens empfehlen kann. Randvoll mit wunderbar pointierten und schonungslos direkten Essays zu Themen wie Migration, Rassismus, Heimat, Rechtsruck, Solidarität,.. Regt sehr zum Nachdenken an und lässt einen auch die eigenen Denkmuster nochmal kritisch hintergragen. Volle Punktzahl!

5/5
So ein wichtiges Buch. Absolute Leseempfehlung!
Ich habe während des Lesens dieses Buches mich selbst kritisch hinterfragt, nachgedacht, selbst recherchiert und mich aber vorallem auch verbunden gefühlt. Kämpfen verbindet! Auf eine Zukunft mit vielen Heimaten.
Jahreshighlight
Wirklich wichtige Texte zu leider viel zu aktuellen Themen
Als Leserin von *Eure Heimat ist unser Albtraum* kann ich nur sagen: Dieses Buch bleibt erschreckend aktuell. In den letzten fünf Jahren hat sich viel verändert – und doch ist so vieles gleich geblieben. Die Herausgeberinnen Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah haben im neuen Vorwort eindrucksvoll aufgezeigt, dass die Probleme, die uns dieses Buch vor Augen führt, nach wie vor bestehen. Die rassistischen und antisemitischen Anschläge in Halle und Hanau sind tragische Belege dafür, dass der Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus in Deutschland noch lange nicht gewonnen ist. Die 17 Autor_innen, die in 14 bereits bekannten und drei neuen Essays ihren Alltag und ihre Erfahrungen teilen, halten Deutschland weiterhin einen unverzichtbaren Spiegel vor. Einem Land, das sich zwar als vorbildliche Demokratie versteht, aber gleichzeitig immer wieder Teile seiner eigenen Bevölkerung als 'anders' markiert und sie nicht ausreichend schützt. Diese Essays sind dringend notwendige Beiträge zu einer Diskussion, die nicht abreißen darf. *Eure Heimat ist unser Albtraum* ist nicht nur eine Anklage, sondern ein Weckruf und ein Manifest gegen das Konzept von 'Heimat', das allzu oft exklusiv und ausgrenzend gedacht wird. Dieses Buch ist Pflichtlektüre für alle, die nicht wegschauen, sondern verstehen wollen, wie tief die Wurzeln von Rassismus und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft tatsächlich reichen.
Verschiedene Kurzgeschichten und Ansichten , manche haben mir besser gefallen, die auch etwas persönliche Sichtweisen beinhaltet haben. Andere hald weniger. Ein bisschen mehr Tiefgründigkeit hätte ich schon erwartet. Auch informativ fand ich es so mittelmäßig. Ein bisschen zu sehr ohne Basis-Aufklärung, mehr einfach aus dem Stegreif ein paar Gefanken/Kolumnen. Gut ist aber, dass dadurch sicher noch spannende Personen entdeckt werden und dann könnt ihr die Person oder das Thema ja noch selber googeln. Im Hörbuch sprechen sie oft selber, ja das war gut. Der Titel ist echt cool gemacht, so eine Wortspielerei. Ich glaube mir haben die Texte dazu aber nicht so ganz gepasst. Also es wurde dann eben nicht so detailliert/krass von diesem Albtraum in Europa berichtet, der aber sicherlich existiert…
wichtig, immer!
Für alle Antidiskriminierungsinteressierten absolutes Muss!
Ein Must-Read!
Unglaublich tolles Buch mit mehreren Essays unterschiedlicher Autor:innen über relevante Themen! Hört zu! Reflektiert Privilegien und Vorurteile! So oft habe ich mir gedacht: YES! So und nicht anders. Was gesagt wurde wollte ich unterstreichen und habe oft ohne nachzudenken einfach geschnipst wie beim Poetry Slam.
Tolle Sammlung von Essays zu vielen verschiedenen Themen, leider aktueller denn je!
Gut
Dieses Buch mit Texten verschiedener Autor*innen ist so aktuell wie zum Erscheinungstag. Es werden verschiedene Aspekte von Heimat und den Bedingungen und Themen, die Personen mit Migrationsgeschichte begleiten, aufgefächert. Das berührt und regt zum Denken an - und bringt dich weiter. Insofern: bitte lesen!
I took a lot from this book. Many great ideas and perspectives that were (partly) new to me but definetly need to be heard. Many great people that I will read more of.
Herausragende Essaysammlung, alle Beiträge haben mich berührt, zum Nachdenken und Recherchieren angeregt, und mir so einige Fragen über mich selbst beantwortet. Insbesondere "Essen" von Vina Yun und "Sprache" von Margarete Stokowski haben mich persönlich sehr berührt. Manchmal hat es sich so angefühlt wie Seelenpflege, ich weiß garnicht, wie ich es anders ausdrücken soll. Besonders möchte ich auch den letzten Essay von Simone Dede Ayivi, "Zusammen", betonen, der auf einer positiven Note endet und mich daran erinnert hat, was meine ehrenamtliche Arbeit eigentlich ausmacht. Macht Mut ♥ Wie immer fand ich toll, dass die Autor*innen ihre Beiträge selbst eingesprochen haben. Allerdings werde ich mir das Buch nochmal in physischer Form kaufen, da ich mir so einige Stellen markieren möchte.
Worum geht´s? 14 deutschsprachige Menschen beschreiben innerhalb kurzer Essays ihre Erfahrungen mit Rassismus und Heimat und decken damit ein Deutschland auf, dass sich insbesondere durch eine rassistische und antisemitische Gesellschaft hervorhebt. Die gefeierte Demokratie stempelt Menschen als “anders” ab, statt sie zu schützen und zu respektieren. Meine Meinung: 14 Essays die verschiedene Erfahrungen teilen und im Grunde doch eine Botschaft teilen. Alltagsrassismus, Entwürdigung und Ausgrenzung von Anderen und Minderheiten sind in Deutschland keine Ausnahme und erst Recht keine Seltenheit. Rassismus ist für Menschen, die nicht der Norm eines/einer weißen Mitteleuropäers/Mitteleuropäerin entsprechen an der Tagesordnung. Jeden Tag werden sie damit konfrontiert, dass man sie in Schubladen steckt, sie ausgrenzt und seltsam ansieht. 14 Menschen schreiben hier über Erfahrungen, die für sie selbstverständlich sind, weil sie damit aufwachsen mussten, weil sie jeden Tag damit konfrontiert werden, Erfahrungen, die für uns weiße Gesellschaft innerhalb unserer Blase unvorstellbar sind. In jeglichen Bereichen zieht sich diese rassistische Spur und gibt einen Einblick in das, was diesen Menschen jeden Tag widerfährt. Es macht fassungslos und wütend. Und gleichzeitig öffnet man seine Augen und wird sensibler im Umgang mit gewissen Situationen. Stereotype und Schubladendenken, geringere Chancen innerhalb der Jobsuche und Vorurteile in jeglichen Lebensbereichen. Ich denke, niemand von uns, der nicht selbst betroffen ist, kann sich ausdenken, wie diese Erfahrungen prägen und was sie für psychische Auswirkungen haben. Mit dem Lesen der Erfahrungen dieser Menschen, öffnet man selbst seinen Blick ein Stück mehr und versteht, wie wichtig es ist, Rassismus und insbesondere Alltagsrassismus entgegenzutreten. Fazit: Stimmen von Betroffenen, die betroffen machen! Pflichtlektüre!
Unbedingt lesen! Viele Perspektiven, wichtige Sichtweisen, augenöffnend!
Wow. Einfach nur wow. So ein gutes und wichtiges Buch, das einem selbst die Augen öffnet und unfassbar radikal sein kann. Wut ist ein zentrales Thema und die spürt man in fast jedem Essay. Sollte man mal gelesen haben.
Wahnsinnig spannendes Buch, welches sehr gut zeigt, dass Deutschland nicht so perfekt, weltoffen und tolerant ist, wie das Land sich selbst gerne darstellt. Definitiv ein Must-Read für alle, denn ich denke, von diesem Buch kann jeder etwas lernen. Die Autor:innen setzen damit einen Spiegel vor Deutschland und zeigen in ihren Essays, dass noch einiges zu tun ist, bis das Land wirklich so tolerant ist, wie gerne behauptet wird.





















































