
21 Followers
Fesselndes Buch mit moralischen Abgründen und gewissem Anime-Feeling.
Das Buch beinhaltet eine auffällige Sexualisierung der Frauen, wobei mir unklar blieb, ob das eine bewusste Charakterisierung des Protagonisten war, oder eher dem Male Gaze des Autors zuschulden kommt. Fumihiros besitzergreifendes Verhalten Kaori gegenüber könnte allerdings zu ersterem tendieren lassen. Der Schutz Kaoris ist der treibende Faktor aller Handlungen. Fumihiros Charakter war durchgehend in interessant zu lesen. In den Passagen in der Vergangenheit war er ein aktiver Charakter, in der Gegenwart wurde er allerdings vor allem durch seine Gedanken charakterisiert, wurde eher passiv. Gerade, dass er als Protagonist sich selbst nicht als Hauptcharakter seines eigenen Lebens empfand, war interessant. Diese Passivität wurde unterstützt durch seinen Identitätswechsel: der Charakter Fumihiros wird sozusagen eliminiert. ("Es war ein komisches Gefühl nach meiner Gesichtsoperation. So, als wäre ich ein lebender Toter. Ich fühlte mich von mir und meinem vergangenen Leben wie losgelöst." S. 198) Dafür wurde er allerdings der Protagonist im Leben eines anderes, was mich persönlich an das Doppelgängermotiv erinnert hat. Zwar wurde Fumihiro durch seinen Vater gewissermaßen verdorben, man könnte behaupten, dass er tatsächlich zum Geschwür wurde. ("Du willst diesem Mädchen web tun, oder etwa nicht? Es zerstören. Du bist ein Kuki. Ich weiß, was das bedeutet. Du willst dich rächen, weil sie dein Leben ruiniert hat." S. 221) Ein Höhepunkt ist der Besuch beim Bruder: es werden Fragen geklärt, der Spannungsbogen entfacht aber neu. Die Kuki-Familien sind Geschwüre füreinander.
Sep 11, 2024
Fesselndes Buch mit moralischen Abgründen und gewissem Anime-Feeling.
Das Buch beinhaltet eine auffällige Sexualisierung der Frauen, wobei mir unklar blieb, ob das eine bewusste Charakterisierung des Protagonisten war, oder eher dem Male Gaze des Autors zuschulden kommt. Fumihiros besitzergreifendes Verhalten Kaori gegenüber könnte allerdings zu ersterem tendieren lassen. Der Schutz Kaoris ist der treibende Faktor aller Handlungen. Fumihiros Charakter war durchgehend in interessant zu lesen. In den Passagen in der Vergangenheit war er ein aktiver Charakter, in der Gegenwart wurde er allerdings vor allem durch seine Gedanken charakterisiert, wurde eher passiv. Gerade, dass er als Protagonist sich selbst nicht als Hauptcharakter seines eigenen Lebens empfand, war interessant. Diese Passivität wurde unterstützt durch seinen Identitätswechsel: der Charakter Fumihiros wird sozusagen eliminiert. ("Es war ein komisches Gefühl nach meiner Gesichtsoperation. So, als wäre ich ein lebender Toter. Ich fühlte mich von mir und meinem vergangenen Leben wie losgelöst." S. 198) Dafür wurde er allerdings der Protagonist im Leben eines anderes, was mich persönlich an das Doppelgängermotiv erinnert hat. Zwar wurde Fumihiro durch seinen Vater gewissermaßen verdorben, man könnte behaupten, dass er tatsächlich zum Geschwür wurde. ("Du willst diesem Mädchen web tun, oder etwa nicht? Es zerstören. Du bist ein Kuki. Ich weiß, was das bedeutet. Du willst dich rächen, weil sie dein Leben ruiniert hat." S. 221) Ein Höhepunkt ist der Besuch beim Bruder: es werden Fragen geklärt, der Spannungsbogen entfacht aber neu. Die Kuki-Familien sind Geschwüre füreinander.
Sep 11, 2024






