Schwindel

Schwindel

Hardback
3.8186

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Der neue Roman von Hengameh Yaghoobifarah

Freitagabend, ein Hochhaus, 15. Stock. Avas Date mit Robin läuft perfekt. Bis es klingelt und zwei unerwartete Gäste vor der Tür stehen: Delia hat das Handy in Avas Schlafzimmer liegen lassen und will es abholen kommen. Silvia möchte Ava zur Rede stellen, denn seit einer Weile wird sie geghostet. In Avas Flur begegnen sich die drei Liebhaber_innen nun zum ersten Mal. Überfordert flüchtet Ava auf das Dach des Hochhauses, die anderen laufen ihr hinterher. In der Eile bringt niemand den Schlüssel oder ein Handy mit. So wird aus einem Date zu zweit eine gemeinsame Mission zu viert. Das Ziel: runterkommen vom Dach. Doch der Weg dorthin birgt Konflikte und Enthüllungen. Robin, Delia und Silvia kämpfen auf ganz eigene Weise um Avas Nähe und Aufmerksamkeit... In »Schwindel« erzählt Hengameh Yaghoobifarah so fluide, echt und witzig über queeres Begehren, wie niemand sonst es vermag. Eine kompromisslos heutige Liebesgeschichte von radikaler Lebendigkeit und ein irres Lesevergnügen.

»Hengameh Yaghoobifarah ist eine schriftstellerische Begabung.« DIE ZEIT

»Niemand kann so aufregend, klug und wahnsinnig witzig über »Queers« schreiben wie Hengameh Yaghoobifarah. Man inhaliert diesen Roman förmlich, lernt dabei so etwas wie eine neue Sprache und lacht sich halb tot. Jede seiner Seiten ist so deliciously prall mit Leben.« DANIEL SCHREIBER

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
240
Price
23.70 €

Author Description

Hengameh Yaghoobifarah lebt und arbeitet in Berlin. Gemeinsam mit Fatma Aydemir hat Hengameh Yaghoobifarah 2019 den viel beachteten Essayband »Eure Heimat ist unser Albtraum« herausgegeben. 2021 erschien der Debütroman »Ministerium der Träume« bei Blumenbar, der ein SPIEGEL-Bestseller wurde. 2023 folgte der Kolumnen-Band »Habibitus«, der auf der Shortlist für den Kurt-Tucholsky-Preis stand. »Schwindel« ist Hengameh Yaghoobifarahs zweiter Roman.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
N/A
100%
N/A
55%
45%
30%
44%
55%
44%
35%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
100%
100%
100%
100%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate100%
Variable0%

Writing Style

Simple100%
Complex0%
Moderate0%
Bildhaft (100%)Poetisch (100%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

30
All
4

Sprachlich eine absolute Wucht: Vier Figuren mit ebenso vielschichtigen wie fesselnden Geschichten, erzählt mit beeindruckender Präzision. Das Buch endet fast zu abrupt – und lässt einen schwindlig, aber begeistert zurück.

4

Witzige und trotzdem inhaltsreiche Story die für mich, die nicht queer ist, sehr aufschluss- und lehrreich war. Vielleicht höre ich das Buch nochmal und lese die ganzen, für mich neuen Begrifflichkeiten nach. Kann ich empfehlen.

5

Hengameh Yaghoobifarah hat mich schon mit ihren ersten beiden Büchern "Ministerium der Träume" und "Habibitus" begeistert, jetzt hat sie noch mal einen oben drauf gelegt. Der Titel "Schwindel" ist schon ein Wortspiel in mehrfacher Hinsicht: Zum einen geht es um die großen und kleinen Lügen und Geheimnisse im Leben (von denen die 4 Charaktere im Buch - Ava, Silvia, Delia und Robin - jede Menge haben), zum anderen findet der Plot, der kammerspielartig anmutet, komplett auf dem Dach eines fünfzehnstöckigen Hochhauses statt. Die Handlung kommt zum einen witzig-skurril und äußerst rasant daher, auf der anderen Seite steckt wahnsinnig viel zwischen den Zeilen, und hat mir Einblick in eine (queere) Lebenswelt gegeben, zu der ich bislang wenig Zugang hatte - für den ich fast ein Wörterbuch gebraucht hätte. Der pointierte Schreibstil von Yaghoobifarah ist einfach großartig - ganz großes Kino.

4.5

Wildes, kluges und wahnsinnig witziges queeres Chaos

Wie absurd ist bitte die Vorstellung, mit deinen drei Liebhaberinnen auf dem Dach deines Hauses ausgesperrt zu sein? Und euch dann über all eure Defizite, Probleme, Traumata und Kränkungen auszukotzen, die schon lange in euch brodeln und jetzt einfach mal raus müssen? Es war so absurd! Absurd witzig, absurd klug und für mich auch wahnsinnig lehrreich und bereichernd. Die Sprache ist großartig und vereinnahmend, sie erzählt von Liebe und Lust, Begehren und Leidenschaft und dem Schwindel, den all das mit sich bringt. Grandioses Lesevergnügen voller Leben und Vielfalt!

4

Intensiv und herausfordernd, trotzdem auch irgendwie leicht und angenehm. Schwindel eben!

Das Buch ist mit 165 Seiten im eBook nicht gerade dick, trotzdem konnte ich es nicht in einem Rutsch durchlesen. Das lag sicher an der Inhaltsdichte und den Themen, die mich da beschäftigt haben. Yaghoobifarah schafft es, jeder der vier Personen eine eigene Stimme zu geben. Die wesentlich ältere Silvia zum Beispiel hat eine deutlich andere als die drei jüngeren Protagonist_innen. Auch delia lässt sich mit anxiety und overthinking gut rauslesen- abgesehen davon, dass alles kleingeschrieben ist. Was nicht nötig wäre, da bei der nonbinären Person ja sowieso Neopronomen zum Einsatz kommen. Erst fand ich das mit dem Schriftbild blöd, weil ich es irgendwie als kleinmachend empfand. Stellte sich aber heraus, dass es unabhängig vom Gender gut zur Person passt. Abgesehen davon ist das Buch, wie bei Yaghoobifarah erwartbar, queer as f*ck. Wer aber denkt, ah vier Frauen, alles klar, lesbisches Polykül, der muss sich doch noch ein bisschen mehr anstrengen. Beziehungen können einfach so vielfältig wie Menschen sein. Wen mensch sonst hauptsächlich heteronormativ unterwegs ist- im Leben und im Lesen-, dann kann man hier diverse neue Begrifflichkeiten lernen- im wahrsten Sinne des Wortes! Die thematische Wendung am Ende war etwas überraschend und das Ende selbst vielleicht auch etwas abrupt. Kann man aber definitiv so machen. Alles in allem für mich ein sehr lesenswertes Buch!

5

Tiefsinnig, rasant, einfühlsam, wütend, …

… der Roman vereint unfassbar viele Emotionen, so dass es mir schwerfällt diesen einzuordnen. Die Lesenden müssen sich darauf einlassen wollen, sowohl von der Sprache, als auch zum Teil vom Layout des Textes, welches ich persönlich sehr gut fand, da es den Inhalt dadurch unterstützt. Für mich was es der erste Roman von Hengameh Yaghoobifarah.

5

Rasant und unglaublich gut

Schwindel ist genau der richtige Titel für dieses kopfverdrehende Buch. Es hat mich mitgenommen, mich im kreisgewirbelt, mir neue Welten gezeigt und mich dann ziemlich schwummrig zurückgelassen. Ava ist promiskuitiv unterwegs. Sie unterhält gleich mehrere Beziehungen. Im Vergleich ordnet sie diese in unterschiedliche Kategorien ein (das wird Nix mehr, die will ich nicht verletzen, in die bin ich verknallt) und ergreift die Flucht, als sich auf einmal alle 3 Frauen in ihrer Wohnung versammeln. Sie rennt auf das Dach des Hochhauses eines Gebäudekomplexes. Sylvia, delia und Robina folgen, ohne Schlüssel und ohne Handy. Die Tür fällt zu und eine ungewollte Not-Gemeinschaft entsteht. Wie kommen Sie wieder herunter? Was folgt, ist ein Text, der aus vier Perspektiven die Situation schildert und in die Vergangenheit schaut. Aus unterschiedlichen Erzählstimmen erfahren wir nun, wie Ava zu den Beziehungen gekommen ist, aber auch, wie sie sich mit ihrer Queernes auseinandersetzen, hadern und sie feiern. Die Biografie jeder einzelnen Person wird uns zugänglich gemacht. Dabei sind die Protagonist*innen, in ihrer Ausdrucksweise unterschiedlich. Besonders der Text von/über delia ist sehr besonders. Als nonbinäre Transperson, welche die Pronomen dey/ demm benutzt ist ihr Text auch durch die permanente kleine Schreibweise anders als die anderen. Ob das auch ihre Persönlichkeit ausdrücken soll, die sich vor den anderen meist klein macht halte ich aber für möglich. Silvia ist mit Abstand die älteste Person und obwohl sie queer ist, im Gegensatz zu mir, kann ich Ihre Gedanken und Emotionen am besten nachvollziehen. Robin ist in einer festen Beziehung mit einer männlich gelesenen Person. Für sie ist klar, dass sie nur eine Affäre mit Ava möchte. Ava wiederum sieht das aber ganz anders. Die Dialoge sind voller Kämpfe, Schuldzuweisungen und Auseinandersetzungen. Dabei ist besonders auffällig, dass die Verantwortung für Vergangenheit, Gegenwart und eventuelle Zukunft selten bei sich selbst gesucht wird. Zumindest nicht an der sichtbaren Oberfläche. Es sind immer die anderen die Schuld an Situationen haben. Besonders Ava hat das perfektioniert und treibt ihre Leidensgenossen*innen an den Rand der Verzweiflung. „Hätten sich alle an das Skript gehalten, würden Sie jetzt einen entspannten Freitagabend haben, und Ava ihre gottverdammte Ruhe.“(S. 187). Das richtig spannende ist aber die Auseinandersetzung mit ihrer queeren Bubble und der scheinbar dazugehörenden political correctness, sowie der eigenen S**ualität und deren Konsequenzen. Letzteres ist meistens negativ konnotiert. Hier zeigt sich die soziale Prägung besonders deutlich. Es wird sogar richtig philosophisch, denn die Frage, ob man noch queer ist, wenn man mit einer Transperson, die beide Geschlechter vereint, oder eine Transition hinter sich gebracht hat, zusammen ist, konnte auch ich für mich im Kopf nicht wirklich beantworten. Ist man dann plötzlich hetero, oder bi, und ist das überhaupt wichtig? Die Auseinandersetzung mit der Vielfalt an queeren Themen wirkt oft parodiert und ist mit viel Ironie gespickt. Man könnte die Widersprüchlichkeiten, mit denen sich die Protagonist*innen oft begegnen auch ernst nehmen, dass sich gegenseitige Korrigieren, in die richtige Wortwahl hinein gutheißen, oder die Unsicherheit, die ihnen oft den Weg in eine selbstbewusste Eigenwahrnehmung verbaut als Entwicklungsbaustein betrachten. Das war mir nicht möglich. Ich lese daraus viel Humor und Selbstkritik und das Buch hat mir die Sorge genommen, in diesem Bereich, in dem ich mich so gut wie überhaupt nicht auskenne, alles richtig machen zu wollen. Fehler kommen selbst in der queeren community vor 😉. Hengameh Yaghoobifarah hat Beobachtungen in dieser Bubble, zu der ich keinen Zugang habe, fein seziert und in ein lustvolles Kammerspiel übertragen, welches sich sicherlich gut auf Bühne oder Leinwand machen würde. Textlich besonders fand ich auch die Wortcollagen, die sich optisch vom Rest des Textes absetzen. Und zusätzlich ist der Roman mit so vielen Begriffen, die ich googeln musste gespickt dass ich mich jetzt darauf freue, was mir der Algorithmus so in den Feed meines Browsers spült. Das ist queere Spaß- Literatur auf hohem Niveau, die auch alten, weißen cis Frauen wie mir ein aufregendes literarisches Erlebnis verschafft hat. Für mich mein Monatshighlight, dass ich euch dringend rate zu entdecken!

4.5

In dem Roman “Schwindel” von Hengameh Yaghoobifarah geht es um eine Situation, die für alle Beteiligten unangenehmer nicht sein könnte: Vier Liebhaber_innen aus einem Vierecksverhältnis, die gemeinsam auf einem Hochhausdach “ausgesperrt” sind. Aua. Vor allem doof ist es für die, die mit allen drei anderen was am Laufen hat: Ava. Sie hatte was mit Delia (dey/demm), gehostet ihre Affäre Silvia (die sehr viel älter als alle anderen ist, die Anfang 30 sind) und ist verknallt in Robin, die eigentlich in einer heteronormativen Langzeitbeziehung mit ihrem Partner Ivo ist. Und nun erweist sich die Hölle mal wieder als “die anderen”, wie es bei Sartre so schön heißt. Mensch muss sich mit den Entitäten außerhalb des eigenen Selbst auseinandersetzen, egal wie schmerzhaft, schön und schrecklich es auch sein möge. Nicht nur vom Thema her, sondern auch erzählerisch ist das sehr clever gemacht: Die Teilnehmenden der temoporären Zwangsgemeinschaft lernen wir nach und nach als Individuen kennen - ihre Träume, ihre Traumata, ihr Begehren und ihre Wünsche für die Zukunft. Ein bunter Fächer an queeren Lebensentwürfen, die eines eint: sie sind Menschen und sie wollen glücklich sein. Ich musste an vielen Stellen richtig schmunzeln, weil in diesem Roman so herrlich unverkrampft mit Klischees gespielt wird, ohne dass es jemals böse gemeint ist. Da sinniert eine Figur zum Beispiel über “Wanderlesben”, mit denen sie eben nicht in einer Beziehung sein möchte. Oder an anderer Stelle wirft eine Person der anderen an den Kopf: “Was bist du für eine Lesbe, wenn du keinen Karabinerhaken mit deinen Schlüsseln an deiner Jeans trägst?” (S. 49) Lol. Yaghoobifarah holt den Humor in die queere Schreibe zurück und ist gleichzeitig an vielen Stellen hoch literarisch, spielt mit Sprache und weiß einfach damit umzugehen. Auch wenn der Roman in der dritten Person erzählt wird, wird für jede Figur ein anderer “Sprech” verwendet. Um Delias Perspektive zu vermitteln, wurde beispielsweise Kleinschreibung benutzt, was ich sehr spannend finde. Wie anders kommt Sprache an, wenn sie gleich gemacht wird, wenn sie ohne Höhen und Tiefen fließt. Und bei Silvia kommt einem die Erzählweise fast konservativ, “bürgerlich” vor, obwohl sie alles andere ist als das, aber sie ist halt “die Alte”. Ava weißt nicht recht, was sie will, wer sie ist und auch das spiegelt sich in ihren sprunghaften Passagen wider. Neben dem humorvollen Touch, dem ganz eigenen Slang und dem Spiel mit Wörtern und Sprache ist dem ganzen Roman noch ein philosophischer Überbau beigefügt, der das Ganze zu einem perfekten Kunstwerk macht. Auch die esoterischen Einsprengsel hier und da fand ich spannend. Yaghoobifarah versteht einfach von allem was. Das Buch wurde mir übrigens von einer Buchhändlerin empfohlen, als ich “Auf allen Vieren” von Miranda July gekauft habe. Also ihr wisst schon: Kund_innen, die kauften, kauften auch… Kann ich so unterschreiben. Nur dass “Schwindel” meiner Meinung nach besser ist als der Roman von July. Aber maybe that’s just me, auf jeden Fall: lesen, wenn ihr mögt!

Post image
4

❤️‍🔥🥴🌇

3.5

"was wenn" legt Hengameh Yaghoobifarah der Figur Delia im Roman "Schwindel" in den Kopf. Und nicht nur das Schriftbild passt gut zum Roman: Was wenn, vier Personen auf Dach eines Hauses landen und von dort nicht mehr wegkommen, weil sie weder Schlüssel noch Handy mithaben? Was wenn es sich dabei um eine Frau und ihre drei Affären handelt? Dann wird daraus eine kurze und kurzweilige Geschichte, die mich gut unterhalten hat. Als Leserin blicke ich in den Gefühlswelten und die Vergangenheiten der vier Charaktere Ava, Silvia, Delia und Robin und lerne sie dadurch näher kennen. Die Erinnerungen und Gedanken, die ich lesen, drehen sich dabei um Identitäten, Feminismen, Begehren und Erwartungshaltungen. Yaghoobifarah gibt jeder Figur eine eigene Tonalität und zum Teil auch ein eigenes Schriftbild, sodass für mich als Leserin schon jeweils im ersten Satz klar war, welcher Blickwinkel gerade thematisiert wird. Das Buch habe ich gern gelesen - nur, wie die Geschichte am Dach endet, hat mich nicht abgeholt. Danke für das Rezensionsexemplar, Aufbau Verlag Digital und NetGalleyDE.

Post image
4

Ein kurzweiliger Roman und ein Tauchgang in queere Identität, Dating-Culture und Traumaresponds.

Die Geschichte der vier Frauen* liest sich gut weg und zeichnet vielschichtige Porträts . Gleichzeitig fühle ich den viel beschriebenen Humor überhaupt nicht, fand es phasenweise sogar krass bedrückend in seiner Grundstimmung. Vor allem das Ende lässt mich ratlos zurück. Dennoch - als mentaler Wochendendtrip eine Empfehlung.

3.5

reading it - it really was a schwindel 🌀 das ende ließ mich verdutzt auf dem dach zurueck, wartend auf mehr informationen waerend alles um mich herum stehen blieb. davor habe ich jeden fetzen aufgesogen ueber das leben der verschiedenen personen, ueber ihre dynamik und mich aber auch an einigen stellen gefragt, ob wir noch gemeinsam das dach verlassen. ob das alles so sinn fuer mich macht. n a j a. 💫 nachbearbeitung: nach einem tag nach dem lesen ist mir aufgefallen, dass es doch mehr zu dem buch zu sagen gibt. die charaktere vertreten verschiedene identitaeten aus der queeren community, wichtige perspektiven, die einen zum mitdenken anregen. generell hat jede person verschiedene eigenschaften, ava hat jedoch vor allem eine: unreflektiertheit.

4.5

Die Figuren haben richtig viele issues, gehen zum Teil schrecklich mit Konflikten um, es geht viel um Sex und ganz generell war mir keine von den Figuren symphatisch. Und das müssen sie auch nicht sein. Faszinierend ist, mit welcher Tiefe und Komplexität die Leben, Prägungen und Charakterzüge der vier Figuren im Roman beschrieben sind. Beim Lesen fühlte es sich an, als handle es sich um vier reale Personen. Die Zeitsprünge mochte ich richtig gern, diese sind aber auch sehr wichtig für das Buch. Denn zugegeben wäre mir der Roman, wenn er ausschließlich als Szene am Dach gespielt hätte, eher auf den Nerv gegangen. Da wird hauptsächlich gestritten, aber die Hintergründe für die Streits oder die Ursachen, weshalb die Figuren so sind wie sie sind, findet man nur in den Rückblenden. Die Streitigkeiten sind richtig unangenehm zu Lesen, ein regelrechtes Ping Pong an Fetzereien, am liebsten möchte man selbst in den Ring steigen und schlichten oder mitstreiten. Die Schreibweise ist experimentell und kreativ. Fand ich persönlich interessant und stimmig. Ob es die Story an sich aufwertet, ist fraglich. Aber es ist schön, dass Hengeh Yaghoobifarah hier gemacht hat, was sie wollte - immerhin machen die Figuren im Buch das ja auch so. Klare Empfehlung!

3.5

Ganz schon verstrickt 🫣

Coole Story, man lernt die Charakter ziemlich gut kennen und man kann die Beziehung teileweise verstehen und. Teilweise garnicht 😂 aber war cool :)

3.5

Ein Ritt von einem Roman, der die Themen Sexualität und Selbstfindung sowie Traumareaktionen gut erzählt. (Ausser der Schluss, der war ein bisschen random)

5

Was für ein Buch. Wie hat es Daniel Schreiber formuliert: aufregend, klug und wahnsinnig witzig. Mehr kann man eigentlich nicht hinzufügen. 🫶🏼

4.5

Lässt mich in eine mir unbekannte Welt eintauchen. Super besonders geschrieben. Musste jedoch bei vielen Begriffen nachschauen. Umgang mit dem Schriftstil ist auch sehr besonders.

4.5

Das Buch hat mir Einblicke in eine ganz andere Welt gegeben und mich durch die Form des Schreibens fasziniert. Mal etwas ganz anderes und wichtig 'open minded' zu bleiben.

4.5

queer dating in a nutshell. die geschichte fließt irgendwo zwischen klischees der queeren dating szene, obzönen exzessen und charaktertiefen rückblicken. ich hatte spaß beim lesen/hören, die story wurde nie langweilig. außerdem macht yaghoobifarah diskussionen über trans identity, bi erasure und generationenkonflikt in der community auf, über deren verschriftlichte existenz ich mich einfach gefreut habe.

2

Gewollt, aber nicht gekonnt.

Oberflächlich, klischeehaft, gewollt, aber nicht gekonnt. Die Charaktere bleiben blass, die Narrative vorhersehbar und eintönig. Der große Moment, der alles zusammenführt, bleibt leider aus. Insgesamt ein enttäuschendes Buch – da hilft auch die Diversity der Protagonist*innen nicht. Zwei Sterne gibt’s nur, weil es sich trotzdem ganz gut lesen lässt, wenn man abends im Bett noch etwas Leichtes will.

2

Meh Hat mich nicht wirklich berührt und zwischendurch hatte ich das Gefühl das Spiel mit der Schrift soll eher Seiten füllen.

3

Storyline holprig. Dachszene unnötig in die Länge gezogen, weirde Dialoge. Rückblicke ganz nett.

4

geschlossene Gesellschaft, but make it queer

Schnell reinzufinden, tiefgründige Charaktere und guter Pace - hier ging es hauptsächlich um Beziehungen, Queerness und das queere Erwachen, habe das Buch mit der Erwartung gelesen, dass es mehr um Herkunft etc geht - ist hier ein Randthema, aber wirklich gutumgesetzt - teilweise kann man gar nicht herausfinden, welche Migrationsgeschichte ein Charakter hat

4

Ahhh das war toll, ich freue mich schon auf die Lesung im Mai

3

Mal wieder eine Geschichte, in der sich Frauen hauptsächlich gegenseitig an die Gurgel gehen...

Pro: Die Charaktere werden durch die jeweiligen Hintergrundgeschichten sehr plastisch (auch wenn diese Geschichten sich nicht immer direkt in das eigene Verhalten übersetzen). Contra: Die Geschichte ist so angelegt, dass die Charaktere um Ava konkurrieren, aber ich fand's trotzdem irgendwie schade, dass es mal wieder eine Geschichte ist, in der sich Frauen quasi gegenseitig bis aufs Blut angehen anstatt sich gegenseitig zu unterstützen. V.a. die Abschnitte, in denen es darum ging, wer sich nun eine "richtige" Lesbe nennen darf und somit Zugehörigkeit zu einer Gruppe erfahren/erhalten darf, haben mich gleichzeitig nachdenklich gestimmt und mir auch ein bisschen die Laune versaut. Weder noch: In dem Buch wird es teilweise relativ explizit, damit hätte ich anhand des Klappentextes nicht unbedingt gerechnet.

3

Das hat Spaß gemacht, aber gleichzeitig gibt’s ein paar Dinge, die mich stören: Die Dialoge wirkten oft gestellt, das Ende zu konstruiert, die Sprache mir oft zu gewollt lyrisch ohne lyrisch zu sein. Aber das Sprachliche kann auch mein persönliches Empfinden sein, insgesamt schon ein gutes, kurzes Buch mit vielseitigen Charakteren.

4

"Schwindel" ist mehr als nur der Titel dieses Buches. einerseits sind die Protagonist:innen auf einem Dach und somit in "schwindelerregender" Höhe. andererseits haben alle vier Personen dieses Gefühl verinnerlicht: sie laufen in ihrem Leben auf der Stelle und schaffen es nicht einen Schritt nach vorne zu gehen, der Schwindel ist zu groß; sie haben eine Vorstellung von sich selbst, die sie jedoch nicht richtig greifen können; sie alle haben Angst; ihre Beziehungen zueinander sind wie von Magneten, die sekündlich ihre Ladung wechseln, sie kleben aneinander und kurz darauf wird die eine Seite weggeschleudert. Begehren. Schwindel. Angst. Verdrängung. Ava. Silvia. Delia. Robin. Ihre Geschichten spiegeln die vieler queerer Menschen wieder und sind somit imo sehr lesenswert. Ja, das Buch spielt bis auf die ersten Seiten nur auf einem Dach, aber(!) die Gedanken und Erinnerungen aller Protagonist:innen gehen so tief, dass man teilweise vergisst, dass sie doch eigentlich auf diesem unüberwindbar scheinenden Dach gefangen sind.

5

Der neue Roman von Hengameh Yaghoobifarah behandelt für mich so viele Themen, die einen queeren Roman ausmachen, dass mir nur eine Aneinanderreihung an Begriffen einfällt, um zu beschreiben, zu wem dieses Buch passen könnte. Wer länger als 1ms an einem Begriff hängen bleibt, muss diesen Roman lesen! Das Buch ist lesbisch, gay, trans, cis, queer, non-binär, binär, alt, jung, neurodivergent, stoned und so vieles mehr.

Create Post