Why We Matter
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Description
Emilia Roig deckt die Muster der Unterdrückung auf – in der Liebe, in der Ehe, an den Universitäten, in den Medien, im Gerichtssaal, im Beruf, im Gesundheitssystem und in der Justiz. Sie leitet zu radikaler Solidarität an und zeigt – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie –, wie Rassismus und Black Pride, Trauma und Auschwitz, Homofeindlichkeit und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen.
»Radikal und behutsam zugleich. Dieses Buch ist ein heilsames, inspirierendes Geschenk.« Kübra Gümüşay
»Ein Plädoyer, die Welt neu zu denken.« DIE ZEIT
»Eine revolutionäre Liebeserklärung, die jeder Mensch gelesen haben sollte.« Tupoka Ogette
»Die Antwort auf viele Fragen unserer unsicheren Zeit heißt: Gleichberechtigung aller. Und dieses großartige Buch ist ein Schritt auf dem Weg dahin.« Sibylle Berg
»Dieses Buch wird verändern, wie Sie die Welt wahrnehmen und Sie verstehen lassen, was Gerechtigkeit wirklich bedeutet.« Teresa Bücker
Book Information
Author Description
Emilia Zenzile Roig (*1983) ist Gründerin und Direktorin des Center for Intersectional Justice (CIJ) in Berlin. Sie promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Science Po Lyon. Emilia Roig lehrte in Deutschland, Frankreich und den USA Intersektionalität, Critical Race Theory und Postkoloniale Studien sowie Völkerrecht und Europarecht. Sie hält europaweit Keynotes und Vorträge zu den Themen Intersektionalität, Feminismus, Rassismus, Diskriminierung, Vielfalt und Inklusion und ist Autorin zahlreicher Publikationen auf Deutsch, Englisch und Französisch. Sie ist Interviewpartnerin in Sibylle Bergs Bestseller „Nerds retten die Welt“ und war Mitglied der Jury des Deutschen Sachbuchpreises 2020.
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Must Read! Absolute Pflichtlektüre!
WHY WE MATTER – Das Ende der Unterdrückung Autorin: Emilia Roig Verlag: Aufbau Seitenzahl: 397 ET der gebundenen Ausgabe: 15.02.2021 Worum geht´s? Emilia Roig möchte mit ihrem Buch Unterdrückung sichtbar machen und „die Tür zur Vielseitigkeit unserer Existenz öffnen“. Dazu hinterfragt sie zunächst, was eigentlich als Normalität verstanden wird und wie man sie dekonstruieren kann. Dann widmet sie sich exemplarisch in jedem Kapitel jeweils einem Lebensbereich, in dem strukturelle rassistische Unterdrückung besonders sichtbar wird. Diese sind: das eigene Zuhause, unser Bildungssystem, die Medien, die Exekutive, Arbeit, das Gesundheitssystem, die Straße und der Körper von Frauen. Zum Schluss gibt sie eine Idee davon, wie Unterdrückung überwunden werden könnte. Sie gibt eine Definition des Patriarchats und erklärt, wie strukturelle Diskriminierung funktioniert. Dabei verwendet sie einen konsequent intersektionalen Ansatz, denn alle Formen von Diskriminierung und Ungleichheit verstärken sich gegenseitig und müssen gemeinsam bekämpft werden. Sie gibt dabei sehr viel von sich selbst preis und erzählt beispielhaft von ihren eigenen Erfahrungen in den o.g. Kategorien. So kann es auch in einer Familie von Schwarzen durchaus Rassismus geben, ebenso wie Sexismus oder Querfeindlichkeit. Wie war´s? Dieses Buch ist zu Recht für sehr viele privilegierte Menschen wie mich ein Eye-Opener, Aufklärung und Hilfestellung, ein Nachschlagewerk, eine Einladung und ein faszinierendes Plädoyer für mehr Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Dabei schreibt Emilia Roig nicht nur gut lesbar, sondern spannend und gleichzeitig sehr versöhnlich. Sie benennt Unrecht, aber klagt nicht an. Roig erzählt autobiografisch und untermauert die Erfahrungen durch wissenschaftliche Erkenntnisse und belegbare Zahlen, Quellen und Fakten. Sie entlarvt unsere eindimensionale Sicht auf die Realität im Allgemeinen und macht an speziellen Beispielen die Komplexität der Probleme sichtbar, u.a. Sexarbeit, White Privilege oder die Norm „Gesund“. Fazit: „Die Frage ist: Bist du bereit, die Welt aus einer Perspektive zu sehen, die nicht die deine ist? Bist du bereit, wirkliche Empathie für Menschen zu empfinden, die als minderwertiger als du konstruiert wurden?“ Wenn du diese Frage mit Ja beantworten kannst, dann ist dieses Buch wie eine Kür. Wenn du dich nicht mit deinen Privilegien auseinandersetzen möchtest und am liebsten hättest, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist dieses Buch Pflichtlektüre. Ich habe es inzwischen bereits dreimal gelesen und lerne immer noch hinzu. Als weiße heterosexuelle Cis-Frau aus der Mittelschicht erlebe ich Unterdrückung nur auf einer Achse – Sexismus. Und ich stehe noch immer ganz am Anfang meiner Reise, dem Prozess, unser kapitalistisches, koloniales und patriarchales Gedanken- und Wertesystem zu verlernen. Und mir fehlt immer noch die Vorstellungskraft für eine postkapitalistische Welt ohne Hierarchien. Doch die Tatsache, dass „Schweigen Gewalt ist“, lässt mich nicht mehr los und ich möchte lernen, Unbequemlichkeit auszuhalten, Fragilität zu überwinden und mein Ego zu dezentrieren.
Intersektionalität, Machtstrukturen und gesellschaftliche Veränderung
In „Why We Matter - Das Ende der Unterdrückung“ von Emilia Roig widmet sich die Autorin der Analyse verschiedener Unterdrückungsformen und deren Zusammenhängen. Das Buch verfolgt einen klar intersektionalen Ansatz und versucht aufzuzeigen, wie Rassismus, Sexismus, Klassismus und andere Machtverhältnisse ineinandergreifen. In vielen Passagen gelingt Roig dabei ein zugänglicher Einstieg in komplexe gesellschaftliche Themen, insbesondere in Fragen von Machtstrukturen und Kapitalismuskritik. Gerade für Leser:innen, die sich erstmals mit intersektionalen Perspektiven beschäftigen, bietet das Buch einen guten Überblick. Inhaltlich ist das Buch breit angelegt und behandelt eine Vielzahl unterschiedlicher Themenfelder. Roig verknüpft unterschiedliche Formen von Diskriminierung miteinander und zeigt, wie sie sich gegenseitig verstärken. Viele Themen werden aber auch nur angerissen, ohne dass sie ausführlicher vertieft werden. Kritisch sehe ich das Kapitel zur Sexarbeit. Roig betont hier vor allem die Möglichkeit, Sexarbeit als bewusste und selbstbestimmte Entscheidung zu verstehen. Aus meiner Sicht greift diese Perspektive jedoch zu kurz. Strukturelle Zwänge und ausbeuterische Bedingungen, unter denen viele Frauen* in die Sexarbeit geraten, bleiben weitgehend ausgeblendet. Die grundlegende Frage nach ökonomischem Druck, also der Notwendigkeit von Lohnarbeit, um den eigenen Lebensunterhalt zu sichern, wird kaum thematisiert. Solange Menschen auf Einkommen angewiesen sind, um zu überleben, erscheint mir die Vorstellung vollständig freier Entscheidungen innerhalb solcher Strukturen problematisch. Auch die Idee, Sex innerhalb der Sexarbeit als potenziell revolutionären Akt zu deuten, weil er sich der Familie und der privaten Sphäre entzieht, überzeugt mich nicht. Dabei wird aus meiner Sicht das ökonomische System, das diese Form der Arbeit überhaupt hervorbringt, zu wenig berücksichtigt. Zwar ist Roigs Hinweis wichtig, dass eine Kriminalisierung von Sexarbeiter:innen keine Lösung darstellt und Betroffenen dadurch häufig eher geschadet wird. Ebenso stimmt es, dass nicht alle Frauen* in der Sexarbeit ausschließlich als Opfer betrachtet werden können. Dennoch bleibt die Analyse für mich zu undifferenziert, da die strukturellen Ursachen, insbesondere ökonomische Zwänge, kaum thematisiert werden. Eng damit verbunden ist auch die Frage nach gesellschaftlichen Erwartungen an Sexualität. Warum überhaupt ein Anspruch auf Sex besteht, sei es innerhalb von Beziehungen oder als Dienstleistung, wird im Buch nicht thematisiert. Irritiert hat mich außerdem das letzte Kapitel des Buches. Während zuvor stark betont wird, dass Unterdrückungssysteme kollektiv und strukturell funktionieren und daher auch kollektive Lösungen benötigen, verschiebt sich der Fokus hier stärker auf individuelle und teilweise spirituelle Ansätze. Dieser Perspektivwechsel passt aus meiner Sicht nicht ganz zum vorherigen analytischen Rahmen des Buches. Eine abschließende Bestandsaufnahme der zuvor diskutierten Strukturen hätte hier möglicherweise überzeugender gewirkt als der eher esoterisch wirkende Ton des Schlusskapitels. Mit einer Bewertung von 3,5/5 ist „Why We Matter - Das Ende der Unterdrückung“ ein Buch mit wichtigen Impulsen, das jedoch in einzelnen Themenbereichen mehr Differenzierung und analytische Tiefe hätte vertragen können.
Why we matter ist ein sehr informatives Buch über Rassismus, Patriarchat, Feminismus und deren Problematiken in verschiedenen Feldern. Gespickt sind diese Informationen mit persönlichen Erfahrungen der Autorin, welches das ganze nahbarer macht. Und natürlich ist die ein oder andere Stelle im Buch für eine weiße Person ungemütlich zu lesen, aber der Wahrheit muss man in die Augen sehen und versuchen sie zu anzunehmen und es besser zu machen. In dem Buch wird schön aufgeklärt welche Strukturen zu zb Rassismus führen bzw. ihn begünstigen. Sollte man gelesen haben!
Why we matter ist ein Buch das jeder mal lesen/hören sollte, was man am Ende davon hält muss man selber entscheiden. Ich habe das Buch teilweise gelesen und teilweise als Hörbuch gehört. Fand ich beides ganz gut. Aber der Schreibstil war schon anstrengend. Es ist mit sehr vielen Fachwörtern gespickt, einige musste ich auch erstmal nachschlagen. Ein paar mal war ich kurz davor das Buch abzubrechen weil es eben so anstrengend zu lesen ist. Den Rest hab ich nur noch als Hörbuch gehört, jedoch einige Stellen übersprungen. Bei so einem wichtigen Thema fände ich es besser, wenn es noch eine zweite Version des Buches geben würde indem eine einfacheSprache genutzt wird. Damit es auch wirklich jeder lesen kann. Was mich zudem etwas genervt hat, ich aber in den Kontext nachvollziehen konnte, war das gendern... Es erschwert einfach nur den Lesefluss und auch beim Hörbuch ist es nicht angenehm.
Wichtiges Buch!
Das Buch hilft sehr eine Ahnung von der Vielschichtigkeit von Diskriminierungen aller Art zu bekommen. Die persönlichen Beispiele sind passend und bewegend. Mich lässt das Buch ein wenig überwältigt zurück, weil mir einiges nicht in der tiefe bewusst war und das Ziel einer gerechten Gesellschaft erstmal wieder weiter in die Zukunft gerückt ist.
234/5 Sternen
Absolut tolles und wichtiges Buch, das verschiedene Arten von Diskriminierung aufzeigt: von Rassismus, über Sexismus und Misogynie, über Queerfeindlichkeit, Klassizismus, Ableismus, sowie mit einem Exkurs zu Diskriminierung von Sexarbeiterinnen. Die Autorin hat für mich die ideale Mischung aus persönlichen Geschichten aus der eigenen Familie, Eigenreflexion und wissenschaftlicher sowie statistischer Analysen und Geschichte gefunden, und hat mich (in den 14 Stunden Hörbuchlänge) unglaublich viel Neues gelehrt. Das letzte Kapitel zu Spiritualität hat mich nicht zu 100% abgeholt, allerdings hat es dem Buch nicht wirklich geschadet, sondern eher einen weiteren interessanten Twist gegeben. 100% Leseempfehlung für jedermaus.
Emilia Roig schafft es immer wieder! 😍
Sie schafft es immer wieder sehr direkt über unangenehme Themen zu schreiben, die Leser*innen aufzuklären und am Ende für so viel Hoffnung zu sorgen! In den Büchern „Das Ende der Ehe“ und „Lieber Sohn“ ging es mir genauso. In Why We Matter geht es darum, verschiedene Formen der Unterdrückung aufzudecken und tauchen hier in den intersektionalen Feminismus ein - also, wie sich Diskriminierung überschneidet, zum Beispiel durch Herkunft, Religion, soziale Klasse oder Hautfarbe. Dabei lässt Emilia Roig auch persönliche Perspektiven mit einfließen 💜 Und es geht noch um so viel mehr: Se*arbeit, die Empathielücke, Kapitalismuskritik und vieles mehr. Wenn ihr euch mehr in Themen wie intersektionalen Feminismus einlesen wollt, kann ich euch die Bücher von ihr nur wärmstens empfehlen! ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Dieses Buch ist ein grandioser, intersektionaler, feministischer Rundumschlag. Die Autorin schreibt gradlinig und auf den Punkt, füllt dabei Wissenslücken, webt gekonnt ihre persönliche Geschichte mit ein (die aber nie im Mittelpunkt steht) und scheut nicht davor zurück, Rassismus oder Homofeindlichkeit in ihrer eigenen Familie zu benennen. Manches war mir schon bewusst, einiges kannte ich noch nicht. Die Empathie-Lücke erklärt zum Beispiel so vieles, was ich vorher nicht greifen konnte. Obwohl wir so unterschiedliche Leben führen und Erfahrungen machen, habe ich mich beim Lesen mit der Autorin verbunden gefühlt. Das hat mich selbst überrascht, weil ich ähnliche Bücher von Feministinnen mittlerweile ein bisschen kritischer betrachte und deren Backround sich oft wie ein Graben zwischen uns anfühlt. Beim Kapitel über LGBTQI+ habe ich mich z.B. in ihrer Story teilweise wiedergefunden und kam mir gleich weniger allein und merkwürdig vor. Außerdem erkennt und benennt sie die verschiedenen "Härtegrade" der Diskriminierung, so sind schwule Männer meistens viel sichtbarer als lesbische Frauen (kennt man ja, dass es um Homosexualität geht und nur von "den Schwulen" die Rede ist) und Bisexuelle und trans Personen werden besonders abgewertet (oft sogar innerhalb der Community). Rassismus nimmt zu Recht sehr viel Raum ein und als Nicht-Betroffene bin ich dankbar für jede Aufklärung und das Sichtbarmachen. Wir müssen noch so viel lernen und dieses Buch ist eine große Hilfe. Am besten gefallen hat mir aber, dass Kapitalismus, Klasse und Armut hier ausnahmsweise mal nicht ignoriert werden. Die Autorin ist, wie fast alle Personen mit Reichweite, die sich öffentlich feministisch äußern (ob in Podcasts, auf Social Media oder eben in Büchern), Akademikerin und profitiert vom aktuellen System. Dennoch kritisiert sie es scharf und macht deutlich, dass Menschen, die zum Beispiel aus welchen Gründen auch immer grade keiner Lohnarbeit nachgehen (können), als faul, dumm und wertlos abgestempelt werden. Ja, sie stellt das Konzept von Lohnarbeit (und Geld!) sogar komplett infrage und zeigt auf, dass wir eine sehr enge Sichtweise davon haben, was als Arbeit gilt und was nicht, wer wertvoll ist und wer nicht. Dennoch bin ich der Meinung, dass es insgesamt mehr Stimmen von Nicht-Akademiker:innen und Menschen aus der Arbeiter:innenklasse und der sogenannten Unterschicht braucht... dass wir sichtbarer werden und uns organisieren müssen. Viele (so auch ich lange) sind so voller Scham und Ohnmacht, dass sie nicht mal wissen, dass sie unterdrückt werden und das Recht haben, sich zu wehren. Und hier setze ich auch mit meiner Kritik an: das Buch ist nicht sonderlich niedrigschwellig und enthält einige Fremdwörter. Die Arbeiterin/Hartz IV-Empfängerin aus der Kleinstadt wird andere, konkretere Sorgen haben und es wohl eher selten lesen, was schade ist, weil genau da die Diskriminierung im Alltag greift und Wissenslücken gefüllt werden müssen. Dafür ziehe ich allerdings keinen Stern ab, weil das Buch ansonsten zu gut ist! Auch andere Themen, wie das große Konzept "Wissen", werden spannend beleuchtet. Was ist das überhaupt und wer entscheidet, welches Wissen richtig und wertvoll ist? Und warum gilt die Sichtweise Nicht-Betroffener (häufig die weißer Männer) als objektiv und unvoreingenommen, während den Betroffenen immer Subjektivität und "zu wenig Abstand von der Thematik" unterstellt wird? Obwohl doch grade sie über ein Wissen verfügen, das anderen vielleicht verborgen bleibt? In jedes Kapitel fließt ein wenig Geschichtsunterricht mit ein und ich bin immer wieder fassungslos, dass ich über bestimmte Themen absolut gar nichts in der Schule gelernt habe. Als es um Krankenhäuser und das Gesundheitssystem ging, konnte ich zum ersten mal mein eigenes Erlebnis, das mittlerweile 10 Jahre her ist und mich nicht loslässt, einordnen. Ich bin damals vom Personal schlecht behandelt und sexistisch beleidigt worden, der Arzt meinte sogar "typisch Frau, wegen ein bisschen Bauchschmerzen rumheulen und die Notaufnahme belasten". Einen Tag später bin ich zusammengebrochen und wurde notoperiert. Sowas passiert jeden Tag. Frauen wird schnell ein psychischer Grund angedichtet, sie sterben häufiger an nicht erkannten Herzinfarkten, weil ihre Beschwerden von der männlichen "Norm" abweichen, während Männer viel schneller zu Fachärzt:innen überwiesen werden. Schwarzen Menschen wird sogar noch weniger geglaubt und sie bekommen zum Beispiel seltener Schmerzmittel, weil sie nicht ernst genommen werden (auch hier greift die Empathie-Lücke). Übrigens habe ich zu Beginn des Buches irgendwann mal angefangen, Sätze zu markieren, um sie hier zitieren zu können. Leider musste ich dann schnell feststellen, dass ich am liebsten alles zitieren würde, weil ein guter Absatz den nächsten jagt. Das Thema Sexarbeit bekommt ebenfalls viel Platz und ich habe alles dazu aufgesogen. Ich kann die Menschen, die für ein Sexkaufverbot sind, nur beknien dieses Buch zu lesen. Oder überhaupt alle... bitte lest es!
Emilia Roig ist für mich die Autorin für Intersektionalität! Dieses Buch ist schlicht und einfach eine Diskriminierungsbibel und sollte meiner Meinung nach Pflichtlektüre in jedem Ethikunzerricht oder Einführungslektüre für jegliche Gesellschaftwissenschaftsstudien sein. Es ist eine komplexe, aber gut nachvollziehbare und verständliche Abhandlung von Diskriminierungsstrukturen in unserer postkolonialen, patriachalen und kapitalistischen Gesellschaft. Es geht um Diskrimminierung aufgrund des Geschlechts, der Herkunft, sozialer Klasse und der Sexualität. Darüber hinaus greift Roig Themen wie Carearbeit, Justizsystem und Generationstraumata auf und setzt sie in Bezug. Die Analyse wird jedoch nicht nur historisch beleuchtet, um den Status Quo zu beschreiben, sondern sie zeigt intersektionale feministische Ideen auf, die zu einer gerechteren Gesellschaft führen können. Das Buch macht Hoffnung und Kampfgeist.
Gutes Buch für den Einstieg
Ich mochte das Hörbuch für nebenbei. Die angeschnittenen Themen sind wichtig und spannend ausgeführt. Ich beschäftige mich bereits viel mit diesen Themen, aber denke, dass es immer wieder gut ist, eine andere Perspektive zu hören. Und auch wichtig, wie ich beim Hören finde: Emilia hat für mein Empfinden eine sehr angenehme Stimme, der ich gerne zugehört habe.
Vor einigen Wochen fand eine Lesung zum o.g. Buch mit Emilia Roig statt, organisiert vom Maxim Gorki-Theater. In dieser Lesung habe ich zum ersten Mal von ihr und diesem Buch gehört und wusste schon nach den ersten vorgelesenen Sätzen, wie wichtig das Buch ist. Die Autorin zeigt anhand von diversen Lebensbereichen auf, wie und welche Unterdrückungsstrukturen sich manifestiert haben. Zur Veranschaulichung zieht sie öfters Parallelen zu ihrem eigenen Leben, beeindruckend ehrlich und reflektiert. Wer sich schon mal mit Feminismus und/oder Anti-Rassismus beschäftigt hat, wird grade zu Beginn des Buchs einiges wiedererkennen. Das sehe ich nicht als Nachteil, im Gegenteil. Sehr pointiert bringt Emilia Roig die 'großen', medial präsenteren Unterdrückungsformen in Verbindung mit solchen, die öfter übersehen werden und betont damit die Wichtigkeit von intersektionalen Ansätzen, um eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Abgesehen davon, dass ich mir auf fast jeder Seite kluge Gedanken angestrichen habe, fand ich die Kapitel 'Im Gerichtssaal' und 'Bei der Arbeit' besonders interessant, da ich dort einiges dazugelernt und neue Sichtweisen kennengelernt habe. Womit ich nicht wirklich warm wurde, war das letzte Kapitel 'das Ende der Unterdrückung'. In diesem versucht Emilia Roig sich an einem Lösungsvorschlag, um, wie der Titel schon sagt, die Unterdrückung zu beenden. Die Ideen waren mir zu abstrakt und schwer zu greifen. Ich verstehe den Wunsch, das Buch mit etwas Positivem und eben einem Lösungsvorschlag zu beenden, meiner Meinung nach hätte es das aber nicht gebraucht, um es rund zu machen. Nichtsdestotrotz ein Buch, das ich gerne empfehle und sehr gespannt bin, was wir in Zukunft noch von dieser intelligenten, beeindruckenden Frau zu sehen/lesen bekommen.
Zeigt das Potential einer gewaltfreien Welt auf
Ich habe das Buch im Januar zum ersten Mal gelesen und nun im Mai noch einmal. Die Informationen, die Gedankengänge, die Erzählungen sind so dicht gesät, dass ich beim ersten Lesen vieles gar nicht aufnehmen konnte. Wahrscheinlich würde ich auch beim dritten Lesen wieder über neue Denkanstöße stolpern. Wie funktioniert Diskriminierung, also Rassismus, Sexismus, Homo- und Transphobie, Ableismus, Klassismus etc.; worin wird sie begründet; wo genau sind die Schnittstellen; wo wird die Gewalt aufrechterhalten? Das Buch verändert, wie auch im Blurb steht, die Sicht, die man auf die Welt hat. Wie Unterdrückungssysteme bis heute intersektional funktionieren und warum man basierend auf Identität unbemerkt schädlich über sich und andere Menschen denkt. Nicht, weil man ein Menschenfeind wäre, sondern, weil das System uns quasi so ausbildet. Für mich und meine Art zu denken ist dieses Buch wirklich revolutionär gewesen und ich frage mich, wie die Welt aussehen würde, wenn jeder es lesen würde.
Ein spannender Rundumschlag über aktuelle gesellschaftliche Ungleichheiten. Allerdings fand ich den Schreibstil sehr komplex, und ich bin fast fertig mit meinem sozial-politikwissenschaftlichen Master und habe schon echt viel über z.B. intersektionalen Feminismus gelesen. Ob dieses Buch sehr massenzugänglich ist, wage ich mal zu bezweifeln.
Augenöffnend ✨
Ich liebe Sachbücher, die mich selber herausfordern und mir manchmal auf unangenehme Art und Weise die Augen öffnen - ‚Why we matter‘ war eines dieser Bücher. Häufig tragen wir unbewusst doch viel mehr internalisierte Ansichten, die von der Gesellschaft vermittelt werden, in uns - dieses Buch bringt sie an die Oberfläche. Häufig dachte ich mir ‚nee, so bin ich doch nicht‘, aber dann erwischte ich mich doch dabei, dass ich mir was vormache. Emilia Roig schafft es hervorragend die Dinge klar zu benennen ohne anklagend zu werden und Themen rund um Unterdrückung, Rassismus, Feminismus und mehr mehr ins Bewusstsein zurückzubringen. Zwischendrin hatte es für mich Längen, daher einen halben Stern Abzug, ansonsten: Must Read!
Eine Hilfe um Intersektionalität zu verstehen, super wichtig und richtig
Emilia Roig deckt die Muster der Unterdrückung auf – in der Liebe, in der Ehe, an den Universitäten, in den Medien, im Gerichtssaal, im Beruf, im Gesundheitssystem und in der Justiz. Sie leitet zu radikaler Solidarität an und zeigt – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie –, wie Rassismus und Black Pride, Trauma und Auschwitz, Homofeindlichkeit und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen: "Radikal und behutsam zugleich. Dieses Buch ist ein heilsames, inspirierendes Geschenk." Kübra Gümüsay "Die Antwort auf viele Fragen unserer unsicheren Zeit heißt: Gleichberechtigung aller. Und dieses großartige Buch ist ein Schritt auf dem Weg dahin." Sibylle Berg
Dieses thematisiert nicht nur die Unterdrückung und Diskriminierung von Schwarzen Menschen und People of Color (auch wenn das der Hauptpunkt ist), sondern auch die Diskriminierung von Frauen, Transpersonen, behinderten Menschen, queeren Personen und anderen Volksgruppen. Das Buch hat mir einige Denkanstöße mitgegeben, eine große Leseempfehlung, vor allem jede weiße Person sollte sich intensiver mit Rassismus und ihrer priviligerten Position befassen!
Klappentext Wie erkennen wir unsere Privilegien? Wie können Weiße die Realität von Schwarzen sehen? Männliche Muslime die von weißen Frauen? Und weiße Frauen die von männlichen Muslimen? Die Aktivistin und Politologin Emilia Roig zeigt – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie, in der wie unter einem Brennglas Rassismus und Black Pride, Antisemitismus und Auschwitz, Homophobie und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen –, wie sich Rassismus im Alltag mit anderen Arten der Diskriminierung überschneidet. Ob auf der Straße, an der Uni oder im Gerichtssaal: Roig schafft ein neues Bewusstsein dafür, wie Zustände, die wir für „normal“ halten – die Bevorzugung der Ehe, des männlichen Körpers in der Medizin oder den Kanon klassischer Kultur – historisch gewachsen sind. Und dass unsere Welt eine ganz andere sein könnte. Meine Meinung Das Cover des Buches finde ich sehr gelungen auch im Hinblick auf die Thematik. Care-Arbeit? Intersektionalität? Bevor ich „Why We Matter” gelesen habe konnte ich mit diesen Begriffen nichts anfangen. Dieses Buch hat meinen Horizont mehr als erweitert. Neben bekannten Dingen konnte ich auch wirklich viel neues lernen. Themen des Buches sind unter anderem Rassismus, Homo-, Trans- und Behindertendiskriminierung, Sexismus. Die Bandbreite der behandelten Themen ist wirklich umfangreich und bemerkenswert. Die Autorin zeigt dabei nicht nur ihre persönlichen Erfahrungen auf, sondern vor allem kollektive Erfahrungen, die Menschen auf dieser Welt täglich machen. Sie wirft einen Blick auf die Historie verschiedenster Diskriminierung, sowie auf aktuelle Geschehnisse. Es werden auch Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Arten der Diskriminierung aufgezeigt. Während des Lesens war ich oft schockiert und habe mich immer wieder gefragt, warum ich über einige der angesprochenen Themen nicht mehr in der Schule gelernt habe. Die angesprochenen Themen sind so wichtig und ich bin dankbar nun aufgeklärter zu sein. Zum Thema Diskriminierung lernt man nie aus. Ich finde jeder sollte dieses Buch lesen, denn es stell ein komplexes Thema wirklich hervorragend dar und regt zum Nachdenken an. Den Schreibstil der Autorin fand ich angenehm. Sie macht ihren Standpunkt überzeugend deutlich und inspiriert den Leser. Auch wenn jeder Mensch andere Erfahrungen mit Diskriminierung macht, hatte ich das Gefühl, dass sich die meisten in diesem Buch zumindest ein wenig wiederfinden werden und verstanden fühlen können. Fazit „Why We Matter“ ist ein Must-Read, das ein komplexes Thema hervorragend darstellt, inspiriert und zum Nachdenken anregt. Leseempfehlung!
INHALT Die Aktivistin und Politologin Emilia Roig möchte mit ihrem Buch ein neues Bewusstsein dafür schaffen, wie Zustände, die wir für „normal“ halten bspw. die Bevorzugung der Ehe, des männlichen Körpers in der Medizin oder den Kanon klassischer Kultur, historisch gewachsen sind. Und, dass unsere Welt eine ganz andere sein könnte. Sie zeigt Rassismus und Diskriminierung in verschiedenen Kontexten und klärt auf. Durch einen glücklichen Zufall habe ich bei NetGalley das Hörbuch zu „Why we matter“ entdeckt und habe mich sehr darüber gefreut, als ich ein Rezensionsexemplar davon bekommen habe. Immer mal wieder habe ich Interesse daran mich weiter zu bilden, PoC zuzuhören und zu lernen mein eigenes Verhalten und Denken zu reflektieren. Mit „Why we matter“ ist mir, wie ich denke, ein weiterer Schritt in die richtige Richtung gelungen. Nicht alles, was im Buch besprochen wurde war mir neu, dennoch war es wertvoll für mich der Autorin zuzuhören. „Je privilegierter wir sind, desto schwieriger ist es, Privilegien und Ungleichheit zu erkennen und zu akzeptieren.“ EMILIA ROIG – WHY WE MATTER Mit ihrem Buch gelingt Emilia Roig ein intersektionaler, feministischer Rundumschlag, der sich gewaschen hat. Mit Fakten und Belegen betrachtet Roig Rassismus und Diskriminierung in unterschiedlichsten Kontexten und Situationen. Was mich sehr beeindruckt und mir unglaublich gut gefallen hat war, dass sie immer inklusiv und intersektional vorgegangen ist. Sie lässt keine marginalisierte Gruppe aus und macht deutlich, was ihr übergeordnetes Ziel ist: die Welt dahingehend zu verändern, dass mehr Empathie und Offenheit in Bezug auf alle Lebensrealitäten stattfindet. Die unterschiedlichsten Themen werden im Buch besprochen: Familie, Schule, Studium, das Wissen im Allgemeinen, die Justiz und Medien aber auch die Arbeitswelt werden diskutiert. Emilia Roig ist es gelungen eine Verbindung zu mir herzustellen und das, obwohl sich unsere Erfahrungen eigentlich nicht weiter unterscheiden könnten. Ich bin eine weiße cis-hetero Frau, die alle Privilegien genießen kann, die es gibt (mal davon abgesehen, dass ich eine Frau bin). Bei ihrem LGBTQIA+ Kapitel fühlte ich mich dennoch irgendwie verbunden und habe meinen Entschluss, noch offener und vorurteilsfreier in die Welt zu blicken, wieder bestärkt. Roig klärt aber auch, dass Diskriminierung in diesem Bereich unterschiedlich abläuft, denn meistens sind schwule Männer sehr viel sichtbarer als beispielsweise lesbische Frauen. Bisexuelle und trans Personen erleben viel mehr Diskriminierung und das nicht nur außerhalb der Queeren Community, sondern auch mitten drin. Einen großen Raum nimmt Rassismus ein, was mir als weiße Frau eben unfassbar viel hilft. Ich weiß, dass ich noch viel zu lernen habe und deshalb bin ich immer dankbar über solche Bücher, die mich aufklären und mir zeigen wo meine Art zu denken verändert werden muss, um die Welt für PoC besser zu machen. Auch Kapitalismus, Armut und Klasse bekommen ihren „Moment“. Emilia Roig ist eine öffentliche Person mit Reichweite, sie ist Akademikerin und ist sich dessen bewusst, dass sie vom System profitiert. Doch Roig ist sich nicht zu schade gerade dieses System zu kritisieren und deutlich zu machen, dass Menschen die aktuell keiner Lohnarbeit nachgehen (können) nicht als dumm, wertlos oder faul abgestempelt werden sollten. Sie hält uns und der Gesellschaft den Spiegel vor, indem sie klar macht, dass wir eine sehr enge und begrenzte Sichtweise davon haben, was als Arbeit gilt und was nicht. Wer wertvoll ist und wer nicht. Was an dieser Stelle vielleicht schön gewesen wäre, sozusagen das i-Tüpfelchen des Buches, sind Stimmen von Nicht-Akademiker*innen. Stimmen von Arbeiter*innen, der „Unterschicht“ um diese sichtbarer zu machen, um diesen eine Stimme zu geben. Und letztlich, sind wir mal ehrlich, welche Person, die bspw. Hartz IV-Empfänger*in ist, kann sich dieses Buch als Luxusgut dann leisten und lesen? Auch hier greift die von der Autorin angeprangerte Diskriminierung im Alltag auch. Ein Punkt, über den ich nie so richtig nachgedacht habe, war das Konzept „Wissen“. Denn was ist das überhaupt genau und wer entscheidet dann, welches Wissen richtig und wertvoll ist? Wieso ist meist die Sichtweise von alten weißen Männern viel bedeutender als die, von einer Betroffenen Person? Gerade diese Gedanken sollte man festhalten und sich klar machen: ist es nicht sinnvoller gerade betroffene Personen eine Plattform zu bieten, ihnen zuzuhören und von ihnen zu lernen, anstatt an vermeintlichem Wissen von Personen festzuhalten, die eigentlich gar keine Ahnung von der Thematik haben? Emilia Roig bringt in ihrem Buch so viele Themen auf klar artikulierte und deutliche Weise auf den Tisch, dass meine Rezension eindeutig gesprengt werden würde, wenn ich alles komplett ausführlich besprechen würde. Ich kann euch sagen: Familie, Schule, Uni, Arbeitswelt, Wissen, Medizin, Medien, all das kommt aufs Tablett und ich konnte unwahrscheinlich viel dazu lernen und hatte einiges, worüber ich nachdenken musste und weiterhin muss. Es wird wohl nicht sehr lange dauern, bis ich mir das Buch auch als Printversion ins Regal hole, denn um einzelne Stellen nachzulesen sind Hörbücher dann doch nicht so gut geeignet, obwohl für mich die Wahl eines Hörbuches gut war, denn durch einige längere Autofahrten habe ich dieses tolle Sachbuch genießen können. FAZIT „Why we matter“ ist ein unfassbar wichtiges Buch, welches so viele Diskriminierungen (…) von denen wir täglich umgeben sind, auf dringliche Weise aufzeigt. Es spielt hierbei überhaupt keine Rolle ob und wie ich selbst davon betroffen bin, denn es ist so wichtig achtsam und aufmerksam auf solche Ungerechtigkeiten zu blicken. Dieses Buch eröffnet Blickwinkel, die ich noch nie genauer betrachtet habe und die mir gezeigt haben: es stimmt, dass man nie auslernt und gerade in diesen Themenbereichen ist es einfach unerlässlich sich ständig weiterzubilden. Wir müssen zuhören und voneinander lernen, um ein Zusammenleben, das für alle gut ist, zu realisieren. Wir alle sollten uns informieren und mit diesem Sachbuch gelingt es in jedem Fall. Klare Empfehlung!
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Emilia Roig deckt die Muster der Unterdrückung auf – in der Liebe, in der Ehe, an den Universitäten, in den Medien, im Gerichtssaal, im Beruf, im Gesundheitssystem und in der Justiz. Sie leitet zu radikaler Solidarität an und zeigt – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie –, wie Rassismus und Black Pride, Trauma und Auschwitz, Homofeindlichkeit und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen.
»Radikal und behutsam zugleich. Dieses Buch ist ein heilsames, inspirierendes Geschenk.« Kübra Gümüşay
»Ein Plädoyer, die Welt neu zu denken.« DIE ZEIT
»Eine revolutionäre Liebeserklärung, die jeder Mensch gelesen haben sollte.« Tupoka Ogette
»Die Antwort auf viele Fragen unserer unsicheren Zeit heißt: Gleichberechtigung aller. Und dieses großartige Buch ist ein Schritt auf dem Weg dahin.« Sibylle Berg
»Dieses Buch wird verändern, wie Sie die Welt wahrnehmen und Sie verstehen lassen, was Gerechtigkeit wirklich bedeutet.« Teresa Bücker
Book Information
Author Description
Emilia Zenzile Roig (*1983) ist Gründerin und Direktorin des Center for Intersectional Justice (CIJ) in Berlin. Sie promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Science Po Lyon. Emilia Roig lehrte in Deutschland, Frankreich und den USA Intersektionalität, Critical Race Theory und Postkoloniale Studien sowie Völkerrecht und Europarecht. Sie hält europaweit Keynotes und Vorträge zu den Themen Intersektionalität, Feminismus, Rassismus, Diskriminierung, Vielfalt und Inklusion und ist Autorin zahlreicher Publikationen auf Deutsch, Englisch und Französisch. Sie ist Interviewpartnerin in Sibylle Bergs Bestseller „Nerds retten die Welt“ und war Mitglied der Jury des Deutschen Sachbuchpreises 2020.
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Must Read! Absolute Pflichtlektüre!
WHY WE MATTER – Das Ende der Unterdrückung Autorin: Emilia Roig Verlag: Aufbau Seitenzahl: 397 ET der gebundenen Ausgabe: 15.02.2021 Worum geht´s? Emilia Roig möchte mit ihrem Buch Unterdrückung sichtbar machen und „die Tür zur Vielseitigkeit unserer Existenz öffnen“. Dazu hinterfragt sie zunächst, was eigentlich als Normalität verstanden wird und wie man sie dekonstruieren kann. Dann widmet sie sich exemplarisch in jedem Kapitel jeweils einem Lebensbereich, in dem strukturelle rassistische Unterdrückung besonders sichtbar wird. Diese sind: das eigene Zuhause, unser Bildungssystem, die Medien, die Exekutive, Arbeit, das Gesundheitssystem, die Straße und der Körper von Frauen. Zum Schluss gibt sie eine Idee davon, wie Unterdrückung überwunden werden könnte. Sie gibt eine Definition des Patriarchats und erklärt, wie strukturelle Diskriminierung funktioniert. Dabei verwendet sie einen konsequent intersektionalen Ansatz, denn alle Formen von Diskriminierung und Ungleichheit verstärken sich gegenseitig und müssen gemeinsam bekämpft werden. Sie gibt dabei sehr viel von sich selbst preis und erzählt beispielhaft von ihren eigenen Erfahrungen in den o.g. Kategorien. So kann es auch in einer Familie von Schwarzen durchaus Rassismus geben, ebenso wie Sexismus oder Querfeindlichkeit. Wie war´s? Dieses Buch ist zu Recht für sehr viele privilegierte Menschen wie mich ein Eye-Opener, Aufklärung und Hilfestellung, ein Nachschlagewerk, eine Einladung und ein faszinierendes Plädoyer für mehr Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Dabei schreibt Emilia Roig nicht nur gut lesbar, sondern spannend und gleichzeitig sehr versöhnlich. Sie benennt Unrecht, aber klagt nicht an. Roig erzählt autobiografisch und untermauert die Erfahrungen durch wissenschaftliche Erkenntnisse und belegbare Zahlen, Quellen und Fakten. Sie entlarvt unsere eindimensionale Sicht auf die Realität im Allgemeinen und macht an speziellen Beispielen die Komplexität der Probleme sichtbar, u.a. Sexarbeit, White Privilege oder die Norm „Gesund“. Fazit: „Die Frage ist: Bist du bereit, die Welt aus einer Perspektive zu sehen, die nicht die deine ist? Bist du bereit, wirkliche Empathie für Menschen zu empfinden, die als minderwertiger als du konstruiert wurden?“ Wenn du diese Frage mit Ja beantworten kannst, dann ist dieses Buch wie eine Kür. Wenn du dich nicht mit deinen Privilegien auseinandersetzen möchtest und am liebsten hättest, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist dieses Buch Pflichtlektüre. Ich habe es inzwischen bereits dreimal gelesen und lerne immer noch hinzu. Als weiße heterosexuelle Cis-Frau aus der Mittelschicht erlebe ich Unterdrückung nur auf einer Achse – Sexismus. Und ich stehe noch immer ganz am Anfang meiner Reise, dem Prozess, unser kapitalistisches, koloniales und patriarchales Gedanken- und Wertesystem zu verlernen. Und mir fehlt immer noch die Vorstellungskraft für eine postkapitalistische Welt ohne Hierarchien. Doch die Tatsache, dass „Schweigen Gewalt ist“, lässt mich nicht mehr los und ich möchte lernen, Unbequemlichkeit auszuhalten, Fragilität zu überwinden und mein Ego zu dezentrieren.
Intersektionalität, Machtstrukturen und gesellschaftliche Veränderung
In „Why We Matter - Das Ende der Unterdrückung“ von Emilia Roig widmet sich die Autorin der Analyse verschiedener Unterdrückungsformen und deren Zusammenhängen. Das Buch verfolgt einen klar intersektionalen Ansatz und versucht aufzuzeigen, wie Rassismus, Sexismus, Klassismus und andere Machtverhältnisse ineinandergreifen. In vielen Passagen gelingt Roig dabei ein zugänglicher Einstieg in komplexe gesellschaftliche Themen, insbesondere in Fragen von Machtstrukturen und Kapitalismuskritik. Gerade für Leser:innen, die sich erstmals mit intersektionalen Perspektiven beschäftigen, bietet das Buch einen guten Überblick. Inhaltlich ist das Buch breit angelegt und behandelt eine Vielzahl unterschiedlicher Themenfelder. Roig verknüpft unterschiedliche Formen von Diskriminierung miteinander und zeigt, wie sie sich gegenseitig verstärken. Viele Themen werden aber auch nur angerissen, ohne dass sie ausführlicher vertieft werden. Kritisch sehe ich das Kapitel zur Sexarbeit. Roig betont hier vor allem die Möglichkeit, Sexarbeit als bewusste und selbstbestimmte Entscheidung zu verstehen. Aus meiner Sicht greift diese Perspektive jedoch zu kurz. Strukturelle Zwänge und ausbeuterische Bedingungen, unter denen viele Frauen* in die Sexarbeit geraten, bleiben weitgehend ausgeblendet. Die grundlegende Frage nach ökonomischem Druck, also der Notwendigkeit von Lohnarbeit, um den eigenen Lebensunterhalt zu sichern, wird kaum thematisiert. Solange Menschen auf Einkommen angewiesen sind, um zu überleben, erscheint mir die Vorstellung vollständig freier Entscheidungen innerhalb solcher Strukturen problematisch. Auch die Idee, Sex innerhalb der Sexarbeit als potenziell revolutionären Akt zu deuten, weil er sich der Familie und der privaten Sphäre entzieht, überzeugt mich nicht. Dabei wird aus meiner Sicht das ökonomische System, das diese Form der Arbeit überhaupt hervorbringt, zu wenig berücksichtigt. Zwar ist Roigs Hinweis wichtig, dass eine Kriminalisierung von Sexarbeiter:innen keine Lösung darstellt und Betroffenen dadurch häufig eher geschadet wird. Ebenso stimmt es, dass nicht alle Frauen* in der Sexarbeit ausschließlich als Opfer betrachtet werden können. Dennoch bleibt die Analyse für mich zu undifferenziert, da die strukturellen Ursachen, insbesondere ökonomische Zwänge, kaum thematisiert werden. Eng damit verbunden ist auch die Frage nach gesellschaftlichen Erwartungen an Sexualität. Warum überhaupt ein Anspruch auf Sex besteht, sei es innerhalb von Beziehungen oder als Dienstleistung, wird im Buch nicht thematisiert. Irritiert hat mich außerdem das letzte Kapitel des Buches. Während zuvor stark betont wird, dass Unterdrückungssysteme kollektiv und strukturell funktionieren und daher auch kollektive Lösungen benötigen, verschiebt sich der Fokus hier stärker auf individuelle und teilweise spirituelle Ansätze. Dieser Perspektivwechsel passt aus meiner Sicht nicht ganz zum vorherigen analytischen Rahmen des Buches. Eine abschließende Bestandsaufnahme der zuvor diskutierten Strukturen hätte hier möglicherweise überzeugender gewirkt als der eher esoterisch wirkende Ton des Schlusskapitels. Mit einer Bewertung von 3,5/5 ist „Why We Matter - Das Ende der Unterdrückung“ ein Buch mit wichtigen Impulsen, das jedoch in einzelnen Themenbereichen mehr Differenzierung und analytische Tiefe hätte vertragen können.
Why we matter ist ein sehr informatives Buch über Rassismus, Patriarchat, Feminismus und deren Problematiken in verschiedenen Feldern. Gespickt sind diese Informationen mit persönlichen Erfahrungen der Autorin, welches das ganze nahbarer macht. Und natürlich ist die ein oder andere Stelle im Buch für eine weiße Person ungemütlich zu lesen, aber der Wahrheit muss man in die Augen sehen und versuchen sie zu anzunehmen und es besser zu machen. In dem Buch wird schön aufgeklärt welche Strukturen zu zb Rassismus führen bzw. ihn begünstigen. Sollte man gelesen haben!
Why we matter ist ein Buch das jeder mal lesen/hören sollte, was man am Ende davon hält muss man selber entscheiden. Ich habe das Buch teilweise gelesen und teilweise als Hörbuch gehört. Fand ich beides ganz gut. Aber der Schreibstil war schon anstrengend. Es ist mit sehr vielen Fachwörtern gespickt, einige musste ich auch erstmal nachschlagen. Ein paar mal war ich kurz davor das Buch abzubrechen weil es eben so anstrengend zu lesen ist. Den Rest hab ich nur noch als Hörbuch gehört, jedoch einige Stellen übersprungen. Bei so einem wichtigen Thema fände ich es besser, wenn es noch eine zweite Version des Buches geben würde indem eine einfacheSprache genutzt wird. Damit es auch wirklich jeder lesen kann. Was mich zudem etwas genervt hat, ich aber in den Kontext nachvollziehen konnte, war das gendern... Es erschwert einfach nur den Lesefluss und auch beim Hörbuch ist es nicht angenehm.
Wichtiges Buch!
Das Buch hilft sehr eine Ahnung von der Vielschichtigkeit von Diskriminierungen aller Art zu bekommen. Die persönlichen Beispiele sind passend und bewegend. Mich lässt das Buch ein wenig überwältigt zurück, weil mir einiges nicht in der tiefe bewusst war und das Ziel einer gerechten Gesellschaft erstmal wieder weiter in die Zukunft gerückt ist.
234/5 Sternen
Absolut tolles und wichtiges Buch, das verschiedene Arten von Diskriminierung aufzeigt: von Rassismus, über Sexismus und Misogynie, über Queerfeindlichkeit, Klassizismus, Ableismus, sowie mit einem Exkurs zu Diskriminierung von Sexarbeiterinnen. Die Autorin hat für mich die ideale Mischung aus persönlichen Geschichten aus der eigenen Familie, Eigenreflexion und wissenschaftlicher sowie statistischer Analysen und Geschichte gefunden, und hat mich (in den 14 Stunden Hörbuchlänge) unglaublich viel Neues gelehrt. Das letzte Kapitel zu Spiritualität hat mich nicht zu 100% abgeholt, allerdings hat es dem Buch nicht wirklich geschadet, sondern eher einen weiteren interessanten Twist gegeben. 100% Leseempfehlung für jedermaus.
Emilia Roig schafft es immer wieder! 😍
Sie schafft es immer wieder sehr direkt über unangenehme Themen zu schreiben, die Leser*innen aufzuklären und am Ende für so viel Hoffnung zu sorgen! In den Büchern „Das Ende der Ehe“ und „Lieber Sohn“ ging es mir genauso. In Why We Matter geht es darum, verschiedene Formen der Unterdrückung aufzudecken und tauchen hier in den intersektionalen Feminismus ein - also, wie sich Diskriminierung überschneidet, zum Beispiel durch Herkunft, Religion, soziale Klasse oder Hautfarbe. Dabei lässt Emilia Roig auch persönliche Perspektiven mit einfließen 💜 Und es geht noch um so viel mehr: Se*arbeit, die Empathielücke, Kapitalismuskritik und vieles mehr. Wenn ihr euch mehr in Themen wie intersektionalen Feminismus einlesen wollt, kann ich euch die Bücher von ihr nur wärmstens empfehlen! ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Dieses Buch ist ein grandioser, intersektionaler, feministischer Rundumschlag. Die Autorin schreibt gradlinig und auf den Punkt, füllt dabei Wissenslücken, webt gekonnt ihre persönliche Geschichte mit ein (die aber nie im Mittelpunkt steht) und scheut nicht davor zurück, Rassismus oder Homofeindlichkeit in ihrer eigenen Familie zu benennen. Manches war mir schon bewusst, einiges kannte ich noch nicht. Die Empathie-Lücke erklärt zum Beispiel so vieles, was ich vorher nicht greifen konnte. Obwohl wir so unterschiedliche Leben führen und Erfahrungen machen, habe ich mich beim Lesen mit der Autorin verbunden gefühlt. Das hat mich selbst überrascht, weil ich ähnliche Bücher von Feministinnen mittlerweile ein bisschen kritischer betrachte und deren Backround sich oft wie ein Graben zwischen uns anfühlt. Beim Kapitel über LGBTQI+ habe ich mich z.B. in ihrer Story teilweise wiedergefunden und kam mir gleich weniger allein und merkwürdig vor. Außerdem erkennt und benennt sie die verschiedenen "Härtegrade" der Diskriminierung, so sind schwule Männer meistens viel sichtbarer als lesbische Frauen (kennt man ja, dass es um Homosexualität geht und nur von "den Schwulen" die Rede ist) und Bisexuelle und trans Personen werden besonders abgewertet (oft sogar innerhalb der Community). Rassismus nimmt zu Recht sehr viel Raum ein und als Nicht-Betroffene bin ich dankbar für jede Aufklärung und das Sichtbarmachen. Wir müssen noch so viel lernen und dieses Buch ist eine große Hilfe. Am besten gefallen hat mir aber, dass Kapitalismus, Klasse und Armut hier ausnahmsweise mal nicht ignoriert werden. Die Autorin ist, wie fast alle Personen mit Reichweite, die sich öffentlich feministisch äußern (ob in Podcasts, auf Social Media oder eben in Büchern), Akademikerin und profitiert vom aktuellen System. Dennoch kritisiert sie es scharf und macht deutlich, dass Menschen, die zum Beispiel aus welchen Gründen auch immer grade keiner Lohnarbeit nachgehen (können), als faul, dumm und wertlos abgestempelt werden. Ja, sie stellt das Konzept von Lohnarbeit (und Geld!) sogar komplett infrage und zeigt auf, dass wir eine sehr enge Sichtweise davon haben, was als Arbeit gilt und was nicht, wer wertvoll ist und wer nicht. Dennoch bin ich der Meinung, dass es insgesamt mehr Stimmen von Nicht-Akademiker:innen und Menschen aus der Arbeiter:innenklasse und der sogenannten Unterschicht braucht... dass wir sichtbarer werden und uns organisieren müssen. Viele (so auch ich lange) sind so voller Scham und Ohnmacht, dass sie nicht mal wissen, dass sie unterdrückt werden und das Recht haben, sich zu wehren. Und hier setze ich auch mit meiner Kritik an: das Buch ist nicht sonderlich niedrigschwellig und enthält einige Fremdwörter. Die Arbeiterin/Hartz IV-Empfängerin aus der Kleinstadt wird andere, konkretere Sorgen haben und es wohl eher selten lesen, was schade ist, weil genau da die Diskriminierung im Alltag greift und Wissenslücken gefüllt werden müssen. Dafür ziehe ich allerdings keinen Stern ab, weil das Buch ansonsten zu gut ist! Auch andere Themen, wie das große Konzept "Wissen", werden spannend beleuchtet. Was ist das überhaupt und wer entscheidet, welches Wissen richtig und wertvoll ist? Und warum gilt die Sichtweise Nicht-Betroffener (häufig die weißer Männer) als objektiv und unvoreingenommen, während den Betroffenen immer Subjektivität und "zu wenig Abstand von der Thematik" unterstellt wird? Obwohl doch grade sie über ein Wissen verfügen, das anderen vielleicht verborgen bleibt? In jedes Kapitel fließt ein wenig Geschichtsunterricht mit ein und ich bin immer wieder fassungslos, dass ich über bestimmte Themen absolut gar nichts in der Schule gelernt habe. Als es um Krankenhäuser und das Gesundheitssystem ging, konnte ich zum ersten mal mein eigenes Erlebnis, das mittlerweile 10 Jahre her ist und mich nicht loslässt, einordnen. Ich bin damals vom Personal schlecht behandelt und sexistisch beleidigt worden, der Arzt meinte sogar "typisch Frau, wegen ein bisschen Bauchschmerzen rumheulen und die Notaufnahme belasten". Einen Tag später bin ich zusammengebrochen und wurde notoperiert. Sowas passiert jeden Tag. Frauen wird schnell ein psychischer Grund angedichtet, sie sterben häufiger an nicht erkannten Herzinfarkten, weil ihre Beschwerden von der männlichen "Norm" abweichen, während Männer viel schneller zu Fachärzt:innen überwiesen werden. Schwarzen Menschen wird sogar noch weniger geglaubt und sie bekommen zum Beispiel seltener Schmerzmittel, weil sie nicht ernst genommen werden (auch hier greift die Empathie-Lücke). Übrigens habe ich zu Beginn des Buches irgendwann mal angefangen, Sätze zu markieren, um sie hier zitieren zu können. Leider musste ich dann schnell feststellen, dass ich am liebsten alles zitieren würde, weil ein guter Absatz den nächsten jagt. Das Thema Sexarbeit bekommt ebenfalls viel Platz und ich habe alles dazu aufgesogen. Ich kann die Menschen, die für ein Sexkaufverbot sind, nur beknien dieses Buch zu lesen. Oder überhaupt alle... bitte lest es!
Emilia Roig ist für mich die Autorin für Intersektionalität! Dieses Buch ist schlicht und einfach eine Diskriminierungsbibel und sollte meiner Meinung nach Pflichtlektüre in jedem Ethikunzerricht oder Einführungslektüre für jegliche Gesellschaftwissenschaftsstudien sein. Es ist eine komplexe, aber gut nachvollziehbare und verständliche Abhandlung von Diskriminierungsstrukturen in unserer postkolonialen, patriachalen und kapitalistischen Gesellschaft. Es geht um Diskrimminierung aufgrund des Geschlechts, der Herkunft, sozialer Klasse und der Sexualität. Darüber hinaus greift Roig Themen wie Carearbeit, Justizsystem und Generationstraumata auf und setzt sie in Bezug. Die Analyse wird jedoch nicht nur historisch beleuchtet, um den Status Quo zu beschreiben, sondern sie zeigt intersektionale feministische Ideen auf, die zu einer gerechteren Gesellschaft führen können. Das Buch macht Hoffnung und Kampfgeist.
Gutes Buch für den Einstieg
Ich mochte das Hörbuch für nebenbei. Die angeschnittenen Themen sind wichtig und spannend ausgeführt. Ich beschäftige mich bereits viel mit diesen Themen, aber denke, dass es immer wieder gut ist, eine andere Perspektive zu hören. Und auch wichtig, wie ich beim Hören finde: Emilia hat für mein Empfinden eine sehr angenehme Stimme, der ich gerne zugehört habe.
Vor einigen Wochen fand eine Lesung zum o.g. Buch mit Emilia Roig statt, organisiert vom Maxim Gorki-Theater. In dieser Lesung habe ich zum ersten Mal von ihr und diesem Buch gehört und wusste schon nach den ersten vorgelesenen Sätzen, wie wichtig das Buch ist. Die Autorin zeigt anhand von diversen Lebensbereichen auf, wie und welche Unterdrückungsstrukturen sich manifestiert haben. Zur Veranschaulichung zieht sie öfters Parallelen zu ihrem eigenen Leben, beeindruckend ehrlich und reflektiert. Wer sich schon mal mit Feminismus und/oder Anti-Rassismus beschäftigt hat, wird grade zu Beginn des Buchs einiges wiedererkennen. Das sehe ich nicht als Nachteil, im Gegenteil. Sehr pointiert bringt Emilia Roig die 'großen', medial präsenteren Unterdrückungsformen in Verbindung mit solchen, die öfter übersehen werden und betont damit die Wichtigkeit von intersektionalen Ansätzen, um eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Abgesehen davon, dass ich mir auf fast jeder Seite kluge Gedanken angestrichen habe, fand ich die Kapitel 'Im Gerichtssaal' und 'Bei der Arbeit' besonders interessant, da ich dort einiges dazugelernt und neue Sichtweisen kennengelernt habe. Womit ich nicht wirklich warm wurde, war das letzte Kapitel 'das Ende der Unterdrückung'. In diesem versucht Emilia Roig sich an einem Lösungsvorschlag, um, wie der Titel schon sagt, die Unterdrückung zu beenden. Die Ideen waren mir zu abstrakt und schwer zu greifen. Ich verstehe den Wunsch, das Buch mit etwas Positivem und eben einem Lösungsvorschlag zu beenden, meiner Meinung nach hätte es das aber nicht gebraucht, um es rund zu machen. Nichtsdestotrotz ein Buch, das ich gerne empfehle und sehr gespannt bin, was wir in Zukunft noch von dieser intelligenten, beeindruckenden Frau zu sehen/lesen bekommen.
Zeigt das Potential einer gewaltfreien Welt auf
Ich habe das Buch im Januar zum ersten Mal gelesen und nun im Mai noch einmal. Die Informationen, die Gedankengänge, die Erzählungen sind so dicht gesät, dass ich beim ersten Lesen vieles gar nicht aufnehmen konnte. Wahrscheinlich würde ich auch beim dritten Lesen wieder über neue Denkanstöße stolpern. Wie funktioniert Diskriminierung, also Rassismus, Sexismus, Homo- und Transphobie, Ableismus, Klassismus etc.; worin wird sie begründet; wo genau sind die Schnittstellen; wo wird die Gewalt aufrechterhalten? Das Buch verändert, wie auch im Blurb steht, die Sicht, die man auf die Welt hat. Wie Unterdrückungssysteme bis heute intersektional funktionieren und warum man basierend auf Identität unbemerkt schädlich über sich und andere Menschen denkt. Nicht, weil man ein Menschenfeind wäre, sondern, weil das System uns quasi so ausbildet. Für mich und meine Art zu denken ist dieses Buch wirklich revolutionär gewesen und ich frage mich, wie die Welt aussehen würde, wenn jeder es lesen würde.
Ein spannender Rundumschlag über aktuelle gesellschaftliche Ungleichheiten. Allerdings fand ich den Schreibstil sehr komplex, und ich bin fast fertig mit meinem sozial-politikwissenschaftlichen Master und habe schon echt viel über z.B. intersektionalen Feminismus gelesen. Ob dieses Buch sehr massenzugänglich ist, wage ich mal zu bezweifeln.
Augenöffnend ✨
Ich liebe Sachbücher, die mich selber herausfordern und mir manchmal auf unangenehme Art und Weise die Augen öffnen - ‚Why we matter‘ war eines dieser Bücher. Häufig tragen wir unbewusst doch viel mehr internalisierte Ansichten, die von der Gesellschaft vermittelt werden, in uns - dieses Buch bringt sie an die Oberfläche. Häufig dachte ich mir ‚nee, so bin ich doch nicht‘, aber dann erwischte ich mich doch dabei, dass ich mir was vormache. Emilia Roig schafft es hervorragend die Dinge klar zu benennen ohne anklagend zu werden und Themen rund um Unterdrückung, Rassismus, Feminismus und mehr mehr ins Bewusstsein zurückzubringen. Zwischendrin hatte es für mich Längen, daher einen halben Stern Abzug, ansonsten: Must Read!
Eine Hilfe um Intersektionalität zu verstehen, super wichtig und richtig
Emilia Roig deckt die Muster der Unterdrückung auf – in der Liebe, in der Ehe, an den Universitäten, in den Medien, im Gerichtssaal, im Beruf, im Gesundheitssystem und in der Justiz. Sie leitet zu radikaler Solidarität an und zeigt – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie –, wie Rassismus und Black Pride, Trauma und Auschwitz, Homofeindlichkeit und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen: "Radikal und behutsam zugleich. Dieses Buch ist ein heilsames, inspirierendes Geschenk." Kübra Gümüsay "Die Antwort auf viele Fragen unserer unsicheren Zeit heißt: Gleichberechtigung aller. Und dieses großartige Buch ist ein Schritt auf dem Weg dahin." Sibylle Berg
Dieses thematisiert nicht nur die Unterdrückung und Diskriminierung von Schwarzen Menschen und People of Color (auch wenn das der Hauptpunkt ist), sondern auch die Diskriminierung von Frauen, Transpersonen, behinderten Menschen, queeren Personen und anderen Volksgruppen. Das Buch hat mir einige Denkanstöße mitgegeben, eine große Leseempfehlung, vor allem jede weiße Person sollte sich intensiver mit Rassismus und ihrer priviligerten Position befassen!
Klappentext Wie erkennen wir unsere Privilegien? Wie können Weiße die Realität von Schwarzen sehen? Männliche Muslime die von weißen Frauen? Und weiße Frauen die von männlichen Muslimen? Die Aktivistin und Politologin Emilia Roig zeigt – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie, in der wie unter einem Brennglas Rassismus und Black Pride, Antisemitismus und Auschwitz, Homophobie und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen –, wie sich Rassismus im Alltag mit anderen Arten der Diskriminierung überschneidet. Ob auf der Straße, an der Uni oder im Gerichtssaal: Roig schafft ein neues Bewusstsein dafür, wie Zustände, die wir für „normal“ halten – die Bevorzugung der Ehe, des männlichen Körpers in der Medizin oder den Kanon klassischer Kultur – historisch gewachsen sind. Und dass unsere Welt eine ganz andere sein könnte. Meine Meinung Das Cover des Buches finde ich sehr gelungen auch im Hinblick auf die Thematik. Care-Arbeit? Intersektionalität? Bevor ich „Why We Matter” gelesen habe konnte ich mit diesen Begriffen nichts anfangen. Dieses Buch hat meinen Horizont mehr als erweitert. Neben bekannten Dingen konnte ich auch wirklich viel neues lernen. Themen des Buches sind unter anderem Rassismus, Homo-, Trans- und Behindertendiskriminierung, Sexismus. Die Bandbreite der behandelten Themen ist wirklich umfangreich und bemerkenswert. Die Autorin zeigt dabei nicht nur ihre persönlichen Erfahrungen auf, sondern vor allem kollektive Erfahrungen, die Menschen auf dieser Welt täglich machen. Sie wirft einen Blick auf die Historie verschiedenster Diskriminierung, sowie auf aktuelle Geschehnisse. Es werden auch Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Arten der Diskriminierung aufgezeigt. Während des Lesens war ich oft schockiert und habe mich immer wieder gefragt, warum ich über einige der angesprochenen Themen nicht mehr in der Schule gelernt habe. Die angesprochenen Themen sind so wichtig und ich bin dankbar nun aufgeklärter zu sein. Zum Thema Diskriminierung lernt man nie aus. Ich finde jeder sollte dieses Buch lesen, denn es stell ein komplexes Thema wirklich hervorragend dar und regt zum Nachdenken an. Den Schreibstil der Autorin fand ich angenehm. Sie macht ihren Standpunkt überzeugend deutlich und inspiriert den Leser. Auch wenn jeder Mensch andere Erfahrungen mit Diskriminierung macht, hatte ich das Gefühl, dass sich die meisten in diesem Buch zumindest ein wenig wiederfinden werden und verstanden fühlen können. Fazit „Why We Matter“ ist ein Must-Read, das ein komplexes Thema hervorragend darstellt, inspiriert und zum Nachdenken anregt. Leseempfehlung!
INHALT Die Aktivistin und Politologin Emilia Roig möchte mit ihrem Buch ein neues Bewusstsein dafür schaffen, wie Zustände, die wir für „normal“ halten bspw. die Bevorzugung der Ehe, des männlichen Körpers in der Medizin oder den Kanon klassischer Kultur, historisch gewachsen sind. Und, dass unsere Welt eine ganz andere sein könnte. Sie zeigt Rassismus und Diskriminierung in verschiedenen Kontexten und klärt auf. Durch einen glücklichen Zufall habe ich bei NetGalley das Hörbuch zu „Why we matter“ entdeckt und habe mich sehr darüber gefreut, als ich ein Rezensionsexemplar davon bekommen habe. Immer mal wieder habe ich Interesse daran mich weiter zu bilden, PoC zuzuhören und zu lernen mein eigenes Verhalten und Denken zu reflektieren. Mit „Why we matter“ ist mir, wie ich denke, ein weiterer Schritt in die richtige Richtung gelungen. Nicht alles, was im Buch besprochen wurde war mir neu, dennoch war es wertvoll für mich der Autorin zuzuhören. „Je privilegierter wir sind, desto schwieriger ist es, Privilegien und Ungleichheit zu erkennen und zu akzeptieren.“ EMILIA ROIG – WHY WE MATTER Mit ihrem Buch gelingt Emilia Roig ein intersektionaler, feministischer Rundumschlag, der sich gewaschen hat. Mit Fakten und Belegen betrachtet Roig Rassismus und Diskriminierung in unterschiedlichsten Kontexten und Situationen. Was mich sehr beeindruckt und mir unglaublich gut gefallen hat war, dass sie immer inklusiv und intersektional vorgegangen ist. Sie lässt keine marginalisierte Gruppe aus und macht deutlich, was ihr übergeordnetes Ziel ist: die Welt dahingehend zu verändern, dass mehr Empathie und Offenheit in Bezug auf alle Lebensrealitäten stattfindet. Die unterschiedlichsten Themen werden im Buch besprochen: Familie, Schule, Studium, das Wissen im Allgemeinen, die Justiz und Medien aber auch die Arbeitswelt werden diskutiert. Emilia Roig ist es gelungen eine Verbindung zu mir herzustellen und das, obwohl sich unsere Erfahrungen eigentlich nicht weiter unterscheiden könnten. Ich bin eine weiße cis-hetero Frau, die alle Privilegien genießen kann, die es gibt (mal davon abgesehen, dass ich eine Frau bin). Bei ihrem LGBTQIA+ Kapitel fühlte ich mich dennoch irgendwie verbunden und habe meinen Entschluss, noch offener und vorurteilsfreier in die Welt zu blicken, wieder bestärkt. Roig klärt aber auch, dass Diskriminierung in diesem Bereich unterschiedlich abläuft, denn meistens sind schwule Männer sehr viel sichtbarer als beispielsweise lesbische Frauen. Bisexuelle und trans Personen erleben viel mehr Diskriminierung und das nicht nur außerhalb der Queeren Community, sondern auch mitten drin. Einen großen Raum nimmt Rassismus ein, was mir als weiße Frau eben unfassbar viel hilft. Ich weiß, dass ich noch viel zu lernen habe und deshalb bin ich immer dankbar über solche Bücher, die mich aufklären und mir zeigen wo meine Art zu denken verändert werden muss, um die Welt für PoC besser zu machen. Auch Kapitalismus, Armut und Klasse bekommen ihren „Moment“. Emilia Roig ist eine öffentliche Person mit Reichweite, sie ist Akademikerin und ist sich dessen bewusst, dass sie vom System profitiert. Doch Roig ist sich nicht zu schade gerade dieses System zu kritisieren und deutlich zu machen, dass Menschen die aktuell keiner Lohnarbeit nachgehen (können) nicht als dumm, wertlos oder faul abgestempelt werden sollten. Sie hält uns und der Gesellschaft den Spiegel vor, indem sie klar macht, dass wir eine sehr enge und begrenzte Sichtweise davon haben, was als Arbeit gilt und was nicht. Wer wertvoll ist und wer nicht. Was an dieser Stelle vielleicht schön gewesen wäre, sozusagen das i-Tüpfelchen des Buches, sind Stimmen von Nicht-Akademiker*innen. Stimmen von Arbeiter*innen, der „Unterschicht“ um diese sichtbarer zu machen, um diesen eine Stimme zu geben. Und letztlich, sind wir mal ehrlich, welche Person, die bspw. Hartz IV-Empfänger*in ist, kann sich dieses Buch als Luxusgut dann leisten und lesen? Auch hier greift die von der Autorin angeprangerte Diskriminierung im Alltag auch. Ein Punkt, über den ich nie so richtig nachgedacht habe, war das Konzept „Wissen“. Denn was ist das überhaupt genau und wer entscheidet dann, welches Wissen richtig und wertvoll ist? Wieso ist meist die Sichtweise von alten weißen Männern viel bedeutender als die, von einer Betroffenen Person? Gerade diese Gedanken sollte man festhalten und sich klar machen: ist es nicht sinnvoller gerade betroffene Personen eine Plattform zu bieten, ihnen zuzuhören und von ihnen zu lernen, anstatt an vermeintlichem Wissen von Personen festzuhalten, die eigentlich gar keine Ahnung von der Thematik haben? Emilia Roig bringt in ihrem Buch so viele Themen auf klar artikulierte und deutliche Weise auf den Tisch, dass meine Rezension eindeutig gesprengt werden würde, wenn ich alles komplett ausführlich besprechen würde. Ich kann euch sagen: Familie, Schule, Uni, Arbeitswelt, Wissen, Medizin, Medien, all das kommt aufs Tablett und ich konnte unwahrscheinlich viel dazu lernen und hatte einiges, worüber ich nachdenken musste und weiterhin muss. Es wird wohl nicht sehr lange dauern, bis ich mir das Buch auch als Printversion ins Regal hole, denn um einzelne Stellen nachzulesen sind Hörbücher dann doch nicht so gut geeignet, obwohl für mich die Wahl eines Hörbuches gut war, denn durch einige längere Autofahrten habe ich dieses tolle Sachbuch genießen können. FAZIT „Why we matter“ ist ein unfassbar wichtiges Buch, welches so viele Diskriminierungen (…) von denen wir täglich umgeben sind, auf dringliche Weise aufzeigt. Es spielt hierbei überhaupt keine Rolle ob und wie ich selbst davon betroffen bin, denn es ist so wichtig achtsam und aufmerksam auf solche Ungerechtigkeiten zu blicken. Dieses Buch eröffnet Blickwinkel, die ich noch nie genauer betrachtet habe und die mir gezeigt haben: es stimmt, dass man nie auslernt und gerade in diesen Themenbereichen ist es einfach unerlässlich sich ständig weiterzubilden. Wir müssen zuhören und voneinander lernen, um ein Zusammenleben, das für alle gut ist, zu realisieren. Wir alle sollten uns informieren und mit diesem Sachbuch gelingt es in jedem Fall. Klare Empfehlung!






































